Folge 15: Wie funktioniert ein Traktor – und ging das echt mal ohne?

In dieser kindgerechten Podcast‑Folge besuchen Emma und Alex den Großonkel Paul, einen erfahrenen Landmaschinenmechaniker, um zu verstehen, wie ein Traktor funktioniert und ob die Landwirtschaft früher ohne Traktor auskam. Paul zeigt ein altes John‑Deere‑Lanz‑D2016 aus dem Jahr 1961, erklärt die Grundlagen von Diesel‑Motoren, das Vorglühen, das unsynchronisierte Getriebe, die Zapfwelle (PTO) und typische Wartungs‑ und Sicherheitsaspekte. Anschließend vergleichen sie das historische Gerät mit einem modernen John‑Deere‑6R, der digitale Kabine, GPS‑Auto‑Track, ISOBUS‑Steuerung, Common‑Rail‑Einspritzung und Komfort‑Features bietet. Die Episode endet mit drei Quizfragen zu den vorgestellten historischen Details. Der Podcast vermittelt technische Grundlagen, historische Entwicklung und den Wandel der Rolle des Landwirts von Mechaniker zu Nutzer digitaler Assistenzsysteme.
Chapters
Hallo und willkommen zum John Deere Entdecker Podcast. Für alle Kids, die mehr über das aufregende Landleben wissen wollen.
Heute hört ihr Episode 15. Wie funktioniert ein Traktor und ging das echt mal ohne? So, wenn ich die Achse hier anders einsetze, dann müsste der eigentlich— Mist, schon wieder blockiert!
Was machst du denn da, Alex? Ist das dein ferngesteuerter Traktor?
Ja, ich wollte ihm mehr Power geben, aber ich verstehe einfach nicht, warum das nicht funktioniert. Bei echten Traktoren ist der Motor doch auch so stark. Weißt du eigentlich, warum ein Traktor überhaupt so viel Kraft hat?
Hm, irgendwas mit dem Motor und dem Getriebe? Aber so genau weiß ich das ehrlich gesagt auch nicht.
Ich kenne zwar alle John-Deere-Modelle und ihre PS-Zahlen auswendig, aber wie ein Traktor die ganze Kraft auf die Räder bringt, das kapiere ich nicht. Mein Papa sagt immer nur: Das ist kompliziert und bringt den Traktor gleich in die Werkstatt, wenn was ist.
Hey, weißt du was? Mein Großonkel Paul ist gerade zu Besuch. Der hat früher für meinen Opa auf unserem Hof gearbeitet und kennt sich super mit Traktoren aus. Er hat die meisten sogar noch selbst repariert.
Echt? Das passt doch super! Der kann uns bestimmt erklären, wie das alles funktioniert. Vielleicht weiß er auch, wie die Bauern früher ohne Traktoren gearbeitet haben.
Und weißt du was? Das wäre doch das perfekte Thema für eine neue Podcast-Folge. Wie funktioniert ein Traktor? Und Ging das echt mal ohne?
Ja, genau! Das machen wir! Und zwar jetzt gleich, solange dein Großonkel noch da ist. Warte, ich nehme schnell die Ansage für den Podcast auf, dann geht's direkt los. Wo ist das Mikrofon? Ah, hier! So, Kabel ran, den Schalter drücken und— Ahem.
Ahem. Ahem. Ahem.
Ahem. Ahem. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des John-Deere-Entdecker-Podcasts mit tollen Themen rund um das spannende Landleben. Ich bin Alex.
Das geht ja schnell, aber okay. Also, ich bin Emma. Wir sitzen gerade wieder in unserer streng geheimen Kommandozentrale auf dem Heuboden und haben heute ja ein super spontanes und spannendes Thema für euch.
Genau. Habt ihr euch schon mal gefragt, wie ein Traktor eigentlich funktioniert? Also nicht nur, wie er fährt, sondern warum er so stark ist und wie er seine riesigen Reifen in Bewegung bringt?
Und was auch spannend ist: Wie haben die Bauern eigentlich früher gearbeitet, bevor es überhaupt Traktoren gab? Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen.
Zum Glück ist gerade Emmas Großonkel Paul zu Besuch. Der ist ein echter Experte und kann uns sicher alles erklären.
