30 Oct 2025 · 55 min
In episode 181 of the Eierköpfe rugby podcast, hosts Simon and Speaker B interview Thomas Gabriel, long‑time president of the Austrian Rugby Union and father of Kasper Gabriel, who recently debuted for Leinster. The conversation covers the emotional family experience of Kasper’s debut, Thomas’s personal rugby journey, and the historical development of rugby in Austria from early 20th‑century matches to today’s club landscape (Donau Wien, Celtic, Ternura, etc.). They discuss the long‑standing ties between Austrian clubs and Irish rugby, including youth tours, the lack of scholarships in Ireland, and the pathways that have sent several Austrian players to Irish academies. Thomas explains the challenges of building a sustainable youth system in a small market, the debate over focusing on 15‑a‑side versus Sevens, and the fragmented Austrian league structure (teams playing in Czech, Hungarian, and German leagues). The interview also touches on the structure of Irish rugby (province teams, amateur All‑Ireland League, professional contracts) and the prospects for Kasper to reach the Irish national team. The hosts wrap up with a preview of the upcoming Nations Series broadcast on ProSieben MAXX, highlighting the broader European rugby context.
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Herst, hast du eigentlich mitbekommen, wer am Wochenende sein Debüt für Lenzer gegeben hat?
Ja, sicher doch. Kasper Gabriel. Und deswegen haben wir heute auch einen Gast. Es ist nicht Kasper Gabriel, aber wir haben seinen Papa zu Gast bei Folge 181 der Eierköpfe. Ja, herrlich, sind wir zum ersten Mal zu dritt, haben seit langer Zeit endlich mal wieder einen Gast. Wir sagen herzlich willkommen an Thomas Gabriel, langjähriger Verbandspräsident von Österreich und Papa von Kasper Gabriel, der für Lenster gespielt hat. Thomas, schön, dass du da bist.
Ich grüße euch, bin auch froh, dass ich da sein darf. Ja, langjährig, eine Zeit lang war ich es, war mal kurz vor einigen feindlichen Jahren, aber Papa stimmt. Ja, hoffe ich zumindest. An seinem Talent könnte man mitunter zweifeln.
Nimm uns mal bitte mit. Du hast uns schon ganz viele Fotos und Videos Videos geschickt, dein Sohnemann für Leicester, wirklich für einen der besten Clubs in der Euroleague, debütiert letztes Wochenende.
Du warst auch vor Ort?
Du warst vor Ort, genau, im Stadion. Diese ganzen Emotionen, durch die du da durchgegangen bist, das muss ja Wahnsinn gewesen sein, oder?
Es war, gebe ich zu, ein sehr cooles Erlebnis. Einzigartig. Es waren insgesamt dann am Schluss 6 Debutanten, die zum ersten Mal ihr erstes Cap bekommen haben. Es waren alle Eltern dort und das war eine nette Stimmung dort auf der Tribüne. Die haben wir zusammengesetzt und Ein bisschen betreut, aber es war schon cool.
Gab es danach noch was?
Nach 9 Jahren waren wir drüben und da hat der Kasper noch, ich glaube, Irland-Kanada auf der ersten Tour angeschaut, ist oben gesessen im Aviva Stadium. Na ja, jetzt andere Seite. Geil, geil.
Und nach dem Spiel gab es dann auch noch was für die Familienangehörigen? Seid ihr irgendwie noch weggegangen? Gab es eine Party?
Kurz war in der Garderobe dann Cap-Verleihung, haben ältere Spieler den Jüngeren die Caps übergeben. Dann mussten die, das ist Tradition bei Mainz, wenn du dein erstes Cap spielst, musst du singen. Davor war ich etwas, davor hatte ich etwas Angst, weil Singen ist jetzt nicht seine Stärke. Nein, es war dann okay, weil sie haben 3 Forwards, 3 Backs gehabt und um es zu verkürzen, die 3 Backs zusammen singen lassen und die 3 Forwards zusammen singen lassen. Besser, dass die uns Rugby spielen, muss man ganz ehrlich sagen. Das Einsteiger ist dann doch nicht so ganz, aber nein, war sehr nett. Dann hast du dann Fotos machen, war cool und danach war dann kleiner Empfang mit Ein, zwei Bierchen, wobei die Burschen nicht wirklich trinken, also muss man mittlerweile sagen. Also ich glaube, in unseren Zeiten war es ein bisschen anders beim Rugby spielen, aber die sind nicht mehr so, so im Nachherfeiern. Obwohl die Jungs nachher weggegangen sind ins Pub, da waren natürlich dann die Eltern nicht dabei, weil das war dann wieder—
Das muss auch sein. Das muss auch sein. Was haben sie denn für ein Lied gesungen?
Irgend so was Neues. Ich schicke dir das Video. Okay. Ich weiß nicht, vielleicht war es sogar ein Oldie, den ich nicht erkannt habe aufgrund der Qualität, aber sehr stark. Ich gebe dir das Video zu. Ich kann dir echt nicht sagen, was es war.
Also was mich interessieren würde, also du sagst natürlich, das war großartig. Bei mir ist es so, ich bin jetzt seit knapp zweieinhalb Jahren Papa und seit ich auch diese quasi Vatergefühle kenne, bin ich immer sehr, sehr nah der Tränen, selbst wenn ich so was sehe. Ich habe eben diese Videos gesehen, so wie ihr auch gefilmt habt, wie Kasper aufs Feld gelaufen ist bei seiner Einwechslung. Und ich muss gestehen, ich bin sehr nah, dass mir da die Tränen kommen, weil ich mir denke, man muss so stolz sein. Hast du Tränen vergossen am Samstag?
ich habe mich weggedrückt, sagen wir es so. Aber es gab schon ein paar andere Dinge, ja. Also es gab schon Dinge, da kommen die Tränen. Das war lustig, weil Kasper selber war das wieder, ich schätze, ich werde demnächst immer mal selber erzählen, ohne vorgreifen zu wollen. Er hat gesagt, er war nicht allzu nervös und das spürst du dann auch ein bisschen. Er war bei anderen Spielen, so Schulcup oder sonstigem, viel, viel nervöser. Da war viel mehr Druck für ihn da.
Das kann ich mir gut vorstellen. Ich meine, vielleicht auch damals so zu seinem Werdegang. Kasper hat in Österreich Rugby spielen gelernt, ist dann, wann genau, musst du uns gleich sagen, rüber nach Irland gegangen und dann ist es ja, Da war er sicher bei seinem ersten Spiel überhaupt in Irland super nervös. Als es dann aber anfing, dass er ins Leinster-Programm kam, das erste Mal dafür zu spielen, dann im Herrenbereich hat er dann für die A-Mannschaft quasi, für die zweite Mannschaft gespielt. Und ich glaube, jedes Mal, jedes Debüt, irgendwann gewöhnst du dich dran und irgendwann willst du auch diesen Druck spüren. Und dann ist es auch vielleicht so eine Erleichterung, endlich dann so von der Bank zu kommen für Leinster, die erste Mannschaft im URC. Aber ja, dann erzähl uns doch einfach mal, wie das dazu gekommen ist, dass dein Sohn jetzt auf einmal bei Leinster auf dem Feld steht?
Es gibt ja eine schon längere Beziehung zu Dublin. Wir sind '95 das erste Mal rübergefahren. Da gab es einen gewissen Gerry Murphy. Das war der irische Coach in Südafrika bei der legendären WM in Südafrika. Der hat dann unser Sevens-Team versucht, irgendwie auf die Reihe zu bekommen und uns dann nach Ternura, das ist der Club, wo der Kasper jetzt auch spielt, eingeladen. Wir haben damals dann nachher Ternura coacht. Das war so der Erstkontakt. Dann gab es immer wieder, dann hat es knapp darauf, hat ein Pub in Wien eröffnet. So gibt es so irische Pubs, also die irische Antwort auf McDonald's irgendwie in der Art. Das ist Flanagan's, nein, Bombenpub, coole Hütte, Rugby-Spiele bei Ternura. Der hat dann diesen Kontakt immer wieder am Leben erhalten. Über die Jahre hinweg gab es dann Spiele. Wir waren dann, lass mich überlegen, 2016 waren wir auf Tour drüben mit der U10, U12, U14. Das war so der erste. Kontakt. Da gibt es Fotos, das ist recht lustig, dann amüsant, wo der Captain vom Senior Cup, das ist das Schulcup-Team, neben dem Kasper kniet. Und die beiden waren halt die Kapitän und Vizekapitän dann im Schulcup. Das war dann wieder so ein kleiner Stein. Und dann die nächste Tour war 2020, 10 Tage vor der Pandemie, bevor die Pandemie alles zugesperrt hat. Ich wollte die Tour absagen nach Irland. Wir haben mit der U16 dort gespielt. Und der Kasper hat gesagt, Papi, bitte, bitte komm, machen wir die Tour, machen wir das. Und ich sage, das ist ein bisschen schwierig. Dann weißt du was, wir machen es so, wir fragen die Eltern der Spieler. Wenn die sagen, wir fahren, dann fahren wir. Wenn nicht, dann fahren wir nicht. Und das waren dann doch, glaube ich, 14 Spieler, die gefahren sind. Also wir waren nicht ganz komplett, 2 oder 3 haben absagen müssen. Und ja, dann sind wir rüber angekommen, um 6 Uhr in der Früh weg, Flughafen direkt nach Ternura, haben gegen die Schulmannschaft dort gespielt. Die haben uns auch den ersten Try gelegt und da standen wir und haben gesagt, na gut, toll, links, rechts, links, rechts, die spielen offen, tolles Rugby. Neben mir stand der Fassi, dem das Pub in Wien gehört, der das organisiert hat. Ja, ja, die werden den ganzen Tag so spielen. Na ja, aber dann kamen wir irgendwie ins Spiel, haben einen Try gelegt, dann haben wir noch einen gelegt, dann haben wir noch einen gelegt und dann plötzlich haben wir die dann ziemlich paniert. Das ganze Team, Coaching-Team war sauer, meines war nicht. Die dritte Mannschaft von Tenure, also nicht die erste. Aber plötzlich standen ein paar Coaches da und dann kam die Frage: Du, der Zehner dabei, der Kleine, wie schaut's aus? Kannst du dir vorstellen, mal ein Jahr nach Irland zu kommen in die Schule? Das war's dann.
