Folge 27: Wie entsteht die Milch-Vielfalt?

In dieser kindgerechten Podcast‑Folge besuchen die Moderatoren Emma und Alexander die Hofmolkerei Lück, um zu erforschen, wie aus derselben weißen Kuhmilch sowohl Joghurt als auch harter Bergkäse entstehen können. Die Sendung erklärt die Zusammensetzung der Milch, die Trennung von Sahne und Magermilch mittels Zentrifuge und die anschließende Verarbeitung zu zwei sehr unterschiedlichen Produkten. Für Joghurt wird beschrieben, wie Milchsäurebakterien den Milchzucker (Laktose) zu Milchsäure vergären, wodurch das Eiweiß gerinnt und ein cremiger, säuerlicher Geschmack entsteht. Für Käse wird das zusätzliche Hilfsmittel Lab (ein Enzym) vorgestellt, das das Milcheiweiß zu einem festen Gel (Gallerte) vernetzt; das Gel wird mit einer „Käseharfe“ in kleine Würfel (Bruch) geschnitten, die Molke wird abgepresst und anschließend über Monate im Reifekeller mit speziellen Rotschmiere‑Bakterien gepflegt, was den typischen würzigen Geschmack und das Aroma erzeugt. Der Einfluss der Futtermischung auf die Milchqualität wird anhand des John‑Deere‑6R‑Traktors erklärt, der das Futter homogenisiert, sodass die Kühe gleichbleibende Milch liefern. Abschließend stellen Emma und Alexander drei Quizfragen, um das Gelernte zu festigen. Der Podcast verbindet spielerische Dialoge, humorvolle Kommentare und klare Fachinformationen, um Kindern die komplexen biochemischen und technischen Abläufe der Milchverarbeitung verständlich zu machen.
Chapters
Hallo und willkommen zum John Deere Entdecker Podcast für alle Kids, die mehr über das aufregende Landleben wissen wollen.
Heute hört ihr Episode 27: Wie entsteht die Milchvielfalt? Geht doch zu! Mann! Emma, mein Rucksack platzt gleich! Ich glaube, ich habe zu viel Technik eingepackt.
Entspann dich, Alex, wir fahren nur zur Hofmolkerei, nicht auf eine Mars-Expedition. Was hast du denn da alles drin?
Na, das Übliche: Ersatzkabel, die Mikrofone, meine John-Deere-Kappe, damit ich wie ein Experte aussehe, Und natürlich die Notfalltaschenlampe, falls wir in dunkle Keller müssen.
Haha, okay, die Taschenlampe ist vielleicht gar keine so schlechte Idee. Aber hast du das Wichtigste auch dabei? Nämlich das Aufnahmegerät?
Check! Sicher verstaut zwischen meinen Socken.
zwischen deinen Socken? Mhm. Okay, Details will ich lieber nicht wissen. Und jetzt das Wichtigste für unsere heutige Mission. Die Beweismittel?
Griffbereit in der Außentasche. Warte. Beweisstück A: mein absoluter Lieblingsfruchtjoghurt, Sorte Erdbeerexplosion, extra cremig und extra lecker. Hörst du das? Das schwappt richtig, ganz schön flüssig und wabbelig da drin.
Pass bloß auf, dass der Deckel zubleibt, sonst Sonst haben wir die Explosion hier auf dem Tisch. Und hier kommt mein Beitrag zur Forschung. Beweisstück B: ein ordentliches Stück Bergkäse. Hart, gelb und sehr würzig. Super lecker, sag ich dir. Ein richtiges Prachtstück.
Boah, Emma, dein Prachtstück ist aber eher ein Stinkstück. Das müffelt ja schlimmer als meine Fußballschuhe nach einem Turnier im Regen. Mach mal das Fenster auf!
Stell dich nicht so an, Alex! So muss der riechen, und genau darum geht es ja heute. Magst du mal unsere Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßen?
Klar! Hallo zusammen da draußen und herzlich willkommen zu einer neuen spannenden Folge unseres John-Deere-Entdecker-Podcasts.
