Folge 16: Traktoren-Check: Geht’s in Zukunft auch ohne Diesel?

This content was created by Francisco Jimenez. This content was uploaded by Francisco Jimenez. This is a German-language YouTube podcast episode titled "Folge 16: Traktoren-Check: Geht’s in Zukunft auch ohne Diesel?" (created 2026-06-08). It's a kids-oriented John-Deere-Entdecker podcast hosted by Emma and Alex. They attend a farmers' information day and interview guests: Marianne Rappacher, a local farmer who demonstrates a John Deere 6R converted to run on rapeseed (plant) oil, and Thorsten Müller, an engineer from John Deere presenting prototype battery-electric, hydrogen and ammonia-based drivetrain concepts. The episode explains how each alternative works, technical details (range, charging and battery life, tank/pressure for hydrogen, the ammonia “cracker” concept), pros and cons (costs, land use, emissions, odors, infrastructure), and finishes with three quiz questions for listeners. Metadata: YouTube content, John Deere Junior/Entdecker series, created_time 2026-06-08T12:42:45+00:00.
Chapters
Hallo und willkommen zum John-Deere-Entdecker-Podcast. Für alle Kids, die mehr über das aufregende Landleben wissen wollen.
Heute hört ihr Episode 16: Traktoren-Check. Geht's in Zukunft auch ohne Diesel?
Was liest du da, Alex? Gibt's schon wieder ein neues Traktormagazin?
Das wär voll cool, aber nein, das hier ist die Einladung für den Infotag beim Bauernverband heute. Die zeigen da Traktoren für die Zukunft. Oh, ich freue mich drauf! Und weißt du was? John Deere ist auch mit dabei, mit Batterie.
Mit Batterie? Aber wie lange hält so eine Traktorbatterie denn? Also, wenn man ein Handy schon ständig laden muss.
Das ist die große Frage, Emma. Hier im Flyer steht was von begrenzter Reichweite. Da müssen wir uns auf jeden Fall mal informieren, was das bedeutet.
Unbedingt! Ich frag mich halt, wie ein Traktor überhaupt laden soll. Mitten auf dem Feld? Da gibt es doch keine Steckdosen.
Vielleicht mit einem superlangen Kabel. Aber du hast schon recht. Neben Traktoren mit Batterien gibt es aber noch andere Ideen. Stell dir vor, ein Traktor fährt mit Pflanzenöl aus Raps.
Das klingt spannend. Aber vielleicht sollten wir zuerst unsere Hörer und Hörerinnen begrüßen, bevor wir voll ins Thema einsteigen.
Oh, ups. Ja, natürlich. Voll vergessen. Ich glaube, du bist heute damit dran.
Stimmt. Dann wollen wir mal. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres John-Deere-Entdecker-Podcasts.
Wir sind Emma und Alex und wir sitzen hier in unserer streng geheimen Kommandozentrale auf dem Heuboden vom Bauernhof meiner Eltern.
Alex hat ja schon ein bisschen was angedeutet. Heute findet beim Bauernverband ein Aktionstag statt. Da werden ganz neue Traktoren gezeigt. Genau Alex' Thema.
Ja, die sind so neu, dass es die noch gar nicht zu kaufen gibt. Aber heute werden ein paar davon ausgestellt. Ich glaube, es wird richtig voll werden da. Oh je. Hoffentlich sehen wir überhaupt was.
Bestimmt. Wir sagen einfach, dass wir wegen unseres Podcasts da sind. Das ist ja wichtig, dass wir dafür Eindrücke sammeln.
Super Idee!
Ja!
Wie richtige Journalisten. Die dürfen doch auch immer mit allen reden und sich alles angucken. Immerhin gibt es da Traktoren zu sehen, die ohne Diesel fahren. Und ich bin echt gespannt, wie die funktionieren.
Total! Ist ja auch ein super wichtiges Thema.
Ja!
