Künstliche Intelligenz: Ein Duell zwischen Mensch und Maschine? | Marcel Moosbrugger | TEDxSalzburg

Marcel Moosbrugger explains how AI already powers everyday tools like text generation and image synthesis, but emphasizes its limits: it imitates data without common sense or real abstraction. Neural networks broke through around 2012, trained on massive datasets like 370 billion words. Real concerns are jobs and ethics, not robot takeover.
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Wir stehen kurz vor einer neuen Ära, in der künstliche Intelligenz unsere Welt auf eine Weise verändern wird, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Künstliche Intelligenz oder AI verändert bereits jetzt die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten und und wird in den kommenden Jahren nur noch allgegenwärtiger werden. Je mächtiger AI wird, desto wichtiger ist es, sicherzustellen, dass sie für das Gute und nicht für das Böse eingesetzt wird. Alles, was ich bis jetzt gesagt habe, wurde vollautomatisch von einer AI generiert. Kein Mensch hat diese Einleitung je so geschrieben oder so gesagt. Es wurde ganz ohne meine Hilfe von einem Computer geschrieben. Ist es irgendwem sofort aufgefallen, dass die Einleitung von einem Computer kommt? Wofür braucht es mich als Redner dann überhaupt noch? Die AI, die die Einleitung geschrieben hat, hat über 370 Milliarden Wörter gelesen. Das entspricht circa drei Millionen Bücher. Eine schnelle Leserin kann um die 400 Wörter pro Minute lesen. Also sehr schnelle Leserin für 370 Milliarden Wörter bräuchte sie über Jahre nonstop. Außerdem kann sich ein Computer tatsächlich alles merken. Da können wir einfach nicht mehr mithalten. Wäre mein Vortrag nicht spannender, tiefer, besser auf den Punkt gebracht, wenn er komplett von einer AI geschrieben wäre, vielleicht ist er das sogar. Man muss auch kein Experte mehr sein. AI ist mittlerweile für jeden zugänglich. Um einen Text wie meine Einleitung schreiben zu lassen, gibt man einen Titel ein, drückt auf einen Knopf. That's it. Die AI beginnt völlig von alleine einen Text zu schreiben. Künstliche Intelligenz kann noch viel mehr als Reden schreiben und ist voll in unserem Alltag angekommen. Jedes Mal, wenn wir mit unserem Handy ein Foto machen, erkennt eine AI, was auf dem Foto zu sehen ist und welche Personen auf dem Foto sind. Unter anderem, damit wir die Fotos später besser wiederfinden können. Das sind Anna und Thomas. Anna und Thomas existieren nicht ein paar Klicks und eine AI generiert uns tausende realistische Fotos von Personen, die es so gar nicht gibt. Und es geht noch Im Vorfeld habe ich eine AI gefragt, ein Bild im Stil von Van Gogh zu malen, ein Bild von einem Hund, der einen TEDx Talk hält. Also ich könnte so ein Bild nicht malen. Was auch immer man sich vorstellt, man gibt sein AI und sie macht ein Bild davon oft besser als wir das könnten. Die Anwendungen von AI gehen noch weit über solche Spielereien hinaus. Oft sind wir uns auch gar nicht bewusst, dass wir es mit einer AI zu tun haben. Selbstfahrende Autos sind immer ein Thema, wenn man von künstlicher Intelligenz redet. Viele wissen aber nicht, dass jetzt schon AI hinter zum Beispiel der Spurhaltehilfe steckt. Also ob Digitalbranche, Verkehrssystem, Medizin, Haushalt, Finanzwesen. AI ist stand jetzt nicht mehr aus unserer modernen Gesellschaft wegzudenken. Und in Zukunft werden wir Konferenzen haben, bei denen wir nur noch Computern zuhören. Wo ist dann noch Platz für Menschen? Elon Musk bezeichnet künstliche Intelligenz sogar als die größte existenzielle Bedrohung der Menschheit. Seine