Ich bin Alex und ich bin Emma. Wir melden uns hier live aus unserer streng geheimen Kommandozentrale auf dem Heuboden.
Wobei streng geheim Time heute schwierig ist, weil Emmas Käseduft wahrscheinlich bis runter in den Kuhstall zieht.
Haha, voll witzig! Wir haben heute eine echt knifflige Mission für euch. Alex und ich haben uns gefragt, wie kann es sein, dass aus ein und derselben weißen Flüssigkeit, also der ganz normalen Kuhmilch, zwei so völlig unterschiedliche Dinge entstehen können?
Genau, hier mein Joghurt. Rosa, süß, man kann ihn löffeln oder schlürfen. Und da Emmas Käseblock, hart wie ein Ziegelstein, gelb und— naja, sagen wir mal streng im Geruch.
Die Kuh gibt ja nicht morgens Erdbeermilch und abends Käsefondue. Die Milch ist immer weiß und flüssig, wenn sie aus dem Euter kommt. Aber was passiert dann damit? Wer entscheidet, ob es ein Joghurt oder ein Käse wird? Und warum ist das eine weich und das andere hart?
Um das rauszufinden, fahren wir heute zu Frau Lück. Die hat eine eigene Hofmolkerei und macht das alles selbst.
So ist es.
Und ich würde sagen, wir packen jetzt schnell unsere Beweismittel wieder ein und düsen los.
Unbedingt! Aber der Käse kommt in deinen Rucksack. Meiner ist voll mit Technik, da passt kein Stinkekäse mehr rein. Puh, ganz schön weit draußen, der Hof Lück. Aber guck mal da vorne, Emma, das große Schild: Hof Molkerei Lück. Aus der Region für die Region. Wir sind da, endlich.
Wow, was für ein riesiges Gelände. Schau mal, die großen Gebäude da hinten. Und da vorne diese gigantischen glänzenden Tanks. Die sehen ein bisschen aus wie Raketen.
Tada! Da kann man sich drin spiegeln. Die sind nämlich aus Edelstahl. Und weißt du was? Da lagern bestimmt tausende Liter Milch drin.
Mindestens. Guck mal, da vorne kommt jemand aus der Tür. Das muss Frau Lück sein.
Hallo, ihr zwei. Ihr müsst die berühmten Podcaster sein, von denen ich schon gehört habe. Emma und Alexander, richtig?
Hallo, Fröhlich! Hallo! Ja, genau, die sind wir. Wobei ich nicht glaube, dass wir so berühmt sind.
Na ja.
Jedenfalls vielen Dank, dass wir uns heute Ihre Molkerei anschauen dürfen. Wir sind schon total gespannt.
Wir haben auch was mitgebracht. Moment. Hier, einmal Joghurt. Und Emma hat noch ein Stück Bergkäse. Danke sehr. Wir würden gern wissen, wie beides aus einfacher Milch entstehen kann. Das ist doch wie Zauberei!
Na, das nenn ich mal eine originelle Begrüßung. Aber nein, Alexander, zaubern können wir hier leider nicht. Auch wenn es manchmal fast so aussieht. Das, was wir hier machen, ist eine Mischung aus Biologie, Chemie und ganz viel Technik. Aber kommt erst mal rein. Hier draußen blendet die Sonne so. Wir gehen zuerst dorthin, wo die Milch ihre Reise beginnt.
Wow! Hier hallt es aber. Und alles ist so sauber und glänzend, wie in einem Labor.
Das ist es auch fast. Hygiene ist das Allerwichtigste. Bevor wir aus der Milch irgendwas machen, müssen wir sie erstmal vorbereiten. Milch ist nämlich nicht einfach nur eine weiße Flüssigkeit.
Sondern? Was ist da noch drin?
Na, stellt euch die Milch wie einen Baukasten vor. Der aus verschiedenen Bausteinen besteht. Da ist ganz viel Wasser, dann Eiweiß, Milchzucker und natürlich das Fett. Die Sache ist nur, jede Kuh gibt Milch mit ein bisschen unterschiedlich viel Fett. Mal mehr, mal weniger.
Und das ist schlecht?
