Tiergestützte Interventionen aus psychologischer Sicht

Recorded German lecture (speaker: Daniel Borschel) on animal-assisted interventions from a psychological perspective. The speaker reviews evolutionary and cultural roots of human–animal affinity (biophilia), ethical frameworks, neurobiological mechanisms (oxytocin, cortisol, mirror neurons), and cites empirical examples (rat stroking studies, reading-to-dog with children, Trier Social Stress Test where presence of a dog lowered cortisol). The talk contrasts salutogenesis (resource-focused health) with pathogen-focused medicine and discusses social, developmental, and therapeutic benefits of human–animal relationships (empathy development, stress reduction, rehabilitation, bereavement).
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Vielen Dank für die freundliche Einführung. Glaube brauche ich nichts mehr dazu zu sagen. Also über mich nicht. Ich bin 73 Jahre alt und wie gesagt seit 1983 auf den Hund gekommen. Es ging damals, also es war wirklich eine interessante Sache. Gary Westbrook nahm mich mal in seinem Petmobil mit in ein Altersheim in Los Angeles und er hatte einen Hund dabei. Und als wir in das Altersheim kamen, der übliche Eindruck, den man so hat, die alten Herrschaften saßen auf ihren Stühlen, mehr oder weniger glanzlose Augen auf die Wand gegenüber aus dem Fenster auf das Fenster gegenüber gerichtet. Als der Hund vorbeikam, wurden die Augen hell. Als der Hund vorbeikam, haben sich die alten Herrschaften einander zugewandt. Es wurde mehr geredet. Teilweise berührten sich die Hände der alten Damen beim Streicheln des Hundes. Es war etwas, was mich tief beeindruckt hat. Das war die Szene, die Urszene, die mich damals auf den Hund gebracht hat. Und jetzt mache ich das Ganze vielleicht im Kontext Tierschutz. Ich gehe davon aus, Menschen brauchen Tiere und Tiere brauchen Menschen. Das ist etwas ganz Eindeutiges. Und Tiere, bei denen ein therapeutisches Wirken nachgewiesen werden kann, die kriegen wahrscheinlich auch mehr Beachtung, die werden eher geschützt. Aber auch ethisch. Tiere und Menschen sind auf Zusammenleben angewiesen bzw. Seit wahrscheinlich Menschen Homo sapiens gibt es seit bis Jahren. In dieser Zeit sind wir natürlich ständig mit Tieren zusammen gewesen. Mehr als 99 Prozent der Evolution haben Menschen natürlich mit Tieren zusammengelebt. Auch unser Vorgänger, der Australopithecus und so weiter, der soll vor 2,5 oder 2,6 bis 4 Millionen Jahren gelebt haben. Die haben natürlich auch mit Tieren zusammen gelebt. Und sie haben natürlich gelernt, diese Menschen, die Tiere zu lesen. Das können sie auch. Sie wissen wahrscheinlich ziemlich genau, ob ein Hund, der ihnen entgegenkommt, ob der ein freundlich wedelnder, zu streichelnder ist oder ob er einer ist, der sie gleich mal beißen will oder so etwas. Oder anspringen die Hunde, gerade die sauberen Hosen, da springen die Hunde mit ihren Schmutzfüssen natürlich gerne an. Also Menschen haben gelernt, andere Spezies zu lesen, ihr Verhalten vorherzusagen. Die niedrige Wahrnehmungsschwelle, das finde ich auch eine ganz spannende Sache, wenn Sie Babys einmal schauen Sie mal ein Baby, das im Kinderwagen durch die Stadt geschoben wird, sagen wir mal ein Einjähriges, kommt ein Hund vorbei. Ich wette, dass die Augen des kleinen Kindes auf den Hund gerichtet sind. Es gibt mittlerweile bedrückende Befunde von Eltern. Das erste Wort, das die kleinen Kinder sprechen, ist nicht mehr unbedingt Mama oder Papa, sondern wow, wow. Diese Aufmerksamkeit, die Tiere bekommen. Die niedrige Wahrnehmungsschwelle ist etwas, was uns schnell auffällt, wenn wir im Moment darüber nachdenken. Menschen haben natürlich die Überlebensvorteile des Zusammenlebens funktional und emotional genutzt. Also jetzt funktional denken sie an Ernährung, denken sie aber auch an die Tiere, die den Flug gezogen haben und so weiter. Denken sie an die Wölfe, die die Urhorde umkreisten und auf Räuber, auf gefährliche Räuber aufmerksam machten. Es hat sich jedenfalls und emotional natürlich wir haben eine positive Beziehung zu weichen, warmen, kleinen, freundlichen Tieren. Wir haben eine negative Beziehung zu, sagen wir mal, Schlangen, schleimigen Kröten und so weiter. Wir sind emotional programmiert, bestimmte Tiere in einer bestimmten Art und Weise wahrzunehmen, zu erleben. Es hat sich eine Affinität zu unseren Mitlebewesen entwickelt. Edward Wilson, dieser bekannte ameisenforscher, spricht schon 1984 von Biophilie, Bios, Leben, Philie, Freundschaft, Liebe. Aber Affinität ist das beste Wort, um es zu übersetzen. Es ist nicht nur liebevoll. Also beispielsweise die Beziehung zwischen Maus und Katze. Die Maus liebt die Katze nicht unbedingt, aber sie hat eine besondere Affinität. Sie beachtet Katzen besonders intensiv und fein. Oder der Pilotfisch und der Hai, die lieben sich nicht gegenseitig, aber sie sind aufeinander bezogen. Eine Aufmerksamkeit füreinander. Diese Affinität zu Lebewesen, auch zu Leben ermöglichenden Settings, die zeigt sich einmal utilitaristisch. Also was ist nützlich? Da gibt es natürlich die Assistenzhunde, die Blindenführhunde beispielsweise, da gibt es jede Menge Storys. Hannibals Elefanten. Was wäre Hannibal geworden, hätte er nicht seine Elefanten über die Alpen geführt? Oder die Kavallerie. 30 Millionen Pferde sollen im Zweiten Weltkrieg eingesetzt gewesen sein. 30 Millionen habe ich gelesen. Also es ist sagenhaft, was Menschen gemacht haben, der sie Tiere nutzten. Natürlich Essen, das ist wohl die hauptsächliche Nutzung. Industrielle Massentierhaltung hält uns dick humanistisch. Diese Form der Affinität zu anderen Lebewesen, die finden wir beispielsweise im Mitleiden. Wenn Sie ein kleines Hündchen winselnd, weinend irgendwo sehen, können Sie nicht anders als zu sagen bist du ein armes Tierchen? Kann ich dich ein bisschen streicheln? Brauchst du vielleicht was zu essen oder so etwas. Wir springen darauf an. Oder auch Bindung, wenn ein Baby sie charmant anlächelt, sagen wir mal ein ein Monat altes Baby. Wir wissen natürlich, dass das kein soziales Lächeln ist. Das ist ein reflexähnliches Lächeln, hergestellt um Beziehung, um Kontakt zu erwachsenen Bezugspersonen zu unterhalten. Dieses Baby lächelt eine Betreuungsperson an, idealerweise natürlich üblicherweise die Mutter. Und die Mutter kann diesem charmanten Lächeln nicht widerstehen, sie wird zurücklächeln. Das ist etwas ganz Tolles, diese Bindung, also ein Attachment Signal, ein Bindungssignal wird vom Baby ausgesandt, Lächeln folgen mit den Augen und so weiter. Und es wird durch ein Caregiving Signal, durch eine Reaktion, eine sensibel responsive Reaktion der erwachsenen Bezugsperson beantwortet und daraus entsteht Bindung, sichere Bindung. Wir wissen, dass Affinität zu leben, beispielsweise ästhetisch. Ich habe mal geschrieben Blume. Wer kennt eine hässliche Blume? Gibt es eine hässliche Blume überhaupt? Ich glaube, man muss lange nachdenken. Vielleicht Mutters Geranien, die OK, aber wenn Sie mal dran denken, was weiß ich, eine Herde von jungen Fohlen, die also tanzend über die Weide galoppiert, können Sie anders als zu Boah, sind die schön. Es ist ein ästhetischer Genuss, häufig Tiere anzuschauen, aber auch symbolisch. Der Araber braucht nicht nur sein Pferd, das auch ein Araber ist, er braucht auch seinen Falken und seinen Saluki. Wir sind symbolisch häufig ausgerichtet, bestimmte Tiere in einer Art und Weise wahrzunehmen, die unsere Kultur bestimmt hat. Ich denke altes Ägypten beispielsweise die Katze. Ich denke an den Gott des Todes als an den Schakal. Wir haben eine bestimmte Symbolik, je nach Kultur, je nach historischer Zeit eine etwas andere negativistisch, das ist wieder relativ durchgängig. Schlangen, schleimige Tiere beispielsweise. Wir wissen, dass, also ich weiß nicht, ob sie eine Klapperschlange streicheln würden, ob sie eine Kobra streicheln würden. Vielleicht würden sie eine ungiftige Schlange in die Hand nehmen und berühren und nach einer gewissen Zeit wahrscheinlich auch ganz schön finden. Aber in der Regel ist das Erste, was passiert, Schlange Distanz halten, Erleben von etwas Gefährlichem, Warnruf ausstoßen oder was auch Schimpansen machen beispielsweise, was auch beispielsweise kleine Eskimo Jungen, die nie in ihrem Leben eine Schlange gesehen haben, nie in ihrem Leben eine Schlange sehen werden, wenn sie denen eine Schlange zeigen. Distanz halten, Warnruf ausstoßen, Angst. Bis in die Träume geht die Schlangenangst mit. Ich habe das Moralistische zuletzt aufgehoben. Wir sind natürlich Es fällt uns schwer, ein Lebewesen umzubringen. Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal ein Heimtier töten mussten. Ich wette, Sie haben ausgesprochen Mühe gehabt, das zu vollbringen. Und Sie haben kognitiv wahrscheinlich eine, wie soll ich sagen, Rationalisierung erbracht, die ich weiß Man kommt manchmal aus ein krankes Tier, ein Tier von dem Tierärzte Es wird nicht mehr lange leben, es kann nicht mehr lange leben. Da stehen Sie vor der Nehme ich ihm das Leben oder lasse ich ihm das Leben nehmen und gleichzeitig das Leid nehmen Oder gebe ich ihm das Leben und gebe ich ihm das Leid weiterhin. Man kommt nicht jungfräulich, man kommt nicht, wie soll ich sagen, unschuldig aus einer solchen Situation heraus. Man muss es tun teilweise. Ich denke jetzt natürlich auch an die Ethik. Der alte Jeremy Bentham, ich glaube, Sie sind da längst informiert. Jeremy Bentham 1789 hat ja die Ethik, die Maximum Happiness Principle Ethik betont. Also er sagt, wir sind dazu da, das Leiden auf dieser Welt zu minimieren und wir sind dazu da, das Glück auf dieser Welt zu maximieren. Er will das allerdings rational entscheiden, was zu Maximum Happiness führt. Ein Stück weiter geht der Schopenhauer mit seiner Mitleidsethik. Für mich die Krönung ist die von Albert Schweitzer, die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Sie wissen wahrscheinlich, oder Sie haben Ursula Wolf gehört, nehme ich an, und wissen Albert Schweitzers Ethik. Also wie er auf einem Lastkahn in Afrika lange Zeit zu einem Besuch fuhr und am dritten Tage saß er an Deck und schrieb nur um Thema beteiligt zu bleiben, schrieb er auf einem Blog ständig irgendwas hin. Und er Als wir abends durch eine Herde Nilpferde fuhren, stand plötzlich, ohne dass ich das bewusst gesteuert hatte, auf meinem Zettel Ich bin Leben, das Leben will, umgeben von Leben, das Leben will. Das war der Grundstock für die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Ich bin Leben, das Leben will. Genauso ist das Leben um mich herum, das Leben will, relevant. Und erst im Zusammenleben finden wir beide unsere Erfüllung. Das ist meiner Meinung nach eine ganz wesentliche Sache. Und ich habe es unter den Manifestationen der Biophilie mal vermerkt. Wir wissen, dass Menschen und Tiere, ich bin immer noch dabei, wir sind Menschen brauchen Tiere, Tiere brauchen Menschen. Wir sind Biophilie mäßig aufeinander zugegangen, aneinander, wie soll ich sagen, affin geworden. Ich will auf die neurologischen Gemeinsamkeiten hinweisen. Dieses Buch von Henry Julius, Andrea Beetz, Kurt Cottrischall unten Dennis Turner und Kerstin Ufnes Moberg, Attachment to Pets, mittlerweile auch Deutschraus, Bindung an Tiere heißt es auf Deutsch. Da wird belegt, dass wir neurologisch genauso wie andere Säuge, ja sogar wie viele Wirbeltiere, die Voraussetzungen für Brutpflege, die Programme, die neurologischen Programme für Soziales, für sexuelles Verhalten, für Kontakt. Hunde beispielsweise sind sozial obligate Rudeltiere. Ein Hund ist sozial obligat, der Sucht die Horde, der Sucht das Rudel. Menschen sind sozial obligate Rudeltiere, sie sind alleine, nicht happy, sie suchen natürlich Beziehung. Wir wissen, dass es Spezies Grenzen, Überschreiten der Empathie, also Mitschwingungsfähigkeit, Mitleidensfähigkeit, leidenschaftliches Miteinander gibt. Darüber werde ich noch viel reden. Kommunikation gibt nonverbale Kommunikation. Wir wissen, dass lebenserhaltende Anpassungsleistungen an die eigene Spezies, aber auch für die Interaktion mit anderen, dass die bei Säugetieren und bei vielen Wirbeltieren dieselben Programme, dieselben neurologischen Programme natürlich bei Menschen auf tiefen Schichten des Nervensystems nutzen wie bei Menschen. Ich will jetzt ein bisschen erstmal auf Gesundheit eingehen, nicht weil ich glaube, dass Tiere die wesentlichen Effekte im Bereich gesunden Gesundheit haben, aber ich glaube, Gesundheit ist ein hohes Gut, das die Aufmerksamkeit für Tierschutz am ehesten wecken kann. Da habe ich mir zuerst mal die alte Hildegard von Bingen. Sie sehen um 1100 herum hat sie von der Viriditas, von der Grünkraft, so sagt die Dorothee Sölle, so übersetzt es die Dorothee Sölle, von der Grünkraft der Natur, hat sie geschrieben und gesprochen. Hildegard, die also nicht nur, wie soll ich sagen, alles über Kräuter wusste alles über Steine und so weiter wusste, sondern auch über die Grünkraft. Eine Kraft in allem irdischen Leben. Das Gedeihen, also das Grünen der Bäume, die Fortpflanzung der Hunde, der Menschen und so weiter. Das wird alles angeregt durch die Grünkraft. Aber Hildegard wäre nicht umsonst Nonne und Theologin. Würdest du nicht auch sagen, die Grünkraft ist vor allen Dingen dann wirksam, wenn der Mensch im Einklang mit der Natur, mit der ganzen Schöpfung Gottes lebt. Dann wird die Grünkraft wirksam zur Heilung von Körper und Geist, sagt Hildegard. Ich habe es etwas diesseitiger gefunden bei Hippokrates, der sagt, es ist unsere eigene Natur, die der Arzt für unsere Krankheiten ist. Ich habe es bei Arnold von Villanova gefunden. Die Natur bereitet den Untergang der Krankheit vor. Der Arzt dient nur dazu, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Oder der Universalgelehrte Paracelsus. In deinem Inneren wohnt der Arzt, der dich heilt. Des natürlichen Lichtes ist er. Der tiefste Grund aller Arznei ist die Liebe. Gehen wir mal von der Liebe zum Streicheln und versuchen eine erste naturwissenschaftliche Erklärung von Gesundheitseffekten, die Tiere, Kontakt mit Tieren, Zusammenleben mit Tieren auslösen. Da ist aus Kerstin Ofnes Mobergs Buch the Oxytocin Factor ist eine Studie zu erwähnen. Sie hat Ratten etwa 40 Mal pro Minute streicheln lassen und fand, dass diese Ratten ihren Blutdruck reduzierten, dass sie Schmerz weniger empfanden, dass Stresshormone reduziert wurden, dass die Körper dieser Ratten schneller wuchsen, vermehrte soziale Interaktion, verbessertes Lernen. Ich werde noch über parallele Beobachtungen bei Menschen sprechen, aber erstmal bleibe ich bei der Ratte. Das ist eine wunderschöne Abbildung aus Kerstin Ufnes Mobergs Buch. Wenn man von links unten Decrease tail temperature, also die Hitze, die Temperatur einer gestreichelten Ratte ist etwas gerade bei diesen heißen Tagen, etwas niedriger oder darüber reduzierte Pulsfrequenz, reduzierter Blutdruck, wieder darüber erhöhte oder vermehrte soziale Interaktion und darüber reduziert oder verringerte Furcht. Mehr Ruhe ist gemeint. Ganz oben reduzierte Aggressivität, rechts oben vermehrte Neugierde, dann rechts vermehrte Bindung an Nachkommen und Partner und darunter die Verdauungstätigkeit ist höher, wieder darunter die Schmerzschwelle ist erhöht und der Muskeltonus ist reduziert, dieser Ratte einfach 40 mal in der Minute gestreichelt, zeigt solche Phänomene. Und es sind Phänomene, die zur Gesundung, die Kerstin Ufnis Mohberg sagt, zum Calm and Connecting System gehören. Darüber werde ich noch eine ganze Menge sagen. Zunächst aber mal das alte Zeug, was Hildegard von Bingen oder Paracelsus oder was früher schon beschrieben wurde, Das ist auch in jüngerer Zeit genannt worden. Ich habe hier mal eine hochgestochene EU-Kommission Corporation in the Field of Scientific and Technical Research in 2007. Da steht dann der Es gibt überzeugende empirische Evidenz, die bestätigt, dass ein enger Kontakt mit der Natur, mit Tieren und Pflanzen die Gesundheit und die Lebensqualität von Menschen fördert. Das wird geschrieben, aber manchmal denke ich, im Medizinsystem, im biomedizinischen System ist es noch nicht so richtig angekommen. Auch bei den Versicherungen ist noch nicht so richtig angekommen, dass Kontakt mit Natur, mit Tieren und Pflanzen Gesundheit und Lebensqualität, ich will gleich auf Wohlbefinden hinaus fördert. Ich will erstmal darauf hinweisen, dass die WHO Definition von 1998 dass die von Wohlbefinden und nicht allein von Freisein von Krankheit in dem Sinne von Gesundheit spricht, sondern von Wohlbefinden. Wohlbefinden mental, sozial, spirituell. Es ist ausdrücklich körperliches Wohlbefinden. Also ich Mein Körper fühlt sich gut an, innerlich, aber auch kognitiv. Ich fühle, ich weiß rational, dass alles in Ordnung ist mit mir. Sozial, Ich fühle mich in meiner Umgebung wohl. Meine Menschen, die ich so treffe, sind freundlich und nett und bezogen und auch spirituell. Spiritualität definiere ich gerne mit dem Scharfitter als die Verbundenheit mit dem All Einen, sagt der Scharfeter Verbundenheit mit dem All Einen. Er meint ausdrücklich Verbundenheit mit Menschen, Verbundenheit mit Tieren, mit Pflanzen, mit Natur, mit Kosmos und mit Gott. Es ist nicht allein das Theologische, was er meint, sondern es ist wirklich auch ganz handfest die Verbundenheit mit dem All Einen Existierenden. Die Frage, die ich jetzt in den nächsten Minuten beantworten möchte oder diskutieren möchte, tragen Beziehungen von Menschen zu Tieren im Sinne von One Health zur Gesundung bei? One Health ist ein Begriff, den ich in Basel vor allen Dingen kennengelernt habe. In Basel wird an der Uni eine Kooperation zwischen Humanmedizinern und Tiermedizinern gepflegt. In Basel wird zwischen Uni und Rehab das ist eine riesige Klinik, eine Rehabilitationsklinik, eine Kooperation, gerade in Sachen tiergestützte Therapie, tiergestützte Unterstützung von Rehabilitationspatienten oder Klienten, die wird gefördert. Ich glaube gerade dieses One Health, Tiermedizin und