And the rest is history.
Ja, damit hat's begonnen. Aber ja, wie gesagt, die wollten ihn unbedingt haben. Problem ist, Scholarship gibt's keinen, also zahlen tut man es dann doch selber. Aber Nein, ist grundsätzlich okay. Also dass sie in Irland keine Scholarships mehr machen, führt dazu, dass sie auch niemanden oder kaum abkeilen von anderen Schulen mehr. Das dürfte schon recht extrem gewesen sein. Und jetzt darfst du eigentlich, ich glaube, Blackrock macht es, es gibt eine Schule, die macht es noch, also die größte, aber in Ausnahmefällen. Aber grundsätzlich gibt es keine Scholarships mehr für Rugbyspieler.
Fangen wir vielleicht noch mal viel weiter vorne an. Wie bist du denn eigentlich zum Rugby gekommen selber?
Freunde. Also das war so, ja, die mich mitgenommen haben. Kurz zur Geschichte in Österreich. Gehen wir mal, es gab irgendwann 1912, am Tag, als die Titanic gesunken ist, ein Match Roslyn Park. Das ist jetzt so ein bisschen dinosauriermäßig, also damals vor dem Krieg, als wir noch gespielt haben. Nein, die haben 1912 eine Mischung aus Roslyn Park gegen Oxford-Cambridge-Kombination gespielt auf der Hohen Warte, um das zu promoten. Die haben eine Tour gemacht, Österreich, Österreich, Ungarn, Tschechoslowakei damals. Wir haben ein Bild gefunden, als wir gegen Roslyn Park in den 90ern gespielt haben. Da stand so: First tour to Austria, Hungary and Czechoslovakia. Mit einem Blödsinn. Na, Vienna, Prag und Budapest, was für ein Blödsinn. Da hat kein Mensch Rugby gespielt. Dann haben wir nachgeforscht, haben die Zeitungen gefunden. Tatsächlich, dieses Spiel hat stattgefunden. Eben am Tag, als die Titanic sank. Und dann dürfte auch gespielt worden sein.
Hast du da auch gespielt?
Da war ich dabei. Ja, ich kann mich gut erinnern. Also ich kann mich nicht ganz so gut erinnern, aber es war. Nachher ein Bier. Nein, aber es war dann lange Zeit, wurde gespielt. Wir haben da gegen die Baden-Württemberg-Auswahl gespielt, auch in den 90ern. Da kam dann der damalige Präsident. Also wir begrüßen zum dritten Mal eine österreichische Auswahl. Sag ich, nein, Blödsinn, sind zum ersten Mal da. Nein, nein, wir haben da und 1928 und irgendwas. Es gibt eine Geschichte, an der wir noch ein bisschen forschen. Aber wirklich weiter geht's '78. Da ist der Vienna Celtic Rugby Club gegründet worden. Der erste, der noch immer besteht, ist der älteste Club, war damals von ein paar Expats, die gesagt haben, wir spielen unser ganzes Leben Rugby. Ich glaube, solche Gründungen gibt es in Deutschland auch. Ich glaube, München ist ein bisschen ähnlich, München RFC oder sonstiges oder Hamburg Exiles. Und die haben begonnen zu spielen. 9 Jahre später hat sich dann Rugby Club Wien abgespalten und da bin ich dann dazugekommen. Und dann ist es auch langsam in Österreich ein bisschen bergauf gegangen. Damals war es halt so, wenn große Leute auf der Straße gegangen sind und irgendwo in einer Bar gestanden sind, kam irgendeiner her und hat gesagt, du, schon mal Rugby gespielt? Nein, keine Ahnung. Soll ich dich mal mailen und dir ein Päuschen? Nein, ist nicht. Ist was anderes ohne, ist billiger. Ja, und dann hat es begonnen. Das war dann, weißt du, wenn du den Virus hast, dann kannst du dich eh nicht mehr wehren, wenn er mal drinnen ist. Und das war dann '87 und damals ging es dann aufwärts. Da habe ich meinen eigenen Club gegründet, Donau, ein paar Jahre später. In dem der Kasper eben auch gespielt hat. Und so läuft es dahin. Jetzt haben wir eine etwas härtere Zeit überbrücken müssen nach Corona und wir haben ein paar Jahre lang einen Verband gehabt, der super prima gearbeitet hat. Aber ich glaube, auch das kennt ihr in Deutschland. Jetzt haben wir einen neuen Vorstand und es beginnt gerade wieder super zu laufen. Auch im Nationalteam tolle Spiele. Wir haben das Ziel, die Gruppe zu gewinnen. Also jetzt läuft es.
Über österreichisches Rugby reden wir auch gerne gleich noch mal. Wie ist dann Kaspar zum Rugby gekommen? Also hast du ihn einfach jedes Mal mit zum Feld genommen und er hat dann irgendwann gesagt, Papa, ich will das auch probieren, oder hat sich das einfach so ganz natürlich dann quasi ergeben?
Nachdem ich meinen ganzen Freundeskreis dorthin gezerrt habe, wie man in Wien sagt, mein Bruder gespielt hat, der hat einen Rugbyball als Ostergeschenk bekommen, als er so 13 war. Na ja, der ist da mit dem Ball in die Schule gegangen, dann kam er den nächsten. Der Bruder war da, dann mein Stiefsohn ist natürlich zwangsläufig auch zum Rugby gekommen. Der Mann meiner Stieftochter ist Rugbyspieler. Also er ist einfach dort aufgewachsen am Platz. Er ist immer mitgegangen, zwar nie in Druck, er wollte dann auch Fußball spielen, war auch ein ganz guter Fußballer, aber ist beim Rugby geblieben. Und wie gesagt, was soll er machen? Und wie er irgendwo in einem Interview gesagt hat, Na ja, diese ganz böse gesagt, der latente Alkoholismus hat dazu geführt, dass der Kasper ein guter Rugby-Spieler geworden ist. Also die Geselligkeit nachher hat er so irgendwann formuliert. Ja, mein Papa ist dann immer im Club länger sitzen geblieben und dann habe ich mich beschäftigen müssen und dann habe ich Ball kicken müssen und passen müssen und so weiter. Ja, der Arme. Ich kenne das von meinem Vater, der war Skilehrer. Der ist vom Skifahren nach jeder blöden Skihütte.
Entsprechend gut müsstest du Skifahren können.
Wie bitte?
Dementsprechend gut müsstest du im Skifahren sein. Wenn du dann immer auf der Piste noch üben musstest.
Das ist ja überragend. Und wie hat sich das dann bei Kasper entwickelt, dass er eben so gut geworden ist, dass in Irland Trainer auf ihn aufmerksam geworden sind? Hat er das von dir einfach so übers Blut übertragen bekommen oder ist er ein deutlich größeres Talent als du?
