Bad Bit**es im Business, verheuchelte Coaching-Szene, Betrug, Kokain, Sozialkreditsysteme in China

Lea Ernst and a longtime friend discuss the dark side of entrepreneurship and coaching culture. A small accident in Mallorca cost 1,000 euros due to overcorrection; Lea's early videos felt like garbage to her, but she kept making them anyway. She compares social media followers to China's social credit system, and argues that building your own business is the steepest personal development available.
Chapters
Findest du mich eigentlich classy im Privaten?
Nee.
Ich habe gerade heute den ersten Tag meiner Periode. Ich bin jetzt nicht so ganz ich selbst, aber ich bewerbe mich jetzt hier, weil ich so authentisch bin.
Ich bin gegangen.
Ich weiß nicht, ob ich aufgeregt war. Und er so: Mir gut, Sie haben ein bisschen Ungleichgewicht, aber können Sie gerade gehen? Und ich so: Ja. Und er so: Okay. Ich kenne einige aus der Szene und ich weiß einfach, der Typ, der sich da hinstellt und über erfolgreiche Beziehungen redet und eigentlich die ganze Zeit irgendwelche anderen Frauen im Urlaub flach legt und so.
Weißt du, was ich mich gerade frage? Ob wir uns hätten doch vorbereiten sollen, aber eigentlich ist es total dumm, vorbereitet in irgendwas reinzugehen.
Das macht gar keinen Sinn.
Außer in die Selbstständigkeit, da solltest du vorbereitet sein.
Oh mein Gott, das ist toll, das war ein super Übergang.
Danke.
Wirklich, richtig gut. Es braucht immer einen Schritt-für-Schritt-Plan, wenn man sich selbstständig machen möchte.
Mit einer oder keiner Idee.
Ja, und es geht nur mit dem Kerstin-Businessplan. Alle anderen Pläne sind Schrott. Ja, aber guck mal, den gibt's schon seit Anfang der Firma. Wir haben immer nur diese eine Sache gemacht und das immer weiter optimiert. Viele, die machen das hier so, die hauen so jedes Jahr irgendeinen neuen Onlinekurs raus und dann passiert aber nichts bei den Kunden und Kundinnen, dann ist das irgendwie so Schrott. Und dann, ich komme irgendwie gerade nicht so richtig rein.
Ist nicht schlimm. Hey, ich finde es halt viel cooler, dass es halt so gefühlt bulletproof ist, ne? Weil letzten Endes, ich vergleiche das immer ganz gerne mit so diesen Labercoaches vorne auf der Bühne, ne? Ich Das ist ja so mein größtes Anti, dass du auf so eine Klatschveranstaltung gehst und dir dann Motivation anhörst und dann voll emotionalisiert nach Hause gehst, sagst du: Boah, ich habe voll Bock, mein Leben zu verändern. Dann stehst du so: Ja, aber wie denn? So, ich habe halt die Emotionen, aber nichts anderes. Und ihr habt ja nichts anderes gemacht, als dieses Schritt für Schritt umzusetzen und Schritt für Schritt zum eigenen Business zu kommen, um dann anderen Schritt für Schritt quasi das nahezulegen.
Voll, weil das war auch das, was mich so all die Jahre abgefuckt hat. Also ich bin ja selber so von einer Veranstaltung zur nächsten, natürlich weil ich auch da gearbeitet habe, aber es war dann so ganz viele motivierte Menschen da und ganz viele sind dann so in ein Loch reingefallen, ein paar Wochen, paar Monate später, weil sie so gemerkt haben, okay, jetzt bin ich halt nicht mehr motiviert, jetzt muss ich irgendwie wieder klatschen gehen oder wieder ein Buch lesen, aber ich habe immer noch nichts geschissen bekommen, weil ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll. Und das ist ja völlig verständlich, weil woher soll man das dann wissen? Wie baust du ein Business auf? Wie startest du Dinge? Und da braucht es einfach einen Plan. Und ich finde, in der Szene fehlt das total.
Obwohl man mal sagen muss, dass es ja auch echt clever ist. Also es ist ja wie so eine Droge. Du gehst da hin, bist so voll euphorisiert, gehst dann nach Hause und denkst so, es macht gar keinen Sinn mehr. Ich muss jetzt wieder Geld für ein Ticket ausgeben, wieder dahin gehen. Das ist so dieses Up and High, Up and High.
Ja, wie nennst du noch mal hier unseren Freund? Bread Crumbler?
Bread.
Nicht Fett.
Das ist auch so eine Nummer. Das passt dazu.
Nein, doch, das passt.
Bread Crumbler.
Stimmt, stimmt.
Immer so ein kleines bisschen Brot, um anzufüttern.
Aber Brotkrümel Im Bett? Das ist richtig scheiße.
Ja, vor allem bei dir. Ich weiß, jedes Mal, wenn man mit Lea im Bett liegt: Wasch dir die Füße, bevor du ins Bett gehst.
Super widerlich. Im Urlaub? Mit den Sandfüßen ins Bett?
Ich gehe doch nicht zum Strand und gehe dann mit meinen Füßen ins Bett.
Aber es gibt Leute, die machen das.
Mit welchen Leuten lagst du im Bett? Kein Kommentar.
Mein Gott. Warte mal, wir haben doch noch gesagt, heute im Meeting, da war so etwas Lustiges. Was wir uns noch erzählen wollten. Oh mein Gott, du hast deine scheiß Frucht mitgebracht!
Warte mal ganz kurz, okay, wow!
Nein, ich bin ganz toll!
Also erstmal muss man das appreciaten, dass ich die kleinen Dinge zu schätzen weiß.
Ja, ja.
So in dieser riesen Classic Confidence Bubble gibt es halt immer noch jemanden, der sich über Obst freut.
Okay. Als Winner of the Week. Ja. Privat, geschäftlich, bringst du privat eine Frucht mit. Ey, das war so süß, weil du bist so richtig vorbereitet in diesen Call gekommen, hast dich so gefreut. Jetzt allen deinen— was war denn das für eine Frucht?
Eine Grenadilla. Ich suche diese beschissene Frucht seit seit Jahren, ne. Ich finde die immer so stellenweise und dann kam mein Partner an und meinte so, guck mal, ich habe die sofort gefunden. Ich habe mich so einen Ast abgefreut. Ich suche die seit meiner Peru-Reise, ne. Das ist der Obershit einfach.
Peru warst du bei deiner Weltreise, ne? Ja, genau. Wann war das noch mal?
Schon ewig her. Boah, 2018 war das.
Für mich ist 2018 so 2 Jahre her oder so.
Ja, weil in der Zeit gefühlt irgendwie da ist so wie so ein riesengroßes Vakuum. Ich weiß nicht, ob ich will jetzt nicht dieses Corona und so schlimm. Eigentlich war es eine geile Zeit, wenn man mal ehrlich ist. Doch, das darf man auch nicht sagen, aber wir sagen es trotzdem.
Es war eine richtig gute Zeit. Ja, also wir hatten eine richtig schöne Zeit.
Wir hatten Spaß.
Das Ding ist, ich finde, wir sind in der Zeit, wir hatten sehr viel Spaß mit uns und wir sind aber auch voll in die Tiefe gegangen. Das muss man ja sagen. Und da wünsche ich mir, dass wir wieder mehr dahin kommen. Wir haben uns viel mehr mit Spiritualität beschäftigt. Wir haben uns— Lachst du gerade über die Sigillenmagie? Nein. Also ich meine, wir haben ganz andere Gespräche geführt. Das muss man schon sagen. Ich finde, das haben wir beide ein bisschen verloren. Das fand ich, da waren wir auf so einem richtig tollen Weg. 2021, 22 vor allem. Haben sehr viel— Wie heißen denn diese Karten, die man immer zieht, wo es so krass spooky war?
Heißt das Tarot? Nee, ne? Tarot, keine Ahnung.
Ich weiß es nicht. Das ist ja lustig, weil wir beide eigentlich voll die rationalen Menschen sind.
Aber das hat irgendwie— Ich will gar nicht das so relativieren und sagen, Bock gemacht, aber das war halt in dem Moment auch so ein essenzieller Teil von allem, sage ich mal, oder voll so, wenn man sich dann halt wirklich, du hast ja auch nichts anderes zu tun, als dich mit dir selbst zu beschäftigen, oder gar nichts anderes zu tun. Nee, meine coole Zeit, und das war dann wirklich mal, du hattest Zeit dazu, dich mit dir selbst zu beschäftigen, sonst ist es das ganz viel drumherum ist, und du bist hier und du bist da und du bist immer bei jedem anderen Idioten um dich herum, aber nie bei dir selbst.
