#26 - Emotionale Heilung im Mannsein – Wenn Männer wieder lernen zu fühlen
18 Feb 2026 · 94 min
Felix Halfmann talks with Wolfgang Schmidt about why men learn to suppress emotions and how they can heal. He describes men's circles, breathwork, and indigenous practices as tools for emotional recovery, and announces a new program launching in March with bi-weekly rituals and breathing journeys.
Chapters
Ganz, ganz viele Männer da draußen haben gelernt, stark zu sein, aber nie gelernt, auch mal zu fühlen. Wir funktionieren, wir halten durch, wir kontrollieren Situationen, Beziehungen oder auch uns selbst. Aber kaum jemand hat uns beigebracht, was eigentlich passiert, wenn wir aufhören zu kontrollieren und anfangen, mal zu spüren, auf das zu hören, was in uns ist, unsere Emotionen zu Gefühl. Und das ist ein Großteil dessen, was in meiner Arbeit Heilung bei Männern bedeutet. Und ich denke, das ist auch das Wichtigste in der Heilung der Männer. Ist Weinen Schwäche, oder vielleicht ist es sogar ein Zeichen von innerer Kraft? Und was verlieren Männer, wenn sie Verbindung gegen Kontrolle eintauschen? Ja, genau darüber spreche ich heute mit einem Gast, und zwar habe ich heute den lieben Felix im Podcast. Felix war selber lange Ingenieur, sehr erfolgreich, im Außen. Und er hat irgendwann gemerkt, dass ihn dieses ständige Funktionieren im Beruf immer weiter von sich selbst entfernt. Und heute begleitet er Männer oder Menschen zurück in Verbindung mit sich selbst. Und wir wollen heute mal gemeinsam schauen, warum haben so viele Männer eigentlich gelernt, ihre Gefühle zu unterdrücken? Und wie finden wir wieder zurück, ohne unsere Stärke zu verlieren? Das war so das Hauptthema der Folge. Wir sind an der ein oder anderen Stelle mal ein bisschen abgeschwiffen, und der Podcast ist auch dreimal so lang, wie er eigentlich werden sollte. Aber wir hatten ein ganz, ganz tolles Gespräch und eine ganz tolle Zeit. Viele sehr tiefschichtige Themen. Ist also nichts, was man sich einfach mal so, wovon man sich einfach mal so berieseln lassen kann, aber hat ganz, ganz viele tiefe Wahrheiten in seinem Kern. Und ich denke, die Folge ist richtig gut geworden. Felix ist ein ganz toller Gesprächspartner, der sehr bedacht und sehr tief denkt und Das habe ich sehr zu schätzen gewusst. Ganz viel Spaß bei der Folge. Aufgepasst, dieser Podcast wird mit echten Gefühlen, alten Wunden und neuen Erkenntnissen produziert. Er enthält Inhalte, die deine Ausreden sprengen und dein Bild von dir als Mann für immer verändern werden. Männersache, der Podcast für Männer auf dem Weg in ihre Kraft, mit Wolfgang Schmidt. Felix, schön, dass du da bist. Ja, und ich habe es gerade schon im Intro kurz angeteasert, heute soll es mal darum gehen, dass wir Männer oder viele Männer irgendwann gelernt haben— ich habe da auch so meine Geschichte dahinter— stark sein zu müssen und ja, vielleicht Fühlen zu verhindern, weil das mit Schwäche assoziiert wird. Und bevor wir jetzt in irgendwelche Modelle, Konzepte oder, oder meine persönlichen Erfahrungen gehen, ja, erstmal herzlich willkommen. Und vielleicht dann auch gleich die Anschlussfrage: Wann hast du persönlich gelernt, dass dieses Funktionieren für dich einen sehr großen Teil in deinem Leben eingenommen hat und dass es ja vielleicht so nicht weitergehen kann?
Ja, vielen lieben Dank für die Frage. Und ich glaube, dass dass der Beginn von vielen Männern ist, die sich auf einen inneren Weg machen. Also das war bei mir genauso. Also tatsächlich war es eine Beziehung, die zerbrochen ist, wo ich damals ganz stark das Gefühl hatte, hey, da habe ich was verloren, was mir zu der Zeit gar nicht so bewusst war, wie wichtig das eigentlich, also wie wichtig mir das war. Und ja, das war eigentlich der Beginn. So meine Reise, meine innere Reise hat schon vorher begonnen, ein paar Jahre vorher eigentlich. Aber dieses Beziehungsende war für mich so der Beginn, wirklich tiefer zu suchen und auch anzuerkennen, dass da in mir Muster und Programme sind, die für diese Beziehung nicht dienlich waren unbedingt und die grundsätzlich mich tendenziell immer in so einem Funktionieren-Modus gehalten haben. Also ich war unglaublich gut beim Arbeiten und Konnte ich super. Was mir viel schwerer gefallen ist, waren Beziehungsthemen, tiefere Themen, mich tiefer mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Und ich hatte irgendwann, als ich klein war, hatte ich noch einen sehr direkten Zugang dazu, aber ich habe das irgendwann verloren. Und ich glaube, so geht es auch vielen Männern und Jungs irgendwie in der Jugend. Dass man anfängt, also dass so das größte Ideal ist in dieser Zeit, ja, cool zu sein. Also man hat ja eigentlich so diesen Leuchtstern vor sich, ja, okay, das Wichtigste im Leben ist, ich muss cool sein.
So, das ist ja, ich wollte immer sein wie die anderen, war auch bei mir so, ja.
Ja, und ich glaube, das ist auch ganz normal, wir orientieren uns daran, und da kann man auch Ja, gleich anfangen, darüber zu sprechen, wie gesund das in unserer Kultur ist, weil wir ja nur mit Gleichaltrigen sind und uns dann an Gleichaltrigen orientieren. Aber das war bei mir auch so. Und als ich irgendwann erwachsen war und zumindest äußerlich in dem System angekommen war, da war das bei mir, dass ich auch relativ schnell im Job so das Gefühl hatte, Hey, irgendwie, es läuft richtig gut. Also ich bin auch relativ schnell irgendwie die Karriereleiter so ein bisschen raufgestiegen. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, mir fehlt irgendwas ganz Existenzielles. Also mir fehlt dieser Zugang, der manchmal noch da war im Studium oder in der Jugend vielleicht, wo man mal so ein paar Wochen wirklich gar nichts zu tun hatte und runtergekommen ist und das Gefühl hatte, so ganz bei sich anzukommen. Und diesen Wechsel hatte ich irgendwann auf der, also als ich gearbeitet habe, gar nicht mehr. Also diesen Wechsel, irgendwie zur Ruhe zu kommen. Und das habe ich häufig nur, und das beobachte ich auch bei vielen anderen Männern, geschafft, wenn ich zu Hause angekommen bin, damals bei meiner Ex-Freundin in der Beziehung. Also da habe ich dann diese, da habe ich das Gefühl gehabt, ah, da kann ich irgendwie entspannen, und das so ein Ruhepol, und ich komme runter. Und alleine war es sehr schwierig, also habe hatte ich sehr große Schwierigkeiten damit. Und da habe ich erstmal gemerkt, wie abhängig ich auch davon war, also wie wenig selbstständig auf eine gewisse Art und Weise ich auch war, dass ich diesen Zustand gar nicht in mir selbst irgendwie erreichen konnte. Und dadurch natürlich auch in der Beziehung jemand anderem, also Beziehung ist ja auch mal ein Geben und Nehmen, jemand anderem gar nicht diesen, diese Energie auch geben konnte. Weil ich selber die nie so in mir überhaupt hervorrufen konnte oder den Zugang dazu gar nicht hatte. Und da, das war für mich ganz stark, und das beobachte ich bei vielen Männern auch grundsätzlich auf meinem eigenen Weg. Überall wo ich war, waren 80% Frauen, würde ich sagen, und 20% Männer, so ungefähr.
Also auf diesem Weg der Leute, die sich mit sich selbst beschäftigen?
Ja, genau, kenne ich, würde ich schon so sagen. Zumindest in diesen klassischen therapeutischen Settings, also wo es wirklich irgendwie einen Stuhlkreis gibt und es eine Kerze Mitte in der Mitte. Und ich glaube, das ist ein Setting, was viele Männer, was für viele Männer nicht unbedingt das richtige Setting ist, männlich ist. Ja, ich glaube, ich glaube, für Männer ist es manchmal deutlich einfacher, ins Tun zu kommen, also Sachen zu machen, wenn man, wenn man weiß, okay, ich muss jetzt irgendwas machen, dann geht es manchmal leichter. Und da gibt es auch Möglichkeiten und Formen, wie man— habe ich immer das Gefühl— wie man Männer besser abholen kann. Also wir haben zum Beispiel, ich habe letztes Jahr, haben wir ein Wochenende im Wald angeboten für Väter und Kinder. Und das war zum Beispiel ein Setting, wo, wo es also sehr einfach war für viele Männer, ins Gespräch zu kommen, weil es gab Holz zu hacken, es gab zu kochen, es gab den Wald zu erkunden, es gab Dinge zu erklären wie Schnitzen. Wie halte ich das Messer? Und gleichzeitig gab es Räume geschaffen, wo Männer rausgegangen sind in den Wald, diese Zeit mal hatten, eine halbe Stunde wirklich bei sich anzukommen, an einem Ort im Wald anzukommen und dann wieder zusammenzukommen und auch so ein bisschen ihre eigene Vaterrolle zu reflektieren, wie ihr eigenes Verhältnis zu ihrem Vater war oder ist, zu reflektieren. Und da kam sehr schnell auch eine große Tiefe, die aber sozusagen eingebettet war in auch viel Tun und Machen und Draußensein und auch aktiv sein und Feuer und coole Sachen machen, ne. Also nicht nur, wir sitzen jetzt hier rum und in der Pause trinken ein bisschen Tee, sondern, also was, was, ne, wo auch viele sozusagen das Gefühl haben, hey, das ist schön, aber wo man viele Männer vielleicht nicht unbedingt mit abholt, einfach, ne.
Weil ja, ich, also ich habe persönlich, ich weiß nicht, ob du, ob dir das Mankind Project was sagt.
Nee.
Also das Mankind Project, das ist eine Organisation, die sich mit dem modernen Mann auseinandersetzt, quasi genau sowas tut. Also es geht um die Initiierung des Mannes in seine Männlichkeit, auch weil die Gesellschaft einem ja wenige, wenige Anhaltspunkte dafür bietet. Also das Mankind Project bietet als Einstiegspunkt das New Warrior Training Adventure an. Das kommt aus Amerika übrigens, das Ganze, in den 70ern nach Deutschland gekommen. Und früher wurden Männer ja initiiert in ihre Männlichkeit durch solche Rituale, ne. Also der 10-, 11-, 12-jährige Junge wurde mitgenommen zum Lagerfeuer machen, Jagen, eben was du erzählst, Holzschnitzen und Co. Und dieses Mankind Project bietet auch solche Abenteuerwochenenden an, genauso wie du es erzählt hast, quasi wo Kinder kommen und die Väter kommen mit, und dann sind auch noch andere Männer dabei. Und gut, es gibt auch nur für Erwachsene. Ich habe das letztes Jahr gemacht, quasi meine Initiierung, und Und da war ich auch mit ganz vielen Männern auf so einem Wochenende und wir haben genau solche Dinge gemeinsam erlebt. Also es ist verboten zu reden, was da so abgeht. Also wir haben wahnsinnig viele krasse Sachen in der Natur erlebt, aber es ist auch viel Zusammenhalt gestärkt worden. Also viele Aufgaben, die Zusammenhalt zeigen, aber auch viele Aufgaben, wo es darum geht, mal tief in sich zu schauen. Ja, und dann immer, immer verbunden mit dem Abenteuer, immer verbunden mit dem Tun, mit dem Machen, ne. Das hast du schon richtig gesagt. Das ist gut. Ist die Frage, wo es herkommt. Bei mir ist es auch oft, wenn ich tue, kann ich die Kontrolle behalten. Wenn ich, wenn ich nichts tue, dann müsste, muss ich loslassen. Geht ja auch ganz vielen Männern so, ne, gerade diese extreme Verkopftheit.