Na ja, Alexander, wenn du deinen Joghurt isst, willst du doch, dass er immer gleich cremig schmeckt, oder? Nicht heute wässrig und morgen wie Sahne. Deshalb müssen wir die Milch erst einmal sortieren. Aha. Seht ihr die Maschine hier, die so leise vor sich hin summt?
Diese riesige silberne Trommel, die auf der Seite liegt, was macht die?
Tja, das ist eine Zentrifuge.
Zentrifuge?
Ihr wart bestimmt schon mal auf dem Jahrmarkt und seid mit einem Kettenkarussell gefahren, oder?
Ja klar, das ist super! Da fliegt man so richtig weit nach außen und wird in den Sitz gedrückt, wenn es sich schnell dreht.
Exakt! Und genau das passiert hier drin mit der Milch. Die Maschine dreht sich wahnsinnig schnell.
Ja.
Und weil das Milchfett leichter ist als der Rest der Milch, passiert etwas Spannendes. Die schweren Teile fliegen nach außen an die Wand und das leichte Fett, also der Rahm, sammelt sich in der Mitte.
Ah, das ist ja cool! Sie schleudern das Fett also einfach aus der Milch raus?
Sozusagen. Wir trennen die Sahne von der Magermilch. Und später, wenn wir Joghurt oder Käse machen, tun wir genauso viel Fett wieder dazu, wie wir brauchen. Für deinen Sahnejoghurt brauchen wir viel Fett, damit er so cremig wird. Für Emmas harten Bergkäse brauchen wir eine ganz bestimmte Mischung aus Fett und Eiweiß, damit er stabil wird.
Das heißt, am Anfang wird jede Milch erst erstmal zerlegt und dann neu sortiert?
Richtig, Emma, wir stellen den perfekten Standard her. Aber damit aus der flüssigen Milch etwas Festes wird, brauchen wir Hilfe, und zwar von meinen wichtigsten Mitarbeitern.
Und die treffen wir jetzt?
Ja, in gewisser Weise. Okay, aber davor müssen wir uns erst einmal umziehen in In die Produktion dürfen wir nämlich nicht mit Straßenkleidung rein. Hier, ich hab was für euch. Weiße Kittel, blaue Überzieher für die Schuhe und natürlich unsere schicken Haarnetze.
Hey, hey! Das Netz steht dir ja ausgezeichnet! Oh Alex, du mit Haarnetz! Das sollte das neue Foto für unseren Podcast sein.
Du siehst genauso doof damit aus.
Gar nichts!
Aber was soll's, alles für die Wissenschaft.
Finde ich auch.
Es betont deine Ohren.
Sehr witzig, wenn das jemand sieht.
Ach, keine Sorge, Alexander, hier drin sehen wir alle so aus. Das ist unsere Superheldenuniform gegen Schmutz und Keime. Na, seid ihr bereit für die magische Verwandlung?
Bereit!
Willkommen im Herzstück der Molkerei. Hier passiert das eigentliche Wunder. Hier machen wir aus der flüssigen Milch feste Produkte. Und dafür brauche ich eben meine absolut wichtigsten Mitarbeiter.
Aber Frau Lück, hier ist doch gar niemand. Sind die gerade alle in der Mittagspause? Pause?
Nein, die machen nie Pause. Die arbeiten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Aber ihr könnt sie nicht sehen, sie sind winzig klein.
Winzig klein, arbeiten rund um die Uhr. Meinen Sie etwa Bakterien?
Volltreffer, Emma! Meine genialen Mitarbeiter sind Milchsäurebakterien. Ohne die gäbe es weder Joghurt noch Käse. Diese Profis übernehmen, je nachdem was wir machen wollen, ganz unterschiedliche Jobs.
Bakterien? In meinem Essen? Das klingt irgendwie eklig. Sind Bakterien nicht die Dinger, von denen man krank wird?
Es gibt schlechte Bakterien, ja. Aber das hier sind die guten. Die Superhelden unter den Bakterien. Kommt mal hier rüber zu diesem Tank. Hier stellen wir gerade Joghurt her. Die Milch wurde erwärmt und jetzt geben wir Bakterien dazu. Wisst ihr, was deren Lieblingsessen ist?