Humanmedizin hat Zukunft. Aber es ist, wie gesagt zurzeit in Basel und sonst habe ich es noch nicht kennengelernt. Was wird da erreicht? Gesundheit. Aber diese Gesundheit, es ist nicht allein das Freisein von Krankheit, sondern WHO sagt schon, Wohlbefinden, körperlich, geistig, emotional, sozial, spirituell. Einen schönen Gesundheitsbegriff habe ich bei Dörner gefunden, diesen Arzt, das Buch Gesundheitsdilemma, daraus habe ich das genommen, aber er ziert die, zitiert den alten Gadamer, den alten Philosophen hier aus Heidelberg, der gesagt hat, Gesundheit ist ein selbstvergessenes Weggegebensein. Selbstvergessenes Weggegebensein an Leisten, Kreativität und Verantwortung. Das erscheint Ihnen vielleicht auf den ersten Blick etwas mysteriös oder irgendwie unverstehbar, aber man kann es leicht verdeutlichen. Mir ging das immer vorigen Winter, also nicht im letzten Winter, da gab es ja keinen Schnee, aber da vor dem Winter ging es mir auf, als ich mal Kindern beim Schlittenfahren zuschaute, ein steiler Hang und da rauschten die Kleinen auf ihren Schlitten runter und wenn sie mal hinfielen in den kalten Schnee oder wenn sie einen Stoß kriegten oder blaue Flecken und so weiter, machte nichts. Sie waren selbstvergessen weggegeben, nicht an, wie soll ich sagen, das Wehklagen über den blauen Flecken oder nicht das Stöhnen über die kalten Hände, sondern Schlittenfahren, das war es, was sie ganz und gar ausfüllte, Selbstvergessen, weggegeben an ihr Leisten und das war ein steiler Hang. Man musste also nicht nur mit großem Mut runterfahren, sondern auch mit großer Kraft den Schlitten wieder raufziehen. Ich gehe zur Kreativität. Mir fiel auf, dass einige Jungen am Rande des Hanges, da standen Büsche, da hatten die Jungen einen Pfad ausfindig gemacht, wo man mit großem Geschick den Schlitten, also sehr geschickt lenkend zwischen den Büschen zickzack fahrend und so weiter durchkam. Und sie fanden immer neue, anspruchsvollere, kreativ anspruchsvolleRE Pfade, die sie vor allen Dingen Jungen waren es, die darunter fuhren. Die Verantwortung habe ich mehr bei der großen Schwester kennengelernt Ich stand da rum und da kam die große Schwester auf dem Schlitten, gerade den Hang runtergerodelt und unten lief der Schlitten aus und vorne auf dem Schlitten saß die kleine Schwester so vielleicht drei Jahre. Der Schlitten kam zum Halten, die große Schwester stieg ab und die Kleine noch mal und die große Schwester zog die Kleine den Hang wieder hinauf. Mühsame Sache leisten, aber gleichzeitig Verantwortung für dieses kleine Mädchen und fuhr mit ihm wieder den Abhang runter. Da wurde mir deutlich, dass selbstvergessenes Weggegebensein, nicht, wie soll ich sagen, Stöhnen, ob der Mühsal, nicht, wie soll ich sagen, Angst, dass ich als Kreativfahrender, durch die Büsche fahrender und so weiter vor dem nächsten Baum oder den nächsten Strauch fahren werde oder mir wehtun werde. Es ist leisten, Kreativität und Verantwortung, wie soll ich sagen, die füllen mich aus. Ich habe das Ganze natürlich auch im Wuselrudel aus Kindern und Hunden auf der Sommerwiese kennengelernt, das kennen Sie wahrscheinlich auch. Da springt man aufeinander, da fällt man aufeinander, da tut man sich weh, da leistet man, da kommt man abends, was weiß ich, leicht angeschmutzt oder auch mehr angeschmutzt und teilweise öfters umgefallen und so weiter, kommt man als Kind nach Hause und kann nur. Mir war das schön weggegeben. Ich habe das mal mit Endorphin und Flow verglichen. Der Csikszentmihaili sagt ja ganz ausdrücklich, dass wir Flow und damit Endorphinausschüttungen herstellen. Also der Langstreckenläufer, der rennt und rennt und rennt und das ist die Aktivität des Langstreckenläufers, die Endorphinausschüttung und damit das Erleben von Flow möglich macht. Es ist genauso. Ich habe das bei Chirurgen kennengelernt. Ich weiß noch zwei Chirurginnen, eine schwierige Operation, sechs Stunden ungefähr in höchster Konzentration, als dass die überhaupt noch stehen konnten und so weiter. Sie haben es geschafft und kamen raus und waren rundum high und happy flow. Keine Müdigkeit, kein Stöhnen und so weiter, sondern einfach Endorphinausschüttung durch Aktivität hergestellt. Ich will darauf jetzt hinaus Wohlbefinden wird hergestellt. Dieser Gesundheitsbegriff, selbstvergessenes weggegeben sein, das kann man erreichen durch Leisten, Kreativität und Verantwortung. Aber ich will natürlich auch ein bisschen auf Salutogenese eingehen, da den Aaron Antonowski zu sprechen kommen. Antonowski hat mich lange beschäftigt, sein Buch 1979 Health, Stress and Coping, das wurde damals in der Coping Forschung intensiv genutzt. Aber zunächst, was hat der Antonowski gesagt? Er hat Frauen um die Menopause untersucht, unter anderem, ich glaube, 29 jüdische Frauen, die nicht nur die unvorstellbaren Qualen eines deutschen KZ überlebt hatten, sondern die auch die Auswanderung aus Deutschland einwandern, neue Existenzgründungen in Israel geschafft hatten. 29 von diesen Frauen waren merkwürdig gesund, keinerlei Traumatisierung, keinerlei schlechte Träume und so weiter. Antonowski fragte was hat diese Frauen so stark, so gesund, also in diesem Sinne Wohlbefinden habend gemacht? Und er kam zur Definition des Kohärenzgefühls. Kohärent haben sie sowohl Verstehbarkeit als auch Bewältigbarkeit als auch Sinnhaftigkeit ihrer Situation fassen können. Vielleicht darf ich das mal mit Viktor Frankl, mit dem Logotherapeuten ein bisschen verdeutlichen. Frankl war ja auch in mehreren deutschen KZs und Frankl sagte, ich habe verstanden, dass die deutschen Kapos, also deutsche Nichtjuden, vielfach waren es verurteilte Kriminelle, die eine Zeit zumindest des Überlebens gewährt bekamen, weil sie dann auf jüdische Gefangene in KZs aufpassen mussten oder sie zum Arbeiten treiben mussten oder die Essenversorgung besorgen mussten und so weiter. Kapos, deutsche Kapos, die einen Vorteil hatten vom nicht nur Bewachen, sondern auch teilweise vom Quälen der KZ Insassen verstehbar. Für Viktor Frankl war das verstehbar bewältigbar. Ein Beispiel, das erwähnt, manchmal mussten einzelne KZ Insassen irgendwelche Strafen hinnehmen, bekamen nichts zu essen, dann wurde von anderen Gefangenen etwas Essen gegeben. Das heißt, die Strafe und die Gefahr zu verhungern war bewältigbar durch gemeinsames, durch soziales Sorgen füreinander und Sinnhaftigkeit. Frankl sagt, für mich war die Zeit im KZ insofern sinnhaft, weil ich merkte, ich kann anderen sozusagen Modell sein, dafür, dass es lohnt weiterzuleben, dafür, dass es, wie soll ich sagen, selbst unter diesen Umständen irgendwo machbar ist. Mögliches und erfüllbares Leben und Verhalten erlaubt in diesem KZ miteinander, also bewältigbar und auch verstehbar zu leben. Das ist es, was der Frankl, was der Andonowski mir beigebracht hat und was ich mit Frankl versuche zu verstehen. Verstehen. Ich habe dann in der biomedizinischen Coping Forschung immer wieder dieses Konzept gefunden und habe aber auch gefunden, dass das ich habe es mal Fight and Flight System von alten Canon in den ER Jahren schon von Hansel in den ER Jahren beschrieben, das Fight and Flight, also Stress löst Fight and Flight aus oder Fight oder Flight aus. Das ist verbunden mit Adrenalinausschüttung, sprich Aktivierung, erhöhter Herzfrequenz, erhöhtem Blutdruck, Muskelspannung, so weiter. Aktivierung. Ich habe hier mal auch gleich kontrollierende Ich Prozesse werden aktiviert, also nicht nur körperliches, sondern auch ich rationale, bewusst werdende Prozesse werden aktiviert, die darauf zielen, sich auseinanderzusetzen. Nicht unbedingt im Sinne Bewältigung, das steht ja noch offen, aber die Auseinandersetzung läuft ganz anders. Die salutogenetische Forschung, die der Aaron Antonowski beschreibt, da ist das Karman Connecting System, über das ich noch viel sagen werde, im Vordergrund. Da geht es um Oxytocinausschüttung, da geht es um reduziertes Cortisol. Das sind zwei Hormone oder zwei Peptide, über die ich noch viel sagen werde. Da geht es um geringeren Blutdruck und niedrige Herzfrequenz. Da steht ein selbstvergessenes Weggegebensein im Vordergrund. Das will ich noch ein bisschen verdeutlichen. Ich hab mal tiergestützten Intervention. Ich nehme für Salutogenese einen ganz simplen oder gar nicht so simpel ein Beispiel, eine Beobachtung, die der Henry Julius gemacht hat. Henry Julius hat einen netten Hund in Toto und er arbeitet in Rostock teilweise mit leseschwachen Kindern. Er macht ab und zu, Er lässt in einen netten kleinen Raum das Kind auf dem weichen Teppich sich legen, kann sich auch setzen, ist ein Stuhl da und so weiter und lässt es mit dem Hund allein. Und die beiden stellen allerlei nettes Zeug miteinander an. Der Hund ist freundlich zu dem Kind und das Kind ist freundlich zu dem Hund. Der Hund ist trainiert, irgendwann an das Regal zu gehen, ein Buch rauszuholen und vor das Kind hinzuschmeißen. Und der Henry Julius sagt es ist nicht zu fassen. Die Kinder schlagen das Buch auf, gucken sich die Bilder