Denn Diesel wird aus Erdöl gemacht und das gibt es nicht unendlich.
Mhm.
Außerdem produzieren Dieselmotoren Abgase, die schlecht für die Umwelt sind.
Genau! Deshalb entwickeln viele Traktorhersteller ganz neue Antriebe, wie eben mit Batterie und Pflanzenöl. Und wenn ich es im Flyer richtig gelesen habe, gibt es sogar noch eine ganz andere Variante.
Hoho!
Ich bin echt mega gespannt!
Ich freue mich auch. Hast du das mobile Aufnahmegerät schon eingepackt, damit die Kids da draußen nachher alles mithören können?
Na klar, schon längst erledigt. Wir sind startklar.
Dann auf ins Gewimmel— Getümmel. Ach ja, fast vergessen: Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, passt natürlich wieder gut auf. Am Ende gibt es wie immer 3 Rätselfragen für euch.
Wow, schau mal, da drüben stehen schon die brandneuen Traktoren. Der da vorne ist bestimmt der Batterietraktor. Siehst du die dicken Kabel?
Ja, die sind nicht zu übersehen, aber Riechst du das? Das riecht irgendwie nach Imbiss.
Oh ja, da bekomme ich glatt Hunger. Trotzdem, bevor wir was essen, schauen wir uns erst mal um.
Oh, das ist ja wie auf einer Messe. Überall sind Infostände und so viele Leute.
Ja, zum Glück kommen wir noch gut durch. Komm, wir schauen uns den ersten Traktor an. Komisch, irgendwie wird der Imbissgeruch jetzt stärker.
Hallo ihr zwei, interessiert ihr euch für unseren Traktor?
Ja, sehr! Ich bin Emma und das ist Alex.
Hallo! Wissen Sie, wir machen einen Podcast über Landwirtschaft und sehen uns deshalb hier um.
Oh, wie aufregend! Schön, euch zu treffen. Ich bin Marianne Rappacher. Ich habe einen Hof hier in der Nähe und fahre seit 3 Jahren mit Pflanzenöl. Wollt ihr euch meinen Traktor mal anschauen?
Oh ja, bitte! Ist das ein umgebauter John Deere 6R?
Ganz genau, ein 6R 150. Normalerweise würde er mit Diesel laufen, aber wir haben ihn umrüsten lassen. Jetzt fährt er mit reinem Rapsöl von unseren eigenen Feldern, also mit Pflanzenöl. Wisst ihr, was das ist?
Ja, Pflanzenöl gewinnt man doch zum Beispiel aus Sonnenblumenkernen, Raps oder Sojabohnen. Man presst oder verarbeitet die Samen oder Früchte, sodass das Öl herauskommt?
Richtig!
Und wie funktioniert das dann? Kann man einfach Pflanzenöl in den Tank kippen?
So einfach ist es leider nicht. Kommt mal mit, ich zeige euch die Technik. Seht ihr hier? Der Motor musste speziell angepasst werden. Pflanzenöl ist viel dickflüssiger flüssiger als Diesel, besonders wenn es kalt ist. Im Winter wird es fast so fest wie Butter.
Oha, wie startet man dann im Winter?
Wir haben ein Zweitanksystem eingebaut. Ein kleiner Tank mit Diesel zum Starten und Warmfahren und ein großer Tank mit Rapsöl für den normalen Betrieb. Der Motor startet mit Diesel und wenn er warm ist, heißt, schaltet er automatisch auf Pflanzenöl um. Das Öl wird dabei auf etwa 70 Grad erhitzt, damit es flüssig genug ist.
Das klingt ganz schön kompliziert. Lohnt sich der Aufwand denn?
Für uns schon. Wir bauen auf 15 Hektar Raps an. Das ist eine Fläche ungefähr so groß wie 21 Fußballfelder. Ein Teil davon wird zu Öl gepresst, etwa 40 Liter aus 100 Kilo Raps. Gasart. Die Erträge unseres Rapsfeldes reichen locker für unseren Traktor. Damit sind wir komplett unabhängig von Dieselpreisen und Tankstellen.
