Keynote Prof. Dr. Gerald Hüther: "Wer nichts unternimmt, verliert seine Lebendigkeit"

Prof. Dr. Gerald Hüther argues that living systems strive for coherence — a brain-state where perception, memory, thinking, feeling, and acting fit together, minimizing energy use. Problems are not merely obstacles but opportunities to practice and thereby strengthen a "Kohärenz-Wiederherstellungskompetenzgefühl" (the competence/feeling of restoring coherence). Modern society, by fragmenting life, over-emphasizing what is measurable (longevity, output) and suppressing childhood needs for connectedness and agency, undermines this capacity. Hüther critiques a culture that replaces empathic feeling with cognitive explanations, trains people to become "rechenmaschinen" (computational), and calls for reorienting institutions and entrepreneurship toward enabling people's return to liveliness and self-directed, creative engagement.
Questions this video answers
153 peer-reviewed original publications (in English, experimental brain research).
Chapters
Ja, also ich habe eine besondere Problematik. Ich kann in neuen Betten, in Hotelzimmern nicht richtig gut schlafen. Ich habe also eine sehr wache Nacht hinter mir. Und dann hatte ich auch viel Zeit, mich mit allen Problemen dieser Welt zu befassen, wie das dann so üblich ist. Und die Klimakrise und das Artensterben und und die Umweltverschmutzung und alles ist mir da so durch den Kopf gegangen. Und dann habe ich auch noch, dann habe ich auch noch gestern erfahren, dass ich hier eigentlich für 20 Minuten da bin, um das, was mir da alles auf dem Herzen liegt, um all diese Probleme dann auch mal zu lösen, hier vorzutragen. Und dann komme ich da in so eine innere Unruhe. Und dafür habe ich dann habe ich dann so einen, ein Mittel, wie ich dann dagegen vorgehe. Und dann singe ich mir immer dieses wunderbare Lied Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na dann ist ja alles klar. Das hört sich schon ganz anders an. Und das ist Ergebnis moderner Hirnforschung, weil die Neurobiologen und überhaupt die Biologen anfangen zu begreifen, dass alle lebenden Systeme einen Zustand anstreben, in dem alles passt. Das heißt, es wird ein Zustand angestrebt, den nennen wir Kohärenz. Und das ist der Zustand, in dem alles so richtig gut zusammenpasst im Hirn. Also zum Beispiel hinten und vorn und rechts und links und das, was man früher abgespeichert hat, mit dem, was da jetzt im Augenblick noch dazu kommt und das Denken, Fühlen und Handeln soll auch alles möglich schön zusammenpassen. Und dann auch noch soll man auch noch natürlich in so einer wunderbaren Gemeinschaft hier wie wie hier sich aufgehoben fühlen. Vielleicht hat man dann auch noch diese kosmische Anpassung mit der Natur sowieso. Und wenn das alles so richtig passt, dann verbraucht ein System die wenigste Energie. Das ist das, worum es geht. Es geht um Energiesparen. Wenn es richtig passt, verbraucht das System die wenigste Energie. Also konkret heißt das in dem Augenblick, wo ich irgendetwas tue, also zum Beispiel mache ich die Augen zu, dann mache ich sie auf, dann sind da hinten irgendwelche Nervenzellen, die hatten sich gerade daran gewöhnt, dass es so schön dunkel war und jetzt kriegen die Impulse und jetzt müssen die irgendwas machen. Das kostet zu viel Energie. Und dann senden die ein Signal zu einer anderen, die macht auch irgendwas. Und auf diese Weise wird das alles da oben verarbeitet und passend gemacht, sodass am Ende ein Zustand entsteht, wo wieder weniger Energie verbraucht wird. Also inkohärente Zustände lernen wir im Laufe des Lebens in kohärente zu verwandeln. Darum geht es. Es geht nicht um das, was wir uns immer haben in der Vergangenheit einreden lassen. Friede, Freude, Eierkuchen oder Paradies und