Folge 25: Von Kühen und Hängen - Landwirtschaft in den Bergen

In der 25. Jubiläumsfolge des John‑Deere‑Entdecker‑Podcasts für Kinder besuchen die jungen Moderatoren Emma und Alexander einen traditionellen Bergbauernhof im Allgäu. Sie treffen den Bauern Herr Obermüller, der ihnen die Besonderheiten der alpinen Landwirtschaft erklärt. Das Gespräch deckt die saisonale Praxis des Almabtriebs (Viehscheid), das Heuwenden mit dem Schwader (ein rotierender Kreiselgerät), das Schwenden zur Pflege der Almflächen und den Erhalt der Artenvielfalt ab. Sie erfahren, wie spezielle Zwillingsreifen und Allradantrieb das Arbeiten auf steilen Hängen ermöglichen. Herr Obermüller schildert die langfristigen Herausforderungen für Bergbauern – schwierige Erreichbarkeit, raue Klimabedingungen, hohe Produktionskosten und den Rückgang von Höfen – und erklärt, wie sie durch Direktvermarktung von Produkten (Berggetreide, Honig, Käse, Wurst, Sirup) und durch Tourismus (Ferienwohnungen, Mountainbike‑Touren, Skifahren) zusätzliche Einnahmen erzielen. Die Moderatoren betonen die Rolle der Bergbauern als Landschaftspfleger und Bewahrer traditioneller Kultur. Am Ende gibt es ein interaktives Rätsel für die jungen Hörer, das Wissen zu Schwader, Schwenden und anderen Begriffen prüft, und ein Hinweis auf weitere Informationen im Shownotes. Der Podcast verbindet lehrreiche Inhalte mit einer lockeren, begeisterten Gesprächsatmosphäre.
Chapters
Hallo und willkommen zum John Deere Entdecker Podcast für alle Kids, die mehr über das aufregende Landleben wissen wollen.
Heute hört ihr Episode 25 von Kühen und Hengen Landwirtschaft in den Bergen.
Mensch, Alex, wo willst du noch überall nach Keksen suchen? Das Mikro ist schon längst an. Heute senden wir doch eine besondere Podcast-Folge. Unser Jubiläum!
Hä? Wieso Jubiläum?
Na, diese Folge ist doch die 25. Los, setz dich! Pack die Kekse weg! Du bist heute wieder dran mit der Begrüßung. Und du weißt ja hoffentlich, welches Thema ansteht.
Na klar, darauf warte ich schon eine Ewigkeit, das endlich abzuspielen. Das war immerhin ein super Sommererlebnis für uns.
Ja, und was für eins. Sehr schräg, also wortwörtlich.
Und das ist heute echt schon die 25. Folge? Wow. Na gut, dann starten wir mal. Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge, der 25., unseres John-Deere-Entdecker-Podcasts, dem Wissens-Podcast über Landwirtschaft, Tiere, Technik und das spannende Landleben. Wir sind Emma—
Hallo!
—und Alexander und wir sitzen gerade wieder in unserer streng geheimen Kommandozentrale oben auf dem Heuboden von meinen Eltern. Oh ja! Von hier senden wir ja immer unseren Podcast.
Genau, für die Jubiläumsfolge heute haben wir ein Thema vorbereitet, das uns ganz besonders beschäftigt hat. Wir sind ja selber Bauernhofkinder und wissen genau, wie schwer Landwirtschaft manchmal sein kann. Mit schlechtem Wetter und Ernteausfällen und so. Ja. Aber trotzdem haben wir es hier im Flachland doch irgendwie etwas einfacher als die Landwirte in den Bergregionen.
Das wussten wir nämlich auch noch nicht, dass Bergbauern teilweise noch ganz andere Sachen zu tun haben, als nur ihre Wiesen zu mähen. Ja, genau. Da oben arbeiten sie jeden Tag Tag, rund um die Uhr. Oh ja!
In den Ferien waren wir zu Besuch auf einem echten Bergbauernhof im Allgäu, in den bayerischen Alpen. So richtig mit Kühen und Hängen und Kuhhirten und so.
Und wir haben gelernt, was ein Almabrieb ist.