Wow, 40 Liter aus 100 Kilo! Und der Rest, was passiert mit dem?
Der Presskuchen, das ist das, was nach dem Pressen übrig bleibt, ist hochwertiges Tierfutter. Unsere Kühe lieben es. Es ist reich an Eiweiß und sehr nahrhaft. Nichts wird also verschwendet.
Ich finde es gut, wenn man nichts wegschmeißen muss. Jetzt habe ich schon wieder den Geruch in der Nase, wie, ja, wie Pommes.
Das ist es, es riecht hier total nach Pommes.
Ja, das geht vielen Leuten so. Der Pflanzenölantrieb riecht tatsächlich ein bisschen nach Frittenbude. Rapsöl wird ja auch häufig in Fritteusen eingesetzt.
Aha.
Manche mögen den Geruch, andere nicht so. Aber wisst ihr was? Diese Abgase sind viel sauberer als Dieselabgase. Es entsteht weniger Feinstaub und das CO2, also das entstandene Kohlendioxid, ist klimaneutral, weil die Rapspflanzen es vorher aus der Luft geholt haben.
Können Sie uns zeigen, wie der Traktor damit läuft? Ich würde gerne hören, ob er anders klingt als ein Dieseltraktor.
Natürlich gern. Ich starte ihn mal für euch. Pass auf, zuerst hört ihr den Diesel. So, jetzt ist er warm genug. Ich schalte auf Pflanzenöl um. Hört ihr den Unterschied?
Oh ja, er klingt etwas weicher. Nicht so hart wie vorher.
Und der Geruch, es riecht wirklich wie in der Pommesbude beim Schwimmbad.
Wahnsinn!
Das finden unsere Nachbarn auch. Wenn ich über die Felder fahre, wissen alle Bescheid: Die Rappacher ist unterwegs. Aber mal im Ernst, für uns ist es die ideale Lösung. Wir produzieren unseren eigenen Treibstoff, sparen Geld und schützen die Umwelt. Umwelt.
Das klingt perfekt, aber gibt es denn auch irgendwelche Nachteile?
Ehrlich gesagt ja. Die Umrüstung kostet mehrere tausend Euro und man braucht Platz für die Ölpresse und die Lagertanks. Die Wartung ist auch aufwendiger, weil das Pflanzenöl mehr Rückstände im Motor hinterlässt. Filter müssen öfter gewechselt werden und nicht jeder Hof hat genug Fläche für den Rapsanbau. Bei uns passt Aber für einen kleinen Hof oder einen reinen Milchviehbetrieb wäre es schwierig.
Wie viel Raps brauchen Sie denn für ein Jahr Traktorfahren?
Unser Traktor verbraucht etwa 4000 Liter Pflanzenöl im Jahr. Das bekommen wir mit unserem Feld locker hin. Aber stellt euch vor, ein großer Betrieb mit 5 Traktoren, der bräuchte etwa 50 Hektar Anbaufläche nur für den Sprit.
Das ist wirklich viel Land nur für Treibstoff. Es ist ja auch Land, auf dem man sonst Nahrungsmittel anbauen könnte.
Genau das ist die Frage: Was soll man auf Feldern am besten produzieren? Deshalb ist Pflanzenöl keine Lösung für alle. Es ist eine Option für Betriebe wie unseren. Aber andere Höfe brauchen andere Lösungen.
Ich finde es super, was Sie aus Ihrem John Deere gemacht haben. Und ich bin mir ganz sicher, dass viele von unseren Hörern, wenn sie das nächste Mal Pommes essen, vielleicht an Ihr Traktor denken.
Bestimmt tun sie das. Es hat mich gefreut, euch kennenzulernen. Habt noch einen schönen Tag hier.