Himmelreich, wo alles passt. Ne, das gibt es nie. Es gibt, solange ich lebe, keinen Zustand, wo mal alles da oben zusammenpasst. Wenn ich gerade gestorben bin, dann ja, aber dann ist auch zu spät. Und vorher geht es im Leben um nichts anderes, als zu lernen, es immer wieder passend zu machen. Das ist es. Wir haben keine fertigen Programme im Hirn, sondern wir suchen die ganze Zeit nach Lösungen. Und die Lösungen, die wir dabei finden, die werden verankert. Da wird nämlich ein inkohärenter Zustand, wo etwas nicht passt, durch eine Lösung, das kann dann zum Beispiel das Singen dieses wunderbaren Liedes mit den Sorgen sein, in einen Zustand verpasst, wo es besser passt. Da wird ja dann in dem ersten Zustand inkohärent sehr viel Energie da oben verpulvert und dann singe ich das Lied, dann wird weniger Energie verpulvert. Dabei wird Energie sozusagen frei und die wird benutzt, um im Mittelhirn diese Bereiche zu aktivieren, die die Hirnforscher Belohnungszentrum nennen. Und da kommen dann diese Nerven Aktivitäten in Gang, die dazu führen, dass bestimmte Botenstoffe freigesetzt werden. Endorphine, Katecholamine, also so ein bisschen so wie Kokain und Heroin. Gleichzeitig kriegt man schon so ein ganz anderes Gefühl, nicht wegen der Botenstoffe, das muss ich auch an der Stelle sagen, sondern weil diese Botenstoffe andere Netzwerke aktivieren, die wiederum für die Regulation von körperlichen Prozessen zuständig sind, die uns so gut tun. Es ist nicht der Botenstoff, der uns glücklich macht, sondern die Aktivierung von Netzwerken, die uns in ein körperliches Gefühl bringen, was uns gut tut. Und diese Botenstoffe machen gleichzeitig noch was Zweites, nämlich sie würden im Hirn diese Nervenbahnen, die ich jetzt gerade benutzt habe, um eine Lösung zu finden nach dieser furchtbaren Nacht in diesem Hotel, in diesem fremden Bett, dass ich dann Guten Morgen, Liebes. Das wird im Hirn verankert, Deshalb vergesse ich das Lied auch nie wieder in meinem Leben. Das singe ich immer, wenn es Mist ist. Und dann bringe ich immer wieder diesen inkohärenten Zustand in einen kohärenten. Und jetzt merkt man, worum es im Leben geht. Es geht darum, im Laufe seines Lebens nicht glücklich zu sein, indem man alles hat, was man sich wünscht, sondern jemand zu werden, der immer in der Lage ist, einen Zustand wiederherzustellen, wo man wieder etwas besser sozusagen in die Welt passt und mit sich selbst im Reinen ist. Und dieses, das ist dann eher so eine Art Gefühl, was sich im Laufe des Lebens herausbildet. Und das nennt man Kohärenz Wiederherstellungskompetenzgefühl. Wahnsinn. Das ist wenn man solche Begrifflichkeiten benutzen muss, um so was Banales zu bezeichnen, dann ist das ein Zeichen dafür, dass man auf völligem Neuland in der Wissenschaft gelandet ist. Gibt es noch keine Begriffe dafü Kohärenz, Wiederherstellungskompetenzgefühl heißt nichts weiter als danke, Problem, dass du gekommen bist. Auch mit dir werde ich jetzt fertig. Das ist ein Gefühl, was man hat. Und jetzt seht ihr, das Gefühl kann ich natürlich nur herausbilden, wenn ich genug Probleme habe. Wie soll ich jemals ein Kohärenz wiederherstellendes Kompetenzgefühl herausbilden, wenn es keine Probleme gibt? Das heißt, da will ich jetzt hin mit euch. Ich möchte euch zeigen, dass wir mit unseren Denkmustern vollkommen auf dem falschen Ast sitzen. Was wir wollen, ist gar nicht das, was uns gut tut. Wir haben uns so weit von uns selbst entfernt, dass wir gar nicht mehr verstehen, worum es überhaupt wirklich geht. Nehmen wir so ein Beispiel auch unsere Gläubigkeit an die Wissenschaft. Ich finde das ja toll, dass es Wissenschaft gibt, aber es war auch lange Zeit eine Lösung, dass man gesagt hat, muss alles wissenschaftlich bewiesen werden, weil sonst hätte uns ja jeder alles Mögliche erzählen