Folge 17: Die verlorene Farbe der Blumen

In dieser Episode des John‑Deere‑Entdecker‑Podcasts besuchen die jungen Moderatoren Emma und Alex den Blumenhof von Herrn Musil, um das Rätsel zu lösen, warum viele Dahlien dieses Jahr blasser erscheinen. Sie beginnen mit der Frage, ob Blumenanbau zur Landwirtschaft zählt, und führen anschließend eine Feldstudie durch. Herr Musil erklärt, dass die intensive Farbe der Blüten von Pigmenten (Anthocyanen, Carotinoiden) abhängt, deren Produktion durch Hitze‑ und Wasserstress gestört wird. Die Kinder beobachten einen deutlichen Farbverlauf von kräftig rot im gut bewässerten, schattigen Talfeld zu blass im trockenen, sonnenexponierten Hochfeld. Sie lernen, dass die alte Bewässerungsanlage (Tropfbewässerung) nicht alle Flächen erreicht und dass man manuell mit einem Gießwagen arbeiten muss. Weitere Stressfaktoren sind trockene, sandige Böden, fehlender Schatten und hohe Verdunstungsraten. Herr Musil beschreibt natürliche Schutzmechanismen der Pflanzen (Blattrollen, wachsartige Schichten) und schlägt praktische Gegenmaßnahmen vor: Schattiernetze, Mulch, verbesserte Bewässerung mit Feuchtigkeitssensoren und die Einführung hitzetoleranter Sorten. Die Episode erklärt zudem die handwerkliche Arbeit beim Pflanzen von etwa 5 000 Dahlienknollen, die morgendliche Ernte für optimale Frische und den Einsatz eines John‑Deere‑Kleintraktors (2025R) mit Frontlader, Bodenfräse und Düngerstreuer. Abschließend diskutieren die Kinder die langfristigen Herausforderungen des Klimawandels und geben drei Quizfragen für die jungen Hörer, um das Gelernte zu prüfen.
Chapters
Hallo und willkommen zum John-Deere-Entdecker-Podcast für alle Kids, die mehr über das aufregende Landleben wissen wollen.
Heute hört ihr Episode 17: Die verlorene Farbe der Blumen. Hey Emma, sind die Blumen für mich oder ist das Deko für unser Podcaststudio?
Haha, nein, die hat meine Mama mitgebracht. Sie war heute beim Blumenhof von Herrn Musil. Schau mal, alles Dahlien in verschiedenen Sorten.
Dahlien kenne ich, meine Oma hat die auch im Garten. Hmm, jetzt wo ich so darüber nachdenke, Was glaubst du, ist Blumenanbau eigentlich auch Landwirtschaft? Ich meine, man kann die ja nicht essen oder so.
Gute Frage, Alex. Der sollten wir direkt mal nachgehen, oder? Herr Mosil hat Mama gesagt, dass wir gerne jederzeit vorbeikommen können für unseren Podcast.
Das passt ja super. Dann haben wir auch gleich ein Thema für heute. Und ich war auch noch nie auf einem Blumenhof.
Na dann, lass uns das machen. Mama hat übrigens erwähnt, dass bei Herrn Mosil dieses Jahr irgendwas anders läuft als sonst. Sie musste aber schnell wieder los und konnte sich nicht länger mit ihm unterhalten.
Oh, ein Rätsel! Das wird ja immer besser. Dann sollten wir jetzt aber schnell unsere Hörerinnen und Hörer begrüßen und los geht's.
ich glaube, du bist heute dran.
Ach so, ups. Mittlerweile haben wir schon echt viele Folgen, da komme ich schon ganz durcheinander. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres John-Deere-Entdecker-Podcasts. Ich bin Alex und ich bin Emma. Hallo!
Wir sitzen hier wie fast immer in unserer streng geheimen Kommandozentrale auf dem Heuboden von Alex' Eltern.
Heute wird es richtig bunt, wir besuchen nämlich den Blumenhof von Herrn Musil.
Genau, und dabei wollen wir herausfinden, ob Blumenanbau eigentlich zur Landwirtschaft gehört. Was meint ihr da draußen? Ist ein Blumenzüchter wie Herr Musil auch ein Landwirt? Oder eher nicht.