Ist echt so, das finde ich ja auch so krass. Ist dir mal aufgefallen, man sagt immer so rückblickend, boah, das war eine richtig geile Zeit, das war eine richtig geile Zeit. Und immer wenn ich darüber rede, erwische ich mich dabei so: Hallo, hast du sie noch alle? Weil jetzt ist ja auch das Jetzt von damals. Und ich finde, man verschwendet das viel zu oft und denkt so darüber nach: Damals war alles besser, boah, ich will die Zeit zurück. Aber in dieser Zeit hat man es gar nicht so gewertschätzt.
Voll.
Ich höre jetzt gerade wieder im Auto das Buch von Eckhart Tolle, das heißt Jetzt. Da geht es im Endeffekt darum, dass du viel mehr im Moment lebst und nicht ständig in Sorge bist, was die Zukunft angeht. Oder in der Vergangenheit lebst und so. Das ist echt so ein Ding, einfach das Hier und Jetzt zu genießen und nicht ständig mit dem Kopf woanders zu sein. Also ich weiß nicht, wie dein Gehirn funktioniert, ich bin froh, wenn ich mal nachts schlafe. Es ist im Dauer, ich muss dies machen, ich muss das machen, oh mein Gott, war das richtig, dies richtig, das richtig. Und das ist so etwas, das schätze ich so an dir, weil du bist viel, wie soll ich das sagen, straighter und klarer so in deiner Meinung. Ich bin das ja auch, aber du bist dann danach so: Ja, ja, klar. Und ich bin dann so: Oh nein, wurde jemand verletzt? War das jetzt richtig?
Ich weiß nicht genau. Willst du jetzt sagen, dass ich taktlos bin und du nicht?
Nein, damit will ich sagen, dass du weniger diesen Mindfuck danach hast, weil du dir wahrscheinlich vorher einfach schon mal Gedanken darüber gemacht hast. Weißt du, was ich meine?
Ja, ich finde aber auch, bei dieser ganzen Thematik darf man einfach nicht zu streng Mach weiter.
Alles gut.
Mit sich selbst sein. Ich will dich nur anfassen. Weil, ja, so ein Schluck da drauf. Weil letzten Endes ist es so, es wird schon viel gefordert, sage ich mal dann, ne. So, du musst jetzt im Jetzt leben und das und das. Und ich finde, wenn du zu sehr daran denkst, im Jetzt zu leben, dann denkst du daran, das tun zu müssen, aber lebst auch nicht im Jetzt. Weißt du, was ich meine?
Voll.
So irgendwie, man muss auch mal einfach den Druck rausnehmen aus allem. So, weißt du?
Das ist das Ding. Und die Sachen mit mehr Humor nehmen. Und das ist ja auch der Grund, warum wir jetzt dieses Format gerade machen. So voll konträr zum restlichen Content von Classy Confidence, der ja sehr professionell ist, sehr auf Rationalem, auf Struktur und so. Und ich meine, jetzt sitzen wir hier, trinken Wein, dachten uns so, Mittelsabend haben wir sowieso immer, machen wir irgendwann die Kamera an, so Mikrofon an, und dann schauen wir, was dabei rauskommt. Das finde ich cool, ist für mich auch echt ein spannendes Projekt, wo ich auch richtig aufgeregt bin, weil ich gar nicht weiß, was so das Outcome sein wird. Weil ich finde, wir alle haben ja so verschiedene Rollen inne. Wenn du mit deinem Papa bist, wenn du mit Ralf bist, bist du ja bist du ja eine andere Frau, als wenn du mit deinem Partner zum Beispiel bist, oder als wenn du mit deiner Schwester bist, oder auch bei der Arbeit, wie heute im Meeting, weißt du. Und ich habe so die Identität Classy Confidence, Lea. Ich mache mir meinen roten Lippenstift drauf und dann bin ich voll im Modus, du weißt ja, dann bin ich so, und das ist jetzt so, wir labern einfach mal drauflos, so completely privat einfach.
Das ist auch voll neu für dich halt so, ne?
Komplett, weil ich sag dir ehrlich, wenn jemand die Classy Confidence Lea angreift.
Ja.
Dann denke ich mir so, fuck off, ist mir doch scheißegal, du kennst mich gar nicht persönlich, das ist eine Facette von mir, ich in meiner Arbeitsrolle, ich kann mich da so von distanzieren irgendwo. Ich kann es so schwer in Worte fassen.
Aber vielleicht auch gerade, weil du, ich sag mal, nach außen hin halt diese Classy Confidence Lea bist und die, ich sag mal, vielleicht verletzlichere Seite, die die wir halt kennen, die dich halt näher kennen, die behältst du ja relativ weitestgehend für dich.
Voll, das Krasse ist, ich glaube—
Was auch besser ist für die Menschheit.
Du musst gut über mich reden. Nein, das ist aber echt krass. Wenn ich in diesem Modus bin, ich wirke, denke ich, oft zu distanziert und kalt. Aber an sich, so privat, du weißt das, ich bin super—
Du bist die Größte Mimose.
Was heißt das denn? Nein, ich bin die Mimose.
Es ist liebevoll ausgedrückt, dass du ein sehr emotionaler Mensch bist.
Verletzlich.
Und dir viele Gedanken um andere machst, manchmal auch sehr viele unnötige Gedanken.
Ja?
Ja klar. Alleine wenn wir manchmal telefonieren, dann rufst du eine halbe Stunde später an und meinst so: So meine ich das aber nicht. Und darüber habe ich gar nicht nachgedacht, dass es so hätte sein können. Und da machst du dich voll im Brainfuck selbst mit. Das ist eigentlich ganz kurz, weil ich jetzt fuck gesagt habe, darf ich so einen eigenen Piepton?
Weiß ich nicht. Das muss unsere Cutter Wir müssen das irgendwie geregelt bekommen.
Ich würd gern so einen Delfin haben oder so.
Ja, er macht immer einen Delfin.
Macht er das?
Ja.
Okay, das ist cool.
Ich fand aber eins zum Piepen cooler.
Gibt's so einen Tröt oder so?
Oder so Benjamin Blümchen.
Das ist die andere Sache. Apropos Benjamin Blümchen, kennen das Kinder aus der jetzigen Zeit eigentlich noch? Kennen Kinder überhaupt noch das, was wir mal kannten?
Ich hab jetzt am Wochenende einen Nicht-Kindergeburtstag veranstaltet. Und da haben wir dann so Nullen gekauft. Die auf hier dem Luftballon sind. Es hat ja niemand Geburtstag. Ich dachte einfach, es ist ganz lustig. Die fanden das alle toll, die Kinder. Die hatten alle viel Spaß. Und auf jeden Fall habe ich das dann vorher organisiert mit den Kleinen. Und dann habe ich so gefragt: Kennt ihr Benjamin Blümchen? Die brauchen auf jeden Fall eine Benjamin-Blümchen-Torte! Also 90er-Kinder. Aber das gibt es ja heute immer noch in der Kultur. Und einige von denen kannten das nicht.
Aber genauso krankheitserregend wie damals wahrscheinlich.
Was denn?
Ja, Benjamin-Blümchen-Torten. Was da drin ist, willst du, glaube ich, nicht wissen. Irgendwie uranverseuchtes irgendwas aus Tschernobyl oder so.
Die sagte, in der Pappe sind mehr Vitamine drin wie bei den Cornflakes. Mehr Vitamine in der Torte. Aber ist geil. Ja, die war lecker.
Und die kannten die nicht, oder was?
Einige nicht.
Was kennen die denn? Was gucken die denn?
Das ist so krass, was die für Musik hören. Die hören richtig so diesen Asi-Deutschrap. Und ich denke mir, wenn das dann läuft und die singen so mit "Shisha-Bar und Bitch und dööö." Und ich denke mir so: Oh mein Gott, du bist 8, 9 Jahre alt, das geht alles straight in dein Unterbewusstsein. Du wirst so verkorkst werden. Ich finde das krass. Also stell dir mal vor, du singst solche Lieder als Kind mit. Das geht ja direkt.
Aber vielleicht ist das auch so ein Generationending. Das gehört dazu, dass Verkorkstes das neue Normal ist, weil sonst können wir als alte Menschen nicht meckern.
Kennst du nicht die: "Damals war alles besser." Ja, aber ich finde jetzt ernsthaft, wenn du dir die Musik mal anguckst, oder Musik anguckst, Musik anhörst von unseren Großeltern, von unseren Eltern, von uns. Bei uns ging schon bergab, aber ich finde, die ist positiv geladen, die Musik. Ich finde, heutzutage, was die Kids hören, ist alles nur ich sonst was, und ich mache dies, und ich bin depressiv, und ich trinke, rauche, alles ist scheiße, und so. Weißt du, was ich meine? Ich glaube schon, dass das was macht mit der Grundeinstellung einer Generation. Meinst du nicht?
