Futurist Keynote zum Thema Digitale Transformation: Gerd Leonhard Petersberger Gespräche 2015
31 Dec 2025 · 50 min
This content was created by Gerd Leonhard. This content was uploaded by GHION.AI . This is a podcast titled 'Futurist Keynote zum Thema Digitale Transformation: Gerd Leonhard Petersberger Gespräche 2015' created by Gerd Leonhard on November 12, 2015. The content is a German keynote speech discussing the impact of digital transformation on society and the challenges it poses to traditional structures, with a focus on future implications.
Chapters
Herr Rieger, ganz, ganz großen Dank für Ihre Einsichten. Ich glaube, über allem haben Sie uns vermittelt, dass die Digitalisierung einen Druck auf die Frage bringt: Wer sind wir? Was wollen wir? Und diese Frage überfordert vielleicht nicht nur Individuen, sondern auch die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft sich eine Aufbauorganisation gegeben hat. Ich will jetzt hier nicht das Thema, passt diese Form der repräsentativen Demokratie auf uns auf, machen, aber solche Gedanken können einem kommen, wenn man Ihnen zuhört, und Sie geben viele, glaube ich, stichhaltige Gründe dafür, dass wir in dieser Form der Auseinandersetzung mit unserer Zukunft vielleicht keine guten Werkzeuge haben für die Bewältigung derselben. Aber das werden wir vielleicht nachher in der Diskussion mit Ihnen noch mal vertiefen können. Ich bin sicher, dass Sie dazu auch Stellung nehmen würden. Wir kommen zu unserem letzten Vortrag. Haben Sie gar keine Angst, Herr Leonard, den Letzten beißen bei uns nicht die Hunde. Wir sind alle noch ganz taufrisch. Wir sind sehr gut durch den Vormittag gekommen, dank der wirklich wunderbaren Vorträge. Und ich bin sicher, in dieser Reihe werden Sie sich mit Ihrem Vortrag platzieren. Sie haben den Mut, über die Zukunft zu sprechen. Sie haben den Mut, die Frage zu beantworten, wie werden denn aus dem, was wir heute wissen, sich die nächsten Jahre vollziehen. Wir sind sehr gespannt auf Ihren Vortrag. Begrüßen Sie mit mir Herrn Leonhard.
Guten Morgen. Guten Mittag. Es ist toll, dass ich hier sein kann. Vor ungefähr 200 Jahren, 40 Jahren habe ich hier als Kind gespielt, denn ich bin in Königswinter aufgewachsen, am Rhein. Also ich habe eine ganz enge Verknüpfung mit dem Petersberg, allerdings zum anderen Zustand damals noch. Und jetzt habe ich in mir 3 Seelen. Meine deutsche Seele, das ist die perfekte Seele. Ich war 17 Jahre in den USA als Musikproduzent und Internet-Entrepreneur. Also wenn ich awesome bin, dann ist das meine amerikanische Seele und mein Dressingstyle, wie Sie sehen. Und seit 14 Jahren wohne ich in Basel in der Schweiz. Das ist der Stil, der vorsichtig ist oder vielleicht gar nichts sagt, sich zurückhält. Also die drei versuche ich jetzt in meiner Rede hier zu zusammenzubringen. Es ist interessant zu sehen, dass eigentlich schon 90% meiner Rede von Herrn Höttges schon abgedeckt wurde. Von daher werde ich Ihnen dann eher so eine Art von Update geben, vielleicht einige Dinge auch ein bisschen auslassen. Erstmal die Frage Nummer 1: Was macht eigentlich ein Foodtourist? Ich werde Ihnen heute nichts voraussagen. Die Zukunft können wir nicht voraussagen, aber wir können sie observieren. Die nächsten 5 Jahre, wenn ich Sie jetzt einen Monat lang in Ruhe lassen würde und Sie müssten nicht normal arbeiten, könnten die meisten von Ihnen sagen: Die nächsten 5 Jahre sind relativ klar, was passiert. Das sind die sogenannten Hard Futures, nenne ich das. Die Zukunft, die garantiert kommt. Als ich 1999 im Musikbusiness war, auf dem Internet, das gemacht habe, versuche zu machen, was heute Spotify macht, war natürlich alles viel zu früh, hat die Plattenindustrie zu mir gesagt: Ja, wenn die Musik in die Wolke zieht, Napster und so weiter, das ist ganz schlecht für uns, das werden wir auf keinen Fall zulassen. Denn wenn das passiert, verlieren wir unsere Distribution-Autorität. Aber sie haben nicht vorausgesehen, dass das natürlich sowieso so kommt. Heute haben wir Spotify, Deezer, YouTube, Netflix, Hunderte von Plattformen. Die Musik ist in der Wolke. Und was kostet Sie heute ein Song auf Spotify? Weiß nicht, ob Sie Spotify kennen. Ich hoffe doch sehr. Auf YouTube ist es gratis. Auf Spotify kostet Sie ein Song 0,0000 0, 0, 1. Also 10 im Monat für 16 Millionen Songs. Das wird mit vielen von unseren Geschäften passieren. Banking, Versicherung, Energie, Abundance, also Überfluss. Das heißt also, mein Job ist das zu observieren und zuzuhören. Meine Firma ist in Basel und San Francisco. Unser Motto ist: It wasn't raining when Noah built the ark. Das trifft so sehr auf unsere ungefähr 200 Klienten zu, mit denen wir versuchen, die Zukunft neu zu erfinden, nicht sie festzulegen. Und das ist das wichtigste Thema, was wir heute Morgen auch schon gehört haben: Unsere Zukunft ist exponentiell. Unser Problem ist: Menschen sind linear. Es gibt Leute, die das verändern wollen, dass wir auch exponentiell werden können, wie zum Beispiel Ray Kurzweil oder andere, die uns gerne zum Transhumanismus auffordern. Aber Technologie ist Moore's Law, ja, exponentiell. Und das hat eigentlich keine Konsequenz. Ganz am Anfang dieser Kurve ist es eigentlich ganz egal. 10 mal 0,001 ist immer noch nichts. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir, wenn wir 7 mal zählen, sind wir über 100, nicht auf 7. Und wir sind jetzt an diesem Punkt. Wir sind an dem Punkt, wo auf einmal exponentielle Veränderungen stattfinden. Was früher Science-Fiction war, ist heute Realität. Selbstfahrende Autos, fliegende Autos, direkt danach. Flugzeuge ohne Piloten, denkbar. Containerschiffe, Rolls-Royce baut ein Containerschiff mit einer oder zwei Personen an Bord. Die größten Schiffe der Welt vollkommen automatisiert. Science-Fiction. Sprachübersetzung, nehmen Sie eine App wie SayHi, können Sie sich in Japan mit dem Sushi-Chef live unterhalten. Star Trek. Und da werden immer mehr Dinge wahr, zum Beispiel Genetic Engineering. Wenn wir uns das vorstellen, dass wir vielleicht Alzheimer oder Krebs besiegen können und gleichzeitig dann auch unsere zukünftigen Babys programmieren können. Das bringt natürlich große Diskussionen. Diskussionen, wo wir sagen, die Geschwindigkeit von diesen Veränderungen ist absolut verrückt. Da ist es wirklich Star Trek, wo wir sagen, hier zum Beispiel Genetic Engineering, haben wir einen Fortschritt von 10.000-mal Preis-Leistung in den letzten 7 Jahren. Früher 1 Million Dollar für DNA-Analyse, heute 812 Dollar. In 5 Jahren können Sie billiger mit der Straßenbahn, ich meine, können Sie billiger ein DNA analysieren, als mit der Straßenbahn zu fahren. Exponentielle Technologie. Jetzt hat Wired Magazine bereits gesagt, wir gehen dieser Zeit entgegen von einem Genesis Engine. Edit your DNA. Mit anderen Worten: Playing God. Übrigens in dem Kontext: Ich war an der Uni hier in Bonn, habe früher Theologie studiert, dann Musik. Also ich komme eher aus dem Bereich Humanities, nicht Technologie. Aber trotzdem glaube ich, das sind ganz wichtige Themen, wo wir auf einmal sagen: Was hier passiert, Superpower! Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft Klienten mich fragen und sagen: I would like to have Business-Superintelligence. Big Data, Artificial Intelligence, Sentiment Analysis, Automation, Robotisation. Die gleiche Firma, die früher 100.000 Leute hat, mit 1.000 Leuten das gleiche Geld verdient. That's the idea. Machen wir uns nichts vor, das ist Kapitalismus. Größere Marge, geringere Kosten, größere Einnahmen. Klingt gut. Frage an Sie hätte ich: Wie weit würden Sie eigentlich transformieren? Vom Mainframe-Computer zum iPad, mobilen Geräten zum Implantat? Wir lachen darüber, Implantat ist heute Cochlear Implant, also für Hörgeschädigte, funktioniert. Wikipedia-Implant für einen Professor, wäre doch interessant. Brain-Computer-Interface haben wir auch schon. Sehr teuer. In 5 Jahren normal. Wenn Sie Banker sind, haben Sie in 5 Jahren ein Brain-Computer-Interface und Zugang zu Informationen, da würden Sie heute sagen, es dauert das ganze Jahrzehnt, das durchzuklicken mit einer Slideshow. Das können Sie in Realtime anfassen. Minority Report, Matrix. Da ist für mich ganz einfach die Frage, inwieweit Ist Technologie und Menschlichkeit eigentlich noch zusammengehörig? Was wird uns in 10 Jahren ausmachen? Was wird Ihre Firma, ob sie Siemens ist oder UBS oder wer auch immer, American Express, in 10 Jahren eigentlich ausmachen? Und meine These ist: Technologie ist jetzt unheimlich wichtig. Efficiency, Optimization und so weiter. In 10 Jahren gehen wir wieder dahin zurück, dass wir sagen müssen: Eigentlich ist der Sinn von dem, was wir machen, Wichtig. Technologie wird eine Commodity. Wer wird in 10 Jahren keine Cloud haben, keine Automatic Translation, kein Real-Time Sentiment Analysis, keine AI? William Gibson, der Science-Fiction-Autor, hat gesagt, dass Technologie eigentlich moralisch gesehen neutral ist, bis wir sie anwenden. Das ist so wahr. Deswegen, wie mein Vorredner bereits sagte, wir können Technologie nicht einfach stoppen, nur weil sie vielleicht unmoralisch sein könnte. Oder vielleicht doch, das können wir nachher diskutieren. Aber wir können definitiv sie kreieren in der Art und Weise, wie wir sie haben wollen. Wir können sie kontrollieren, auch regulieren, falls notwendig. Meinen Sie vielleicht Google, Facebook, Baidu? Eine von diesen Firmen, die teilweise auch meine Klienten sind, die würden sich selber regulieren, dann fragen Sie mal ExxonMobil und Shell. It's not gonna happen. Momentan sieht man den Split zwischen dem, was wir in Europa sind, kollektiv, sozial, also bis zu einem gewissen Sinn, in der Schweiz hyperkollektiv sozusagen, und Amerika, anything that makes money is a good thing. Und China die gleiche Variante, nur dass der Staat das Geld verdient. Also haben wir hier ganz klar eine Notwendigkeit zu überlegen, wo es hingeht. Und wir werden in der Zukunft unsere Realität mit neuen Augen sehen. Hier mal ein Beispiel von Virtual Reality, die bereits zeigt, wie das heute schon geht. Das wird in der Zukunft so normal wie heute auf Ihrem iPhone ein Like-Button zu drücken. Klar, das kostet heute irgendwie, was weiß ich, 100.000 Dollar, so ein Ding aufzubauen. In 5 Jahren 1.000 Dollar, in 10 Jahren gratis. Exponential. Virtual Reality. Wenn Sie sehen, was sonst noch alles passiert. Das sind ja alles Themen, die heute schon zum Alltag gehören für die Geeks, für die Gamer. Also ich meine, Microsoft HoloLens, haben Sie mal ausprobiert? Für 200 Dollar können Sie in eine virtuelle Realität— also das ist nicht für Gaming. Das ist für Konferenzen, für Education, für Live-Broadcast, Entertainment. Das ist die Zukunft, die in den nächsten 5 Jahren auf uns zukommt. Augmented Reality, Virtual Reality wird so normal werden wie heute SMS. SMS ist ja bereits nicht mehr normal, weil es keiner mehr benutzt, sondern WhatsApp. Das heißt, wir haben hier einen Wandel, den wir sehen müssen, ganz klar. Und das ist eine der wichtigsten Folien von heute. Wo es hingeht, ist 50 Jahre alt. Die Zukunft von dem, was wir machen, geht eben nicht darüber, dass wir sagen, wir haben Technologie und Menschlichkeit oder Menschen und Organisationen, sondern jetzt liegt das alles übereinander. Und das wird Ihre Herausforderung, wenn Sie Business machen. Sie