#14 Frederik G. Pferdt | Wie du heute das Morgen erfindest | Autor
3 May 2025 · 62 min
Dr. Frederik G. Pferdt talks about inventing the future through daily habits like gratitude journaling and meditation. He taught empathy and uncertainty at Stanford, worked at Google, and now leads the Institute for Purpose and Flourishing at NYU. His core shift: stop predicting the future and start asking which one you want to create.
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Behind the Scenes von Menschen für Menschen.
Das ist genau dieser Aufruf und diese Metapher zu sagen: Wechsle deine Perspektive, dann siehst du was Neues. Und die Menschen kommen dann zu mir und wir haben dann so zwischen 45 Sekunden und 90 Sekunden Zeit. Und Menschen erzählen mir in dieser kurzen Zeit wirklich alles, was sie gerade beschäftigt oder was sie jetzt anders sehen oder was sie machen wollen, wie sie in Zukunft sein wollen. Und darauf schon eine Antwort zu geben. Und das Wichtigste für mich ist, in diesem Moment zuzuhören.
Liebe Behind-the-Scenes-Fans, es fühlt sich noch ganz verwirrend an, in diesem neuen Anzug zu stecken. Der passt zwar schon ganz gut, weil ehrlicherweise haben wir uns jahrelang darauf vorbereitet, so ein Rebranding und so ein Renaming an den Tag zu legen. Und so ein Mensch wie du fühlt sich natürlich in diesen 4 Podcastwänden, sag ich mal, unter BTS Behind the Scenes deutlich wohler als wahrscheinlich unter Startcast, weil du bist kein Startup. Deswegen erstmal schön, dass du da bist. Ich freue mich wahnsinnig, ich freue mich echt sehr, weil wir doch ein paar Bekannte haben, haben wir schon mitbekommen, habe ich jetzt schon mitbekommen, einfach mal deine Reise kennenzulernen, wo du herkommst, was du gemacht hast. Du bist eine faszinierende Erscheinung, wenn du hier so in den Raum eintrittst, und das meine ich sehr positiv. Du strahlst eine wahnsinnige Ruhe aus, und das ist total schön, weil das letzte Mal, als das jemand gemacht hat, das war ein gemeinsamer Bekannter, der Dominik, Genau, und deswegen, ich bin wahnsinnig voller Vorfreude darauf, was wir jetzt in der nächsten Stunde so besprechen. Schön, dass du da bist. Stell dich mal ganz kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Vielleicht, wie heißt dein Unternehmen? Wie auch immer.
Super, schön, dass ihr mich so warm hier auch empfangt. Freue ich mich wirklich und bin dankbar, dass ich heute da sein darf. Mein Name ist Frederik und Wir sind gerade auf Tour. Genau, vielleicht ist es so, was aktuell gerade bei uns los ist. Wir sind auf einer Zukunftsgeist-Tour. Wir sind jetzt durch 19 Städte in 3 Wochen gereist und haben morgens gespielt, mittags und abends, und sind durch die Nächte gefahren mit unserem Elektro-Tourbus, was eine tolle Herausforderung war. Und genau, und wir wollen Zukunftsgeist wecken bei Menschen, und wir haben zehntausende Menschen erreicht. War wirklich ganz, ganz wunderbar. Gestern noch auf dem Rocketeer Festival. Und das ist, was mich so umtreibt. Ich glaube, ich habe gar keine Jobbeschreibung oder auch keinen Titel oder irgendwas, sondern ich mache gerade einfach das, was mir Erfüllung gibt, was mir nicht nur Freude bereitet, sondern wo ich sehe, hier kann man Menschen nicht inspirieren, aber bewegen. Das ist mir ganz, ganz wichtig.
Das ist doch schön!
Genau, wenn du gerade schon beschreibst, dass ich eine Ruhe ausstrahle. Vielen Dank! Genau, das ist glaube ich auch, was ich bei Menschen bewegen möchte, dass sie in dieser doch wilden Zeit auch so ein bisschen wieder innere Ruhe finden, so ein bisschen dieses Fokussiertsein, diese Klarheit auch wieder zu finden. Klarheit, wenn es darum geht, was für eine Zukunft sie sich wünschen. Ich treffe ganz, ganz viele Menschen, die auf der Suche sind, auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: Was wird die Zukunft bringen? Das ist immer so die Frage, die mir gestellt wird oder die sich wahrscheinlich viele Menschen auch stellen. Und darauf gibt es keine Antwort, weil Vorhersagen funktionieren einfach nicht. Das sind Zukunftsvorhersagen. Und ich helfe Menschen, vielleicht eine neue, eine bessere Frage zu stellen. Und das ist die Frage: Welche Zukunft möchte ich erfinden? Und wie kann ich eine bessere, vielleicht radikal bessere Zukunft für mich erfinden?
Das ist sehr spannend. Also könnte man im Grunde sagen, du bist definitiver Realist. Also du glaubst an das, was hier ist, und nicht das, was man vor allem auch, das, was man aus sich selbst herausholen kann, in die Zukunft getragen. Also Selbstreflexion, zu schauen, welches Skillset hat man und was möchte, wo möchte man gegebenenfalls mal hin. Weg von dem Reinen. Ich kenne diesen Spruch, ich weiß nicht, ob du diesen Spruch kennst: What the mind can believe, the body can achieve.
Genau, wenn man sich vorstellen kann, kann man es auch erreichen.
Genau, ist das tief in dir drin?
Absolut. Für mich beginnt Zukunft nicht morgen und auch nicht im Äußeren, sondern für mich beginnt Zukunft in dir. Ja, und das ist ganz, ganz wichtig zu verstehen, sie beginnt in unserer Vorstellungskraft. Sich Zukunft vorzustellen, nicht nur an einen Ort sich vielleicht zu begeben oder diese Vorstellungskraft dafür zu nutzen, sich Zukunft als einen Ort vorzustellen oder eine Technologie oder die Menschen, mit denen wir uns in Zukunft umgeben möchten. Das ist ja immer so dieser Traum: In Zukunft möchte ich irgendwie an einem ruhigen Ort am Meer oder im Wald leben. Diese einsame Hütte, die haben wir, glaube ich, alle, die Vorstellung. Um dann ein bisschen Ruhe einkehren zu lassen und dann sich die Menschen vorzustellen, mit denen wir an diesem Ort leben möchten. Ich glaube, das sind zwei wichtige Fragen, die man sich stellen kann. Aber die wichtigste Frage ist: Wie möchte ich mich in Zukunft fühlen? Und darauf eine Antwort zu finden, ist, glaube ich, eine schöne Herausforderung. Dieses Gefühl von: Möchte ich mich frei fühlen, geliebt, zugehörig, gesehen, mutig? Neugierig. Na, das sind alles so Gefühle, die wir vielleicht in Zukunft mehr fühlen möchten. Und für mich ist spannend, wie ich Menschen helfen kann, Klarheit über dieses Gefühl auch zu bekommen, um dann die richtigen Schritte zu gehen, die kleinen Experimente auszuprobieren, um vielleicht heute schon genau nicht nur dieses Gefühl zu erleben, zu spüren, sondern in die richtige Richtung zu laufen.
Mensch, das ist toll! Das bin ich fast zu Tränen gerührt, weil das eine, das eine ganz schöne Reise, die da Menschen machen müssen. Auf der einen Seite kommunikativ, ich predige das ja in dem Podcastformat sehr viel, dass ich viel Therapien gemacht habe schon, einfach weil ich selber wissen will, wer bin ich, und auch das Beste nicht nur für mich, sondern auch für andere sein möchte, erstmal für mich, aber auch für andere sein möchte. Und dieses, was du da gerade beschrieben hast mit, wie möchte ich mich fühlen, ist in Zeiten von dieser Angst, die da draußen steht, mit wird die KI meinen Job übernehmen oder nicht, ist es einfach auch mal wieder zurückzukehren zu der Frage, wer bin ich, wie viel wert bin ich, vielleicht auch wie viel wert bin ich, also Selbstwert. Aber auf der anderen Seite auch, wie kann ich ausdrücken, was in mir drin ist, diese kommunikativen Regeln. Ich habe mal gemerkt, als wir die erste Sitzung hatten, bin ich auch mit meinem Monolog fertig, mit der ersten Sitzung hatte, wie schwer ich mir getan habe, auf den Punkt zu bringen, wie ich mich fühle. Das ist so schwierig. Und das war wirklich wie in diesem, in der Philosophie gibt's ja Sokrates, der diesen, diesen Strudel so beschreibt, so immer, immer, immer mehr Fragen stellen, damit es immer unangenehmer wird, so diesen Geburtskanal, so nennt man das, diesen Geburtskanal. Es wird immer enger, die Fragestellung wird immer enger, bis man dann mal zum Ziel kommt, auf von einem sehr langen Satz vielleicht auf 3 Worte, wie man sich fühlt. Von: Ja, eigentlich geht's mir gut, und ich habe dieses, das Gefühl, und das ist das und da und hier und da, hin zu: Ich fühle mich ermutigt. Und das ist schön, dass es Menschen wie dich gibt, die Menschen an der Hand nehmen, andere Menschen an der Hand nehmen und sagen: Wir gehen jetzt mal auf eine Reise zusammen. Toll, das hast du dir sicherlich hart erarbeitet. Du warst ja bestimmt noch nicht immer da. Also das ist ja nicht etwas, was im, was du mit, weiß ich nicht, wenn du so dein Zukunfts-Ich früher, als du, als du jünger warst, ausgemalt hast, wo möchtest du mal sein, war das ja wahrscheinlich noch nicht das Bild. Und du hast ja bestimmt auch eine berufliche Reise hinter dir gelegt, dass du die dir ja irgendwann mal dann auch abgelegt hast und gesagt hast, ich möchte jetzt das machen. Wollen wir vielleicht mal so ein bisschen in deinen persönlichen, ja, Lebensweg eintauchen, bis hin zu der Entscheidung, dass du du der bist, der Frederic jetzt bist, der sich diese Zukunftsfrage selbst mal gestellt hat.