Milch vielleicht?
Fast. Milchzucker. Die kleinen Kerlchen stürzen sich auf den Zucker in der Milch. Fressen ihn auf und machen daraus Milchsäure. Und diese Säure ist der Trick. Sie sorgt dafür, dass das Eiweiß in der Milch gerinnt, also dickflüssig wird. Und sie gibt dem Joghurt diesen frischen, leicht säuerlichen Geschmack, den du, Alexander, wahrscheinlich so magst. Ohne diese Bakterien hättest du nur eine süße Erdbeermilchsuppe, aber keinen Löffeljoghurt.
okay, also fressen die Bakterien die Milch quasi dick. Das ist irgendwie cool. Danke, kleine Mitarbeiter.
Das erklärt den Joghurt, der wird also dickflüssig. Aber Frau Lück, mein Bergkäse ist ja nicht nur dickflüssig, der ist steinhart. Funktioniert das da genauso?
Oh, das Prinzip ist ähnlich, aber beim Käse brauchen wir noch einen weiteren Helfer. Und wir müssen etwas brutaler sein. Oh, kommt mal mit rüber zum Käsefertiger.
Käsefertiger? Das klingt wie eine Maschine in einem Comic.
Stimmt, so nennen wir aber diesen riesigen offenen Bottich hier, der fasst 5000 Liter Milch. Schaut mal rein, aber Nicht reinfallen!
Wow, ein riesiger See aus Milch!
Cool!
Noch, Emma, noch. Für den Käse geben wir nämlich neben den Bakterien noch etwas dazu: Lab. Das ist ein spezielles Enzym, das wie ein Superkleber für das Milcheiweiß wirkt. Wenn wir das reinrühren, passiert etwas Verrücktes: Die Milch wird fest. Aber nicht wie Joghurt, sondern eher wie Wackelpudding.
Wackelpudding aus Milch? Das will ich sehen. Kann man da drauf rumhüpfen?
Lieber nicht, Alexander. Seht mal, jetzt ist die Masse fest geworden. Wir nennen das Galerte. Und der Galerte müssen wir jetzt das Wasser entziehen, denn Käse ist ja trocken. Dafür benutzen wir dieses Werkzeug hier, die Käseharfe.
Käseharfe? Weil da so viele feine Drähte gespannt sind wie bei dem Musikinstrument?
Ja, genau. Schaut zu, die Harfe fährt durch den Milchwackelpudding und zerschneidet ihn in tausende kleine Würfel.
Ah, krass, jetzt schwimmen da lauter kleine weiße Bröckchen rum.
Diese Bröckchen nennen wir Käsebruch. Das wird später der Käse. Und seht ihr die gelbliche Flüssigkeit, die sich jetzt absetzt und dazwischen schwimmt?
Ja, das sieht aus wie trübes Wasser.
Mhm, das ist die Molke. Also im Prinzip das Wasser aus der Milch. Und hier ist der große Unterschied zu deinem Joghurt, Alexander. Beim Joghurt bleibt das Wasser drin, deshalb ist er weich und feucht. Beim Käse wollen wir das Wasser loswerden. Wir fischen die festen Bröckchen raus und pressen sie ganz fest zusammen, damit die Molke abfließen kann. Ah, jetzt verstehe ich.
So wie wenn man einen Schwamm auswringt.
Super Vergleich! Je mehr wir pressen und je kleiner wir die Würfel schneiden, desto mehr Wasser geht raus und desto härter wird der Käse am Ende. Ein Bergkäse wird sehr stark gepresst, ein Weichkäse wie Camembert nur ganz wenig. Im Unterschied zum Joghurt ist der Käse quasi das Konzentrat der Milch. Deshalb brauchen wir für ein einziges Kilo von Emmas Bergkäse auch ungefähr 10 bis 12 Liter Milch.
10 Liter für so ein kleines Stück? Nicht schlecht! Da steckt also ein ganzer Eimer Milch drin.
Aber wisst ihr was? Meine Bakterien, das Lab und die Käsehafer können noch so gut arbeiten, wenn die Milch, die verarbeitet wird, nicht absolut top ist, dann schmeckt am Ende gar nichts. Wenn die Kühe schlechtes Futter bekommen, dann nützen auch die besten Bakterien nichts. Wieso das denn?
