Tiergestützte Therapie und Pädagogik

Therapists at Stiftung Jugendhilfe aktiv use trained dogs like Merle and Ben to help children build confidence and trust. A student named Nico showed improved concentration after the program started. The approach requires a professional handler, a strong bond with the dog, and parental consent.
Questions this video answers
Australian Shepherd (Merle is the name of the therapy dog).
Summer 2013 / school year 2013–14.
Ben is a Labrador male, described as almost three-and-a-half years old (arrived in the family at four months).
Yes — the parents must give written consent for their child to participate.
Chapters
So sits.
Clap row row row.
Bei mir war es ein Wunsch in meiner Arbeit, einen Hund in der Therapie einzusetzen. Da habe ich mich ganz lange schon mit auseinandergesetzt, weil ich einfach die Wirkung von Hunden in der Arbeit mit gerade auch traumatisierten Kindern ganz beeindruckend find. Entsprechend ist nach langen Überlegungen die Entscheidung für eine Australian Shepherd Hündin gefallen. Letztendlich natürlich auch unter dem Welcher Hund passt gut zu mir? Mit welcher Rasse kann ich es mir gut vorstellen. Ich arbeite in der Stiftung Jugendhilfe aktiv am Standort in Ruhr. Wir haben hier viele Kinder auf dem Gelände, die sowohl stationär oder teilstationär in Gruppen betreut werden, wie auch die Schule für Erziehungshilfe, also die Albert Schweitzer Schule hier besuchen und die Kinder, die in Wohngruppen oder Tagesgruppen betreut werden und wo sich ein Therapiebedarf ergibt. Da gibt es dann die Möglichkeit, dass wir auch ein Therapieangebot entsprechend machen. Wir arbeiten psychotherapeutisch mit den Kindern. Das heißt, es gibt Therapien, da ist die Merle eigentlich nur dabei, da kann es sein, dass sie unterm Tisch liegt und schläft. Es gibt aber eben genauso Therapien, wo Merle ganz gezielt eingesetzt wird, wie zum Beispiel bei Nico. Versuch sie mit der Hand zu führen. Also die Hand, die an der Merle dran ist, die hälst du ihr vor den Kopf, sodass sie mit dir mitläuft und guck, dass du ihre Aufmerksamkeit holst, indem du sie ansprichst. Ich bin jetzt ganz stolz auf den Nico, dass er das so geschafft hat, weil für den Nico war das gerade eine absolute Premiere. Der hat noch nie die Merle geführt. Das war ganz mutig von ihm, dass er sich das getraut hat. Nico ist im Sommer 2013 bzw. Zum Schuljahr 2013 14 hier nach Stuttgart Ruhr gekommen, nachdem sich beim Nico einfach ein höherer Förderbedarf festgestellt wurde und klar war, dass der Nico eine sehr enge Verzahnung zwischen Schule, pädagogischer Arbeit und therapeutische Arbeit benötigt. Und er ist dann eben zeitgleich auf die Schule gekommen, in die Multifamiliengruppe und dann im Herbst bei mir in Therapie.
Also bei uns ist das mit den Hunden so entstanden, dass Mitarbeiter ihre Hunde mitgebracht haben. Also letztlich ausgehend von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die besonders tierlieb sind und natürlich auch schon mit dem Wissen, dass Tiere gut tun.
Da seid ihr so schön ruhig, dass der Ben schlafen kann. Das ist ja toll. Ben ist jetzt ein fast dreieinhalbjähriger Labrador Rüde, der mit vier Monaten zu uns in die Familie kam. Ein sehr gemütlicher Bursche, ist aber auch sehr sturköpfig. Er ist sehr stressresistent, das ist ein großer Vorteil, selbst wenn es lauter ist oder auch ein bisschen zappeliger um ihn herum, bewahrt er trotzdem die Ruhe und bleibt auch mal liegen, holt vielleicht auch damit die Kinder ein bisschen weiter zur Ruhe, wenn sie das beobachten, dass er nicht auch aufdreht. Aber draußen kann er dann doch auch mal aktiver sein. Wir sind ja die Aussenklasse Ostheim von der Albert Schweitzer Schule. Das heißt, wir sind an der Grund und Werkrealschule Ostheim in Stuttgart untergebracht und haben unterm Dach unsere drei Klassenzimmer. Also der Schulalltag mit Ben ist meistens, dass ich vor den Schülern da bin, wir dann ins Klassenzimmer reingehen und er dann noch mal einfach das Klassenzimmer anschauen kann, ob sich da was verändert hat oder nicht. Und die Schüler kommen dann und je nachdem, ob sie gerade Lust dazu haben oder nicht, kommen dann manche und streicheln ihn morgens schon. Und das gefällt ihm natürlich, weil das hat er gern. Es gibt Tage, da inspiziert er einmal die Schulrenzen der Kinder und guckt, ob die was Leckeres zu essen dabei haben. Es gibt Tage, da legt er sich mitten in den Klassenraum und schläft. Also es ist ganz unterschiedlich, je nachdem, was er möchte. Die einzige Zeit, wo er immer auf seinem Platz liegen muss, das ist während der Vesperzeit, weil er einfach ein sehr verfressener Labrator ist. Also er macht seiner Rasse alle Ehre.