Sehr gerne, ja. Und danke, dass du das mit mir teilst, auch deine Reise und wie du nicht nur reflektierst, sondern wirklich nachdenkst über die Frage, wie ich mich jetzt fühle. Und für mich auch eine ganz wichtige Frage ist nicht nur, wie ich mich in Zukunft fühlen möchte, sondern Und auch nicht nur, wer ich bin und wer ich in Zukunft sein möchte, sondern wie ich in Zukunft sein möchte. Ja, ganz zentrale Frage: Wie möchte ich denn in Zukunft sein? Weil das hilft uns dann auch wieder zu verstehen und vielleicht auch uns vorzustellen, wie möchte ich denn in dieser Welt sein, wie möchte ich mit anderen Menschen sein, wie möchte ich aber auch mit mir selber sein, wie möchte ich mit mir selber umgehen, wie umgehen? Wie möchte ich mit anderen Menschen umgehen? Und das ist, glaube ich, eine ganz, ganz tolle Frage, die man sich jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend, rund um die Uhr immer wieder stellen kann. Weil wenn man sich diese Frage stellt: Wie möchte ich in Zukunft sein? Dann kommt man auf Worte wie: Ich möchte offen sein, oder ich möchte neugierig sein, oder ich möchte optimistisch sein. Ich glaube, das ist auch etwas, was sehr viele Menschen wieder erlangen möchten, ist dieser Optimismus auch zu leben. Und du hast vorher gesagt: Ich bin Realist. Ich würde mich eher als radikalen Optimisten beschreiben, weil ich eben versuche, mir bewusst zu sein, wie ich auf die Welt schaue, und mir auch meine 24 Stunden immer so bewusst gestalte, dass ich mit den Menschen Zeit verbringen möchte, die mir gut tun und die auch Gutes in der Welt tun. Und das ist eine bewusste Entscheidung.
Schön, dass du dann heute hier bist.
Genau, danke, dass ich mit dir hier sein darf und auch mit den Menschen, die die mir eben gut tun und die auch Gutes in der Welt tun. Und das sind, glaube ich, zwei Dinge, die ganz, ganz wichtig sind, weil da gibt's ganz, ganz viele Menschen in dieser Welt, die wahrscheinlich dir nicht gut tun und die auch nichts Gutes in der Welt tun, und denen einfach keine Aufmerksamkeit zu schenken, weil das hilft dir auch wieder, dieses innere Gleichgewicht zu finden und auch wieder zu verstehen, wo liegt auch mein Wirkungskreis oder was kann ich auch beeinflussen.
Ist aber sehr schwierig. Also ich tue mir damit sehr schwer, um jetzt mal offen zu sprechen, nicht allen gefallen zu wollen. Als Dienstleister bist du fast schon verdammt dazu, in Zeiten wie diesen everybody's darling zu sein. Das habe ich abgelegt, aber auch noch nicht zu 100%. Also mittlerweile haben wir die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, ist mir deutlich mehr wert als das Geld, das ich andererseitig verdienen könnte. So, das habe ich früher gedacht, weil ich dachte, ich muss Geld verdienen, um meinen Kindern gerecht zu werden. Meine Kinder spielen mit dem Schuhkarton. Und finden das viel geiler, wenn ich mir den aufsetze, zwei Löcher reinschneide, und das kostet 95 Cent vielleicht, wenn überhaupt. Ist eigentlich Abfall, mit dem die dann gerne mit mir spielen. Hauptsache, die haben Zeit mit mir. Und ich finde, Kinder haben ein deutlich besseres Verständnis davon, was sie wollen, und können es auch deutlich besser ausdrücken, was sie wollen. Along the way verlieren wir das, und wir müssen eigentlich wieder so zurückkommen zu unserem kindlichen neugierigen Wesen das ausdrücken kann und sich auch vor allem trauen kann zu sagen, das möchte ich, ohne gewertet zu werden. Und ich glaube, du bietest da einen wahnsinnig schönen Raum, dass man das kann, sonst hätte ich das jetzt ja auch noch nicht erzählt.
Ja, ja, ich bin vielleicht genau dieses Kind, das nie erwachsen werden sein möchte, oder nie auf— nie diese Eigenschaften, die Erwachsene dann irgendwann mal zeigen, wenn sie weniger neugierig sind und das für andere Werte irgendwie austauschen. Ich glaube, das ist etwas, was ich in meinem Leben immer wieder beibehalten habe. Ich behalte nicht viel bei, weil ich eben sehr, sehr radikal bin, neugierig bin und auch immer offen für Neues und immer am Ausprobieren und Experimentieren. Aber so dieses kindliche Beibehalten, wie man auf die Welt schaut, auch dieses teilweise naives Vertrauen in Menschen, das ich immer wieder mitbringe, Hast du das grundsätzlich? Absolut, genau. Das ist so, wo ich immer Menschen vertraue, mit allem und in allen Situationen. Und das sind genauso kindliche Eigenschaften. Kinder vertrauen auch jedem Menschen erst mal oder probieren sehr viele Dinge aus und entscheiden sich dann für das, was ihnen Spaß macht, was sie erfüllt, wo sie sich auch wohlfühlen. Genau. Und ich habe mir das in meinem Leben eben teilweise beigebracht und hatte eben auch die Möglichkeit, mit ganz, ganz vielen tollen Menschen in meiner Karriere oder in meinem Leben eben auch Dinge auszuprobieren. Genau, ich habe mich dann mal auf eine 10-Tages-Reise begeben in der Wüste von Joshua Tree vor einigen Jahren und Habe mich in einem Silent-Meditation-Retreat 12 Stunden pro Tag auf ein kleines schwarzes Kissen gesetzt und habe nur meine Atmung beobachtet, wie der Atem überhalb der Oberlippe in die Nase fließt und wie er wieder rauskommt aus der Nase. Für 12 Stunden, 10 Tage. Danach sieht man die Welt klarer. Ist eine unglaubliche Herausforderung, weil man dann erstmal versteht, wie sein Geist, wie sein Gehirn eigentlich denkt.
Wann war das?
Das war vor 4 Jahren.
Also schon in dieser ganzen Social-Media-Zeit?
Genau, ja. Man gibt natürlich das Telefon ab, man darf nichts aufschreiben.
Für mich auch hier interessant, so wäre das jetzt vor 10 Jahren oder vor 12 Jahren gewesen, hätte sich ja doch noch mal einiges getan. Jetzt dadurch, dass du sagst, hey, das war vor 4 Jahren, also so während Corona, während Corona ja noch oder am Ende von Corona oder währenddessen jetzt 2021 ist, währenddessen ist ja schon spannend, weil wir werden so von außen bestimmt, das Handy vibriert, diese kleinen Smartphone-Teufel sind ja absolute Waffen dafür, uns permanent auf online zu trimmen und auch zu verführen. Und das ist, ich lass das jetzt sehr negativ klingen, aber es ist ja auch irgendwie so, es stehlt uns ja Zeit. Ja, es ist so wie bei Momo, so diese Zeit, so wie so Zeitdiebe sind die, und Ich muss sagen, das, was du gerade berichtest, da mal Handy abzugeben, raus zu sein, das ist sehr schwierig.
Ist eine tolle Möglichkeit, sich besser zu verstehen und auch Gedanken klarer zu sehen und auch Gefühle richtig zu spüren, Emotionen und wie sie sich auch verändern.
Was hast du da gelernt über dich? Was hast du da gespürt? Was hat sich verändert?