Ja, das beobachte ich auch ganz viel, auch bei Freunden und Männern in meinem Umkreis. Ich glaube, dass es eine riesengroße Herausforderung ist, auch heute in der Zeit, gerade für Männer überhaupt aus diesem Funktionieren-Modus, aus diesem Tun-Modus rauszukommen. Und dass viele sich sehr, sehr schwer damit tun? Weil aus einer tieferen indigenen Perspektive, also ich beschäftige mich viel mit dem Wissen von indigenen Kulturen, habe von einem Lehrer gelernt aus indigenen Linien, von den Kogi gelernt in Kolumbien. Das sind Wissenslinien und Traditionen, wo man gar keinen Ursprung oder Anfang sozusagen festmachen kann, also die so lange schon mündlich weitergegeben worden sind, und auch in den nächsten Generationen mündlich weitergegeben werden. Und das ist so, da sehe ich meine Aufgabe, dieses Wissen auch hier weiterzugeben. Und dann aus dieser Perspektive, weil es aus meiner Perspektive ganz wichtig ist, dass wir dieses Wissen hier auch wieder lebendig werden lassen oder so ein bisschen ankommen lassen wieder. Weil wir haben das, also wir sind ja auch alle Kinder von indigenen Kulturen. So, und das ist ja jetzt nicht so, wir denken heute immer, es ist was Fremdes. So, die leben da so. Aber unsere Vorfahren haben auch so gelebt und das ist manchmal gar nicht so lange her. Also teilweise eine Linie von mir, das ist 1000 Jahre her ungefähr, dass die noch so gelebt haben.
Hast du das rausgefunden?
Ja, tatsächlich. Also meine mütterliche, also weibliche Linie kommt aus Ostpreußen, also da, wo früher Ostpreußen war, heute Polen. Und dort gab es die Prussen bis 1200 ungefähr noch. Und die sind dann damals, also so wie ganz viele indigene Kulturen auch in Europa, ja damals halt den aufstrebenden Machthierarchien zum Opfer gefallen. Also damals kamen die Kreuzritter zurück aus dem Orient, hatten nichts zu tun, und dann haben sie den Auftrag bekommen, die Prussen mal zu bekehren und zum christlichen Glauben zu, ja, muss man es auch so sagen, wie es ist, zwingen, gewaltsam.
Und wenn es nicht geklappt hat, wissen wir, was passiert ist.
Genau, und das ist die, die Energie natürlich, die auch in unseren Linien gespeichert ist. Also es ist jetzt auch nicht so, dass wir uns dieses Leben, was wir heute leben, unbedingt ausgesucht haben, sondern es gab Punkte in unserer Vergangenheit, wo es keine Wahl gab. Und die kennt man ja auch im eigenen Leben, ne, wo man vielleicht irgendwie anfängt mit einem Job, wo man weiß, ja okay, ist irgendwie scheiße, aber irgendwie habe ich jetzt ja auch gerade keine andere Wahl.
Haben wir alle getan.
Wir bilden uns ja alle ein, dass wir immer so frei sind in diesem kapitalistischen System heute. Und gleichzeitig stimmt das natürlich auf einer gewissen Ebene, auf einer gewissen Ebene aber auch nicht. Also für viele Menschen stimmt das eher nicht, würde ich sagen. Für die Menschen, die viel Kapital haben, stimmt es. Die können wahrscheinlich sehr frei machen, was sie wollen. Aber auch die sind sozusagen im Prinzip eingebunden in dieses System. Also sie können sich auch nicht aus diesem System befreien, oder sie müssen schon mit der Logik dieses Systems arbeiten. Lange Rede, kurzer Sinn, aber ich sehe so meine Aufgabe darin, dieses Wissen hier wieder zugänglich zu machen für Menschen. Und aus so einer tieferen indigenen Perspektive ist es so, dass es auch ganz klar eine männliche und eine weibliche Energie gibt, wo es heute dann vielleicht viel Diskussion gibt, Also gibt's das noch? Also überall versucht man ja gerade, die Rollenbilder aufzulösen. Also ich tanze auch, und selbst beim Tanzen ist es inzwischen so, man sagt nicht mehr der Mann und die Frau, sondern es ist der, der Leader und der Follower, ne.
Schwierig, ganz schwieriges Thema für mich auch und sehr gespalten im Freundeskreis. Also ich bin da voll bei dir, ich sehe auch verschiedene Energien und verschiedene typische Traits, die du als Mann und als Frau hast.
Ja, und ich glaube, sich damit zu— also es geht gar nicht darum sozusagen, dass eins nun besser ist oder schlechter, ne. Das ist ja dann auch schnell so, zum Beispiel beim Tanzen, ne. Also dann gibt's vielleicht auch die Meinung, ja, die Leaderrolle ist irgendwie besser. Weiß ich nicht, ob die jetzt besser ist.
Für jemanden, der gerne anführt, ja. Für jemanden, der gerne folgt, nicht.
Ja, und das ist ja in unserer Kultur so ein bisschen Aus einer indigenen Perspektive würde man gar nicht sagen unbedingt Leader und Follower, sondern die männliche Rolle ist mehr die Rolle, die einen Rahmen gibt und sozusagen eine Orientierung gibt und sagt, hey, wir tanzen jetzt hier lang und da lang. Und die weibliche Rolle ist die die was aus diesem Rahmen oder in diesem Rahmen etwas zum Leben erweckt, also gebärt sozusagen, dann darin kreativ wird. Und es braucht beides. Also ich kann keine Kreativität haben, wenn ich keinen Rahmen habe. Wer schon mal versucht hat, irgendwie ohne sich einen Rahmen zu setzen was zu malen, dann malst du auf dem Tisch und auf der Wand, auf überall. Also, oder Musik zu machen, man braucht einen Rahmen. So, ah, ich mache gerne Musik mit Gesang und Gitarre, das ist mein Rahmen sozusagen, oder so etwas. Und das ist aus einer tieferen Perspektive eher die männliche oder die, die männlichere Rolle, dieses Rahmengebende. Und die weibliche Rolle ist mehr sozusagen das Gebärende, das, wo etwas entstehen darf. Also Mann ist auch mehr Logik, ne. Deshalb haben wir so große Probleme auch gerade, wenn es um um Wunden aus der Vergangenheit geht, weil wir sowieso tendenziell mehr im Verstand sind, mehr in der Logik, und das Weibliche ist mehr das Gefühlvolle, Intuitive. Und es braucht beides. Also keine Energie von beiden ist besser oder schlechter. Wir leben leider nur in einer Kultur heute, wo die männliche Energie komplett dominiert, weil wir— also aus einer tieferen Perspektive ist es so, Wenn das Männliche verletzt ist und das sowieso tendenziell mehr dieses Rahmengebende, Logische ist, dann tendiert es viel mehr dazu, zu sozusagen zu Herrschaft, was was ganz anderes ist als als Anführen oder ein Rahmen geben.
Der Schattenanteil.
Genau, also der, wenn ich in einer gesunden Balance zwischen den beiden Energien bin, dann gebe ich als Mann den Rahmen auch für die Frau. Also zum Beispiel beim Tanzen schaue ich auch, okay, was braucht die Frau gerade in dem Moment, so in welche Richtung möchte sie vielleicht, möchte sie vielleicht eben gerade ein bisschen schneller, ist da mehr Energie, ist da weniger Energie. Und dementsprechend passe ich auch meinen Rahmen an. Und das kann man auch gut aufs Leben übertragen. Und, und das ist sozusagen, geht wenn wir Verletzungen tragen, geht es irgendwann weg. Da will ich nämlich nur noch kontrollieren. Ich will sozusagen nicht mehr— auch beim Führen kann man sich hingeben, und dann will ich nur noch kontrollieren. Und das ist sozusagen so diese Wunde, die wir in diesem ganzen System da draußen sehen, also wo es, wo Männer in nicht rahmgebenden, führenden Positionen sind, sondern in tendenziell eher herrschenden Position, würde ich sagen, also unterdrückerischen Position, die dann vielleicht natürlich nach außen sagt man dann, ja, ich führe, ne, oder so.
Kennst du das, die 4 Archetypen des Mannes? Ja, ne, also das sagt mir das nicht, das von Robert Moore: Krieger, Königskrieger, Liebhaber und Magier. Könnte für dich auch interessant sein, gerade in dieser Thematik, weil da geht's eigentlich darum, dass wir der, also mein, der Herrscher ist ja der typische König, aber der König in seiner negativen oder Schattenausprägung wird, der wird in dem Buch der Hochstuhltyrann genannt, oder generell der Tyrann, ne. Und prinzipiell brauchen wir Männer, die, die diese Königsrolle und Kriegerrolle erfüllen, definitiv, aber nicht in ihrer ungesunden Ausprägung, ne.
Ja, aus einer indigenen Perspektive geht's immer darum, auf einer tiefen Ebene dem Leben dienen zu wollen und auch schauen. Und das fängt natürlich an damit, auch den Menschen zu dienen, mit denen man unterwegs ist und auch in einer Partnerschaft. Und ich glaube, das ist was, was uns heute in unserer Kultur ziemlich, ziemlich verloren gegangen ist, weil Viele, auch viele Dinge, mit denen wir uns beschäftigen, also sich viele Menschen beschäftigen, sind nicht mehr unbedingt Dinge, die dem Leben wirklich dienen. Also wenn man sich anschaut, wie viele Bullshit-Jobs es heute gibt, wo Menschen Dinge tun, die eigentlich keine Relevanz für die Gesellschaft oder fürs Leben auf der Erde haben. Wenn man sich anschaut, Also man muss sich ja eigentlich immer nur anschauen, okay, was passiert gerade sozusagen von außen in der Kultur. Wir sehen einen riesengroßen Anstieg von psychischen Erkrankungen. Wir sehen Kinder und Jugendliche, die keine Perspektive mehr haben. Also heute in diesem Alter zu sein, also für alle Menschen, aber gerade für junge Menschen, die rausgehen wollen, das Leben Da ist die Perspektive heute nicht besonders gut. Und daran sehen wir sozusagen, dass unsere Gesellschaft völlig auf dem Irrweg sein muss, sozusagen. Also wenn das das Ergebnis ist, was dabei rauskommt. Und gleichzeitig sind wir aber so gefangen in so einer Denke, dass wir— also aus meiner Perspektive der größte Mythos unserer Kultur ist diese Erzählung vom Fortschritt. Also dass wir dass wir heute, dass es uns viel besser geht als unseren Vorfahren. Und dann wird häufig die Zeit vom Mittelalter genommen und ja, guck mal damals, die Menschen sind mit 30 gestorben und haben nicht lange gelebt. Ja, und, und alle das sind schon so Krankheiten aus meiner Perspektive. Und wenn man sich so den historischen Verlauf anschaut, dann sind das alles ganz viele von diesen Problemen, sind Probleme, die schon aus Herrschaftskulturen oder aus dieser Art von Zusammenleben, wo es jemanden gibt, sozusagen, der viele andere unterdrückt und immer so weiter und immer so weiter und immer so weiter entstanden ist. Wenn man sich zum Beispiel indigene Kulturen anschaut, dann ist die Lebenserwartung ziemlich ähnlich zu der Lebenserwartung von uns, teilweise sogar, also bei Individuen meistens sogar deutlich höher, weil ganz viele von den Krankheiten, die in unserer Kultur heute normal geworden sind, sind ja Zivilisationskrankheiten, also die es in vielen indigenen Kulturen gar nicht gibt. Und das ist was, was wir heute sehr stark vergessen. Und wir haben aus meiner Perspektive heute einen sehr starken— also überall, wo Menschen Verletzungen tragen, neigen sie zu Stolz einfach. Und wir neigen heute sehr zu Stolz. Dass wir denken, wir sind ja so viel, wir haben ja irgendwie Laptops und Kameras und Mikrofone und guck mal, was wir alles machen können sozusagen. Und gleichzeitig versucht man Raketen zu bauen, um irgendwie auf andere Planeten zu kommen, weil man spürt, dass diese Art, wie wir hier leben, keine Zukunft mehr für zukünftige Generationen bieten wird. Also das ist sehr paradox.
Ja, kommen, kommen wir mal. Also erstmal vielen Dank für, für deine Sichtweisen, super interessant, gerade weil wir, wir Raketen probieren zu bauen, die uns woanders hinbringen, dass wir woanders dann weiter so leben können oder noch mehr, noch mehr ausufern können. Gut, das ist sicher ein Thema für sich. Ich würde gerne zurück zum Thema Männer noch mal kommen. Was würdest du denn sagen, würde, macht für dich einen Mann aus, der stark ist, auch wenn wir gerade so diese emotionale Ebene ein bisschen wieder mit in den Blick rückt, ne. Stark nach außen ist das typische Bild des Mannes, also wie ich es gelernt habe, der unerschütterlich ist, dem gewisse Dinge nichts anhaben können, der durchhält und weitermacht. Mein Papa hat mir auch so vorgelebt. Er war jeden Tag von 12 bis 6 Uhr nur irgendwie zu Hause, nachts im Bett. Dann war er wieder von 6 Uhr frühs bis nachts um 12 arbeiten, ne. Viele Viele Männer aus meiner Generation hatten deswegen gar keinen Vater zu Hause. Das war für ihn Stärke. Und dann kam er heim. Meine Mama war völlig überfordert mit den 3 Kindern, die sie da alleine hatte. Konnte ihm dann natürlich auch nicht das Zuhause bieten, das ihm wieder die Erholung gebracht hätte, die er vielleicht gebraucht hätte. Und dann ist es natürlich auch viel eskaliert bei uns zu Hause. Es gab viel Streit. Und dann kam die nächste Stärke. Die Stärke war dann natürlich: Schreien, oder da wurde dann Gewalt auch ein Thema, ne, eben dieser Kontrollverlust, weil, weil der Mann merkt, ich gebe doch so viel für die Familie, warum dankt es mir keiner, ja. Und ich glaube, ganz viele hatten solche Vorbilder. Die Frage ist, was ist Stärke wirklich, so dass sich der Mann aber auch stark fühlen darf? Weil wenn wir einfach nur sagen, und das ist ja gehe auch sehr viel über Emotionen in meiner Arbeit mit den Männern und erwische mich dann auch manchmal, wie es, wie die Männer sich dann denken, boah, was labert der mich immer mit Gefühlen und Emotionen voll, das hat doch nichts mit männlicher Stärke zu tun. Wie, wie müsste man das Ganze ausrichten, glaubst du, dass, dass man wirklich sagen kann, okay, das ist männliche Stärke, männliche Kraft?