müssen nämlich den Triple Planet Profit People Approach nehmen. Sie müssen überlegen, was ist denn eigentlich gut für die Für den Mensch, für die Organisation und für Technologie, für das Business selber. People, Planet, Profit. Der CEO von Unilever, Paul Polman, sagt: "The future is sustainable is the new profitable." Wenn Sie das heute laut sagen an der Börse, kriegen Sie nur Fragezeichen. Kriegt er ja auch anders. Ich glaube, dass wir da an einem Punkt sind, Dass die Transformation eigentlich nicht wirklich technologisch ist. Sie ist deswegen getrieben, aber die Transformation ist kulturell, sozial und Humanity. Mit dem, was wir dort machen, wohin es geht. Aber Technologie ist eben nicht das, was wir suchen, sondern wie wir suchen. Bringen wir das durcheinander, sind wir in deep trouble. Und der Sinn unseres Lebens, der Sinn von Business ist nicht Technologie, der ist Happiness im weitesten Sinne. Mich etwas kalifornisch definieren darf. Customer Happiness, das ist ja Ihr Sinn von dem, was Sie betreiben. Customer Delight, Amazon. Der ist nicht die Technologie selber. Wenn Sie ein iPhone kaufen, sind Sie eine Woche lang excited darüber, dass Sie das tolle Ding haben. Wenn Sie zwei Wochen lang wandern gehen irgendwo, da werden Sie ihr ganzes Leben lang dran denken. Experience Economy. Das heißt, wir werden hier ganz klar in eine Richtung gehen, wo die Stärke Stem-Bereiche unseres Lebens. Science, Technology, Engineering. Wie ist das hier? MINT? Ja, Deutsch. Muss immer die deutschen Begriffe ein bisschen suchen. Was passiert eigentlich da jetzt? MIT Technology Review, Reengineering the Human Face. Was wir auch brauchen in der Zukunft, ist das. Ich nenne das HECI. Humanity, Ethics, Creation, Imagination. Die rechte Gehirnhälfte, wenn man es altmodisch ausdrückt. Wir brauchen beides, nicht entweder oder. Wenn wir sagen, unsere Kids sollten programmieren lernen und MINT lernen, ganz sicher auch. Sie sollten beides lernen. Was passiert denn, wenn jeder nur Technologie lernt? Dann enden wir in einer Gesellschaft von Robotern. Das ist garantiert. Nehmen wir an, was McKinsey sagt über diese Zukunft. Die Disruption Opportunity. McKinsey schmeißt ja gerne mit Trillionen um sich. Wir haben ja schon gelernt, dass SAP das nächste McKinsey ist. Die sind übrigens auch ganz gut da drin. Sehen wir hier also die verschiedenen Kategorien. Ich frage mich immer: Okay, das stimmt. Lots of money to be made. Aber was ist hiermit? Was ist mit den Konsequenzen dieser Technologien? Wer kümmert sich eigentlich darum? Momentan kümmern sich die Unbemittelten und die Hacker und alle anderen um diese Ideen. Aber wir müssen uns doch auch darüber kümmern. Es geht ja um unser Sozialsystem. Also diese Konsequenzen sind immer wichtiger. Wenn Sie zum Beispiel Drohnen benutzen, um Pakete anzuliefern, was sehr viele Firmen wollen, werden sich mehr Leute Drohnengewehre anschaffen. Schon geschehen in Amerika. Jetzt können Sie bereits für Privatsphäre bezahlen. Gestern habe ich die beste App überhaupt auf dem App Store, ab gestern Nummer 1 auf dem App Store. Von Apple, raten Sie, was das ist? Ist kein Game, ist kein Porno, sondern heißt, wer heißt sie noch, ist eine private App, die heißt Peace. Peace.land. Das ist eine App, die auf dem iPhone alle Anzeigen auf Ihrem Safari blockt und auslöscht und komplett clean Ihr iPhone hält. Die ist von Marco Armand, ein bekannter Programmierer aus Amerika, ist Nummer 1 auf dem App Store, eine Privacy-Application. peace.land. Kostet glaube ich $3. Leute kaufen das! Pay to be private! Die Reichen können ewig alt werden und ewig privat sein und alle anderen go somewhere else. Also das sind, glaube ich, Themen, wo wir sagen müssen, das müssen wir realisieren. Und deswegen habe ich Ihnen jetzt so eine kurze Liste gemacht. Das nenne ich die Seven Asians. Ich bleibe einfach in meinem amerikanischen Kontext hier. Ich könnte auch sagen die Sieben Irrungen, das wäre noch komischer. Punkt Nummer 1: Digitization. Alles, was digital werden kann, wird digital. Musik, Film, Bücher, Banking, Insurance, Government, alles. Das haben wir im Musikbusiness ja gesehen. Die Musikbranche hat gesagt: Auf keinen Fall machen wir das! Wenn Leute diese Songs runterladen können, ohne zu bezahlen, dann sind wir pleite. Stellt sich heraus: Nicht so. Erstmal passiert das sowieso, zweitens gibt es neue Modelle, Und drittens hat die Musikbranche, Recorded Music, 71% Profit verloren in 12 Jahren. Ein Rekordergebnis! Ich gratuliere! Die Anwälte haben das Geld bekommen, glaube ich, damals. Weiter geht's! Screenification. Alles wird zu Bildschirmen. Das können wir jetzt ja beobachten. Neulich war ich in Hongkong, mein Taxifahrer hatte 7 Screens an der Scheibe kleben. Er hat sich auf keinen Fall auf mich bezogen, jemals. Er war ganz busy mit seinen Screens, mit seinem was weiß ich, was da alles gleichzeitig lief. Sogar einem mit einem Film, wo ich gedacht habe, das kann doch nicht wahr sein. Er schaut einen Film an, während wir fahren. Automation. Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert. Das hat radikale Auswirkungen. Es ist wirklich wahr diesmal. Diesmal werden wir damit nicht mehr Arbeitsplätze erschaffen. Not this time. Industrial economy? Ja. Information economy? Ja. Experience economy? Nein. Garantiertes Minimum-Einkommen ist garantiert meines Erachtens. In der Schweiz wird nächstes Jahr darüber abgestimmt. Ich werde wohl der Einzige sein, der dafür abstimmt, glaube ich. Das ist ganz klar die Richtung, in die wir gehen. Virtualisation. Cloud Computing, Virtualisierung von Prozessen. Alles, was früher Hardware war, wird jetzt Software. 