an, fangen aber auch an zu lesen. Kinder, die in der Schule, also wenn der Lehrer sie an die Tafel ruft und Lies mir das mal vor, kein Wort rausbringen, Klammer auf Stress aktivieren von Fight and Flight System. In der Schule kommen sie kaum dazu, den Mund aufzutun, wenn es heißt, laut vorzulesen. Dem Hund aber können Sie vorlesen. Ich will darauf hinaus dieses Verspüren ruhiger Sicherheit und Verbundenheit mit dem Tier, dieses Nicht bewertet werden. Der Hund akzeptiert auch, wenn der kleine Junge oder das kleine Mädchen stottert, aber meistens stottern die Kleinen gar nicht, sondern die können relativ flüssig lesen, sagt der Henry Julius. Es ist faszinierend. Es ist ein ganz anderes Da geht es nicht um, wie soll ich sagen, Aktivation im Sinne von den Forderungen der Schule, des Vorlesens, des Lehrers und so weiter gerecht werden, sondern da lässt man einfach spielerisch, lässt man neurobiologische Prozesse geschehen, die Neugierde, die Zuwendung, denken Sie an die Ratt, mehr Curiosity, diese reduzierte Herzfrequenz. Es ist eine eine, wie soll ich sagen, entspannte Situation. Man kann auch soziale Unterstützung annehmen. Das passiert in diesem Sinne durch den Hund, aber das kann ich in dem Beispiel schlecht verdeutlichen. Es ist ein Weggegebensein, ein selbstvergessenes Weggegebensein an Handeln, Kreativität und Verantwortung, was da läuft mit dem Tier. Und das ist kohärent. Es ist die Verstehbarkeit, die Bewältigbarkeit und Sinnhaftigkeit. Solche Beispiele können wir eine Vielzahl finden, aber ich will es mal allgemeiner gegenüberstellen. Salutogenese und Pathogenese, also Bekämpfen von Pathogenese. In der Salutogenese ist Kohärenz, diese drei Komponenten Stimmigkeit. In der Pathogenese gibt es ein Problem, eine Unstimmigkeit, also irgendetwas in meinem Körper ist nicht in Ordnung. Eine Infektionsquelle oder sowas ist in mir oder auch Krebszellen wachsen irgendwo links unten, eine Unstimmigkeit. In der Salutogenese geht es darum, attraktive Gesundheitsziele zu erreichen. In der Bekämpfung von Pathogenese Vermeidungsziele bekämpfen. Also ich muss vermeiden, was weiß ich, wenn mein Herz nicht in Ordnung ist, muss ich also sehen, dass ich mich richtig ernähre, dass ich keine Zigaretten mehr rauche, dass ich regelmäßig ordentlichen Sport treibe und so etwas. Ich muss vermeiden, zu viel Fett zu essen, zu faul auf dem Sofa rumzuliegen und so weiter. Dagegen in der Salutogenese habe ich attraktive Gesundheitsziele. Die Gerontologen Jede Treppe ist eine Chance. Keinen Aufzug fahren, sondern wir müssen die Treppe rauflaufen und auch wieder runterlaufen. OK, Ressourcen und Defizite stelle ich auch weiter gegenüber. In der Salutogenese geht es darum, vor allen Dingen die Ressourcen im eigenen Körper, ich sage bewusst mal, geschehen zu lassen, zur Wirkung kommen zu lassen. Wir sind ausgestattet mit restitutiven Programmen. Also ein Körper, der krank geworden ist, der hat Programme, die Erkrankung, wie soll ich sagen, beheben wollen. Also bei Infektionen und so weiter ist das ganz deutlich. Das Immunsystem ist ganz deutlich. Wir haben Ressourcen. In der Pathogenese sehen wir mehr die Defizite, weniger die Ressourcen. Die Pathogenese herstellen einer bestimmten Norm. Die Salutogenese, da gibt es wenig Norm, da gibt es selbstvergessenes weggegeben sein an das, was jetzt gerade relevant ist für mich, Der systemische Selbstregulationsprozess in der Salutogenese, die isolierende Analyse, das Suchen nach spezifischen Ursachen, die krank werden, die man mit gezielten Medikamentengaben oder mit gezielten chirurgischen Eingriffen und so weiter beheben kann. Ich gehe auch gleich mal zur Entropie. Die Pathogenese Bekämpfung heiß einen Zustand herstellen, der keine Dynamik, keine Krankheitsdynamik mehr hat. Das ist natürlich, wie soll ich sagen, eine Entropie, die sich unterscheidet von der Entropie im Weltenraum. Vollständige Entropie heißt ja totaler Tod. Aber ein Stück weit ist in der Bekämpfung von Pathogenese auch ein Bekämpfen von dynamischen Prozessen im Rahmen der Krankheitsentwicklung. Dagegen in der Salutogenese, da geht es um Entwicklung, um Evolution von Prozessen, restitutiven, gesund machenden Prozessen im Organismus. Die Pathogenese kennt eher ein Entweder Oder. Die Salutogenese, viele Möglichkeiten. Ich bin ein bisschen in meinem Bemühen, um Gesunden herzustellen, bin ich ein bisschen bei Pathogenese und Salutogenese, wie soll ich sagen, gelandet. Ich will darauf hinaus. Denken Sie noch einmal an dieses kleine Zitat, was ich Ihnen aus dem ER Bericht der EU Kommission für Cooperation the Field of Scientific Research vorgelesen habe. Ich bin dabei, das institutionalisierte Medizinsystem, die Pharmaindustrie und die Versicherungen dadurch zu kennzeichnen, dass sie vor allen Dingen pathogenetische Prozesse medikamentös und instrumentell bekämpfen. Dagegen tiergestützte Therapie, Salutogenese, Gesundung geschehen lassen. Das ist einerseits persönliche Auseinandersetzung, Auseinandersetzung, Coping. Also ich kann durchaus etwas tun, wenn ich Herzprobleme habe, indem ich mich richtig ernähre, indem ich keine Zigaretten mehr rauche, indem ich weniger Alkohol und so weiter zu mir le. Ich kann durchaus etwas persönliche Auseinandersetzung. Ich kann auch Beiträge aus der sozialen, aus der ökologischen Umgebung aufgreifen. Wenn Sie mal sich in die Situation einer Ratte versetzen, wenn sie gestreichelt werden, dann wird Ihre Herzfrequenz ruhiger, der Blutdruck geht zurück und so weiter. Wir wissen, dass das Streicheln von Tieren beispielsweise Herzfrequenz reduziert, den Blutdruck reduziert. Es macht gesund. Das ist ein Beitrag aus der sozialen Umgebung. Es ist aber auch, und das ist noch wichtiger, das Zulassen der restitutiven Kräfte, Prozesse im Karman Connecting System, auf das ich hinweisen möchte. Dazu ein paar allgemeinere Erklärungen. Vor allen Dingen habe ich mich auf die analoge Kommunikation gestürzt. Nonverbale, also nicht digitale, nicht verbale oder verbal digitale Kommunikation, sondern nonverbale Kommunikation. Das ist die Sprache, bei der Ausdruck und das, was gemeint ist, einander entsprechen. Das ist die uralte Sprache, die Mami mit uns schon gesprochen hat, bevor wir verbale Sprachen konnten. Also was weiß ich, das Streicheln der Mami, das Lächeln, das Küsschen aufs Popöchen und so weiter. Das ist die Sprache, die ein Baby längst bevor es verbal sprechen kann. Wann können die Babys ihr erstes Wort? Also ich weiß, ungefähr um 18 Monate kann man 200 Worte, aber vorher hat man schon unendlich viel. Nonverbal oder analog gesprochen. Die Sprache der Liebe ist nach wie vor analog. Also wenn Menschen einander Ich liebe dich, ist das ein wunderschöner Satz? Den kann ich 37 mal zu 38 verschiedenen Frauen aber spüren? Tue ich überhaupt nichts? Könnte sein Dagegen die nonverbale Sprache der Liebe, die Sprache der Augen, die Sprache der kleinen Berührung, der zärtlichen Gurlaute und so weiter ist was anderes. Die Sprache der Wut, die Sprache des Kampfes, die Sprache des Trauerns ist nach wie vor nonverbal. Sie folgt nicht den Regeln von Syntax, Logik, Grammatik, aber Empfinden. Empfinden wird für einen anderen verstehbar ausgedrückt. Ich habe hier mal auf die alte Morabienuntersuchung von 1971 hingewiesen. Der hat die verbalen Botschaften, die eine emotionale Tönung hatten von Menschen, also irgendwie freundliche Aussagen übereinander und so weiter, Ob man das mag oder nicht mag, was der andere Mensch einem emotional beizubringen hat, Das ist zu 7 Prozent nur verbal, digital, durch die Worte erklärbar, sagt der Marabyen, zu 38 Prozent durch die Stimmlage und zu 55 Prozent durch die Mimik. Das ist eine Lanze für die nonverbale analoge Kommunikation ist auch die Sprache der Beziehung über Speziesgrenzen. Ich habe beispielsweise an die Frau Feddersen Petersen gedacht, die Hundefrau. Also sie sagt von sich aus, sie ist ein Stück weit verhundlicht, sie arbeitet seit Jahrzehnten mit Hunden und sie versteht natürlich die Warnrufe von Hunden, kann sie unterscheiden von Alarmrufen, von Spielaufforderungen, Aggressionslauten, Rufen nach Zusammenkommen und so weiter. Sie Sie kennen wahrscheinlich auch Monty Roberts, der Pferdisch kann. Das ist etwas, also dieses Join up, Follow up. Er spricht die Sprache der Pferde, die nonverbale Sprache. Wichtiger aber als die nonverbale Kommunikation noch ist die Empathie, dieses innere Empfinden, dieses Mitschwingen, die Entsprechung zwischen dem, was bei einem anderen wahrgenommen und bei sich selbst verspürt wurde. Der Franz de Waal, dieser Primatenforscher, hat darüber viel geschrieben. Ich will gleich mal drei verschiedene Formen der Empathie Ihnen kurz vorstellen. Da ist zunächst die emotionale und motorische Ansteckung. Gehen wir gleich mal über Speziesgrenzen auf dieses Beispiel Pferd Pferd, Reiter Reiter hin. Das ist das Beispiel, das mich selbst sehr berührt hat. Ich habe relativ spät in meinem Leben, mit 50 bin ich erst aufs Pferd gekommen. Ich habe zwar