Ja, vielen lieben Dank für die Frage. Und ich beobachte das auch bei vielen Menschen, die ich kenne, also bei vielen Männern auch, die ich kenne. Und wenn es, glaube ich, eine Sache ist, dann ist es wirklich der Mut, sich dem eigenen Inneren zu stellen. Also das beobachte ich ganz viel, dass bei vielen Männern einfach Wenn da viel Angst ist, auch in der Geschichte und in der Familienlinie, wo das Gefühl ist, ich bin nicht sicher hier auf der Erde, ich bin hier nicht wirklich. Also ich, das ist ja auch so ein Antrieb fürs Arbeiten oder Karriere machen, also Sicherheit. Wieso sind da so viele Männer sozusagen an der Spitze, die so viel Trauma haben? Weil da so ein unglaublicher Drang ist, irgendwie sicher zu werden hier, also ganz viel Besitz zu haben oder Macht zu haben oder Einfluss zu haben.
Und das sehen wir natürlich auch.
Genau, ja. Oder also auch häufig geht's auch, ist das so eine starke, also bei uns in unserer Kultur ist es fast normal, dass wir, dass wir viele Verletzungen, Trauma aus unserer Kindheit tragen, weil unsere Kultur einfach so traumatisiert ist und unsere Eltern häufig auch Vermittler der Kultur sind. Du hast es von deinem Papa angesprochen, ne, und ich kenne das von meinem Papa auch. Da ist einfach so ein starker Wert. Ja, Stärke ist sozusagen, dass ich über meine Grenzen gehe, dass ich Übermenschliches leiste, dass ich un— also dass ich sozusagen nicht verletzlich bin, dass mich nichts irgendwie berühren kann. Eigentlich unberührbar zu sein, kann man fast sagen. Und wenn man sich anschaut, wo kommt das her? Also das kommt ja nicht von ungefähr, das haben die sich ja nicht ausgedacht. Also die haben sich ja nicht alle irgendwie zusammen sich getroffen und gesagt, hey, wir überlegen uns mal was Cooles, Neues, sondern das kommt vor allem sozusagen aus dieser, aus diesem Gedanken. Für Herrschaftskulturen war es natürlich, und in der Historie war es immer wichtig, Soldaten zu haben, und das war die perfekte Geschichte für Soldaten. Also das ist ja der, das ist ja eigentlich der Urtyp des Kriegers, der nicht verletzt.
Also ist mir auch spontan sofort in den Kopf gekommen, was ist dieses Bild, das uns vermittelt wird, sehe da so Statuen, den stoischen Mann, ne, der in der Stärke gestählt in den Kampf geht. Gladiatoren, Krieger, es ist ja Kriegerenergie, was total Geiles, aber da ist halt missbraucht worden, ne.
Ja, und das ist eigentlich diese Energie, die es braucht, sozusagen, um, ne, nicht fühlen, also nicht mehr fühlen, nicht berührbar zu sein. Das braucht es sozusagen, um in Krieg zu gehen gegen andere Völker, Kulturen. Und diese Perspektive ist häufig, also diese Perspektive hat sich damals ausgeweitet auf die ganze Kultur. Also man kann sich auch daran erinnern, dass die Schulbildung, also die wir heute auch noch haben, aus dem preußischen System kommt. Und das preußische System, also Schule war immer auch ein Mittel sozusagen von Herrschenden, Bevölkerung zu kontrollieren. Also es gibt nichts Besseres eigentlich, als Bevölkerung zu kontrollieren, als Schulbildung zu kontrollieren und zu kontrollieren, was Kinder oder Aufwachsende, womit sie sozusagen, mit welchen Gedanken, mit welchen Perspektiven, aber auch auf einer größeren Ebene. Also was ist die Grundenergie von der Schule? Also ich will jetzt auch nicht zu nahe treten.
Nein, nein, alles gut. Ich sehe das schon sehr als kritisch.
Ich habe auch selber in der Schule gearbeitet. Und aber die Grundenergie ist, ich sitze da, ich muss sozusagen gehorchen, also ich lerne vor allen Dingen gehorsam zu sein. Ich muss da sitzen, ich muss das machen, was mir jemand sagt, und ich bin abhängig von der Bewertung von demjenigen.
Schon mit dem Betreten des Schulgebäudes geht's ja los, ne. Also ich finde es super, also ich trete den Kindern sehr authentisch und sehr offen gegenüber und ich checke mit denen ein und sonst was, trotzdem auf einer Respekts-Ebene, ne. Ich mache das nicht mit jedem. Aber es ist schon so, dass viele Kinder in das, ins Schulgebäude kommen und dann laufen die Patriarchen rum. Und da ist es egal, ob das Frau oder Mann sind, die sind alles Patriarchen und laufen rum. Und die Kinder gehen mit gesenktem Kopf und der Lehrer, der, der sieht schon, keine Ahnung, kannst du nicht mal ordentlich laufen? Oder na, man hält ja dem Lehrer schon mal die Tür auf. Also es kommt, es probiert, wird immer so probiert, so ein bisschen klein zu machen von Anfang an, ne. Und das ist, ist auch im Klassenraum so, da geht's es geht um Machtdemonstration. Das ist natürlich auch die vielen verletzten inneren Kinder der Lehrer, ne. Ja, ja, da ist viel im Argen, was das angeht. Also dieses System ist perfekt gemacht eigentlich für Menschen, die sich profilieren wollen. Ja, also definitiv ist das, ist das, ist das auch ein großes Problem.
Ja, na ja, und, und was ich sagen wollte, ist, dass Aus diesem, was ist ein perfekter Soldat, das wurde übertragen auch in die Schule oder in das preußische System sozusagen, was eigentlich auch ein Exportschlager dann über die ganze Welt geworden ist. Dieses Benotungssystem oder dieses Leistungssystem kam dann irgendwann aus China mit dazu, was heute sozusagen diese Mischung macht, die wir in der Schule erleben. Man darf sich ja auch erinnern daran, wie das alles ist. Es ist ja sozusagen nichts Natürliches, sondern es ist ja was von Menschen gemacht ist sozusagen. Und in dieser, in diesem System sind natürlich viele aufgewachsen und haben viele gelernt, hey, es geht darum sozusagen zu funktionieren. Das Wichtigste ist halt die Leistung in der Schule. Und das ist sozusagen das, wie viele aufgewachsen sind. Viele von unseren Vätern haben vielleicht keine Väter gehabt oder deren Väter haben keine Väter gehabt. Das ist in unserer Familienlinie zum Beispiel so, dass es da auch gar kein Rollenbild mehr gab. Und dann fangen Männer an, sich zu orientieren: Was ist denn eigentlich ein Mann? Und wenn man dann niemanden hat, der einen auf einer tieferen Ebene begleitet und erinnern kann daran, was sozusagen im Universum die männliche Energie ist— also aus einer indigenen Perspektive ist die Sonne die männliche Energie, die Erde die weibliche Energie. Die Sonne, dieses Lineare, Tag anfangen, Tag beenden, einen Rahmen geben. Dann orientiert man sich natürlich nicht daran. Orientiert sich nicht irgendwie auf einer tieferen Ebene und versucht sich da sozusagen wieder Orientierung zu holen für eine gesunde Männlichkeit, sondern am System. Und wenn man sich am System orientiert, was Männlichkeit ist heute, dann ist man ganz schnell natürlich in einer sehr, in einer Männlichkeit, die gar nicht lebensdienlich ist oder sehr lebensfeindlich sogar ist. Und ich glaube, das ist ein großes Problem von vielen Männern. Und dadurch, dass Männer grundsätzlich aber auch dieses rahmengebende Habende und dieses Versorgende, Rolle haben, auch in Beziehung, auch heute noch, auch wenn die Rollenbilder sich natürlich aufweichen. Und ist da bei Männern häufig noch viel stärker dieser Drang, unbedingt zu funktionieren. Und wenn da Verletzungen sind, wenn da, wenn da Trauma sind, die nicht gelöst worden sind, dann dann ist der Drang umso stärker, sich immer ins Funktionieren zu flüchten, also ständig irgendwas zu tun, ne. Und heute ist das ja einfacher denn je. Also ich kann arbeiten, danach mache ich den Laptop auf, mach Handy an, mach iPad an, Netflix, geh zum Sport, geh dahin, geh dorthin.
Es gibt ja fast gar keine— also überhaupt null, sehe ich genauso. Also ich weiß nicht, wie es dir geht, ging. Bei mir war es immer so, und dazu habe ich auch schon eine Folge aufgenommen, und es geht ganz vielen Männern so, mit denen ich arbeite, sobald diese Stille kommt, kommt plötzlich die Trauer. Das war bei mir sehr lange so. Ja, ne. Und dann merkt man so, oh, irgendwie fühlt sich unangenehm an. Na ja, komm, wir gehen mal einen Kaffee trinken. Es ist immer einfach dieses, dieses Weglaufen auch davor. Und ich habe in letzter Zeit, ich hatte diese Woche 2 Gespräche unter Männern, heißt bei mir, wenn ich Männer einlade, einfach mal zu schauen, was bei ihnen so abgeht. Und das, was der Mann ja erstmal will, immer ist zu verstehen. Die wollen immer verstehen, was ist falsch mit mir, warum reagiere ich wie. Und die— du hast vorhin von der Heilung gesprochen, ne, sich mit sich selbst zu beschäftigen, mit seinen Wunden vielleicht auch zu beschäftigen. Wir, wir Männer haben gar nicht gelernt, diesen Bezug eigentlich zu unseren Gefühlen herzustellen, dass es vielleicht gar nicht immer darum geht, Dinge verstehen zu müssen, sondern Dinge einfach erstmal fühlen zu dürfen und ein Gefühl einfach erstmal so zu nehmen, wie es ist, weil es hat seinen Grund. Ich sehe das jetzt bei meiner Tochter ganz viel. Die ist jetzt ein Jahr alt, die hat nach wie vor keine Ahnung, warum irgendwas ist. Die sieht nur, Mama geht weg, und auf einmal tut die in völlige Panik ausbrechen, weil Mama ein Stockwerk nach oben geht. Die weiß nicht, die kommt wieder, die weiß nicht, die will nur keine Ahnung, sich kurz ein anderes T-Shirt holen. Es geht einfach um dieses Gefühl. Und dieses Gefühl, ich nenne es jetzt mal des Verlassenwerdens, wie auch immer, das fühlt sie einfach. Und sie kann es auch, wenn sie wahrscheinlich 20 ist, nicht mehr benennen, warum sie Angst hat, verlassen zu werden. Also ich meine, das ist jetzt viel Mutmaßung, die da stattfindet, aber ich, ich merke es gerade bei meinem Kind, dass es einfach darum geht, dass wir ganz viele Emotionen fühlen als Kind, Und jetzt haben wir Eltern natürlich die Aufgabe, wie gehen wir damit um? Sagen wir dem Kind, die Emotionen sind gut, sie sind willkommen, oder sind sie gut oder sind sie schlecht? Wir markieren sie dann auch sehr schnell. Trauer ist was Schlechtes. Wir lenken unser Kind möglichst schnell ab, so ungefähr. Die Trauer ist gerade nichts Gutes. Komm, wir lenken dich ab, dass die Trauer weggeht. Und diese Gefühle, die sind dann irgendwie als Erwachsener noch da. Das ist so meine Erklärung davon, warum ich manchmal so starke Gefühle habe oder in meinem Prozess indem ich in meine eigene Heilung ging, diese starken Gefühle habe. Und dann, keine Ahnung, fragt mich der, der Therapeut, ja, erinnerst du dich an irgendwas, wo deine Eltern dich verlassen haben oder so? Ich so, nö, ne. Aber vielleicht war ich kognitiv noch gar nicht in der Lage zu verstehen oder zu erklären, was da gerade passiert, sondern es ist einfach ein Gefühl, das ich von der Kindheit in mein Erwachsenenalter getragen habe. Und deswegen finde ich es auch so wichtig, sich mit diesen Emotionen und Gefühlen, die da irgendwo da sind, auseinanderzusetzen Ja, und sie leben zu dürfen.