3D-Printing, brauchen wir keine iPhone-Cover mehr aus China zu holen. Die drucken wir jetzt hier aus am Kiosk. Künstliches Fleisch, neulich probiert. Sie würden es nicht glauben, ich habe im A/B-Test kläglich versagt. Wenn ich aber wüsste, dass es nicht echt ist, würde ich es nicht bestellen. Also ganz klar Virtualization, Optimization, alles wird hyper-effizient. Wenn Sie als Businessmodell haben, effizient zu sein, das ist toll, aber nach 5 Jahren sind Sie effizient. Was machen Sie denn dann? Wenn Sie bereits 90% Ihrer Leute im Callcenter rausgeschmissen haben, um die Software von IBM zu benutzen. Dann sind Sie bereits effizient. Was machen Sie als Nächstes? Augmentation. Wir Menschen werden uns augmentieren. Mit Interfaces, mit Updates. Es gibt bereits Firmen, das ist kein Witz, die sagen, sie haben Apps for the human being. Das ist natürlich auch alles Silicon Valley jetzt. So weit würden wir hier ja nicht denken. Robotization. Das ist Baxter und der Kollege von Baxter. Es sind bereits 1 Million Baxter für 27.000 Dollar in China bestellt. Heute braucht der iPad 340 Leute, um ihn zusammenzusetzen. In 5 Jahren 6 Leute. 150 Millionen arbeitslos. Also wir gehen von ein paar Trends aus, die können fürchterlich und fürchterlich gut sein. Ich bin der Meinung, wir sind zu 90% positiven Resultaten ausgesetzt, wenn wir uns daran gewöhnen, was es bedeutet. Es gibt 10% Gefahren, die könnten aber auch leicht zu 90% werden. Da komme ich gleich noch darauf zurück. Also was hier passiert, ist ganz klar radikaler Wechsel, wie wir arbeiten, wann wir arbeiten, wo wir arbeiten, dass wir auch selbstständig arbeiten müssen. Was meinen Sie vielleicht, was der Arzt mit einem IBM-Watts-Computer ausgerüstet, wie sich sein Leben verändert. 80% der Arbeit eines Arztes, normalen Arztes, könnte durchaus automatisiert oder technologisiert werden. Was denkt der Arzt darüber? Können Sie hier sehen. Er sagt: Oh my God! Auf der einen Seite die Krankenschwester, die viel mehr Power hat wegen Technologie, und auf der anderen Seite die Leute selber, die viel mehr wissen oder angeblich angeben zu wissen. Das verlangt enorm hohe Flexibilität. Ich mache relativ viel mit Ärzten und viele Ärzte sagen: Das mache ich auf keinen Fall, ich höre lieber auf. Und andere sagen: Ja gut, dann kann ich mehr Golf spielen, dann habe ich mehr Freizeit, ist auch gut. Aber das wird uns allen passieren, ob Sie Banker sind oder Politiker. Das sind Situationen, früher war das die Plattenfirmen, die gesagt haben: Oh Gott, was soll ich jetzt bloß machen? Wer jetzt Auf einmal brauchen Leute kein Record Label mehr. Oder keinen Verlag mehr. Jetzt passiert es uns allen. Hier sehen Sie ein paar Szenen aus der Automatisierung. Das ist Amazon. Das ist ein Roboter namens Jibo. Den können Sie auf den Tisch stellen. Und der Gründer von Jibo sagt: Jibo is not a robot, he is a friend. Da fragt man sich schon, was als Nächstes kommt. Sie wissen, was als Nächstes kommt. Ich werde das Thema nicht angehen, aber Was Business betrifft, wir sind jetzt in einer super Lage, dass wir die Differenz zwischen exponentiell und linear ausnutzen können. Das ist ja das, was man in Amerika gut kann, weil da ist Cowboy-Mentality. Also in den Posen, ich habe lange da gelebt, meine Kinder sind Amerikaner, schwer für uns auszuhalten. Man muss ja auch keine Cowboys sein. Da ist es schwieriger, aber da ist der Platz, wo der Sweet Spot ist zwischen linear und exponentiell. Wenn Sie da Ihre Firma reinsetzen können, haben Sie garantiert 10 gute Jahre. Und dafür müssen Sie nicht nach Amerika gehen. Ein Beispiel: BBVA, die Bank, 100 Millionen Dollar investiert in Start-ups, die BBVA töten wollen. Das ist doch nicht schwer. Ich meine, sie zu töten, aber auch diese Innovation zu machen. Die Banken verstehen langsam, dass es um die Wurst geht hier, genau wie die Plattenfirmen. Die Bankindustrie ist die nächste Musikindustrie. Jetzt müssen wir wirklich gucken. Verweigerung? Putzen jetzt nicht. Wir müssen überlegen, wo investieren wir in diese neuen Dinge? Airbnb. Der Tweet vom CEO, Marriott wants to add 30,000 rooms this year. We will add that in 2 weeks. Das Beispiel ist ja wirklich überbenutzt, aber hier ist das Problem mit diesen ganzen Start-ups und Unicorns aus Amerika. Disruption is cool, aber construction is better. Was wir in Europa ja gut können, ist Construction und Improvement und Coordination. Culture vielleicht. Darf man das erwähnen überhaupt? Weiß ich nicht. Wir müssen auch Construction haben. Wir können nicht immer alles durcheinander bringen. Das können Amerikaner und Chinesen sehr gut auch. Wenn überall Vollkreis sein will weltweit, dann müssen Sie auch überlegen, was die Fahrer denn sonst machen, wie sie ihr Leben verdienen. Oder die Airbnb müssen auch ihre Steuern bezahlen. Also Construction, das haben wir ja mit Firmen gemeinsam, die schon lange am Markt sind. Ja, die können Construction. Das ist auch ein Vorteil, nicht nur ein Nachteil. Aber hier ist das Problem: Wenn Sie jetzt im Öl-Business sind, 7,8 Trillionen Dollar im Jahr, Sie haben Ihre Bohrinseln, Sie werden nicht einfach sagen: Ja, ganz klar, die Zukunft ist nicht mehr Öl. Da können Sie direkt 3,5 Trillionen Dollar in Plattformen abschreiben. Gone. Sie wissen aber genau, die Zukunft ist nicht mehr Öl. Das ist fest. Die Frage ist nur wann und wie. Die Zukunft ist Renewable Energy. Jede Woche gibt es eine neue Erfindung zu diesem Thema. Solarenergie, Distributed Energy, Inter-Grid. Das heißt, jetzt muss man sich überlegen, können wir gleichzeitig das tun, was wir heute tun, weil da kommt Geld her, und können wir auch das tun, was wir morgen tun sollten? Können wir hybrid denken. Das brauchen