Futurist Gerd Leonhard Hamburger IT Strategie Tage '21 (auf Deutsch): Das Future Mindset
31 Dec 2025 · 31 min
This content was created by Gerd Leonhard. This content was uploaded by GHION.AI . This is a podcast titled "Futurist Gerd Leonhard Hamburger IT Strategie Tage '21 (auf Deutsch): Das Future Mindset" created by Gerd Leonhard on March 9, 2021. The content is a German talk discussing the future mindset, digital transformation, and societal changes accelerated by COVID-19, emphasizing the need for a new approach to capitalism, sustainability, and technological ethics.
Chapters
Ich möchte mit Ihnen heute über das Future Mindset reden, also die zukünftige Denkweise. Ich glaube, was wir im letzten Jahr erlebt haben, ist, dass so viele Sachen infrage gestellt wurden, die vorher irgendwie normal waren. Auf einmal ist irgendwie nichts mehr normal. Und wir gehen davon aus, dass eigentlich Dinge entstehen, die früher undenkbar waren. Wenn wir jetzt zum Beispiel schauen, was um uns herum passiert ist letztes Jahr: Big State, Big Tech. Big Health. Wer hätte das gedacht? In so einer kurzen Zeit. Ich selber bin 2019 fast 750.000 Meilen geflogen und dieses Fliegen war letztes Jahr virtuell. Ich bin also zu einer Art von, ich sag dazu Keynote Television, weiterentwickelt. Also wir haben alle radikal transformiert und gepivoted, wie man so gut auf Neudeutsch sagt. Fangen wir damit an. Ich glaube, die nächsten 10 Jahre bringen Radikale Kursänderung. Und ich denke, das ist 90% gut. Nicht nur wegen Covid, auch selbst wenn wir über Covid hinausgehen, können wir sagen, die Covid-Krise hat Dinge auf den Punkt gebracht, wie zum Beispiel Sustainability, der Klimawandel, die Gleichheit, Ungleichheit, politisches System. Also eins ist ganz klar: Wenn es nicht um Covid-19 gegangen wäre, hätten wir noch mal 4 Jahre von Trump. Mitmachen müssen. Und jetzt haben wir radikale Kursänderungen in jeglicher Hinsicht. Einige gute, einige vielleicht nicht so gute. Ich sag mal so ein bisschen: COVID-19 hat das verstärkt, was vorher schon da war, was gut war, wie zum Beispiel Solidarität, die wir jetzt entdeckt haben in Europa. Aber es hat auch Dinge verstärkt, die nicht so gut waren, wie zum Beispiel Surveillance und Tracking und zu viel Technologien nutzen. Aber eins ganz klar, wie Satya Nadella gesagt hat, der CEO von Microsoft: Wir haben in den letzten 12 Monaten mehr digitale Transformation als in den 10 Jahren vorher geschafft. Zum Beispiel Telemedizin, zum Beispiel Working in the Cloud, zum Beispiel Online-Entertainment. Und jetzt ist es eigentlich so, wenn Sie Star Trek kennen, ja, Warp Drive. Wir hauen auf den Knopf und ziehen mit einem Schlag in diese dramatische Transformation von Technologie. Und die hat auch natürlich andere große Auswirkungen. Zum Beispiel, dass wir uns auf einmal ein bisschen weniger zusammenhaltig fühlen. Dass wir uns Gedanken machen über unsere Arbeit. Diese ganzen Themen sind auf einmal im Brennpunkt. Sieht man ja in Deutschland extrem. Diskussionen über das alles. In der Schweiz vielleicht ein bisschen zurückhaltender zu diesem Thema unterwegs sind. Aber eins ist ganz klar. Hier ein Chart, der das zeigt. Was ist der Grund, dass wir transformiert sind digital? Der Grund ist nicht der CTO, der CIO, sorry, sondern COVID-19. Das ist ein riesiger Katalysator geworden für Veränderungen. Und ich denke, das ist eine gute Sache eigentlich, trotz der ganzen schwierigen ökonomischen, privaten und sozialen Dinge, die wir ja immer noch durchmachen momentan in diversen Varianten. Oh, jetzt habe ich das Pain and Love vergessen. Also im Endeffekt ist es schon so, kann man sagen, Dass wir uns nur verändern, wenn es Schmerz oder Liebe gibt. Und das ist ein bisschen in der Covid-Krise passiert. Dieses Chart zeigt hier von Ipsos, ist das von ungefähr von 3 oder 4 Wochen vorher, was Leute in