einen Reitkurs gehabt, aber meine Reitlehrerin tat mir immer sehr leid, weil ich partout nicht das gelernt habe, was sie mir beibringen wollte. Ich habe ihr immer erklärt, was eigentlich richtig OK, die alten Professoren, fürchterliche Leute, OK, Also ich bin zwar selten vom Pferd gefallen, aber richtig reiten konnte ich nicht. Meine Partnerin dagegen war eine voll ausgebildete, perfekte und so weiter Reiterin. Wenn wir zusammen ausritten, ritt sie voran, trieb ihren Tuareg mit, wie soll ich sagen, hochdisziplinierten Befehlen, trieb sie ihn zügig voran und ich saß auf meinem Charlie und trödelte da hinterher. Manche Leute sagten Mehlsack, manche sagten Futtersack und so weiter. Okay, das waren die hässlichen Leute. Also ich hab fürchterliche Leute kennengelernt, kurz und gut. Ich trödelte hinterher und bin dann etwa 200 Meter Entfernung zwischen meiner Partnerin und mir waren schlug mein Gewissen und ich sagte dem Charlie, indem ich beispielsweise die Hacken leicht in seine Flanken drückte, wir müssen aufholen. Charlie verstand das sofort und galoppierte los. Und das war natürlich etwas für das Pferd vorne. Seit Millionen von Jahren sind sie im Schritt von Grashalm zu Grashalm gegangen. Wenn Galopp angesagt war, war was los. Meistens Gefahr. Sprich das Pferd vorne hinter sich, ein galoppierendes Pferd, Gefahr, besser mitgaloppieren. Also ging das Pferd vorne in den Galopp, ohne dass die Reiterin, die Disziplinierte, ihm gesagt hatte, wir gehen jetzt in den Galopp. Wenn es dann passierte, dass ich an diesem Pferd mit Frau vorbei galoppierte, dann merkte ich, dass ich die Erregung meines Pferdes nicht nur dem vorderen Pferd mitgeteilt hatte, ohne Lernen, ohne Erfahrung und so weiter. Das war einprogrammiert. Diese Erregung hatte sie auch der Reiterin mitgeteilt, sprich, sie war erregt, sie war wütend und so weiter. Etwas von ihrer Erregung teilte sich auch mir mit. Ich hörte dann immer fürchterliche Verbalinjurien, was ich alles falsch machte, was für ein Versager in Sachen Reitkunst ich wäre. Ich will darauf ohne lernen. Automatisch ist hier von Pferd auf Pferd, auf Reiterin, auf Reiter eine Erregung, eine emotionale und motorische Ansteckung gelaufen, also ein kleines Wunder. Aber es passiert. Ich denke jetzt auch beispielsweise gähnen oder haben Sie schon mal versucht, also einem Pferd können Sie mal was vorgähnen? Versuchen Sie mal drei, vier Mal vor den Augen Ihres Pferdes zu gähnen. Es könnte sein, dass es dann sofort mitgeht. Oder machen Sie mal Ihrem Hund, schauen Sie Ihren Hund an, er soll sie auch anschauen und spielen Sie mit der Zunge um Ihre Lippen. Nach einer kurzen Zeit kommt die kleine Hundezunge raus und spielt um die Lippen. Sie kennen das vielleicht auch vom Kichern. Also gerade bei Mädchen. Eine Mädchengruppe sitzt da und die erste fängt an zu kichern. Wenn ich dann die siebte Worüber lachst du im Moment? Eigentlich weiß die gar nicht, aber sie lacht mal, sie kichert mal vorsichtshalber mit. Das ist ansteckend, das Gähnen der Vogelschwarm, wo also drei, vier mit Zeichen des Entsetzens sich aufschwingen. Auf einmal ist der ganze Vogelschwarm in der Luft und tanzt mit einer Schönheit. Darum okay, das wäre die ohne Lernen, automatisch und so weiter erfolgende Ansteckung, eine Form der Empathie, eine Form dieses Mitschwingens, dieses, ich sage jetzt mal bewusst mit Schopenhauer, dieses Einsseins. Sie haben wahrscheinlich bei der Behandlung der Mitleidsethik von Schopenhauer auch gelesen oder gehört, dass er in seiner Mitleidsethik beispielsweise selbst dem Hartherzigsten, dem Selbstsüchtigsten ist es nicht verborgen geblieben, dass er dann, wenn ein anderes Lebewesen vor sich neben sich leiden sieht, dass er in sich selbst auch ein unangenehmes, leidvolles Gefühl verspürt und sagt, dann ist die Grenze zwischen Ich und Nicht Ich für den Augenblick aufgehoben. Sehen Sie diese Verbundenheit, sehen Sie diese Einheit, ich höre nicht auf an der Haut, sondern das, was der andere mir gegenüber erleidet, das wird in mir abgebildet und ich bin nicht, wie soll ich sagen, isolierte Entität, sondern mit dem anderen leide ich mit, obwohl es nicht in meinem Nervensystem ausgelöst ist, obwohl es nicht in meiner Haut und so weiter verursacht ist. Das ist etwas ganz Tolles, diese Empathie im Sinne von Schopenhauer, also Aufhebung der Grenze zwischen Ich und Nicht Ich, ist auch bei der mitschwingenden Betroffenheit zu erkennen. Da ist jetzt Erfahrung, Lernen, Verarbeitung beteiligt. Mein Lieblingsbeispiel ist immer die Story von Bindi Hua im Zoo von Chicago. Im Zoo von Chicago war ein kleiner Junge ins Gorillagehege gefallen, war runtergefallen, unten aufgeschlagen, lag bewusstlos da und natürlich waren Eltern und alle Menschen, die das sahen, ziemlich in Erregung, versuchten zu helfen. Aber wer geht schon in ein Gorillagehege und wer kommt so schnell da rein? Brauchte niemand sich darum zu kümmern. Bintihua, eine Gorilladame, kam, nahm den kleinen Jungen und trug ihn auf ihren Händen zu der Tür, wo immer die Berta reinkommen. Etwas Sagenhaftes. Ich habe ein anderes Beispiel, Ein Exempel, schon 1964 Ich habe oft alte Sachen genommen, die haben so, wie soll ich sagen, Modellcharakter. Eine Untersuchung von Messerman, der hat zwei Käfige nebeneinander gestellt, an den beiden war ein Schimpanse. Der Schimpanse in Käfig 1 hatte einen Strick und wenn er daran zog, wurde eine Futterpille oder irgendwas Essbares in einen Behälter ausgeworfen und er konnte fressen. Das gemeine war. Immer wenn er zog, kriegte der Affe nummer zwei einen schmerzhaften elektrischen Schock. Er schrie auf und was passierte war, dass der Affe Nummer 1 sehr bald lernte, dass sein Strickziehen etwas mit dem Leid des geht gegenüberliegenden Affen zu tun hat. Es gab einen Affen, der hat 12 Tage nicht gefressen. Er hat 12 Tage nicht an diesem Strick gezogen, damit der Kollege nicht zu leiden hatte. Wenn das nicht, wie soll ich sagen, eine mitschwingende Betroffenheit, eine Erfahrung lernen. Der erste Affe musste erst lernen, dass sein Strickziehen etwas mit dem Schock gegenüber zu tun hat. Das hat er gelernt und die Erfahrung, jetzt nicht nur die Erfahrung mit dem Mechanismus, der die beiden Käfige verband, sondern auch die Erfahrung mit Schmerz, die Erfahrung mit Schmerzfreiheit und so weiter, die hat er genutzt. Die dritte Form der Empathie, die empathische Perspektivenübernahme, da macht man oder hat man Untersuchungen bei Menschen hauptsächlich gemacht. Beispielsweise hat man einer Versuchsperson Elektroden, Schockelektroden, also Metallplatten an den Finger geheftet, mit Gummi festgemacht und dicke Drähte von dort zu einem Trafo. Da stand dann vielleicht das konstruiere ich jetzt Volt. Und der Trafo summte so still vor sich hin. Man sagte dann gleich wenn diese Uhr, wenn der Sekundenzeiger auf 12 geht, wirst du einen schmerzhaften elektrischen Schock bekommen, Aber es wird kein dauerhafter Schaden auf deiner Haut zurückbleiben. Tut wahnsinnig weh, aber die Haut, das ist eine gemeine Formulierung, die Psychologen gerne gebrauchen. OK. Während dieser ganzen Prozedur machte man Gehirnscans. Das heißt, man maß also die Erregungsmuster im Gehirn der Person, die etwas erlitt. Sie kriegte keinen Schock, die Anlage war irgendwie kaputt, aber man hatte die Gehirnscans. Dann zeigte man nach einer gewissen Zeit dieser Person, die den Schock nicht bekommen hatte. Man zeigte ihr das Bild einer geliebten anderen Person, an deren Händen, an deren Fingern Schockelektroden montiert waren, sonst nichts, und maß wieder Gehirnscan und stellte fest, dass die Qualität der ablaufenden neurologischen Prozesse im Gehirn qualitativ ähnlich gleich dem war, nicht quantitativ so ausgeprägt, aber gleich dem, wie sie gewesen war. Beim Erwarten des eigenen schmerzhaften Schocks ist das nicht eine spannende Sache. Nur kognitiv, nur durch Vorstellen, dass dieser geliebten Person, die jetzt auch Schockelektroden an den Fingern hat, etwas Ähnliches gedroht haben könnte wie mir, dass sie vielleicht sogar einen wirklichen elektrischen Schock bekommen hat. Nur das löst neurologische Prozesse aus, wie beim Opfer selbst. Das ist eine spannende Sache. Ich will das Ganze einerseits durch Spiegelneuronen erklären. Sie wissen, da ist in Parma, in den er er jahren, Giacomo Rizzolatti, der hat also Affen, kleine Elektroden ins Gehirn rein operiert und einfach empirisch rumgefummelt, versucht festzustellen, welche Zentren die Elektrode gerade berührte. Und er hatte beispielsweise ein Zentrum. Immer dann, wenn der Affe nach einer Nahrung, nach einer Nuss, nach einer Banane griff, wurde in diesem Teil des Gehirns ein Strom, ein Feuern von Neuronen erkennbar. Das hat man verstärkt, das hat man dann in Lautsprechern mit einem Knacken deutlich gemacht. Und der Galese, einer seiner Assistenten, berichtete dann Anfang der er Jahre, als sie selbst einmal den Arm nach den Nüssen ausstreckte, ging das Knattern ebenfalls los. Also nicht nur, wenn der Affe ergreift, knattert, es