wir. Also Sie könnten auch sagen schizophren oder dualistisch, wie auch immer. Also wenn Sie heute eine Bank haben und Sie verdienen so viel Geld mit ganz banalen Transaktionen, dann wollen Sie es auf keinen Fall loswerden. Aber Sie wissen ganz genau, dass es in 10 Jahren nicht mehr geht. Seit 4 Jahren habe ich Diskussionen mit meiner Bank Credit Suisse, über internationale Money Transfers. Ich schicke das Geld, es kostet mich $40, um $500 zu verschicken. Wenn es zurückkommt, kostet mich das $200. Jetzt habe ich auf TransferWise, eine englische Organisation gewechselt, kostet mich $4 und braucht 24 Stunden. Ich meine, wenn ich jetzt eine Bank wäre, würde ich sagen, hey, das ist die Zukunft, ich kann mich der Zukunft nicht verweigern. Was tut Tue ich. Das ist schmerzvoll, genauso wie Musikbusiness schmerzvoll ist, dass der einzelne Song nichts mehr wert ist. Ganz wichtig hier ist, dass wir ja immer schneller fahren auf der Datenautobahn, aber leider immer wieder in den Rückspiegel gucken. Da sind wir hier sehr gut in Deutschland. In der Schweiz sind wir da noch viel besser dran. Das ist ein permanenter Rückspiegel sozusagen. Gary Hamel sagt dazu: "Business fails when you overinvest in what is at the expense of what should be or would be." Das müssen wir lernen, das können wir auch lernen. Das ist ein Mindset. Dazu müssen wir nicht auswandern. 5% Ihrer Zeit sollte mit dem zugebracht werden, was sein könnte. Wenn ich das in Amerika sage, dann lachen alle und sagen: „Ah, das sind 10 oder 20%." Wenn ich das in der Schweiz sage, dann sagen alle: „Ja, mit 1% meiner Zeit nicht effektiv fliege ich raus." Das ist unser Problem. Denn wir wissen ganz genau, wo es hingeht. Hier ein Slide von 1964 von Paul Baran, ein bekannter Wissenschaftler in Systemtheorie und AI, Artificial Intelligence. Der gesagt hat, es ist ganz klar, wo es hingeht. Es geht von zentral zu dezentral zu distributed. Er hat von Computing geredet, aber ich rede von Businessmodellen. Also es ist ein Platz, wo wir ganz klar sagen müssen, es geht hin zu Liquid Systems. Ich meine, wenn Sie den besten Service genießen, den Sie genießen können, ganz egal wo das ist, ob das bei Amazon ist oder bei Netflix oder bei Spotify oder bei Bei Dropbox oder wie auch immer, das ist flüssig, liquid. Wie können Sie denn Ihr Business liquid machen? Das ist doch die große Frage. Banken, Peer-to-Peer-Lending, Leute, die sich gegenseitig Geld ausleihen, wird bis zu 30% der Umsätze von Lending haben im Jahr 2020. 30% von Darlehen. Das Connected Home. Ich meine, wenn wir das Energiebusiness anschauen, ganz klar, wir wissen, wo das hingeht: Inter-Grid. So wie Internet. Lesen Sie Jeremy Rifkin dazu. Beispiel ist Slack. Ich weiß nicht, ob Sie Slack kennen. Messaging Collaboration. Keine E-Mail mehr. Alles dort. Das ist intelligent, mobil, hat Artificial Intelligence im System. Ein Lifesaver. Slack ist eine Company, die momentan explodiert. Das ist ein super Beispiel für diese neue Art von Transformation, die wir sehen. Kurz zum Thema, was mit Digitalisierung passiert. Wir wissen natürlich alle, was damit passiert ist bei Tonträgern. Das ist außer Zweifel wahrscheinlich der Worst Case. Reisebüros, auch in der Schweiz hier, und die Tagespresse. Was ist mit denen passiert? Man könnte davon ausgehen, dass die Digitalisierung Geschäftsmodelle zerstört. Könnte man eigentlich so sagen. Aber jetzt eben auch das Gegenteil. Weil unser Problem ist, dass wir einfach nicht gut genug mehr sind. Das ist das Ende von zu sagen: Ja, die Zeitung, da lese ich meine Nachrichten, oder ich kaufe eine CD mit Musik. Das ist das Ende von gut genug. Eben nicht mehr gut genug. Auf einmal sehen wir Streaming explodiert. Netflix, kennen Sie auch? Also wenn noch einmal jemand sagt, dass Leute nicht für Content bezahlen wollen, da kriege ich einen Schreikrampf. 71 Millionen Leute zahlen 10 Dollar im Monat für Netflix. An wem liegt es eigentlich, dass wir das nicht geregelt kriegen? Doch nicht an den bösen Usern, sehen wir ja auch im Vergleich. Also ganz klar: Liquid. Wenn Sie nicht mehr gut genug sind, müssen Sie das verbessern, ganz egal in welchem Business Sie sind. Wir sehen in diesem furchtbaren Chart hier für deutsche Automobilhersteller, wir haben ja eine glaube ich auch im Raum hier, kam gerade gestern raus von Statista, die gesagt haben, würden Konsumenten Autos kaufen von Hightech-Firmen, Apple, Google und so weiter, und wir sehen hier Indien, China, Brasilien, Deutschland natürlich nicht sehr hoch auf dieser Liste. Die ganzen Developing Countries würden Autos kaufen von diesen, das ist eine Katastrophe. Oder? Ist aber ein Shift in Vertrauen. Wenn Vertrauen sich ändert, ändert sich alles. Und das ist, glaube ich, auch unser Thema. Wir müssen auch Vertrauen erhalten, durch Vertrauen verändern. Nehmen wir das Beispiel von Porsche versus Tesla. Das ist das neue Porsche-Auto. Sieht promising aus. Wahrscheinlich muss ich dafür die nächsten 10 Jahre sparen, damit ich mal eine Probefahrt machen kann. Aber das ist das E-Auto von Porsche. Vergleichen wir das, was mit Tesla passiert ist. Tesla hat es geschafft zu sagen: Wir sind exponentiell. Wir sind kombinatorisch. Wir bringen alles zusammen, was um uns herum ist. Wir machen nämlich keine Autos. Wir machen Mobility. Wir machen Energy. Wir machen Solutions. Das ist das, was Tesla anbietet. Das wird für uns natürlich nicht so einfach. Aber ich würde trotzdem lieber einen Porsche kaufen, wenn es dann mal funktioniert. Das ist die Frage eben von Trust. Aber ich glaube, da müssen wir schauen, wie das in welche Richtung das in der Zukunft gehen wird. Der Unterschied einfach hier ist laterales