John Deere Tractor Brothers Optimiere dein Hubwerk!

Heine, Christian Hoch, and Viktor demonstrate how to optimize your John Deere R series tractor's lifting mechanism by adjusting the lower links, lift spindles, and top link. They test different settings at the Mannheim factory to show how each adjustment affects lifting power and range.
Herzlich willkommen. Heute sind wir im John Deere Werk in Mannheim und wir haben jüngst die Traktorenbaureihe R aktualisiert und darüber möchte ich mit Christian sprechen. Christian, was haben wir da insbesondere neu?
Also insgesamt haben wir vier neue Modelle eingeführt, darunter zwei bei den Vierzylindern.
Ja, auch bei den Vierzylindern stoßen wir in den Leistungsbereich von über 170 PS vor. Die Anbaugeräte werden größer und das ist ganz wichtig. Aber Christian, was haben wir noch verändert?
Wir haben die Hubzylinder verstärkt, um damit auch die Hubkräfte zu erhöhen.
Das ist ein ganz interessantes Thema. Wenn ich jetzt nicht einen neuen Traktor kaufen möchte, was kann ich zum Beispiel tun, um auch größere Anbaugeräte zu heben?
Ja, Heine, das ist wie so vieles im Leben. Das ist schlicht und einfach eine Einstellungssache.
Und da möchte ich heute mit einem Experten drüber sprechen. Viktor ist Leiter bei uns im John Deere Werk in Mannheim für das Team der Hubwerksentwicklung. Viktor, du beschäftigst dich viel mit Hubwerken und dabei geht es ja um Hub Kraft und Hubleistung. Was kannst du uns dazu sagen?
Ganz viel, aber dazu nehmen wir am besten noch einen dritten Begriff dazu, das ist die Hubarbeit. Und dann versuchen wir die mal zu klären. Lass mal Christian Christian, was hast du denn gestern geleistet?
Ich habe den ganzen Tag gearbeitet.
Eine tolle Eselsbrücke, oder? Das ist unsere erste Hubleistung ist gleich Hubarbeit pro Zeit.
Dabei ist die Kraft nicht auch ein ganz entscheidender Faktor.
Absolut richtig. Und das bringt uns zur nächsten Formel. Das ist nämlich die Hubarbeit ist gleich Kraft mal Weg.
Und um das besser zu verstehen, schauen wir uns das direkt am Band an. So, hier haben wir eine hervorragende Sicht auf das Heck eines Traktors. Was sind die wichtigen Komponenten, auf die wir jetzt achten müssen?
Genau, wir fangen jetzt einfach mal mit den Hubzylindern an. Die sind hier bei uns fest installiert und stellen uns die hydraulische Arbeit zur Verfügung. Aus dieser hydraulischen Arbeit machen wir dann über die Hubarme die Hubspindel und die Unterlenker wandeln wir um in mechanische Arbeit. Und diese mechanische Arbeit, die steht uns dann zur Verfügung für unsere Anbaugeräte.
Und was bedeutet das jetzt für die fachliche Praxis?
Das bedeutet, dass ich mich entscheiden muss. Ich habe fest installierte hydraulische Arbeit, die ich in mechanische Arbeit umwandle und Hubarbeit ist gleich Kraft mal weg. Jetzt darfst du dich entscheiden, willst du mehr Weg oder willst du mehr Kraft haben?
In diesem Fall wollen wir mal das auf Kraft optimieren.
Hervorragend. Dazu möchte ich mal gerne drei Komponenten, die so Haupteinstellungen hervorheben. Fangen wir mit den Unterlenkern an. Bei den Unterlenkern seht ihr, haben wir hier zwei Bohrungen, so wie das jetzt eingestellt ist. Mit der ersten Bohrung ist es wegoptimiert. Wir sind weiter innen, nämlich die äußere Bohrung, die weiter hinten ist, habe ich dann die kraftoptimierte Einstellung und dadurch wandert der Unterlenker ein Stück nach oben. Ich habe insgesamt weniger Weg, dafür aber mehr Kraft.