Paul hat sein ganzes Leben lang mit Landmaschinen gearbeitet und erzählt gerne Geschichten von früher. Also packen wir jetzt unser Aufnahmegerät ein und besuchen ihn.
Und ihr da draußen, spitzt wieder gut die Ohren! Am Ende gibt's wie immer 3 knifflige Rätselfragen zu lösen. Also aufgepasst!
Eine Bitte, Alex: Lass deinen Minitraktor lieber hier, sonst bist du abgelenkt und hörst Paul nicht zu.
Ja, ja, aber ich möchte ihm den trotzdem zeigen. Vielleicht hat dein Großonkel einen Tipp für mehr Power.
Paul? Paul!
Wo steckst du denn?
Hier drüben beim alten Geräteschuppen.
Hallo, Herr, Großonkel Paul. Ich bin Alex, Emmas Freund vom Nachbarhof.
Ah, der junge Traktorexperte. Nenn mich einfach Paul, das machen hier alle. Emma hat mir schon von dir erzählt. Du kennst wohl jede John-Deere-Maschine auswendig, stimmt's?
Die meisten schon, aber wie die genau funktionieren, das weiß ich leider nicht. Kannst du uns da vielleicht weiterhelfen?
Wir machen nämlich gerade eine Podcast-Folge über das Thema und du hast doch hier auf dem Hof so viel erlebt früher, als du dich noch um die Maschinen gekümmert hast.
Oh ja, Geschichten habe ich genug. Wisst ihr was? Ich habe sogar mein altes Fotoalbum dabei. Das wollte ich nachher eigentlich Emmas Eltern zeigen. Wollt ihr mal sehen, wie wir gearbeitet haben, als ich so jung war wie ihr?
Oh ja, das ist super! Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das damals war.
Schaut mal hier, das war 1958. Da war ich gerade mal 10 Jahre alt und durfte beim Heuwenden helfen. Seht ihr das Pferdegespann? So haben wir damals gearbeitet.
Mit Pferden? Aber wie geht das denn? Die haben doch gar keinen Motor.
Und was ist das für ein komisches Gerät da hinten dran? Das sieht aus wie ein riesiger Rechen.
Das ist ein riesiger Rechen, ein sogenannter Heuwender. Die Pferde haben ihn über die Wiesen gezogen und die Zinken haben dabei das Heu gewendet, damit es gleichmäßig trocknet. Alles reine Muskelkraft von Mensch und Tier.
Hmm, aber das muss doch ewig gedauert haben. Ein moderner John Deere mit Heuwender schafft ein 5 Hektar großes Feld locker in einer Stunde.
In einer Stunde? Wir haben dafür einen ganzen Tag gebraucht. Und das war noch nicht mal die härteste Arbeit. Schaut mal das nächste Bild.
Oh, das sind ja ganz viele Leute mit— sind das Sensen?
Genau. Das Bild ist noch älter. Es zeigt den ganzen Hof bei der Getreideernte. Alle waren von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit einer Sense unterwegs. Die Frauen haben die Garben, also die Getreidebündel, gebunden Die Männer gemäht. Harte Arbeit war das.
Das glaube ich. Aber dann kam irgendwann der erste Traktor?
Nicht sofort. Erst kamen andere Maschinen. Hier, schaut mal. Das ist eine Dreschmaschine von 1950. Die wurde noch mit einem Standmotor angetrieben, nicht mit einem Traktor. Dennoch war das schon ein Fortschritt gegenüber dem Dreschflegel, mit dem man das Getreide früher von Hand ausgeschlagen hat.
Was ist denn ein Standmotor?
Ein großer Motor auf Rädern, den man neben die Maschine gestellt hat. Ungefähr so groß wie eine Waschmaschine, nur viel schwerer. Mit einem langen Lederriemen hat er dann die Dreschmaschine angetrieben. Laut war das, man hat's im ganzen Dorf gehört, wenn gedroschen wurde. Die Kinder sind immer angelaufen gekommen, weil es so ein Spektakel war.
Aber wann kam denn endlich der erste richtige Traktor auf den Hof? Das muss doch eine riesige Veränderung gewesen sein.