Denken. Tesla denkt lateral, das heißt auf einmal Tesla macht Batterien, Tesla will das Energienetz neu erfinden. Laterales Denken. Ich meine, fragen Sie mal Porsche, ob die Energie neu erfinden wollen. Oder ob sie das sollten, ist eine andere Frage. Oder könnten. Aber laterales Denken wird immer wichtiger. Also ich meine, das beste Beispiel ist natürlich Google, die Krake, die eigentlich alles machen will. Sie will nicht nur unsere neue Suchmaschine werden, also in unserem Kopf suchen quasi, sondern sie will auch die ganze Welt von Altern befreien, dass wir alle unendlich leben können. Also der Unterschied ganz klar. Überlebenswichtig wird auch immer wieder neue Werte zu schaffen für uns in dieser Transformation. Nehmen Sie den Economist, eine der einzigen Zeitungen, die ich abonniere, für 150 Dollar im Jahr. Und warum? Nicht weil der Economist tolle Autoren hat. Die hat er. Das ist auch eine gute Sache. Aber weil ich im Auto den Economist auf meiner App hören kann, deswegen abonniere ich den Economist. Wenn jetzt die Autoren schlecht wären, würde ich es auch nicht tun. Wenn aber kein Audio verfügbar wäre, würde ich es auch nicht tun. Added Value. Wenn jetzt der Economist sagt: Du solltest für uns bezahlen, weil unsere Autoren sind so gut. Wie die New York Times das getan hat? Dann würde ich sagen, wahrscheinlich nicht, wenn ich nicht noch andere Werte mit dabei kriegen kann, die mich dann wirklich überzeugen. Was ist der Wert bei Spotify nicht die gratis (Musik)? Die Playlist, die Synchronisierung, das Interface. Und das gilt für unser aller Business. Das gilt für unser Banking, für unsere Transportunternehmen, Wir müssen neue Werte schaffen, sehen wir hier zum Beispiel: der Kindle. Der schafft immer neue Werte. Highlighting, Audioversionen, Synchronisierungen, neue Geräte, Bookmarking. Und sogar ein Abo jetzt. Dropbox. Viele von Ihnen sind ja Dropbox-Nutzer, schätze ich jetzt mal. Die neuen Werte, die Dropbox an der Stelle schafft. Ich habe einen eigenen Folder, der heißt GoerdCloud. Das ist ein Joke, aber Sie können es mal ausprobieren. Dort finden Sie alle meine öffentlichen Artikel, Downloads, Filme, meine Bücher, alle gratis zum Downloaden über Dropbox. Das ist der Wert, den mir Dropbox gibt. Das ist mein Public File Directory. Da können Sie 8 GB runterladen, wenn Sie am Wochenende mal ein bisschen zapfen wollen. Mein Freund Ross Dawson, Futurist in Australien, hat das gezeigt, wie das funktioniert jetzt. Für Zeitungen. Der Grund, warum ich für Content bezahle oder überhaupt bezahle, der kann 70 verschiedene oder 80 verschiedene Gründe haben. Ich muss einen Platz schaffen, wo mein Kunde den Wert erkennt und zahlen will. In Amerika sagt man immer: Forcing to pay is like forcing to love. It works very rarely. Wenn ich jetzt die New York Times bin und sage: Oh, das ist ja toll, ich zwinge den User für 300 Dollar meine Paywall zu durchdringen pro Jahr, dann habe ich 1,1 Millionen Abonnenten. Die größte Zeitung der Welt im größten Land der Welt, wo am meisten Leute lesen in diesem Bereich elektronisch. Eine Million ist Chickenfeed. Wie viele Leute könnte ich denn kriegen, wenn ich mehr Werte schaffen würde? Und dann mehr staffeln würde. Pay will, nicht Paywall, sage ich dazu. Es geht um Pay will. Und das ist eine wichtige Erkenntnis, glaube ich, für unsere gesamten Geschäftsbereiche. Es geht immer darum zu gucken, wie wollen denn Leute bezahlen und was sind die Werte, die ich anbiete. Also da müssen wir ganz klar schauen, dass es in diese Richtung geht, die wir uns entwickeln können, wo es hingeht. Mein Freund Frank De Erne, der bei Tata arbeitet, hat diverse Slides dazu veröffentlicht. Hier ist einer von denen. Er zeigt genau auf, wie komplex das ist. Es ist nicht nur exponentiell, also wenn Sie bis 7 zählen, 128. Es ist auch kombinatoriell unvernetzt. Das heißt, wenn Sie jetzt Entscheidungen treffen müssen, müssen Sie schauen, dass Sie die ganzen Dinge auf dem Bildschirm haben. Das ist eine Herausforderung für uns, glaube ich, die wir lernen müssen, weil die wird ja auch nicht langsamer. Deswegen sind Sie ja last not least auch hier. Sprechen wir über das Thema Automatisierung und Roboter. Es ist ganz klar, dass wenn wir Baxter anschauen und Modelle wie Baxter, dass wenn wir fragen, ob ein Roboter etwas tun kann, dann ist immer die Antwort: Ja, er ist der Can. Und wenn wir in 5 Jahren fragen, was der Roboter kann, dann ist die Frage immer noch mehr: Ja, die können das. Momentan zum Beispiel können sie nicht wahnsinnig gut laufen. Also Laufen ist eines der komplexesten Dinge. Oder Sprache erkennen. Aber in ein paar Jahren ist das gelöst. Und dann ist die Frage zum Beispiel: Was passiert mit diesen Bereichen? Yes, we scan. Dann werden wir noch besser darin. Wir brauchen natürlich auch ein Gegengewicht zu diesen ganzen Diskussionen. Wir können nicht alles das tun, nur weil es geht. Stellen Sie sich vor, wenn wir in 10 Jahren Alzheimer besiegt haben durch Gentherapie, dann können Ihre Kinder Ihre Kinder programmieren lassen. Stellen Sie sich vor, wenn diese Frage auftaucht. Und wer bezahlt das? Oder ist es gratis? Das sind Themen, die wir ganz sicher anschauen müssen. Also meines Erachtens ist ganz sicher, dass wir in eine Zukunft gehen, wo Roboter unsere Jobs übernehmen werden, wo uns nichts anderes übrig bleibt, als zu sagen: Unser Job ist eben kein Roboter zu sein. Das ist natürlich paradox in gewisser Weise, weil viele von uns haben ja, wenn sie traditionell im Business waren, mehr oder weniger roboterhaft gearbeitet. High efficiency, high productivity, high speed, high everything. Burnout, dead. Und jetzt kommen wir auf den Punkt, wo wir sagen, das überlassen wir jetzt den Robotern. Das ist doch gut eigentlich. Wenn Sie Finanzberater sind, was machen Sie den ganzen Tag, wenn Sie nicht wirklich an der oberen Ecke sind? Cracking Numbers. Sie schauen, was passt wo zusammen, was kann ich wo finden, wo ist das beste Portfolio, Performance Analysis und so weiter und so fort. Und dann geben Sie eine Empfehlung an Ihre Kunden. 