Außerdem gibt es bei ihm anscheinend auch ein Rätsel zu lösen. Irgendetwas läuft diesen Sommer anders als sonst. Aber was? Das müssen wir wie echte Detektive herausfinden.
Also packen wir unser Aufnahmegerät ein und machen uns auf den Weg. Und ihr an den Lautsprechern, hört gut zu. Am Ende gibt es wie immer 3 Rätselfragen für euch.
Oh, ich bin so gespannt. Vielleicht züchtet Herr Musil ja ganz besondere Blumen, oder er hat eine geheime Blumensorte entwickelt, die im Dunkeln leuchtet oder nach Schokolade riecht.
Oh Mann, Alex, du und deine Fantasie. Aber wer weiß, vielleicht gibt's ja wirklich was Besonderes zu sehen. Also dann, los geht's!
Ah, ihr seid wohl die jungen Podcaster, die mir gerade noch telefonisch angekündigt wurden. Emma und Alexander, richtig? Herzlich willkommen auf meinem Blumenhof und schön, dass ihr da seid.
Hallo, Herr Mosiel! Hallo! Vielen Dank, dass wir Sie besuchen dürfen. Ich habe meiner Mama gesagt, dass sie Sie noch schnell anrufen soll. Wir wollen Sie ja nicht überfallen.
Das ist schon in Ordnung.
Wow, das ist ja riesig hier! So viele Blumenfelder und so bunt.
Ja, ein traumhafter Anblick, nicht? Ich mache das seit sehr vielen Jahren, aber an diesem Blumenmeer werde ich mich nie satt sehen können. So, aber erst möchte ich euch meine Dahlienfelder zeigen.
Gern! Mama hat heute einen wunderschönen Strauß mitgebracht.
Dahlien sind meine Spezialität. Ich züchte hier über 50 verschiedene Sorten. Normalerweise leuchten sie um diese Jahreszeit in den prächtigsten Farben, aber dieses Jahr—
Oh, ich glaube, das kann nur das Rätsel sein. Was ist denn dieses Jahr anders?
Ja, kommt mit, ich zeige es euch. Es ist wirklich merkwürdig. Sowas habe ich in meiner ganzen Zeit hier noch nie erlebt. So, hier sind wir bei meinen ersten Dahlienfeldern. Und was fällt euch auf?
Die Blumen sind super schön, aber Moment mal, manche sehen irgendwie blasser aus als andere.
Stimmt, die da vorne sind richtig kräftig rot, aber die hier sind eher wie soll ich sagen, verwaschen?
Genau das ist es, Alexander. Ihr habt es sofort erkannt. Einige meiner Dahlien haben ihre intensive Farbe verloren, und das betrifft nicht nur eine Sorte, sondern verschiedene. Wisst ihr, ich bin jetzt 62 Jahre alt und züchte seit meinem 20. Lebensjahr Blumen. Damals in den 1980er Jahren, da waren die Sommer noch anders. Wir hatten vielleicht mal eine Hitzewoche, aber dann kam wieder Regen. Die Dahlien haben gestrahlt in Farben, die man heute kaum noch sieht.
Aber was hat sich denn verändert? Sie züchten doch immer noch dieselben Sorten, oder?
Ja, immer dieselben Sorten. Manche baue ich seit 30 Jahren an, aber das Klima hat sich sehr verändert. Lasst mich euch das erklären. Also, eine Blüte ist wie eine kleine Fabrik. Sie produziert Farbstoffe, wir nennen sie Pigmente. Die roten und violetten Farben kommen von Pigmenten, die man Anthocyanen nennt. Die gelben und orangenen von Carotinoiden. Diese Farbstoffe herzustellen kostet die Pflanze viel Energie. Ja, und woher bekommt die Pflanze ihre Energie? Aus Wasser, Nährstoffen und Sonnenlicht. Aber wenn ein Baustein fehlt oder zu viel wird, gerät alles durcheinander.
Verrückt. Die Pflanze ist also irgendwie verwirrt, weil sie von etwas zu viel hat?