Viele Dinge, ne. Ein Beispiel ist, dass man— du sprichst gerade vom Smartphone, ne— in meinem letzten Silent Meditation Retreat, das ging 7 Tage, Spirit Rock in Kalifornien, muss man das Handy oder durfte man das Handy vorne abgeben, ne. Das war ein kurzes Ritual, das Handy auszumachen, dann 7 Tage eben Ruhe, und dann am letzten Tag In der letzten Stunde wird man eingeladen, seine rechte Hand auf sein Herz zu legen und dann das Smartphone vor sich zu legen, das noch aus ist, und dann mal zu spüren, was passiert, sobald du nur daran denkst, wenn das Smartphone jetzt angemacht wird, wenn ich es anschalte.
Herzrasen.
Herzrasen, absolut. Schweißperlen. Der Körper ändert sich. Man ist aufgeregt.
Die Atmung wahrscheinlich sicherlich auch.
Genau, man atmet schneller. Nur durch diesen Gedanken an: Jetzt kommen Nachrichten rein, jetzt kommen Messages, jetzt kommen die E-Mails, die Notifications, was auch immer. Und es ist unglaublich, das ist Wahnsinn, wenn man das sich mal wirklich physisch dann, wenn man das erlebt. Und das machen wir ja tagtäglich, morgens der erste Griff für viele zum Smartphone.
Wahrscheinlich noch, ich habe das irgendwann mal so eine Anekdote oder so ein Meme gesehen, so es war, es ist gar keine Frage mehr, ob später, es war immer, machst du den ersten Blick aufs Handy vor dem Toilettengang oder währenddessen? Also quasi bevor du aufstehst, gehst du, wenn du auf Toilette gehst, schaust du davor aufs Handy oder währenddessen? Gab kein Danach mehr. Und das so spannend, eigentlich auch mal so langzeit-studientechnisch spannend zu sehen, was macht dieser permanente Stress mit uns? Weil wir sind ja kontinuierlich unter Stress. Also das ist ja ein Aussetzen unter Herzenstressbedingungen eigentlich schon fast ein Verbrechen, was da an der Menschheit begangen wird. Also auf der einen Seite ein Wunder, weil wir sind connected und wir können miteinander sprechen, aber auf der anderen Seite auch so diese sinnlose Sucht, die da erzeugt wird von: Ich muss immer am Ball bleiben, ich bin sonst nicht mehr wichtig, ich bin sonst nichts wert, wenn ich da nicht mitmache, oder?
Ja, da sind wir wieder bei der Frage: Wie möchte ich denn in Zukunft sein? Und wenn ich jemand sein möchte, der eben auch Ruhe ausstrahlt, der nachdenkt, der andere Menschen ermutigt, der freundlich ist, liebevoll, dann ist es ja meine Wahl. Genauso kann ich ja auch auswählen, wie ich und was ich konsumiere, was ich in meinen Geist sozusagen lasse und in meinen Körper. Ich wähle ja auch jeden Tag aus, was ich esse und was ich trinke. So kann ich eben auch auswählen, was ich konsumiere und wie ich denn eben auch mein Verhältnis mit meinem Smartphone lebe.
Und wie schafft man das? Weil ich tue mir da schwer. Ich rede mir das jeden Morgen ein und ich habe da früher sicherlich aggressiver reagiert, wenn meine Frau mich angesprochen hat. Also aggressiv bin ich nicht, aber gereizter reagiert, wenn meine Frau mich angesprochen hat und gesagt hat: Hey, leg doch jetzt mal das Handy weg. Mittlerweile bin ich da so, dass ich sage: Danke, dass du mich drauf angesprochen hast, tut mir leid. Dass ich gerade diesen komischen Dingen oder irgendwem auf diesen komischen Dingen mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht habe als dir. Mittlerweile bin ich da auch reflektierter, aber ich kann das nicht, mein Business so, und ich gefühlt bin ich permanent am Business machen. Das bin ich natürlich nicht.
Genau, dann ist man wohl immer fremdgesteuert, ne? Das so ganz faszinierend, dann ist man von den Notifications, den News, den, der Negativität, die ja ständig dann morgens in unser Schlafzimmer, in unseren Geist kommt, wenn wir noch nackt sind. Wir sind ja dann noch völlig frisch und aus dem Schlaf aufwachend, lassen wir da Hunderte von Dingen in unseren Geist, der uns, das uns ja stark beeinflusst. Und ich sag dann immer, man kann dann ausprobieren, einfach mal anders zu sein, und anders zu sein mit der Beziehung seines Smartphones beispielsweise. Dann gibt's so schöne Begriffe wie Own Your Morning, also sich einfach mal überlegen, wer kontrolliert denn meinen Morgen?
Hast du einen eigenen Podcast?
Ich habe einen eigenen Podcast, genau, der nennt sich The Future Is How, wo wir der Frage nachgehen, wie kann ich denn eine bessere Zukunft erfinden?
Ja, das ist toll, weil das wollte ich dir gerade sagst, wenn du das noch nicht hättest, hätte ich dir genau das jetzt vorgeschlagen, weil das, das, den höre ich mir sofort an. Wenn so kleine Lebenstricks von jemandem, der das, der einfach schon viel, also mein Problem ist immer, es gibt Menschen da draußen, die versuchen, mir ein besseres Leben zu versprechen mit Praktiken, die sie selbst nie ausprobiert haben. Das ähnlich wie, was ich vorher beschrieben habe, warum wir diesen Podcast machen, so, oder wie wir hier gelandet sind, wie wir jetzt eigentlich hier gelandet sind, dass wir miteinander sprechen. Ich kann niemandem was anbieten, wenn ich es nicht selber ausprobiert habe.
Genau, ja.
Und dadurch, dass du schon so viel gesehen hast, kannst du heute mit Fug und Recht behaupten, das hat mir gutgetan, deswegen kann ich dir sagen, das könnte auch dir guttun. Own your morning. Diese 5 Tipps kann ich dir geben, damit du deinen Tag einfach wiedergewinnst. Es kann ja wohl nicht sein, dass wir gegen so ein kleines Mistding nicht ankommen. Genau, also ich schaffe es nicht.
Absolut. Und das ist so meine— Mission ist glaube ich zu groß als Wort, aber meine Herangehensweise ist auch, dass ich tief davon überzeugt bin, dass man andere Menschen nicht ändern kann und auch nicht ändern sollte, und man einfach Dinge vorleben sollte. Wie du sagst, also ich weiß nun nicht Bescheid über diese Dinge, sondern ich probiere sie immer selber aus und biete das dann anderen Menschen an als Einladung, das selber auch mal auszuprobieren. Und meine Kids halten mich da auch honest. Die sagen dann, also wenn du sie jetzt heute fragen würdest, ob ich morgens meditiere, ob ich morgens ins Eisbad gehe, ob ich morgens meine Liegestützen mache, ob ich morgens barfuß auf Nadeln steige. Das nicht, vielleicht, das könnte ich mal ausprobieren. Ich habe mir mal so Nagelkissen gekauft. Aber ob ich dann morgens barfuß eben erstmal durch den Wald laufe oder andere Dinge mache, dann könntest du jetzt anrufen und die würden dir das wahrscheinlich bestätigen. Also das sind alles Dinge, die ich dann auch tagtäglich vorlebe, nicht nur in meiner Familie oder so. Auch meine Freundinnen und Freunde, die wissen genau: Ach, der Frederik, der erzählt das nicht nur, weil er das irgendwo gelesen hat, sondern der lebt es vor. Und damit hast du natürlich eine Möglichkeit, andere Menschen auch positiv zu beeinflussen, weil sie das dann teilweise nachmachen. Also meine Kids kommen dann eben auch hoch und die sagen mal: Papa, klasse, das probiere ich jetzt auch mal aus.
Du kannst sie mitnehmen, aktiv. Du kannst sie aktiv mitnehmen, Teil davon zu sein.
Genau.
Und nicht passiv. Ich glaube, das ist das Wichtigste.
Genau. Und gestern auf dem Rocketeer Festival habe ich eben erzählt über diese Dankbarkeitsübung, die unglaublich spannend ist, sich 3 Dinge zu notieren am Abend. Das kann auch mit dem Smartphone sein. Und da sind wir wieder mit dem Umgang des Smartphones. Man kann natürlich unglaublich positive Dinge mit dem Smartphone machen und da schreibe ich meiner Tochter dann immer und sie schreibt mir 3 Dinge, die schön an dem Tag waren.
Wie alt ist deine Tochter?
Die ist 9, genau. Und jetzt können wir durch die Messages gehen und da siehst du genau 3 Dinge: I liked today.
Und was war es gestern bei dir? Sehr persönlich, aber was war es?
Heute Morgen um 4:41 Uhr: Sieht man: One thing I liked was I could finally land a front handspring. One thing I got to tell you that I'm making a book. Hat sie mir gestern erzählt, dass sie jetzt auch ein Buch schreibt in der Schule. One thing I did not like was I hurt my toe.