Vielen Dank, Frau Rapacher, wirklich sehr interessant. Tschüss!
Ciao!
Tschüss!
Das war so spannend! Ein Traktor, der mit selbstgemachtem Öl fährt.
Ja, krass! Aber ich glaube, dieser Infotag hat noch viel mehr zu bieten. Lass uns mal zum nächsten Traktor gehen. Der mit den dicken Kabeln, der dir vorher schon aufgefallen ist.
Ja, da vorne steht schon jemand und erklärt was. Das muss der Experte von John Deere sein.
Besonders ist, dass dieser Traktor komplett emissionsfrei arbeitet. Null Abgase, null Feinstaub. Ah, da kommen ja noch zwei junge Interessenten.
Guten Tag, wir sind Emma und Alex. Wir machen einen Podcast über Landwirtschaft.
Genau!
Wie toll! Ich bin Thorsten Müller von John Deere. Ich bin Ingenieur und heute aus unserem Entwicklungszentrum in Mannheim angereist, um unseren batteriebetriebenen Traktor vorzustellen. Das ist ein Prototyp auf Basis des 5M, aber mit einem komplett neuen Antriebssystem.
Der ist ja viel leiser als normale Traktoren. Man hört nur ein leises Summen.
Stimmt, Alex, das fällt sofort auf. Die Lautstärke ist aber eher ein Nebeneffekt. Der Hauptvorteil ist die Effizienz. Ein Dieselmotor läuft oft minutenlang im Leerlauf. Der E-Motor zieht nur Strom, wenn er arbeitet. Und finanziell lohnt sich das erst recht. Mit eigener Solaranlage fährt man fast kostenlos. Dazu kommt die einfachere Wartung. Kein Ölwechsel, keine Filter. Das spart über die Jahre richtig Geld.
Wie groß ist denn die Batterie? Die muss ja riesig sein für so einen schweren Traktor.
Die Batterie ist so schwer wie ein kleines Auto. Sie besteht aus vielen Lithium-Ionen-Zellen, ähnlich wie in Elektroautos, nur viel größer. Und das zusätzliche Gewicht ist ehrlicherweise noch ein echtes Problem. Ein Traktor soll ja den Boden nicht zu sehr verdichten, sonst können die Pflanzen schlechter wachsen. Mit der schweren Batterie wird der Traktor aber noch schwerer als ein Dieseltraktor. Wir arbeiten daran, das Gewicht durch spezielle Reifen und optimierte Gewichtsverteilung auszugleichen. Aber es ist definitiv eine Herausforderung, die wir noch lösen müssen.
Emma, das Thema Bodenverdichtung hatten wir doch in unserer zweiten Folge. Das ist wirklich ein Problem in der Landwirtschaft. Aber sagen Sie mal, wie lange kann der Traktor denn mit so einer schweren Batterie überhaupt fahren?
Nun, das hängt stark von der Art der Arbeit ab. Bei leichten Hofarbeiten wie Füttern, Misten, Material transportieren schafft er etwa 4 bis 5 Stunden. Bei schwerer Feldarbeit mit Pflug oder Grubber sind es nur 2 bis 3 Stunden. Das ist tatsächlich noch ein großer Nachteil bei Batterietraktoren.
Nur 2 Stunden? Aber ein Arbeitstag auf dem Feld dauert doch viel länger.
Ja, Emma, da legt ihr den Finger genau in die Wunde. Deshalb eignen sich Batterietraktoren momentan vor allem für Betriebe, die viel Hofarbeit haben. Milchviehbetriebe zum Beispiel. Wo der Traktor mehrmals täglich zum Füttern fährt, zwischendurch aber wieder laden kann. Oder Gemüsebaubetriebe mit Gewächshäusern.
Wie lange dauert denn das Laden? Das geht ja bestimmt nicht so schnell wie bei einem Tablet oder so.