Almabtrieb heißt das, Alex. Oh! Weil die Kühe am Ende des Sommers von den Almen runter in die Dörfer getrieben werden. Im Allgäu nennt man das Viehscheid und unten im Tal feiert man dann auf Märkten und—
Nicht jetzt schon alles erzählen, Emma! Das hören die Kids doch gleich im Podcast. Wir haben uns jedenfalls mal genauer umgesehen und echt viel gelernt über die Abläufe dort oben. Da gibt es hunderte Jahre alte Traditionen, was auch an der Lage in den Bergen liegt. Naja, und aus all dem haben wir eine neue Podcastfolge für euch gemacht und die Kommt jetzt! Mhm, äh— Ah ja, stimmt! Vorher wollten wir euch noch mitteilen, wie die Babyziege aus Folge 18 genannt wurde. Erinnert ihr euch? Da waren wir auf dem Ferienbauernhof von Herrn Brodewein und seine Ziege Lucy war trächtig.
Genau! Wir haben total vergessen, das noch aufzulösen. Unsere Hörerin Emma hatte jedenfalls in den Kommentaren einen total süßen Namen vorgeschlagen. Tilda! So heißt das Zicklein jetzt. Lustig!
Und unsere Hörerin heißt wie du. Liebe Grüße an die andere Emma. Liebe Grüße! So, und jetzt aber los mit der neuen Folge. Hört wieder gut zu, denn am Ende stellen wir euch wieder 3 Rätselfragen. Also, Ton ab! Erste! Gewonnen! Ja, ja, aber nur weil du vor mir gestartet bist, Emma. Und weil du viel weniger Steigung hattest als ich. Boah, meine Beine zittern richtig.
Meine auch. Die fühlen sich wie Pudding an. Fahrradfahren in den Bergen ist echt anstrengend. Aber dafür ist die Natur super schön und die Luft ganz anders als bei uns. Viel frischer irgendwie. Mal sehen, was uns Herr Obermüller gleich alles erzählt. Er ist ein richtiger Bergbauer und auch unser Gastgeber. Hier war doch der Treffpunkt.
Ja, genau hier an dem Wegweiser, hat er gesagt. Schau mal da oben, da laufen gerade ein paar Schafe den Hang lang. Stimmt. Oder sind das Kühe? Kann ich nicht so gut erkennen, die sind so winzig.
Warte, nee, kann ich auch nicht richtig sehen. Aber ich sehe, dass da vorne ein Traktor auf uns zukommt.
Ich auch! Oh, das ist ein John Deere 5085M, ein schon etwas älteres Gerät, aber immer noch super zu gebrauchen. Und in der Fahrerkabine sitzt Herr Opa Müller! Hallo! Hallo! Grüß Gott, ihr beiden!
Ihr seid ja ganz pünktlich. Das ist ja gut. Heute fahren wir rauf zur kleinen Alm. Das gekreiselte Heuschwaben.
Das Heu wie? Ja, klar, wir kommen mit. Wir sind schon sehr gespannt, was Sie uns alles über die Landwirtschaft in den Bergen erzählen.
Das wird euch interessieren. Ach Mensch, das habe ich jetzt ganz vergessen. Ich habe ja nur Platz für einen von euch hier oben auf dem Beifahrersitz.
Was machen wir jetzt? Kein Problem, ich überlasse Alex gern den Platz. Ja, ich fahre dann zurück. Wollte eh fragen, ob ich noch eine Stunde Reitunterricht bekommen kann. Das wird jetzt sehr gut passen. Alex kann mir dann nachher berichten. Einverstanden?
Das würdest du echt tun? Ja, du bist super, Emma, die beste Freundin der Welt!
Ich weiß, ich weiß. Also dann, bis später. Tschüss!
Na, dann komm mal rauf auf den John Alex. Dein Sitz wartet schon. Komm! Ja! So! Und schon geht's los! Und, wie gefällt's euch auf unserem Hof? Ihr seid ja gestern angereist, richtig? Habt ihr euch schon ein wenig eingelebt? Haben wir!
Ihr Hof ist echt toll und alle sind super nett! Vielen Dank, dass wir hier eine Woche Urlaub machen dürfen und Sie uns Fragen beantworten für unseren Podcast.
Freilich gern! Ich find's gut, dass ihr junges Gemüse so viel über Landwirtschaft recherchiert. Was wollt ihr denn heute als Erstes wissen?