Das bedeutet, man ist auch eingeladen, nicht nur Dinge zu teilen, die man mag, sondern die man ganz bewusst auch nicht mag.
Genau, irgendwas, was Was eben genau, und um das wieder, das Bewusstsein zu trainieren, zu sagen, okay, auf was lege ich mich denn, auf was fokussiere ich mich denn, dann noch mal zu reflektieren, hey, es passieren ja eigentlich ganz, ganz tolle Sachen in meinem Leben, und dann ist man dankbar dafür. Ganz toll, die Studien zeigen, nach 30 Tagen denkst du anders.
Also wenn du nach 30 Tagen dir jeden Tag einfach mal 3 Dinge von, die am Ende des Tages wie so journaln, sagen, hey, was sind mir denn 3 Tage oder 3 Dinge, die mir vielleicht im Gedächtnis geblieben sind, gut, schlecht von heute, und dann denkst du nach 30 Tagen anders nach oder wirkst, lebst anders?
Genau, dann legst du den Fokus eben auf andere Dinge, dann schaust du automatisch, was sind denn Dinge, die, die mir gut tun, ja, verstanden, während des Tages. Und das habe ich dann mal andersrum ausprobiert. Ich habe es dann mal versucht, am Morgen zu machen, dass, dass man nach dem Aufwachen die ersten 3 Dinge, die man sich überlegt, sind, was sind denn 3 Dinge, auf die ich mich freue heute, die ich die ich mir wünsche. Und dann hat man so eine Vision von dem Tag, die vielleicht ganz anders aussieht. Und dann ist es eben nicht mehr fremdbestimmt durch irgendwelche Nachrichten, News oder Notifications, sondern dann habe ich mir 3 kleine Ziele gesetzt, die ich vielleicht an dem Tag erreichen möchte. Und dann wieder sich zu fragen: Wie möchte ich denn an diesem Tag auch sein?
Hat das geklappt sozusagen?
Absolut, genau. Ich habe mir heute vorgestellt, dass ich ein ganz tolles Gespräch mit einem ganz wunderbaren Menschen führen darf.
Und das ist das jetzt. Das geht runter wie Öl. Vielen Dank. Ich möchte doch noch mal ein bisschen auf deine Vergangenheit eingehen, einfach mal so zu hören, wo kommst du denn her? Weil ich finde das schon spannend, du hast dir das alles hart erarbeitet, wo du jetzt heute bist. Diese Frage von, wie möchte ich in Zukunft sein, ist ja eine sehr präsente, die du andere fragst. Wann hast du sie dir zum ersten Mal gestellt? Wann hast du gemerkt, dass dass das etwas ist, was du tun möchtest?
Genau, in unterschiedlichsten Situationen und Momenten. Ich bin aufgewachsen als vielleicht ein sehr, sehr schüchterner Mensch, bin ich immer noch, sehr introvertiert, sehr nachdenklich, aber immer auch mit der Lust, irgendwie Dinge anders zu machen. Also ich habe mich immer schon anders gekleidet oder vielleicht anders über Dinge auch nachgedacht und Habe dann irgendwann mal so eine Leidenschaft dafür auch entwickelt und immer mich zu fragen: Wie könnte man das anders sehen? Wie könnte man das vielleicht auch besser sehen? Und bin dann mit einem großen Schritt über einen kleinen See an den Bodensee von Ravensburg, Stadt der Spiele und Türme, nach Konstanz. Das war für mich ein sehr, sehr großer Schritt, weil es in eine Unsicherheit ging. Unsicher: Wen treffe ich dort? Mit wem? Darf ich jetzt die nächsten Jahre verbringen? Oder ist es das richtige Studium, das man sich aussucht? Oder sind es die— ist es der richtige Ort? Na, alle diese Fragen kamen dann mit auf diese Reise mit der Fähre über den Kleinen See.
Was hast du studiert?
Wirtschaftspädagogik. Genau, das war irgendwie so ein random—
wo ich—
ich wollte erstmal Koch werden, ne?
Perfekt.
Wollte eine Sushi-Bar immer mal eröffnen. Ich hatte aber leider, ich habe glaube ich 40 Bewerbungen geschrieben, mich hat leider niemand genommen, weil ich eben auch genau nicht die Ausbildung dafür hatte und nur die Lust daran, irgendwie zu kochen, hat damals noch nicht dazu gereicht.
Ist es gleich geblieben bis heute? Kochst du gerne?
Genau, ja, wir kochen eigentlich jeden Abend und machen da draußen ein Ritual mit der ganzen Familie, dass jeder mitkocht und immer wieder neue Dinge ausprobieren, aber auch das als ein sehr soziales oder einen sehr schönen Moment dann auch genießen, gemeinsam zu essen, und uns dann auch am Tisch 3 Dinge überlegen, tatsächlich als Ritual: Was war denn Schönes heute am Tisch? Und ich merke schon an deiner Reaktion, da lachen viele auch immer drüber.
Ich finde das schön.
Weil sie dann denken, das sind so kleine Dinge, die eigentlich übersieht man immer im Leben. Aber für mich sind genau diese kleinen Experimente, diese kleinen Dinge, die man im Leben ändert, die einen unglaublich großen Impact auf dein Leben haben, wie du lebst, wie du dich gibst, wie du mit anderen auch umgehst. Und das ist, glaube ich, was jeder wieder anfangen sollte zu sagen. Ja, das sind Dinge, die sind bekannt, wir wissen alle aus Studien, dass das uns gut tut und auch anderen Menschen gut tut, aber wir leben es eigentlich nicht, weil es dann immer wieder in dem Autopiloten, auf dem wir unterwegs sind, übersehen wird.
100%.
Und das möchte ich so wieder ein bisschen ins Leben rufen, dass Menschen, dass jeder die Möglichkeit hat. Ich beschreibe das als Zukunftsgeist, diesen, diese innere Haltung, die mutig Möglichkeiten entdeckt, dass man den immer wieder wecken kann, dass man den aber auch stärken muss, weil der immer wieder erlischt in unserer Welt, die durch sehr viel Negativität, durch sehr viel Komplexität, durch sehr viel einfach laut beeinflusst wird.
Wie schafft man das, dieses Ritual beizubehalten? Jetzt hast du ja quasi, jetzt hast du mal von 3 Dingen schon mal gesprochen: abends, abends beim Essen und morgens beispielsweise, immer 3. Warum 3? Warum die Zahl 3? Wird ja irgendwie, das sind die Studien, die eben das belegen.
Genau, kann man ja mal 4 ausprobieren oder 1. Genau, ist es ja absolut, ne, einfach mal anzufangen, ne. Das ist für mich immer wichtig, nicht zu lange sich dann in diese Studien einzulesen oder nachzudenken, sondern einfach mal ausprobieren. Das hat mich dann auch da in diese Wüste geführt, 10 Tage. Ich habe nichts drüber nachgelesen, wusste nicht, was mich erwartet, aber ich bringe halt eine Offenheit mit, ne. Offenheit ist ein ganzes Kapitel in dem Buch, dass man leben kann, eine Offenheit, und ich nenn es grenzenlose Offenheit. Wir sind jetzt auch im Tourbus unterwegs gewesen, ne, in 19 Städte, und wir hatten keinen Plan, Plan, wo wir übernachten werden, ne. Wir hatten so ein bisschen was organisiert natürlich für die Events. Gibt dann anderen Menschen auch so ein bisschen Sicherheit, dass man da auch tatsächlich was zu essen bekommt.
Aber diese Offenheit hat uns dann immer wieder neue Möglichkeiten an neue Menschen auch gebracht.
Absolut, genau. Und das war wunderbar, wenn wir dann stundenlang meistens noch nach den Events mit Menschen verbracht haben, die uns ihre Geschichte erzählt haben, die gerade ihre Herausforderungen mit uns geteilt haben, gesagt haben: Hey, das hat uns oder hat mir so geholfen, einfach mal, ob es dann ein Karrieresprung war oder wie man mit einer Krankheit umgeht oder einem Verlust im Leben von einem anderen Menschen. Und haben einfach mehr und mehr Zeit damit verbracht und wollten nicht irgendwie einem Plan nachrennen und sagen: Ja, heute Nacht haben wir ein Hotel gebucht, wir müssen jetzt los, sondern nee, wir dürfen noch mit diesen Menschen Zeit verbringen, wir leben Offenheit. Und das ist so ein Beispiel, dass das in meinem Leben dann auch wieder auftritt. Also ich lebe eben genau diese Dinge wie Optimismus und Offenheit und Neugier und auch Experimentierfreude. Einfach immer wieder ganz tolle Sachen ausprobieren, die uns allen zugänglich sind.