Also dann wären die Hubspindeln jetzt unser zweiter Parameter.
Genau. Das Wichtigste hier dran ist, dass ich beide gleich lang einstelle. Als nächstes muss ich gucken, wo sind die Kugeln am Anbaugerät und danach auch entsprechend einstellen. Und grundsätzlich je kürzer meine Hubspindel, desto weniger Weg habe ich zwar, aber umso mehr Kraft. Exakt.
Jetzt fehlt uns noch der dritte Koppelpunkt und das ist der Oberlenker.
Genau. Und hier haben wir den Halter für den Oberlenker mit seinen drei Bohrungen. Hier hängen wir den Oberlenker ein und je nachdem, welche Bohrung ich wähle, verändere ich den Winkel vom Oberlenker und dadurch verändert sich aber auch der Kick Up.
Kannst du das mit dem Kick Up noch mal ein bisschen genauer erklären?
Das mache ich sehr gerne, aber die Pause ist hier gleich rum. Da kommen die Kollegen, wollen weiterarbeiten. Am besten beginnen wir zurück auf die Plattform. Heine, du hast ja gerade eben nach dem Keycap gefragt. Ist ein kompliziertes Thema, deswegen habe ich uns mal eine Grafik mitgebracht, anhand derer ich euch das mal erklären möchte. Auf dieser Grafik können wir jetzt links unser Heckhubwerk erkennen und rechts so ein grünes Dreieck, einen roten Punkt. Das grüne Dreieck symbolisiert das Anbaugerät. Der rote Punkt stellt den Schwerpunkt dar des Anbaugeräts.
Und wo erkenne ich jetzt in der Grafik den Kick Up Winkel?
Einer siehst du den kleinen gelben Winkel in der Grafik? Das ist unser Keycap.
Und wieso ist das so entscheidend?
Naja, mit einem großen Kick Up hinten habe ich viel Weg für das Anbaugerät. Dass ich das hochheben kann, reduziere ich den Kick Up durch eine geschickte Einstellung des Oberlenkers. Unsere drei Bohrungen habe ich dann weniger Weg und wir erinnern uns jetzt noch mal an unsere Hubarbeit ist Kraft mal Weg. Das heißt, habe ich weniger Kraft, dafür aber umso mehr weg, sehe ich den.
Veränderten Kick Up Winkel auch am Schwerpunkt des Anbaugerätes, also am roten Punkt.
Na klar, lass uns einfach die Grafik ein wenig animieren. Wir sehen jetzt, unser Oberlenker ist in der untersten Position, wir haben einen großen Kick Up und der rote Punkt ist relativ weit oben. Wenn ich den jetzt verändere und wandere mit dem Oberlenker in die obere Position, wird der Kick Up kleiner. Dadurch sackt auch der rote Punkt ein wenig ab und ich habe am Ende weniger Weg und dadurch einen flachen Kick Up.
Jetzt leuchtet mir das Ganze schon ein.
Wunderbar. Dann habe ich euch noch was mitgebracht. Ich weiß ja, dass ihr nachher noch ins Feld wollt und mal das, was ich euch hier theoretisch erzählt habe, in der Praxis mal umzusetzen. Und das veranschaulichen wir uns vorher in den Hubkurven.
Also so wie wir das von der DLG kennen.
Exakt, aber sind nicht irgendwelche Hubkurven. In dem Fall habe ich euch genau die hubkurven unserer neuen Vierzylinder Modelle mitgebracht, und zwar in einem Schwerpunktabstand von 1,20.
Meter, also so die klassische 3 Meter Seekombi.
Jawohl, genau das. Jetzt schaut mal, wir haben hier zwei Graphen, die wir sehen. Einmal einen längeren roten Graphen unten und oben, das ist der wegoptimierte Graph. Und einmal oben drüber der deutlich kürzere Graph, das ist der kraftoptimierte, der uns am Ende mehr Hubkraft bietet.