Kühe fressen doch einfach Gras und Heu, oder? Das ist doch immer gleich.
Schön wär's. Kühe sind absolute Feinschmecker. Stellt euch vor, ihr habt eine Schüssel Müsli mit Haferflocken und Schokostückchen. Was esst ihr zuerst?
Na, die Schokostückchen natürlich.
Genau das machen Kühe auch. Hä? Sie picken sich das Süßeste und Leckerste raus und lassen das gesunde Heu liegen. Oh! Aber für meinen Käse brauche ich Milch, die immer exakt die gleichen Inhaltsstoffe hat. Die Kuh darf also eigentlich nicht selber sortieren.
Und wie verbieten Sie der Kuh das Naschen?
Wir tricksen sie aus mit Technik. Dafür sorgt unser John Deere 6R da draußen auf dem Hof. Der zieht nicht nur den Futtermischwagen, er treibt ihn auch an.
Ah, den habe ich vorhin schon gesehen, der riesige Anhänger, oder?
Richtig, das ist der ist im Prinzip ein gigantischer Mixer, Alexander. Der Traktor hat über die Zapfwelle so viel Kraft, dass er tonnenweise Gras, Mais und Heu im Wagen wild durcheinanderwirbelt.
Verstehe. Der Traktor sorgt also mit seiner Power dafür, dass aus den ganzen Zutaten ein perfekter Mix wird, wie ein Smoothie, nur aus Gras.
So ungefähr. Traktor und Futtermischwagen vermischen alles so stark, dass die Kuh gar nicht mehr sortieren kann. Jeder Bissen schmeckt gleich und enthält alles, was sie braucht. Okay. Und nur so bekomme ich die gleichbleibende Top-Milch für unseren Käse.
Okay, das ergibt Sinn. Die Technik sorgt also dafür, dass das Futter stimmt und die Milch perfekt ist. Aber Fröhlich, eine Sache fehlt noch.
Was denn immer.
Wir wissen jetzt, wie Milchprodukte gemacht werden und warum die Milch gut ist. Aber warum stinkt mein Käse so?
Das ist das letzte große Rätsel, und die Lösung dafür liegt im Dunkeln. Kommt mit, ich zeige euch den Reifekeller.
Oh nein, die Stinkehöhle! Da halte ich mir auf jeden Fall die Nase zu, und zum Glück habe ich eine Taschenlampe dabei.
Ach, wir haben unten eine gute Beleuchtung, Alexander. Nur Mut, in unserem Keller passiert die eigentliche Magie. Und vielleicht änderst du deine Meinung, wenn du siehst, wie viele Käseräder da liegen. Da werden wir. So.
Wow, okay, ja, hier riecht es wirklich mächtig nach Käse. Sehr würzig.
Würzig? Emma, hier riecht es wie in einer Umkleide, in der seit 10 Jahren nicht gelüftet wurde. Eww! Ist das wirklich gesund?
Willkommen im Reifekeller! Das ist der Duft von guter Arbeit, Alexander. Hier lagern unsere Schätze. Schaut euch mal um!
Das geht ja bis unter die Decke! Überall gelbe Räder an den Regalen. Das müssen Hunderte sein.
Und jetzt erkläre ich euch noch den letzten großen Unterschied zwischen dem Joghurt und dem Bergkäse. Joghurt ist ein schnelles Produkt, der steht in 24 Stunden im Kühlregal. Aber Käse ist ein Marathonläufer. Erinnert ihr euch, wir haben das Wasser die Molke rausgepresst. Ah ja, danach ist der Käse erstmal fast geschmacklos und gummiartig. Er muss reifen. Dieser Bergkäse hier vor uns, der liegt schon seit 6 Monaten in diesem Regal.
6 Monate? Ein halbes Jahr liegt er nur hier rum?
Er liegt nicht nur rum, Emma, er arbeitet. Und wir müssen ihn in dieser Zeit pflegen wie ein Baby. Wir nennen das Schmieren. Wir reiben die Rinde regelmäßig mit Salzwasser und speziellen Rotschmierebakterien ein.