Jetzt haben wir 3 Branches, an denen ich gerade hänge. Der eine ist quasi: Wir sind rein chronologisch in der Geschichte noch in Konstanz angekommen. Genau, ja. Da möchte ich noch weiter einhaken. Das zweite ist der Baustein: Wie etabliert man diese 3 Fragen? Eine Frage: Antwortgeschichten, also was, 3 Antworten auf die Frage, was ist mir heute Gutes aufgefallen. Und das Dritte, was du gerade gesagt hast, da hake ich jetzt als allererstes mal ein: Wie schaffst du das? Weil das sind ja doch schon sehr tiefe Gespräche, die man da auch führen darf. Und das ist ja irgendwie, habe ich ja verstanden, nicht ganz deine Rolle zu sagen, ich bin jetzt Psychologe und therapiere Menschen, sondern du lädst Menschen ja nur zur eigenen Veränderung ein, sich einfach mal so auf sich selbst zurückzubesinnen. Erwarten Menschen, die dann zu dir kommen, auch Antworten auf diese Fragen? Wie zum Beispiel, wie gehe ich mit einem schweren Verlust um? So, das ist ja etwas, da kannst du ja mit denen drüber sprechen, aber eine Antwort darauf gibt es ja nicht. Hast du da gemerkt, dass sich auch so dein Publikum verändert zu dem, was du eigentlich dir irgendwann mal— weil du sagtest ja, Offenheit ist dir sehr wichtig. Du gehst ja auch offen an dein Publikum hin, da können ja Leute von bis sein. So, wusstest du, wer zu deinen Lesungen, Shows, wie auch immer man es, Konzerten, wie man es eben auch nennen möchte, kommt? Wusstest du das, wer da kommt? Also so vom Profil?
Keine Ahnung, genau. Wir hatten, ich glaube, die Jüngste war 5 Jahre, genau, und wir hatten Menschen, die waren 95.
Wow!
Wir hatten Menschen, die uns nachgereist sind, genau, also die haben Dreimal sind die aufgetaucht, genau, und haben dreimal sich diese Experience erlebt, haben diese Experience erlebt, genau, diese Erfahrung gemacht. Wir hatten auch Menschen, die sind nach 5 Minuten gegangen, dann aufgestanden und nie mehr wiedergesehen. Und wir hatten Menschen, sehr viele Menschen, die in Tränen ausgebrochen sind, nicht aus einem Grund, weil ich irgendwas Trauriges erzählt habe, sondern weil sie in sich was entdeckt haben, das schon immer da ist oder da war, das aber dann mal gelebt haben, ne. Also diesen Optimismus mal wieder zu finden, genau wie du beschreibst, in der herausfordernden Situation, ne, die wir ja alle haben, ne. Wir haben alle unsere Herausforderungen in unserem Leben, und wir können uns aber auch genau besser vorbereiten auf diese Herausforderung, indem wir, wie wir uns auf unsere Zukunft vorbereiten, indem wir unsere Muskeln trainieren, ne, indem wir uns stärker machen, aufs Alter vorbereiten, können wir auch unseren Geist trainieren, und auf unsere Zukunft vorbereiten. Und das ist ganz, ganz wichtig, weil man dann mit Herausforderungen ganz, ganz anders umgehen kann. Man kann dann eben auch Optimismus als etwas verstehen, das eine Wahlmöglichkeit ist. Ich kann mir auswählen, wie ich auf eine Situation schaue und wie ich auch auf Herausforderungen schaue. Und das ist etwas, was ich dann Menschen erfahren lasse. Und das sieht dann so aus, dass ich immer das Glück habe, dass man nach der Experience, nehme ich mir noch ganz viel Zeit, eben auch das Buch zu signieren, weil ich es eben personalisieren möchte und Menschen dort mit ihrem Namen was reinschreiben möchte, dass das für sie dann auch sehr, sehr persönlich ist. Weil wir haben ja hier einen Spiegel auf dem, auf dem Cover, ein total tolles Cover, sieht eben genau sich selber, ne, leicht verschwommen. Und wenn man die Perspektive wechselt, sieht man eben, dass dort verschiedene Farben in diesem Spiegel dann sich zeigen. Das ist genau dieser aufrufen, diese Metapher zu sagen: Wechsle deine Perspektive, dann siehst du was Neues. Und die Menschen kommen dann zu mir, und wir haben dann so zwischen 45 Sekunden und 90 Sekunden Zeit, manchmal geht's auch 5 Minuten oder 10 Minuten, und Menschen erzählen mir in dieser kurzen Zeit wirklich alles, was sie gerade beschäftigt oder was sie jetzt anders sehen oder was sie machen wollen, wie sie in Zukunft sein wollen, und darauf schon eine Antwort zu geben. Und Das Wichtigste für mich ist, in diesem Moment zuzuhören, den Menschen die Zeit zu schenken.
Das wichtigste Gut, was wir haben.
Und zuzuhören. Nicht irgendwie mit einer Antwort gleich zu kommen, so: Ja, ich empfehle dir das oder das, mach mal das. Und vielfach oder meistens habe ich keine Antwort, sondern einfach zuzuhören. Und dann kann man die Menschen in den Arm nehmen oder ihnen dann auch einfach dieses Geschenk machen, zu sagen: Danke, dass du da bist. Danke, dass du deine Geschichte mit mir teilst. Und das, Dankbarkeit zu zeigen, ist sehr, sehr, wie soll man sagen, sehr, kommt sehr selten vor. Die Menschen schauen mich dann immer überrascht an, wenn ich sage: Danke, dass du da bist.
Danke, dass du das mit mir geteilt hast. Das ist ja die größte Angst davor, offen zu sprechen, ist ja die Angst, verurteilt zu werden. Und wenn man sich aber dafür bedankt, dass man offen war, macht das ja was mit Menschen. Das macht Türen auf. Weil ich glaube, wir haben am Anfang mal von dieser kindlichen Freude gesprochen, Dinge zu teilen. Meine Tochter, ich bin ihr Safe Space. Habe ich auch gestern mal gelesen. Nur weil sie bei mir emotionaler ist, heißt es einfach nur, dass ich ihr Safe Space bin. Teilt alles brachial mit mir. Die ist eineinhalb, die weint, die lacht, die ist ein offenes Buch, was ihre Gefühle angeht, für mich. Aber das verlieren wir irgendwann aus Erfahrungen. Also es gibt wenig Leute, die so naiv offen sind wie du, so hast du es ja beschrieben. Und den Menschen naiv erstmal begegnen können und vertrauen, positiv. Meine Frau beispielsweise ist dann sehr anderes Beispiel, die hat sehr viel, der ist einfach bisschen was passiert in ihrem Leben, nichts allzu Negatives, aber einfach ein Vertrauensmissbrauch, und die tut sich wahnsinnig schwer damit zu vertrauen. Und da lernt man auch in der Paartherapie, die wir z.B. haben, wir haben auch so ein Muster, das wir eigentlich jeden Tag anwenden müssten, schaffen wir aber nicht, aber das genau dieser Baustein, von auf den ich gleich noch mal kommen möchte, Aber wir ermitteln da eben auch Dinge, die im Leben passieren, für die ich nichts kann, aber dafür in dem Moment verantwortlich gemacht werde. Und das sind einfach die Wunden von früher. Und alleine darüber zu sprechen löst so viel. Und dass dir da jemand gegenübersitzt und dich aussprechen lässt, dich wahrnimmt als das, was du bist, und sagst, du bist gut so, wie du bist, sei so. Fühl das, fühl Trauer, aber fühl. Das ist das Heilsamste, glaube ich, überhaupt. Und das brauchen Menschen, so eine kurze— ich verstehe sowieso nicht, warum Menschen was gegen Therapiesitzungen haben. Das ist eine Stunde, hört dir jemand zu, du kannst alles teilen. Deswegen ist das für uns extrem heilsam. Und das, was du eben sagst mit diesem Zuhören, aufeinander zugehen, Dankbarkeit zu zeigen, dass man das geteilt hat, das sind Dinge, die sind sehr wichtig in der Kommunikation. Und bei dem anderen, wir nennen das Einladung zur Liebe, das ist quasi, wir haben ein Ritual am Tag, so kitschig das auch klingen mag, haben wir sozusagen diesen Baustein, dass wir am Ende des Tages dem anderen einmal sagen, das fand ich heute richtig gut, das hast du heute richtig gut gemacht. Nicht allgemein, sondern das hast du richtig gut für mich gemacht. Wir werden aber auch bestraft, wenn wir es nicht tun, und zwar müssen wir dann mit einem selbst gewählten Ritual aussuchen, was der, also beispielsweise Nackenmassage, keine Ahnung, muss dann, wenn ich es nicht erfülle, wird quasi die Nackenmassage, muss ich quasi die Hanna am Nacken massieren, beispielsweise so. Und das finde ich eigentlich ganz, ganz schön, und das hat uns unsere Therapeutin daneben, oder unsere Coaching, keine Ahnung, wie man es auch nennen möchte, an die Hand gelegt, gesagt, macht ihr Und wenn ihr es nicht wahrnehmt, müsst ihr das machen. Das fand ich irgendwie ganz nett. Das ist so unser Baustein. Und da merke ich aber auch alleine, ich schaffe das sehr schwierig, das zu etablieren jeden Tag. Was legst du deinen Kindern, deinen Freundinnen, deinen Freunden, wem auch immer an die Hand, dass sie diese Praktiken wirklich durchziehen? Weil das eine ist, es mal eine Woche zu machen, das andere ist es aber mal ein Jahr, 2 Jahre wirklich als Ritual zu etablieren. Was würdest du da jemandem wie mir sagen? So, das, es ist ja nicht so schwierig, am Abend da zu sitzen und zu überlegen, was ist mir heute Gutes passiert, aber ich schaffe es nicht.