können. Aber wenn jetzt die Wissenschaft gefragt wird, worauf es im Leben ankommt, also egal, was für eine Disziplin man da nimmt, da gibt es am Ende keine richtige Antwort. Also natürlich geben die dann eine Antwort. Die können ja nur eine Antwort geben, worauf es im Leben ankommt, wenn sie etwas haben, was sie messen können. Was kann man denn jetzt von dem, worauf es im Leben ankommt, messen? Das sind zwei Sachen. Erstens, was einer geschafft hat, also das, was er sozusagen aufgebaut, angehäuft, sich zu eigen gemacht oder in die Welt gebracht hat, also Bei mir sind das zum Beispiel 153 peer reviewed Originalpublikationen in Englisch in experimenteller Hirnforschung. Das ist sozusagen mein Leben, was sich wissenschaftlich belegen lässt. Und das zweite, was noch allgemeiner ist, man kann wissenschaftlich am Leben eigentlich nichts weiter messen, als wie lange es dauert. Und wenn man so rangeht, dann glaubt man, es kommt im Leben darauf an, möglichst viel zu schaffen und möglichst viel lange dran zu bleiben. Es könnte aber sein, dass das falsch ist. Könnte sein, dass es gar nicht darum geht, wie lange man lebt und wie viel man schafft. Könnte sein, dass es eher darum geht, wie lange man lebendig bleibt in einer Welt, die dazu neigt, die wir aber selbst auch hergestellt haben, die wir aufrechterhalten und die nun aber eine Welt ist, die dazu neigt, uns alle in Situationen zu bringen, wo wir eben nicht dieses Kohärenz Wiederherstellungskompetenzgefühl ausbilden, sondern wo wir doch eher dem Bedürfnis des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik nachgeben und das Energiesparprogramm im Hirn einschalten, indem wir uns aufs Sofa setzen und hoffen, dass alles wieder gut wird, indem wir irgendwelchen Leuten hinterherrennen, die uns erzählen wollen, sie wüssten, wie es geht und was man da noch alles so für sonderbare Strategien einschlagen kann. Es könnte sein, dass wir an einem Wendepunkt, wie das unser Bundeskanzler da ja auch gesagt hat, Zeitenwende angekommen sind, aber wahrscheinlich an einer anderen Art von Zeitenwende, als der sich das gedacht hat und was der meint. Es könnte sein, dass wir an einem Punkt angekommen sind, wo wir feststellen, dass wir nicht mehr getrennte Existenzen sind vom Leben, sondern dass das Leben sozusagen Teil von uns ist und wir Teil des Lebens sind auf diesem Planeten. Dass wir nicht das Leben benutzen können für unsere Zwecke, nach unseren Vorstellungen, es zurechtbiegen und zurechtsägen können, wie wir es gut gebrauchen können, sondern dass wir immer dann, wenn wir das Leben auf diese Art und Weise nach unseren Vorstellungen benutzen, dass wir uns das selbst auch in gleicher Weise zum Objekt machen und uns immer mehr verlieren. Und da sehe ich zwei Tendenzen. Und es wäre schön, wenn wir uns das noch in den verbleibenden paar Minuten anschauen könnten. Ich beeile mich auch Das eine Wir haben eine Welt geschaffen, in der wir versuchen, alles immer kleiner zu zerlegen. Es gibt zwei Bedürfnisse, mit denen wir schon auf die Welt kommen als Menschen. Das eine ist das Bedürfnis nach Verbundenheit. Das bringen wir aus dem Mutterleib mit. Das geht gar nicht anders, weil wir waren die ganze Zeit verbunden und da draußen hofft jeder das ganze Leben lang, dass er Menschen findet, mit denen er auch wieder verbunden bleiben kann, wo es ihm gut geht, wo er sich nicht anstrengen muss, wo er nicht dauernd so sein muss, wie die anderen das wollen, sondern wo er eigentlich mal sein darf, wie er ist. Das ist das eine Bedürfnis nach Verbundenheit. Und das andere Bedürfnis ist das, was auch schon aus dem Mutterleib mitgebracht wird. Das ist das nach eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Es hört sich ganz komisch an, aber natürlich ist so ein Kind vorgeburtlich