Das war 1961. Ein John Deere Lanz D2016. Was für ein Tag das war! Der alte Bauer, Emmas Urgroßvater, war so aufgeregt wie ein Kind zu Weihnachten. Die halbe Nachbarschaft ist gekommen, um das Wunderding zu bestaunen. Manche haben den Kopf geschüttelt und sich gefragt, ob das wohl lohnt. Aber schon nach der ersten Ernte wussten alle: Das ist die Zukunft.
Das war also unser erster Traktor? Was ist aus dem geworden?
Dein Papa weiß das noch immer. Aber der alte Lanz steht schon so lange unbenutzt im hintersten Winkel des alten Maschinenschuppens, dass er wohl vergessen hat, ihn dir einmal zu zeigen. Für ihn ist es halt ein altes Gerät, aber für mich, das ist ein Stück Geschichte. Soll ich euch mal hinführen?
Ein echter Traktor von 1961? Der ist dann ja über 60 Jahre alt. Den müssen wir sehen. Läuft er noch? Oh Mann, das ist ja wie eine Schatzsuche.
Ein historischer Traktor auf unserem Hof. Und ich wusste nichts davon! Unglaublich!
Na dann, kommt mal mit. Laufen tut er natürlich schon lange nicht mehr, aber er ist noch komplett. Ich schaue ab und zu nach ihm, damit er nicht ganz verrostet. Es ist wie ein altes Familienerbstück, das man in Ehren hält. Wow!
Hier war ich ja ewig nicht mehr. Es riecht total nach altem Öl und irgendwie nach Geschichte. Und dunkel ist es hier.
Das ist er, da hinten in der Ecke. Gar nicht so groß, wie ich dachte. Oh, aber kräftig sieht er aus. Oh, und diese grüne Farbe, das ist ja schon das bekannte John-Deere-Grün.
Das ist unser allererster Traktor? Und der stand die ganze Zeit hier? Er sieht aus wie aus einem Museum. Hat mein Uropa wirklich damit gearbeitet?
Oh, nicht nur der. Auch dein Opa ist noch damit gefahren. Und ich natürlich auch. Dieser Traktor hat 3 Generationen von Landwirten gedient. Übrigens war das einer der ersten grünen Landstraktoren. John Deere hatte die Firma Lanz kurz zuvor übernommen und die älteren Modelle waren noch blau. Kommt, ich zeig euch mal, wie er funktioniert. So, schaut mal hier rein. Das ist das Herz des Traktors: der Motor. Ein Einzylinder-Dieselmotor mit 20 PS, also 20 Pferdestärken. Heute lacht ihr darüber, aber damals War das eine Revolution! Vorher hatten wir zwei Pferde mit zusammen vielleicht zwei PS. Und plötzlich hatten wir die Kraft von acht Pferdepaaren in einer Maschine.
Und wie wurde der Motor gestartet? Ich sehe hier ein Zündschloss, aber irgendwie sieht das ganz anders aus als heute.
Ah, gute Beobachtung, Alex. Der D 2016 war schon moderner. Er hatte tatsächlich einen elektrischen Anlasser. Aber das Starten war trotzdem ein Ritual. Erst musste man die Glühkerze vorglühen lassen. Seht ihr den Knopf hier? Den musste man mindestens 30 Sekunden gedrückt halten. Im Winter sogar eine ganze Minute. Dann erst konnte man den Anlasser betätigen. Und der Sound— Tock, tock, tock, tock, tock, tock, tock— einfach unverwechselbar.
Warum musste man denn vorglühen? Bei unserem Traktor dreht man nur den Schlüssel um.
Diese alten Dieselmotoren brauchten Starthilfe, besonders wenn sie kalt waren. Die Glühkerze macht die Luft im Zylinder heiß, damit der Diesel sich besser entzündet. Moderne Motoren brauchen das nicht mehr. Aber damals, ha, ohne Vorglühen lief gar nichts.
Und was ist das hier alles? Das sieht wirklich völlig anders aus als bei modernen Traktoren. Viel einfacher, aber irgendwie auch komplizierter.
Das trifft es ziemlich gut. Einfacher in der Konstruktion, aber komplizierter in der Bedienung. Das hier ist die Kupplung, um die Gänge zu wechseln. Sie ist rein mechanisch und wird mit dem Fuß bedient. Kein hydraulischer Schnickschnack. Und das da drüben ist das Getriebe. Hm, unsynchronisiert. Das bedeutet, man musste beim Schalten genau den richtigen Moment abpassen, wenn die Drehzahlen zusammenpassten. Also wie ein Dirigent, der den richtigen Takt finden muss.
