In this German interview segment, Lisa Mosconi explains how personal family experiences with Alzheimer’s disease guided her early focus on the condition. She recounts witnessing her grandmother’s rapid cognitive decline and the similar symptoms in her aunts, which sparked questions about a possible link between Alzheimer’s and female sex. Mosconi notes that two‑thirds of Alzheimer’s patients are women, a fact historically overlooked because studies predominantly involved white men and older age was blamed for the disparity. She critiques the longstanding gender bias in medical research, emphasizing the need to include women, people of color, and consider factors such as the microbiome. Mosconi calls for a shift toward sex‑specific and inclusive neuroscience, drawing parallels to progress made in cardiology, and stresses that addressing these biases is essential for effective prevention and treatment of Alzheimer’s.
Bulletproof Radio, ein Zustand höchster Leistungsfähigkeit.
Ich möchte verstehen, wie du zu Alzheimer gekommen bist, denn du hättest in so viele Richtungen gehen können. Und ich meine das Mikrobiom und all das. Es ist so eine Art Wirrwarr von Themen. Aber du bist da gelandet, wo du jetzt bist. Wie hast du dich in dieser Welt der Möglichkeiten zurechtgefunden, um deinen heutigen Schwerpunkt zu finden? Ich beschäftige mich mit Alzheimer, seit ich 18 bin, und zwar deshalb, weil ich bereits Neurowissenschaften studiert habe. Ich habe also etwas früher angefangen, an der Universität zu studieren. Und etwa zu dieser Zeit zeigte meine Großmutter sehr deutliche Anzeichen von kognitivem Verfall. Ich bin Italiener, ich komme aus Italien und unser Gesundheitssystem ist nicht das beste. Richtig. Es gibt also kein wirkliches Unterstützungssystem für Patienten mit Alzheimer. Sie bleiben fast für immer zu Hause. Und so habe ich ihren Verfall auf eine sehr direkte und ziemlich beängstigende Weise miterlebt. Und nur ein paar Jahre später zeigten auch ihre beiden Schwestern genau die gleichen Symptome, während ihr Bruder die Symptome nicht hatte. Und als Neowissenschaftlerin stellte ich mir die Warum ist das so? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und dem weiblichen Geschlecht? Sind in meiner Familie mehr Frauen als Männer betroffen und bin ich gefährdet? Was kann ich angesichts meiner familiären Vorgeschichte tun, um mein Gehirn wirklich zu schützen? Wann sollte ich anfangen und was sollte ich tun? Von Anfang an habe ich mich also mit Alzheimer beschäftigt. Damals haben nur sehr wenige Menschen die Tatsache anerkannt, dass Alzheimer mehr Frauen als Männer betrifft. Seit 1994 wissen wir, dass etwa zwei Drittel aller Alzheimer Patienten Frauen sind. Mit anderen Auf jeden Mann, der an Alzheimer leidet, kommen zwei Frauen. Aber lange Zeit sagten die Leute Frauen leben länger als Männer und Alzheimer ist eine Krankheit der Alten. Also bitte, Sie haben es verstanden.
Die Leute waren also im Grunde genommen schlecht darin, das Problem zu übersehen. Nun, es ist irgendwie logisch, das zu sagen, aber es unterschätzt den Prozess und das Problem wirklich und ist außerdem teilweise eine Fehlinformation. Man kann sich auch sehr einfach das Erkrankungsalter ansehen und feststellen, dass es sich nicht nur um eine Frage des Alterns handelt. Aber sie haben es nicht aus den gleichen Gründen getan, wie die meisten Studien, wenn man 20 30 Jahre zurückgeht. Diese wurden an weißen Männern durchgeführt und so übersehen wir irgendwie die Frauen und 51 Prozent der Bevölkerung. Oh, und dann sind all diese Menschen nicht weiß. Das beheben wir jetzt in der Wissenschaft. Aber es ist auch verwirrend, denn es stellt sich manchmal heraus, dass man ganz andere Ergebnisse erhalten kann, wenn man dunkle Haut hat oder weiß, dass man keinen Penis hat. Wenn man also diese Menschen verwechselt, muss man anfangen, sich das Ganze anzusehen, ganz zu schweigen von den Darmbakterien, die anders sein könnten. Wissen Sie, Wissenschaft ist schwer, nicht wahr?
Wissenschaft ist schwer. Ich denke aber auch, dass wir in der Medizin eine enorme geschlechtsspezifische Voreingenommenheit haben. Das ist nicht wirklich bekannt. Man muss kein Wissenschaftler sein, um die Tatsache anzuprangern, dass die Gleichstellung von Frauen in vielerlei Hinsicht noch immer auf dem Spiel finanziell, sozial und sogar physisch. Aber es braucht schon einen Wissenschaftler, um wirklich zu untersuchen, wie Frauen auch in der Medizin übersehen werden. Und das ist etwas, was andere Fachgebiete besser können, wie zum Beispiel die Kardiologie, die unglaubliche Arbeit geleistet hat, um die Geschlechtermedizin ins Spiel zu bringen. Und ich denke, als Neurologen oder Leute, die im Bereich des Gehirns arbeiten, sollten wir das auch können, wie fast.