Ja, doch, bestimmt.
Medien machen so viel aus. Ich höre keine Schnulzenmusik, weil ich dann niemals meinen Job machen könnte. Wirklich nicht. Das geht nicht.
Du hörst keine Schnulzenmusik? Willst du mich gerade verarschen?
Was erzählst du?
Dieses hier 60er, Frank Sinatra.
Das ist doch keine Schnulzenmusik.
Ach komm, irgendwas davon wird doch bestimmt irgendwie so.
Nein.
Ich such den Songtext raus.
Ja, mach. Frank Sinatra, das ist. Eleganz, das ist Leidenschaft, das ist: Ich will die Alte abschleppen, aber ich darf nicht. Okay, nein, das ist positiv geladen, finde ich.
Okay, nein, aber ja, ist schon so. Aber ich glaube trotzdem, dass es halt so ist, dass jede Generation immer über die nächste sagt, von wegen die sind verkorkst, und das Schlimmer geht immer, so nach dem Motto, oder? Das haben ja auch unsere Großeltern über unsere Generation gesagt. Und so verkorkst sind wir jetzt nicht, oder?
Wie ist das eigentlich bei dir? Denkst du dir manchmal so, du bist verkorkst und durcheinander?
Ja.
Ich denke mir das ganz oft.
Aber Gott sei Dank, weil letzten Endes ist ja— nein, ernsthaft, das hört sich an wie so eine Floskel, aber normal ist doch krass langweilig.
Voll langweilig. Ja, dazu auch, ich denke mir so, kennst du das nicht, wenn du bei Social Media irgendwelche Menschen siehst, Und dann denkst du dir so, boah, die haben krass ihr Leben im Griff, voll perfekt alles.
Zum Beispiel.
Ich habe immer gar nichts im Griff. Ich habe nie mal Essen im Kühlschrank außer Wein und ein Stück Brot.
Das ist super so, wirklich.
Die Leute von außen, ich weiß ja nicht, wie sie mich jetzt sehen, aber ich meine, man könnte denken, mit rotem Lippenstift und erzählt über Business, boah, die ist voll strukturiert, steht morgens voll motiviert auf. Ich hasse mein Leben, wenn ich morgens aufwache. Ich komme gar nicht klar so. Mit ich hasse mein Leben meine ich, dass ich so— du weißt, wie ich morgens bin. Ja, ich komme gar nicht klar und ich habe nicht das Gefühl, dass ich mein Leben im Griff habe, obwohl ich mit Classy Confidence, mit Daniel, was wir aufgebaut haben, ist super cool und wir sind erfolgreich am Markt. Wir sind in unserer Nische ja die Nummer 1, weil es keine Frauen gibt, die Business-Aufbau machen, so in dem, was wir machen. Und trotzdem habe ich das Gefühl, boah, eigentlich habe ich gar nichts verstanden.
Ich glaube, aber so denkt jeder.
Also krabscht die ganze Zeit an, ich mache das Mikro aus.
Oh, voll gut wegen des, ich liebe das, das ist auch so, aber egal, das ist ein anderes Thema. Ich glaube, das ist mit allen so, alle, die nach außen hin so perfekt tun, keiner denkt doch wirklich jetzt an dem Griff. Ich dachte damals auch als 15-, 16-Jährige, oh, diese krass alten 30-Jährigen, die haben keinen Spaß mehr Leben, die sind voll eingefahren und haben alles im Griff. Und jetzt denke ich mir so, steck mich mit einem 15-Jährigen Raum und wir haben unser Leben gleich viel im Griff. So, ja.
Oder auch Menschen, die sich auf die Bühne stellen, wirklich so Speaker, irgendwelche Coaches, Unternehmer. Ich kann dir sagen, ich kenne einige aus der Szene und ich weiß einfach, boah, krass, vieles, was sie da erzählen, ist einfach Müll. Es stimmt einfach nicht.
Ja.
So krass!
Dann gehen sie Backstage koksen und dann—
Voll krass! Ja, ja, einige gehen dann koksen, trinken, betrügen ihre Frauen und so. Es ist super krass. Der Typ, der sich da hinstellt und über finanzielle Freiheit redet und alles auf Pump hat, der Typ, der sich da hinstellt und über erfolgreiche Beziehungen redet und eigentlich die ganze Zeit irgendwelche anderen Frauen im Urlaub flachlegt und so. Ich könnte jetzt unendlich weitermachen. Das ist so Krass! Und damit will ich gar nicht sagen, alle sind scheiße, sondern damit will ich sagen, niemand ist perfekt und alle sind irgendwo auch nur Menschen. Voll! Die Frage ist ja auch so, wer ist der Richter darüber, ne? Wann darfst du dich da hinstellen und über ein bestimmtes Thema reden?
Ja, das ist es ja.
Wer entscheidet das?
Ja, letztendlich nur du. Und dann sind wir auch wieder beim Thema, du musst dich erstmal selbst verkaufen, ne? So. Und Authentizität kommt ja damit, dass du halt irgendwie ein Stück weit das glaubst, was du verkörperst auch.
Voll, voll.
Und auch wenn du dann Backstage gehst und dir die Nase voll pumpst mit irgendwas, dann denkst du trotzdem geil, ich habe eine gute Show abgeliefert.
Ja, oder bei mir, ich denke mir halt auch immer noch oft, wenn wir mal Phasen haben im Business, die mal nicht so laufen, wie wir uns das wünschen, dann dachte ich mir mittlerweile nicht mehr, viele Jahre immer so, boah, ich darf nicht über Business reden, wenn ich gerade in so einer Rezension irgendwo bin. Mit dem Business, ich fühle mich voll wie die größte Loserin. Als stelle ich mich dahin und muss trotzdem weiter über Business reden. Das ist so voll der Abfuck im Gehirn, weißt du, was ich meine? Und dann ist es so wichtig, diese Weitsicht zu haben. Okay, das Leben ist zyklisch, die Lebensbereiche sind zyklisch, das Business ist es auch. Und ich sage immer so, guck mal, wenn du als Fitnesstrainer, keine Ahnung, eine Phase hast, vielleicht bist du gerade Vater geworden und hast ein bisschen mitgegessen in der Schwangerschaft, keine Ahnung, hast zugenommen, warst aber davor, keine Ahnung, auf der Bühne, hattest ein Sixpack und sonst was, oder hast Hunderten Menschen geholfen, zu ihrem Traumkörper zu kommen. Jetzt bist du gerade mal so ein bisschen fettig, dann hast du doch trotzdem die Berechtigung, das zu tun, was du tust. Weißt du, was ich meine?
Du kannst ja auch 10.000 Synonyme zu dir einfallen lassen. Letzten Endes, wenn es dir gerade nicht so gut geht mental, ja, keine Ahnung was, alleine aus dem privaten Bereich, dann stütze ich dich, auch wenn ich 2 Tage vorher heulend in meinem Bett gelegen habe und dachte, alles so scheiße. Dann sage ich doch trotzdem zu dir, ey, es ist alles cool, das wird alles gut, und man unterstützt sich, ohne sich wie ein Verräter vorzukommen, einfach weil man trotzdem den Menschen das näherbringen kann, was einem halt wichtig ist, und Werte, die man sonst eigentlich vertritt. Jeder hat ja mal dieses Low, voll so, weißt du?
Ja, das denke ich auch. Und ich glaube, auch Social Media suggeriert oft, dass es diese Lows nicht gibt.
Ja, weil es immer nur eine Rolle zeigt. Aber weil es auch, das finde ich auch heftig, weil ganz oft du dann auch nur diese eine Rolle gepresst wirst, weil die sagen dann so Oh, jetzt vielleicht dieses Format. Vielleicht sagen die Leute so: Alter, ist die unauthentisch. Nur weil die halt auch ein normales Leben neben ihrem roten Lippenstift führt.
Weißt du?
Weil Leute dann so sagen: Ich lasse nicht mehr Rollen zu wie diese Kategorie, in die ich diese Person reingestopft habe. Was halt total engstirnig ist, weil die selber morgens als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber aufstehen, was auch immer, abends als Vater oder Mutter nach Hause kommen, dann später Freund oder Freundin sind. Die haben ja selber 10.000 Rollen.
100%ig.
So, weißt du?
100%ig. Ich sehe das genauso wie du. Und da finde ich auch, es ist immer so leicht gesagt, wenn jemand hatet in den sozialen Medien. Ich finde dich so und so und boah, du hast das voll schlecht gemacht oder du siehst scheiße aus oder du redest voll unauthentisch. Und ich denke mir in dem Moment, die Leute, die da kommentieren und machen und tun, okay, wo ist denn dein Video? Wo ist denn dein Foto? Weil es ist leicht zu urteilen, Und da ist Social Media natürlich die perfekte Plattform für. Und es aber selber nicht gemacht haben. Das sind, finde ich, noch mal zwei Paar Schuhe.