Genau, ich bin eben kein Ratgeber, ne.
Also, wie schaffst du es?
Ich kann, ich kann dich nur einladen und ich kann es nur vormachen, ne. Und dann so ein bisschen drauf hoffen, dass du es eben nachmachst, weil du dann vielleicht den Effekt bei anderen siehst und dann denkst du, ja cool, das kann ich eigentlich auch ausprobieren.
Und wie hast du es geschafft bei dir?
Die Hürde ist sehr, sehr, sehr, sehr klein, ne, weil das sind nicht Dinge, die brauchen sehr viel Energie, die brauchen auch keine finanziellen Ressourcen, die brauchen eigentlich gar nichts von dem. Wir haben aber immer wieder diese Ausreden, ne, die unser Geist produziert, weil unser Geist natürlich auch faul ist. Unser Denken braucht Energie. Und wenn wir anders denken wollen oder auch andere Dinge tun müssen, brauchen wir sehr viel Energie. Unser Geist braucht dann sehr viel Energie, und darauf hat er keine Lust. Der will einfach nur die Dinge machen, die bekannt sind, Autopilot, so machen. Genau, der Autopilot. Und sich das mal ins Bewusstsein zu führen und dann sagen: Okay, wie kann ich denn bewusst meinen Autopilot ausschalten? Und diese Energie, die dann aufgewendet wird, für etwas verwenden, das mir dann wieder gut tut. Und das ist einfach ausprobieren, genau, immer wieder ausprobieren und dann zu merken, wie man radikal besser wird. Und es hört sich jetzt radikal an, aber das ist absichtlich, weil man durch diese kleinen Dinge, die man dann ändert in seiner Routine, in seinem Ritual, in wie man mit Menschen kommuniziert, wenn man beispielsweise das Wort muss durch das Wort darf austauscht, Unglaublich kleiner Schritt, der unglaublich viel bewirkt. Ich muss nicht zum Arbeiten gehen, ich muss nicht den Podcast mit dir hier machen, ich muss nicht heute Abend mich mit meinen Freunden treffen, ich darf.
Es ist rein kommunikativ für einen selber schon.
Genau, und wenn man sich das dann wieder einredet, dann merkt man schon, dass dann, da kommt dann ein Lächeln hoch und sagt, klar, ich darf das heute machen, und dann hat man darauf auch wieder Lust, und dann Dann hat man eine ganz andere Herangehensweise an sein Leben, an die Zukunft. Und das sind so diese kleinen Dinge, die ich dann in meiner Familie, mit meinen Freundinnen und Freunden einfach vorlebe, indem ich dann eben genau dieses Wort darf vielleicht öfter verwende als das Wort muss. Oder dieses Wort aber, das uns auch immer wieder hilft, eine Ausrede zu finden, was nicht zu machen. Genau, und das hat mich in meiner Arbeit und in meinem Leben immer wieder begleitet, und das habe ich aufgenommen von anderen, habe es abgeguckt und habe es dann in meinen Lebensalltag übersetzt.
Schön, ja, schön, dass du das auch so für dich so durchziehen kannst. Was— jetzt kommen wir zu meinem dritten Zweig zurück— was ist denn in Konstanz dann passiert? Du hast da studiert?
Genau, und lag dann irgendwann mal im Krankenhaus für eine relativ lange Zeit. Das hat mich dann auf, ich glaube, es waren 53 Kilo, gebracht und nach der Operation haben mir meine Ärzte empfohlen, eben noch länger im Krankenhaus zu bleiben und eine gewisse Therapie und andere Dinge auch zu tun. Stand aber am nächsten Tag standen die Abschlussprüfungen an und ich lag dann eben im Bett, 53 Kilo, ziemlich schwach, hatte mich aber ziemlich gut auch auf die Prüfung vorbereitet und Habe mir dann überlegt: Okay, befolge ich jetzt den Rat des Ärzteteams oder gehe ich jetzt einfach mit meiner Infusion und schlepp mich sozusagen in den Vorlesungssaal und schreib die Prüfung? Und habe mich dann für das entschieden und hat alles funktioniert. Und am nächsten Tag darauf habe ich mich dann selbstständig aus dem Krankenhaus auch entlassen. Genau. Und das hat mir so gezeigt, Die Zukunft ist in meiner eigenen Hand. Und jetzt will ich nicht empfehlen, dass man sich immer diesen Ratschlägen, die sicherlich gut gemeint sind und auch das Beste wahrscheinlich für mich gewesen wäre aus gesundheitlicher Perspektive, aber ich weiß nicht, ob es für meine Denkweise, für meine innere Haltung auch das Beste war. Weil ich dann Mut gefasst habe und gesagt habe, das probiere ich jetzt einfach mal aus, ich gehe jetzt diesen Weg. Und das war so ein auslösender Moment, wo ich dann noch im Krankenhaus— kann ich mich noch erinnern, meine Eltern haben mich besucht— eine Zeitung aufgemacht habe und mir dann einen Artikel über Südafrika angeschaut und wie dort Startups gerade unterstützt werden, insbesondere von Black Female Founders. Und habe mich dann wirklich paar Wochen später in Kapstadt wiedergefunden und habe dann Businesspläne für Black Female Founders geschrieben, genau, und denen geholfen, ihre Ideen real werden zu lassen. Und das hat mich dann ziemlich schnell auch wieder gesundheitlich heilen lassen. Und aber auch, das hat mir so viel gegeben, anderen Menschen zu helfen, dass ich dann mir gesagt habe, hey, ich will eigentlich auf allen Kontinenten mal arbeiten, leben, um einfach immer weiter auszuprobieren, andere Menschen zu treffen, Leben kennenzulernen, Dinge auszuprobieren. Und das hat mich dann nach Shanghai, nach Buenos Aires, nach Long Beach, California, überall auf die Welt geführt, immer mit diesem Gedanken: Hey, das Beste kommt noch in deinem Leben, aber du musst dich bewegen, du musst in Bewegung bleiben, um genau diese Möglichkeiten auch zu entdecken. Und das hat mich jetzt heute hier nach München zu dir ins Studio geführt.
Also, wie gesagt, das geht runter wie Öl, wie du das erzählst. Erzähl mal, wie kommt es dann zu so einem Buch? Und erzähl mir vielleicht auch mal, was können Menschen auf deinen Shows— ich nenn es jetzt einfach mal Show— erwarten? Was ist das denn eigentlich? Weil wir haben jetzt so ein bisschen kryptisch davon auch gesprochen. Erzähl mir mal vielleicht erstmal, wie kommt es zu so einem Buch? Und dann, was passiert auf den Shows?
Genau, ja, ich durfte dann eben ins Silicon Valley. Ich habe glaube ich damals aus Konstanz noch, bin ja noch, habe da noch eine Doktorarbeit geschrieben und habe mir dann, ich glaube, 80 oder 90 Bewerbungen geschrieben an verschiedene Unis dieser Welt, weil ich einfach mal noch an anderen Dingen forschen wollte und war einfach neugierig. Und alle Unis haben mich abgelehnt bis auf Stanford. Genau, die haben dann gesagt, das klingt irgendwie so interessant, aber auch so vielleicht zukunftsgerichtet schon, dass sie mir eine Chance gegeben haben. Genau, und dann bin ich dort hingereist mit einem kleinen Koffer, um bei einer älteren Dame dann ins Obergeschoss einzuziehen in ein kleines Zimmer und bin dann tagtäglich mit dem Bus nach Stanford gefahren auf dem El Camino Real. Und man brauchte damals, ich glaube, es ist immer noch so, 1,50 Dollar in Münzen, um jeden Morgen in den Bus zu steigen, und genau 1,50 Dollar abends, um mit dem Bus wieder nach Hause zu fahren. Und mir ist dann was aufgefallen, und zwar in dem Bus, wenn ich dort eingestiegen bin, waren andere Menschen, genau, und am Abend waren immer noch die gleichen Menschen in dem Bus. Und das ist mir jeden Tag aufgefallen. Da dachte ich: Ist das Zufall, dass die immer zur gleichen Zeit dann auch wieder diesen Bus nehmen? Das war kein Zufall, weil die sind niemals ausgestiegen. Das waren Obdachlose, Homeless, die 48 Stunden in diesem Bus verbracht haben, weil dort war es warm, dort war es sicher, dort haben sie ihre anderen Menschen gehabt und Ich habe mich dann ziemlich intensiv dann auch mit diesen Menschen auseinandergesetzt, genau, und habe dann Empathie für mich gestärkt und gelernt. Und einer meiner ersten Kurse in Stanford war Empathie, um das anderen Menschen auch beizubringen, weil Empathie auch sehr, sehr viel mit Zukunftsgestaltung, mit Innovation zu tun hat. Wenn man andere Menschen besser versteht, dann hat man eine Möglichkeit, eben auch bessere Lösungen, bessere Herangehensweisen, bessere Ideen auch zu erfinden.