Das wäre zu schön, Alex, aber leider nein. Mit einem normalen Stromanschluss würde es über 10 Stunden dauern. Aber wir haben Schnellladesysteme entwickelt. Damit ist die Batterie in etwa einer Stunde zu bis zu 80% geladen. Das reicht dann für die meisten Arbeiten.
Aber so ein Schnelllade-Ding hat ja nicht jeder Bauernhof.
Nein, und die Installation kostet natürlich. Das ist eine große Investition zusätzlich zum Traktor.
Kann man die Batterie nicht einfach wechseln? Eine leere raus und eine volle rein?
Wow, das ist eine sehr clevere Idee von dir. Solche Wechselsysteme gibt es zum Beispiel schon bei Baumaschinen und Elektroautos in China. Für Traktoren wäre das theoretisch auch denkbar. In 5 Minuten eine volle Batterie statt stundenlanges Laden. Aber die Technik ist leider sehr komplex. Die Batterien sind sehr schwer und müssen perfekt angeschlossen werden. Ob und wann so etwas für Traktoren kommt, kann ich nicht sagen. Noch nicht.
Das wär natürlich praktisch. Aber dann bräuchte man auch viel mehr Batterien. Und da frag ich mich— Was passiert denn mit den alten? Die halten ja nicht ewig.
Hm, auch das ist ein wichtiger Punkt, Emma. Die Batterien sollten ähnlich lange halten wie in Elektroautos. Dort spricht man von 8 bis 10 Jahren. Genau wissen wir es bei Traktoren noch nicht, weil es noch zu wenige Langzeiterfahrungen gibt. In E-Autos haben die Batterien nach dieser Zeit meist noch 70 bis 80% ihrer ursprünglichen Kapazität. Sie können dann als Stromspeicher weiterverwendet werden. Zum Beispiel für Solaranlagen. Und am Ende werden die wertvollen Materialien recycelt.
Okay, das heißt, bei Stromtraktoren müssen wir also noch etwas warten, bis Sie die guten alten Dieselmodelle wirklich ersetzen können. Aber wie ist das eigentlich mit Wasserstoff? Können Sie da auch etwas zu sagen? Ich habe mal gelesen, dass das sehr schwierig ist.
Ah, Wasserstoff. Das ist tatsächlich eine spannende, aber auch sehr komplizierte Technologie. Wasserstoff ist das leichteste Element im Universum. In gasförmigem Zustand braucht es riesige Tanks oder muss unter extremem Druck gespeichert werden. 700 Bar, das ist 350-mal mehr Druck als in einem großen Autoreifen.
700 Bar? Oh, das klingt gefährlich.
Die Tanks sind extrem sicher gebaut, keine Sorge. Aber sie sind sehr teuer. Und nehmen viel Platz weg. Ein Wasserstofftank für einen Traktor wäre fast so groß wie die halbe Fahrerkabine. Außerdem benötigt man noch eine Brennstoffzelle, die den Wasserstoff in Strom umwandelt. Das ist sehr komplexe und teure Technik.
Und wo bekommt man überhaupt Wasserstoff her?
Oh, das ist das nächste Problem, Alex. Es gibt kaum Wasserstoff-Tankstellen und die Herstellung ist sehr energieaufwendig. Man braucht viel Strom, um den Wasserstoff zu gewinnen. Nur wenn dieser Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind kommt, ist Wasserstoff auch wirklich umweltfreundlich. Sonst verschiebt man das Problem nur.
Mhm. Scheint wirklich so, als ob es eine echt riesige Aufgabe ist, eine umweltfreundliche Alternative für den Dieseltraktor zu bauen. Aber Alex, du hast doch gemeint, dass es noch eine ganz andere Variante gibt, die hier gezeigt wird.
Ja, stimmt, das stand in der Einladung vom Bauernverband. Können Sie uns dazu was sagen, Herr Müller?