Das ist wie mit dem Essen, Alexander. Ein Stück Kuchen ist lecker, aber wenn du 10 Stück essen musst, wird dir schlecht. Diesen Sommer hatten wir 18 Tage über 35 Grad. Das ist Stress pur für die Pflanzen. Sie müssen sich entscheiden: Überleben oder schöne Farben produzieren. Und rate mal, was ihnen wichtiger ist.
Natürlich das Überleben. Aber warum betrifft es nicht alle Pflanzen gleich? Manche Dahlien hier sehen doch noch richtig kräftig aus.
Sehr gut beobachtet. Das hat verschiedene Gründe. Manche Sorten sind robuster, manche stehen an besseren Plätzen. Aber das größte Problem dieses Jahr war die Wasserversorgung. Kommt, ich zeige euch etwas. Wir gehen mal ein Stück weiter nach oben. Hier, fass mal die Erde an.
Die ist ja total trocken, fast wie Staub und so hart.
Bei uns zu Hause ist die Erde viel dunkler und krümeliger. Diese hier ist hellgrau und Klumpig?
Exakt! Ihr habt den wichtigsten Unterschied erkannt. Trockene Erde kann nämlich kein Wasser speichern. Wenn es dann mal regnet, und wir hatten ja ein paar heftige Gewitter, läuft das Wasser einfach an der Oberfläche ab, statt einzusickern. Die Wurzeln kommen nicht dran. Es ist wie wenn ihr versucht, einen ausgetrockneten Schwamm zu benässen. Erstmal perlt alles Wasser ab.
Aber Sie gießen die Pflanzen doch bestimmt?
Ja, natürlich. Aber bei 5 Hektar Blumenfeldern ist das eine Mammutaufgabe. Und hier kommen wir zu meinem Hauptproblem: Meine alte Bewässerungsanlage reicht nicht für alle Felder. Sie wurde vor 20 Jahren installiert, als ich noch viel weniger Fläche hatte. Seht ihr die verschiedenen Bereiche? Da vorne, wo die Farben noch kräftig sind, funktioniert die Bewässerung. Aber je weiter wir nach hinten gehen, desto blasser werden die Blumen.
Es ist wie ein Farbverlauf, vorne knallrot und hier hinten nur noch rosa.
Ganz genau. Die Pflanzen zeigen uns, wo das Wasser fehlt. Sie sind wie ein lebendiges Messgerät. Aber es ist noch komplizierter. Nicht nur die Wassermenge ist wichtig, sondern auch der Zeitpunkt der Wasserzufuhr. Wenn ich mittags bei 35 Grad In der Wiese verdunstet das meiste sofort. Morgens um 5 wäre ideal, aber da schaffe ich nicht alle Felder.
Können die Pflanzen denn gar nichts gegen die Hitze machen? Wir schwitzen ja, wenn es heiß ist. Machen Pflanzen auch so was?
Ja, schlau gedacht, Alexander. Pflanzen haben tatsächlich ihre eigenen Tricks. Sie können ihre Blätter einrollen, um weniger Fläche der Sonne auszusetzen. Und sie produzieren eine Art Sonnenschutz. Sie haben als Sonnenschutz wachsartige Schichten auf den Blättern. Sie verdunsten auch Wasser, das kühlt sie wie unser Schwitzen. Aber all diese Schutzmechanismen kosten Energie. Energie, die dann für die Blütenfarbe fehlt.
Das klingt echt super kompliziert. Und Sie müssen das alles die ganze Zeit im Blick behalten?
Ja, jeden einzelnen Tag. Ich führe Buch über Temperaturen, Niederschlag, Bodenfeuchtigkeit. Ich kenne jedes meiner Felder wie meine Westentasche. Dieses hier zum Beispiel hat lehmigen Boden. Der speichert Wasser besser, wird aber bei Trockenheit steinhart. Das Feld dort drüben hat sandigen Boden. Da versickert das Wasser schnell, aber er erwärmt sich auch schneller im Frühjahr.
Das klingt nach echter Detektivarbeit. Aber was kann man denn gegen die blassen Farben machen?