Rotschmiere? Ist das das orangene Außen am Käse?
Ganz genau! Diese Bakterien sind quasi die Hautcreme für den Käse. Sie schützen ihn davor auszutrocknen und sie sorgen dafür, dass er seinen charakteristischen kräftigen Geschmack bekommt. Die Bakterien arbeiten sich ganz langsam von außen nach innen vor. Dadurch wird der Käse mürbe und lecker. Naja, und das braucht viel Zeit und Ruhe.
Das heißt, Joghurt schmeckt frisch und säuerlich, weil er jung ist, und Käse schmeckt würzig, weil er alt ist und monatelang gepflegt wurde?
Oh, perfekt zusammengefasst, Emma! Der Unterschied ist Geduld. Guter Käse lässt sich nicht hetzen. Oh, Joghurt ist der schnelle Snack. Käse ist Handwerkskunst mit viel Wartezeit.
Okay, ich gebe zu, Emmas Stinkekäse ist eigentlich ein Meisterwerk, aber essen mag ich trotzdem lieber meinen Erdbeerjoghurt. Der riecht wenigstens nach Erdbeere und nicht nach alten Socken.
Das ist auch völlig okay, Alexander. Für jeden Geschmack gibt es das Richtige. Die Hauptsache ist, ihr wisst jetzt, dass beides aus der gleichen guten Milch gemacht wird.
Vielen Dank, Frau Lück! Das war super spannend! Ich werde mein Käsebrot jetzt mit ganz anderen Augen sehen und mit noch mehr Respekt riechen.
Und ich werde beim Joghurtlöffeln an Ihre wichtigsten Mitarbeiter denken. Danke, dass Sie uns so viel gezeigt haben.
Sehr gern! Ich bringe euch noch schnell nach oben, ja? So, kommt gut nach Hause, ihr zwei, und lasst euch eure Milchprodukte schmecken!
Danke!
Danke!
Tschüss! Ciao!
Tschüss! Also, nachdem ich jetzt weiß, wie viel Arbeit in so einem Joghurt steckt, schmeckt er mir noch besser. Auch wenn die Sache mit den Bakterien, die Zucker fressen, immer noch ein bisschen komisch in meinem Kopf ist.
Ich finde es faszinierend. Milch ist ein echter Verwandlungskünstler. Und alles hängt zusammen. Vom Traktor auf dem Feld über den Futtermischwagen bis hin zum Reifekeller. Ein riesiger Kreislauf.
Ja, total. Wenn der 6R das Müsli für die Kühe nicht ordentlich mischt, gibt's keine gute Milch. So cool! Technik sorgt für Geschmack.
Jawoll! So, mein Beweismittel ist aufgegessen. Wie sieht's mit deinem aus? Vernichtet! Dann ist es Zeit für unseren Abschluss. Habt ihr da draußen gut zugehört? Wir haben nämlich wieder 3 Rätselfragen für euch vorbereitet, mit denen ihr euer neues Milchwissen testen könnt.
Aufgepasst! Hier kommt Frage Nummer 1: Wie heißen die winzigen, unsichtbaren Helfer, die den Milchzucker fressen und aus der flüssigen Milch dicken Joghurt machen.
Frage Nummer 2: Wie nennt man die Maschine, in der das Essen für die Kühe gemixt wird?
Und die dritte Frage für alle Käseprofis: Mit welchen Bakterien werden die Käseräder im Reifekeller eingeschmiert?
Die Fragen sind für euch bestimmt ein Kinderspiel.
Mhm.
Also, das hoffen wir zumindest. Und wir hoffen auch, dass ihr Spaß hattet mit uns in der Molkerei.
Und checkt mal euren Kühlschrank und guckt, was ihr da so findet. Joghurt, Quark, Käse. Das ist alles aus Milch. Ach ja, und alle Infos zu John Deere und zum John Deere Junior Club findet ihr wie immer unten in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal beim John Deere Entdecker Podcast.
Tschüss!
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