Ah ja, damit kann nur unser neuestes Experiment gemeint sein. Kommt mit, ich zeige es euch. Das ist wirklich Zukunftstechnologie, aber ich warne euch vor, es ist noch komplizierter als die Variante mit Wasserstoff. So, da wären wir. Dieser Traktor hier ist ein besonderes Experiment, das wir gerade machen. Er nutzt Ammoniak als Energiequelle. Ammoniak ist eine Verbindung aus den Elementen Stickstoff und Wasserstoff. In einem speziellen Gerät, dem sogenannten Cracker, wird das Ammoniak wieder in diese Bestandteile zerlegt. Der Wasserstoff treibt dann eine Brennstoffzelle an, die Strom für den Elektromotor erzeugt.
Moment, das verstehe ich nicht. Warum nimmt man nicht gleich Wasserstoff?
Gute Frage, Alex. Der Vorteil von Ammoniak ist, dass man es viel einfacher speichern kann als reinen Wasserstoff. Es wird schon bei -33 Grad flüssig, Wasserstoff erst bei -253 Grad. Außerdem, das ist noch ein großer Vorteil, kennen Landwirte Ammoniak schon. Es wird ja als Dünger verwendet.
Richtig, das ist doch das Zeug, das so fies riecht.
Stimmt, Emma, Ammoniak riecht wirklich sehr unangenehm. Und ist in hohen Konzentrationen giftig. Deshalb muss das System absolut dicht sein. Aber als Dünger wird es seit über 100 Jahren verwendet. Viele Bauern haben auch Ammoniaktanks auf ihrem Hof.
Ah, das heißt, man könnte die gleichen Tanks für Dünger und Treibstoff nutzen?
Theoretisch ja, das ist genau die Idee dahinter. Landwirte können Ammoniak kaufen, einen Teil als Dünger nutzen und einen Teil für Traktoren. Aber die Technik dahinter ist noch sehr neu. Der Cracker, der Ammoniak in Wasserstoff umwandelt, ist groß, teuer und braucht hohe Temperaturen. Es wird noch Jahre dauern, bis man solche Traktoren wirklich kaufen kann. Aber wir forschen natürlich daran.
Das klingt alles super schwierig. Gibt es denn gar keine einfache Lösung?
Das fragen wir Ingenieure uns auch jeden Tag, Emma. Die Wahrheit ist: Jede Lösung hat Vor- und Nachteile. Es wird wahrscheinlich nicht die eine Lösung für alle geben. Verschiedene Höfe werden verschiedene Antriebe nutzen, je nach ihren Bedürfnissen.
Also glauben Sie nicht, dass sich ein ganz bestimmter Traktor durchsetzt?
Hm, nun, ich denke eher, dass wir in den nächsten Jahren einen Mix sehen werden. Batterietraktoren für Hofarbeiten und kleine Betriebe, Pflanzenöl für Höfe, die ihren eigenen Treibstoff produzieren wollen, Und für große Traktoren, die den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten, wird es wohl noch länger Diesel geben.
Und Wasserstoff oder Ammoniak?
Das sind eher Lösungen für die fernere Zukunft. Vielleicht kommen sie in 15 oder 20 Jahren zum Einsatz, wenn die Technik noch besser ausgereift und sichergestellt ist, dass die Landwirte den jeweiligen Treibstoff auch vor Ort bekommen.
Irgendwie ist das ein bisschen wie bei Handys. Die ersten Handys waren riesig und konnten nur telefonieren. Heute passen sie in die Hosentasche und sind kleine Computer.
Da hast du recht, Alex. Genauso wird es mit alternativen Antrieben sein. Die ersten sind teuer und haben einige Nachteile. Aber mit der Zeit werden sie besser, günstiger und praktischer. Wichtig ist, dass wir heute damit starten.
Gutes Schlusswort. Es ist doch langsam Zeit, dass wir unseren Hörerinnen und Hörern vom Infotag hier erzählen. Vielen Dank für die ganzen Erklärungen, Herr Müller.