Ja, vor allem, weil es ist halt die perfekte— kurzer Kontext. Ich spiele halt manchmal PlayStation und auch manchmal Ballerspiele. Und das ist die perfekte Position eines Campers. Jemand, der sich einfach nur in der Ecke versteckt, die ganzen Leute abschießt, um dann irgendwie Punkte zu sammeln. Und diese Punkte sind in deren Leben aber dasselbe, dieser Selbstwert, den sie sich sonst nicht woanders herholen können. Das sind die Camper des Real Lives. Leute, die sich so dreckig in der Ecke verstecken und auf andere schießen.
Das triggert dich, ne? Übel. Ich will nicht aufs Feld gehen und campen. Aber niemand besiegt mich bei Nintendo-Spielen. Mario Kart. Du bist PlayStation-Kind, ich Nintendo.
Ja, weil du ein scheiß Freak bist.
Ja.
Wie kann man da, also ehrlich, du nimmst ja auch nicht mal Rücksicht vor Kindern. Du spielst ja nicht.
Ich sag, wenn du verlierst und schlecht bist, dann musst du dich mehr anstrengen.
Lea bringt Kinder zum Weinen.
Stimmt, die lieben mich alle. Kinder lieben mich alle.
Beim Nintendo spielen?
Ja klar.
Hassen dich Kinder?
Der Adan hat mich letztens abgezogen. Der hat mich einfach abgezogen. Ich habe ihn so ambitioniert, ich habe gesagt: Adan, du hast verloren. Du musst besser werden, wenn du mich besiegen möchtest. Und ich bin so gut in Mario Kart, keiner zieht mich ab. Der ist 7 Jahre alt, der Junge, und dann sehe ich ihn wieder nach ein paar Monaten, stellt er sich hin und sagt: Lea, ich habe jetzt trainiert. Ich bin jetzt bereit für die Revanche. Für diejenigen, die Mario Kart kennen, auf 150er-Stufe. Der hat mich einfach abgezogen. Und ich bin so gefahren, am Ende habe ich mich sogar angeschrägt, dachte, der zieht mich nicht ab. Never. Der hat mich abgezogen.
Hast du ein bisschen geweint später?
Ja, ich habe mich schon ein bisschen geschämt. Ja, und jetzt kriege ich die ganze Zeit einen Spruch von ihm.
Aber es ist gut, dass du mir das sagst, dass du mir auch so ein bisschen Futter gibst. Weil das war es wohl mit deiner Ära als Nintendo-Girl.
Der hat mich einfach abgezogen, der Junge. Ja, aber die besten Business-Meetings Mit Daniel zum Beispiel war ich beim Mario Kart spielen, da hatten wir die besten kreativen Ideen. Haben uns hingesetzt, haben gezockt und haben dann geredet. Echt? Ja.
Das finde ich ja auch so geil und das wird halt auch so krass unterschätzt, dass man die besten Einfälle einfach bei den alltäglichsten Sachen hat oder bei den, wie andere sagen, unproduktivsten Sachen.
Ja.
Sassy Confidence war ja auch eigentlich eine ganz, ganz, ganz alte Idee schon, die wir schon immer mal machen wollten.
Wir können so einen Hass-Account machen.
Ja, polarisieren. Einfach das Gegenstück zu Classy Confidence sein. Ey, hast du dir das gesichert bei Instagram?
Instagram, Sassy Confidence. So ein Kackname, ne? Das ist schon wieder gut.
Es ist richtig gut. Nein, Sassy Confidence, so schlecht.
Oh nein, ey.
Ich finde den super.
Ja, jetzt heißt dieses Format so. Wer weiß, ob sich das überhaupt irgendjemand anguckt. Keine Ahnung.
Auf jeden Fall nicht meine Oma oder so, dann haben wir einen Viewer. Ich zeige ihr, wie man abonniert.
Weißt du, was ich mal meiner Oma gemacht habe? Das habe ich, glaube ich, sogar schon mal gezeigt auf dem YouTube-Kanal. Als ich mit dem Classy Business Programm gestartet bin, Voll, das kenne ich! Kennst du das Video? Das können wir sonst vielleicht hier auch noch mal einblenden. Das ist so süß. Was mich am meisten freut, ist, dass sie sich so kleidet, wie ich das liebe.
Ordentlich, vernünftig und vor allen Dingen immer schick.
Ne, auf jeden Fall. Es ist ja immer wichtig, einen Social Proof zu haben. Also das heißt, wenn du etwas verkaufst, dann müssen die Interessenten sehen: Okay, cool, das, was sie da erzählt, das hat schon mal für andere funktioniert. Und ich hatte aber, als ich gestartet bin, nicht so viele Testimonials und vor allem zum Classy Business Programm halt nichts, weil ich habe ja gerade erst angefangen. Dann habe ich das Oma erzählt, meiner Oma Roswitha, und die hat gesagt: Ja, ich kann doch was über dich erzählen. Ich so: Ja, Oma, aber das sehen viele, viele Leute, ne? Das ist völlig okay. Dann haben wir uns in die Küche gesetzt. Da erzählt sie, wie toll ich die Straßenschilder lesen kann. Ja, Lea konnte schon mit 4 Jahren Straßenschilder lesen, die ist super, kauft mal ihr Business Programm.
Und sie konnte mir jedes Verkehrsschild genau sagen, da war sie noch nicht mal in der Schule.
Ach, so kacke, ne? Nein, also nicht Oma, sondern der ganze Gedanke. Dann erzählt sie einfach Straßenschilder gelesen und alles. Und ich weiß noch, da habe ich das gezeigt auf dieser Veranstaltung, wo ich von der Bühne das Programm verkauft habe. Und die Leute, die haben sich totgelacht und die haben dieses Programm gekauft wegen Oma. Und das habe ich Oma erzählt und die hat sich so gefreut.
Das geht als Enkeltrick durch, das weißt du, ne? Ausbeutung einer anderen Generation.
Ich habe sie aufgeklärt, ich habe ihr Schokolade gekauft danach.
Oh mein Gott.
Nein, die macht das gerne.
Ja, das sagst du auch immer deiner Mitarbeiterin.
Ich bin auch Teil dieser großen Mission, deswegen bezahle ich die nicht.
Ja. Deswegen machst du einen kostenfreien Podcast. Luft und Liebe und deswegen muss bei meiner Oma essen gehen abends.
Du musst dich im Dienst anderer Menschen stellen. Und deswegen bezahle ich dich nicht.
Wie war das mit den 3 Säulen der Führung?
Angst, Hass und Unterdrückung. Das ist aber auch so ein Thema. Da bin ich der Meinung, wenn du erwartest von Menschen, all in zu gehen, mit denen du arbeitest, dann geh auch selber all in. Ich bin kein Fan davon, so sein Team gekünstelt aufzublasen und zu sagen, ich habe 20, 30 Leute im Team und ich denke immer, halt's Maul, du bezahlst niemanden richtig. Und du machst ja auf Ego rumgetur.
Ja, genauso aber auch die Leute, die sich halt für diese Quantität dann aufgeilen.
Ja.
Oh Gott, ich kann gar nicht mehr reden. Wenn sie halt so sagen, sie haben 50 Mitarbeiter und so, und dann so, ja, und es ist einer ein größerer Dulli als der andere, so nach dem Motto, der passt nicht ins Team, die spielen sich gegenseitig aus, so was Bescheuertes.
Das sind Minijobber, Freelancer oder kostenfreie Praktikanten, Wir zum Beispiel Vollzeitanstellung. Weißt du, ich finde, man muss all in gehen, damit auch wer anderes all in gehen kann. Das ist wie auf solche Knebelverträge.
Urlaub ist nicht drin.
Ey, sag doch mal, ich bin doch voll nett, findest du nicht? So als Chefin, wie findest du mich eigentlich? Im Vergleich zur besten Freundin?
Boah, das kannst du überhaupt nicht vergleichen, ehrlich, ne?
Krass! Warum?
Also ich bin voll froh, dass ich dich als Menschen habe. Nein, Spaß. Ja, voll cool. Aber das Ding ist ja auch, weil wir in einer Position zueinander stehen, die halt so sehr close ist. Ich könnte jetzt nicht einschätzen. Nein, eigentlich ist es Schwachsinn, weil wir sind alle im Team sehr close, würde ich fast behaupten. Oder? Egal in welcher Position du bist.
Doch, alle. Auf jeden Fall.
Ist halt nur manchmal witzig, wenn man so ein bisschen mehr über dich weiß und dann ist halt dieses so ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit in Meetings drin. Ist schon witzig halt, ne?