Also ein Kurs, den du belegt hast, war Empathie?
Ich habe ihn angeboten. Genau, Kurs, den ich lehren durfte an der Stanford University.
Das ist ja geil, das gibt's ja. Also gibt's das Soft-Skill-Kurse? Weil Empathie ist ja was, was man genau machen muss. Kann man das lernen?
Genau, ja, ist etwas, was in uns schon steckt, Empathie. Wir sind eben menschlich, ne, wir können uns auch in andere hineinversetzen. Aber bei Empathie geht's auch um dich selber, ne, wie verstehe ich denn mich selber, über meine eigenen Bedürfnisse und insbesondere meine zukünftigen Bedürfnisse, also mein zukünftiges Ich. Genau, und du nennst den Begriff, oder nutzt den Begriff Social oder Soft Skills, ne? Für mich, alle Kurse waren glaube ich genau unter diesem Label, ne? Also man kann sicherlich auch Kreativität unter dieses Label packen, oder eben auch, wie man Unsicherheit navigiert, ja, das auch ein Titel meines, meines Kurses, die ich dort angeboten habe. Und Studierende immer wieder in unsichere Situationen zu werfen, um ihnen zu helfen zu verstehen, wie agieren denn Studierende auch in diesen Situationen. Und alle Kurse gingen eben genau um diese Dinge, ums Experimentieren oder wie man Offenheit lebt, wie man Neugier, auch ein Kurs, den ich angeboten habe, Curiosity.
Das ist ja auch was. Wie kann man das lernen?
Steckt in uns, genau, ist aber eine Sache, die man wieder erlernen kann, weil wir eben, je älter wir werden, desto weniger neugierig sind wir. Und das zeigen alle Studien. Und das Fragenstellen, Dinge infrage stellen, ist etwas, was dann mit meinen Studierenden über 6 Wochen praktiziert wird. Die dürfen also in dem Kurs nur Fragen stellen, keine Antworten, Ideen, Lösungen entwickelt, sondern es werden nur Fragen gestellt. Und man lernt, wie man bessere Fragen stellt.
Das ist ja quasi das Hinnehmen, wird bei uns, könnte man ja sagen, ist ja, wird eingeimpft über jeden. Je älter man wird, desto mehr Dinge nimmt man einfach hin. Das Infragestellen ist ja schon fast, Menschen, die zu viel infrage stellen, ist ja schon fast unangenehm. Die werden wahrscheinlich erst nervig betitelt. Ich finde das ja ganz klassisch, das ist ja, Kinder fragen ja auch. Also ist ja wieder auch wieder bei dem Beispiel, Kinder fragen ja auch alles. Also ich werde ja 1000 Dinge gefragt, 1000 am Tag so, und auch wahrscheinlich 10-mal das Gleiche oder dieselbe Frage. So, und wie, weil du hast ja vorher gesagt, du bist kein Ratgeber und warst du wahrscheinlich auch damals nicht bei Curiosity. Also Neugierde, wie gesagt, stelle ich mir schwer vor. Aber sicherlich werden die dir gegenübergesessen sein und gesagt haben: Ja, sag doch mal, Frederik, wie kann ich das lernen? Und dann muss man ja Praktiken ausüben. Kannst du uns mal so einen Abriss davon geben, wie so ein Kurs bei dir aussieht?
Genau, vielleicht wie der Kurs endet.
Ah ja, oder wie der Kurs endet.
Wir haben eben unterschiedliche, also beispielsweise, wenn es dann um, wie ich Unsicherheit navigiere, Spannend, super geiler Kurs. Super cooler Kurs, genau. Da gibt's dann halt kein Timetable und kein Curriculum. Das ist das Erste, ne. Und das an der Universität zu tun ist ziemlich schwierig, weil die Vorgabe ist, du musst ganz genau festlegen, was wann unterrichtet wird.
Schwierig.
Lehrplan, den man sich widersetzt. Genau, es gab eben keinen Lehrplan, kein Curriculum und keine festen Zeiten.
Prüfungen.
Und es gab dann ein leeres Blatt, ne, das waren dann die Monate, die wir zusammen verbringen werden. Genau, auch keine Prüfung. Wir haben den Kurs gemeinsam entwickelt mit den Studierenden Stück für Stück. Und dieses, man sitzt vor einem leeren Blatt Papier, man weiß nicht als Studierender, was jetzt die nächsten Monate passiert, ist der erste Moment, wo man Unsicherheit erlebt, ne. Und das ist, was wir auch beibringen wollen sozusagen, oder wo wir Studierende einladen wollen, das zu erleben. Und dann haben unterschiedliche Experimente auch durchgeführt. Beispielsweise sind wir dann, oder bin ich dann mal einfach nicht aufgetaucht zur Vorlesung. Da war dann eine kleine Box vorne mit einem Zettel: Enjoy your time. Und wir haben dann danach besprochen, wie seid ihr mit dieser Situation umgegangen, wenn niemand da ist, der euch was beibringt, im klassischen Sinne lehrt. Wie geht ihr dann mit eurer Zeit um, mit diesen eineinhalb Stunden? Die ja dann Unsicherheiten mitbringen. Ja, genau. Oder ein anderes Experiment, das wir durchgeführt haben, beispielsweise wenn der Kurs online war während der Pandemie, haben wir dann mal während des Kurses, ich glaube nach 30 Minuten, haben wir einen Screenshot hochgeladen und so getan, als ob die Internetverbindung ausgefallen wäre. Also dieses «You're frozen». Kennen wir ja alle noch. Und da sitzen dann 40 Studierende in dem Onlinekurs und wir haben dann so getan, als ob wir jetzt frozen sind, die Internetverbindung abgebrochen ist. Wir haben aber noch alle Studierenden sehen können und dann haben wir 10 Minuten gewartet und einfach mal beobachtet, was machen denn jetzt die Studierenden? Wie gehen sie mit dieser Situation um? Viele haben sich dann miteinander ausgetauscht. Jemand hat dann irgendwas übernommen, hat dann eine Frage in die Runde gestellt. Also ganz spannend zu sehen, wie dann Studierende mit dieser unsicheren Situation, die wir so gestaltet haben, absichtlich umgegangen sind. Und wenn es um Curiosity geht, Fragen stellen über 6 Wochen, da kamen dann Studierende am Ende zu mir und sagen: Hey Frederik, das war der härteste Kurs, den ich jemals gemacht habe. Und ich habe dann gefragt, warum? Und da hat der Studierende gesagt, es war ein Graduate Student, der war schon— ich glaube 44 Jahre Doktorand— der hat gemeint, weil ich nur Fragen entwickeln durfte und keine Lösungen, keine Ideen, keine Dinge präsentieren durfte. Weil wir haben dann den Kurs so geendet in einem Quest Room, um Questions auszustellen. Das war wie ein Museum, ein Exhibit, zusagen, okay, jetzt stellt mal eure Fragen vor, ne. Was ist das Objekt, das mit dieser Frage in Verbindung steht? Oder was ist die große Frage, die ihr dann mit großen Buchstaben hier ausstellen möchtet? Und es war eine unglaublich tolle Energie in diesem Raum, weil da nur Fragen standen, ganz tolle Fragen. Was wäre, wenn wir wieder mutig sind?
Das wollte ich dich gerade fragen. Mut, witzig, dass du das jetzt ansprichst. Ist Mut theoretisch nicht auch so ein Kurs, den man dann anbieten könnte?