Mich interessiert erstmal, was Sie eben meinten mit: Wir fahren zum Heuschwaden.
Was macht man denn da? Ah, also heute Morgen hat mein Sohn Paul auf der kleinen Alb das Gras gemäht. Hier im Allgäu sagen wir auch Alb zu einer Alm, also einer Bergweide. Paul hat das Gras mit einem sogenannten Zetter gewendet und gleichmäßig verteilt. Damit es gut durchtrocknet. Und jetzt kommt der Schwader zum Einsatz. Kannst du dir denken, was das ist?
nee, ich kenne nur einen Schwager, aber das ist was anderes.
Ein Schwager ist sowas anderes. Also pass einmal auf: Ein Schwader ist eine Art Kreisel mit rotierenden Metallzinken. Ach so. Der wird hinter den Traktor gehängt. Der Schwader Fährt durch gemähtes Futter wie Heu oder Stroh und formt es zu einem gleichmäßigen Schwad. Das ist wie eine lange Reihe von Heubahnen. Die werden so für das spätere Einsammeln auf den Ladewagen vorbereitet. Schau mal da rüber, da steht mein Einzelkreiselschwader am Wieseneingang. So, den häng ich jetzt an den Traktor an und dann schwaden wir los.
Das ist aber steil. Wir haben ganz schöne Schräglage hier auf dem Hang. Klappt das denn so mit dem Schwaden? Kippen wir da nicht um?
Nein, nein, nein, des passt schon. Ich habe heute auch Zwillingsreifen auf meinen John-Deere-Traktor gezogen. Gut. Also hinten haben wir 4 Räder insgesamt. So hab ich mehr Grip am Hang. Weißt, ohne Allradantrieb und mit schmalen Reifen wäre die Arbeit hier oben mit dem Schwader zu gefährlich.
Aha, na dann ist ja gut. Voll cool! Der Schwader hinter uns wirft wirklich das Heu in lange Reihen zusammen. Sieht witzig aus.
Machen Sie das sehr oft? des Abmähen und Schwaden? Ja, wie auch die Bauern im Flachland müssen wir hier oben unsere landwirtschaftlichen Flächen gut pflegen und bewirtschaften. Immerhin sichern wir Bergbauern seit mehr als 1400 Jahren das Überleben der einzigartigen Kulturlandschaft der Bergregion. Damit sind die vom Menschen bestellten Flächen gemeint. Die Höfe hier in der Gegend san oft seit Hunderten von Jahren im Familienbesitz und arbeiten stetig gegen des Verbüschen der Alpen. Verbüschen? Genau, wir sorgen sozusagen dafür, dass die Alpen nicht überwuchern. Das nennt man auch das Schwenden, also das Freihalten von Flächen durch das Entfernen von wildwachsenden Bäumen und Sträuchern. Das ist eine jahrhundertealte Praxis. Krass! Wir fällen zum Beispiel gezielt ausgewählte Bäume und stapeln dann das Holz, und diese Schwendhaufen werden dann später am Berg verbrannt.
Stimmt, das habe ich mal im Fernsehen gesehen. Dann raucht es überall von den Wiesen, weil diese Schwendhaufen brennen.
Ja, richtig. Wir lassen unsere Kühe und Jungtiere auch dort weiden, wo es sonst zu viele Sträucher geben würde. Ja, sie ersetzen dadurch auch mal die harte Arbeit von Hand, also Sensen und Abholzen. Aha. Na, was glaubst du, warum ist das Schwenden wohl so wichtig?
weil, weil sie die Flächen für Getreideanbau und so brauchen? Ja, das ist ein guter Gedanke.
Wobei wir hier in den Nordalpen eher Viehzucht betreiben. Aber wir schwenden auch, um die Artenvielfalt in den Bergen zu erhalten. Wir versuchen, die Hänge frei zu halten für wichtige Pflanzen. Dadurch wachsen zum Beispiel der Enzian oder der Frauenmantel ungestört und locken wiederum Insekten an. In den großen Höhen gibt's besonders kräuterreiches Gras und tolle Blumenwiesen.
Also sind Bergbauern nicht nur einfach Landwirte, sondern auch so was wie die Beschützer der Almen und überhaupt der Alpen?