Ich bin doch immer ernst.
Name Programm.
Ja, aber ist wieder die andere Rolle im Endeffekt, ne?
Ja, voll.
Das ist halt wirklich so, das ist so witzig, dass wir jetzt in dieser Konstellation zusammenarbeiten. Im Meeting sitze ich dann da so, ne, bin so, ja, ba-bam, ba-bam, ba-bam und so und so und so. Nach dem Meeting rufe ich an: Was? Und ich kann nicht mehr. Und weine. Denkst du manchmal, ich bin so ein Freak oder so? Das ist ja wirklich manchmal so. Ich nehme dann mein Telefon und fange einfach voll an zu heulen.
Aber das sind wir ja alle.
Und davor war ich noch so: What is this bad bitch here?
Aber das ist doch genau das. Das ist doch dieses Austarieren und die Balance zwischen diesen Rollen. Und deswegen haben wir auch ganz am Anfang, weißt du noch, Wie lange haben wir gesagt, wir dürfen niemals zusammenarbeiten? Niemals.
Boah, wir haben das immer gesagt.
Ja, ne?
Ja.
Warum haben wir es eigentlich irgendwann nicht mehr gesagt?
Voll geil. Ich bin voll froh, dass wir das jetzt gemacht haben. Ist voll witzig.
Wenn eine Freundschaft tief genug ist, würde ich behaupten, dass dich das nicht tangiert, wenn du zusammenarbeitest. Genau dann kannst du Dinge viel besser handeln.
Ich finde aber auch schon, dass wir ganz oft Situationen hatten, wo ich mir dachte, boah, Eine andere Freundschaft hätte das nicht so reflektiert hinbekommen. Das sind so Situationen gewesen, wie z.B., wo ich dann mit involviert werde und ich sage, boah, eigentlich sollte ich damit nichts zu tun haben. Und dann sagst du, ja, aber ich kann es ja nicht anders machen, weil ich jetzt gerade hier bin. Und ich sag so, ja, verstehe ich.
Ja.
Und du verstehst meine Seite, ich deine. Und wir sagen aber beide, okay, es geht jetzt gerade nicht anders. Und anstatt so ins Ego zu kippen oder zu sagen, wovoll scheiße und ungerecht, ist es einfach cool für beide.
Eben. Und das wäre glaube ich anders gelaufen, wenn du jetzt einfach nur Chef-Chef wärst und halt keine Person, die ich kenne, weil dann hätte ich gesagt, so, ich hätte es wahrscheinlich gar nicht angesprochen, dass ich das alleine nicht schaffe. Ich hätte mich da hingesetzt und gesagt, was ist das für ein Wichser? Und so weiß ich, dass ich bei dir halt irgendwie auf Verständnis dann quasi stoße.
Was ist denn so eine Sache im Business, mit der du gar nicht umgehen kannst?
In Bezug auf was?
Alles.
Das ist aber jetzt nur meine persönliche Sache, ne, so weil ich es bin. Ich finde es ganz schlimm, wenn Menschen eine ganz komische Weltanschauung haben und du trotzdem irgendwie sagen musst von wegen: Ja, ich verstehe dich, wir lösen das Problem. Andererseits, weil in meinem privaten Umfeld, so mit dir, wenn du halt irgendwie was total Banales, Dummes oder total saubescheuertes sagst, dann nehme ich dich und sage so: Geht's noch, Alter? Musst du irgendwie— weißt du, was ich meine? Ja, so, das ist so das Einzige. Aber so, das hatte ich schon immer. Es ist jetzt nicht nur hier im Business, sondern einfach dieses, wenn du so auf komplettes Nichtverständnis stößt, glaube ich. Aber damit kann man auch nach einer Zeit gut umgehen. Das glaube ich. Kill them with kindness.
Ja, ist halt wirklich so. Boah, du schreibst wirklich die besten E-Mails, die ich je gelesen habe. Ernsthaft.
Danke. Aber ich meine mich auch ernst, ne?
Also es ist jetzt nicht so, dass ich so denke und dann aber Ja, aber es ist so, wenn ich so wütend wäre und so eine E-Mail kriege, dann ist es so: Okay, tut mir leid, dass ich überhaupt geschrieben habe. Ja, wirklich.
Also ich muss sagen, mittlerweile spornt mich das an, wenn ich was Nettes schreibe und dann nur richtiger Abfuck zurückkommt. So richtiger Hate-Kommentar. Dann denke ich mir so: Dann laden wir noch mal eine Schippe drauf. Dann werden wir jetzt noch freundlicher. Und irgendwann ist denen das dann aber selber zu blöd und dann denken die so: Ja, okay, vielleicht ist sie halt wirklich einfach nur nett. Du musst die Leute dann einfach so drehen. Ja, ist gut.
Ey, dir ist doch irgendwie vor langer Zeit sowas super Witziges passiert mit unserem alten Rechnungsanbieter. Bitte erzähl diese Geschichte mal. Ich will sie nochmal hören, bitte.
Ja, da hat etwas nicht funktioniert und ich musste mich darum kümmern, sage ich mal so. Und dann hatte ich denjenigen angeschrieben von wegen ja, das und das funktioniert nicht. Dann haben wir langes Hin und Her gehabt, ganz viele Feedbackschleifen und es hat immer noch nicht funktioniert. Bis ich dann einmal gesagt habe, das ist jetzt gerade die Story, die ich meine, ne?
Ja, ja, klar.
Dann versuch's mal bitte über eine andere Zahlungsmethode. Das war das Hauptproblem, glaube ich.
Ja, ja, genau, das war doch mit dem Zahlungsanbieter irgendwas.
Ja, genau, es hat irgendwas mit dem Formular nicht gestimmt und dann über PayPal ging es, über das und das und alles Mögliche. Und ich hab gesagt, dann mach doch jetzt mal bitte SEPA. Und dann sagt der Dude so, ja okay, da brauche ich aber eine IBAN dafür. Ich so, dann such halt eine IBAN da raus, ne?
So als Testzahlung, ne?
Ja, genau. Und dann sucht er eine E-Mail, er so, ah ja, hier steht eine. Dann gibt er die ein und dann er so, ja, funktioniert. Er so, fuck, funktioniert wirklich. Ich so, wie jetzt? Und das ist auch so ein Ding, ich muss mir manchmal das Lachen so am Telefon oder so richtig krass verdrücken, ne? Und ich so, mhm, wie funktioniert? Und dann sehe ich gleichzeitig im System, Zahlung ist eingegangen.
Wie viel war das? 2.000 Euro, ne? Aber das Beste war, da sagt er so— Und das ist auf dem Konto, ne?
Scheiße, ich habe gerade 10.000 von wem anders überwiesen. Und ich guck so da drauf, ich so, na ja, ich kann dich beruhigen, es waren nur 2. Ich glaube, er dachte nur so, fuck my life. Und die Alte am anderen Ende des Telefons sagt dann nur so, es waren nur 2. Ich glaube, er hat mich so gehasst in dem Moment.
Der hat Angst gehabt, dass er seinen Job verliert.
Aber ich hätte meinen ja auch verloren, wenn ich nicht geredet hätte. Ja, das ist auch so was.
Ich glaube, wenn ihr uns zurückbezahlt. Hast du es zurückgegeben? Was? Ich will damit nichts zu tun haben.
Das ist glaube ich auch so ein Ding, dass man, wenn man gerade auch in solchen Segmenten, dass man schon so ein bisschen vorsichtiger ist. Weißt du nicht, wie oft ich dich einfach voll laber, auch wenn du dann sagst, jetzt mach es doch endlich, wenn ich eine große Summe überweisen muss. Ja, jetzt zum Beispiel das neueste Projekt. Ja, ja, das ist auch ein geiles Projekt, ich freue mich mega darauf.
Aber auch echt ein Projekt, was ich zum Beispiel total unterschätzt habe, ne. Ich denke mir so, klar, wir wollen classy confidence Lippenstift, lass doch einfach mal gucken, wo man coole, nachhaltige, hochwertige Lippenstifte bestellen kann. Ich dachte so, ach, dann kann man 50 Stück bestellen, 100, dann passt das. Und das ist ein Riesenprojekt.
Ja.
Voll die Investition.
Übel. Und vor allem halt auch diese Arbeit, aber das macht man auch voll gerne. Ich sag ja, ich lass da auf jeden Fall mein Foto drauf drucken und dann—
Wie denn so, oder?
Entweder so oder der da, ich weiß es noch nicht genau.
Nein, nein, nein, das wird richtig cool.
Ja, und einen Wein haben wir jetzt auch.
Ja.
Der ist auch richtig lecker, da haben wir extra unser Janni, der müsste auch mal als Gast auf jeden Fall dabei sein.