Ja, genau so. Und ich würde, ich würde sagen, also aus so einer indigenen Perspektive ist es so, Gefühle und, und Emotionen sind immer wie einfach Signale. Also wir haben das heute so, ne, wir bewerten das gerne als gut, als schlecht, ist einfach Signale, dass etwas passiert, und auch Signale sozusagen, dass wir danach handeln können. Also wenn ich Angst habe, ist es ein Signal, hey, das ist vielleicht eine Situation, die ist vielleicht nicht so gut. Dann können wir natürlich prüfen, so, ist das eine Angst, ne? Heute haben wir auch viele sozusagen Ängste, die aus einer Historie vielleicht kommen. Ist das eine Angst, die wirklich relevant ist? Und dann kann ich aber Gefühle wieder als Signale auch wahrzunehmen, hey, diese Angst will mir vielleicht auch was sagen, so, ne? Vielleicht ist es sozusagen, ist diese Situation oder das wirklich nicht so, nicht so gut für mich? Und gleichzeitig gibt's natürlich auch viele Ängste, wo es darum geht, sich denen vielleicht zu stellen, ne. Also wenn wir merken, wir haben Angst, jetzt z.B., weiß ich nicht, mit jemand in dem Podcast zu sprechen, ne. Also ich merke auch mal jedes Mal, das hast du wahrscheinlich auch, weil es normal ist, am Anfang Aufregung da ist, ne. Und viele Menschen würden vielleicht sagen, hey, ist Angst. So, ne. Und man kann dann irgendwann so, nimmt man das wahr, und man nimmt wahr, hey, da ist was, weil jetzt gleich wird es aufgezeichnet. Alles, was ich sage, hören mehr Menschen als nur ich sozusagen. Und das ist ja auch sozusagen eine Aktivierung, die einen viel wacher macht. Also ich bin z.B. jetzt bei so einem Gespräch, wie wir das haben, viel wacher, als wenn ich, ja, als wenn ich jetzt gleich mit anderen Menschen spreche, weil ich da vielleicht mehr so, ah, ich Ich lehne mich ein bisschen zurück, ich sag mal vielleicht auch was Unbedachtes oder so. Und gerade wenn man natürlich in dem Moment— ich sehe das auch so, dass ich also für Mutter Erde spreche, für etwas Größeres spreche, und dann ist es natürlich ein ganz anderer Anspruch, eine ganz andere Energie. Und da ist diese Angst total hilfreich auch in dem Moment. Ganz da zu sein, ganz präsent zu sein und ganz genau sozusagen sich zu überlegen, welche Worte wähle ich, aber Gefühle und Emotionen wieder als Signale wahrzunehmen. Und aus einer indigenen Perspektive ist es so, wenn wir Gefühle und Emotionen unterdrücken in unserem Leben, also weil wir es vielleicht auch mussten in der Kindheit, weil wir vielleicht so lange das Gefühl hatten, verlassen zu werden, dass wir es nicht mehr aushalten konnten, dass wir das Gefühl wegdrücken mussten, dann entsteht Schwere in uns. Also wir sagen das auch umgangssprachlich, ne, im Deutschen so, boah, das Leben fühlt sich gerade irgendwie super schwer an, oder irgendwie, ich habe das Gefühl, irgendwas belastet mich.
So, ne, also meiner Erfahrung nach ist es dann auch hauptsächlich in der Herz- oder Magengegend. Ja, natürlich bin ich da ein bisschen, bisschen vorbelastet. Ich habe das Buch Die Seele will frei sein gelesen, irgendwann vor ein paar Jahren mal. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Und da geht's darum, dass unterdrückte Gefühle das Herz verschließen, mehr und mehr.
Ja, genau die gleiche Perspektive haben die mündlichen Linien, aus denen ich gelernt habe, auch. Und da geht's immer darum, sozusagen, das passiert immer, wenn wir keine Räume mehr haben, um Gefühle wieder zum Fließen zu bringen, also um Emotionen wieder zum Fließen zu bringen. Und gerade natürlich Männer, die sich nur noch im Funktionieren befinden, haben diesen Raum nicht. In allen indigenen Kulturen, auch bei unseren Vorfahren, gab es gezielt rituelle Räume, wo diese Gefühle zum Fließen gebracht wurden. Und das ist aus meiner Perspektive heute das größte Problem, was Männer haben, dass es diese Räume nicht gibt. Also dass es keinen Raum gibt sozusagen, wo, wo es ganz normal ist, dass man einmal die Woche hingeht Und dort sozusagen die Möglichkeit hat, zum Beispiel indem man tief über den Atem reist. Also über den Atem kann man ziemlich gut übers Ego hinausreisen und auch diesen, diesen Widerstand in sich überwinden, der die ganze Zeit weglaufen will. Ah nee, komm, dann mache ich lieber meine Bankgeschäfte, ne, mache ich lieber meine Steuer, also bevor ich hier noch anfange zu fühlen, so, ne. Und, und das Und das wieder sozusagen normal werden zu lassen und auch zu spüren, es ist ganz normal, niemand hat Bock darauf. Ich habe auch keinen Bock darauf, ich mache das schon Jahre jetzt, ich muss mich auch jedes Mal dazu überwinden. Ist wie Sport machen, es ist wirklich wie Sport machen, ist wie rausgehen, laufen gehen. Das allererste Mal ist natürlich das Allerschwierigste, und das ist auch für jeden Mann so, das allererste Mal sich in so einen Raum zu begeben, so einen Raum zu begeben, wo man mit der Absicht schon hingeht, es geht hier nicht ums Funktionieren, es geht nur darum, dass ich jetzt in Kontakt komme mit dem, was in mir ist. Das ist natürlich die riesengrößte Herausforderung. Mit der Zeit wird es aber leichter, und irgendwann passiert es dann auch im Leben, dass diese Schwere aus der Kindheit, also was du beschrieben hast, auch dass manchmal einfach so emotionale Wallungen kommen, ne. Man hat irgendwie plötzlich eine Woche, wo vielleicht starke Wut ist, eine Woche, wo starke Angst ist, eine Woche— irgendwann ist das so, wie als wenn man sozusagen den Pfropfen aus einer Badewanne rauslässt. Und diese, diese ganze Schwere fängt an, sich zu bewegen und zu fließen. Und irgendwann kommt man in so einen Zustand, wo man wieder so Leichtigkeit erfahren kann, auch im Leben. Also wo das weggeht sozusagen, und man das Gefühl hat, hey, ich bin einfach da. Dann passiert natürlich wieder irgendein Mist. So, das ist Leben, deshalb hört es nie auf, ne. Also das ist ganz normal. Und sozusagen das, was aus meiner Perspektive das tiefere Ziel ist, natürlich Gefühle und Emotionen immer durch einen durchfließen zu lassen. Das bedeutet natürlich nicht immer, dass man jedes Mal ausrasten muss, wenn einen was wütend macht oder so, aber diese Wut zu spüren und zu merken, hey, da ist gerade was, was für mich nicht passt. So, irgendjemand hat was gesagt, gemacht, das passt nicht für mich, und das kann ich auch aussprechen. Da muss ich auch nicht— ich muss nicht jemanden dominieren, um das auszusprechen. Ich kann auch einfach so sagen, hey, das hat mich irgendwie verletzt, oder irgendwie, das passt irgendwie gerade was für mich gar nicht. So, und das immer schneller wieder zu spüren, das ist häufig eher tendenziell eine Aufgabe für Frauen, die häufig eher sozusagen über ihre eigenen Grenzen gehen, ihre eigenen Wut nicht spüren.
Und ja, ja, stark auf einer tieferen Ebene, das ist dieses Ganze wieder mit sich, mit sich in Verbindung zu kommen als Mann. Klingt immer so super abstrakt. Würdest du sagen, das ist jetzt der Kern, Emotionen aktiv wahrzunehmen, durch sich lernen, sie durch sich hindurchfließen zu lassen? Wie geht es überhaupt? Wie lässt man sowas durch sich hindurchfließen? Das ist eine Frage, die mir dann jemand stellen würde. Oder wie komme ich wieder in Verbindung mit mir, wenn ich das Gefühl habe, ich habe mich entfremdet von mir selbst? Was ja stattfindet durch die ganze Betäubung. Ich sehe es bei den egal ob es meine vierjährige Nichte ist, die jetzt schon durch YouTube Shorts scrollt, oder meine Schüler. Ich habe meistens so zwischen, keine Ahnung, erste, also im Moment auch erste Klasse teilweise, teilweise auch zehnte Klasse. Ich bin gerade im vollen Spektrum. Aber ja, diese ganze Ablenkung, die natürlich auch geschaffen wird, ne, ganz, ganz zu schweigen dann von diesem Gefühl, auch dazu zu gehören überall, ne. Ich meine, weiß nicht, ob du Six Seven hier kennst gerade z.B. oder sowas, ne.
Ich habe keine Ahnung, was es ist.
Ja, es ist auch nichts, ne. Also es hat, es ist einfach sinnlos.
Also ich habe es schon gehört, ich habe es noch nicht verstanden, was das sein soll.
Also es ist irgendein Basketballer oder sowas gewesen, der irgendwas mit Six Seven und mit den Händen so gemacht hat, und seitdem rasten alle Schüler von 1. bis 10. Klasse aus und rennen immer nur rum und machen Six Seven, Six Seven, ne.
Also es scheint auf jeden Fall auf einer tiefen Ebene was, also ganz tief hervorkommt. Das ist manchmal natürlich, also es machen Schauspieler auch, aus einer tiefen, also es scheint ja sehr viele Menschen irgendwie sehr stark berührt, so, also irgendwas.
Also, aber ich denke, es geht, das ist ja ein Zeichen auch dafür, was die Menschen eigentlich suchen. Sie suchen Zugehörigkeit, ne, sie suchen irgendwas, was sie miteinander verbindet, Zugehörigkeit auch die Kinder untereinander, aber natürlich immer unter diesem blöden Deckmantel der, ich bin zu cool für diese Welt, ne, keine Schwäche zugeben und Co. Das ist natürlich, war bei, also war bei mir auch nicht anders, als, als ich 15 war, ne. Aber es geht ja immer nur um Zugehörigkeit, und natürlich schafft sowas ganz viel Zugehörigkeit, natürlich ja, wieder mit dieser Maske, die davor ist, wie du denn am besten sein solltest als Mensch, ne? Ja, geinfluenced.
Ja, und also ich glaube, der— weil du auch gerade gefragt hast, hey, wie geht das, also wie komme ich wieder in Kontakt? Also ich glaube, es ist immer wichtig, sich Menschen zu suchen, die da sind, wo man gerne hin möchte. Also man spürt, hey, die sind im Kontakt und die sind den Weg gegangen, den ich vielleicht noch vor mir habe. Also ich glaube, das ist einfach ganz wichtig, weil es gibt einfach sehr viele Irrwege. Ich sehe das auch ganz oft, ne, also gerade Männer tendieren dann auch mehr noch dazu, hey, ich muss jetzt unbedingt, dann fliege ich jetzt in den Amazonas und gehe auf das Ayahuasca-Retreat, oder ich brauche jetzt irgendwie dieses $40.000-Coaching bei Tony Robbins, oder was es da nicht alles gibt. Also, ne, wo meistens sozusagen eigentlich häufig innerlich die Projektion draufliegt: Ich will einfach, ich will einfach wieder mich fühlen, und ich will, dass das Leben sich wieder gut und leicht anfühlt. So, und da sich jemanden zu suchen, und vor allem, also was man selber machen kann, auch ganz alleine, ist, sich im Alltag wieder zu Ruhezeiten zu zwingen, also wirklich zu zwingen, weil, und sich da, und da kann auch die männliche Energie sehr von Vorteil sein, oder wirklich zu sagen, hey, ich mache eine Stunde nichts.
Wie sieht es für dich aus, eine Stunde nichts zu tun, auf die Couch setzen, die Wand anstarren?
Ich bin immer im Wald. Also ich habe im Wald einen Ort, mit dem ich tief verbunden bin, und ich gehe in den Wald. Und was ich Menschen sozusagen mitgeben kann für ihren Weg: Einfach mal rausgehen in den Wald und einfach fragen an das, was du glaubst, wo wo du das Gefühl hast, auch wenn du vielleicht das Gefühl hast, ich glaube eigentlich an nichts, einfach mal fragen: Gibt es da einen Ort, der für mich ist? Gibt es einen Ort, an den ich, an dem ich nach Hause kommen kann? Und sich einfach mal durch den Wald führen lassen. Und wenn dann da dieser Ort ist, dann dort wirklich mal sich eine Uhr mitnehmen und wirklich mal eine Stunde sitzen. Und ich glaube, von den Menschen, die das jetzt hören, wird nur ganz geringer Teil wirklich schaffen. Ich beobachte das wirklich. Ich habe Freunde, ich habe denen das schon gesagt, die machen alles als das. Und das ist ja wirklich das Einfachste der Welt: Geh in den Wald, setz dich eine Stunde lang dahin und mach einfach nichts.