der Welt denken über die Krise, dass sie gut oder schlecht wird. Und die Frage war: Wird die Welt besser oder nicht wegen der Covid-Krise? Und hier unten ist Deutschland in der Ecke. Sehen Sie hier. Weiß nicht, ob Sie meinen Kreis hier sehen können. Zusammen mit Polen und Frankreich sind wir die pessimistischen, die pessimistischen Denker hier. Und da sage ich immer: Eigentlich ist es schon so, dass die Art und Weise, wie wir über die Zukunft denken, unsere Zukunft definiert. Wenn Sie jetzt hier oben schauen, wer ist da? Indien, Saudi-Arabien, Peru, Malaysia. Die denken: Okay, die Krise vielleicht auch hat positive Dinge gehabt. Im nächsten Chart hier ist es ein bisschen weniger. Brisant, aber wir sind immer noch in der ganz unteren Ecke zusammen mit Frankreich und Italien, ja, wo wir denken, okay, 2021 wird besser. Aber ja, wenn man den Durchschnitt anschauen, hier 77% bei uns, sind es 53%, wenn ich das, oder 63%, ja. Also sind wir noch ein bisschen unter dem Durchschnitt. Das heißt, die Frage ist, wie denken wir über die Zukunft? Ist die Zukunft gut? Ist sie schlecht? Was erwarten wir? Während wir hier so ein bisschen den Lichtschein am Ende des Tunnels sehen können, können wir wieder optimistischer werden. Aber was brauchen wir, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Weil eins ist ganz klar: Die Zukunft ist jetzt nicht mehr morgen. Die Zukunft ist bei uns im Kopf. Die Zukunft ist ein Mindset, nicht ein Zeitrahmen. Das ist eins, wo wir alle drüber nachdenken müssen, jeden Tag ein bisschen mehr. Und immer wieder, wenn ich Reden halte, höre ich das: Ja, die Zukunft ist nicht so wahnsinnig gut. Vor allen Dingen natürlich jetzt, aber auch vorher schon. Die ganze Diskussion: Ja, there is no future. Die Zukunft ist eigentlich nicht gut. Deswegen möchte ich direkt mal 3 Statements loswerden, ganz am Anfang. Nummer 1: Die Zukunft ist besser, als wir denken. Das ist für mich vollkommen klar, weil Technologie bietet so viele Lösungen an für uns heute. Wir müssen sie nur richtig anwenden. Wenn Sie schauen, was wir in den letzten 10 Jahren gemeinsam gelöst haben: der Impfstoff in 12 Monaten. Das ist nur Technologie, die uns das erlaubt hat, und Zusammenarbeit natürlich, und Globalisierung in gewisser Weise. Punkt Nummer 2: Die Zukunft kommt schneller, als wir denken, weil wir sind in diesem exponentiellen Wachstum nicht mehr am Anfang. Wir sind vielleicht bei 4, und dann geht's eben nicht nach 5, sondern 4, 8, 16, Moores Law kennen Sie ja. Die Zukunft kommt schneller als wir denken. Und hier ist der dritte Punkt: Die Zukunft wird so, wie wir denken. Das, was wir über die Zukunft denken, das ist das, was wir umsetzen. Wir bestimmen sie mit dem, was wir denken. Man sagt auch in Amerika: You are what you eat, you are what you read, you are what you think. Ganz wichtiger Punkt, wenn wir über die Zukunft denken, dass wir offen sein müssen für was die Zukunft denn auch sein könnte. Meinen Sie vielleicht, Mercedes-Benz oder Audi oder BMW haben vor 7 Jahren über die Zukunft nachgedacht und haben gesagt: Ja, ist ganz klar, der Dieselmotor brauchen wir dann nicht mehr. Nein. Das ist was, was entsteht im Laufe der Zeit, wo wir drauf reagieren müssen. Die kommt schneller als wir denken. Früher haben wir gedacht, die Zukunft, das wären wir ja Science-Fiction, Blade Runner 1 oder 2. Nein, die Zukunft ist bereits hier. Wir haben nicht richtig zugeschaut manchmal. So, noch mal Warp Drive. Das Thema, wie wir in die Zukunft gehen. Es geht eben nicht linear. Es geht erst ganz langsam und dann sehr schnell. Wir explodieren in diese Zukunft hinein. Und das müssen wir uns erst mal klarmachen. Wenn Sie mein Alter sind, ich werde jetzt 60 nächstes Jahr und nicht mehr 25, dann ist das natürlich teilweise auch besorgniserregend. Wie können wir da überhaupt noch mitmachen in dieser Welt, die ganz