Vielen Dank!
Sehr gerne, ihr beiden. Ihr wart echt super aufmerksam und neugierig. Ich wünsche euch viel Erfolg für euren Podcast.
Danke! Und Ihnen für Ihre Forschung. Tschüss!
Tschüss!
Wow, das war jetzt wirklich viel Information. Lass uns irgendwo hinsetzen und alles mal zusammenfassen.
Gute Idee, da drüben die Bank, das sieht doch nach einer ruhigen Ecke aus. Ich hole schnell mal das Aufnahmegerät raus.
So, liebe Kids da draußen, wir haben heute 3 verschiedene Zukunftsantriebe für Traktoren kennengelernt. Zeit für einen Faktencheck!
Fangen wir mit dem Rapsöl-Traktor an. Der war richtig cool. Die Vorteile: Man kann seinen eigenen Treibstoff anbauen, es entstehen weniger Schadstoffe und es funktioniert schon heute. Die Nachteile: Man braucht viel Land für den Raps, die Umrüstung des Traktors ist teuer und es riecht immer nach Pommesbude.
Die Pommesbude auf Rädern fand ich eigentlich ganz lustig. Aber im Ernst: Für Frau Rappacher funktioniert es super, weil sie genug Land hat. Für kleine Höfe oder Milchbauern ohne Ackerflächen ist der Rapsöl-Traktor keine Lösung.
Dann der Batterietraktor. Die Vorteile: Total leise, keine Abgase, perfekt für Arbeiten im Stall oder in der Nähe von Häusern. Man könnte sogar nachts arbeiten, ohne jemanden zu stören.
Aber die Nachteile sind auch heftig. Man hat nur 2 bis 3 Stunden Arbeitszeit bei schweren Aufgaben, lange Ladezeiten, teure Ladestationen. Für einen ganzen Tag Feldarbeit reicht es einfach noch nicht.
Stimmt, aber für Hofarbeiten ist es jetzt schon eine gute Lösung. Und die Batterien werden ja immer besser. In 10 Jahren sieht das vielleicht ganz anders aus.
Und dann hatten wir noch Wasserstoff und Ammoniak. Die klangen beide super kompliziert.
Bei Wasserstoff ist es mega schwierig, den zu lagern, wegen dem hohen Druck. Die Tanks wären riesig und teuer und es gibt bisher kaum Tankstellen dafür. Das dauert wahrscheinlich wirklich noch lange, bis das was wird.
Ammoniak war auch verrückt. Einerseits kennen es die Bauern schon seit Ewigkeiten als Dünger. Andererseits braucht man diese komplizierte Cracker-Technik, um daraus Wasserstoff zu machen. Und es stinkt ziemlich und ist sogar giftig.
Aber die Idee ist schon clever. Ein Stoff für Düngen und Fahren. Vielleicht klappt das ja wirklich irgendwann einmal. Wir haben zum Beispiel Ammoniaktanks bei uns auf dem Hof.
Genau. Wir werden es auf jeden Fall erleben und behalten die Technologien im Auge. Jetzt müssen wir aber noch unsere Rätselfragen stellen. Bist du bereit, Alex?
Klar. Also, ihr da draußen, aufgepasst.
1.
Frage: Wie viele Liter Rapsöl bekommt man aus 100 Kilogramm Rapssaat?
2. Frage: Bei wie viel bar, also der Messung für den Druck, muss Wasserstoff gelagert werden?
Und die 3. Frage: Welcher alternative Antrieb eignet sich besonders gut für Arbeiten im Stall?
Das waren unsere Rätselfragen. Na, habt ihr gut aufgepasst?
Und das war's auch schon für heute vom John Deere Entdecker Podcast. Alle Infos zu John Deere und zum John Deere Junior Club findet ihr wie immer unten in den Shownotes.
Macht's gut und bis zum nächsten Mal.
Tschüss!
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