Das widerspricht ganz vielen Konzepten, ne? Es widerspricht dem Funktionieren, dem Ich-verliere-Zeit, dem Auf-einmal-werden-da-vielleicht-Dinge-in-mir-laut, die ich nicht hören will, oder Hey, was gibt's bitte Sinnvolleres, Sinnloseres? Alles muss ja seinen Sinn haben. Also es widerspricht natürlich ganz vielen inneren Stimmen, die unsere Gesellschaft uns auch auferlegt, ne?
Ja, aber es ist aus meiner Wichtigkeit, aus meiner Perspektive, dass der wichtigste Schritt, wie man anfangen kann, erstmal, weil die Verbindung kommt immer nur, wenn wir wieder in die Ruhe gehen. Also es kommt nicht beim 10. YouTube-Video von irgendjemandem, der da irgendwie seinen eigenen Weg beschreibt oder so. Also wir können Ja, ja, so, so, ich kann das sagen, du kannst das sagen, aber der Weg, das Problem ist bei den meisten Menschen, ist ja natürlich ihr Ego, also, oder dieser Anteil in sich selber, der immer funktionieren will. Unser Ego versucht uns immer sicher zu halten, und wenn wir gelernt haben, wir sind sicher in diesem Leben, wenn wir funktionieren, wenn wir ständig was machen, weil das als Kind vielleicht unsere Überlebensstrategie war, vielleicht diese Schwere von Mama und Papa nicht mitzukriegen, wo die sich gestritten haben, wo wir vielleicht mitgekriegt haben auf einer tiefen Ebene schon, was alles im Ungleichgewicht ist in der Familie, dann, dann ist das natürlich als Erwachsene, sagt unser Ego, wenn wir sagen, hey, wir gehen mal raus in den Wald, auch wenn ich das vielleicht nicht glaube, ich suche mir so einen Ort und dann nehme ich mir eine Stunde, dann sagt das Ego, ja, bist du dumm, so, nee, warte mal, wir werden sicher, wenn wir, wenn wir hier noch mal kurz in unsere ETFs reinschauen Wenn wir noch mal anschauen, wenn wir uns den nächsten KI-Kurs angucken, damit wir in 10 Jahren noch einen Job haben. Das ist, wie wir sicher sind.
Und ja, ja, alles braucht seinen Raum. Also ich mache das zum Beispiel auch über— also ich bin auch jemand, der sehr viel funktionieren will. Ich habe zum Beispiel so einen Sheet, wo ich jeden Tag einen Haken mache. Was habe ich erledigt? Und da ist im Moment, also ist immer so ein Fokus für mich, und mein Fokus ist gerade: Habe ich Sport gemacht und war ich alleine mit mir spazieren? Das ist quasi so ein To-do-Punkt für mich. Spazieren gehen und mit mir alleine sein heißt der. Eben weil im Alleinsein erst dieser Raum überhaupt entstehen kann, einen Bezug zu sich wieder zu finden. Weil wir gut— dieses Wort Entfremdung, ich weiß nicht, ich habe es irgendwo aus der deutschen Literatur, ich habe Deutsch studiert mal, und da ist dieses Wort Entfremdung glaube ich auch anders gemeint. Aber was ich meine, ist diese, dass die meisten Menschen sich gar nicht mehr mit sich selbst identifizieren, sondern dass sie sich eine neue Identifikation geschaffen haben und sich von sich selbst entfremdet haben. Und Ich denke, wenn diese Stille kommt und wir merken, okay, da kommen unangenehme Gefühle in uns hoch, dann ist es ein Zeichen dafür, dass wir nicht mehr in Verbindung mit uns und unseren Emotionen sind. Und Emotionen, wie der Name schon sagt, Emotion, also da entsteht eine Bewegung in uns, die, hast du vorhin auch schon gesagt, ein Signal uns gibt. Du darfst da mal näher hinschauen. Und näher hinschauen geht leider nicht übers Funktionieren. Und näher hinschauen, ja, erfordert auch, dass wir hinschauen. Und wir können nur hinschauen, indem wir zur Ruhe kommen. Ich war auf einem Seminar in Korfu letztes Jahr, wo es dann wirklich eine Woche um gar nichts geht. Ich muss nicht funktionieren. Da ist auch Handy verboten, Kontakt zum Partner verboten und so weiter. Man lebt dann nur eine Woche miteinander. Und da hast du richtig gemerkt, wie dieser Switch nach 2, 3 Tagen stattfindet. Der Seminarleiter, das ist der Fred, der hat dann gesagt, wenn wir von der— puh, jetzt müsste ich lügen— von der rechten in die linke Gehirnhälfte gehen. Ich weiß gerade nicht, eine ist für die Kreativität, die andere für die Kontrolle eher zuständig. Und du merkst richtig, wie dieser Switch stattfindet, wenn du nicht mehr im Alltag— ich muss noch die Wäsche waschen, ich muss zum Tischtennistraining, ich muss noch, keine Ahnung, meine Knie-Reha-Dinge machen und ich muss noch meinen Unterricht vorbereiten. Ach, was ist mit den Schülern? Welche Klasse will ich eigentlich nächstes Jahr? Das sind so lauter so Gedanken, die einen ja den ganzen Tag umtreiben. Und wenn du plötzlich in dieses, in den Wald gehst oder auf einen Retreat gehst und auf einmal in diesen Zustand des Ich-muss-gerade-gar-nichts-tun kommst, dann werden andere Stimmen laut. Also das ist tatsächlich so, da werden an, da kommen dann andere Stimmen in dir hoch. Und das sind ganz viele Stimmen, die dir erstmal sagen Was tust du hier für ein Schwachsinn? Was ist das gerade für ein Bullshit, den du gerade machst? Das ist doch total sinnlos. Dann kommt vielleicht so: Nein, keine Ahnung, Wolfgang und Felix haben das gesagt, tu das, das ist gut für dich. Hä, was soll daran gut für mich sein? Das fühlt sich gerade gar nicht gut an. Und ach komm, ich mache mir mal lieber Musik an. Ach, ich laufe mal lieber, statt hier jetzt stehen zu bleiben, dann sehe ich wenigstens was. Und also so, so, so sind meine ersten Erfahrungen damit gewesen, dass wir plötzlich wieder anfangen, in die Ablenkung zu gehen. In, ja, wie wir es halt von, von klein auf auch beigebracht bekommen haben. Und die, die, die Sache mit den Gefühlen ist ja auch, wir glauben, wir gerade wir Männer, ich weiß gar nicht, wie es Frauen geht, ich habe auch mit Frauen gearbeitet, aber nicht so viel, aber wir Männer glauben ja, dass wir aus allem immer irgendetwas gleich machen müssen. So, jetzt ist diese Emotion da, cool, okay, was muss ich damit jetzt tun? Was muss ich damit jetzt tun, dass sie weggeht? Das ist immer so, so dieser erste Impuls, glaube ich, den die meisten haben. Und das ist, ich habe ja auch Ayahuasca gemacht, das ist so eine Erkenntnis, die Ayahuasca mir gebracht hat. Das war übrigens in Berlin, das war nicht im Amazonas, ich habe es auf Copacabana in Berlin mal gemacht. Und das war meine große Erkenntnis mit den Emotionen, dass die Emotionen erstmal einfach gar nichts müssen, sie dürfen da sein. Sie dürfen da sein, sie dürfen gesehen werden, und dadurch fließen sie automatisch durch dich hindurch. Und dadurch, dass du die Emotionen nimmst und sie auch aufhörst zu beurteilen— ich habe gerade Angst, ich bin gerade traurig, das ist was Schlechtes, warum geht's mir so— dadurch verflüchtigen sie sich meistens automatisch, ne, dieses, dieses unangenehme Gefühl dahinter. Weil es ist völlig in Ordnung, traurig zu sein. Du wurdest vielleicht enttäuscht, du wurdest vielleicht verlassen. Ist auch okay, Angst zu haben. Wir haben es, wir haben alle Ängste. Ich habe jeden Tag wahrscheinlich 100.000 Mal Angst, ne? Aber es ist immer die Frage, ist es was, was ich unterdrücke, wovor ich weglaufe? Und Emotionen sind ja, also ich habe von meinem Schamanen dann gelernt, weil ich probiert habe zu verstehen, was, was, was waren das für, für Dinge und warum. Also ich bin dadurch meine persönliche Hölle gegangen in dieser Zeremonie tatsächlich. Habe tiefste Trauer, tiefste Wut. Haben die mich zu dritt, zu viert irgendwie durchgeleitet, weil das so intensiv war. Dann habe ich ihn danach gefragt, was soll das? Ich habe keine Bilder gesehen. Ich wollte doch meine Vision sehen. Ich wollte meine Vision sehen, weil das war so mein Ziel, dahin zu gehen. Wer bin ich? Was ist meine Mission im Leben? Wie mache ich die fette Kohle? Und was weiß ich, all diese Dinge, die man so im Kopf hatte. Und jetzt habe ich nur Trauer und Wut und sonst was erlebt. Hat er gesagt, das ist genau das, was du gerade gebraucht hast. Und das ist genauso gewesen, weil er hat mir dann erklärt, dass wir ganz viele Emotionen ja als Kinder schon erleben und auch als Erwachsene. Und wir können uns diese Emotionen wie Kinder vorstellen, wie Kinder, die— also nehmen wir mal an, eine Familie mit 5 Kindern. Ich habe 4 Geschwister, und da gibt's Kinder, die sind braver, und Kinder, die sind nicht so brav, ne. Die Trauer ist z.B. eher so das unerwünschte Kind, die Wut ist auch ein unerwünschtes Kind in unserer Gesellschaft. auch Ängste, was Unangenehmes. Und wir spüren als Kinder diese Emotionen, und wir kriegen von den Eltern ja auch von klein auf dann beigebracht: Oh, du bist traurig, okay, komm, wir lenken dich schnell ab, weil das ist kein schönes Gefühl. Und so sperren wir diese Kinder der Trauer, der Angst, der Wut, in ihre Räume ein, weil sie sind nicht willkommen. Und immer wieder, wenn sie da raus wollen, schließen wir wieder ab, bauen noch mehr Mauern davor und was weiß ich. Und irgendwann sind diese Kinder in uns drin eingesperrt. Die Freude, die heißen wir willkommen, oder glücklich sein, das ist alles, sind alles tolle Gefühle, das sind erwünschte Kinder. Und je mehr wir die unerwünschten Kinder unterdrücken, einsperren, umso höher werden die Mauern, umso dicker werden die Mauern, und umso krasser rebellieren diese Kinder auch, wenn sie gesehen werden wollen. Und das war für mich eine ganz tiefe Erkenntnis, die mir der Kinam da damals gegeben hat, weil wir, wir den Bezug zu diesen Emotionen nie finden können, wenn wir sie weiterhin einsperren und nicht als Teil von uns annehmen. Ich denke, darum geht's auch im Kern. Die Emotionen werden kommen, wenn du alleine im Wald sitzt, und es geht nicht darum, sie zu lösen oder wegzubekommen oder sie zu verstehen. Sondern es geht darum, erstmal sie wahrzunehmen und anzunehmen. Sie sind da und sie dürfen da sein und sie haben ihren Grund und sie haben ihren Platz. Und dann nehme ich es immer wie eine Zwiebelschale. Wir haben da 100, 200 Zwiebelschalen, um zu unserem Kern zu kommen. Und jedes Mal, wenn du diesen Raum dir selber gibst, Emotionen zulassen zu dürfen, spüren zu dürfen— keine Ahnung, du hast jetzt z.B. über Breathwork, so habe ich es vorhin verstanden, wahrscheinlich über Breathwork, oder keine Ahnung. Ich mach's über Breathwork, ich mach's über Meditation, ich mach's über Ayahuasca-Retreats, ich mach's über Männerkreise, in die ich regelmäßig gehe, wo dann systemische Arbeit stattfindet. Oder weiß ich nicht, vor 2 Wochen habe ich Zauberpilze genommen, da gehe ich auch in ganz tiefe Emotionen. Ich mach sowas einmal im Jahr wahrscheinlich zusätzlich, weil es mir, weil es mich unterstützt, auch an verborgene Dinge ranzukommen. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Power Breath zum Beispiel. Das habe ich schon paar Mal gemacht, auch das mich in diese tiefen Emotionen reinführt. Und was ich so krass finde, ist, wenn du— also es gibt, es gibt ein Weinen und es gibt ein Weinen aus tiefstem Herzen. Ich spüre richtig, boah, da kriege ich Gänsehaut. Ich spüre richtig, wie wenn diese Emotion aus tiefstem Herzen plötzlich kommt, dass mein Herz plötzlich frei wird. Dann spürst du das, weil das ist eine Emotion, die ist unaufhaltsam. Und dann ist es, ist es auch gut, wenn du Leute hast, die in dem Fall dann um dich sind. Und dazu sind eben solche Retreats gut, egal ob da dann geatmet wird oder irgendwas genommen wird. Im Endeffekt sind, sind es alles nur Methoden, um, um an verschlossene Dinge heranzukommen, die in unserem Leben uns nicht erlaubt werden. Ich kann jetzt nicht hier plötzlich mit dir im Gespräch, oder gleich wenn wir aufhören, mich entscheiden, hinlegen, und jetzt gehe ich in meine tiefsten Emotionen rein. Es ist ganz schwierig, weil ich da Kontrolle abgeben würde. Und ich muss ja funktionieren. Meine Frau kommt später, ich muss dann noch kochen, und um 1 Uhr habe ich einen Klienten, und was weiß ich. Es wird uns ja gar nicht erlaubt, in diesen Raum gehen zu dürfen, ne. Und deswegen müssen wir uns auch aktiv solche Räume schaffen. Sorry, ich bin gerade in den— also nicht sorry, ich bin gerade in den totalen Redefluss gekommen, weil, weil mich das Thema ja auch so packt. Aber ich denke, das ist der Kern des Ganzen. Emotionen sind auch als Mann genauso wichtig wie als Frau, auch wenn der Mann eher der logische Typ ist und die Frau, also meiner Erfahrung nach z.B., keine Ahnung, wie du das siehst, eher der emotionale Typ ist und da auch wesentlich mehr Wirbelstürme und Vulkane stattfinden, als es bei uns Männern ist. Glaube, es ist auch gut, dass wir davor verschont sind, aber Emotionen sind gleichermaßen, egal ob Mann oder Frau, der Kern des Lebens und auch, ich denke, der Wegweiser und Kompass schlechthin für unser Leben. Wo befinden wir uns gerade?