Mit seinem Fuß, mit seinem Hinterfuß bis ans Ohr. Das war cool, gell?
Warum machst du das denn? Während der Festspurzeit bleibst du auf deinem Platz?
Hier sind wir in der AWG Steinbronn 1, eine Außenwohngruppe der Stiftung Jugendhilfe aktiv. Hier in der Wohngruppe arbeiten vier Betreuerinnen, die die Dienste abdecken. Ich bin die Einzige mit Hund, das heißt immer wenn ich Dienst hab, kommt Todo in der Regel mit. Wenn ich jetzt besondere Termine habe, wo ich weiß, das ist eher ungünstig, dann lasse ich ihn auch zu Hause. Ich habe ihn dann auch erst ein bisschen später mitgebracht, als ich mich an den Arbeitsalltag und die Mädchen gewöhnt hatte und hier so drin war und hab dann ziemlich schnell festgestellt, dass es sehr gut läuft und dass die Mädchen da sich sehr darüber freuen und er einfach Es ist ja auch wichtig, dass es keine Belastung ist bei der Arbeit, sondern dass man trotzdem seiner Arbeit nachgehen kann, ohne dass was liegen bleibt und auch dem Hund gut getan ist. Wir haben hier in der Wohngruppe Platz für sieben Mädchen. Aktuell sind sechs Mädchen hier ab 16 aufwärts. Zwei davon sind Flüchtlinge. Die Mara und Diana kommen beide aus Syrien. Die Lilly wird ganz bald ausziehen. Das ist ganz schade, weil sie mit Todo eine ganz besondere Beziehung hatte. Die Kim haben wir noch hier, die Anna und die Nok an.
Also eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz von einem Hund in der Therapie oder auch in der Pädagogik ist dieses vertrauensvolle Verhältnis zwischen Hund und Hundehalter oder Halterin. Das muss erstens natürlich eine Fachfrau sein, jetzt in ihrem Fach als Psychologin oder Therapeutin oder Lehrerin und gleichzeitig muss sie ihren Hund führen können. Es muss gegenseitiges Vertrauen und Achtung sein, also nicht eine reine Unterwürfigkeit vom Hund und der Hund orientiert sich total an seinem Hundeführer. Und je klarer ich jetzt mit meinem Hund bin, Nuri, desto klarerweise auch ja, die Situation ist in Ordnung, die Situation ist sicher und dadurch gebe ich dem Hund Vertrauen. Und wenn der Hund mir vertraut, dann lässt er sich auch eher auf eine Situation ein, die vielleicht mal schwierig ist mit dem Kind und gibt dem Kind auch wiederum Vertrauen. Und dann kann das Kind sich entspannen. Und was ganz wichtig ist, dass wenn das Kind sieht, der Hund vertraut mir, vertraut es auch eher mir. Also ein Hund ist wie so ein Türöffner manchmal vom Vertrauen.
Ich habe vom ersten Tag an mit ihr auch den direkten Blickkontakt geübt. Das ist bei Hunden eher ungewöhnlich, dass die direkt in den Blickkontakt mit dem Menschen gehen oder auch mit anderen Hunden, weil das eher ein Zeichen von Bedrohung ist. Da ich Merle aber nach zwei Wochen auch schon mit zur Arbeit genommen habe und sie als Welpe dann auch schon in den Therapien mit dabei war, war es wichtig, dass sie ganz früh lernt, über den Blickkontakt zu mir sich Sicherheit zu holen. Es gibt in der Therapie immer wieder auch mal schwierigere Situationen und in dem Moment muss ich mich ums Kind kümmern, aber kann den Hund nicht komplett aus dem Blick verlieren. Okay, dann ist unser Parcours fertig. Wenn du möchtest, kannst du auch mal gucken, ob du mit der Merle zusammen durchkrabbelst, signalisiert dir über dieses Schnauzelecken, ich tu dir nichts.