Ja, auf jeden Fall. Der gehört ja eigentlich noch zum Dreiergespann.
Ja, das ist auch ganz witzig, ne? Man denkt ja immer so von wegen so, ja, die machen Mädelsabend, na klar, machen wir halt wirklich, ne? Wir machen mal Mädelsabend mit Jan, jeden Dienstag eigentlich.
Immer jeden Dienstag Mädelsabend mit Jan.
Ja, dann entstehen halt solche Sachen wie da vorne.
Ja, Hammer! Da steht übrigens die IBAN drauf von Classy Confidence, wenn jemand überweisen möchte.
Und merci drunter. Ja, sehr gern, dankeschön. Lohnerhöhung bekomme ich trotzdem nicht. They ask you how you are, you just have to say that you're fine when you're not really fine, but you just can't get into it because they would never understand. Ey!
Hallo! Das ist jetzt ein Cuvee.
Heißt das echt so?
Heißt das nicht so? Es ist auch so geil im Restaurant immer, wenn wir in diesen schicken Restaurants sind und dann zeigen die immer so die Flasche und ich denke mir immer so: Alter, gib doch einfach nach, die haben hier eh keinen Plan. Und dann ist man so—
Eigentlich muss man es so richtig durchziehen und dann spucken. Und dann so: Super, danke.
Nein.
So wie heute beim Mittagessen.
Was? Bei Dean und David?
Ja. Hast du da gerade hingerotzt? Ja, Entschuldigung, ich versteck's.
Findest du mich eigentlich classy im Privaten?
Nein. Es war einfach. Nein, was heißt classy zu sein?
Was heißt denn classy?
Was heißt denn classy für dich?
Stark sein, elegant sein, aber auch aus der Reihe tanzen, sein Ding machen.
Ja, dann bist du classy. Außer das mit dem elegant so bisschen, aber—
Ich finde, manchmal bin ich elegant. Also ich muss mich aber konzentrieren, um elegant zu sein. Das ist lustig, weil sonst bin ich eigentlich die, die sich immer aufs Maul legt, wenn wir auch mal raus sind auf Partys und so.
Liloupsi.
Nein, nicht erzählen. Ich finde das so schlimm, diesen Begriff.
Warum? Liloupsi findest du ätzend? Das ist Teil deiner Persönlichkeit. Wie kannst du das ätzend finden?
Ja, ich bin obzies tot.
Puh, wurde dir nicht mal ein Ungleichgewicht von der Lufthansa diagnostiziert? Du bist ärztlich attestiert ein bisschen anders.
Bei Lufthansa stimmt bei diesem Arzt. Als ich neben der Uni für Lufthansa geflogen bin, da musste man ja sich durchchecken. Gehen Sie mal auf dieser Linie. Ich weiß nicht, ob ich aufgeregt war. Und er so: Sie haben ein bisschen Ungleichgewicht, aber können Sie gerade gehen? Und er so: Okay. Mir sind Sachen passiert an Bord, ne, das glaubst du nicht.
Erzähl mal.
Werde ich nie vergessen. An Bord, ich wieder total gestresst, ja, im Business-Aufbau damals mit dem Veranstalter. Und dann scheiße, ich muss so meine Bachelorarbeit irgendwie schreiben, wenn alle schlafen. Im Crew Rest muss irgendwie da irgendeinen Müll hinschreiben. Es war so peinlich, diese Bachelorarbeit abzugeben.
Ja, da haben dir halt keine Perlenketten und so geholfen bei der Bachelorarbeit.
Nein, da nicht. Ich habe so eine Perle druntergeklebt. So, sorry.
Sorry für die Scheiße.
Gut, aber ich war dabei und ich habe bestanden.
Und viel gewinnt, sagt man. Yes, Sir!
Oh, aber stimmt. Gut, nur ein Beispiel. So, in der Business Class kriegst du ja so ein ganz tolles Getränk. So, hier, wollen Sie Champagner, wollen Sie Orangensaft mit Limettenstückchen? War das, werde ich nie vergessen, dieser Flug nach Shanghai, nach China. Und dann habe ich das so eingegossen, und dann bin ich mit diesem Tablett, wollte ich in die Business Class gehen und das gerade austeilen, ich bin einfach vor die Ecke gelaufen, dieses ganz Die ganze Tablette, du musst dir vorstellen, ich kipp das über meinen Kopf. Wie geht das?
Anatomisch, physikalisch, wie ist das möglich?
Ich bin das hochgeflogen, über meinen Kopf gekippt. Und du musst dir vorstellen, du weißt, du bist jetzt in diesem Flieger, du fliegst da jetzt stundenlang nach Shanghai, musst dann noch ins Hotel fahren und stinkst nach Orangensaft und hast überall Limettenstückchen. Hatte ich in den Haaren. Ich war komplett voll. Meine ganze Uniform.
Was haben denn die anderen gesagt?
Was sollen die sagen? Halt Scheiße, ne? Du hast ja auf jedem Flug ein Feedback bekommen. Der Purser. Ehrlich? Ich habe nur gebetet, dass der das nicht mitbekommen hat, weil wenn da irgendwas Negatives drinsteht, wirst du hochgerufen und musst dich rechtfertigen. Bei deiner Teamleiterin Nina. Nina. Nina.
Nina war streng, oder?
Ne, die war eigentlich cool.
Warst du schon mal bei ihr?
Ja.
Echt? Weshalb? Wegen der Limetten-Story, oder?
Soll ich dir ehrlich sagen, warum?
Ja.
Jetzt total ehrlich, okay?
Ja, okay.
Okay, ich war nicht so eine gute Flugbegleiterin, weil ich halt andere Sachen gemacht habe, studiert, Business aufgebaut. Ich war halt irgendwie dabei, wenn die halt gefragt haben, wo ist der Feuerlöscher auf 1A, und dann sitze ich da.
Wohin gehört?
Wohin gehört? Ich weiß es nicht.
Keine Ahnung.
Kann ich rechtlich belangt werden? Nein, nein. Auf jeden Fall. Ja, dann hat die Purserin, also die Kabinenchefin, die mir das Feedback geschrieben hat, mich dann so gefragt: Wie war das für dich, da hinten zu arbeiten, 5 links? Also das ist so hinten die Tür auf der Position. Du hast immer bestimmte Arbeitsabläufe, die du auswendig kennen musst. Und ich wusste gar nicht, wann ich den Wagen rausschieben muss oder irgendwas. Ja, und dann ich so: Ja, ich, es ist gerade auch alles neu für mich. Und sie so: Machst du das zum ersten Mal? Und ich habe aus dem Affekt gesagt, ohne nachzudenken: Ja. Aber ich habe da auf der Position schon 5 Mal gearbeitet, steht in diesem Buch drin. Und ich dachte in dem Moment, okay, scheiße, scheiße, wieso hast du das jetzt gesagt in dem Moment? Und das ist ja dann wieder mein Über-Ich, was zu krass reinkickt. Und ich dachte, gehe ich jetzt zu ihr hin, sage ich, habe mich gerade vertan, nein, das wird komisch. Und dann dachte ich, scheiß drauf, scheiß drauf, ich lasse es einfach so stehen, ich habe andere Sachen zu tun. Und mich hat das nicht losgelassen, dann bin ich zu meiner Teamleiterin gegangen Und ich habe gesagt, ich habe gelogen. Ich habe so ein krasses, so ein Gerechtigkeit, so Angst, was falsch zu machen, oft auch. Dann sitze ich da und die lacht mich aus. Wieso, ist doch nicht so schlimm.
Alter, habe ich die Geschichte jetzt echt so—
bitte, ich bin nicht gegönnt, ich bin nicht würdig. Tut mir leid, dass ich gelogen habe, tut mir so leid. Und die so, alles gut, das kann schon mal passieren, aber danke, dass du es gesagt hast, ich vermerke das hier. Danke für deine Ehrlichkeit.
Danke für deine Ehrlichkeit. Jetzt geh bitte nach hinten auf Position 10.
Ich dachte, ich habe die angelogen, die hat das ja dann da auch noch reingeschrieben. Lea hat zum ersten Mal auf der 5 links gearbeitet und ich dachte am Ende, jetzt schreibt die das da auch noch rein und dann wird das ja hochgereicht zur Teamleiterin und die sieht ja, die hat schon auf der 5 links gearbeitet. Als ob sich das irgendein Arsch durchliest. Genau. Und die Lea von damals so: Nee, die liest sich jedes Wort durch. Natürlich liest sie sich das nicht durch.
Die hat wahrscheinlich nur gemalt, irgendwas, so ein Smiley, so: Hast du da zum ersten Mal gearbeitet? Okay, Regenbogen.