Ja, und ich glaube, unser Kopf neigt dazu, natürlich viele Geschichten zu erzählen und viele Erkenntnisse oder Dinge verstehen zu wollen, bevor man sie erlebt. Und ich glaube, das ist etwas, was ich vielleicht noch den Menschen, die uns gerade zuhören, mitgeben möchte. Also wenn ich Menschen begleite, sage ich immer, das Verstehen oder die Erkenntnisse kommen beim Gehen. Also während man ein Ritual macht, während man tief reist, während man sich dem Themen aus der Vergangenheit stellt und da auch die entsprechenden Emotionen und Gefühle hochkommen und Energien in einem hochkommen. Und es braucht auch nicht, dass man jetzt sagt, das ist Angst oder Wut. Deshalb spreche ich nur von Energien immer, weil es auch so ein bisschen, hey, dann habe ich, okay, es ist irgendwas, was in mir auftaucht, so, aber ich muss das jetzt irgendwie nicht direkt irgendwie einordnen, oder es muss jetzt nicht dies sein oder das sein, und dann kommen die Erkenntnisse, und dann kommt auch mit der Zeit immer mehr Wissen und Weisheit dadurch. Aber es kommt nicht vorher. Und wir sind es halt so gewohnt wie in der Schule, dass wir uns irgendwie auf die Klassenarbeit vorbereiten, auf diesen Punkt, wo wir wissen, hey, jetzt wird's anstrengend, oder irgendwie so, jetzt werde ich geprüft und ich will bestmöglich darauf vorbereitet sein. Und auf diesem inneren Weg ist genau das Gegenteil. Also du musst nicht vorbereitet sein. Je weniger du manchmal vorbereitet bist, desto besser ist es, weil du dich vielleicht mehr hingeben kannst. Es kommt einzig und allein darauf an, wirklich aus dem Herzen sich hinzugeben und in Räume oder sich Räume zu schaffen. Und am besten am Anfang erst mal natürlich mit anderen Menschen, also von anderen Menschen Räume zu betreten. Und irgendwann hat man dann so ganz tief wie diese Melodie gelernt. Also, ah, ich weiß, wie dieser Raum aussieht innerlich, ich weiß, wie es ist. Also, du hast jetzt angesprochen, du hast Ayahuasca genommen, du hast Psilocybin genommen, du weißt ja innerlich, wie dieser Raum aussieht, du weißt ungefähr, was passiert in dir innerlich, wenn du Ayahuasca nimmst, wie du vielleicht über dein Ego rübergeschliffen wirst und sich das noch anfängt zu wehren und, na, ich will nicht, ich will nicht, ich will nicht, und dann Paff, irgendwann bist du woanders. Und das Gleiche ist auch, wenn wir über den Atem reisen oder so. Überall ist es immer das Gleiche. Das Ego kommt, der Verstand kommt, der sagt, ah nee, scheiße, ich will auch noch Wäsche waschen, ich will noch dies, ich will das, das ist nicht der richtige Ort, nicht der richtige Mensch, mit dem ich das hier mache, das nicht die richtige Gruppe, scheiße, scheiße, scheiße, ich mache das lieber nächstes Jahr, weil dieses Jahr muss ich ja noch irgendwie meine Aktien machen und funktionieren oder was auch immer. All das kommt, das Und auch sich dem bewusst zu werden, dass unser Kopf— wir sind auch Tiere. Also wir sind viel näher sozusagen Schimpansen. Wenn man zum Beispiel sich den afrikanischen und den indischen Elefanten anschaut, dann würden wir beide sagen, ja, sind ja so Elefanten. Sehen keinen Unterschied. Wir sind von den Genen genauso wie Schimpansen. Aber wir sagen jetzt nicht, Das sind alles Schimpansen. So, so sagen wir nicht, weil wir natürlich, wir sind ja, wir wollen ja irgendwas Besseres sein, irgendwie. Da kommt auch wieder der Stolz. Und wir dürfen uns wieder erinnern, dass wir auch ein Teil von der großen Familie des Lebens hier auf der Erde sind und dass wir gar nicht so anders sind wie andere Lebewesen. Unser Problem auf einer tiefen Ebene ist nur, dass wir viel Arbeit brauchen, um Trauma und Verletzungen zu lösen. Weil wenn Trauma und Verletzungen sich in uns feststecken, dann geht unsere Energie von unserem Körper, von unserer Lebendigkeit und Leichtigkeit immer mehr hier oben in den Kopf und will alles kontrollieren wie so eine Krake. Und das ist auch der energetische Zustand, in dem wir gerade weltweit sind. Auch an diesem, wir wollen alles kontrollieren. Und da kommen immer Gedanken, die sagen, hey, ich muss das aber, ich muss dies, ich muss das. Wenn wir aber ehrlich sind, wir wissen alle nicht, wie die Zukunft aussieht. Und die größte Sicherheit, die wir im Leben finden, ist wieder so eine tiefe Verbindung zu kommen. Auch da draußen zur Erde, zu all den Lebewesen da draußen, vor allen Dingen auch zu unseren Vorfahren, da auch wieder die Verbindung zu aktivieren. Weil wir wissen das alle nicht, was kommen wird, und all die Sicherheit, die wir in dem System finden können mit Geld oder Status oder Macht, ist immer nur eine künstliche Sicherheit, die nie Schau dir die Menschen an da draußen, ne. Sie streben, der reichste Mann der Welt, Elon Musk, glaube ich gerade, schau dir die Beziehung zu seinem Vater an, und dann weißt du ganz genau, wieso er da ist, wo er gerade ist. Also wie er über seinen Vater redet, es gibt auch Dokus auf ARD, glaube ich, die man sich dazu anschauen kann, und zu seiner Mutter. Und dann siehst du, ah okay, ganz viel von diesen, von dieser Bewegung ist, ist daraus, hey, ich will Sicherheit. Macht. Ich will mich nie wieder ohnmächtig fühlen. Und wenn du dann Dokus siehst, zum Beispiel von Werner Fassbender, wo er mal eine Doku gemacht hat über Wovon träumt das Internet, hat er Elon Musk interviewt, und Elon Musk hat erzählt, dass er fast jede Nacht Albträume hat. Dann siehst du sozusagen, selbst die Menschen, wo vielleicht viele von, von Jungen, also vielleicht auch von deinen Schülern oder von jungen Menschen, nachstreben, hey, ich will mal so sein wie Elon Musk, ne, irgendwie, ich will der geborene Iron Man sein, der irgendwie dem niemand was anhaben kann. Hey, diese Menschen, die liegen da nachts wach, schweißgebadet und haben Albträume, weil sie versucht haben, im Außen eine Sicherheit zu finden, die man eigentlich nur im Inneren finden kann. Man kann die nicht im Außen finden. Man kann im Außen so viel Geld, wie man, wie man will, anhäufen. Es ist ja nicht so, dass er jetzt sagt, hey, ich habe jetzt, ich bin jetzt sicher. Ich höre jetzt auf. Jetzt mache ich das, jetzt mache ich das, was wirklich dem Leben, der Erde, den Menschen dient, was mir dient, was mir Freude bereitet, wo ich jeden Morgen aufwache und denke, so, ja, nice. So, so ist es ja eher nicht. Menschen, der ist getrieben, genau, und der versucht in diesem höher, schneller, weiter anderen Menschen die Geschichte zu erzählen, hey, das Klügste, was wir machen können, ist unsere Spezies irgendwo auf dem Mars zu schicken, wo ja kein Mensch leben will. Also es ist nicht unser Zuhause. Nicht unsere Heimat. Da musst du dann in irgendwelchen Blasen leben, die mit Sauerstoff gefüllt sind, und bist vielleicht froh, wenn du da irgendwie zwei grüne Pflänzchen siehst, die irgendwo raussprießen, und das war's. Also wir haben das ja in Filmen schon gesehen, wie das aussieht.
Also wer will das wirklich hier leben dürfen und die anderen alle weggeschickt werden? Ganz toll, tolles Szenario.
Ja, ja, wer will das wirklich? Niemand will das. Aber man kann auch gleichzeitig sehen, weil zum Beispiel Elon Musk jemand, der sehr traumatisiert ist, Irgendwann mal ist ein unglaublicher Geschichtenerzähler, ne. Also er hat ja eine unglaubliche Kraft. Also wie jetzt der Six-Seven-Typ, den du vorhin angesprochen hast. Ich kenne ihn nicht, ne, aber das scheint ja auch so in der Geschichte scheint ja so viel Kraft drin gelegen zu haben in dem Moment. Six-Seven, also weiß nicht, könnte mir sowas gar nicht ausdenken, ne. Und stell dir mal vor, du denkst dir sowas aus in dem Moment und hast so ein, bist so verbunden, dass du sozusagen das so auf einer tiefen Ebene schöpfst, dass die halbe Welt das dir nachmacht. Six-Seven für Jahre, das geht ja schon seit einem Jahr so oder so, ne. Das haben wir ja schon gehört. Und das ist Elon Musk halt auch auf einer tiefen Ebene. Und wir dürfen diese Menschen wieder daran erinnern, dass die Geschichten, die sie erzählen, alle Geschichten, die wir uns Menschen erzählen, alle Geschichten sind erfunden auf eine gewisse Art und Weise. Weil das Leben ist ein Mysterium. Wir sind kleine Lebewesen auf einer Erde in einem riesengroßen Universum. Unser Vater ist die Sonne, unsere Mutter ist die Erde. Also das sind die Energien, in die wir eingebettet sind, mit denen wir in Kontakt kommen, wenn wir geboren werden. Und dann ist da ein riesengroßes Universum und wir leben hier und wir versuchen irgendwie Sinn zu geben. Und wir können dieses Mysterium nie ganz greifen. Also niemand kann das sozusagen. Die Wissenschaft versucht das alles zu erklären und so weiter, aber Das Leben wird erst wirklich Sinn machen, wenn wir, also wenn wir ein Rezept lesen, dann macht das für uns auch, und dann denken wir so, ja okay, weiß ich nicht, ne. Aber Sinn macht es erst, wenn wir anfangen zu kochen und es schmecken irgendwann. Und das ist beim Leben genauso, wenn wir anfangen, sozusagen dem allen Sinn zu geben und zu leben und in Verbindung zu leben und vielleicht jeden Tag Mutter Erde zu begrüßen. Es ist ja nicht, ich habe letztens, ne, wenn man sich jetzt zum Beispiel mit den Epstein-Files da gerade Das ist ja, Instagram ist ja hoch und runter mit den, mit den Epstein-Files. Und was man zum Beispiel sieht, auch von zum Beispiel so spirituellen Führern wie Deepak Chopra, wenn ich das jetzt richtig ausgesprochen habe, der dann E-Mails schreibt von wegen, Gott ist ein Konzept, junge Mädchen sind real. So, also wenn man sowas zum Beispiel liest, dann sieht man, dass solche Menschen das Konzept überhaupt nicht richtig verstanden haben. Es geht nicht sozusagen, Gott ist kein Konzept an sich, sondern aus einer indigenen Perspektive, aus einer tieferen Perspektive ist Mutter Erde ganz real. Es ist nicht irgendwas, was wir uns ausdenken, was irgendwie, sondern wir sehen das, wenn wir rausgehen, in den Wald gehen, wenn wir raus, selbst wenn in der Stadt ist Mutter Erde, also überall ist es sozusagen. Und sich damit zu verbinden bedeutet, dem Leben auf einer tieferen Ebene zu dienen, weil wir können nur leben, wenn auch alles andere hier auf der Erde leben kann. Wir sind abhängig davon und das vergessen wir sozusagen. Und auf einer tieferen Ebene geht es immer darum, dem Leben zu dienen. Wir haben nur dieses Zuhause. Und wenn wir es nicht schaffen, sozusagen unsere Trauma, unsere schweren Energien, unsere feststeckenden Gefühle, die vielleicht von Generationen schon da sind, also das muss man auch dazu sagen, wir sind heute auch ja eine der ersten Generationen, also unsere Elterngeneration, aber wir Mein Vater ist '55 geboren. Wir sind eine der ersten Generationen, die ohne Krieg lebt. Zum Glück bisher noch. Also wo überhaupt gerade das erste Mal so ein Luftholen ist im Sinne von: Hey, jetzt geht es gerade wieder los und wir dürfen uns dem aber ganz bewusst sein, uns auch dagegenstellen, weil Kriege sind das Traumatisierendste für Menschen, was es gibt. Also es sind Generationen, die davon traumatisiert sind, von Vergewaltigungen und Kriegen. Und wir sind die erste Generation, die gerade wieder so ein bisschen aufatmet, wo, wenn man das auf einer größeren Perspektive sieht, das erste Mal die Möglichkeit überhaupt ist, in den Wald zu gehen und für Heilung und sich da mal hinzusetzen.