Und zwar immer.
Also die Merle saß vor mir und immer wenn sie mich direkt angeguckt hat, direkt in die Augen geguckt hat, Jetzt wurde geklickert und dann weiß die Merle, jetzt hat sie was richtig gemacht, jetzt hat sie mir wieder direkt in die Augen geguckt. Und darüber, über diese positive Verstärkung, hat die Merle gelernt, dass es gut ist, mich direkt anzugucken, mir direkt in die Augen zu gucken. Und was macht die Merle dann? Und wie ist das für dich, wenn die Merle dich so direkt anguckt? Hast du dann das Gefühl, du verstehst jetzt, dass die Merle dich verstanden hat?
Ja.
Hund in die Schule mitbringen. Als Schulhund kam man ihn ja erst, wenn man auch wirklich die Prüfung genannt hat. Davor ist es ja kein Schulhund in dem Sinne. Und natürlich müssen Schulleiter Kollegen oder auch bei uns in dem Fall der Herr Menrath, der ja der Schulleiter der Regelschule ist, an der wir Gast sind, der musste dem auch zustimmen. Und die Eltern müssen auch das schriftliche Einverständnis geben, dass ihr Kind daran teilnehmen darf. Also wenn es in der Klasse dazu kommen sollte, dass ein Kind sagt oder die Eltern sagen, darf nicht sein, dann hat es halt keinen Schulhund.
Dann dürfen der Antonio und der Daniel.
Rübergehen zur Propagandanovic und den Ben. Schulhundeeinsätze sind ja immer unterschiedlich. Bei uns sieht es so aus, dass ich den Ben dreimal die Woche mit dem Unterricht dabei hab und er von Dienstag bis Donnerstag da ist und sich die meiste Zeit eigentlich auch frei im Klassenzimmer bewegen darf. Das Ganze nutze ich ganz gern dazu, weil der Hund viel Ruhe reinbringt ins Klassenzimmer. Und einmal die Woche, das ist donnerstags während der MNK Stunde, nehme ich mir immer ein bis fünf, sechs Schüler raus, je nachdem, was ich vorhabe mit dem Hund und mache eine Hundestunde. Hinlaufen, was nehmen und wieder zurückbringen. Das kann man nämlich auch mit den Tieren üben, das heißt dann apportieren und das dürft ihr gleich mit uns zusammen ausprobieren.
Spring es her.
Was ist das Kommando, für das es holen soll? Also das Kommando für zurückkommen. Und sage ich das so dem Ben.
Ein bisschen mit der Stimmhärter, dann ist.
Es natürlich immer schwierig, dass man das auch für die Kinder die Kommandos richtig nennt und dann aber auch diese bestimmte Stimme mitbringt. Also nicht so ganz zart und leise, sondern auch wirklich dem Hund mit der Stimme sagt, was man wirklich möchte und dass man auch wirklich möchte, dass er wieder zurückkommt und nicht irgendwo anders hinrennt.
Was war denn ein besonders toller Moment?
Dass wir das Appetieren machen konnten. Also das dann, wo wir den Dummy schmeißen und dann kommt er zurück und dass wir viele geben konnten.
Was hat dir daran so viel Spaß gemacht?
Ja.
Dass ich sagen durfte, Ben sitz nach Platz und Fuß.
Dann sind sie natürlich auch wahnsinnig stolz, wenn der Ben macht, was sie ihnen sagen, weil so ein kleiner Erstklässler oder auch so ein Zweitklässler, der nicht auch viel größer ist als der Hund, wenn der so einem riesigen Labrador einfach sagt, sitz und er macht es. Das macht einen ja auch stolz, weil das ja schon was Besonderes ist. Und es stärkt einfach sehr das Selbstbewusstsein von den Kindern. Ich hab dem großen Hund gesagt, was er tun soll, Er hat es auch noch gemacht, Fuß und dann soll sich hinsetzlich helfen.
Brings Ben hier, Ben lauter hier, Ben hier, sehr krass. Ben brings, Brings. Ben.
Guck mal, jetzt hat er reagiert.
Ben hier, genau.