Aber auch da wieder ist Danke keiner. Ich hätte gar nicht hingehen müssen, die hat das gar nicht gecheckt.
Erziehung, das ist auch heftig, ne?
Steht mir oft im Wege. Ich bin ehrlich, dieses— ich sag's jetzt einmal mal ehrlicher Arbeiter, wir machen hier alles hochkorrekt und perfekt.
Und wenn du nicht den ganzen Tag hart gearbeitet hast und am Ende des Tages komplett gefickt gefickt bist, dann bist du nichts wert. Nee, genau, da bist du nichts wert und du hast nichts geschafft. Ja, und du musst meckern, damit es einem gut geht, gefühlt.
Aber das habe ich mir echt früh abtrainiert, dieses—
ja, meckern tust du trotzdem, aber ja, hin und wieder, aber nicht so extrem. Das ist heftig, ne? Das ist— ist das so ein Generationending auch, oder ist es einfach nur unsere Eltern?
Nee, das ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Das ist so alles so anstrengend, ich bin so müde, ich habe so viel gearbeitet.
Ja, so toll.
Ja, ich auch, und Millionen andere auch. Es interessiert einfach niemanden. Das Krasse ist so dieses ständige Aufmerksamkeit ziehen wollen über: Ich arbeite so viel, oh, ich habe Schmerzen am ganzen Körper und es ist alles so anstrengend. Und denkst du so: Halt's Maul, interessiert einfach niemanden. Das Krasse ist, interessiert niemanden. Deine Liebsten vielleicht noch, die sich Sorgen machen, das auch assi ist, deinen geistigen Müll abzuladen.
Nach dem 10. Mal denkst du dir halt auch so: Alter, dann such dir halt einen anderen Job, oder keine Ahnung, einen anderen Arzt, einen anderen Job.
Ich habe keine Ahnung, aber wenn es dir, ich meine, wenn es dir ernsthaft schlecht geht, das ist ein ganz anderes Thema, darüber reden wir jetzt nicht. Es ist dieses Meckern den ganzen Tag, dass dir irgendwas weh tut oder du nicht kannst. Wie oft ich mit meiner sich zerfetzenden Gebärmutter alleine einmal im Monat irgendwo saß, dann noch Kopfschmerzen, nicht geschlafen 5 Tage gefühlt, und trotzdem durchziehe. Und das gehört halt zum Business-Aufbau dazu, einfach mal machen.
Dann ist halt einfach dieses von diesen Leuten, vor allem jetzt mal sorry, aber die halt nichts geschissen bekommen, aber trotzdem am Ende des Tages da liegen und heulen und sich in ihre Opferrolle suhlen und dann ja diese Aufmerksamkeit halt daraus ziehen, von wegen ich habe den ganzen Tag was gemacht, aber keine Ergebnisse für sich sprechen lassen. Ist halt Schwachsinn auf so vielen Ebenen.
Einfach süchtig danach sind, ja, Aufmerksamkeit im Außen.
Ja, aber ist das, weil die sich die Aufmerksamkeit nirgendwo anders herziehen können, oder verstehe ich halt nicht.
Konditionierung vielleicht. Aber warst du mal so? Ich war mal so. Ich habe immer allen erzählt, wie gestresst ich bin. Habe ich heute manchmal noch, komme manchmal noch durch.
Ja, ja, also okay, aber wenn ich das erzähle, dann denke ich das selber. Ich stehe mir halt voll oft selbst im Weg, wo ich so denke, so, du bist krass gestresst, alles in deinem Kopf ist so riesig. Und wenn du das dann einmal als To-do gemacht hast und dich wirklich konzentriert drangesetzt hast, dann denkst du dir so, warum hast du geheult? Und dann denkst du dir so, bist du dumm?
Echt krass. Kann man sowas drin rauchen eigentlich? Überall?
Dafür ist es doch da.
Echt?
Das ist gesund. Das ist für, fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker, für all die Kinder im Umkreis und alte Menschen. Deswegen raucht man die. Ja? Ja.
Bin ich alt oder ein Kind?
Manchmal so, manchmal so, würde ich sagen.
Okay. Wir kriegen ja viele Bewerbungen gerade.
Ja.
Und ich freue mich da auch drüber, aber manche wissen nicht, wie die Firma heißt, wo sie sich bewerben. Du liest das doch. Classic Confidence ist mein Favorit.
Ja, Classic Confidence oder Liebe Lena. Also das ist halt irgendwie etwas, was so essenziell ist, was man vielleicht wissen sollte, wie die Geschäftsführerin heißt, oder?
Das wäre schon gut, ja.
Was gab es noch? Es gab so vieles.
Das Ding ist so, ich denke mir, wenn du dich irgendwo bewirbst oder einen Pitch machst oder was auch immer, dann lies doch noch mal drüber kurz. Oder stell dir so die Frage: Wenn ich jetzt dieses Bewerbungsvideo rausschicke, passt das zu der Firma? Wir haben Videos bekommen, wo Menschen erzählen: Ja, ich habe gerade heute den ersten Tag meiner Periode, ich bin jetzt nicht so ganz ich selbst, ich habe Schmerzen, aber ich bewerbe mich jetzt hier, weil ich so authentisch bin. Nein, das ist super cringe, einfach super seltsam. Das würde ich nicht sehen.
Also vor allem, das bricht mir manchmal das Herz, als eigentlich Cringe-Barometer von dir.
Stimmt, du bist mein Cringe-Barometer.
Ja, ich war es. Jetzt brauche ich wahrscheinlich ein eigenes auch noch. Nee, das ist schon manchmal hart, muss man sagen. Das sind so Berufsrisiken, von denen die meisten nicht sprechen. Die einen haben halt so wie mein Vater so bei Wind und Wetter fallen vom Dach und ich guck da halt hin und krieg irgendwie Augenherpes oder so, weiß ich nicht. Nein, das darf man ja auch nicht sagen. Doch, das darf man.
Du darfst ja alles sagen. Nein, mir, ich denke mir dann so, boah, ey, du hast jetzt diese Arbeit gemacht und du willst das anscheinend, warum guckst du nicht noch mal drüber? Weißt du, die Leute reden immer über dieses Thema Perfektion, geh raus aus dem Perfektionismus, hau einfach raus. Ja, aber Perfektionismus heißt nicht, weniger als 100% zu geben, sondern Perfektionismus heißt, die Extrameile zu gehen, also 120% zu geben. In gewissen Sachen müssen einfach die Dinge bei 100% sein, und das ist zum Beispiel bei einer Bewerbung. Wenn du da fucking Rechtschreibfehler hast, ich will dich nicht kennenlernen. Punkt. Egal wie toll dein Bild aussieht, wie toll dein Video ist. Wie wir eine Sache machen, machen wir alles. A) Das liegt am Anfang.
Das ist ja aber auch so, dann denke ich mir so, ist den Leuten das A) scheißegal oder B) denken die sich wirklich so Authentizität, ich bin jetzt einfach so kacke und werde angenommen, weil ich einfach so authentisch bin.
Ich weiß. Ich weiß es einfach nicht.
Aber ich muss ja auch sagen, tatsächlich, das ist ja auch mein großes Benefit, sage ich mal, dass ich niemals ein Video habe drehen müssen. Das stimmt, weil ich glaube, das ist auch noch mal was anderes, wenn du vor der Kamera stehst. Ich würde mich komplett einkacken, ehrlich.
Das ist so krass, wenn eine Kamera auf dich gerichtet ist. Wir haben es jetzt gerade auch noch gesagt, wir wollten ja hier so unser Mädelsabend abfilmen und einfach mal so ein bisschen erzählen, Business Stories und so. Aber wir finden jetzt gerade, dass wir noch nicht komplett wir selbst sind, weil diese Kamera auf uns gerichtet ist. Ja, und ich hatte ehrlich gesagt die Vorstellung, ach, wir merken das irgendwann gar nicht mehr, dass sie läuft. Das macht was mit Menschen, wenn eine Kamera an ist. Ja, vor allem, wir sind gerade sehr authentisch, aber wir sind noch nicht 100%, wie wir so sind, wenn wir hier so liegen, chillen. Weißt du, was ich meine?
Ja, wenn da ein Licht ist, da ein Licht und da ein Licht, dann ist der andere mal— ja, und wenn du noch Antibiotikum im Auge hast, ist nicht so geil.
Bisschen Bier trinken.
Aber es ist gut, dass wir es diese Woche machen.
Und rauchen und—
Ja, ich habe ja bald wieder einen Termin, ne? Und dann frage ich mal, hätte ich das machen dürfen? Das ist doch auch manchmal die Devise. Es ist nicht immer clever, von Anfang an zu fragen, darf ich das machen? Sondern manchmal soll man einfach machen und dann, oder?