Vielen Dank für die Erklärung, Viktor. Für unseren Fellversuch wollen wir gleich eine Drillkombi testen. Das heißt, da habe ich ja eine schwere Maschine und ich verwende hier lieber die grüne Kurve, da habe ich mehr Kraft.
Exakt. Das passt dann genau voll zu unserer Formel, die wir heute gelernt Kraft mal Weg ist unsere Hubarbeit.
So, dann lass uns das jetzt mal in der Praxis testen.
Ja, Viktor, vielen Dank, Christian. Lass mich zweimal sagen.
Viel Spaß.
Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie. Und deshalb wollen wir uns diesen Versuch hier mal im Feld anschauen.
Ja, und wir haben hier einen unserer nagelneuen R mitgebracht. Genauer einen R, einen schönen, kräftigen, aber kompakten Vierzylinder und eine drei Meter Seekombination mit einem Eigengewicht von rund drei Tonnen.
Und wie Viktor uns erklärt hat, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können wir die Einstellung so wählen, dass wir mehr Hubkraft erzeugen und auf der anderen Seite können wir uns entscheiden für einen größeren Weg. Welche Einstellungen wir hier gewählt haben, das gucken wir uns jetzt ein bisschen genauer an.
So, wir haben jetzt einmal die erste Bohrung an den Unterlenkern gewählt und die unterste Bohrung am Anbaubock für den Oberlenker.
Ja, und damit haben wir uns entschieden für den möglichst größten Aushubweg. So Christian, meinst du, dass das hier die optimalen Einstellungen sind?
Schauen wir doch mal, wie weit wir das damit heben können. Aber lass doch bitte den Schlepper schon mal an.
Ja, das Ausheben hat unser Säck hervorragend gemacht.
Ja, aber sehr praxisnah war es nicht, denn es war jetzt eine leere Sämaschine.
Und deshalb werden wir den Versuch verändern und ich lege Saatgutsäcke auf der Befüllungsplattform. So Christian, ich habe jetzt drei Zentner Saatgut auf die Beladungsplattform gepackt. Probier mal aus.
Damit kannst du gerade mal anderthalb Hektar sehen.
Wie man hier sehen kann, 1,20 Meter hinter den Koppelpunkten hebt er die Walze schon nicht mehr aus. So, und jetzt wollten wir den Traktor auf optimale Hubkräfte einstellen.
So, da wollen wir uns noch mal anschauen, was wir jetzt genau verändert haben. Zum einen haben wir jetzt die Unterlenker in der zweiten Bohrung. Dadurch haben wir an Höhe gewonnen und mussten entsprechend die Hubspindel verlängern. Der Oberlenker ist jetzt in der obersten Bohrung und läuft der hier fast horizontal, der muss ihn auch etwas verlängern.
Und wie viel wir durch diese Optimierung an Hubkraft gewonnen haben, das will ich mal hinten an der Maschine demonstrieren. Jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Hatten wir vorher noch viel Theorie, wollen wir uns mal anschauen, wie viel das in der Praxis ausmacht. Deshalb haben wir mal 10 Zentner drauf gepackt und mal gucken, ob er die jetzt hebt. Christian Hoch.
Man wundert mich da schon, was die paar Zentimeter ausmachen.
Also eine gute Theorie lässt sich in der Praxis wunderbar umsetzen. Das haben wir hiermit bewiesen. Von dem Ergebnis, was wir heute gesehen haben, bin ich absolut begeistert. Also was Viktor gesagt hat, gibt es zwei Möglichkeiten. Wir können einmal wegoptimiert arbeiten oder auf der anderen Seite auch hubkraftoptimiert. Und dazu gibt es wesentlich nur drei Dinge, die zu beachten sind. Auf einer Seite sind es die Unterlenker, die ich einstellen kann dann die Hubspindeln. Und der dritte Punkt ist die Position des Oberlenkers.
Wir hoffen, dass euch diese Tipps weitergeholfen haben und wenn ihr noch mehr von unseren Experten wissen wollt, dann lasst uns doch bitte einen Kommentar da.
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