Das ist ein schönes Bild, Alex. Genau. Wow! Wir sind auch Landschaftspfleger. Die Berglandwirtschaft bedeutet für uns Bauern nicht nur Heimat und einen Arbeitsplatz, sondern wir tragen auch zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Umweltschutz bei. Und nebenbei kurbeln wir auch den Tourismus an. Dafür bekommen wir hier verschiedene Fördermittel, die uns helfen, unser Bergbauern-Tum zu erhalten. Das ist ja alles Tradition hier. Nicht schlecht. Da, schau mal da oben hoch auf den Hang, da gegenüber.
Siehst du den Mann da? Der mit dem langen Stab bei den Kühen?
Was macht der da? Das ist der Gustav.
Gustav.
Er ist Hirte. Das ist eine sehr angesehene Aufgabe hier in den Alpen. Hirten sorgen mit ihren Tieren dafür, dass die Wiesen nicht verstrohen, also nicht überwuchern. Dadurch schaffen sie Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die gesunde Nahrung auf der Alm macht die Tiere robust und widerstandsfähig. So, ich wende hier mal wieder für den nächsten Schwad. Achtung!
schön langsam, Herr Obermüller! Der Hang hier ist echt steil und wir fahren gerade irgendwie senkrecht nach unten. Nicht, dass wir noch einen Salto machen.
Keine Angst, das wird nicht passieren. Die Zwillingsreifen und das Gewicht des Traktors halten uns fest am Boden. Okay. Siehst du, schon fahren wir wieder quer zum Hang.
Ein Glück. Ich hätte noch eine Frage zu den Kühen da oben. Wird denen denn nicht zu kalt im Winter? Je höher man in die Berge geht, desto kälter wird es doch, oder?
Ja, im Prinzip hast du da recht, aber keine Sorge, unsere Kühe oder Schafe müssen nicht frieren, denn im September und Oktober findet ja alljährlich der Almabtrieb statt. Ja eben. Hier im Allgäu sagt man Viehscheid dazu. Beim Abtrieb werden, wie der Name schon sagt, die Tiere alle wieder aus den Höhen hinunter ins Tal getrieben. Begleitet von Hirten, Bauern und Dorfbewohnern und unten finden dann große Feste und Märkte statt.
Damit die Kühe im Winter unten im wärmeren Tal im Stall sein können.
Genau! Mit dem Viehscheid feiern wir einen hoffentlich unfallfrei verlaufenden Sommer auf den Almen. Die Kühe werden dafür richtig schick geschmückt und ihre Kuhglocken bimmeln ganz laut. Das hört man schon von weitem. Das ist immer ein großes Spektakel, auch für die Touristen. Ja, das glaub ich. Viele reisen extra an, um das einmal mitzuerleben.
Also, das klingt ja alles sehr lustig und auch ein bisschen romantisch, aber ich kann mir gut vorstellen, dass Sie hier in den Alpen auch schwere Zeiten haben in der Landwirtschaft, oder?
Oh ja, wir Bergbauern sind genau wie unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Flachland von langfristigen Veränderungen in der Landwirtschaft betroffen. Aber all das wird hier oben durch verschiedene ungünstige Faktoren noch verschärft. Was glaubst denn, welche könnten das sein?
Ich schätze mal, es hat auf jeden Fall mit der Lage zu tun, weil man hier schlechter hinkommt.
Das ist ein Punkt, richtig. Unsere Bauernhöfe sind wegen der Höhe viel schwieriger zu erreichen. Die Anbauflächen sind durch die starke Hangneigung schlechter mit Maschinen zu bearbeiten, wie du ja gerade selbst mitbekommst. Ja. Das Klima ist rauer und unsere Erzeugnisse haben einen weiten Weg bis zu den Absatzmärkten in den Ballungsgebieten wie großen Städten. Alles ist ein sehr großer Aufwand in der Bewirtschaftung. Und des is noch ned ois.
Oha, was kommt noch?
Na, wie ich vorhin schon sagte, haben Bergbauern große Verpflichtungen der Natur gegenüber. Wir leben viel stärker im Rhythmus der Jahreszeiten und Wetterlagen und müssen die Berge und Hänge immer gut beobachten. Das und auch die Entwicklung der Märkte gehen nicht spurlos an uns vorbei. Der Rückgang der Landwirtschaft in den Alpen ist ein großes Thema. Viele Bergbauernhöfe haben bereits aufgegeben in den letzten Jahrzehnten. Oh, das ist echt traurig.