Mein unglaubliches Talent. Na ja, mich hat er nicht entdeckt. Das Problem, ich meine Österreich. Ich bin nicht auf Tour nach Irland gefahren. Nein. Fakt ist, er war immer da. Es haben alle mit ihm gespielt. Das ist er hat immer einen Ball. Er ist einer. Also wie gesagt, er war Torschützenkönig in der Volksschule, also in der Schulliga in Wien, in seiner Schulmannschaft und solche Sachen. Also er ist ein Balltalent. Er ist ein richtiges Ballkind. Damit kann er umgehen. Wurscht, er spielt Golf jetzt, ohne Trainerstunden gehabt zu haben. Also das sind diese Ja, sportlich talentiert. Wir reden nicht über seine schulischen Leistungen, das lassen wir hier ausgeklammert. Aber nein, und der war halt immer dort. Und dann haben wir angefangen, gibt es einen anderen, der spielt jetzt auch Fullback bei uns im Nationalteam, Bombenspieler, bester Freund damals. Die haben angefangen, Training zu machen. 3, 4 Kinder, 5 Kinder mal 6 mal 7. Jetzt hat er knappe 200 Kinder, die regelmäßig trainieren. Also das ist, da war er halt von Anfang an dabei. Jetzt spielt er, jetzt ist er 20 geworden Samstag vor einer Woche. Na ja, ist er da 3, 17 Jahre. Die meisten von uns von den Alten haben nicht so lange gespielt wie er, wie er jetzt schon gespielt hat.
Er ist aber nicht, soweit ich weiß, nicht der Einzige, der rüber nach Irland ist aus eurem Jugendsystem. Das heißt, da hat sich dann schon eher so eine Partnerschaft dann schon entwickelt mit Dublin und Wien.
Die warten auf die nächsten Spieler. Es ist so, wir hatten jetzt 4 Burschen schon drüben. Die nächsten 2, die dann gekommen sind, haben beide Senior Cup. Ich meine, vielleicht, wenn du das da hinten siehst, das ist das Foto vom Senior Cup. Das heißt, das sind 3.000, 4.000 Leute im Stadion, schauen Kindern zu beim Rugby spielen oder Schülern. Das ist eine Riesensache. Das ist wirklich, wirklich geil. Das kann ich jedem mal empfehlen, Dublin oder Leinster Senior Cup anzuschauen. Und die haben es immerhin geschafft, ins Finale zu kommen, was der Kasper leider nie geschafft hat. Aber die waren da, der eine hat gestartet, der andere war auf der Bank. Und das ist für Österreicher eine Sensation. Also die Burschen drüben oder die Lehrer drüben und Coaches sagen, was habt ihr da? Wieso? Woher kommen die? Ich meine, es sind halt einzelne, klar, aber sind schon noch ein paar. Nächstes Jahr geht einer, übernächstes Jahr geht der nächste. Also das ist schon ganz gut. Und die kommen dann, wenn sie zurückkommen, was wir doch hoffen, schon sehr gut ausgebildet zurück.
Ja, es ist schon phänomenal. Also ich habe jetzt auch gerade in letzter Zeit viele Interviews und Gespräche geführt mit jungen deutschen Talenten, die im Ausland sind. Viele in Frankreich, teilweise sind die nach Neuseeland gegangen. Also für mich zeigt es ja auch, dass in Deutschland und Österreich einfach so viel Rugby-Potenzial vorhanden ist. Man muss es dann halt einfach nur nutzen und ja auch formen und schleifen, oder?
Ich glaube, es ist da. Sportlich sind sie. Es gibt ja, es gibt ja, denk an gerade an Deutschland oder Österreich, Handball, große Sportart, die sehr ähnlich ist, ähnliche Talente so fordert wie Rugby. Fußballspieler sind halt Österreich, Deutschland, war jetzt glaube ich gerade irgendein Spiel, habe ich gehört, also dass irgendwie für Deutschland so wie Córdoba dereinstens in Argentinien im Fußball ausgegangen ist oder so irgendwas in der Art. Ich weiß es nicht genau. Nein, aber Fakt ist, Ja, sie sind da. Das Problem ist, dass wir halt die Kultur nicht haben, die Strukturen nicht haben. Das ist zu wenig. Deutschland nicht viel anders. Ich meine, ihr habt Heidelberg und Hannover, die alten zwei Zentren, die immer gehabt, die sich gematcht haben. Das hatten wir in Österreich halt nicht. Wir haben nur Wien gehabt lange Zeit. Dann ist es in die Bundesliga gegangen. Die Innsbrucker spielen mit euch in der Liga. Ich glaube, die Vorarlberger auch spielen in der Bayernliga. Also das ist da, nur Zu wenig. Ich habe immer gedacht, man kann das irgendwie über den Kamm scheren, irgendwie übers Knie brechen und mit Druck schnell vorankommen, dass ich Präsident werde. Das geht nicht. Die Sachen müssen wachsen. Leider. Auch die Kinder, die wir jetzt haben, da ist immer so der Kern, sind die Ex-Spielerkinder und die bringen ihre Schulkollegen und alle anderen mit. Und plötzlich hast du einen Schneeballeffekt, der dann eine Größe produziert, die funktioniert.
Ja, das ist ja Wahnsinn, dieser Schneeballeffekt, wenn du sagst über 200 Kinder. Wie habt ihr das als Verein gestemmt bekommen, dass ihr so eine große Jugendabteilung, sage ich mal, aufgebaut habt? Weil das ist ja wirklich vorbildmäßig, das ist ja überragend.
Gute Leute. Ich bin jemand, der etwas beginnt, aber dann im Weiterführen nicht so grandios ist. Also man muss dann wirklich wissen, wann man es an andere übergibt. Hauptsächlich dann die jungen Ex-Spieler, die noch Spieler sind im Training, also die Burschen aus der ersten Mannschaft coachen. Und dazu kommen die Väter. Das ist immer so eine ganz gute Kombination, ein gutes Gemisch. Natürlich gibt es da qualitätsmäßig, kann man noch viel machen, weil viele von denen haben zu wenig Coaching-Erfahrung oder gar keine, werden hineingestoßen, weil der Sohn oder die Tochter spielt. Aber entwickelt sich gut und ist eine recht lässige Sache. Und ja, wie du richtig sagst, es ist organisatorisch eine Herausforderung mittlerweile, das zu stemmen. Aber du musst eine gewisse Größe haben, um weiterzukommen. Die musst du erreichen. Du musst einfach dranbleiben. Es sagen immer alle, ja, ihr seid ja so groß und ihr habt alles und ihr seid— wir sind zu dritt, zu viert, zu fünft am Platz gestanden als Erwachsene und haben gesagt, du, scheiß drauf, es hat doch keinen Sinn. Aber Konsequenz und dann irgendwann gräfst, wenn du am richtigen Ort bist.
Geil. Das klingt für mich jetzt auch ein bisschen danach, und korrigiere mich, wenn ich falsch liege, dass auch in der Zeit, wo du sehr aktiv im Verband warst, dass euer Fokus eher war, ihr wollt versuchen, mit der Nationalmannschaft, mit Wien möglichst stark zu sein in der Spitze. Und das hat aber nicht so geklappt, wie ihr es euch vorgestellt habt. Und dann habt ihr irgendwann die Entscheidung getroffen, eher von unten aufzubauen, eine breite Jugend, viele Talente, die zu fördern, um dann eben in ein paar Jahren, und wir sehen jetzt gerade, dass ihr in einer sehr guten Entwicklungszeit seid, dann eben diese Früchte zu ernten. Ist es dann auch so, dass da alle mitgezogen haben? Weil da brauchst du, also da darf es ja dann nicht Unstimmigkeiten geben. Einige sagen, nee, wir wollen weiter im Herrenbereich stark bleiben. Andere sagen, nee, Herrenbereich ist jetzt aktuell nicht so wichtig. Oder auch Damen, also sagen wir, das Topniveau ist jetzt nicht das Wichtigste, sondern dass wir die Kids von früh aufbauen und schauen, dass wir die nächste Generation hochziehen. Waren da alle so mit an Bord?