98% davon kann die Software, wenn sie dann richtig funktioniert. Im letzten Jahr wurden 28 Milliarden Dollar investiert in Robo-Advisors. Financial Advisors, no rocket science. Complicated, aber keine rocket science. Künstliche Intelligenz, in Ihrer Tasche ist künstliche Intelligenz. Jeder von uns hat auf dem Phone Google Maps, TripAdvisor, verschiedene andere Anwendungen, die künstliche Intelligenz benutzen. Intelligence in the Cloud. Das heißt, wir kommen jetzt an den Punkt, wo wir sagen, diese ganzen Produkte, zum Beispiel Assistant.AI, der will Ihren Executive Assistant ersetzen. Ist das denkbar? Ja, es ist denkbar, wenn dieser Cloud-Assistent Zugang zu Ihren 500 Millionen Datensätzen hat. die Sie generiert haben. Wollen wir das? Aber Sie werden lachen natürlich jetzt, ein Großteil der Leute, die das sehen, werden sagen: Ja, ganz sicher, das ist total effizient und das funktioniert und es ist gratis. Das ist eine Sache, die wir sehen werden in der nahen Zukunft. Vielleicht gehen Sie mal zu der Webseite. Wir haben ja jemanden von IBM hier, glaube ich. Ist jemand von IBM hier? Okay, gut. Also ich arbeite öfters mit IBM zusammen, aber dieses Thema ist ganz interessant. Ich war bei diesem test IBM Personality Insights. Da können Sie hingehen und bis zu 3000 Worte eingeben. Sie müssen einfach googeln IBM Personality Insights, dann können Sie das auch machen. Und dann spuckt diese Engine aus, wer Sie sind, was Sie für eine Person sind. Also ich bin ganz klar hier adventurous, artistic interest und ich bin auch ein Egoist, steht da ganz unten irgendwo. Also sehr interessant. Wie kann eine Engine das bestimmen. Da frage ich mich natürlich, ist das Himmel oder Hölle? Ist das Magie oder Reduktionismus? Und die Frage müssen wir uns stellen. Es könnte beides sein. Technologie ist ja immer gut und schlecht, je nachdem, von welchem Blickwinkel wir das anschauen. Aber wir müssen auch ganz sicherlich hinterfragen, was es soll, wo es hingeht, was es tut. Zum Beispiel Suchmaschinen. Google verdient läppische 2,7 Billionen im Monat, oder Milliarden auf Deutsch, im Monat mit Suche. In 3 Jahren ist es vorbei. Warum ist es vorbei? In 3 Jahren gehen Sie nicht mehr und sagen: „Bestes Hotel in Königswinter", sondern Ihr persönlicher Assistent hat bereits gebucht für Sie. Und zwar hier. Sagen wir mal, dass das das beste Hotel ist, nehme ich jetzt an. Sergej von Google sagt: We want Google to be the third half of your brain. Ich würde sagen, das war vor 5 Jahren. Heute sagt er: We want Google to be your brain. Das sind also Veränderungen, die auf uns zukommen mit künstlicher Intelligenz. Auch der Economist wieder, der gesagt hat: Ganz klar, in den nächsten paar Jahren bis Ende 2016 werden 70% aller User künstliche Intelligenz mit sogenannten Smart Digital Assistants benutzen. So wie heute Suchmaschinen. Reisebuchungen, Executive Assistance, Research, Medien. Sie setzen sich in Ihr Wohnzimmer und sagen: Bitte spiel Colombo, die Szene, wo er das Rad verliert. Bumm, spielt es. Geht auch heute schon, ist halt Top-End. Das sind Dinge, die hiermit passieren. Und wie wird das unsere Gesellschaft verändern? Was wird hier passieren mit diesen Themen? Schauen wir mal an, zum Beispiel nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch anderes. Im Restaurant in Deutschland, in vielen Restaurants werden jetzt die Hälfte der Bedienungen entlassen und es gibt stattdessen ein iPad zum Bestellen. Ist unpersönlich, aber spart Kosten. Also Narrative Science ist eine Firma, die Artikel schreibt für Zeitungen. 10% vom Forbes Magazine werden mit künstlicher Intelligenz geschrieben. Also natürlich faktbasierende Artikel. Callcenters. Man schätzt, dass bis zu 98% aller Aktivitäten im Callcenter von Robotern und Software erkannt werden können und gemacht werden können. Wenn Sie also Wipro sehen in Indien, müssen Sie überlegen, was Ihr zukünftiges Business ist. Vielleicht haben Sie noch 14 Angestellte da. Robot Lawyers. Also wir gehen hier ganz klar in eine Zukunft, wo wir sagen müssen, in dieser Knowledge Society, wo die Knowledge explodiert, was ist unsere Zukunft? Wollen Sie wirklich konkurrenzieren mit sich selber oder mit Ihrer Firma in einem Bereich, wo die Roboter dieses Knowledge, in Anführungsstrichen, Dateninformation haben? Nicht das Gleiche wie Knowledge, aber doch nah dran. Isaac Asimov, der bekannteste Futurist, sagt: "I'm not a speed reader, I'm a speed understander." Darin liegt der Unterschied für uns. Speed reading können wir auch gar nicht. Multitasking? Forget it! Es sei denn, es sind 15. Speed understanding, das ist unsere Aufgabe. Das ist auch Ihre Aufgabe für Ihre Kunden. Ihre Kunden erwarten nicht, dass Sie schneller als eine Maschine sind. Ihre Kunden wollen auch nicht als Algorithmus betrachtet werden. Die wollen Verständnis. Understanding. Und das, glaube ich, macht uns aus in der Zukunft. Die rechte Gehirnhälfte, wenn man mal so ganz altmodisch unterscheidet. Intuition, Creation, Storytelling, Design, Empathy, Compassion. Gibt auch deutsche Worte dafür. Muss ich nochmal raussuchen. Aber wenn Sie das zusammenbringen, sagen Sie ganz klar, das ist eine Zukunft, wo wir sowohl die Technologie umarmen, als auch die Menschlichkeit hineinbringen. Ich bin mir 100% sicher, wenn Sie