klar Gelegenheiten gibt, aber auch Krise. Ich sehe COVID-19 natürlich auch als gigantische Herausforderung, aber auch als Gelegenheit. Denn auf einmal ist normal nicht mehr wirklich im Vordergrund. Normal war vielleicht auch nicht gut genug. Und eins ist ganz sicher: Wir gehen nicht zurück zum Normal vor COVID, der Pre-Pandemic Normal. Den gibt es nicht mehr. Das können wir vergessen. Ich glaube, wir gehen in die Zukunft die neue Normale kreiert. Und die Wendepunkte, die wir jetzt gesehen haben, natürlich die Pandemie, aber auch Rassismus in Amerika, dieses Gigantische, diese Kristallisierung auf dieses Thema. Wendepunkt Stimulus, auf einmal ist es klar, dass auch Italien Geld kriegt ohne die Regeln, die vorher galten. Danke, Frau Merkel. Wendepunkt Klimawandel, auf einmal ist Klimawandel im Vordergrund, weil wir sagen: Okay, was wir für Covid gemacht haben, Vielleicht geht das auch für Klimawandel. Vielleicht können wir ähnliche Dinge zusammenbringen, die eine Lösung schaffen, wenn's wirklich eng wird. Ja, Wendepunkt USA. Auf einmal ist Amerika wieder denkbar. Das ist alles in diesem kurzen Zeitraum passiert. Wendepunkt Börse. Technologieaktien sind explodiert letztes Jahr. Elon Musk hat 280 Milliarden Dollar an Reichtum zugenommen. Der reichste Mann der Welt jetzt. Wegen, nicht wegen Covid, aber in der Covid-Krise, ja, Tech- und ESG-Investing explodiert. Wendepunkt Technologie, weil das ist ganz klar, viele von uns sind in diesem Business. Aber ja, remote everything, cloud everything, secure everything, smart everything, ja, alles da explodiert. Deswegen das exponentielle Zeichen explodiert. Normal? M-m. Unsere Zukunft sind viele parallele Normals in Fenstern, die sich andauernd abwechseln. Und damit müssen wir auskommen. Das sind unsere Gelegenheiten, aber es ist nicht mehr wie vor 10 Jahren. Es springt. Die nächsten 10 Jahre sind eine absolute Definition von dem, was es bedeutet, Mensch zu sein. In den nächsten 10 Jahren werden wir nämlich Quantum Computing erfinden, vielleicht Fusion Energy. Wir werden wirklich intelligente Maschinen haben, wir werden 5G, 7G, 10G haben. Wir werden Dinge tun, die unser Leben bestimmen für die nächsten, für die gesamte Zukunft. Und viele von diesen Fragen sind ja auch keine technischen Fragen, sondern sind natürlich auch soziale oder ethische Fragen. World Economic Forum Chart zeigt hier ganz klar, was los ist. Die Global Threats, die wir hier sehen, In dieser Reihenfolge. Einige von denen, da sind wir dran, wie zum Beispiel Weapons of Mass Destruction. Aber viele andere nicht. Und primär natürlich der Klimawandel, der da eigentlich relativ wenig bedacht ist. Und das müssen wir dringend angehen. Denn jetzt kommen wir hier an den Punkt, ja, wenn Sie die Charts hier anschauen, ja, die Dekarbonisierung unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft, unserer Industrie ist eine der größten Gelegenheiten der nächsten 20 Jahre. Wenn Sie die Zahlen hier anschauen, ganz klar, was passiert: Wir industrialisieren weiter. Finanziell geht es bergauf. So genannt Financial Capital oder Corporate Capital. Und insgesamt andersweitig geht es bergab. Diese Dekarbonisierung ist eine Riesenchance. Lassen wir uns nichts vormachen. Sie wird einige natürlich zum Schwitzen bringen. Primär. Und andere zum Leben bringen. World Economic Forum-Zahlen sagen ganz eindeutig, und ich finde das eine gute Kalkulation: Wenn wir shiften auf nature-intensive energy and investing, dann können wir innerhalb von 10 Jahren diesen Shift erreichen. Das Ende des Öls, muss man sich mal vorstellen. Und meines Erachtens ganz klar, das ist eine Riesenpriorität, vor allen Dingen für uns, Deutschland, Österreich, Schweiz, diese Dinge zu tun, auf denen wir schon lange auch marktführend sind. Und das hängt damit zusammen, was wir als Kapitalismus definieren. Was ist am besten