Das höre ich auch manchmal bei uns in der Umgebung.
Ja, ein schwieriges Thema. Wir wollen natürlich unsere Höfe und Traditionen erhalten und Sind daher darauf angewiesen, neue Absatzmöglichkeiten für unsere Produkte zu finden. Ja, klar. Gleichzeitig müssen wir hier oben viel aufwendiger und damit teurer produzieren als Betriebe außerhalb der Alpen. Oh, voll blöd.
Was bedeutet, dass Sie mit den Preisen der Supermärkte nicht mithalten können, richtig? Darüber haben wir schon mal in anderen Podcastfolgen gesprochen. Biobauern kennen das Problem auch. So schaut's aus.
Oh Mann. Aber Wir arbeiten intensiv daran, dass genau des ein Vorteil für uns hier oben sein kann. Wie des sein kann, erzähl ich gleich. So, wir san fertig für heute. Ich koppel den Schwader rasch ab und dann fahren wir mit dem Traktor rüber, die Heidi und ihre Freundinnen besuchen. Die wollt ich euch eh noch vorstellen. Aber vorher holen wir noch die Emma vom Hof ab.
Auf jeden Fall, dann kann ich ihr gleich alles erzählen, was Sie mir erzählt haben. Aber— Wieso fahren wir jetzt zu einer Mädchen-Klicke? Na, hoffentlich sind die alle nett.
Darf ich vorstellen: Die Heidi und ihre Mädels. Sag: Hallo, Heidi!
Heidi ist eine Kuh? Hätte ich mir irgendwie denken können. Darf ich sie mal streicheln? Hör nur zu, das mag sie.
Hier ganz besonders hinter den Ohren und am Hals.
Die sehen ja niedlich aus mit ihren braunen großen Flecken. Und die grasen hier den ganzen Sommer über auf der Alm? Ja, im Frühjahr treiben wir sie nach oben.
Dort haben sie bis zum Viehscheid im Spätsommer Zeit für sich, sind den ganzen Tag an der frischen Luft, fressen bestes Futter von den Kräuterwiesen und dürfen einfach nur Kuh sein. Auf der anderen Hangseite liegt unsere kleine Melkalm für die Kühe, die zweimal am Tag gemolken werden. Und da kommen wir zu dem Punkt, von dem ich noch berichten wollte.
Sie meinen das mit den neuen Absatzmöglichkeiten und Ideen für Bergbauernhöfe, oder?
Gut aufgepasst, Alex! Ich hab ja schon gesagt, dass wir hier oben viel aufwendiger produzieren als die Landwirte im Flachland. Aber das ist doch ein Vorteil, denn unsere Produkte haben eine Top-Qualität und sind ein absolutes Original aus dem Alpenraum. Wir erhalten unsere traditionellen Erzeugungsverfahren und schützen so die Artenvielfalt. Gleichzeitig entwickeln wir auch neue Ideen wie spezielle Tourismus- und Vermarktungskonzepte.
Was bedeutet das genau?
Das bedeutet, wir verkaufen unsere Erzeugnisse wie Berggetreide, Honig, Fleisch, Wurst oder Käse direkt ab Hof und in die Dorfläden der umliegenden Gemeinden. Außerdem stellen wir regionale Spezialitäten wie Sirup, Marmeladen, Getränke und Milch her, die großen Absatz finden. Die Milch unserer Almkühe verkaufen wir an lokale Käsereien. Die man hier oben Sennereien nennt.
Da wird dann dieser Bergkäse draus, den es heute zum Frühstück gab, oder?
Der ist gut, gell? Wir stellen aber auch noch viele andere Käsesorten her, wie Weichkäse oder Hartkäse. Mmh, lecker! Über 30 Alpsennereien gibt's hier und auch zahlreiche Betriebe in den Tälern. Aber nicht nur die Produkte aus der Landwirtschaft sind ein guter Verkaufszweig, sondern es gibt noch eine weitere. Sehr wichtige Einnahmequelle.
Sie meinen bestimmt den Tourismus. Der wird ja auch von den Bergbauern unterstützt und sie bekommen dafür Förderung, stimmt's?