Begründung dafür, dass wir gerade beobachten, dass AI immer schlauer und schlauer wird und es deswegen nur eine Frage der Zeit ist, bis AI um ein Vielfaches intelligenter ist als alle Menschen zusammen. Und dann, so Elon Musk, wären wir auf das Wohlwollen dieser Superintelligenz angewiesen. OK, tief durchatmen, machen wir einen Schritt zurück. Wie sind wir überhaupt hierhergekommen? Erinnern wir uns zurück, es ist 2006 in Deutschland findet die Fußball Weltmeisterschaft statt und TikTok steht noch nicht für eine App und Kurzvideos, sondern das Geräusch einer Uhr. 2006 kennen wir AI am ehesten noch aus Science Fiction Filmen. Wir springen von 2006 um nur acht Jahre vorwärts ins Jahr 2014. Plötzlich liest und hört man überall von AI, von Anwendungen, Möglichkeiten, Gefahren. Plötzlich will jedes Unternehmen etwas mit AI machen, auch wenn es nicht genau weiß, was. Seitdem explodiert der Trend förmlich. Also was ist passiert? Vor allem Anfang der er Jahre. Der ganze Trend, der ganze Hype um ai der letzten 10 Jahre beruht vor. Allem auf einer einzigen Basistechnologie, eine neuronale Netze. Der Name hört sich sehr fancy an. Im Kern sind diese Netze aber sehr simpel. Die ganze Leistung von neuronalen Netzen kommt von ihrer Fähigkeit, aus Beispielen zu lernen. Als Entwickler, als Programmierer muss man nicht mehr wie früher händisch einprogrammieren, wie zum Beispiel ein Haus oder ein Stoppschild aussieht, sondern man zeigt der AI viele Beispiele und sie lernt daraus. Man kann sich so ein neuronales Netz vorstellen wie eine riesige Maschine. Eine riesige Maschine mit vielen, vielen Drehknöpfen. Das neuronale Netz bekommt eine Eingabe, rechnet und produziert eine Ausgabe. Als Entwickler gebe ich dem Netz zum Beispiel ein Bild eines Hauses. Es rechnet und es sagt mir mit seiner Ausgabe Es wäre eine Katze. Das ist falsch. Jetzt werden alle Drehknöpfe ganz leicht angepasst auf eine bestimmte Art und Weise, sodass es für das Bild des Hauses die richtige Antwort gibt. Und dieses Verstellen der Drehknöpfe kann man automatisch machen. Jetzt wiederholt man diesen Schritt einfach für Millionen von Bildern aus dem Internet. Am Ende ist dieses neuronale Netz dann eine AI, die mit sehr hoher Genauigkeit erkennen kann, was auf Bildern zu sehen ist. Trainiert man so ein neuronales Netz auf Millionen oder Milliarden von Texten, bekommt man eine AI, die zum Beispiel einen Vortrag schreiben kann. Anfang der ER Jahre haben eben diese neuronalen Netze voll eingeschlagen. Für mich als Informatiker ein ganz besonderes Event, ein ganz besonderes Jahr war 2012. Alex Krzewski nahm 2012 an einem Wettbewerb teil. Das Ziel des Wettbewerbs war es, ein Programm zu entwickeln, das eben erkennt, was auf Bildern zu sehen ist. Also wir reden hier von mir Millionen von Bildern und tausend Objekten, die das Programm erkennen muss. Forscherteams aus der ganzen Welt nehmen an diesem Wettbewerb teil. Das war sozusagen die Olympiade der automatischen Bilderkennung. Und Alex mit seinem Team schickte 2012 zum ersten Mal so ein neuronales Netz, so eine AI ins Rennen. Was ist passiert? Alex mit seinem neuronalen Netz hat die Konkurrenz deklassiert. Anders kann man das gar nicht sagen. Die Ergebnisse waren so bahnbrechend, dass alle anderen Forscherteams innerhalb von zwei Jahren quasi alles, was sie bisher gemacht haben, stehen und liegen lassen haben und auch auf neuronale Netze umgesprungen sind. Also der Trend und Hype um AI ist auch ein bisschen gerechtfertigt. Also die Fähigkeiten von künstlicher Intelligenz sind teilweise wirklich sensationell. Aber können wir wirklich sagen, dass AI