für unsere Gesellschaft? Auf einmal taucht die Frage im Raum: Geht das eigentlich in diesem normalen Kapitalismus, oder brauchen wir eine Art von Postkapitalismus? Oder Al Gore hat gesagt: Sustainable Capitalism. Und da gehen wir ganz eindeutig hin in den nächsten paar Jahren. Und Sie können davon ausgehen, dass die Börsen, wie zum Beispiel in Kalifornien die Long-Term Stock Exchange, LTSE, die nach langfristigen Gesichtspunkten operiert, dass sie auch in Deutschland oder auch vielleicht in der Schweiz, wo ich lebe, Realität wird. Und die Definition von Geld ändert sich dann auf einmal von geldwerten Dingen. Auf einmal sind wir nicht mehr nur von einer Sache getrieben, nämlich Profit und Wachstum, sondern von 4 Dingen. Auch eine Story der letzten 30 Jahre. People, Planet, Profit kennen Sie wahrscheinlich schon vor 20 Jahren. Business Roundtable. Ich nenne das People Planet Purpose Prosperity. Passt sehr gut auf Englisch, von daher lasse ich es erstmal so. Aber das sind diese 4 Punkte, die auf einmal im Raum stehen. Und ich kann Ihnen sagen, für mich ist ganz klar, in der Zukunft ist das Produkt Purpose. Der Sinn, den wir anbieten für unsere Kunden, der rückt in den Mittelpunkt. Und ich sage oft: Sustainable is the new profitable. Und ich glaube, das ist eine gewagte Aussage natürlich, über die wir nachher diskutieren können. Aber sicherlich sind wir, wie mein futuristischer Kollege Buckminster Fuller gesagt hat vor 50 Jahren— er ist leider rest in peace bereits— wir sind an dieser Gabelung, wo wir entscheiden müssen, was wir wollen. Nicht, was wir können. Wir können alles. In 10 Jahren kann Technologie theoretisch mein Gehirn zum Internet hochladen. Elon Musk, Neuralink. Aber was wollen wir eigentlich? Was ist dieser Fork in the Road? Und eine Kollegin von Buckminster Fuller, ich glaube ein Follower sozusagen, sie hat es auf den Punkt gebracht: As we see our future, so we act. As we act, so we become. Wir sehen unsere Zukunft, wir reagieren darauf und wir schaffen unsere Zukunft. Und das ist der wichtigste Punkt heute meiner Rede. Wir müssen unsere Zukunft schaffen. Wir müssen sie verstehen, wir müssen sie formen, nicht formen lassen. Ganz wichtiger Punkt, ja. Die Zukunft fällt nicht auf uns herab. Wie hat man, glaube ich, war das Willy Brandt mal gesagt, ja, wer Zukunftsvisionen hat, der soll, der muss zum Arzt gehen. Heute ist es andersrum. Wer keine Zukunftsvisionen hat, muss zum Arzt gehen oder etwas anderes versuchen. Wir sind an dem Punkt, wo 4 Krisen und 4 Chancen auf uns zukommen. Zukommen. Ich sehe zum Großteil Chancen, wenn es uns gelingt, auf einen Nenner zu kommen. Klimawandel, Dekarbonisierung, Net Zero. Das ist eine gigantische Gelegenheit, die sich als Herausforderung verkleidet hat momentan, aber sicherlich der neue Kapitalismus, ja, der Gedanke, wie wir neue Systeme aufbauen, die für alle funktionieren. Die Regulierung von exponentieller Technologie, auch eine Riesenherausforderung, auch eine Riesenchance, das sehen wir jetzt ja überall. Nicht nur in Brüssel, sondern auch in Amerika mittlerweile. Und Human Enhancement. Was wird in der Zukunft möglich? Dass wir Menschen programmieren, CRISPR-Cas9, Genmanipulation. Große Themen, große Herausforderungen. Wir werden in den nächsten 10 Jahren die komplette Konvergenz von Medizin und Technologie erleben. Für mich kann das nur positiv sein, wenn wir das sicher machen können. Wenn die Kosten fallen können, endlich, seit 30 Jahren. Auf die Kosten von Gesundheit fallen dürfen. Also in diesem Punkt brauchen wir das Hauptthema meines Vortrags: das Future Mindset. Das Zukunftsdenken. Zukunftsbereit sein. Und das Symbol zeigt es eigentlich sehr gut. Das Einzige, was wir tun müssen, ist: Wir müssen die Ohren aufmachen. Wir müssen verstehen, was um uns herum vorgeht. Und wir müssen uns außerhalb unserer operativen