Nein, definitiv nicht. Weil du immer, es muss, meine Philosophie war immer, gib jedem, der Rugby spielen möchte, so viele Spiele auf seinem Niveau wie möglich. Es hat keinen Sinn, wenn du Matches hast mit 140 Punkten. Es hat, also du brauchst eine Challenge. Die Challenge ist das, was du willst. Und ob das jetzt die Pappsau-Wirtshausmannschaft ist, die sich am Samstag trifft, nachdem sie am Vorabend saufen waren, Spaß dabei hat, oder ob das die sind, die 5-mal die Woche ins Gym gehen plus 5-mal Training am Platz haben. Es muss für jeden Platz sein, aber du musst halt, und wenn die Gruppen klein sind, ist es halt sehr inhomogen, weil dann hast du halt die, die im Wirtshaus sind, in derselben Liga wie die, die 10-mal die Woche trainieren. Und diese Gratwanderung zu schaffen ist halt sehr, sehr schwierig, denn die, ich sage mal, sehr Ehrgeizigen und die, die einfach nur zum Spaß spielen. Das war natürlich, wie du richtig sagst, das war natürlich nicht so. Es gab da verschiedenste Ansätze, es gab verschiedenste Überlegungen, auch Wege, es gab Ich bin der Meinung, du brauchst eine gewisse Größe, du brauchst eine Uni, du brauchst eine Größe einer Stadt, wo du akquirieren kannst, weil du wirst nur einen bestimmten Anteil an Spielern akquirieren in einem Dorf, in einer Stadt. Deswegen sage ich, man muss schauen, wo man hingeht. Und die kleineren Vereine waren eher der Meinung, man sollte auf Sevens fokussieren, weil das kann man schnell spielen und das geht einfach, da brauche ich nicht so viele Spieler. Praktisch mich auf Sevens zu konzentrieren, wenn ich sage ich mal 14 Spieler habe, dann wird schon einmal die Jugendarbeit alleine relativ schwierig, weil für eine Gescheite, nehmen wir an, du fährst von der U6 bis zur U19 rauf, brauchst du mal 14 Trainer für die Jugend. Und wenn du gleich mal 14 Spieler hast, also ich glaube, man muss schon, das Ziel muss immer sein, 15er zu spielen und dann Sevens dazu. Weil dann kannst du mit einem 15er Club, kannst du die Struktur schaffen, die Größe schaffen, um ordentlich zu arbeiten. Und es will nicht jeder immer Turniere spielen, sondern Geschmackssache, Spielersache. Und wir verlieren durch Sevens auch, der kleine Dicke hat im Sevens halt nicht wirklich viel verloren, der im 15er gefragt ist und gesucht wird wie nur. Props, erste Reihe Spieler sind halt eine Rarität.
Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt für Jugendarbeit, dass wir eben dieses, was wir uns immer auf die Fahnen schreiben, dieses all shapes, all sizes, unbedingt brauchen, dieses 15er Rugby. Also wir haben ja auch selbst Beispiele gehabt von Jungs, die kamen, die einfach zu dick waren. Das kann man so, also was heißt zu dick waren? Das klingt jetzt wieder nach Bodyshaming, aber sie waren zu dick für den Fußballverein. Sie sind gemobbt worden und dann sind aus diesen jungen Kerlen, die einfach gemobbt wurden, so selbstbewusste junge Männer geworden, weil sie beim Rugby gemerkt haben: Hey, ich bin jemand und ich werde gebraucht. Und das ist einfach so überragend. Und deswegen glaube ich auch, dass 15er Rugby so wichtig ist als Bestandteil und dass man nicht nur Richtung Siebener Rugby gehen darf.
Auf jeden Fall. Ich glaube, es ist eine strategisch falsche Entscheidung, sich darauf zu setzen. Natürlich ist es leicht und schnell, aber was war Sevens? Sevens war am Ende der Saison, der Klub hat sich gespalten in die Briten, in die Australier, in die Deutschen und dann die Props. Und wir hatten immer die Big Fat Bastards, das waren die Frontrow-Spieler im Sevens, die halt dann gezeigt haben, dass man Sevens auch wirklich mit der Maul übers ganze Feld marschieren kann. Und das war ein Spaßevent am Schluss der Saison. Und dann irgendwann hat man es ernst genommen. Denk dran, es gab Hongkong. Das war das einzig große Turnier, das natürlich immer geil war und großartig. Aber es war eigentlich mehr oder minder ein Spaß. Und das wird zu ernst genommen. Du siehst die Iren zum Beispiel. Ich weiß es vom Kasper. Die haben das Sevens-Programm komplett zurückgefahren. Kasper hat jetzt mit bei Leinster mit JJ, wie heißt der? JJ, ich weiß jetzt noch JJ. Der kam aus dem Sevens-Programm und spielt jetzt Leinster Flügel. Also weil der aus dem Sevens-Programm raus. Also wie gesagt, ich bin nicht, was mir immer vorgeworfen wird, ich bin gegen Sevens. Nein, bin ich überhaupt nicht. Nur man muss halt die Kirche im Dorf lassen und sagen, im Trainer müssen wir am 15er arbeiten.
Ja, bin ich auch absolut der Meinung. Gib uns doch mal so ein bisschen so einen Abriss von Rugby in Österreich, weil du hast ja eben schon angesprochen, ihr hattet früher so, ihr wart halt in Wien und eigentlich gab es sonst nichts. Und jetzt ist es ja auch so ein bisschen gesplittet, dass eben, du hast es eben gesagt, Vorarlberg spielt bei uns mit, Innsbruck spielt bei uns in Deutschland mit. Dann gibt es, glaube ich, ja auch einen Wiener Klub. Ja, das ist Endorovin, spielt in der tschechischen Liga mittlerweile. Wie ist denn so der Status quo des österreichischen Rugbys?
Wie wir sehen, wie gesagt, es gibt jetzt einen neuen Vorstand. Es gibt eine sehr positive Dynamik, finde ich, die jahrelang eigentlich dahingetümpelt ist. Jetzt muss mal aufgeräumt werden und die Bilder der Vergangenheit und die Leichen ausgeräumt werden. Aber das Ziel muss natürlich sein, eine vernünftige österreichische Liga zu haben. Und es gibt, nehmen wir es mal so, also unser Klub, ich komme vom Donau, wir stehen einfach wirklich gut da. Wir haben einen Platz, den wir uns über 30 Jahre verdient haben oder erarbeitet haben. Eine sehr ehrgeizige Truppe, die auch hauptsächlich das Nationalteam stellt. Wir spielen in der tschechischen Liga. Das heißt, der Markt sagt, in Österreich gibt es keine Gegner für uns. Das ist alles ein, das ist so ein bisschen wie Servette Genf oder andere Teams, die im Ausland spielen, oder die Luxemburger, die bei euch in der deutschen Liga spielen. Also sind wir natürlich, wir sind jetzt aufgestiegen in die erste Liga. Das ist dann schon ein ganz cooles Niveau, weil da sind auch die Bohemian Warriors, die gerade semiprofimäßig spielen, sind über die Clubs verteilt, gegen die wir spielen. Da ist das Ziel, nächste Saison in der Mitte der Liga zu landen. Dann gibt es unsere zweite Mannschaft und Celtic, also den ältesten Klub mit der ersten Mannschaft, die spielen in der ungarischen Liga. Wir haben keine österreichische Liga mehr zustande gebracht in den letzten Jahren oder letztes Jahr, dass die dorthin gegangen sind. Und dann gibt es eine dritte, die alte Adria-Liga, etwas, was es vor 20 Jahren, 25 Jahren schon mal gab. Da spielen Slowenen, Slowaken und die Österreicher. Ah nein, und Kroaten. Zagreb ist auch dabei. Glaube ich, und eine Nord- und Südgruppe. Und dort spielen dann alle anderen Mannschaften. Dort sind dann die Spielgemeinschaften, die zusammen 15 Mannschaften kriegen, unsere dritte Mannschaft, Celtic zweite Mannschaft, der dritte Verein aus Wien. Aber das funktioniert recht gut, das wird ganz gut angenommen, das läuft schön. Jetzt müssen wir mal ein, zwei Jahre schauen, wie sich das entwickelt, ob da das Niveau dann auch hinaufkommt, dass man da ein bisschen weiterkommt und ob man vielleicht wieder zusammenrücken kann. Ja, super spannend.
Klingt ja eigentlich nach genügend Mannschaften und es gab ja auch früher auch eine österreichische Liga, aber wie du sagst, wenn das Niveau so unterschiedlich ist, dann profitiert da keiner von. Aber irgendwie so auch die Nationalmannschaft ist hauptsächlich Donau Wien. Wer ist denn da noch am nächsten dran von den anderen Teams, wo ihr sagt, da haben wir auf jeden Fall, sehen wir Potenzial, da kommen ein paar Spieler hoch, da wird die Jugendarbeit auch ähnlich gefördert wie bei uns. Gibt es da andere wirklich positive Beispiele oder müsst ihr da von Wien aus wirklich viel arbeiten, um die anderen und die anderen Teams, die anderen Regionen auch zu unterstützen?