So, und das sage ich auch immer, wir sind gerade die Generation, die heilen darf, was an Wunden in unserer DNA noch ist, ne.
Ja, und ich denke, da tragen wir alle Verantwortung und dürfen immer mehr auch sozusagen diese Menschen, die sozusagen, sagen wir es mal so, unsere Gesellschaft beherrschen, nicht führen, weil sie führen sie sozusagen in den Abgrund. Also die Richtung führt in den Abgrund. Das ist uns eigentlich allen klar. Also wer— und also ich sehe das auch immer ganz viel. Ich rede viel über die Klimakrise und viele Menschen kommentieren bei mir auch immer noch: Ja, Klimakrise gibt es nicht, das ist nur Angstmache von den Eliten, die wollen, dass wir irgendwie keine Ahnung. Irgendwie uns kleinhalten. Und ich sehe auch die Energie, die viele meinen. Also viele mit der Klimakrise verbinden sie die Energie von: Ich muss mich einschränken, ich muss irgendwie mich zurücknehmen, ich darf nicht mehr dies machen, nicht mehr das machen, was mir vielleicht Leichtigkeit bringt. Und aus einer indigenen Perspektive ist das natürlich die völlig falsche energetische Bewegung. Also weil die energetische Bewegung geht eher: Hey, es geht darum, sozusagen in diese Leichtigkeit zu gehen und all das Schwere rauszugeben und, ne, und in die Fülle zu gehen. Und irgendwann kommt auch der Punkt, wo wir spüren, vielleicht Leichtigkeit und Fülle bedeutet nicht unbedingt, dass ich jedes Jahr nach Thailand fliegen muss. Vielleicht schaffe ich das auch irgendwann, ne, aber vielleicht braucht das ein paar Jahre, dann mache ich das, ist auch in Ordnung, kann man verhandeln mit sich. Ich mache das jetzt noch ein paar Jahre, ich brauche das. Und irgendwann findet man das vielleicht auch hier so wieder, ne, also dass man auch hier rausgeht und das Gefühl hat, hey, Ich fühle mich leicht irgendwie, es ist mega schön hier. Diesen Wald, den gibt es in Thailand nicht, den gibt es in Australien nicht, den gibt es nur hier.
Mega Landschaften. Also wir waren zum Beispiel auch, wir sind im Thüringer Wald mal gewesen und haben uns dann gedacht, boah, sind wir in irgendwelchen, in irgendeinem amerikanischen Nationalpark gelandet. Also oft sieht man glaube ich auch gar nicht, was vor der eigenen Tür es gibt. Das ist natürlich immer diese Sehnsucht nach der ferne, ne, die uns natürlich auch wieder propagiert wird über irgendeinen Außen. Ja gut, ja klar, weil klar, diese, wenn du nicht, wenn du nicht in den, auf Bali oder Thailand oder so, ich meine, ich war da auch überall schon, ne, ja, ja, seit 2019 jedes Jahr, davor gar nicht. Aber ist, ist auch was, was ich, also ich finde Bali z.B. schrecklich, also ich find es schrecklich, war da jetzt 2 Monate keine Ahnung, wie man sagen kann, hier will ich leben. Ja, ja.
Und das ist natürlich, also die Schamanen unserer Kultur heute sind halt, sind Werbeagenturen, ne, das darf man nicht vergessen. Also in indigenen Kulturen würde man sagen dunkle Magie, weil es sozusagen, weil sie Geschichten erzählen, die nicht dem Leben dienen, also die eigentlich Menschen auf Irrwege bringen sozusagen. Und die setzen natürlich aber auf einer tiefen Ebene auch unsere Projektionen. Also früher hatten die Menschen das Unbekannte vielleicht, oder die Sehnsucht war vielleicht ans Meer oder so, und da in die Weite schauen. Heute ist es dann Bali, Australien oder so etwas. Meer reicht nicht mehr sozusagen. Unser Kosmos ist nicht besonders groß. Wir haben verschiedene Bilder mit verschiedenen Sehnsüchten, Projektionen belegt, und darin bewegen wir uns. Und das dürfen wir auch uns erinnern und auch sehen. Man kann sich ja fast gar nicht dagegen wehren, sozusagen davon beeinflusst zu werden. Aber man darf sich das auch bewusst machen und hinterfragen, hey, wenn man Sachen möchte, auch mehr hinterfragen, was möchte ich da wirklich eigentlich? Also worum geht es mir eigentlich wirklich gerade, wenn ich Also jetzt auch mal abgesehen von Reisen, wenn ich das oder das will. Wenn ich jetzt ein neues Auto will, worum geht es mir eigentlich wirklich gerade? Also geht es mir um das Gefühl irgendwie, will ich wirklich irgendwie diese Mobilität haben? Will ich mich frei fühlen? Oder brauche ich diesen Status gerade? Brauche ich, dass irgendwie Leute sagen, hey cool, Wolfgang, Felix, dass ihr so ein neues Auto habt, Hammer. Coole Karre, so. Und dann auch zu überlegen, was liegt vielleicht da drunter? Also habe ich das Gefühl, dass fühle ich mich vielleicht nicht wertvoll gerade in dem Moment? Also habe ich das Gefühl, hey, irgendwie ich brauche das irgendwie vielleicht von anderen gerade irgendwie? Was ist da vielleicht, ne? Also und wenn man da sozusagen reingeht, dann unsere Kultur funktioniert komplett auf Mangel. Ne, also alles, was uns verkauft wird, wird mit dieser Mangelenergie. Hey du, dein Bart sieht nicht so cool aus, kauf dir einen neuen Rasierer, mit dem kannst du es ganz perfekt machen, und dann stehen alle Frauen auf dich, ne. Also wie so ein—
bitte?
Ich habe erst einen ganz neuen Rasierer, meiner schon bisschen älter, aber der ist auch super. Nee, aber so funktioniert halt alles. So funktioniert halt alles, was uns verkauft wird. Es wird sozusagen ein Mangel kreiert, der überhaupt eigentlich gar nicht da ist. So der Mangel, hey, du hast Australien noch nie gesehen, das ist unglaublich, so, ne? Und dann willst du dahin. Und sich dem ein bisschen mehr bewusst zu werden und zu sehen, hey, weil wenn wir aus einer Mangelenergie irgendwas machen, dann bleiben wir häufig in dieser Mangelenergie, ne? Dann reicht Australien nicht aus, dann wollen wir nach Australien, wollen wir nach Neuseeland, und wenn wir in Neuseeland waren, wollen wir nach Bali, und, und das auf den Kilimandscharo, nach Nepal und sonst was. Es geht ja gar nicht darum, dass man nicht reisen soll. Es ist ja auch vollkommen in Ordnung so. Ich glaube auch nicht, dass wir den Klimawandel oder die Klimakrise lösen, indem wir sozusagen individuell unser Verhalten einschränken. Also klar, wenn man merkt, hey, das ist mit meinen Werten nicht mehr übereinstimmend, also das kann ich nicht mehr sozusagen leben, dann kann man das machen. Und gleichzeitig braucht es aber einen systemischen Wandel. Also, und ich glaube, in dieser Energie zu verharren, wo wir uns gegenseitig irgendwie darauf aufmerksam machen, hey, musst du denn wirklich wieder nach Bali fliegen oder so, das bringt niemandem was, sondern eher das Gegenteil davon, dass wir alle gegeneinander kämpfen. So, ne. Und das ist natürlich damals auch von der Industrie relativ schlau gemacht worden, von BP schon damals mit dem ökologischen Fußabdruck, wo die Verantwortung vom System auf den Einzelnen sozusagen abgeschoben wird. Und das sehen wir ganz viel in unserer Kultur, ne. Also da, wo Da, wo wir jetzt gerade sprechen, wir sind ja auch zwei Menschen, die sozusagen aus dieser Bewegung heraus zusammengekommen sind. Es ist ja nicht sozusagen, dass ein Merz sich dahingestellt hat und gesagt hat: Hey, ich merke, wenn wir wirklich was machen wollen in Bezug auf die Klimakrise, dann ist, glaube ich, der allererste Schritt, dass wir einen inneren Wandel in unserer Kultur vollziehen, dass wir Menschen wieder helfen, in der tiefen Verbindung zu sich selber zu leben und in ihre Kraft zu kommen. Aber März vertritt das Kapital, also er wird— er sagt genau natürlich das Gegenteil, wenn man es energetisch betrachtet. Was macht März? Er sagt, du arbeitest nicht genug, streng dich mal an, so, und hier gibt es keine Hängematte mehr, so, ne.
Also er macht eigentlich genau das Gegenteil.
Ja, im Sinne von, also er setzt ja energetisch sozusagen wieder einen, wieder sozusagen Druck einfach. Also er verstärkt künstlich wieder diesen Druck, also wie jemand, der mit der Peitsche hinter dir steht. Also, und das dürfen wir nicht vergessen, also dass viel in unserer Welt immer noch so funktioniert. Also da steht jetzt jemand, der energetisch mit der Peitsche hinter dir steht: Geh arbeiten! Und sei nicht krank. So, und wenn wir nicht daran gearbeitet haben, dann ist auch so jemand, der einen Staat anführt oder uns anführt, ist so ein bisschen wie so eine Elternfigur energetisch in uns. Und jetzt haben wir so einen Vater, der mit der Peitsche hinter uns steht und sagt, sei nicht krank und geh schön arbeiten. So, und wir, wenn wir jemanden hätten, der wirklich dem Leben dienen würde, dann würden wir jemanden haben, der sagt, hey, hey, wir brauchen Ruhezeiten in unserer Gesellschaft wieder. Vielleicht müssen wir den Sonntag wieder aufleben lassen. Irgendwie gesellschaftlich als Tag, in dem es kein Handy vielleicht gibt, keine Medien, wo wir vielleicht als Kultur zusammenkommen, Rituale machen, wo wir Räume schaffen für Männer, zum Beispiel mit ihren Gefühlen in Kontakt zu kommen, wo wir uns vielleicht draußen im Wald treffen und uns erinnern, wieso wir eigentlich wirklich hier sind. So, ne, das wäre— aber dafür brauchst du natürlich Menschen, die ein tiefes Bewusstsein haben, und viele Menschen, die in dieser Hierarchie nach oben gekommen sind, die sind nie den Weg gegangen, nach innen zu schauen, sondern die haben versucht, im Außen die Sicherheit zu finden, die im Innen dann vielleicht gefehlt hat.
Also es geht ja im Endeffekt genau darum, wieder die Verbindung zu sich zu finden. Und das ist mir auch gerade klar geworden, als du von Politikern geredet hast. Also ich interessiere mich nicht für Politik. Halte mich da bewusst raus. Nicht weil ich nicht sage, mich geht es nichts an, aber es ist für mich so ein bisschen Selbstschutz. Die sind aber natürlich den Weg gegangen, den die Gesellschaft ihnen bietet, über die Leistung nach oben. Und ich glaube, den Weg sind wir beide ja auch mal gegangen und haben dann irgendwann aber festgestellt: War es das jetzt? Ist es das jetzt gewesen? Geht's darum im Leben? Und ja, ich habe, ich habe mir dann auch gerade so gedacht, ob, ob, ob solche Politiker überhaupt auf dieser Ebene denken wie wir, oder ob sie das einfach bewusst betäuben, weil sie wissen, sie könnten da oben gar nicht bestehen, wenn sie, wenn sie solche Meinungen plötzlich vertreten. Was denkst du? Haben die wirklich den Horizont für solche Gedanken?