feuert dieses Zentrum des Gehirns, das gerade angezapft wird, durch die Elektrode, sondern auch, wenn der Herr Galese nach der Nahrung, nach der Nuss grifft. Also ging das Knattern ebenfalls los, als hätte der Affe sich bewegt, aber der sah mir nur ruhig zu. Erst glaubten wir natürlich einen Fehler. Nach einer Weile begriffen wir, dass sich das Gehirn des Affen so verhielt, als versetze er sich in den Kopf des Versuchsleiters des Menschen hinein. Wenn ein Tier die Bewegung eines anderen beachtet, spiegelten die von uns beobachteten Nervenzellen das Verhalten des Gegenübers. Darum nannten wir sie Spiegelneuronen. Und diese Spiegelneuronen sind natürlich bei Menschen nachzuweisen, also Handbewegungen. Wenn ich eine Handbewegung mache, feuert in ihrem Gehirn wahrscheinlich etwas Ähnliches, wie wenn sie selbst eine Handbewegung machen würden. Aber auch so etwas wie Empfindungen von Scham, Verlegenheit und Stolz werden gespiegelt, werden im Gehirn eines Gegenübers in ähnlicher Art und Weise mit neurologischen Erregungsmustern abgebildet wie im Modell das Spiegeln. Spiegelneuronensysteme müssen offensichtlich durch soziales Training aktiviert, vielleicht sogar gebildet werden. Der Gerald Hüther, dieser Göttinger Neurobiologe, hat darauf aufmerksam gemacht, dass Babys schon im Mutterbauch schon intrauterin neurologische Prozesse, neurologische Programme entwickeln. Er hat darauf hingewiesen, dass beispielsweise das Programm für eigene Körperbewegungen, also Babys können Daumen saugen und sowas, dass auch Programme für erste Beziehungen schon Intrauterien gebildet werden, Angenehmes, Unangenehmes in der Situation, der sozialen Situation da draußen, außerhalb des Bauches. Das wird schon, wie soll ich sagen, im Programm abgebildet. Und der Gerald Hüther geht einen Schritt weiter. Er Wenn diese Programme einmal gebildet, nicht weiter genutzt werden, vielleicht sogar trainiert und weiter elaboriert ausgebildet werden, gehen sie verloren. Er Wir finden nach der Geburt teilweise Verluste von bis zu 30 Prozent der neurologischen Substrate für Bewegung, für Beziehungen und so. Ich halte das für eine ganz wichtige Sache. Ich habe einerseits das Spielen, das Als ob Spiel hier mal erwähnt, also Vater, Mutter, Kind, Sie wissen, da spielen die Kinder, was weiß ich, wenn der Vater dann zum Dienst geht, dann muss er den Hut aufsetzen, muss er den Mantel anziehen und auf Wiedersehen sagen und der Frau noch einen Kuss geben und so weiter. Das spielen die als ob. Da werden die neurologischen Programme für soziales Miteinander in der Familie, die werden wieder mal genutzt. Aber wir finden es auch, dass Kinder, die mit kleinen, mit hilfsbedürftigen Tierchen aufwachsen, also mit kleinen Hunden, Kätzchen und so weiter, dass diese Kinder mehr Empathie, mehr Mitschwingungsfähigkeit, kooperative, liebevolle, zärtliche Mitschwingungsfähigkeit lernen als andere, die beispielsweise bindungsgestört als andere, die vielleicht sogar mit aggressiven, mit wütenden, mit Kindersoldaten, Kindersoldaten nehmen. Dann wird wahrscheinlich eine Veränderung im Nervensystem herbeigeführt. Der Eric Kandel auf der Suche nach dem Gedächtnis hat über solche Dinge geschrieben. Der Kandel hat ja einen Nobelpreis für seine Arbeiten gekriegt, in dem er zeigte, dass neurologische Netze mehr den dritten Verbindungen gebildet werden, dass innerhalb von Zellen die biochemischen Prozesse verändert werden. Das ist für ihn das Gedächtnis. Das findet statt, intensiv und viel in jungen Jahren. Ich will darauf hinaus, dass diese Spiegelneuronensysteme neurologische Basis für aufeinander abgestimmtes Zusammenleben sind, für gemeinsames Verhalten, für Imitationslernen. Nicht bei Autisten, da findet man viele, da sind Spiegelneuronensysteme einfach nicht erkennen. Autisten können teilweise, die können einen Menschen gegenüber nicht wahrnehmen, in seinem Empfinden, in seinem Lebendigsein. Das ist wie eine Maske bestenfalls das Verstehen der überlebenswichtigen Aktionen anderer, das Lesen und Entdecken ihrer Verhaltensziele. Das ist alles beim Joachim Bauer Warum ich fühle, was du fühlst, gut beschrieben worden. Und da geht es auch teilweise um das Spiegeln von Mensch und Tier, Rizzolati und Sinigaglia, Empathie und Spiegelneuronen, Preisklasse anspruchsvoller, aber sehr lesenswert das Buch. Das wäre das eine. Also Empathie, Spiegelneuronen, möglicherweise erklären sie viel, aber ich gehe noch mal auf Oxytocin und Cortisol ein. Wir wissen, dass das sind beides Hormone, das sind beides Peptide, etwas allgemeiner ausgedrückt, dass sie über spezifische Rezeptoren von bestimmten Zellen zur Wirkung kommen. Ich habe das mal verdeutlicht hier an einem Beispiel, was kleingedruckt ist. Wenn ich vigilant aktiv auf etwas konzentriert bin, mich, was weiß ich, sorgfältig auf das Ausgehen für die nächste Party oder sowas vorbereite, dann schütte ich etwas Adrenalin aus. Adrenalin aber ist ein Stoff, der an bestimmten Zellen des Nervensystems andocken kann und über diese Zellrezeptoren in die Zelle mit seinen Wirkungen gelangen kann. Adrenalin besetzt bestimmte Zellrezeptoren und es sind, oh Wunder, die gleichen Rezeptoren, wie sie für das Reovirus relevant sind. Das Reovirus ist das für Erkältung zuständige Virus. Das Reovirus kann also dann, wenn ich viel Adrenalin ausschütte, kann es nicht in die Zellen, weil die Rezeptoren der Zellen alle bereits drin Adrenalin besetzt sind. Anders gewendet, wenn ich mich, wie soll ich sagen, aktiv, angenehm gespannt auf etwas vorbereite, wenn ich beispielsweise in Skiurlaub fahren will und mich darauf vorbereite, dann schütte ich Adrenalin aus, dann erkälte ich mich nicht. Das ist etwas ganz Spannendes. Durch Adrenalinausschüttung werden bestimmte Zellrezeptoren besetzt und ich kann dadurch den Reovirus den Eintritt verweigern. Ich will darauf hinaus, die Peptide und die Neurologie, sprich die elektrische Zellneurologie und die Immunologie, sprich das Nicht Andocken, das Nicht Eindringen Können. Reovirus, das ist ein System, ein hochkomplexes elektrisches und biochemisches System, das immunologische Konsequenzen hat. Ich habe jetzt mal eine Reihe von Studien, die Gesundheit bedeuten, aber ich stelle sie nicht alle dar. Ich gehe gleich auf eine Zusammenfassung. Die Tierärzte haben 2009 mal zusammengefasst, dass Menschen, die mit einem Heimtier zusammenleben, weniger Arztbesuche machen, dass sie Stress nach Verlustereignissen, gravierenden negativen Erfahrungen schneller bewältigen, dass sie emotional stabiler sind, dass ihr Gesundheitszustand generell stabiler ist, vor allen Dingen Herz Kreislauf mäßig. Denken Sie an die Ratte, denken Sie an das Senken des Blutdrucks, denken Sie an die reduzierte Muskelspannung. Das sind alles parasympathische, auf Restitution gerichtete Prozesse nach gravierenden Herz Kreislauf Erkrankungen. Also die Erika Friedmann hat das schon Anfang der er Jahre nachgewiesen. Drei Prozent der Leute, die ein Tier hatten, verstarben nach gravierenden Herzinfarkten oder Angina pectoris Problemen, die ernsthaft behandelt werden mussten. 3 Prozent der Tierbesitzer, 11 Prozent der nicht Tierbesitzer oder waren es sogar 17 Prozent? 11 Prozent. Sie sehen drei von 53 die ein Heimtier gehabt hatten, waren nach einem jahr verstorben und 11 von den 39 die keines gehabt hatten, waren verstorben. Also es ist etwas ziemlich durch mehrere Untersuchungen gesichertes. Gerade Herz Kreislauf Erkrankungen durch Tiere, nicht nur durch Hunde, sondern alle Tiere können auch Chinchillas sein, reduzieren das Risiko, Patienten mit zu hohem Blutdruck, Stress durchstreicheln, reduzieren. Das haben sie natürlich schon bei der Ratte, die 40 Mal in der Minute gestreichelt wurde, gelernt. Wir wissen, dass jetzt auch kardiovaskuläre Risikofaktoren, vor allen Dingen die Blutfettwerte, die Serum Triglycerid Niveaus, dass die bei Leuten, die ein Tier haben, günstiger sind. Und es ist jetzt bewusst will ich das sagen, nicht allein der Hund, der dreimal am Tag bei Windwetterregen rausgeführt werden muss, der dann natürlich frisches, frische Luft, der Bewegung, der Anregung des ganzen Körpersystems. Nein, nein, es ist auch das Chinchilla, es ist auch die Katze und so weiter, die nur auf dem Sofa liegt und sich bedienen lässt. Das ist bei Tierhaltern günstiger. Dieses Hormon Oxytocin, das ist die Sara Hardy in dem Buch Mutter Natur, die weibliche Seite der Evolution, sehr empfehlenswert, die sagt, das ist das endokrinologische Pendant zu Kerzenlicht, leiser Musik, Glas, Wein beim Zusammensein mit netten Menschen. Wir haben viele Forschungen. Also ich gehe nur mal auf das Vertrauen auf andere Personen ein. Die Coesfeld Untersuchung. Coesfeld war Doktorand von Prof. Heinrichs. Heinrichs hat sehr viel über Oxytocin geforscht. Heinrichs hat beispielsweise die Dissertation vom Coesfeld betreut und die sah so aus. Da wurde in Zürich annonciert, Versuchspersonen für Investitionsexperiment gesucht, Investitionsentscheidungen wollen wir genauer untersuchen. Bitte kommt ins Betriebswirtschaftliche Institut und wir werden es euch belohnen. Dann kamen die Studenten und es wurde Ihnen Schön, dass Sie da sind. Sie werden gleich einen bestimmten Betrag Geld kriegen und Sie können von diesem Betrag investieren. 