Wir müssen sie natürlich unterstützen. Fakt ist, ich würde sagen, 70% des österreichischen Rugbys sind in Wien. Das will man nicht gerne hören, weil die Jugendmannschaften, die großen— es gibt in Oberösterreich eine sehr, sehr aktive Jugendarbeit, die machen tolle Arbeit. Also da wird auch, schätze ich, langsam was kommen. Die machen einen Bombencoach dort. Ansonsten ist Jugendarbeit in Österreich ein bisschen was in Graz. Es gibt starke, weil die Grazer zum Beispiel wären ein Klub, gegen die haben wir mit der zweiten Mannschaft letztes Jahr im Finale gespielt über die österreichische Meisterschaft. Die wird im Cup-System ausgespielt über 3 Runden. Und das Finale war Graz gegen Donau 2 oder wie nennt sich das an? Die haben eine coole Mannschaft, die ist ein bisschen älter, das sind sehr viele Expats. Ich glaube, da waren 9 oder 10 Nicht-Österreicher drinnen, die zwar da leben und arbeiten, aber die nicht mehr die Zeit haben, um regelmäßig zu spielen. Also die Grazer wollen, würden gerne, können aber nicht regelmäßig eine Mannschaft stellen, um was ich nicht. Es wäre sinnvoll, 16 Spiele im Jahr zu spielen. Das ist, das ist, das ist deren Problem. Celtic hat ein bisschen, die haben unseren Ex-Coach übernommen aus Australien, der dann ein bisschen einen Kahlschlag gemacht hat. Der hat sich nur auf die erste Mannschaft konzentriert und auch nicht auf Nachwuchs und Sonstiges. Die jammern jetzt ein bisschen darunter, sind aber gerade wieder am Erholen, kommen zurück. Also das alte Derby ist Celtic-Donau, die sind da. Also die 3 Mannschaften könnten auf jeden Fall, und die Franzosen in Wien, also Franzosen, Entschuldigung, es ist der Rugbyclub Start Wien, ehemals RC Lycée, schon französisch geprägt. Der hat ein bisschen Verlängerung dann. Ich hoffe, dass die zurückkommen. Innsbruck tut uns natürlich sehr weh, dass die in Bayern spielen. Die wären natürlich ein Gegner in der Liga, aber für die ist es reisetechnisch und strukturmäßig interessanter in Bayern. Da muss man schauen. Ich hoffe, dass sich Linz mit der Jugendarbeit, Oberösterreich mit der Jugendarbeit entwickelt. Dann wird man sicher länger ein, zwei. Salzburg wäre wichtig. Da habt ihr Bad Reichenhall. Alle Salzburger spielen in Bad Reichenhall. Cooler Club, aber tut uns natürlich in Österreich in der Liga sehr, sehr weh. Es gab Salzburg, die haben in der Liga gespielt, aber die sind jetzt alle bei euch drüben in Bayern. Aber wie gesagt, nichts gegen Bad Reichenhall, toller Club, aber ich hätte wahnsinnig gern Salzburg als Unistadt.
Das wäre wunderbar. Also es ist ja oft so, wenn dann irgendwie so Vereine quasi fusionieren oder Spieler überlaufen, da wünscht man sich dann immer, dass die Vereine doch eigenständig bleiben. Und weil es ist ja im Endeffekt Platz da für viele weitere Vereine in Deutschland, genauso wie in Österreich vermutlich.
Wäre ja Akquise.
Ja, brauchst du auch die Spieler, die bleiben und die dann nicht irgendwie rüber nach Irland gehen und dann da auch bleiben irgendwie bei Leinster. Du bist natürlich da sehr, sehr stolz drauf. Ist es aber auch was, wo du sagst, du wünschst dir eigentlich auch, der Kasper, der macht jetzt dieses Abenteuer, aber der kommt dann zurück und verstärkt dann Wien und die österreichische Nationalmannschaft? Oder sagst du, das bringt dem eigentlich weniger, der spielt jetzt auf einem Niveau, der soll unbedingt in Irland bleiben und schauen, was geht. Da profitieren wir mehr davon, den da drüben zu haben, als wenn er jetzt zu uns zurückkommen würde.
Ja, es ist, ich sage immer, jeder Spieler muss entscheiden, was er macht. Wir hatten einmal hier in Österreich die Diskussion, warum gehen die Leute ins Ausland? Sie wollen einfach mal ein höheres Niveau spielen. Also das ist jeder Spieler, der möchte halt an seine Decke kommen und schauen, wie es geht. Für den Kasper, er hat Irland U19 gespielt, er matcht sich mit Prendergast und Crowley demnächst. Und also die Hoffnung ist schon, dass er für Irland spielt. Und damit ist der Weg zurück nach Österreich ein bisschen schwierig. Aber wenn er dann 3 Jahre nicht gespielt hat oder ärgert, er möchte seine, aber da müsst ihr ihn dann fragen, seine Karriere irgendwann einmal in Österreich schon beendet. Aber das wird noch ein Zeitel dauern, hoffe ich.
Ich wollte gerade sagen, hoffentlich dauert es noch ein bisschen. Aber so wirklich, ist es realistisch? Also ich meine klar, wer für Lenster debütiert, der bringt eine Klasse mit. Du kannst es besser einschätzen als wir. Ist es realistisch, dass der wirklich auf dieses Mega-Level kommt von einem Sam Brandergast, von einem Jack Crowley, dass der einer der Top-Verbinder Irlands wird?
Also ich habe relativ viel jetzt mit dem ehemaligen Irland-U18-Coach zu tun, mit Paul Barr. Der ist absolut davon überzeugt. Der ist auch der, der den Kaspar eigentlich so ins irische Nationalteam geholt hat. Er durfte dann nicht spielen, aus Legitimitätsgründen. Er hat dann U19 gegen Wales gespielt bereits. Er wäre auch gegen Frankreich U19 da gewesen, aber die Franzosen haben gesagt, nein, der ist nicht spielberechtigt, das geht nicht. Die Walliser haben gesagt, hey, Wir sind Rugby-Spieler, lass den Jungen spielen. Und das war sein Irland-Debüt. Jetzt, Leinster ist aber ein bisschen, nicht der Wind draußen, aber so ein bisschen ruhiger geworden zum Glück, weil es war schon sehr viel Hype um ihn herum. Aber also es erwarten alle, dass er für Irland spielen wird. Das ist jetzt nicht meine Einschätzung, das ist die von denen, die es wirklich einschätzen könnten. Krass. Also ja, wer wäre irre? Wäre irre, wenn er in Irland spielen würde für Irland. Aber mal sehen. Wie gesagt, er trainiert mit Prendergast. Er hat viel mit Jordy Barrett trainiert, als er da war. Der wollte ihn nach Neuseeland holen. Wäre auch nett gewesen, wäre sicher lustig gewesen, mit Anton drüben zu spielen oder gegen ihn zu spielen.
Also es gab wirklich die Bestrebungen. Jordy Barrett wollte den rüberholen nach Neuseeland.
Jordy Barrett wollte ihn über den Sommer rüberholen. Ich meine, er wäre bei Leicester gewesen, aber dass er über den Sommer dort spielt, naja, muss jetzt mal kurz Pause machen.
Hat der Papa nicht erlaubt.
Zu weit weg. Schon sehr, sehr lange. Ich habe ja auch Anfang der 2000er in Neuseeland gespielt. Also wäre schon schön. Cooles Land, coole Gegend, aber geht schon teuer genug, nach Irland zu fliegen permanent.
Ja, absolut, absolut geiles Land. Aber ich habe letztens ja mit Moritz Thonfeld gesprochen, der seit 3 Jahren drüben ist, so ohne Familie. Mit 15 Jahren, das ist schon krass, einfach am anderen Ende der Welt. Und zum Thema Pause auch dann, also eben nicht in Neuseeland spielen und so. Ich habe mich ja mit Anton letztens hier getroffen, der hat gesagt, er ist körperlich eigentlich gerade total fit nach Super Rugby und NPC-Saison, aber er hat in der NPC-Saison gemerkt, auch weil er jetzt Kapitän war, dass das mental so herausfordernd war, dass er gerade wirklich eine Pause braucht. Er sagt, jetzt noch mal weiterspielen wäre schon krass gewesen.
Es ist genau das, ist es. Der Kasper ist ja direkt aus der Schule in die Lions Academy geholt worden. Normalerweise ist so ein Jahr dazwischen, diese SAP Academy, wo sie sich die Leute noch genauer anschauen. Den haben sie nachdem Alster und Konnacht hinter ihm her waren und dann noch ein Agent aus Toulouse ihn gesehen hat, haben die gesagt, sie holen ihn gleich rein. Und der hat keine Pause gehabt. Das merkst du, das ist schon anstrengend. Dann sollte er studieren auch noch, weil die legen schon sehr viel Wert drüben darauf, dass die Burschen auch irgendwas machen, also dass sie nicht nur spielen. Weil sie wissen, eine Zehntelsekunde und deine Karriere ist vorbei. Das ist das Problem in jedem Sport oder auch in den meisten Sportarten. Also wirklich. Und deswegen schauen wir mal, wie es sich weiterentwickelt. Aber er hat gute Chancen. Also es ist aber sehr, sehr anstrengend. Aber das soll er euch dann erzählen, wenn ihr mal mit ihm plaudert. Was soll ich? Ich kann es nur aus zweiter Hand weitergeben.