Das ist die große Frage. Ich experimentiere mit verschiedenen Ansätzen, aber die Natur ist komplex und manchmal übersieht man wichtige Details. Wollt ihr mir helfen, das Problem genauer zu untersuchen? Ihr habt frische Augen und stellt clevere Fragen. Vielleicht entdecken wir gemeinsam etwas, das ich übersehen habe.
Oh ja, sehr, sehr gern! Wir sind ziemlich gute Landwirtschafts- Landwirtendetektive.
Stimmt, wir haben schon einigen Landwirten geholfen, Problemen auf die Schliche zu kommen.
Wunderbar! Habt ihr einen Vorschlag, wie wir am besten vorgehen?
Ich schlage vor, systematisch vorzugehen. Bei uns auf dem Hof macht Papa das auch so, wenn etwas nicht stimmt. Er schreibt sich alles auf und vergleicht dann seine Notizen.
Das ist eine ausgezeichnete Idee! Okay, wie fangen wir an?
Also, wir könnten die verschiedenen Felder durchgehen und schauen, Wo genau die Unterschiede sind.
Ja!
Wir hatten in der Schule mal ein Gartenprojekt über Pflanzen. Da mussten wir jeden Tag aufschreiben, wie sich die Bohnen entwickeln, die wir gesät haben. Am Ende konnten wir genau sehen, welche Bohne mehr Licht oder Wasser bekommen hatte.
Stimmt, Alex. Das haben wir in meiner Klasse auch mal gemacht. Da waren es aber Gurken. Und bei einer Gurke hatten wir vergessen zu gießen. Oho! Die ist viel kleiner geblieben als die anderen. Aber das Interessante war, sie hat trotzdem geblüht. Nur die Blüten waren winzig.
Ihr seid ja richtige Nachwuchsforscher. Gut, dann starten wir also eine kleine sogenannte Feldstudie. Nehmt mal hier mein Klemmbrett, da mache ich mir sonst immer Notizen drauf.
Okay, ich schreibe auf. Feld Nummer 1. Dahlien sehen blass aus. Was noch, Herr Musil?
Dieses Feld liegt am höchsten Punkt meines Grundstücks. Es bekommt die volle Sonne ab und—
Moment mal, Herr Musil, darf ich was fragen?
Ja, klar.
Sie haben vorhin gesagt, dass Sie die Felder unterschiedlich bewässern. Wie bewässern Sie denn überhaupt? Bei uns zu Hause haben wir große Beregnungsanlagen, die Papa mit dem Traktor über die Felder zieht.
Hmm, ja, bei Blumen ist das allerdings anders als bei Getreide. Ich kann keine große Beregnungsanlage verwenden, weil die Wassertropfen die empfindlichen Blüten beschädigen würden. Stellt euch vor, ein dicker Wasserstrahl trifft auf eine zarte Dahlienblüte.
Oh, das wäre gar nicht gut, die würden ja alle umknicken. Bei unseren Rosen im Garten gießt Mama immer nur unten an die Wurzeln, nie auf die Blüten.
Deine Mama macht es genau richtig. Ich habe bei meinen Blumenfeldern ein Tropfbewässerungssystem installiert. Das sind Schläuche mit kleinen Löchern, die das Wasser direkt an die Wurzeln bringen.
Ah, das habe ich in dem Feld weiter unten gesehen. Aber auf diesem oberen Feld hier sind gar keine Schläuche.
Gut beobachtet. Das ist Teil des Problems. Meine alte Bewässerungsanlage reicht nicht bis hier hoch. Denn dieses Feld habe ich ja, wie gesagt, erst später bewirtschaftet. Und selbst wenn ich sie verlängern würde, der Wasserdruck ist zu schwach. Dieses Feld muss ich also mit dem Gießwagen bewässern.
Das ganze Feld? Wie groß ist das denn? Es sieht riesig aus.
Etwa 2000 Quadratmeter, also ungefähr so groß wie 6 Volleyballfelder nebeneinander. Mit dem Gießwagen brauche ich fast 2 Stunden, um alles zu bewässern. Aber bei 30 Grad Hitze verdunstet das Wasser so schnell, wie ich es draufgieße.