Also wie Genau, der wird— hoffentlich wird es vielleicht einer meiner nächsten Kurse. Genau, ich habe vor, solche Kurse immer mehr auch anzubieten. Ich bin ab 1. Mai eben in New York dann als Executive in Residence, das ist die Beschreibung, an der NYU am Institute for Purpose and Flourishing. Und da freue ich mich schon richtig drauf, weil ich dort genau solche Kurse wie Mut, wie aber auch Vergebung, Forgiveness, Was das bedeutet und was das auch mit Menschen machen kann. Weil ich glaube, wir können alle mehr vergeben, anderen Menschen, uns selber. Oder wie können wir Mut lernen? Was ist sozusagen die Herangehensweise, um diesen Mut auch in uns wieder zu stärken? Und da freue ich mich schon richtig drauf, diese Kurse dann auch allen Menschen zugänglich zu machen.
Du hast ja vor allem auch in deiner Historie jetzt vor allem von den positiven Aspekten auch gesprochen. Also wie beispielsweise, wie sich dein Lebensweg toll entwickelt hat. Es ist ja auch mit bestimmten Themen, sie wird zum Beispiel, du wolltest dann an eine Universität und keiner hat dich genommen, ist ja erstmal Niederschlag, ja. Also dass man sagt, hey, guck mal, ich weiß hier, dass das, was ich hier anbiete, total wertvoll ist, und du glaubst da dran, und rundum glaubt erstmal keine Uni dran, weil es nicht greifbar ist, und dann glaubt eine Uni an dich. Und schau, wo du jetzt bist. Du hast weiterentwickelt, einfach weil du an dich geglaubt hast, weil du mutig warst. Und das ist schon wieder Sinnbild für deinen Kurs, so dieses: Wie möchte ich in Zukunft sein? Und ich lasse mich auch nicht von meinem Weg abbringen, egal wie viele Neinsager es da draußen gibt.
Ja, du erwähnst ein paar Sachen, die interessant sind. Genau, ich würde glaube nicht sagen, dass ich einen Weg vor mir habe, ne? Also ich habe kein klares Bild von einem, von einem Ziel oder irgendwas, was—
das meine ich gar nicht, kein Ziel, aber ein Weg, wo du wo oder wie du in Zukunft sein möchtest.
Genau, richtig, ja. Und glaube auch, dieses Selbstvertrauen baut man eben genau auch Stück für Stück dann auf. Und das hat mich dann auch zu Google geführt, ne, einfach mal auszuprobieren und dann zu sagen, hier, wie kann man denn Innovationskultur, wie kann man das kreative Potenzial der Menschen auch freisetzen, ne. Das Und so einen Job gab es eben noch nie und den habe ich dann mir selbst ausgedacht.
Also Google hat beispielsweise gesagt: Hey, wir finden dich mega, was für einen Job willst du?
Und dann hast du gesagt? Genau, ich habe 3 Monate lang 14 intensive Gespräche geführt und über 3 Monate lang sozusagen gezeigt, wie ich denke, wie ich an Dinge herangehe, und das hat denen, glaube ich, sehr, sehr gut gefallen. Larry Page hat dann meinen Vertrag unterschrieben und hat mir eine Chance gegeben. Und ich habe dann wirklich die wildesten Dinge einfach gemacht, im Positivsten. Und mir hat nie jemand die Erlaubnis gegeben, aber auch gleichzeitig nie jemand ein Stoppschild vor die Nase gehalten: Hier und nicht weiter. Und vor 2 Jahren habe ich dann mir die Erlaubnis gegeben, weiterzugehen, und habe mich dann selber entschieden und gesagt: Hey, Es ist der beste Job mit den besten Leuten bei einer der innovativsten Firmen und besten Firmen, die es vielleicht je in der Geschichte gab. Aber das Beste kommt noch. Und dann diesen Mut zu fassen, zu sagen, hey, ich gehe jetzt einfach weiter mit einem Lächeln im Gesicht, und zu sagen, ja, das Nächste ist vielleicht dann ein Buch oder was anderes, aber es wird schon was. Es wird schon eine Möglichkeit sich zeigen, genau, wenn ich mich bewege. Da sind wir wieder in der Bewegung. Wenn ich da weiterhin sitzen bleibe, dann wird wahrscheinlich sich keine neue Möglichkeit auftun. Und jetzt sind wir genau wieder hier im Hier und Jetzt, und diese Möglichkeit hätte sich wahrscheinlich nie aufgetan, wenn ich heute noch in Mountain View im Headquarter bei Google sitze und dort die Innovationskultur und das kreative Potenzial der Menschen freisetze. Was ich jetzt in anderer Form wieder für andere Organisationen tue. Wir sind wieder dann bei dem Thema Rituale, die man für sich selber erfinden kann und entwickeln kann mit der Familie, und die kann man aber auch in Organisationen, in Kulturen entwickeln. Und das ist so eine ganz, ganz tolle Aufgabe, die ich mir immer wieder stelle, zu sagen, wie kann ich denn im Deutschen Fußballbund, einem Startup, aber auch einer Vereinten Nationen Organisation, den United Nations, wie kann ich denen helfen, Rituale zu entwickeln, um ihre Werte, wir sind ja dann wieder bei den Werten, ins Leben zu rufen. Und das macht unglaublich viel Spaß, und man sieht dann wirklich, wie Kulturen sich auch ändern, manche eben sich auch nicht. Und das ist ganz, ganz wichtig, ne. Dann sind wir wieder bei der, bei der Frage von dir, wie kann ich denn das in mein eigenes Leben übernehmen, wie kann ich denn in meinem eigenen Leben immer wieder ausprobieren, experimentieren, um vielleicht ein radikal besseres Leben dann auch zu leben und eine radikal bessere Zukunft für mich zu erfinden. Und da geht's eben sehr, sehr stark ums Ausprobieren, einfach mal machen.
Mir fällt da auch noch eine Sache, zwei Sätze ein. Wir sind tatsächlich schon am Ende unserer Stunde angekommen. Frederic, ich würde dich gerne noch mal einladen. Danke schön. Wir sind noch lang nicht da, wo ich gerne wäre. Wir sind noch nicht auf dein Buch eingegangen, wir sind nicht auf meine Tour eingegangen. Aber das machen wir einfach hoffentlich ein zweites Mal, wenn du meine Einladung annimmst. Vielen Dank. Zwei Dinge, die mir einfallen, klassisches griechisches Sprichwort, und ich war auf einem humanistischen Gymnasium, humanistischen Gymnasium, muss richtig aussprechen, weil sonst werde ich gesteinigt. Pantarei, alles ist im Fluss. Das ist glaube ich auch etwas, was zu dem passt, was du sagst. Das bewegt sich kontinuierlich, ist nicht mehr dasselbe Wasser, das vor einer Sekunde hier runtergeflossen ist, ist nicht mehr dasselbe, ist nicht mehr das gleiche Wasser. Also ist schon spannend, weil du auch sagst, immer in Bewegung. Das nehme ich mit. Das Zweite, was ich mitnehme, ist, und das ganz, ganz schöner Satz ist: Your wildest dreams can come true even if you haven't dreamed them yet. Das habe ich jetzt mal so für mich erfunden, zu Deutsch vielleicht: Deine wildesten Träume können wahr werden, selbst wenn du sie noch nicht geträumt hast. Und das gibst du mir, dieses Gefühl. Ich kann, ich kann, ich muss mich bewegen, weil sonst träume ich die Träume nicht. Und wir wissen ja auch, dass Träume Verarbeitung von dem sind, was wir erlebt haben, und wir müssen Dinge erleben, um zu träumen. Und ich glaube, das passt ganz gut als Bild für das, für das, was du gibst. Du bist kein Ratgeber, aber du bist Wegweiser, und das finde ich schön. Schön, dass du da warst. Schön, dass wir uns auf diese knappe Stunde miteinander begeben haben. Und hiermit, wie gesagt, herzliche Einladung noch mal, weil ich Wir müssen noch mal eine Stunde füllen, weil du bist sehr, ja, sehr intensiv, bist ein sehr intensiver Mensch, was ich sehr positiv meine. Aber deswegen, deine Reise ist sehr intensiv und auch das, was du erzählst, das braucht mehr Bühne. Deswegen, hiermit Einladung geht noch mal raus.
Schön, dass du da warst. Danke schön, und danke, dass du mit dieser Metapher auch endest, dass sich das Wasser, das fließt, verändert hat. Ganz wichtig auch immer zu verstehen, dass wir uns auch verändert haben. In dieser Stunde. Wir sind gewachsen, wir haben Dinge dazugelernt, wir haben vielleicht auch Dinge gelernt wegzulassen oder uns auf Dinge zu konzentrieren, die uns auch weiterbringen. Und das ist sehr, sehr schön. Von dem her, danke, dass ich das mit dir erleben durfte.
Ich danke dir, danke für deine Zeit. Wertvollste, was wir haben. Bis dann, ciao, ciao! Der Behind the Scenes Podcast wird euch präsentiert von Rockerstuhl.
[MUSIC]
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