Klingt, als hättest du da schon ein bisschen was mitzureden, so bei den Entscheidungen, die du in seiner Karriere bisher auch treffen durftest und konntest. Aber das ist, also ich stelle mir das so schwierig vor in dem Alter, wo du das alles verarbeiten musst, so ein Hype um dich rum, dann auf einmal ist einer aus Toulouse da, dann denkst du schon, was, wie könnte meine Zukunft aussehen, wenn ich dahingehe? Dann sagt der Jordi Bergdok, komm noch mal nach Neuseeland, mal schauen, was da passiert. Vielleicht bieten dir andere Academies von, von, von Konak und alles so, und dass du gesagt hast, bieten dir frühere Möglichkeiten, da ins Herrenteam reinzukommen, aber bei Lenster zu bleiben— und da haben wir jetzt zum Beispiel bei Sam Prendergast ja auch gesehen, was so ein Hype, der am Anfang mit so viel Schwung kommt, wenn es dann mal kurz nicht läuft, wenn es dann vielleicht auch zu viel wird, wie das ganz schnell in die andere Richtung gehen kann und was das auch für so einen jungen Mann, wie schwierig das ist. Deswegen absolut richtig, dass man da auch aufpassen muss. Und ja, gut ist, dass er sich da die eine oder andere Pause gönnt, auch wenn man ihn vielleicht dazu zwingen muss. Und ja, du hast erzählt, er ist jetzt ja dann für eine kurze Pause auch wieder in der Heimat. Also er kommt jetzt dann am Wochenende zurück nach Wien, oder?
Ja, er spielt jetzt am Wochenende, jetzt spielt er wieder Klub. Das System in Irland nur ganz kurz vielleicht erklärt. Du hast die 4 Provinzen, das sind die 4 Profimannschaften. Das sind die Profis, die bezahlt werden. Darunter ist die irische Liga, All-Ireland League. In der ersten Division sind 10 Teams. Also es gibt dann 5 Divisionen zu jeweils 10 Teams. Und in der ersten Liga spielen eben auch 10 Mannschaften. Und die Provinzspieler in den Klubs sind alle einem Klub zugeordnet. Die Provinzspieler von Leinster oder Ulster oder Munster oder Connacht sind alle einem Klub zugeordnet. Und wenn die nicht Leinster spielen, dann spielen sie auch ihre Klubspiele in der irischen Liga. Der Kasper hat nächstes Wochenende oben in Belfast ein ziemlich interessantes Spiel mit 3 anderen, mit denen er jetzt Leinster gespielt hat am Wochenende. Wir spielen gegen Ballina Hinch, der Zweite gegen den Dritten in der Liga. Spannend. Und danach darf er dann zurück am Sonntag. Und Sonntag haben wir dann da und nächste Woche, je nachdem, aber wie gesagt, vielleicht habt ihr dann mit ihm wieder zu tun. Aber das System in Irland ist schon faszinierend. Wie gesagt, die haben 2014, glaube ich, haben sie das Geld rausgenommen und haben beschlossen, nur noch die 4 Provinzteams sind Profis. Die irische Liga, erste Liga, ist eine Amateurliga. Die dürfen nichts verdienen. Aber es ist halt das alte mafiöse Prinzip dort. So sind dann die alten Herren, die dann, kommst du zu mir, kriegst einen Job und die schauen. Aber wirklich, die schauen auch, dass die Leute ausgebildet werden. Also das ist schon, und unter der Hand wie im Fußball läuft ein bisschen was, aber keine großen Summen. Das ist, finde ich, vernünftig. Deswegen ist das Geld wirklich bei den Großen, bei den 4 Provinzen, die haben viel Geld, die zahlen auch ordentlich. Dass die Leute auch ihre Jobs dort haben.
Wie sieht es da beim Kasper aus? Karriere abseits vom Rugby, gibt es da einen Plan B, an dem er arbeitet? Du hast gesagt, Schule war jetzt nicht unbedingt sein Ding, aber ist ja so. Gibt es da was, wo auch vielleicht der Club sich kümmert oder wo der Kasper auch noch mal abseits des Feldes was aufbaut?
Also sie schauen, dass sie studieren. Er studiert auch. Auf die Frage, was studierst du? Na, so Uni-Zeug. Kriegen dann was? Na, Uni-Zeug halt. Nein, ich habe da rausgefunden, wo seine Freundin studiert, Wirtschaft und Marketing, dass nein, das tun, das sind fast alle, also fast alle Leinster-Burschen studieren auch nebenbei. Also die werden wirklich dazu angehalten, dass sie was tun. Das will man dort. Und die kommen alle, die haben alle Matura, also Abitur, die kommen alle, dass das irische Rugby ist, Schwitzen, Paul gesagt, 95% der Spieler kommen aus 11 Schulen in Irland, also der Nationalteamspieler. Und die haben alle eine gewisse Ausbildung und weil dort Rugby sehr, sehr stark schulbasiert ist. Das ist vielleicht ein bisschen eben keine Scholarships in Südafrika, wo es auch schulbasiert ist, aber das merkst du auch ein bisschen. Also das ist so richtig Abstürze gibt es dort eher weniger.
Klingt voll gut. Ja, klingt sehr, sehr gut.
Ja, sehr, sehr, weil deswegen ist Irland auch sehr rugbymäßig sehr, sehr zu empfehlen, wenn die Jungen rübergehen. Passt man aber 14, also eben die Zehner blasen.
Man sieht auch, dass das so ein bisschen, wie du vorhin erzählt hast, welchen Weg ihr einschlagt mit Wien in Österreich. Und das sieht man ganz klar, welches Vorbild ihr euch da genommen habt und wie du auch von Irland redest, vor allem von der Dublin-Area, ist ja ähnlich mit so einem großen Powerhouse da in der Hauptstadt und dann die anderen Provinzen und anderen Regionen, die da mitziehen. Also merkt man ganz wirklich, woher der Wind weht.
Ja. Du darfst nicht vergessen, Irland ist Rugby der drittgrößte Sport. Du hast Gaelic Football und Hurling, die enorm sind. Die haben Clubs mit 1000 Kindern da teilweise. Das ist vollkommen irre, was da in den Sportarten abgeht. Dublin ist halt, ja, gute Jobs, viel Geld und damit können die sich auch relativ viel leisten. Die erste Liga besteht mittlerweile aus 6 Dubliner Clubs, was früher komplett anders war. Da waren 4 aus Limerick und Dublin war auch da. Also das Pendel hat doch ziemlich umgeschwungen, würde ich sagen. Früher war Munster das Maß aller Dinge. Aber Ulster, Munster, die kommen jetzt auch wieder. Also es ist gut, gute Competition, schön zu sehen.
Ja, sehr spannende Einblicke ins irische Rugby auch jetzt hier hinten raus noch. Ja, cool, Thomas. Dann sagen wir Dankeschön für deine Zeit. Das war ein sehr, sehr kurzweiliges Gespräch. Das hat sehr viel Laune gemacht. Und ja, genieß es nächste Woche, wenn du den Sohnemann mal wieder daheim hast.
Danke euch auch.
Vielleicht melden wir uns ja mal kurz.
Ehrlich, immer cool, was über das österreichische Rugby erzählen zu dürfen und zu können. Wie gesagt, wir brauchen jede Promotion, die wir kriegen können in Österreich. Und wäre fein, wenn wir vielleicht ein bisschen regelmäßig über auch Österreich berichten dürften oder könnten.
Das kriegen wir bestimmt hin. Sehr gut. Du darfst dann gerne gleich quasi hier über die App das Gespräch verlassen. Simon und ich werden dann noch ein bisschen weitersprechen über die Autumn Nations Series. Und wir sagen noch mal Tausend Dank, Thomas.
Viel Spaß, alles Gute. Danke euch.
Tschüss. Ciao, ciao. Ja, mega, mega spannend, Simon. Also wirklich sau cool. Geht der Kasper Gabriel seinen Weg Richtung irische Nationalmannschaft möglicherweise? Das wäre ja phänomenal. Das könnte auch ein richtiger Boom werden, einfach für Rugby in Österreich.
Absolut. Ich meine, wir waren letztes Jahr im Sommer auf Tour in Wien und da hatte ich mit dem Thomas viel Kontakt und danach hat er mir dann auch ein paar Links geschickt, wenn wieder irgendwie über Kasper berichtet wurde in irischen Medien oder so. Und deswegen habe ich das so mitbekommen. Und ja, ich meine, es ist ja oft, wir bekommen viele Stories mit, du jetzt auch gerade über Rapid 80, wie viele Kids, auch Deutsche, im Ausland sind. Aber es ist dann schon immer noch besonders, wenn die den Schritt schaffen aufs höchste Niveau. Und man hat ja bei ihm auch gehört, er will jetzt nicht so rüberkommen, als würde er irgendwie hier groß angeben und irgendwas, will das alles eher klein halten. Aber wenn du Scouts aus Toulouse hast, wenn du andere Regionen hast, wenn Lenster den untypisch für das System ein Jahr früher reinholt ins feste System und wenn der in dem Alter jetzt auch schon spielt, USC spielt, dann merkst du, und vor allem sie haben den Prendergast schon so gefast-tracked und das scheint denen nicht zu reichen. Der hat denen nicht das gegeben, was sie wollen. Die ziehen sich sofort den nächsten Zehner hoch. Ja, bin ich sehr gespannt und kann ich mir vorstellen, also alleine wie es gelaufen ist und wie schnell er sich da jetzt seinen Weg gemacht hat, dass man das ernst nehmen muss und dass der wirklich eine Sensation werden könnte.