Dinge, die auf Effizienz meistens abzielen, Auch Gedanken machen, was noch nicht hier ist. Wir müssen das gut machen, was heute ist, und dann darüber auch informiert sein und nachdenken, was morgen sein könnte. Was meinen Sie, warum Elon Musk so weit voraus ist? Weil er immer darüber nachdenkt, was sein könnte. Oder Jeff Bezos oder Tim Cook von Apple. Also ganz klar für uns, wenn wir das anschauen, eine Regel, die Bill-Gates-Regel: 5 Stunden die Woche, ja, ich sage immer 1 Stunde pro Tag, ja, one hour a day is all I ask, von Lernen, Zukunftslernen. Und viele bezeichnen das als Compound Knowledge, so wie in der Bank, ja. Desto länger Sie das machen, desto mehr wissen Sie. Und das ist unser Ticket für die Zukunft. Wenn Sie heute nicht sagen können, was in 5 bis 7 Jahren mit Ihrer Firma ist oder Ihrem Leben ist, mit Ihren Kindern ist, Dann müssen Sie das überlegen. Was genau passiert dann? Wie können wir in diese Zukunft zusammen hineingehen? Und ganz wichtig hier ist zu verstehen, dass wir als Menschen ja nicht exponentiell sind. Wir leben nicht 4, 8, 16. Also wir sind linear. Und Natur ist ein Zyklus. Aber der Short-Term-View, der manifestiert sich hier in dieser Denke. Es geht alles Schritt für Schritt voran. Aber es ist nicht mehr so. Technologie hat mittlerweile uns gezeigt, dass der Long-Term-View exponentiell ist. Und wir sind am Take-off-Punkt von diesem. Wir sind an dem Punkt, wo das wirklich explodiert. Hier ist ein Beispiel: Spracherkennung und Language Translation. Waverly Labs Pilot. Das ist quasi eine App für Sprachübersetzung. Ich spiele kurz das Beispiel ab. J'ai le temps de faire un petit jeu avant mon vol? Où est votre pilote? Jouons! C'est un jeu de patience et de stratégie. Tu sembles si confiant. Vous êtes plutôt bon. OK, ils verstehen diesen Punkt. Ich meine, das war Science-Fiction. Wird zu Science Fact. Und hier ist der Dancing Robot, den haben wahrscheinlich viele von Ihnen schon gesehen, von Boston Dynamics. Das ist die latest Edition. Ich kann es leider nicht mit der Musik abspielen, weil die Musik würde uns dann auf YouTube verbannen, weil die natürlich nicht lizenziert ist für diese Nutzung. Da muss man sich an die Regeln halten. Aber Sie sehen ganz eindeutig, das war unmöglich vorstellbare Dinge für Roboter, nur vor 5 Jahren. Und auf einmal, ja, das können Sie auf YouTube sehen, Dancing Robots, Das ist ganz klar eine Szene, die kommt aus Science-Fiction. Und wenn wir das uns vorstellen, dann müssen wir die Frage stellen: Was ist eigentlich mit der Ethik, mit den Werten? Wer kontrolliert das? Wer ist Mission Control? Oder brauchen wir Mission Control? Also ich denke schon. Digitale Ethik ist ja ein Riesenthema heutzutage. Wie können wir das einordnen? Denn Technologie ist moralisch neutral. Bis wir sie nutzen. William Gibson. Und ich glaube, dass wir ganz klar sehen müssen, dass wir an diesem Punkt von 3 Gesetzen— nicht nur 3 Fehler, aber diese 3 Gesetze sind nämlich: Moore's Law natürlich, die Power von Computern steigert sich alle 2 Jahre, verdoppelt sich und wird billiger. Metcalfe's Law, die Power of Networks, exponentielle Kraft des Netzwerkes. Und Wright's Law, die besagt, dass die Produktion sich verdoppelt und der Preis 20% Fällt jedes Mal. Wenn wir das alles zusammennehmen, können wir sagen: Explosiver Wandel. Also üben Sie den Long-Term View. Weil die Zukunft ist nicht mehr gerade, ist nicht mehr linear. Sie ist nicht mehr Step-by-Step. Sie explodiert. Und in 10 Jahren von hier sind wir bei 256, also 300-mal von dem, wo wir jetzt sind. Stellen Sie sich diese Zukunft vor. Was wir dazu brauchen: Wir müssen vernetzt sein. Wir müssen parallel denken, wir müssen Ökosysteme entwickeln und eine Stunde pro Tag darauf zubringen. Wir müssen auch darüber nachdenken, was es sonst noch bedeutet, nämlich ein holistischer Businessplan. Eben wurde schon