Freiheit im Kopf | Selbstbestimmt leben | Selbstwirksamkeit | Vertrauen | Vera F. Birkenbihl

This lecture (YouTube talk) argues that small increases in autonomy, respect and trust produce large improvements in wellbeing and behaviour. It cites a Tom Peters-reported nursing-home study where allowing residents small choices (plants, where to have coffee) led to lower mortality and better mental health after about three years, and a prison (Zuchthaus) case where director Dennis Lussa reduced violence by creating an atmosphere of respect and trust. The speaker also presents vision as a practical leadership tool (Joel Barker's river/rope metaphor), and describes a "Fallstudientechnik" (case-study technique) for workshops—using cross-industry examples (e.g., supermarkets, hospitals) and customer feedback boxes to surface ideas and build shared, flexible visions.
Chapters
Tom Peters berichtet in dem Buch Jenseits der Hierarchien von einer Studie in einem Altenheim. Da hat man den alten Leutchen zwei Kleinigkeiten erlaubt, die normalerweise verboten sind. Erstens durften sie wieder Zimmerpflanzen halten und zweitens durften sie kleine Entscheidungen wieder selber treffen, wie zum Beispiel, ob sie den Kaffee in der Cafeteria oder auf der Terrasse einnehmen wollen. Minimal nach drei Jahren, man schämt sich fast, es laut zu sagen, Sterblichkeitsrate in der Gruppe, die mitmachen, durfte im Gegensatz zur Kontrollgruppe wesentlich gesunken. Das heißt, sie haben länger gelebt, sie waren gesünder, weniger Depressionen, fühlten sich wohler wegen der läppischen kleinen zwei Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu bestimmen. Und er berichtet von einem Zuchthausdirektor. Im Buch steht Gefängnisdirektor, aber die Übersetzung stimmt nicht. Wenn Sie mal Fernsehfilme gesehen haben, dann haben sie vielleicht eine Ahnung, was in amerikanischen Gefängnissen los ist, vor allem in den Zuchthäusern. Da ist die Frage nicht, was sie machen, wenn sie rauskommen, weil die Frage ist, ob sie überhaupt rauskommen, leben oder ob sie rausgetragen werden. Da sind Überfälle auf die Wächter, auf die Mitinsassen an der Tagesordnung. Da passieren regelmäßig Mord und Totschlag. Da passieren sogenannte Gang Rapes, wo eine Gruppe dann einen knackigen jungen Mann vergewaltigt und lauter so Sachen. Wir reden vom Männerzuchthaus. Und dann hat ein Zuchthausdirektor namens Dennis Lussa ein solches Zuchthaus übernommen und hat in einer Konferenz mit Kollegen gesagt, dass er in dieses Zuchthaus eine Atmosphäre gegenseitigen Respektes, Achtung und Vertrauen einbringen will. Die haben gesagt, er spinnt ja in einem Zuchthaus, wo die Wächter ja im Grunde kaum besser sind als die Eingeschlossenen. Abschaum der Menschheit. Was will der da mit Achtung, Respekt, Vertrauen? Der hat ja wirklich eine Macke nach drei Jahren in dieser Zeit. Kein einziger Mord, kein einziger Selbstmord, keine großen Übergriffe, also kleinere Überfälle schon keine einzige Gang Rape. Er hat das Klima in diesem Zuchthaus maßgeblich geändert. Sogar diese Leute haben ein Potenzial, das entwickelt werden kann, wenn sie an ihre Mitarbeiter denken und sehen sich mal als Versuchsleiter, pardon, als Führungskraft. Ihre Ausgangsposition ist um einiges besser und mit der Servicewüste da draußen ist ihre Ausgangsposition im Markt hervorragend. Also haben wir doch Phänomenale Chancen. Und mit dieser Fallstudientechnik kreieren diese Menschen ihre eigene Vision. Die trägt sie. Joel Barker hat eine wunderbare Metapher für eine Vision. Er Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Fluss. Sie als Team mit Ihrer Gruppe stehen an einem Fluss. Da drüben ist ein