3 Prozent, 33 Prozent, 97 Prozent, whatever you want. Sie werden bei diesem Treuhänder hier investieren und dieser Mann ist tüchtig, Der wird garantiert verdreifachen, was Sie investieren. Das steht fest. Einziger Haken bei Der Treuhänder ist frei, Ihnen vom Gewinn zu geben, was er für sinnvoll hält. Das kann heißen nichts. Das kann heißen 27 96 Prozent, whatever. Diese Situation wurde für zwei Gruppen von Studenten geschaffen, und zwar einmal für eine gruppe, die etwa 50 Minuten vorher ein Oxytocin Spray eingeatmet hatte und zum anderen für eine Gruppe, die irgend so ein Placebo Spray eingeatmet hatte. Und jetzt stellte sich heraus, dass die Gruppe, die Oxytocin eingeatmet hatte, ich glaube zu 46 Prozent ihr gesamtes Kapital bei diesem Treuhänder investierte, während die anderen die Placebo Spray eingearbeitet hatten. 22 Prozent, glaube ich, investierten ihr gesamtes Kapital. Das heißt Vertrauen darauf, dass der Treuhänder geben wird, dass man durch Investition von viel Kapital auch viel bekommen wird, durch Oxytocin super gesteigert, verglichen mit Spray eines wie auch immer gearteten Placebos. Dann macht man einen zweiten Teil des Experiments. Wieder ging es los, wie immer schön, dass Sie da sind. Sie kriegen einen bestimmten Geldbetrag. Sie können ihn bei diesem Treuhänder investieren. Er wird garantiert verdreifachen, was Sie investieren. Sie können 2 Prozent oder 47 Prozent investieren. Das ist ganz Ihre Entscheidung. Er wird es garantiert verdreifachen. Aber jetzt kommt der Ein Computer wird dann nach einem Zufallsprogramm entscheiden, wie viel vom Gewinn sieht kriegen. Und wieder hatte ein Teil der gruppe Oxytocinspray eingeatmet, 15 Minuten vorher anderer Teil Placebo Spray eingeatmet. Jetzt zeigte sich, dass beide Gruppen etwa gut 20 Prozent ihres zu 20 Prozent ihr gesamtes Kapital bei diesem Treuhänder investierten. Anders Einem Menschen und seiner Entscheidung über geben oder nicht geben traut man, wenn man Oxytocin eingeatmet hat. Einem Computer mit seinem blinden Zufallsprogramm traut man nichts zu. Ist das nicht spannend? Ich meine, ich blicke auf die Uhr, ich bin zu lange. Es lässt sich viel noch über Oxytocin sagen. Nur jetzt Oxytocin. Ich hatte vorhin gesagt, die Ratte zu streicheln 40 mal in der Minute bringt das Oxytocin Niveau der Ratte in die Höhe. Aber wir finden hier bei Temple Grandin Oxytocin-Niveaus eines Hundes steigen. An, wenn sein Besitzer ihn streichelt. Und seinen Hund zu streicheln erhöht auch Oxytocin des Besitzers Oder bei der kerstinufnes Mohberg Oxytocin wird bei Tieren, wahrscheinlich auch bei Menschen, durch Berührung ausgeschüttet, vor allen Dingen streicheln. Also dieses Ich sage immer, wir müssen uns viel mehr berühren, wir müssen uns viel mehr streicheln. Ich glaube, in der Ehe ist das Streicheln eine der wichtigsten Sachen für Treue. Ich erzähle doch schnell noch die Untersuchung von den Prairie Wolves und den Mountain Wolves. In Colorado leben Präriewühlmäuse und Bergwühlmäuse. Die Präriewühlmäuse sind monogam, die werben lange und intensiv umeinander, paaren sich und bleiben ein Leben lang zusammen. Die Mountain Wolves sind polygam. Jetzt macht man Man gibt den Prairie Wolves, den Monogamen einen Oxytocinhemmer, Man spritzt ihn irgendeine chemische Substanz und prompt werden diese ursprünglich Monogamen polygam. Anders gewendet. Oxytocin Treue. Vielleicht sollte ich noch eins hinzu Frauen haben mehr Oxytocin als Männer. Ich komme zum Ende, nur nicht so ganz schnell, wie ich eigentlich wollte. Entschuldigung. Nochmal zur nach zerbrochenen sozialen Beziehungen, höhere Anfälligkeit gegen Krankheiten oder alleinlebende Personen häufiger krank. Das kann man im statistischen Jahr Häufigkeit der Arztbesuche in ein Personenhaushalt lebende in zwei Personen Haushalt, lebende und so weiter. Häufige Herzattacken als Personen, die in einer festen Beziehung leben. Männer Single Männer, die also ohne Frau leben, im Alter 3,3 Jahre weniger Lebenserwartung als Männer, die in einer ehelichen oder auch festen anderen Beziehung leben, dreieinhalb Jahre. Frauen 0,7 Jahre. Oder der andere Befund von Apolline Robinson Jedes Lebensalter hat ja seine Sterbewahrscheinlichkeit und nach dem Tod der Partnerin ist die Sterbewahrscheinlichkeit im nächsten halben oder ganzen Jahr um 42 Prozent erhöht. Bei Frauen ist sie um 27 Prozent erhöht, gemessen an der Sterblichkeit der Altersgruppe. Als ich das unserer verehrten Lehrerin Ursula Lehr erzählte, habe ich Herr Frau Lehr, sehen Sie diese Seelchen, diese Männer alleine leben? Da sterben sie sehr viel schneller. Oder wenn die Partnerin gestorben ist, wollen Sie ihr gleich ins Himmelreich nachfolgen. Sie sind so voller Verbindung und sehen Ach Quatsch, sagte Frau Lehr, die verkommen. Ich glaube, sie hat recht. Also welcher Mann? Ich sage vielleicht mal, ist das eine biologische Elite, die im Alter ganz alleine leben muss als Mann? Oder wie ist das bei den Männern nach dem Tod der Partnerin? Können sie eigentlich richtig kochen? Können sie ordentlich putzen? Können sie sich von den Zigarren fernhalten? Können sie den Rotwein vielleicht im Keller lassen? Glaube nicht. Also Männer sind da etwas anfällig. Die Herren wissen, wovon ich rede. Ich weiß es jedenfalls auch. Personen, die in positiv erlebten Beziehungen leben, bewältigen Stress, also Trauerkündigung, Vergewaltigung, Erkrankung. Effektiver, glücklich Verheiratete nicht so leicht depressiv zu kriegen wie unglücklich wie Depressive. Ich gehe jetzt vom Oxytocin noch auf Cortisol, auf Stressreduktion. Die Karin Hediger hat ein Experiment gemacht, ihre Dissertation in Rostock, das ich sehr aufmerksam verfolgt habe. Sie hat desorganisiert und unsicher gebundenen Jungen, etwa 50 hat sie in die Situation des Trier Social Stress Test gebracht. Der Trierer Soziale Stresstest ist eine Gemeinheit für Kinder. Da werden sechs bis Jährige, hatte Karin Hediger Da werden die kleinen Jungen in ein Zimmer gerufen, da sitzen hinter dem ernsthaft aussehenden Schreibtisch zwei ernsthaft aussehende Pädagogen. Und Junge, Wir werden dich gleich reinrufen und werden dir eine Geschichte erzählen. Wir werden sie aber nicht zu Ende erzählen, sondern bevor wir zu Ende sind, werden wir dich rausschicken und du hast dann 3 Minuten Zeit draußen dir ein Ende dieser Geschichte zu überlegen. Danach werden wir dich reinrufen und Und du erzählst uns bitte das Ende und wir werden feststellen, wie gut, wie schlecht dieses Geschichtsende von dir ausgedacht ist. Und anschließend werden wir noch ein bisschen Kopfrechnen machen. Wir werden von 436 in er schritten rückwärts zählen mit dir. Mal gucken, wie gut das hinklappt. Jetzt geh raus. Ein Drittel der Jungen war während der ganzen Periode von einem freundlichen Hund begleitet, ein zweites Drittel von einer freundlichen Studentin und ein drittes Drittel hat so einen großen lebensgroßen Stoffhund, Plüschhund bei sich. Und es wurde während der ganzen Zeit des Tria Social Stresstest, das dauert ja eine halbe Dreiviertelstunde, wurde immer wieder Cortisol, also dieses schädigende Stresshormon gemessen. Das kann man relativ leicht machen mit Salivetten, also die Kinder mit ihrem Speichel kauen sie da so ein Stäbchen. Das wird in ein Reagenzglas getan und ans Labor geschickt und man kann Cortisolniveaus bestimmen. Es zeigte sich, dass diejenigen Jungen, die von einem Hund begleitet worden waren, signifikant während der ganzen Zeit geringere Stressniveauhormone hatten, also weniger Cortisol Ausschüttung aufwiesen als diejenigen, die von einer freundlichen Studentin bzw. Von einem Stofftier begleitet waren. Ich habe das natürlich mit Faszination gesehen. Die Jungen, das waren desorganisiert und unsicher gebundene Jungen, also Bindungsstörungen, das wissen Sie wahrscheinlich, eine ganz ernste Sache, bis also in der Schulzeit weniger Kontakte, weniger Freunde, in der Partnerschaft mehr Probleme und bis ins hohe Alter haben die Grossmanns festgestellt, nach wie vor nachweisbar Bindungsstörung. Desorganisiert und unsicher gebundene Kinder. Das Bindungsproblem war von Menschen gestört, verpfuscht worden und die gestörte Bindung, die generalisiert natürlich auf andere. Also wer von Mutter oder Bezugsperson eine Bindungsstörung beigebracht bekommen hat, der kann die auch bei Freunden nicht anders nicht verbergen. Er kann sie bei Ehepartnern, also allen Menschen, bei Lehrern und so weiter. Das sind insgesamt beziehungsschwache Beziehungs ja, die Freude an Beziehungen, wissen Sie. Gebunden, sicher gebundene Kinder, ich sage manchmal, die sind emotional wie die Maden im Speck, die können sich fallen lassen, das ist weich, warm, nahrhaft und so weiter. Desorganisiert Gebundene kriegen das nie hin, dieses