Wir sollten das alles aufschreiben. Also, Feld 1, höchste Lage. Volle Sonne, manuelle Bewässerung, blasse Farben. Können wir uns noch mal das Feld dort unten genauer ansehen? Das sieht echt ganz anders aus.
Na klar, kommt mit.
Täuscht das oder ist das hier kühler als oben auf dem Berg? Und die Erde sieht auch irgendwie anders aus.
Hm, stimmt. Oben war sie total trocken und staubig. Hier ist sie dunkler und— Darf ich mal anfassen?
Nur zu.
Sie fühlt sich viel feuchter an und krümeliger. Oben war die Erde hart wie Beton. Hier kann ich sie zwischen den Fingern zerbröseln.
Und die Dahlien, wow, die leuchten ja total. Das Rot ist super kräftig. Und das Orange erst, wie Feuer.
So, das ist Feld Nummer 2. Es liegt im Talbereich, bekommt morgens Sonne, mittags etwas Schatten von den Bäumen dort drüben. Und das Wichtigste: Hier funktioniert meine Tropfbewässerung.
Perfekt. Okay, ich notiere: Feld 2, Tallage, teilweise Schatten, automatische Bewässerung, kräftige Farben. Herr Mosiel, langsam verstehe ich das Problem. Die Felder, die weniger Wasser und mehr Hitze abbekommen haben, haben blassere Blumen, so wie wir es am Anfang schon vermutet haben.
Gibt es noch mehr Felder, die wir uns anschauen sollten? Wir haben jetzt zwei dokumentiert.
Ich glaube, das ist nicht nötig. Ihr habt die wichtigsten Extreme gesehen. Die anderen Felder liegen dazwischen. Mittlere Höhe, teilweise Bewässerung. Das Ergebnis ist immer dasselbe. Je besser Wasser und Schatten zusammenspielen, desto kräftiger die Farben.
Also liegt es nicht nur am Wasser, Sondern auch am Schatten. Das hatten wir vorhin gar nicht so beachtet.
Stimmt, die Bäume hier unten haben den Pflanzen geholfen, obwohl es heiß war. Ja, das könnte man doch oben auch ausprobieren.
Bisher habe ich mich ziemlich auf die Bewässerung versteift, aber vielleicht hätte ich mich mehr mit dem Schattenproblem beschäftigen sollen.
Sie könnten doch einen Versuch machen. Ja, nehmen Sie ein kleines Stück vom einen oberen Feld und spannen Sie ein Netz drüber, das aussieht wie eine Plane mit Löchern. Ja, dann sehen Sie, ob die Farben dort wieder kräftiger werden.
Und wenn das funktioniert, wissen Sie, dass ein Netz wirklich hilft.
Das ist eine großartige Idee, Kinder! Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, es mit diesen großen Schattiernetzen zu testen, aber euer Vorschlag, es erstmal mit einem Teilfeld auszuprobieren, ist schlau. Dann habe ich den direkten Vergleich.
Und vielleicht können Sie den Boden dort zusätzlich mit Mulch abdecken, dann bleibt die Feuchtigkeit länger drin.
Gute Idee!
Also, ihr seid wirklich clever. Eure Beobachtungen haben mich auf jeden Fall bestärkt, ein paar Dinge endlich anzugehen. Netze testen, Mulch ausbringen und die Bewässerung verbessern.
Also haben wir als Landwirte Landwirtschaftsdetektive einen echten Beitrag geleistet.
Und wie!
Dann ist unsere kleine Feldstudie also abgeschlossen. Ergebnis: Je besser Wasser im Boden gespeichert werden kann und je mehr die Pflanzen vor Hitze geschützt sind, desto kräftiger bleiben die Farben.
Genau, perfekt zusammengefasst, Emma.
Aber Herr Musil, was ich mich die ganze Zeit schon frage: Wie schaffen Wie schaffen Sie denn eigentlich die ganze Arbeit hier? Die Felder sind ja riesig. Machen Sie das alles alleine?