Und jetzt animier ihn, Komm, hol ihn hier und jetzt sagst du ihm was.
Fuß, Ben.
Ja, guck, gut gemacht. Nein, ich wer der Lukas ver.
Also tiergestützte Therapie und Pädagogik lässt sich in verschiedene Bereiche einteilen. Das eine wäre so eine Art Besuchshund, der ist eben da und hat jetzt nichts Besonderes gelernt, muss vom Wesen immer freundlich sein, das ist ganz klar. Und er tut den Kindern einfach gut, weil ein Hund noch mal eine andere psychische Anforderung stellt und manche Anforderungen eben nicht stellt. Er stellt keine Leistungsanforderungen, der beurteilt und bewertet uns nicht, sondern der Hund geht einfach auf einen zu, so wie man auf ihn zugeht und reagiert sehr, sehr feinfühlig in der Bindung, also auf den anderen. Dann kann man Hunde natürlich gut ausbilden als Therapiehunde und dann hat der Hund auch bestimmte Aufgaben, das heißt, dann arbeitet er richtig. Und das machen viele Hunde gerne, so wie die Australian Shepherd wie Merle, die arbeitet richtig gerne, die braucht Aufgaben für ihren Kopf und die kann man gezielt einsetzen. Wenn ich jetzt ein Kind habe, das wenig Selbstbewusstsein hat und das Gefühl keiner mag mich sowieso. Dann ist die Begrüßung durch den Hund schon mal gut. Dann merkt das dem Hund, bin ich wichtig, ich bewirke was, ich kann was und das richtet das Kind richtig auf.
Guten Morgen Nico, schön dich zu sehen. Die Merle freut sich erstmal riesig, wenn ein Kind kommt. Die begrüßt das Schwänzchenwedeln, teilweise sehr übermütig, laut bellend. Das ist schon das erste Willkommen heißen fürs Kind. Ein Kind hat irgendwann mal zu mir Also es hat sich noch nie jemand so gefreut, mich zu sehen wie die Merle. Da ist jemand ganz stürmisch. Jetzt weiß sie genau, sie kriegt ein Begrüssungsleckerli von dir. Es kann aber genauso gut sein, wenn ein Kind sehr massiv auf die Merle zu oder sehr abrupt, dann geht die Merle erstmal weg und lässt sich gar nicht anfassen, gar nicht streicheln. Und das ist im ersten Moment für ein Kind manchmal auch schwierig auszuhalten. Aber in dem Moment, wo es sein Verhalten ändert, reagiert der Hund auch sofort anders. Und das ist natürlich in Bezug auf den Alltag des Kindes. Wie handelt das Kind in seinem Alltag mit anderen Kindern, mit anderen Menschen ein ganz zentrales Thema. Auch die Erfahrung zu machen. Wenn ich mein Verhalten ändere, dann wirkt sich das auch auf mein Gegenüber aus und der Hund spiegelt das sofort. Was meinst du, mag die Merle das, wenn du da so am Ohr spiegelst.
Wenn man so nicht, aber wenn man so macht?
Genau das mag sie. Woran merkst du denn, dass die Merle das mag?
Ich glaub es halt mal. Zumindest ich hatte Ohrenschmalz.
Würdest du das bei einem Mensch auch.
Machen, bei einem Freund. Warum?
Weil.
Warum ist es bei einem Tier was anderes?
Sie ist haarig und als Stärker. Der braucht voll viel Kraft, dass sie mal, wenn sie mal hochkommt, dass ich dann stehen bleib, nicht, dass ich runterkrach.
Der Hund ist wie ein Co Therapeut, das heißt natürlich geleitet und geführt durch die Therapeutin oder den Therapeuten. Und der Hund unterstützt letztlich die Ziele, die wir als Therapeuten haben. Gleichzeitig ist er aber für das Kind oft wie im Mittelpunkt. Das heißt, eigentlich spricht manches Kind erstmal nur mit dem Hund und mit uns noch überhaupt nicht und geht in Kontakt mit dem Hund. Und über den Hund kommt es dann auch eher in Kontakt mit uns.
Hallo Tono, komm her.
Wir sind doch entspannt. Wir begrüßen ihn gern, streicheln ihn gern, der lässt sich auch verstreichen.
Wir toben manchmal mit seiner Decke rum.
Decken zerren der sehr gerne.
Tode kommt ja mit ihm.