Was heißt unsynchronisiert? Das klingt echt kompliziert.
Stellt euch vor, ihr habt zwei Zahnräder, die sich unterschiedlich schnell drehen. Bei modernen Getrieben von heute gibt es kleine Helfer, Synchronringe, die dafür sorgen, dass beide Zahnräder gleich schnell werden, bevor sie ineinandergreifen. Hier beim alten Lanz musste man das mit Gefühl und Gehör machen. Zu früh schalten— pssch— und der Motor säuft ab. Zu spät schalten— der Motor heult auf. Man brauchte viel Übung, bis man den Dreh raus hatte. Und bei diesem Getriebe hier gab's noch eine Besonderheit: das Gruppengetriebe. Damit konnte man zwischen Feld- und Straßengang umschalten.
Und diese dicke Welle hier hinten? Die dreht sich bestimmt und treibt die Geräte an, oder?
Genau! Das ist die Zapfwelle. Sozusagen die Steckdose des Traktors für mechanische Kraft. Diese Zapfwelle überträgt die Motorkraft auf angehängte Geräte wie Mähwerke, wie Häcksler oder die Dreschmaschine. Aber Vorsicht war geboten! Die musste man hier noch von Hand einkuppeln. Und wehe, man kam mit der Kleidung zu nah dran. Also, ich kannte einen, der wurde von seiner eigenen Jacke um die Welle gewickelt. Zum Glück konnte er noch rechtzeitig die Kupplung treten.
Das klingt ja richtig gefährlich! Gab's denn gar keine Schutzvorrichtungen?
Hm, kaum. Wir mussten einfach höllisch aufpassen. Die Zapfwelle drehte sich mit 540 Umdrehungen pro Minute, also 9 Mal pro Sekunde. Da reicht eine Zehntelsekunde Unachtsamkeit. Heute gibt's überall Schutzkappen und Abdeckungen. Aber damals hieß es: Augen auf und eng anliegende Kleidung tragen.
Mann, Mann, Mann. Man musste also wirklich alles selbst können. Fahren und reparieren?
Absolut! Wir waren Landwirt, Fahrer und Mechaniker in einer Person. Wenn unterwegs was zickte, musste man sich zu helfen wissen. Ich hatte immer einen Werkzeugkasten dabei. Mit Schraubenschlüssel, Hammer, Draht und Ersatzschrauben. Einmal ist mir mitten auf dem Feld der Keilriemen gerissen. Das ist der Riemen, der die Kraft vom Motor auf die Lichtmaschine und die Wasserpumpe überträgt. Ohne den läuft gar nichts mehr. Wisst ihr, was ich gemacht habe? Ich habe meinen Ledergürtel als Notlösung verwendet.
Dein Gürtel? Super Idee! Du warst richtig stolz auf den alten Traktor, oder Paul? Man hört das, wenn du davon erzählst.
Und wie! Weißt du, diese alten Traktoren waren unverwüstlich. Der Motor war so einfach gebaut, dass kaum etwas kaputt gehen konnte. Keine Elektronik, die ausfallen kann, keine komplizierten Steuergeräte. Wenn man sie pflegte, liefen sie ewig. Und dadurch hatte ich auch eine echte Verbindung zur Maschine. Ich spürte jeden Kolbenhub, und wenn der Motor anders klang oder es nach heißem Öl roch, wusste ich, da stimmt was nicht.
Das klingt toll! Für Papa ist der Traktor heute eher ein unersetzlicher Kollege. Bei dir klingt das viel mehr nach einem Freund, bei dem man immer schauen muss, ob es ihm gut geht.
Stimmt, die heutigen Traktoren brauchen nicht mehr so viel Freundschaft. Da blinkt dann eine Fehlermeldung auf, wenn was nicht stimmt. Aber wie ist das für dich, Paul? Kannst du mit dem modernen John Deere von Emmas Papa überhaupt noch was anfangen?
Ja klar, die sind auf ihre ganz eigene Art auch beeindruckend, aber ich muss gestehen, dass ich mich da nicht mehr so gut auskenne und Ich saß ja auch eigentlich noch nie in einem neuen Traktor. Meine Tage auf dem Feld sind ja schon ein paar Jährchen her. Sag mal, sollen wir unsere Zeitreise fortsetzen und in die Maschinenhalle nebenan gehen?