Nein, unmöglich. In der Hauptsaison habe ich mehrere Helfer, aber vieles erledige ich tatsächlich selbst. Kommt, ich zeige euch meinen wichtigsten Helfer, meinen Packesel.
Hä, Packesel? Der wird ja nicht wirklich— Ein John Deere Kleintraktor! Das ist der 2025R, richtig? Der muss ja perfekt sein für solche Felder.
Das wird er wohl sein. Ich kann mir die Bezeichnung einfach nicht merken und nenne ihn einfach Packesel. Ohne den kleinen Kerl wäre ich verloren. Er ist wendig genug für die Wege zwischen den Beeten, aber auch stark genug für alle wichtigen Arbeiten.
Was machen Sie denn alles damit? Bei Blumen stelle ich mir die Arbeit mit einem Traktor schwierig vor. Die sind doch so empfindlich.
Wohl wahr, man muss vorsichtig sein. Aber seht mal hier, das ist mein Frontlader. Damit transportiere ich Kompost und Erde. Und hier hinten kann ich verschiedene Geräte anhängen.
Oh, eine Bodenfräse! Die lockert den Boden auf, oder? Und das da hinten auf dem Feldweg, ist das ein Düngerstreuer?
Genau.
Wusst ich's.
Im Frühjahr bereite ich damit die Beete vor. Die Fräse lockert den Boden, dann kommt Kompost drauf und der wird dann wieder eingearbeitet. Alles mit dem Traktor. Früher habe ich das noch mit der Hand gemacht. Mein Rücken erinnert sich gut daran.
Und wie ist das mit dem Pflanzen? Arbeiten Sie da auch mit einer Maschine? Bei uns gibt es ja Kartoffellegemaschinen und so.
Nein, das Pflanzen ist reine Handarbeit. Jede Dahlienknolle wird einzeln gesetzt. Das sind pro Saison etwa 5000 Stück. Aber wisst ihr was? Diese Handarbeit macht den Unterschied. Ich sehe jede einzelne Knolle, kann die besten auswählen und genau platzieren.
5000! Das ist ja Wahnsinn! Wie lange brauchen Sie dafür?
Nun, mit meinen Helfern etwa eine Woche. Wir fangen morgens um 6 an, wenn es noch kühl ist, und arbeiten bis mittags.
Und die Ernte? Gibt es eigentlich so was wie Blumenerntemaschinen?
Die Ernte jetzt im Sommer ist tatsächlich auch reine Handarbeit, und das hat mehrere Gründe. Jeden Morgen um halb 5 stehe ich auf, denn bis die Sonne aufgeht, muss ich draußen sein. Die Blumen sind dann noch voller Nachttau. Und die Stängel prall mit Wasser gefüllt. Das ist der perfekte Zeitpunkt zum Schneiden. Aber es geht nicht nur um die Uhrzeit. Jede einzelne Blüte muss ich vorher auch beurteilen. Ist sie voll geöffnet, zu voll, noch zu geschlossen? Bei Dahlien ist das besonders heikel. Schneidet man sie zu früh, öffnen sie sich in der Vase nicht mehr richtig. Zu spät und sie halten nur 2 Tage.
Jetzt verstehe ich auch, warum Blumen auf dem Markt manchmal teurer sind als Gemüse. Da steckt ja unglaublich viel Arbeit drin.
Voll! Und noch was: Wir haben jetzt zwar überlegt, was man schnell gegen die blassen Dahlien machen könnte, aber was ist denn langfristig? Was ist, wenn die Sommer wegen des Klimawandels immer heißer werden?
Ja, dann muss ich umdenken, Emma. Möglicherweise setze ich dann auf resistentere Sorten. Es gibt Züchtungen aus Südeuropa, die besser mit Trockenheit klarkommen. Außerdem kann man die Bewässerung noch optimieren mit Sensoren, die die Bodenfeuchtigkeit messen und automatisch gießen. Das kostet eine Stange Geld, aber anders wird es wohl nicht gehen.
Das klingt nach viel Veränderung. Haben Sie keine Angst davor?
Angst? Nein, Respekt. Angst vor der Herausforderung?
Ja.