Nachhaltigkeit angesprochen im Gespräch, ganz wichtig. Die Circular Economy. Es wird keine andere Economy mehr geben als die Circular Economy in 2030. Wenn Sie nicht in der Circular Economy sind, dann haben Sie überhaupt keine Economy mehr. Sind Sie kein Player mehr in dieser Economy. Und natürlich der menschliche Nutzen. Human Happiness. Also nicht im Sinne von anthropozän, sondern im Sinne von dem, was es uns Menschen nützt. Reden wir über die Zukunft von Technologie. Wenn wir das anschauen, was jetzt passiert, dann können wir ganz klar sagen, diese Game Changers, darüber rede ich jetzt schon seit Jahren, die sind hyperaktiv. Also Big Data, Cloud Computing, Internet der Dinge, Quantum Computing, die ganze Liste können Sie bei Goertz Game Changers nachsehen, einfach googeln. Die kommen alle zusammen jetzt und kreieren dann eine Art von Hyper-Forward-Drive. Zum Beispiel 3D-Printing. Seit 20 Jahren reden wir darüber, aber mittlerweile tatsächlich kann ich meine Knieschale drucken lassen oder mein Ohrläppchen oder natürlich meine Brille oder meine Schuhe. Und Das ist für mich vollkommen klar. Wenn wir in dieser Welt existieren und dann die Auswirkungen dazu kommen, das sind die Megashifts, von denen ich auch gerne rede. Kapitel 3 in meinem Buch, können Sie gratis runterladen bei megashifts.digital, auf Deutsch, Englisch und 10 andere Sprachen. Das sind die Resultate von diesen Game Changers. Virtualisierung, Digitalisierung, Kognifizierung. Und diese Auswirkungen sind gigantisch auf Gesellschaft und und auf das, was wir sind. Und das wird unser ganzes Leben, unsere Ausbildung verändern und wird die Chancen unserer Kinder beeinflussen. Wie gesagt, wenn wir bereit sind, wenn wir uns auskennen, wenn wir vorbereitet sind, dann kann es eine super Zukunft werden für uns. Wir müssen uns nur nicht überfahren lassen mit diesen Gedanken. Da kommen wir sicherlich an den Punkt, wo wir sagen: Okay, was passiert mit Mensch und Maschine eigentlich hier? Gibt es da zu viel Überlappungen oder gibt es da die Dominanz der Maschine? Wenn ich zusammenfasse noch mal die 4 wichtigsten Punkte, die können Sie sich mal so ausdrucken, wenn Sie Zeit haben. Daten sind das neue Öl. Da habe ich schon, wie gesagt, 20 Jahre. Aber jetzt sind Daten auch das Plutonium. Sind eine kraftvolle, machtvolle Sache, die wir auch regulieren müssen. AI ist die neue Elektrizität, der Strom, der diese Daten auswählt. Die Cloud ist unser neues Office und Living Room und alles. That's where we are. Und Virtual Reality, Augmented Reality, das sind unsere neuen Organe, unsere Sinnesorgane. Stellen wir uns vor, was wir da kreieren. Extrem powerful, extrem positiv. Aber hier ist die springende Frage: Was passiert mit Technologie, wenn sie zu machtvoll wird? Denn Technologie hat keine Ethik. Da brauchen wir Balance. Nicht nur vom Staat, sondern auch von uns selber. Von Social Contracts. Aber sicherlich brauchen wir auch Regeln. Siehe Australien und Facebook. Wenn wir uns anschauen, was dort passiert ist. Weil hier ist das Problem: Technologie ist ein Geschenk, aber es kann auch eine Bombe sein. Und zwar, wenn wir es übertreiben. Und zwar alle Dinge zu viel des Guten, ob Sie jetzt Alkohol oder Zigaretten oder Essen nehmen, Können auch sehr schlecht sein. Und zu viel Technologie kann sicherlich sehr schlecht sein. Wie wir das bei sozialen Medien leider beobachten müssen heute. Facebook ist in diesem Wandel von dem, was mal gut war, zu dem, was wirklich absolut am schlimmsten ist, ja, unethisch eigentlich erst, kann man sagen. Die Regulierung von Technologie, schauen Sie den Film an, The Social Dilemma, kennen Sie wahrscheinlich schon. Die wird explodieren in den nächsten paar Jahren. Und ich denke, jede smarte Technologiefirma wird dabei sein. Weil wenn etwas so kraftvoll wird und so viel finanzielle Implikationen hat, dann müssen