schon dabei und probiert alles Mögliche aus. Das ist doch nicht ein passiver Zustand, in dem es einfach nur so wächst, sondern das erschließt sich diese Welt auch schon vorgeburtlich. Und dabei lernt es, dass es immer mehr lernen kann, erwirbt immer mehr dieses Kohärenz Wiederherstellungskompetenz Gefühl und kommt dann raus. Ja, und will da draußen natürlich was gestalten. Jeder Mensch ist ein Unternehmer am Anfang. Und dann erlebt man einfach, dass man in eine Welt hineinwächst, wo die Erwachsenen aus Gründen, die man jetzt genauer anschauen müsste, das schaffen wir heute nicht oder vielleicht nachher in der Diskussion. Dann erlebt man, dass man in eine Welt hineinwächst, wo die Erwachsenen diese Verbundenheit selbst nicht mehr besitzen und sie auch nicht mehr weitergeben können. Man erlebt, dass das Denken, das Fühlen und das Handeln, was bei jedem Kind und bei allen von euch ganz am Anfang immer kohärent war und immer zusammengehört hat. Deshalb sind die Kinder ja so mit dem ganzen Körper unterwegs. Das muss man dann erleben, dass das bitte getrennt werden muss, damit man in dieser gegenwärtigen Welt überleben kann. Das muss so weit gehen und das geht so normal, dass man sich gar keine Gedanken mehr macht. Wenn da so ein Vater mit seinem Sohn durch Berlin geht und dann an der Kirche irgendwo auf den Stufen der Kirche ein Bettler sitzt und dann wisst ihr alle, was dann passiert. Da guckt der Sohn den Bettler an und dann guckt der Papa an. Er möchte von Papa erfahren, was er machen soll. Er hat ein Gefühl, dass das nicht in Ordnung ist, dass der da sitzt und erwartet von dem Papa eine Hilfestellung und naja, er sieht, dass es jetzt nicht die richtige Zeit ist. Papa guckt woanders hin und zieht dann so. Und dann halten wir das noch für einen besonders tollen Papa, wenn der dann um die nächste Ecke geht und sich dann so runterbeugt und seinem kleinen Fritzchen erklärt, warum sie dem Bettler nichts gegeben haben. Da kriegt das Kind für eine empathische Regung eine kognitive Erklärung. Wow. Ja, und das machen wir alle so. Und wenn man das in der Kindheit schon so gelernt hat und später im Leben einem das ständig vorgeführt wird und jeden Abend im Fernsehen anstatt der empathischen Reaktion man eine kognitive Erklärung kriegt, warum das so ist, was passiert dann? Dann geht einem die Empathie am Arsch vorbei. Hirntechnisch heißt Ich kann mit so einem Zustand gar nicht leben. Ich muss mein empathisches Gefühl, ich muss die Netzwerke im Hirn, die diese Empathie hervorbringen, dieses Mitgefühl in Gang bringen, die muss ich weghämmen, so lange, bis es nicht mehr da ist. Die hemme ich weg, indem ich kognitive Erklärungen oben drüber setze. Und irgendwann sind dann hemmende Verschaltungen so gut ausgebildet, dass ich alles kognitiv erklären kann und nichts mehr fühle. Dann sind wir in unserer heutigen Welt angekommen. Kein Wunder, dass wir sie ruinieren. Sie ist uns gar nicht mehr nah. Wir sind gar nicht mehr mit dieser Welt verbunden. Wir sind gar nicht mehr mit unserer Lebendigkeit verbunden. Wir befassen uns nur noch mit dem, was man messen kann. Das ist, wie lange wir am Leben bleiben und was wir dabei unterwegs alles geschafft haben. Was ist denn das für eine verrückte Welt geworden? Verschlägt einem manchmal die Sprache, wenn man es sehr verdichtet? Also wir haben die eigentlich zusammengehörige Welt, in der wir Teil sind und in der alles Lebendige miteinander verbunden ist, aus verschiedenen Gründen, über die ihr dann alle selber nachdenken könnt, in lauter Stücke zerlegt. Und es hat was damit zu tun, dass man es dann besser nutzen und beherrschen kann, wenn man es zerlegt. Das wusste schon Caesar. Und das Zweite, was wir gemacht Wir haben uns sozusagen dabei und das spürt ja auch jeder von euch. Wenn er in