Unbedingt!
Schon die automatische Hallentür macht einen großen Unterschied. Beim alten Schuppen mussten wir so ziehen und zerren.
Schau mal, Paul, das ist der John Deere 6R. Den haben wir auch bei uns drüben und Papa lässt mich oft mitfahren. Die Kabine ist der Wahnsinn.
Tja, der Lanz hatte gar keine Kabine. Man saß im Freien bei jedem Wetter.
Hier ist alles klimatisiert und die Sitze sind luftgefedert. Ich zeig dir mal das Command Center, über das man alles einstellt und steuert. Das kenne ich schon gut.
Alex liebt es, alle Funktionen zu erklären. Er kennt jeden einzelnen Knopf.
Unglaublich, das ist ja wie ein Flugzeugcockpit. Was macht denn dieser Bildschirm alles?
Alles. Motor überwachen, Getriebe steuern, Hydraulik einstellen. Oh, und das Beste: GPS! Mit AutoTrack fährt der Traktor von alleine gerade Bahnen übers Feld. Mein Papa muss nur wenden.
Das spart total viel Diesel, weil man keine Stelle doppelt befährt. Und der Boden wird auch geschont.
GPS auf dem Acker? Also, zu meiner Zeit sind wir nach Augenmaß gefahren. Mal war die Furche gerade, mal nicht. Aber auf den Zentimeter genau? Nee, unvorstellbar.
Und das hier? Das hier ist der Isobus-Stecker. Wenn mein Papa ein Gerät anhängt, erkennt der Traktor automatisch, was es ist. Beim Lanz musste man alles manuell einstellen, oder?
Stimmt genau. Für jedes Gerät Hebel umlegen, Zapfwellendrehzahl einstellen, Hydraulikventile justieren. Hier lädt der Traktor die Einstellungen von selbst? Das ist ja wie Zauberei.
Paul, kannst du uns bitte den Unterschied zwischen den Motoren erklären? Der alte Traktor hatte nur einen Zylinder, oder?
Richtig, der Lanz hatte einen Zylinder. Wie ein großer Hammer klang das. Der Motor hier hat bestimmt 6 Zylinder, die sich perfekt abwechseln. Das klingt viel ruhiger, viel gleichmäßiger.
Die Einspritzung ist auch ganz anders. Common Rail mit 2000 bar Druck. Das habe ich mal in einem John-Deere-Prospekt gelesen.
2000 bar! Beim Lanz war es eine mechanische Einspritzpumpe mit vielleicht 150 bar. Die Technik hat sich wirklich unglaublich weiterentwickelt.
Puh, das sind ganz schön viele technische Details. Ich verstehe ehrlich gesagt nur die Hälfte. Aber was bedeutet das denn für die Bauern? Müssen die jetzt alle Computerprofis sein, um ihren Traktor zu bedienen?
Ja und nein. Komplizierter zu reparieren ist so eine moderne Maschine definitiv. Beim Lanz konnte ich mit Schraubenschlüssel und Draht viel selbst machen. Hier braucht man oft den Laptop. Aber dafür arbeiten diese modernen Traktoren viel präziser, sparsamer und umweltschonender.
Soll ich mal zeigen, wie er startet? Mein Papa hat mir gezeigt, wie es geht. Nur fahren darf ich noch nicht.
Oh, faszinierend! In der Kabine hört man ja fast nichts. Perfekte Schallisolierung. Wir hatten damals einen Gehörschutz, wenn wir dran gedacht haben.
Und das Beste ist, der Motor überwacht alles. Zu wenig Öl? Warnung! Motor zu heiß! Warnung!
Da muss man viel weniger im Blick haben als früher. Und das ist natürlich praktisch, weil man sich auf andere Dinge konzentrieren kann.
Was ist denn für dich die größte Veränderung seit damals, Paul?
Wisst ihr was? Ich glaube, es ist die Art der Leistung. Früher war Traktorfahren harte körperliche Arbeit. Ohne Servolenkung, ohne Federung. Bei Wind und Wetter. Heute entlastet das Fahrzeug den Fahrer viel mehr. Dafür überwacht er zusätzlich Bildschirme und plant am Computer.