Also ich kam her und mir ging es gar nicht gut, weil neue Situation, WG komisch noch. Und dann hat die Patricia die Tür aufgemacht, die hatte der Dienst, als ich beim Probewohn da war. Und ja, da habe ich mich total gefreut, dass ein Hund da ist.
Das hat mich irgendwie voll getröstet, auch.
Ein bisschen echt toll.
Am Anfang wusste ich gar nicht, was für ein Typ von Hund Toto ist. Also ich wusste nicht, ob der alles zulässt oder nicht, weil ich hatte schon früher gern mit Hunden gespielt, ob sie jetzt aggressiv waren oder nicht. Als wir dann gemerkt haben, dass er ziemlich entspannt ist und eigentlich am Anfang nur rumliegt, bis wir uns alle mal mit ihm angefreundet haben, ging das relativ schnell, dass wir uns so nah waren. Ich weiß nie genau, die Kamera an.
Ist und wann nicht.
Ordentlich gibt die Pfote.
Ja und die andere auch die andere O.
Ich merke, dass eine Gruppe, die ich berate, wenn der Hund da ist, ist unter den Kindern eine andere Stimmung. Die Kinder sind auch vorsichtiger, die achten auf den Hund, sie sind etwas leiser, was ja manchmal für uns angenehm sind, nicht wegen uns, sondern wegen des Hundes. Die wollen nicht, dass der Hund erschrickt und sind freundlicher miteinander.
Mag einer von euch den Todo nehmen. Die Mädchen reagieren ganz unterschiedlich auf den Hund. Viele kommen schon mit Vorerfahrungen mit Hunden, hatten in der Herkunftsfamilie Hunde oder haben irgendwie in ihrer Biografie schon mit Hunden zu tun gehabt. Die kennen sich dann schon ganz gut aus und wissen gleich mit umzugehen und sind meistens ganz offen und ganz zugänglich. Bei den Flüchtlingsmädchen war es jetzt ein bisschen anders. Demara kam zuerst und hatte furchtbar Angst. Da haben wir dann wirklich auch immer den Todo von ihr ferngehalten und ganz arg aufgepasst, weil sie keine Berührung wollte. Wenige Wochen später kam die Yara, die ihn total freundlich empfangen hat und als die Mara dann das mitgekriegt hat, ist bei ihr auch was durchbrochen und sie hat sich dann auch ganz, ganz arg angenähert.
Also der Einsatz von den Tieren, von Hunden in der Wohngruppe, den finde ich sehr wichtig. Und dass die Kinder, so wie mit Patricia de Toro, für die Jugendlichen eine totale Bereicherung ist, dass sie gerne dann in der Gruppe sind. Also die freuen sich drauf, die können mit dem Hund schmusen, die können den ausführen, sie können ganz viel mit dem lernen und das bereichert die Atmosphäre in der Wohngruppe sehr. Im Alltag dauernd den Hund zu haben, ist ganz förderlich, weil er Alltag mit dem Hund leben kann. Das heißt, dass er auch in Situationen, wo er den Hund braucht und wo die Therapiehunde weit weg sind, dann den Hund in der Gruppe hat.
Super lecker.
Hier musst du vielleicht gucken einfach, wenn die Merle von hier kommt. Genau mit der Hand so hier durchführen.
Genau.
He Nico ist eher ein unsicheres Kind, der sich wenig zutraut und immer wieder Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren oder länger bei einer Sache zu bleiben. Und da war es eben sinnvoll, die Merle insofern einzusetzen, dass Nico mit ihr durch den Parcours läuft. Da muss er sich eben zum einen sehr auf die Merle konzentrieren, weil er muss sie führen. Also Merle macht dann das, wo er sie hinführt und indem der Nico dann zum Beispiel Merles Namen ruft. Und in den Blickkontakt mit ihr geht und sie in den Blickkontakt mit ihm, holt der Nico sich wieder ihre Aufmerksamkeit, dass die sich wieder für einen Moment ein bisschen besser konzentrieren können. Das heißt, er lernt bei einer Sache zu bleiben, er lernt nicht so schnell aufzugeben und die Motivation ist einfach durch den Einsatz von der Merle da.
Ich stell gleich einen Stuhl noch dazu in den Kreis und es geht so ähnlich wie mein rechter, rechter Platz ist frei, da wünsche ich mir den herbei. Wen wünschst du dir her? Den Niklas. Also kommt der Niklas her, nimmt die Leine, Du musst ihm halt sagen, dass er mitkommen soll und dann setzt du dich auf den leeren Stuhl und schaust, dass er sich zwischen dir Und jetzt sagst du ihm noch, was er tu. Also Daniel nimmt die Leine und sagt ihm.