Ja, klingt so.
Mega.
Phänomenal. Und dann haben wir ihn vielleicht auch in ein paar Jahren bei dieser Nations Series oder der Nations Cup, wie es dann heißen wird, für Irland. Das wäre ja absurd. Schöne Überleitung vielleicht, wenn wir auf den Samstag schauen wollen, wenn es losgeht mit der Nation Series, mit 2 Spielen live auf ProSieben MAXX, nämlich mit England, Australien und Schottland gegen die USA mit einem Deutschen. Also die Aufstellung der USA ist noch nicht raus, aber ich gehe davon aus, dass Chris Hilsenbeck starten wird in Murrayfield für die USA als Verbinder. Denke ich auch. Ich habe gestern auch mit ihm noch ein Interview geführt, einfach Hat er dir noch nicht verraten, ob er startet? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob der das am Mittwoch schon wusste vor Samstag.
Schön. Also die Spieler wissen es normalerweise Anfang der Woche.
Also ich habe ehrlich gesagt gar nicht nachgefragt.
Also ja, wahrscheinlich hätte es wahrscheinlich eh nicht gesagt, darf er gar nicht, bevor die Kader veröffentlicht werden. Aber wir gehen davon aus, einfach weil er jetzt im Sommer auch so viel gespielt hat und so viel gestartet ist. Der etatmäßige Verbinder bei den USA ist AJ McGinty, der ja verletzt ist bei Bristol, sich im ersten Spiel der Saison verletzt hat. Und das auch länger erst mal raus ist. Deswegen, ja, ich glaube, Achilles war es bei ihm. Also irgendwas, was auf jeden Fall länger dauert. Und ja, das ist halt die Chance für Chris Heesenbeck, da zu spielen und für uns auch wieder einen Deutschen zu sehen bei internationalem Testrugby.
Ist ja mega geil. Der sein Rugby in Heidelberg gelernt hat, beim TSV Handschusshalm. Er ist dann zwar früh nach Frankreich gegangen, Finde ich auch spannend. Also er hat mir auch gesagt, er ist so ein Typ eigentlich für längere Stints. Und das war am Anfang so, der war 9 Jahre in Colomiers, er war dann 5 Jahre in Wann, viel zusammen mit Tim Menzel, mit Julius Nostad, mit dieser goldenen Generation, die Jungs, die ja immer noch da drüben spielen.
Erik auch.
Genau, mit Erik hat er dann noch bei Wann gespielt. Der war dann natürlich schon die nächste Generation, aber total cool. Und er hatte mir dann auch wirklich erzählt, er hatte eigentlich quasi schon mit der Rugby-Karriere so ein bisschen abgeschlossen, weil er keinen Vertrag bekommen hatte. Also er hatte sich in den USA umgeschaut und alle hatten schon Verbinder. Und dann kam ganz kurzfristig doch noch ein Angebot und dann hat er schon gesagt, er weiß nicht. Und dann hat seine Partnerin tatsächlich gesagt, auf jeden Fall machst du das. Und dann zack bumm bringt der Typ seine Mannschaft ins Finale, vergibt da zwar einen Kick zum Sieg, aber schafft es in die 15. Saison. Ist US-Nationalspieler und hat Riesenchancen auf die WM. Also auch da spannend, hat er gesagt, so, also AJ McGinty wahrscheinlich gesetzt, mehr oder weniger, also wenn er wieder fit wird. Und dann hat er gesagt, er hofft auf der einen Seite natürlich, dass da jetzt wahnsinnig viele junge Talente hochkommen, die ihm dann auch irgendwann diesen Platz streitig machen. Aber natürlich hat er auch die Hoffnung, dass er 2027 in diesem WM-Kader steht.
Ja, wäre mega. Also das ist ja so, dass er jetzt da einen Kick vergeben hat, ist eher untypisch, weil das ist eine seiner größten Stärken. Das haben wir auch in Frankreich gesehen. Wir wissen, wie Also wichtig da auf der Nummer 10 vor allem wirklich ein Verbinder ist, jemand eigentlich als Verbindungsglied, der das Team eigentlich nur die Bälle verteilt und ein gutes Kickspiel vor allem hat. Und vor allem zu den Stangen, da ist er so solide. Und das ist so wirklich dieser Oldschool-Verbinder. Und das brauchst du vor allem in Mannschaften, die im Umbruch sind. USA, da geht sehr viel auch vor allem auf den World Cup dann in 31, im Heim-World Cup geht da auch schon viel Vorbereitung darauf hin. Und bei so einem Team, das jetzt vielleicht noch nicht so gesettelt ist, ist es ganz wichtig, auf so einer Schlüsselposition einen erfahrenen Mann zu haben, der weiß, wie man einfach eine Mannschaft vorantreibt. Und da ist er ja deswegen, glaube ich, auch gerade ziemlich gesetzt, wenn der McGinty nicht da ist.
Übrigens an der Stelle mal kurz eingeworfen, eben habe ich fast die ganze Zeit in die Kamera geschaut, was ja sonst der Fall ist. Jetzt schauen wir mal so ein bisschen beide so über die Kamera, an der Kamera vorbei, weil wir sitzen uns tatsächlich gegenüber. Wir haben da heute eine ganz gute technische Lösung gefunden, nur dass ihr da nicht verwirrt seid, wo wir die ganze Zeit hingucken, wir beiden. Ja, also zu diesem Spiel. Chris Hilsenberg hat dann gesagt, Ja, für die wird es darum gehen zu schauen, wie kommen sie mit dem Druck zurecht, den Schottland auf jeden Fall auf die USA ausüben wird. So, sind die Trainingsstandards genug dafür? Müssen sie vielleicht noch mal hochschrauben? Also sie sind, sie werden dieses Spiel verlieren, davon ist stark auszugehen, aber es ist für diese Nation wie die USA einfach ein unfassbar wichtiger Test, gegen Schottland zu spielen, egal in welcher Besetzung am Ende des Tages auch.
Das Einzige, was wirklich schade ist, ist, dass das Irland-Neuseeland-Spiel in Chicago nicht übertragen wird hier. Aber das wird auf jeden Fall das Highlight am Eröffnungswochenende der Nations Series, würde ich sagen. Obwohl England-Australien, vor allem wenn wir uns diese beiden Partien letztes Jahr anschauen, da haben wir uns auch so auf Irland-Neuseeland gefreut. Und das war dann eine recht zerfahrene Partie. Und England-Australien war eigentlich so das Spiel der Nations Series. Und das ist natürlich auch ein starker Opener, den wir da am Samstag haben.
Ja, und da schauen wir doch direkt mal auf die Aufstellung von England, so wie wir das gerne machen. Und da hast du bestimmt ein paar Takes zu, weil es wirkt schon wie eine etwas experimentelle Aufstellung, eine Aufstellung auch mit vielen jungen Spielern in der Startformation. Wenn wir mal durchgehen, starten Finn Baxter und Joe Hayes als Props, die bisher jetzt nicht zwingend so die allererste Wahl waren. Guy Pepper bekommt eine Chance. Bekommt einen Start auf der 6, also neuer Kerl in diesem Setup. Dann hast du natürlich ganz viele erfahrene Spieler drin, also angefangen bei Jamie George. George Ford startet auf der Verbinderposition und dann ziehen sie Tommy Freeman auf die 13, also den Mann, der wirklich der Überaußen war für England.
Das hätte ich nicht gedacht. Das ist das eine, was mich wirklich überrascht, ist, dass sie Tommy Freeman auf 13 stellen.
Mit Fraser Dingwall, der ja auch vor ein paar Jahren mal so seine Chancen bekommen hat, dann eher wieder abgesägt wurde. Und jetzt wieder zurück ist. Also es ist wie so oft, es sieht aus wie eine sehr aufregende Mannschaft und bin gespannt, was die da aufs Feld bringen.
Also vor allem, wenn wir auf die Bank schauen, und das ist ein Bombsquad, ist es für mich ein Team, das weniger experimentell ist, sondern mehr auf den Gegner eingestellt. Also wir haben Australien gesehen gegen die Lions mit Comeback-Stärke. Wir haben sie vor allem gegen Südafrika, dieses Spiel in Ellis Park, Australien ist eine Mannschaft, du kannst dir nicht sicher sein, dass du das Spiel gewonnen hast gegen die, weil die kommen zurück. Auch in Twickenham letztes Jahr. Australien hat so eine Never Say Die.
Ganze Rugby Championship auch.