wir ganz sicherlich zusammenarbeiten, um es wertvoll zu machen für alle und die Werte zu verteilen. Siehe Facebook Australien, ja, das Ganze, was in den letzten paar Tagen passiert ist. Daten können auch eine Art von Plutonium sein. Da müssen wir sehr aufpassen und wir können auch an den Punkt kommen, wo vielleicht dann so ein starker Player wie Facebook eben unsere Demokratie erschießen kann, ohne jetzt notwendigerweise selber aktiv dafür zu stimmen, aber einfach so, ja, by default, by Design, kann man sagen. Oder wo Dinge wie Face Recognition zum Beispiel, ganz klar, da würde ich sagen, unsere Gesellschaft wird von Wissenschaft und Technik angetrieben, aber sie wird von Ethik und Werten bestimmt. Und das sollte man nicht vergessen, wenn man in die Zukunft denkt. Wir wollen ja was erreichen in dieser Zukunft. Kurzer Kommentar hier von meinem Freund Zuckerberg: Das zeigt auch, woran es mangelt. Politik, wir müssen mal die richtigen Fragen stellen. Ich meine, das funktioniert mittlerweile in Deutschland ganz gut, glaube ich. In der Schweiz vielleicht noch ein bisschen hinterher, aber das kommt ganz sicherlich als großes Thema Wie wird die Politik mit Technologien dieser Macht umgehen und die Balance so richtig halten, auch nicht den Wettbewerb zu gefährden, natürlich. Was passiert mit Mensch und Maschine? Ganz sicherlich, das Ende von analog ist hier. Ende von analog mit dem großen Stern, dann heißt ja praktische Dinge: Working from home, paperless office und so weiter ist überall. Sie sehen hier das Virtual Reality Intranet Office, sogenannte von Facebook Druck, Oculus Rift. Ja klar, wenn ich das jetzt haben könnte in dieser Zeit, wäre natürlich fantastisch, aber vielleicht würde ich mich zu sehr daran gewöhnen. So, siehe Tom Cruise, Minority Report. Oder zum Beispiel das Digital-Twin-Modell, das ist von Siemens, glaube ich hier, was eigentlich überall jetzt kommt. Auf einmal ist Analoges irgendwie out. Wir haben alle noch Bücher, wir haben noch Schallplatten. Aber sogar Food wird jetzt digital. Hier sehen Sie Memphis Meat. Das ist Food, was im Labor gemacht wird von tierischen Zellen. Ich habe es bereits probiert. Das schmeckt eigentlich ganz gut. Es ist viel zu teuer, aber okay. Das ist natürlich immer noch analog, aber es ist im Lab gemacht. Das ist künstlich. Man sagt: Ohne Grausamkeit an Tieren. Das Ende von analog. Und gleichzeitig sind wir an dem Punkt, wo wir sagen: Was passiert eigentlich mit uns jetzt als Mensch? Ganz wichtiger Punkt. Überall die Diskussion. Wir sind umgeben von Technologie, von diesen Game Changers. Und auf einmal kommt der Gedanke auf: Was ist eigentlich mit menschlichen Werten? Mit unserer Privatsphäre, mit Geheimnissen? Super wichtiges Thema, finde ich auch sehr spannend. Digitale Ethik. Ich glaube, wir erleben dieses Jahr eine Renaissance der Menschlichkeit. Zurück zu dem, was uns wichtig ist, auch wegen Covid natürlich. Sag immer, Zoom-Calls sind super, aber Umarmungen sind dann vielleicht doch besser, wenn es mal drauf ankommt. Eine Renaissance der Menschlichkeit, die ich hier sehe. Während natürlich diese Science-Fiction-Szenarios überall stehen, wie zum Beispiel GPT-3, kennen Sie bestimmt, die AI, die mit Text-Command eine App erstellen kann oder ein JavaScript oder was auch immer, die auf einmal das schafft, das, was ein normaler Programmierer macht, eine App zu programmieren. Independent zu machen. Können Sie auch auf YouTube sehen. Aber wichtiger Punkt hier: Es geht bei AI eben nicht meines Erachtens um Bewusstsein, also Consciousness. Es geht um Kompetenz. Stuart Russell, UC Berkeley. Sein Buch, das ganze Buch ist zu diesem Thema. Es geht darum, dass wir kompetente Technologie haben, nicht bewusste Technologie. Das sollten wir, glaube ich, auch eher lassen. Sehen Sie hier ein Interview mit GPT-3. Der über die Synthesia-App dargestellt