nur Technologie umarmen, sind Sie in 10 Jahren eine Commodity, so wie heute der einzelne Song auf Spotify. Alles wird immer schneller. Sie können mit Computersystemen voraussagen, was ich nächste Woche essen werde. Google weiß mehr über mich als meine Frau. Aber was mit Verstehen? Versteht Google mich? Hoffe noch nicht. Ich habe mich auch seit Jahren schon ausgeloggt, von daher ist das vielleicht ein Prozess, wo ich selber schuld bin. Wie viel Zeit haben wir eigentlich noch? Ich komme dann schnell zum Ende. Also den Film müssen Sie sich anschauen auf YouTube: Humans Need Not Apply. Ist ein 12-Minuten-Film. Ich wollte jetzt kurz einen Ausschnitt zeigen, aber das lassen wir jetzt weg. Können Sie auf YouTube machen. Der spricht genau über dieses Thema. Der ist sehr dystopisch, aber ich empfehle ihn trotzdem. Der ist natürlich auf Englisch, aber das ist ja kein Problem für Sie. Einstein hat was Interessantes gesagt zu diesem Thema, und ich komme damit auch relativ schnell zum Endspurt hier, damit wir dann zum interessanten Teil des Tages übergehen können, das rheinische Essen. Computers are incredibly fast, accurate and stupid. Human beings are incredibly slow, Inaccurate and brilliant. Meine Headline ist für meine Präsentation in den USA meistens jetzt, ist zu sagen: Humans are expensive. Technology gets cheaper every day. Was bedeutet das für uns? Wo liegt der Wert unserer Businesses in der Zukunft? Ganz sicher bei Technologie, Supertechnologie, aber auch ganz sicherlich bei mehr Menschlichkeit. Wenn wir das zusammenbringen, ja, zum Beispiel 2045 denkt mal daran, dass ein Computer die gesamte Kapazität aller menschlichen Gehirne hat. Von Computing Power her. Exponentiell. Was bedeutet das für uns in der Zukunft? Ray Kurzweil sagt, wir werden alle Cyborgs sein. Bei 2030. Das Buch müssen Sie dazu lesen. Our Final Invention. Unsere letzte Erfindung. Die Frage, die ich an Sie habe, ist: Was ist denn damit? Mit Werten, mit Ethik. Ich rede jetzt nicht von Religion oder so. Wie der Dalai Lama sagt: Everybody has ethics, religion is an option. Hat er gesagt, nicht ich. Diese Ethik wird immer wichtiger für uns in Anbetracht dieser Technologisierung von Mensch und Maschine. Eine Sache, die wir hingehen. Ich nenne das den Humorythmus, abgeleitet von dem Algorithmus. Den müssen wir finden. Was bedeutet das in der Zukunft? Wie hängt das alles zusammen? Die Frage ist nämlich jetzt nicht mehr, ob Technologie was kann, sondern warum sie es tun sollte. Fragen Sie Ihre Kinder in 10 Jahren: Jede Frage, die Sie stellen, kann Technologie das tun? Geoengineering, Space Asteroids, Extraterrestrial Travel. Antwort: Wahrscheinlich bald. Die Frage ist aber warum? Warum sollten wir das tun? Was tut es für uns? Marshall McLuhan hat schon gesagt: First we build the tools, then they build us. Diesen Teil würde ich gerne vermeiden, den zweiten Teil, dass die Tools uns bauen. Also nochmal zurück zum 90:10. Wir sind an dem springenden Punkt, wo wir sagen: Eigentlich ist alles, was jetzt passiert, zu 90% grundsätzlich positiv. Auch wenn wir weniger arbeiten werden, vielleicht garantiert das Minimumeinkommen haben, unsere Gesellschaft sich verändert, 90% positiv. Wir müssen schauen, dass wir die 10% nicht aufblasen lassen. Das braucht eine Menge Zusammenarbeit. Wenn wir uns vorstellen, in welche Richtung das gehen könnte. Wir müssen Technologie um den Menschen herum designen, nicht andersrum. Lassen Sie uns nicht den Menschen um Technologie herum designen. Das ist auch ganz wichtig für Ihren Businessplan. Wenn Sie das tun, werden Sie eine Commodity. Nochmal ein Punkt: Offline ist der neue Luxus. Gönnen Sie sich diesen Luxus. Und ich sage das als jemand, der andauernd always on eigentlich ist. Aber ich mache einmal in der Woche einen medienfreien Tag. Kein Internet, kein Fernsehen, kein Print, vielleicht ein Buch. Alles, was nicht connected ist. Ich glaube, das wird immer wichtiger, denn im Endeffekt: Wir sind nicht heruntergeladen worden. Wir sind geboren. Das ist, glaube ich, eine gute Zusammenfassung von dem. Die Takeaways, die spare ich mir jetzt mal. Ich habe einen kurzen Clip dazu. Vielleicht nur ganz kurz: Exponentiell. Thema Nummer 1. Die Verschmelzung von diesen drei Dingen: Technologie, Organisation, Humanity. Die Kombinatorial-Faktoren, die wir verstehen müssen. Da wird es relativ schnell komplex. Liquid zu sein, flüssig zu sein, flüssiges Business anzubieten, wie auch heute Morgen schon öfters erwähnt wurde. Jetzt können wir zum nächsten kommen. Unintended Consequences. Darüber nachzudenken, was wir eigentlich tun mit dem, was es resultiert drin: hybrides Denken. Das ist eine Kunst, die wir können müssen. Ah, jetzt geht es wirklich gut bergab. Und dann 90% die Diskussion über Himmel und Hölle. Das ist irgendwie eine Art von Selbststeuerung, die hier stattfindet. Okay, ich empfehle diese zwei Bücher. Einmal, das ist wahrscheinlich mein externes Gehirn, was das steuert, ein Buch namens "The Future of Business", wo ich zu beigetragen habe. Kann ich sehr empfehlen. Das andere, ein Freund von mir, Exponential Organizations, das ist das Nummer 1 Silicon Valley American Hype Buch, was Sie unbedingt lesen müssen und vielleicht ab und zu mal wegtun müssen und darüber lachen müssen, aber trotzdem ein sehr guter Read, kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen. Meinen Film können Sie auf dem Internet sehen, Technology vs. Humanity, ist ein 3-Minuten-Film, der das ganze Thema gut zusammenfasst. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich wünsche einen schönen Lunch und wir sehen uns nachher zum Panel.
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