Baum und da wollen Sie hin. Das ist Ihre Zukunft. Ohne eine Vision schmeißen Sie sich in den Fluss hinein und versuchen krampfhaft zu dem Baum darüber zu kommen. Dann kann es aber sein, dass Strömungen drunter, die Sie nicht gesehen hatten an der Oberfläche oder anderes Furchtbares passiert. Dann werden Sie abgetrieben. Dann landen Sie irgendwo da drüben und sagen die Marktlage ist beschissen oder sonst was. Wir können da immer gar nichts für. Und so läuft es in vielen Familien, in vielen Firmen ohne Vision, Wobei Vision ja nur Neudeutsch ist. Die Vision für das Vorstellungsvermögen. Wir wussten schon seit vier Jahrzehnten, dass wir erfolgreich nur sein können mit einer klaren Vorstellung. Und er Wenn wir eine Vision haben, dann ist das wie ein Seil, das wir über den Fluss werfen, das sich mit so einem Bergsteigerhaken da einhakt an diesem Baum. Jetzt hangeln wir uns an dem Seil über den Fluss. Natürlich brauchen wir Ausdauer und all diese Dinge. Wenn es kalt ist, dann friert es uns auch. Aber wir hängen an dem Seil und das Seil ist flexibel. Wenn ein Deutscher die Metapher mit dem Fluss gemacht hätte, hätte er wahrscheinlich eine Brücke drüber gebaut. Wenn wir ein Seil haben, an dem wir uns rüber hangeln können, das ist die Kraft der Vision. Und wenn wir feststellen, während wir halb drüben sind, dass da unten irgendwas viel Besseres ist, kommt der Reiter und erzählt uns davon. Dann können wir das Seil einrollen, runterreiten und es hier nochmal probieren. Hätten wir eine Brücke gebaut, wäre das nicht so einfach. Also Visionen müssen flexibel sein. Visionen sind Ausgangspunkte für die jeweils nächsten vier Wochen. Und wenn irgendwas passiert, dann können wir adjustieren. Ein ständiger Evolutionsprozess. Oder wir gehen weiter auf diesem Weg und überqueren den Fluss an der Stelle. Und wenn Sie in der Weise mit Ihren Leuten arbeiten, nehmen Sie eine völlig fremde Branche. Nehmen Sie irgendein Fallbeispiel und reden Sie darüber. Und weil das Branchenfremde so gut ist, nehme ich bevorzugt Lebensmittel. Wenn Sie kein Lebensmittel sind, Lebensmittel, weil wir ja fast alle da einkaufen, zumindest ab und zu. Also kennt jeder die Situation, auskunden sich. Interessant war in dem Film noch in der deutschen Übersetzung hieß es Mekka Kasten. Hat jemand gesehen, was drauf stand. Suggestions, Suggestionen. Wir haben ein Programm bei uns in Deutschland und dieses Programm hat, wir haben eine Reihe von Programmen, hat viel mit Kritik zu tun. Wir sind sehr schnell mit Kritik dran. Wir geben sie gerne, wir kriegen auch viel. Und darum gibt es bei uns natürlich nur das Konzept, das Paradigma eines Megakastens, dass der Kunde, wenn wir uns für sehr kundenfreundlich halten, die Möglichkeit haben soll, seine Klage in diesen, früher hieß es auch Kummerkasten oder Megakasten hinein zu tun. Da kriegen Sie natürlich wenig Lob. Das Paradigma ist ja nur, wenn Sie meckern wollen. Und darum finden sich in deutschen Meckerkasten, wenn es mal wo einen gibt, pro Woche zwei Zettel, während Sie gesehen haben, der ist hier bei Lou Lennart, ist er jeden Tag voll. Machen Sie sowas auch, dann kriegen Sie natürlich auch positives Feedback. Die meisten von den Leuten, wenn Sie die Liste so halb in Erinnerung haben, da waren zwei, drei Sachen angestrichen, nach dem Motto, darüber müssen wir nachdenken. Die meisten waren nicht angestrichen, das sind weiter so toller Laden, habe ich toll gefunden, ich komme gerne wieder, ich kam von Ohio angereist, um bei euch einzukaufen. Solche Sachen stehen da drauf. Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, Ihnen zu sagen, was Ihnen gefällt. Das motiviert Sie und Ihr Team natürlich phänomenal. Sonst ist es ja keine Kommunikation und keine Beziehung zum Kunden. Also mit der Fallstudientechnik können Sie wunderbare Dinge tun und dann kann man auch Negativbeispiele bringen. Das war ja jetzt ein Positives bei Stew Lennart. Negativbeispiele bringen, darüber nachdenken, nicht richtig in der Annahme, dass Sie alle irgendwann mal im Lebensmittelladen sind, wenn auch nicht regulär, würden Sie bitte in der Kleingruppe jetzt fünf Minuten nehmen. Sprechen Sie einfach über Anregungen, die Sie bekommen haben beim Gucken. Was würden Sie sich wünschen in Ihrem Lebensmittelladen? Welche Ideen kommen Ihnen? Was wäre möglich aus der Kundensicht? 5 Minuten austauschen miteinander. Bitte schön. Sie hätten jetzt sicher noch lange weiter diskutieren können. Richtig. Was Sie jetzt kennengelernt haben, ist meine Fallstudientechnik. Eines der Hauptprobleme ist, wenn Leute im Seminar sind, wie Sie, deren Einstellung ja schon ziemlich weit vorne ist, sonst kommt man nicht zu so einer Tagung und dann sagen OK, aber unsere Mitarbeiter, die sind noch voll im industriellen Zeitalter drin. Wie kriege ich die denn überhaupt dazu, etwas zu ändern? So nehmen Sie Fallbeispiele irgendeiner Art, lassen Sie sie lesen, erzählen, spielen Sie sie vor oder was immer. Lassen Sie sie darüber reden und trennen sie in zwei Gruppen. Die eine Gruppe nimmt die Firmenseite ein und die andere nimmt die andere ein. Beginnen Sie bitte mit Fallstudien, die branchenfremd sind. Wir sehen viel leichter, worum es geht, wenn wir zum Beispiel Krankenhaus oder Arzt Patient warten und so als Metapher nehmen. Und was stört uns? Wir waren alle schon mal Patienten. Was ist so furchtbar in dieser Situation? Warum leiden wir dort so viel? Und wir breiten das aus und machen daraus eine Checkliste. Wenn wir ein Krankenhaus wären, worauf würden wir achten? Die eine Gruppe Wir sind Krankenhausadministration, wir sind die Ärzte, wir sind die Pfleger, wir sind die Schwestern. Worauf würden wir achten? Die andere Wir sind die Patienten. Und dann setzen Sie sich wieder zusammen und vergleichen. Und dann hätten Sie jetzt eine Art Checkliste für ein optimales Krankenhaus oder eine Arztpraxis oder was immer. Was nicht heißt, dass Sie alles auf einmal umsetzen wollen würden, sondern das wären jetzt einzelne Schritte und dann sucht man sich den leichtesten aus und dann sagen Fein, wir sind kein Krankenhaus, wir sind keine Arztpraxis. So Sie eine sind. Nehmen Sie den Supermarkt als Metapher. Was kann man übertragen? So wie wir? Was gilt beim Tennisprofi? Was bei uns auch gilt, wenn wir professionell werden wollen? Nehmen wir mal an die Warterei. Wo muss der Kunde bei uns wann, wie lange, auf welche Art und Weise warten? Glauben Sie, er fühlt sich wohler in der Telefonwarteschleife als wir im Wartezimmer? Was sind die Parallelen? Und weil wir jetzt über diesen fremden Blickwinkel kommen, jetzt haben wir wieder den Spiegel benutzt, sehen wir die alltägliche Realität anders. Spielerisch erweitern wir unseren Horizont. Es macht Spaß, so nachzudenken. Und jetzt haben Ihre Leute das erarbeitet. Sie haben nicht einen Vortrag gehalten, wie es übermorgen nächstes Jahr laufen soll. Man kann eine Vision nicht per Ukas befehlen. Man kann sie nur gemeinsam entwickeln. Und wenn Sie immer daran denken, dass jeder Mensch dieses unentwickelte Potenzial hat, was glauben Sie, was in Ihren Leuten drinsteckt, was Sie so noch nicht gesehen haben? Sie müssen sie mal über den Spiegel angucken ihre Leute, wenn sie Fallstudien suchen. Bei Tom Peters finden sie immer jede Menge Und einige der Bücher mit Sternchen sind voller Geschichten dieser Art.