wird in diesem Interview. Ja, wichtiges Thema. Ich glaube, dass wir dahin kommen, dass wir ganz klar sagen müssen: Es ist nicht schwarz oder weiß, dieses Überlappen von Mensch und Maschine. Wir müssen flexible Regeln haben. Wir müssen natürlich nach vorne gehen, aber wir müssen auch aufpassen, dass wir uns selber noch realisieren können, desto mehr wir connecten, desto mehr müssen wir uns auch beschützen. Denn die Zukunft ist ganz klar die Synthese von dem Maschinengehirn, ja, dieser Limited Intelligenz im Sinne von Computing, Unlimited, aber ansonsten, was wir haben, soziale, emotionale, kinästhetische Intelligenz. Das ist ganz sicher nicht die Zukunft. Wenn wir uns die Frage nämlich stellen, was ist wirklich wichtig für Menschen, sehen Sie hier den elektronischen Hund. Das sind von Ute Behr, ein super Video. Was ist denn wirklich wichtig für Menschen? Ist es eben nicht Daten, Informationen? Sondern es sind diese Dinge: Erfahrungen, Erlebnisse, Experiences, Beziehungen. Das ist das, was für Menschen und auch im Business eigentlich am wichtigsten ist. Immer noch. Letzter Gedanke und dann gehen wir zu Fragen. Die Zukunft ist keine Verlängerung der Gegenwart mehr. Das war vielleicht früher so, weil die Zukunft noch zu weit weg war. Aber sie ist jetzt hier. Das ist ganz klar, wenn wir uns umschauen im Medienbetrieb, im Publishing-Business, im Banking, in Mobility und so weiter. Ja, die Zukunft ist anders als die Gegenwart, weil der ganze Zeitrahmen sich verändert hat, weil das ganze Umfeld sich verändert hat. Wir sollten also nicht davon ausgehen, dass die Zukunft ist wie heute, nur schneller. Das ist nicht so. Marc Benioff von Salesforce sagt dazu: We need to get to the future ahead of your customers. And be ready to greet them when they arrive. Das ist vielleicht die wichtigste Aussage vom Future Mindset. Wir müssen bereits in der Zukunft sein, damit die Kunden, wenn sie soweit sind, auch mit dabei kommen können, dass wir bereit sind für sie. Das ist ja unser Job, das anzuführen, gleichzeitig auch zu denken, das Future Mindset zu aktivieren und zu schauen, wie es weitergehen kann. Noch mal als Zusammenfassung her: Die Zukunft ist besser, als wir denken. Wir müssen nur anders denken. Wir müssen uns dran erinnern, wie gut sie sein könnte. Ja, sie kommt schneller, als wir denken, und sie wird das, was wir über sie denken. Ganz wichtiger Punkt: Wir kreieren damit unsere eigene Zukunft. Ja, self-fulfilling prophecy. Entweder wir gestalten die Zukunft, oder wir werden von ihr gestaltet werden. Ganz wichtiger Punkt hier: Diese 4 Dinge, die wir machen müssen: Wir müssen besser observieren, wir müssen verstehen, Verstehen heißt nicht einen Research Report lesen. Verstehen heißt verstehen, wie Sie Ihre Kinder oder Ihre Frau oder Ihren Mann verstehen. Insgesamt holistisch verstehen. Unsere Annahmen prüfen, was stimmt und was stimmt nicht mehr. Und mehr Experimente machen. Einstein hat mal gesagt: Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen. Wir müssen das zusammenbringen und dann sagen: Okay, können wir umschwenken? Können wir was anderes tun? Können wir uns wirklich neu erfinden. Das ist ja genau das, was in der Covid-Krise jetzt auf uns zugekommen ist und was in den nächsten 10 Jahren jeden Tag stattfinden wird. Wir haben die einmalige Gelegenheit, jetzt unsere Realität neu zusammenzustellen. Das ist ein einmaliger Wendepunkt, den wir positiv nutzen sollten. Und ich möchte mit einer Frage enden und sagen: Wir sollten nicht mehr diese Frage so oft stellen: Was bringt die Zukunft? Weil wir machen die Zukunft. Die Frage, die wir wirklich stellen sollten, ist: Welche Zukunft wollen wir? Weil das ist die Zukunft, die wir schaffen können. Ich danke vielmals fürs Zuhören und jetzt bin ich bereit für Fragen und Diskussionen.
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