Ben, komm.
Auf den Stuhl und dann setzen Ben auf, was er tun soll.
Sitz, sitz. Wenn ich zur Hundestunde gehe, dann bin ich froh, dass Ben.
Und wie fühlt sich das an, wenn er in deiner Nähe ist, wenn er dann zu dir.
Kommt, dann kann ich ihn streicheln. Das mit uns spielst.
Du musst nicht viel sagen. Wenn dir mehr einfällt, darfst du, aber du musst nicht. Also für den Daniel und auch die anderen Schüler denke ich, ist einfach dieser Anreiz, dass der Hund da ist, der sich morgens freut, wenn man zur Schule reinkommt, der sich jedes Mal freut, ist es einmal was Besonderes und dass sie ab und zu diese Zeit mit dem Schulhund haben. Und ich denke, dass das die Schulzeit für die Kinder bereichert und es denen auch mitunter einfach leichter macht, fröhlich und glücklicher in die Schule zu kommen und auch gerne in die Schule zu kommen.
Meine Zeit ist gekommen.
Ich finde toll, dass du so gut mitmachst.
Es gibt eine positive Wirkung bei den Mädchen zu sehen. Einige wären einfach offener. Anstatt Sachen zu unterdrücken, nehmen sie sich schon dem Hund an und lassen dann auch Gefühle mal zu und auch nähe zu lassen. Nähe zu viel mehr als menschliche Nähe. Was hast du der Emi geschenkt? So eine Tasche Dingens.
Man.
Grundsätzlich lernen wir natürlich Verantwortung zu übernehmen und was es bedeutet, wenn man ein Haustier hat. Viele denken ja auch immer, wenn ich groß bin, will ich auch einen Hund haben, dass da halt doch ganz schön viel dahinter steckt, weil man halt viel mit ihm raus muss, in viel beschäftigen muss. Es ist ein Familienmitglied, der hat auch Bedürfnisse, aber sie genießen das natürlich unheimlich, dass der Toto überhaupt nur da ist. Also ich bin natürlich persönlich ganz arg froh, dass ich als Hundehalterin einen Beruf habe, wo ich meinen Hund mitbringen kann und wo sich mein Hund auch einbringen kann und wo er sich auch wohlfühlt und noch einen Zweck erfüllt und noch anderen Menschen einfach mit seiner Gegenwart dienlich ist und andere Leute sich auch über ihn freuen. Das hat einen großen Nutzen und einen schönen Freudenfaktor.
Und jetzt direkt wieder wegschmeißen. Das ist jetzt ein bisschen vollgesabbert. Ich glaube, schöne Momente mit Nico waren immer wieder so im Kontakt mit der Merle auch bei ihm einfach diese FR zu erleben, bei der Merle diese Freude im Kontakt mit Niko zu erleben. Also da war ganz viel Leichtigkeit drin, da war auch bei Nico ganz viel Lebendigkeit drin, so diesen Stolz zu erleben beim Nico, wenn er was geschafft hat, wenn die Merle so auf ihn reagiert hat oder letztendlich eigentlich jeden Donnerstag, wenn er gekommen ist und Merle sich wahnsinnig gefreut hat und Nico dann einfach auch so stolz war, dass die Merle sich so über ihn freut.
Vielleicht kann man zusammenfassend sagen, die Auswirkung von einer tiergestützten Therapie und Pädagogik. Ist, dass es langfristig auch ist. Das heißt, die Kinder und Jugendlichen nehmen was mit fürs Leben, ein Stückchen Vertrauen, mehr über die Tiere gesehen werden, Selbstwirksamkeit, das das heißt, dass sie einen Einfluss haben können und auch, dass sie lachen können, dass sie Spaß haben können mit den Tieren. Wobei ich immer wichtig finde, dass man nicht das ist jetzt das Ergebnis der Hundetherapie und Pädagogik, sondern das ist ein Baustein von unserer Arbeit. Das heißt, es gibt noch ganz viele andere Bausteine, Psychotherapie, die Alltagspädagogik, die Erlebnispädagogik, die künstlerischen Anteile, die Mitarbeiter bringen ja verschiedene Dinge mit und all das wirkt zusammen und Hundeeinsatz ist ein Teil davon.