Aber es ist immer noch Landwirtschaft. Man muss immer noch wissen, wann man sät, wie tief man pflügt, was die Pflanzen brauchen.
Da hast du vollkommen recht, Alex. Ein guter Landwirt muss damals wie heute spüren, wann der Boden bereit ist, muss das Wetter im Blick haben und seine Pflanzen verstehen. Der Computer kann dir sagen, wie du etwas machst, aber wann und warum, das musst du immer noch selbst wissen. Auch wenn das mit so einem Hightech-Traktor natürlich alles enorm vereinfacht wird.
Das war total spannend! Eine Zeitreise vom Pferdegespann Über den über 60-jährigen John Deere Lanz bis zum neuesten Traktor von heute.
Ja, echt der Wahnsinn, was du alles schon erlebt hast, Paul.
Wartet ab, wenn ihr so alt seid wie ich, wird euch das nicht anders gehen. Die Welt dreht sich schnell. Aber was mir gerade einfällt, wo ich den Traktor sehe: Soll ich euch noch mal erzählen, wie wir früher ohne GPS gerade Furchen gezogen haben?
Ja klar, gern.
Also, das Geheimnis waren Orientierungspunkte. Ein Baum am Feldrand, ein Kirchturm in der Ferne. Man visierte den Punkt an und fuhr drauf zu. Du durftest bloß nicht nach unten auf die Furche schauen, denn dann wurde es krumm.
Und wenn Nebel war?
Tja, dann hatte man ein Problem. Oder man hatte einen guten Hund. Der vorne herlief, die liefen oft schnurgerader als mancher Traktorfahrer.
Ein Hund als GPS, das ist ja genial!
So, jetzt wartet noch ein bisschen Arbeit auf mich. Tschüss, ihr beiden!
So, wir sind wieder zurück in unserer geheimen Kommandozentrale. Was für ein Tag! Wir haben so viel über Traktoren gelernt!
Und das Beste ist, ihr habt einen original alten John-Deere-Lanz-Traktor auf eurem Hof stehen. Oh, den werde ich mir jetzt noch oft ansehen.
Ja, was für eine Überraschung, oder? Ich werde meinen Papa fragen, ob wir ihn mal wieder zum Laufen bringen können. Das wäre doch toll für ein Hoffest oder so.
Au ja, stell dir vor, der alte Trecker tuckert neben dem neuen 6R. Die Besucher könnten sehen, wie sich die Landwirtschaft so entwickelt hat.
Von 2 PS noch mit Pferden zu über 200 PS heute. Aber weißt du was? Das Wichtigste, was wir heute gelernt haben, ist was anderes.
Was denn?
Dass Bauern schon immer echte Alleskönner waren. Mechaniker, Wetterfrösche und Erfinder.
Stimmt! Nur heute ruft man wegen größeren Reparaturen den Händler an. Früher musste man selbst ran. Beides hat Vor- und Nachteile. Die moderne Technik ist super, aber das alte Handwerk finde ich auch beeindruckend.
Genau. Und danke für die gute Überleitung. Mal sehen, ob unsere Zuhörer auch beeindruckend sind. Jetzt kommen wir zu unseren Rätselfragen. Seid ihr bereit?
Erste Frage: Was musste beim alten Lanz erst warm werden, bevor der Motor anspringen konnte?
Zweite Frage: Was hat Paul damals auf dem Feld als Notlösung benutzt, als im alten Traktor der Keilriemen gerissen war?
Und die dritte Frage: Wie hat Paul als junger Bauer ohne GPS gerade Furchen gezogen? Was war sein Trick?
Das waren wieder knifflige Fragen, oder? Aber ihr findet sicher die Lösungen.
Und in der nächsten Folge wird es auch wieder voll spannend, denn wir waren sehr sportlich unterwegs. Aber mehr verraten wir noch nicht.
Auf gar keinen Fall! Vielen Dank fürs Zuhören und nicht vergessen: Alle Infos zu John Deere und auch zum John Deere Junior Club findet ihr in den Shownotes unter dem Podcast.
Bis ganz bald wieder beim John Deere Entdecker Podcast. Und wenn ihr das nächste Mal einen Traktor seht oder hört, denkt daran: Da steckt ganz schön viel Geschichte drin.
Haha! Und ganz schön viel Technik.
Tschüss!
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