Genau. Und deswegen musst du eigentlich schauen, dass du hinten raus denen nicht dieses Momentum gibst. Und mit so einer Bank kannst du garantiert sagen, okay, wir werden am Ende des Spiels die stärkere Mannschaft auf dem Feld haben. Und das, wo eigentlich Australien die Kraft schöpft, da werden dann die Engländer stärker sein. Das ist, denke ich mal, das Ziel mit dieser Aufstellung. Gleichzeitig darfst du dann natürlich mit einer bisschen uneingespielteren Startmannschaft nicht zulassen, dass die am Anfang dir davonrennen. Deswegen absolut George Ford. Überrascht mich tatsächlich, dass er startet. Bei der Aufstellung jetzt wiederum nicht. Ich dachte, dass sie eigentlich mit Finn Smith starten. Ich meine, der war gesetzt bei den Six Nations als Verbinder, der war auf der Lions-Tour. Aber für dieses Spiel, wo du wirklich schauen musst, dass du Australien früh nicht zu viel Laufball gibst, sondern das eher langsam hältst alles und schaust, dass du hinten raus dann das Tempo erhöhst, da ist ein George Ford eigentlich ziemlich perfekt für. Und ja, also Australien hat natürlich jetzt sehr viel schon gespielt, aber sie sind auch sehr eingespielt. Von dem her ist Australien eigentlich in einer besseren Position. England, die haben jetzt alle ihre 2, 3 Ligaspiele gemacht, hatten davor eine längere Pause. Dementsprechend werden sie nicht so battle-hardend sein, jetzt nicht so dieses Test-Rugby-Niveau gewöhnt sein, aber ein bisschen frischere Körper vielleicht. Und ich bin sehr, sehr positiv gestimmt, was das englische Rugby angeht zurzeit. Das war ja ein paar Jahre lang ganz anders, was da durchkommt, was in der Liga, was da für Talente. Noah Colori, Startdebüt, 5 Tries, aber auch schon davor von der Bank Versuche gelandet. Fantastischer Spieler. Dann im nächsten Spiel gegen Northampton sieht er keinen Zentimeter, weil die so ein perfekt taktisches Spiel spielen. Aber, und auch sonst, die Leute, die da jetzt starten, zum ersten Mal Guy Pepper, aber auch Joe Hayes ist der natürliche Nachfolger von Dan Cole zum Beispiel. Klar, du hast Will Stewart, der vielleicht noch ein bisschen vor ihm steht in der Gesamthierarchie auf Tight End Prop, aber Joe Hayes ist der Anker, mit dem du eigentlich auf der Nummer 3 die nächsten 5 bis 10 Jahre planen möchtest. Fin Baxter haben wir gesehen gegen Frankreich von der Bank gekommen, Versuch gelegt bei den Six Nations. Er ist ein super aufregender Spieler, wurde von Joe Mahler ausgebildet. Also du siehst wirklich den Generationswechsel, der diesmal nicht so forciert ist, sondern viel homogener passiert. Und ja, generell hat es ein bisschen gedauert, bis Steve Borthwick so angekommen ist. Aber vor allem, was wir im Sommer gegen Argentinien gesehen haben, wo 11 der besten Spieler bei den Lions waren oder 13, also waren einige englische Spieler bei den Lions und trotzdem haben sie zwei Spiele gegen Argentinien gewonnen. Das musst du halt erstmal machen und das zeigt eigentlich, dass das englische Rugby ziemlich guten Platz gerade hat. Und ja, deswegen glaube ich trotzdem, dass Australien gewinnt. Ne, ich glaube, England macht es zu Hause vor allem nach dem Spiel letztes Jahr, aber es wird auf jeden Fall Eine unterhaltsame Partie. Haben wir Australien? Gibt es noch keinen Kader?
Gibt noch keinen Kader.
Aber kann gar nicht so. Also die werden natürlich nicht so ausspielen wie gegen Japan. Das war sehr enttäuschend von Australien eigentlich. Japan hätte das verdient, dieses Spiel zu gewinnen in der zweiten Hälfte. Die haben es dann selber nicht geschafft, über die letzten 20 Minuten noch einen Try zu legen. Aber das war natürlich auch eine ganz andere Aufstellung, die Australien da gewählt hat. Aber sie haben halt auch ihre ausländischen Spieler jetzt nicht verfügbar für dieses erste Spiel. Das tut ihnen weh.
Das ist auch so lächerlich.
Sie haben auf der Verbinderposition nur Taine Admet und Carter Gordon. Und das ist natürlich schon eine wichtige Position, wo du jetzt gar keine Erfahrung eigentlich hast, vor allem keine Spielerfahrung aus diesem Jahr.
Das ist übrigens eine Sache, wo ich mal ganz kurz reingrätschen muss. Also da muss Rugby klarer und weniger kompliziert werden. Also du hast es ja gerade eben schon gesagt, Irland gegen All Blacks zum Beispiel übertragen wir nicht, denn ich habe jetzt auch hier noch mal die offizielle Übersicht der Kilter Nation Series aufgemacht. Da ist dieses Spiel nicht dabei. Es ist nicht Teil der Nation Series, es wird eigenvermarktet. Deswegen ist es nicht Teil des Rechtepakets, das ProSieben meldet. Das ist noch ein Spiel am Wochenende, ist nicht auch Südafrika gegen Japan, glaube ich? Ja, das ist auch nicht Teil der Nation Series, ist ja auch nicht Nord gegen Süd, sage ich mal. Am Wochenende sind tatsächlich Nation Series nur England gegen Australien und Schottland gegen USA. Das ist das Auftaktwochenende, das ist aber noch nicht das offizielle Fenster. Das beginnt dann, das sind dann erst die 3 Wochenenden danach.
Das ist eigentlich das Pausewochenende, das allen Nationen gegeben wird vor den Nationalspielen.
Und jetzt gibt es natürlich die Premiership. Die englischen Nationalspieler frei, aber nicht die australischen. Sorry, Leute, das ist einfach ein bisschen lächerlich.
Also das sind die Clubs selber, ich glaube nicht mal die Premiership, aber die Clubs zahlen ja für die Spieler.
Ist mir ja schon klar. Wir haben das Thema auch immer wieder, wenn es um die deutsche Nationalmannschaft geht. Die Clubs zahlen die Gehälter und die wollen halt dann den Erik Marx nicht 3 Wochenenden im Februar und März abgeben oder 5 Wochenenden. Aber da muss irgendeine Lösung her.
Genau, absolut. Da muss was anderes hin. Es ist kein offizielles Länderspielwochenende. Es ist ein freies Wochenende, wo denn die Länder, wo die Nationen selber sich Länderspiele reinstellen noch. Aber das ist, und am Ende ist ja auch noch mal, also hinten raus gibt es auch noch mal ein Spiel, das ja nicht offiziell dazugehört. Und ja, das ist schwierig, vor allem wenn im Endeffekt das Produkt leidet, wenn du nicht die besten Spieler haben kannst dann in solchen Partien. Aber ja, ich meine, bei Australien, ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt sonst die Spiele auswählen würden. Also ich meine, okay, sind ja nicht nur die Engländer, sind ja auch die in Frankreich spielen, wo es gelten und so. Die ihnen da fehlen. Aber es ist die Frage, ob Joe Schmidt überhaupt die auswählen würde, die Spieler aus dem Ausland, oder ob er sagt, er will jetzt diese Nations Series Spring Tour, wie sie sie ja nennen, Australien, wird er dann eher nutzen, um eben den Kader weiter aufzubauen und zu schauen, die Leute, die dann auch im Super Rugby zusammenspielen werden, jetzt da ein bisschen, ja, die Leute ein bisschen mehr sich einspielen zu lassen.
Wird auf jeden Fall spannend. Ich glaube, dann sind wir auch am Ende unserer Folge angekommen, oder?
Glaube ich auch.
Endlich mal zum ersten Mal wieder einen Gast gehabt, fast eine Stunde Podcast gemacht.
Kann weitergehen.
Tolle Folge, so soll es weitergehen. Ihr habt ja eben schon durchgehört, Kasper Gabriel werden wir auch dann zu Gast haben bei uns im Podcast nächste Woche vermutlich, wenn er zu Hause ist in Wien, dann werden wir mit ihm auch sprechen. Und dann schauen wir mal, was die Wochen danach bringen. Auf jeden Fall Nation Series mit 12 Live-Spielen auf ProSieben MAXX mit allen anderen Spielen, die offiziell Teil dieser Nations Series sind, dann bei JOIN gibt es dann im Englischen Live-Kommentar. Also vor allem, wir übertragen ja nur Samstagsspiele. Und haltet mal Augen und Ohren offen, denn es wird großartige Neuigkeiten geben rund um ProSieben MAXX während unserer Übertragungen. Auf jeden Fall einschalten.
Du Teaser.
Ich Teaser. Danke fürs Zuschauen, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss!