Ich denke das, ich glaube nicht, weil es braucht viel Ruhe, um überhaupt an solche Gedanken zu kommen. Und es braucht aus meiner Perspektive auch eine Zeit, wo— also jede Entwicklung auch, die aus— wenn ich mir eine eigene anschaue und aber auch von anderen Menschen, wenn man Also das ist so eine Zeit braucht, um wirklich tief zu kommen, wo man die eigenen, wie soll man sagen, wie das eigene Image verliert. Also wo man plötzlich merkt, so hey, mir ist was anderes viel wichtiger als mein eigenes Image. So und wo vielleicht dann viele denken, hey, was macht denn der Wolfgang jetzt gerade? So ist jetzt irgendwie komplett durchgedreht, dass er da auf das Ayahuasca Retreat fliegt, ne? Oder bei mir, ich habe damals Schauspiel studiert, ich habe viele verschiedenste Sachen gemacht. Da haben auch viele gedacht so, ne. Aber, und man hat das ja innerlich in sich, man weiß ja ziemlich genau, welche Erwartungen die anderen an einen haben, die Eltern, die Freunde, die Partnerin. Und wenn man das nicht verliert, dann ist man immer in diesem, ich versuche die Erwartungen irgendwie zu befriedigen. Und gleichzeitig sind, glaube ich, Politiker oft Menschen, die tief in diesen Gedanken verwurzelt sind, dass man die Welt im Außen zu einem besseren Ort verändern kann. Also durch Maßnahmen, durch wir machen jetzt das oder dies oder jenes. Und dieses häufig sozusagen, immer wenn viele Sachen sind, ja, also es gibt im Leben ja immer zwei Pole. Es gibt ja nicht so die eine Wahrheit, ne. Man kann das Leben, wir können sozusagen, glaube ich auch, das sehen wir ja gerade auch ganz tief, wir können die Welt auch nicht nur alle im Innen verändern. So, und das sehen wir, ne. Also es braucht auch, dass wir unsere Stimme nach draußen bringen, zum Beispiel wie du jetzt mit deinem Podcast, dass wir aktiv sind, dass wir uns einsetzen für etwas. Und gleichzeitig darf halt diese Aktivität immer aus einer tiefen Quelle entspringen, aus uns selber, aus unserer eigenen Entwicklung, unserer eigenen Erfahrung. Und ich glaube, bei Politikern ist häufig sehr stark nur dieses Außen, ne, also nur Maßnahmen, nur— aber das nicht so viel Anbindung an, hey, Aber das ist jetzt, es gibt da mit Sicherheit Ausnahmen, aber grundsätzlich, wenn man über etwas spricht, dann ist es mal gut, das für sich auch inhaltlich einordnen zu können vielleicht. Und ja, und ich glaube, auf einer tiefen Ebene, wenn wir uns betrachten, was in unserem Leben, was sind also viele Schöpfungsgeschichten von indigenen Kulturen, gehen so los, Am Anfang war die Dunkelheit, dann kam der Gedanke und dann kam irgendwann das Wort. Und Schöpfungsgeschichten sind auch immer eine Referenz, wie etwas geboren wird in das Leben hinein, also in unser Leben hinein. Alles, was wir tun, fängt an mit Stille, Dunkelheit, mit irgendeinem Gedanken, der kommt, und dann für einen Gedanken, für den wir uns entscheiden, der dann vielleicht zu einem Wort, zu einer Tat wird. Irgendwann. Und ich glaube, wir dürfen uns wieder mehr in diesen Bereich kommen, wo wir spüren, dass alles mit Gedanken anfängt. Alles, was wir in der Welt sehen, dass auch alle— wir denken ja vielleicht manchmal, wieso ist die Welt so kaputt oder so in Unordnung? Und gleichzeitig, jede Unordnung, die wir in der Welt sehen, beruht auf irgendeiner Entscheidung von irgendeinem Gedanken von irgendeinem Menschen, der diese Entscheidung getroffen hat. Also die ganz bewusst die Entscheidung auch getroffen hat, vielleicht nicht bewusst im Sinne, was wirklich die Konsequenzen davon sind, weil er sich die Ruhe nicht gegönnt hat, um Entscheidungen wirklich zu überlegen. Also es ist irgendwie, weiß ich nicht, soziale Medien, ist das eine gute Idee? Ja, es gibt in unserer Kultur nicht die, nicht die energetische Möglichkeit von, ich mache etwas nicht, und das ist ein Riesenproblem. Also, weil wir haben nur diesen Fortschrittsgedanken. Alles, wo irgendjemand eine Idee bekommt, das wird gemacht, weil er dann den Gedanken denkt, wenn ich das nicht mache, macht jemand anders, und dann macht besser ich das. Na, wir sehen gerade vielleicht noch eine Sache, dann können wir aufhören. Wir sehen zum Beispiel gerade Peter Thiel, ich weiß nicht, du beschäftigst dich nicht so viel mit Politik, Peter Thiel hat sehr starken Einfluss auf die amerikanische Regierung. Peter Thiel ist gerade obsesst mit dem Antichristen. Peter Thiel baut aber selber Palantir, eine Überwachungssoftware für autoritäre Staaten. Aus seiner Perspektive ist der Antichrist ein autoritärer Staat, der die Weltherrschaft an sich reißt und alle Menschen und Geschäfte sind kontrolliert und können sich nicht mehr frei entwickeln und so weiter. Gleichzeitig entwickelt er selber diese Software und dieses Unternehmen sozusagen. Palantir ist auch die Software, die eingesetzt wurde in Israel, also in Genozid in Gaza. Und da sehen wir sozusagen, dass diese Menschen denken ihre Sachen nicht bis zu Ende, sozusagen. Die machen etwas und dann haben die sozusagen wie Angst vor sich selber. Also der Peter Thiel hat Angst vorm Antichristen, ist aber selber im Prinzip der Antichrist, wenn wir darauf schauen. Und das sehen wir ganz viel in der, in der Elite, dass, oder in Menschen, die halt auch unsere Kultur sozusagen anführen auf einer gewissen Ebene, dass die aus Urängsten heraus handeln. Also vielleicht nicht machtvoll zu sein, dann versuche ich halt, der Mächtigste zu werden, indem ich halt die mächtigste Überwachungssoftware habe, und habe dann aber selber eine tiefe Angst vor dem Antichristen. Also wie so eine Projektion auf mich selber eigentlich. Und ja, ich glaube, es ist sehr hilfreich, die Dinge länger und tiefer zu bedenken und in die Ruhe zu gehen für gesellschaftliche Entscheidungen. Und gleichzeitig dürfen wir auch uns daran erinnern, dass vieles, was wir in unserer Kultur sehen, nicht da ist, auch wenn es uns vielleicht erzählt wird, um dem Menschen und dem Leben auf der Erde zu dienen, sondern vielmehr, um Menschen ihre Machtposition zu sichern. Und das dürfen wir nicht vergessen. Auch wenn ein Merz etwas erzählt oder ein Elon Musk oder ein Trump oder sonst irgendwer. Es geht nicht darum, diese Menschen sind nicht da. Häufig haben sie nicht innerlich, die denken sich nicht vor einer Entscheidung, hey, wie kann ich dem Leben, wie kann ich den Menschen da draußen dienen, sondern es geht ihnen häufig darum, die eigene Macht zu sichern, die Macht von ihren Freunden zu sichern. Und ich glaube, das wird gerade immer in dieser Zeit immer klarer und vielen Menschen immer bewusster. Ja, und das ist glaube ich sehr gut. Dass das so ist.
Definitiv, ist auch immer so der, der, der Abschluss meines Podcasts, aber dazu kommen wir dann gleich, genau zu dem Thema. Felix, vielen lieben Dank für dieses echt tiefe Gespräch. Wenn ich meine Folgen alleine aufnehme, ist es manchmal gar nicht so einfach, in die, in solche Tiefen reinzugehen, weil ja nur mein eigener Erfahrungsschatz natürlich immer das ist, was ich da so ausbreiten kann. Deswegen bin ich da super dankbar. Also bist auch ein super reflektierter Typ, der sehr tiefe Gedanken hat. Kann mir vorstellen, mit dir kann man sich stundenlang, mit dir könnte ich mich stundenlang am Abend austauschen, wenn wir uns mal in echt sehen würden. Ja, hat mir riesigen Spaß mit dir gemacht, war ein ganz tolles Gespräch mit— gut, wir sind viel hin und her gesprungen, aber Im Endeffekt ist es auch egal. Es ist, denke ich, für jeden irgendwas dabei gewesen, der da ein bisschen näher hinschauen will, vielleicht auf sich, vielleicht auf das, was um ihn herum passiert. Sehr, sehr interessant oder sehr wertvoll auch der Gedanke, mal zu überlegen bei all deinen Aktionen: Warum tue ich sie eigentlich überhaupt? Hat mich selber auch in so ein paar Gedanken gebracht, ne? Warum tue ich gewisse Dinge überhaupt? Und ja, du, ich habe ja auch ein bisschen auf deiner Homepage geschaut. Du bist auch auf Instagram. Homepage, Instagram mache ich alles in die Shownotes von dir. Ja, ansonsten würde ich dir noch kurz die Bühne bieten. Gibt's irgendwas, was du noch unbedingt loswerden willst? Gibt's was vielleicht, wie kann man mit dir in Kontakt treten? Wie ist vielleicht so der Startpunkt mit deiner Arbeit? Wenn man mit dir arbeiten will. Genau.
Ja, super, vielen lieben Dank und sehr vielen lieben Dank auch also für das Gespräch. Hat mich auch sehr gefreut. Und ich finde es auch, dass generell einfach so Zweiergespräche, kommt man sehr tief, also viel tiefer häufig, als wenn man alleine anfängt, über sich Themen anzunähern, weil man sich gegenseitig auch den Ball so hin und her schieben kann. Genau, ich beginne jetzt ab Mitte, Ende März, geht bei mir neues Format los, wo ich Menschen mitnehme auf eine tiefe Reise, wo ich zum Beispiel auch zweiwöchentlich ein Ritual, eine tiefe Atemreise anbiete, um Gefühle, versteckende, zu lösen. Aber es gibt da noch viele, also wo es Kreise gibt, also wie Männerkreis, Frauenkreis, und gleichzeitig aber auch, wo ich die Kodexe weitergebe, die ich von meinen Lehrern empfangen habe und bekommen habe, also wo es so darum geht, Kodexe sind aus einer indigenen Perspektive immer eine Art, das Leben auf einer tieferen Ebene zu verstehen, also innerlich sozusagen für sich innerlich Referenzpunkte zu schaffen. Hey, jetzt gerade spüre ich, ich nenne das mal Ego, spüre ich das Ego, jetzt gerade spüre ich Abwehr, irgendwie dagegen was zu machen. Wie kann ich damit umgehen? Wie, wie, es gibt ganz viele verschiedene Kodexe und es geht immer darum, aber die in sich zu integrieren und zu seinem eigenen werden zu lassen. Wir brauchen immer Sprache, um uns so ein bisschen in dieser Dimension auch zurechtzufinden. Also wir haben alle irgendwie Wörter, die wir aufgeladen haben. Und ja, genau. Und wer sich da gerufen fühlt, dann kann sich gerne bei mir auf der Webseite anmelden. Das geht am 19. März los.
Genau. Okay, wie immer mache ich alles in die Shownotes. Ansonsten an die Zuhörer, ich schaue mal auf die Zeit, 1 Stunde 32 Minuten. Schön, dass du so lange dabei warst, bis zum Ende dabei warst. Und wie immer pure Dankbarkeit dafür, dass du dich entschlossen hast, bei dir selber näher hinzuschauen, dass du ja damit, dass bei dir Veränderung und in deinem Umfeld Veränderung stattfindet, du die Welt auch zu einem besseren Ort machst. Dafür kannst du ja selbst sehr dankbar sein. Dafür sind wir dir mit Sicherheit auch sehr dankbar. Die Welt braucht gerade so, so eine Veränderung, wie sie wahrscheinlich die Welt schon immer gebraucht hat. Es gibt immer so diese Bewegung, der Felix und ich halt auch angehören, die darauf aufmerksam machen wollen. Die, glaube ich, wir sind alle beide nicht zu sehr in unserem Tunnel, dass wir glauben, unsere Wahrheit ist die einzige Wahrheit. Gibt verschiedene Wahrheiten da draußen. Finde deine Wahrheit für dich selbst. Und ansonsten würde ich sagen, wünsche ich allen weiteren— wir haben gerade Aufnahme Donnerstag— tolles Wochenende und eine gute Zeit. Und bis bald!