Ihr hört wirklich gut zu, das muss ich schon sagen. Ja, wie überall spielt der Tourismus inzwischen eine sehr wichtige Rolle, auch bei uns hier oben. Ja? Ferienwohnungen sind sehr beliebt, Übernachten im Stroh auf einem Bauernhof, Mountainbike-Touren oder Wanderungen durch die Berge von Hütte zu Hütte. Es gibt so viele Möglichkeiten. Im Winter natürlich auch noch das Skifahren, wo es sich anbietet. Aha. Und natürlich wollen die Touristen auch unsere hofeigenen Produkte nutzen, und so wird's ein Kreislauf.
Voll spannend, wie Sie das hier oben so managen, trotz der vielen Hindernisse. Ich habe das Gefühl, dass Sie das alles mit viel Leidenschaft machen, so wie meine Eltern oder Emmas Eltern auch.
Ja, da hast du recht, Alex. Ich führe unseren Hof jetzt in vierter Generation. Die Bergbauernwirtschaft ist sowas Besonderes. Sie formt die Landschaften, erhält die Artenvielfalt und liefert zugleich leckere Delikatessen, die es nur hier gibt. Seit Jahrhunderten sind die Alpen die Heimat für viele Bergbauern und ganz ehrlich, ich will nirgendwo anders hin. Kann ich gut verstehen.
Das ist doch ein super Schlusswort für unseren Podcast, oder? Vielen Dank, Herr Obermüller! Ja, danke!
Ich habe echt viel Neues gelernt und es hat richtig Spaß gemacht. Sogar das Fahren auf dem Hang. Na ja, zumindest nach einer Weile. Könnte ich morgen gleich noch mal machen. Haben Sie nicht noch eine andere Alm zum Schwaden oder mehrere? Ich könnte das auch übernehmen. Mein Papa fände es bestimmt toll, wenn ich Traktorerfahrung aus den Bergen mitbringe.
Na gut, aber Ich mein, kannst du das denn schon sofort?
Hören Sie nicht auf Alex. Er darf doch noch gar nicht Traktor fahren.
Er ist noch viel zu klein. Du aber auch.
Hä? Ja, ich seh schon. Ich denk mir was anderes Schönes für euch aus. So, jetzt aber zurück zum Hof. Meine Frau hat vorhin einen frischen Kuchen gebacken. Den wollen wir doch nicht verpassen, oder?
Da sind wir wieder. Zurück in unserer geheimen Kommandozentrale auf dem Heuboden, also in unserem Podcaststudio. Weißt du was, Emma? Ja? Ich freue mich schon auf unseren nächsten Urlaub in den Bergen.
Ich mich auch. Ich finde es super, dass uns Herr Obermüller gleich noch mal eingeladen hat. Vielleicht fahren wir dann im Herbst hin, wenn der Almabtrieb stattfindet. Ich möchte so gern die Kuhglocken im Tal hören. Die bimmeln dann bestimmt besonders laut.
Jetzt haben wir aber erstmal noch unsere 3 Rätselfragen für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Ich fang an. Erste Frage: Wie nennt man das Kreiselgerät, das man auf den Almen zum Heuwenden hinten an einen Traktor koppelt?
Zweite Frage: Wie lautet der Begriff für das Freihalten der Almflächen, wenn man zu wild wuchernde Sträucher und Bäume abholzt und verbrennt? Gute Frage!
Ich müsste kurz nachdenken. Mhm. Und jetzt die letzte Frage: Wie oft habt ihr ein Muu-Geräusch in dieser Folge gehört?
Oh, das ist aber schwierig! Dafür müsste man ja die ganze Folge noch mal hören.
Ja, cool, oder? Ja, ja. Warum guckst du so? Zu schwierig? Na gut, Dann kommt noch eine Ersatzfrage: Wie heißt die Anführerin der Kuhgang von Herrn Obermüller? Kuhgang? Hihihi.
Aber das ist doch einfach, oder?
Denk ich auch. Und falls ihr die anderen Antworten nicht wisst, tja, hört ihr die Folge einfach nochmal. Alle Infos zum John Deere Junior Club und mehr findet ihr wie immer in den Shownotes.
Schaut doch mal rein! Bis zur nächsten Folge!
Tschüss!
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