diese Welt hineinwächst, dann kann er ja nicht so seiner Entdeckerfreude und seiner Gestaltungslust nachgehen, wie er das eigentlich gerne machen würde. So wie ein kleines Kind in diese Welt hineinwächst mit dieser ganzen Entdeckerfreude und Gestaltungslust. Spätestens wenn es das dritte Mal da als vierjähriger Junge die Küche von der Mama komplett ausgeräumt hat und um dieses Seeräuberschiff zu bauen, kriegt er irgendwie deutlich gemacht, dass das nicht das Optimale ist, wie man es anders wünscht. Und er möchte doch bitte lieber in sein Zimmer gehen und das dort machen oder keine Ahnung. Mit anderen Worten, da sind wir alle durch. Wir haben alle erlebt, dass wir mit unserem Entdecker und Gestaltungsdrang gescheitert sind. Ich mache oftmals so Umfragen und frage Erwachsene, was das lebendigste Bedürfnis ist, was sie jetzt als Erwachsene so in eurem Alter gemischt, was sie da nicht mehr so richtig leben können. Und Da kriege ich 3 Viertel sagen, ich möchte gerne wieder Herr über mein eigenes Leben werden. Ich möchte was gestalten, ich möchte nicht in einem Hamsterrad die ganze Zeit funktionieren. Ich will einfach wieder meine Autonomie, Ich möchte der Gestalter meines eigenen Lebens sein. Und dann frage ich, wann ist denn das gewesen, dass du das unterdrücken musstest? Wann hast du das erste Mal deine eigene Freude am Gestalten unterdrücken müssen? Da habe ich gedacht, es kommt Schule. Drei Viertel sagen zu Hause im Elternhaus, die kommen schon verwickelt in der Schule an. Die haben schon ihre Entdeckerfreude und Gestaltungslust Kleinen zu Hause so lange unterdrücken und einwickeln und hemmen müssen, bis sie einigermaßen weg waren. Und deshalb können die dann auch in der ersten Klasse den ganzen Tag auf dem Stuhl sitzen, da regt sich nichts mehr und dann passen die auch dahin. Und deshalb macht die Schule die nicht kaputt. Die Schule führt nur fort, was die meisten Eltern zu Hause angefangen haben. Jetzt wächst Gott sei Dank eine andere Generation von Eltern heran. Ich bin da sehr optimistisch. Wenn die Kinder in die Schule entlassen, die nicht so vorgeprägt sind, dann sprengen diese Kinder die Schule. So verändert man Schule nicht, indem man dauernd an der Schule rummacht, sondern dass man die Kinder so stärkt, dass sie die Schule fertig machen. Pippi Langstrumpf, stellt euch mal vor, Pippi Langstrumpf, alle wären Pippi Langstrumpf in der ersten Klasse. Die würden den Geist aufgeben dort, das ginge gar nicht. Und da muss es hin, dass es dieses Unternehmertum, wo man wieder zurückfindet in die Gestaltungsfähigkeit. Und was ich hier beschrieben habe, sind im Grunde genommen Verwicklungen, in die wir beim Hineinwachsen in diese Welt geraten. Wir zerlegen alles, kommen dann auf die verrücktesten Ideen und wir unterdrücken unsere lebendigen Bedürfnisse so lange, bis sie so weit weg sind, dass wir funktionieren fast wie eine Rechenmaschine. Das ist nämlich das Kernzeichen von digitalen Geräten. Die haben keine Bedürfnisse. Und wenn wir unsere Bedürfnisse verlieren und den Kontakt zu uns so sehr verlieren, dass wir gar nicht mehr spüren, was uns sozusagen lebendig hält, diese Erotik, diese Körperlichkeit, diese Freude am Entdecken und Gestalten, wenn wir das nicht mehr spüren, dann werden wir unsere Rechenmaschinen immer ähnlicher. Und deshalb geht es um eines und um nichts anderes bei allem, was wir tun. Und ich würde mir wünschen, dass jedes Unternehmen und jeder, der hier etwas gründen will und der etwas in Gang setzen will, sich immer überlegt, ob das, was er tut, dazu beitragen kann, dass Menschen in dieser gegenwärtigen Welt aus ihren Verwicklungen, in die sie geraten sind, herausfinden. Und dann wäre modernes Unternehmertum eine Strategie der Entwicklungshilfe. Ich danke Ihnen. Alles Gute.