Aber wisst ihr was? Gärtner waren schon immer Optimisten. Wir pflanzen heute, was erst in Monaten blüht. Wir glauben an die Zukunft. Und ich sehe auch Positives: Durch den Klimawandel kann ich plötzlich Sorten anbauen, die früher hier nicht gediehen wären.
Wow, Sie geben wirklich nicht auf, Herr Musil. Aber sagen Sie mal, und das hätten wir jetzt fast vergessen: Würden Sie sich eigentlich als Landwirt bezeichnen?
Die ewige Frage. Rechtlich gesehen bin ich Landwirt. Ich bewirtschafte Land und bin Mitglied im Bauernverband. Aber viele echte Bauern sehen uns Blumenzüchter als Exoten, weil wir ja nichts zum Essen produzieren. Dabei arbeiten wir mit denselben Herausforderungen und mein John-Deere-Traktor macht keinen Unterschied zwischen Weizenfeld und Dahlienfeld.
Das stimmt, und ohne Blumen wäre die Welt auch ziemlich grau. Stellt euch mal eine Hochzeit ohne Blumen vor. Wenn meine Mama an meinem Geburtstag keinen Strauß auf den Esstisch stellen könnte, wäre sie auch sehr traurig, und ich erst recht.
Ja, ich auch. Blumen sind wichtig, und davon sollten wir jetzt ganz schnell den Hörern und Hörerinnen von unserem Podcast erzählen, oder, Emma?
Ja, unbedingt! Das war mega interessant bei Ihnen, Herr Musil.
Ja, finde ich auch.
Landwirtschaft mal in kunterbunt, oder zumindest auf den meisten Feldern. Ich hoffe, dass Sie eine Lösung finden, damit die nächsten Dahlien alle wieder so strahlen.
Ja, danke, Emma. Ich bin ja ein alter Hase und gebe nicht so schnell auf. Wenn ihr wollt, Kommt im Herbst noch mal vorbei, dann graben wir die Dahlienknollen aus. Das ist auch spannend. Und vielleicht haben meine Experimente bis dahin Erfolg gezeigt.
Das machen wir gerne. Tschüss, Herr Moser.
Tschüss, tschüss, ihr zwei.
Und da wären wir wieder in unserem geheimen Podcast-Studio. Wow, das war wieder ganz schön viel, was wir erfahren haben. Und ich habe immer noch den Duft der Dahlien in der Nase.
Ja, das war echt krass. Ich hätte nie gedacht, dass Blumenanbau so kompliziert ist und dass der Klimawandel sogar die Farben der Blumen verändert.
Voll beeindruckend, was Herr Musil leistet. Ja, ich finde, das ist Echte Landwirtschaft!
Stimmt, nur eben nicht für den Bauch, sondern fürs Auge. Deine Mama würde vielleicht sogar sagen für die Seele. Wobei, es gibt ja auch Blüten, die man essen kann. Kapuzinerkresse zum Beispiel.
Ja, die ist lecker. Das wäre eigentlich auch eine gute Rätselfrage gewesen: Welche Blüten sind essbar? Ja, da hätten wir Herrn Musil auch mal drauf ansprechen sollen. Na ja, Dann beim nächsten Mal. Hast du dir schon Fragen überlegt, Alex?
Na klar, sogar zwei. Hochverehrtes Publikum, hier kommt Frage Nummer 1: Wie nennt man das, was bei den Pflanzen die Farbe ausmacht? Tipp: Es fängt mit dem Buchstaben P an.
Frage Nummer 2: Warum erntet Herr Musil seine Blumen frühmorgens und nicht mittags?
Und Frage Nummer 3: Wie nennt Herr Musil seinen Traktor?
Das waren unsere Fragen. Wer gut zugehört hat, kennt die Antworten bestimmt.
Wir freuen uns schon auf die nächste Folge für euch.
Oh ja!
Und ich kann versprechen, es wird wieder spannend.
Auf jeden Fall. Bis dahin vielen Dank fürs Zuhören beim John-Deere-Entdecker-Podcast. Alle Infos zu John Deere und zum John Deere Junior Club findet ihr wie immer in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal! Tschüss!
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