Erleben. Unsicher Gebundene kriegen das nicht hin. Sprich bei diesen Jungen, bei diesen desorganisiert und unsicher gebundenen Jungen war, was Menschen angeht, dieses Made im Speck Erleben nicht möglich. Aber die Beziehung zu anderen Lebewesen, hier zum Hund, die war ungestört. Mensch verpfuscht, Hund davon nicht berührt, Verpfuschte Bindung, Bezugsperson im ersten Lebensjahr vor allen Dingen ausgerichtet wird auf andere Menschen, generalisiert, aber nicht auf Tiere. Es ist was ganz Kostbares, was ich da sagen möchte. Tiere lassen uns die Cortisol Ausschüttung etwas reduzieren. Ich will aber jetzt noch ein bisschen über soziale, emotionale und psychische Effekte sagen. Wir wissen, dass beispielsweise Beziehungsfähigkeit früh erfahren und verstärkt, dass die etwas hilft. Wir wissen, dass Kinder, die mit, gerade Kinder, die mit Haustieren aufgewachsen sind, die können beispielsweise Emotionen in Gesichtern, in Bildern von Gesichtern, die Furcht, Ekel und so weiter darstellen. Die können diese Emotionen sicherer zu zutreffender wahrnehmen, Emotionen erfassen und damit, wie soll ich sagen, die Grundlage für soziales Miteinander beherrschen. Das gelingt Kindern, die früh jetzt mit liebevollen anderen Menschen, aber auch mit vielen Tieren großgewachsen sind, besser. Wir wissen, dass Kinder, die gerade mit hilfsbedürftigen kleinen Tieren aufgewachsen sind, dass die weniger Aggression, Aggressivität haben. Wir wissen beispielsweise, dass dieses Sorgen um andere wieder ein ethisches Problem Sorge geben dürfen, dass das erfahren werden muss. Diejenigen, die für ein Tier gesorgt haben, können bestimmte psychische Erlebnisse haben. Diese Beglückung wissen Sie ja manchmal. Gerade Eltern, die sind ja manchmal, wie soll ich sagen, viel stärker happy, wenn sie etwas Gutes für ihre Kinder tun können. Also die Großmutter ist happy, wenn sie ihrem Enkel noch mal, was weiß ich, Geld für sein Mofa, mit dem er sich umzubringen droht, so gefährlich ist das. Die Oma weiß das ganz genau, aber sie gibt ihm Geld und es ist für sie wichtig, dass dieser Junge, wie soll ich sagen, ein gutes Erleben hat. Sie hilft. Oder wie oft geben Omas Geld für irgendwelche CDs, die so schräge Musik abspielen, die Oma fürchterlich findet, aber sie geben und dieses Sorgen ist etwas zutiefst Beglückendes. Sorge geben dürfen nicht nur gebraucht werden, das Gefühl gebraucht zu werden, sondern Sorge geben dürfen. Etwas ganz Wichtiges, aber auch Führung. Der ADHS Junge, der beispielsweise Gott kommt, dieser kleine Junge, und will vielleicht das auf der Weide mal streicheln und wie das so ist als Zappelphilipp, ADHS Kind, rennt er straight drauf zu und heftige Bewegungen, vielleicht die Arme noch so. Das heißt Raubtierkrallen ausgefahren und er schaut dem Pferd direkt in die Augen, wie die Raubtiere das nur tun. Der Junge kriegt das Pferd nie zu berühren. Das Pferd ist galopp weg. Wenn man diesem Jungen aber Guck auf die Füße, guck ihm nicht in die Augen, geh vielleicht in Schlangenlinien auf das Pferd zu, gehe langsam, halt deine Arme bei dir und nicht etwa so. Dann hat er eine Chance, an das Pferd ranzukommen. Und auf die Art und Weise wird ADHS therapiert. Nicht etwa, indem man ein, wie soll ich sagen, tolles ADHS Bewältigungsprogramm entwickelt, sondern ein Pferdeberühre Programm. So kann man vieles sagen. Ich will darauf hinaus Verantwortungsgefühl, Selbstwertgefühl, das ist etwas Wunderschönes und die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Ich will noch ein bisschen auf die Wertschätzung eingehen. Akzeptanz ohne Bewertungen. Welcher Mensch hat Sie in Ihrem Leben wirklich genauso genommen, wie Sie sind? Auch Ihr geliebter Partner, Ihre Partnerin und so weiter hat wahrscheinlich Ich liebe dich über alles, aber könntest du vielleicht deine Socken mal anders ausziehen oder nicht immer dahin schmeißen und so weiter. Und du weißt doch, wo die Schmutzwäsche hinkommt. Sie kennen das nicht nur Schmutzwäsche, sondern vieles. Also der geliebteste Partner nimmt mich in Liebe, aber leider nicht genauso wie ich bin. Haben Sie das mal. Also die Herren müssen das lernen. Mensch mit Hund ist perfekt. Wenn man die Socken auszieht und sie so in die Gegend wirft, hat der Hund was zu tun. Der apportiert ihn nämlich. Das braucht man, glaube ich, erstens als Hund und zweitens als Mann. Und die Frauen können das sogar ertragen. Also das nur Akzeptanz ohne Bewertungen. Eine ganz wichtige Sache. Kriegen Tiere hin, kriegen Menschen nie hin. Die Stressreduktion. Ich hatte das schon angesprochen bei der Ratte, aber auch bei Tieren Oxytocin ausschüttung bei den desorganisiert gebundenen Jungen, Cortisol Ausschüttungen. Die Identitätsentwicklung bei Jugendlichen, vor allen Dingen bei Mädchen, will ich noch ansprechen. Mädchen und Pferde ist ja eine ideale Beziehung. Also ein, was weiß ich, dreijähriges Kind, vierjähriges Kind, das sucht Kontakt, das springt sonntags ins Bett der Eltern und arbeitet sich in die Figur von Vater und Mutter geradezu ein. Ein jähriges Mädchen wird doch nicht nicht mehr sonntags ins Schlafzimmer der Eltern gehen und wenn das Mädchen vielleicht mal den Vater im Badezimmer nacken oh Gott, da ist ja ein Drama passiert. Die Psychoanalytiker sprechen dann von Inzest Tabu. Aber es ist nicht nur Identität im Jugendalter entwickeln heißt auch sich befreien, endlich so werden, wie ich bin und nicht wie Vater und Mutter mir das nahelegen, empfehlen und so weiter. Ein Mädchen, das ein Pferdemädchen ist, das kann beispielsweise, obwohl es bei Vater und Mutter keine Schmuseeinheit mehr sich abholt, kann es, wenn es das Pferd bürstet, wenn es mit dem Pferd schmust und vielleicht noch Zöpfchen formt und so weiter. Es kann all seine, wie soll ich sagen, freundlichen, nah zärtlichen, berührungssuchenden Dinge kann es ausleben. Es kann auch jetzt noch mal auf Inzest Tabu Es kann auch beispielsweise, indem es in der Anal und Genitalregion des Pferdes putzt, kann es ohne weiteres mit analen und genitalen Gegenden zusammenkommen, ohne dass gleich Inzest Tabu angesprochen wird. Dieses Mädchen kann also sowohl psychoanalytisch als auch im alltäglichen Verhalten schmusen, Nähe und so weiter zeigen, kann seine Identität finden und es kann sich dann in einem zweiten Schritt sogar auf das mittlerweile geputzte Pferd draufschwingen und mit ihm den Geländeritt machen, sprich die Welt erobern. Sowohl die ganze Zärtlichkeit als auch die ganze expansive, im Jugendalter voranschreitende Entwicklung, die kriegt es mit dem Pferd hin. Das ist eine Identitätsentwicklung. Ideal. Inklusion. Ich war mal bei einem Wettlauf von Down Syndrom Kindern dabei, 60 Meter, wollten so vielleicht fünf, sechs Kinder um die Wette rennen. Der eine war recht schnell, der rannte los, der war bald zehn Meter voran, merkte rechts und links ist niemand mehr, schaute sich um, wurde langsamer, wartete auf die anderen und Arm in Arm um die Schultern des anderen gelegt, gingen sie gemeinsam durchs Ziel. Inklusion. Dieser Down Syndrom Junge hatte etwas, eine Fähigkeit, eine Kapazität, die ist einfach Nähe, Freundlichkeit, miteinander viel kostbarer als Sieg, als was weiß ich, 9,9 Sekunden oder so etwas. Das finde ich eine ganz wichtige Sache. Jeder Mensch hat seine Stärken. Ich habe das mal hier geschrieben, bis hin zur Erfahrung in ihrer Beziehung beim Trauern. Also als Eines unserer Pferdeponicle, 38 Jahre alt, als er nicht mehr fressen konnte, also die Speiseröhre wurde zwar vom Tierarzt wieder durchstoßen, aber er fraß nicht mehr. Er stand also eine Viertelstunde, habe ich ihn mal vom Wald aus beobachtet und der stand auf der Weide, kopfgebeugt, durchhängend wie ein alter Gaul und die Fliegen fraßen ihn halb auf. Sprich zwei Tierärzte sagten dann wird nichts mehr Euthanasie. Und dann kam ein Freund und Ich mache die Euthanasie für euch Tierarzt, ich komme dann und dann vorbei. Und es dauerte ungefähr noch eine Woche, bis die Euthanasie gemacht werden konnte. Und in dieser Zeit hat die Brigitte, meine Partnerin, sich oft in die Box dieses Pferdes gesetzt mit ihrem Computer, mit ihrem PC auf dem Schoß und hat da munter auf ihr ihre Tastatur rumgehackt. Aber sie hat dem Pferd nicht nur neue gegeben, sondern auch aufmerksam gegeben, Aufmerksamkeit gegeben, mit ihm gesprochen und das Pferd kam ab und zu und schnüffelte so behutsam an ihrem Haar und ging wieder weg. Oder manchmal kam auch mit dem Po und berührte sie so langsam und ging wieder weg. Es war eine Zeit, ich sag mal, der innigen, liebevollen Beziehung, die da zwischen Frau und Pferd gelebt wurde. Und jetzt natürlich haben wir geheult, als der Ponyl dann euthanasiert wurde, aber es war auch etwas, fast möchte ich trauern, war leichter geworden durch die Tatsache, dass wir die innige Bezogenheit noch gelebt hatten, noch intensiv gelebt hatten. Fand ich eine ganz wichtige Sache, könnte das auch mit vielen anderen Beispielen bringen. Aber Sie merken irgendwann bin ich auch mal fertig. Ich danke Ihnen für Ihre Geduld.