denken kann? Könnte AI jetzt oder in Zukunft so was wie eigene Gedanken oder einen eigenen Willen entwickeln und dann eine Gefahr für uns darstellen? Hier geht meiner Meinung nach die Prognose von Elon Musk zu weit. AI imitiert die Daten, die sie gesehen hat, aber sie kann nicht abstrahieren. Sie kann aus den Daten keine Konzepte ableiten. AI hat kein Verständnis davon, wie unsere Welt im Allgemeinen funktioniert. Und man muss gar nicht lange mit einer AI herumspielen, um herauszufinden, dass es ihr an Hausverstand fehlt, wie man so schön sagt. Zum Beispiel habe ich der AI die die die Einleitung geschrieben hat. Du hast morgen einen tedxt Talk. Leider haben alle deine Hosen Fleck. Dein neuer Badeanzug ist aber sauber. Und was rät mir die AI? Also entscheidest du dich zu deinem TEDx Talk deinen Badeanzug zu tragen? Zum Glück habe ich dir nur mit der Einleitung vertraut, sonst würde ich jetzt im Badeanzug hier stehen. Aber der AI fehlt einfach ein grundsätzliches Verständnis unserer Welt. Sie reagiert nur auf die Daten, die sie gesehen hat. Vor kurzem hat Jan Lecun, einem Pionier der modernen AI, folgendes Beispiel Wenn wir ein auto mit einer AI ausstatt, auf die Straße schicken und einfach los, lern Autofahren. Dann muss das Auto 1000 mal eine Klippe runterfahren, bevor es merkt, dass eine Klippe runterzufahren vielleicht keine gute Idee ist. Und dann muss ich das Gleiche für die nächste Klippe lernen, die ein bisschen anders aussieht. Die AI kann aus einer Erfahrung, aus einem Beispiel nicht abstrahieren und ein grundsätzliches Konzept ableiten. Aber wir Menschen können das schon Als Kinder lernen wir Konzepte. Ein Kind lernt sehr schnell, dass wenn es etwas loslässt, dann fällt es runter, egal ob Spielzeug, Glas oder Gabel. In der ganzen Hektik um e Ei vergessen wir manchmal, wie beeindruckend unser menschliches Gehirn eigentlich ist. Ein Teenager kann in 20 Stunden Autofahren lernen, ohne ein einziges Mal eine Klippe runterzufahren. Wir können Dinge unterbewusst machen, aber auch unsere ganze Aufmerksamkeit auf ein schwieriges Problem richten, das wir lösen möchten. Wir können Erfahrungen aus einem Bereich zu Wissen abstrahieren und dieses Wissen in einem ganz anderen Bereich anwenden. AI kann das nicht. AI imitiert die Daten, die sie gesehen hat, entscheidet reflexartig. Man könnte sagen unterbewusst, aber sie kann nicht diesen einen berühmten Schritt zurücktreten, um das große Ganze zu sehen. AI denkt nicht. Eine AI, die Schach spielen kann, wird nie auf die Idee kommen, ein Auto zu steuern. Ein selbstfahrendes Auto wird sich nie eines Tages einfach so Jetzt beginne ich mal mit Aktien zu handeln. Das muss es aber auch gar nicht. Künstliche Intelligenz bietet jetzt schon viele Anwendungen und Möglichkeiten, gerade wenn viele Daten zur Verfügung stehen. Es werden aber auch Herausforderungen auf uns zukommen, die wir lösen müssen. Und um zu unserer Frage zurü Ist AI eine existenzielle Bedrohung? Also die Weltherrschaft von AI ist kein realistisches Problem und lenkt uns nur von den eigentlichen Herausforderungen ab. Wie gestalten wir den Arbeitsmarkt, wenn immer mehr und mehr automatisiert wird? Wie regulieren wir Bereiche, die automatisierbar wären, wir aus ethischen Gründen aber nicht automatisieren möchten? Solche Herausforderungen zu lösen, wird die ganze Bandbreite und Einzigartigkeit unserer menschlichen Intelligenz erfordern. Wenn wir die Chancen und Risiken von AI für das erkennen, was sie wirklich sind, können wir gemeinsam eine Zukunft schaffen. Nicht eine Zukunft für AI, sondern eine Zukunft unterstützt von AI, aber für Menschen.