100%ig. Es gibt dieses Beispiel: Ich war mit meinem Partner auf Mallorca und dann ist uns so ein Mensch hinten einfach ins Auto gefahren, weil wir ihm zu langsam gefahren sind. Und ich denke mir, jetzt fährt er einmal langsam, obwohl er immer zu schnell ist, und dann wird er so angeschoben von so einem Mallorquiner. Und ich denke mir so, was ist das denn? Da war so eine Macke hinten in diesem Mietwagen drin. So, und dann haben wir das alles so aufgenommen und alles, und es war eine Selbstbeteiligung bei dieser Mietwagenfirma. Egal wer es verschuldet, du musst es bezahlen, irgendwie 1000 oder so. So, man hat fast nichts gesehen, es waren so ein paar Schrammen. Und dann sind wir bei dieser Mietwagenfirma und wir haben die so ein bisschen abgelenkt, weil ich hatte ja Geburtstag und wir hatten so einen Champagner, den wir nicht mit im Flieger nehmen konnten, weil wir nur Handgepäck hatten. Und wir schenken denen so den Champagner und alle die Sachen und die waren so voll glücklich und alles. Und dann wieder mein Alman, mein Über-Ich, kickt wieder und sie geht so ums Auto und ich so, ich konnte nicht. Und dann ich so, yeah, but please pay attention, it was just a really „Small crash, really, just really small, look at this." Und ich so: „Guck doch bitte hin, das ist wirklich nur ganz klein." Kennst du dieses Video, wo die so: „Ja, ist nur ganz klein." Und sie so: „Oh, hab ich gar nicht gesehen." Und so: „Ah ja, oh doch, da Stoßstange ist das hinten." „Ja, da ist so ein bisschen was. Ja doch, das würde ich jetzt hier mal aufnehmen und melden." Das hat einfach 1000 gekostet. Ihr wäre das niemals aufgefallen. Und damit will ich sagen: Es bringt nichts, immer die Korrekte spielen zu wollen.
Ja, nein, okay, die Korrekte, ja, genau, genau.
Solange niemand zu Schaden kommt. Das hätte niemandem geschadet.
Dann wär's Überkorrektheit. Ja, korrekt ist ja—
Das ist so eine Blockade, es kostet Zeit, Geld und Energie im Business. Ich lerne, asozialer zu werden.
Ja, du kannst es auch bisschen anders formulieren.
Wie denn? Weniger korrekt?
Nicht überkorrekt.
So, Thema Business-Start. Was dachtest du, als ich damals gekommen bin und gesagt habe, ich will mich selbstständig machen? Wir sind ja immer schon beste Freundinnen gewesen, schon im Kindergarten, Grundschule, waren ja immer in einer Klasse, mal mehr, mal weniger, aber immer zusammen.
Was ich dachte? Ja, lass die mal machen, ist doch cool.
Krass, du warst die Einzige in meinem ganzen Leben, die mich nie belächelt hat. Die Einzige. Alle haben gesagt, das arme Kind, die ist verrückt, die wird verkacken. Die wird auf die Schnauze fallen, ich lach die aus. Du bist die Einzige, die nichts Negatives gesagt hat. Das ist echt krass.
Das ist voll nett, dass du das sagst, aber viel schlimmer finde ich, dass alle anderen halt— ich verstehe nicht, warum Leute anderen immer so viele Steine in den Weg legen, aber ich glaube, das ist auch ganz viel einfach aus, ja, man sagt immer so Neid, aber ich glaube, das ist nicht mal Neid, sondern das ist einfach so dieses: Ich trau mich nicht und deswegen verteufel ich alles, was halt irgendwie es versucht. Diesen Sprung ins kalte Wasser wagen halt die wenigsten. Und das sind dann aber die, die auch immer auf einer Stelle tanzen.
Aber sag mal ehrlich, als du meine ersten Videos gesehen hast, dachtest du so, boah, cool, dass sie das macht, oder dachtest du, Alter, was macht die da?
Ich habe mich totgelacht, aber ich fand es halt cool, dass du es machst.
Das ist eine gute Antwort, weil das Krasse ist, ich habe meine ersten Videos aufgenommen und ich wusste, das ist absoluter Müll. Ich wusste das.
Weiß man das selber dann in dem Moment?
Ja, ja, ich wusste, das ist aufgesetzt, weißt, das ist super scheiße, aber ich hatte diesen Willen und ich war so motiviert und wollte das unbedingt.
Ich wusste das, aber es ist auch schon irgendwie wieder cool, weißt du, was ich meine?
Ja, aber ich konnte ja nicht rüberbringen in dem Moment so, boah Leute, ich mache das gerade, weil ich weiß eigentlich, das ist super scheiße, ist, aber ich weiß, dass da Großes raus entstehen wird. Das kannst du in dem Moment nicht verbalisieren, weißt du, was ich meine?
Aber das meine ich, das ist cool, einfach mal machen. So, was soll schon passieren, außer dass halt die ganze Welt lacht? Aber na und?
Und dann, ja, bin ich voll bei dir. Genau, und dann, das passiert halt nichts. Das Ding ist aber, die lachen halt. Das Ding ist, es wird ja immer so geredet, ja, du musst einfach dein Ding machen, scheiß auf andere. Das Ding ist, die scheißen auf dich. Da wird Hate kommen, und ich glaube, bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Weil ich glaube, das spielt auch viel damit rein, wie groß die Angst in deinem Kopf ist. Weil die Angst, die wird sich manifestieren. Wenn du immer wieder darüber nachdenkst, boah, fuck, fuck, scheiße, scheiße, was ist, wenn ich angegriffen werde, was ist, wenn dies passiert, das passiert— wir sind solche Manifestierungsmaschinen, vor allem wir Frauen. Das manifestiert sich.
Letzten Endes kannst du aber auch nur dankbar darüber sein, ne? Weil wenn du immer so ein People Pleaser bist, dann gehst du die ganze Zeit noch rum, was denken die anderen, was, weißt du? Und dann lebst du nach deren Vorstellung. Und im Endeffekt kannst du denen dankbar dafür sein, dass sie dich auslachen, dass sie halt so zeigen, von wegen, okay, du supportest mich halt nicht, dann geh doch so. Und letzten Endes, du hast es doch selber gemerkt, dann kommen sie irgendwann wieder an.
Es ist so, genau, da können wir auch gleich mal drüber quatschen. Das ist echt krass, wie die dann wieder ankommen. Aber das Ding ist, man weiß das alles, ja, scheiß auf die und ich mache mein Ding und so, aber wenn dann diese Hate-Kommentare kommen, dein Gehirn, also bei mir war das auf jeden Fall so, fokussiert sich nur auf diese Hasskommentare.
Ja, da können 50 positive sein und eine negative, ne?
Und super unfair, dass ich diese Hasskommentare bekommen habe. Ganz schlimm. Oder kannst du dich erinnern, das ist ein alter Freund von mir gewesen, da war Schützenfest auf dem Dorf, ja, bei uns. Und dann waren wir da, du warst glaube ich irgendwie gerade woanders. Und dann war ich ja mit unserem Janni an so einem Stand, da waren so andere Leute, Freunde von meinen Eltern und so. Und der alte Freund hat sich dann doch dann Mut angetrunken, ich habe gerade mit dem Business angefangen, und hat sich dann dahingestellt und dann gesagt: „Also, das ist doch echt scheiße, was du da machst! Du bist eine Betrügerin!" Und fängt richtig an auszurasten, um mich fertig zu machen, aber in Grund und Boden. Und man denkt sich ja immer vorher: „Du, ich bin die Selbstbewusste, und wenn jemand kommt, ja, ich baller dich weg, und ich bin hier die sonst was", ne, diese ganzen Motivationsdinger. Und ich stand da, ich habe einfach geheult. Oh Mann, ey, das war so meine Reaktion. Und dann ist mein Janni, ne, mein Cousin, ist dann rein, boah, ey, reicht jetzt aber und hör mal auf. Und für mich war das das schlimmste Horrorszenario, was hätte eintreffen können, weil Freunde von meinen Eltern, 20 Leute aus dem Dorf, die ganzen Geier stellen sich dann darum, boah, Gossip geil, zieh mir das mal rein. Und das war so schlimm für mich, weil ich dachte, boah, ich bin hier die Mutige und ich will hier was aus meinem Leben machen, ich werde so fertig gemacht. Und das tat mir nur in dem Moment für meine Eltern leid, die alles für mich machen, die für mich da sind. Ich, sehr übertrieben zu sagen, denen ist das, war das unangenehm, dass ich diesen Weg gehe. Das ist jetzt zu krass zu sagen, aber es war so, wir lassen die mal machen. Ja, das finde ich so krass von denen, weil ich komme aus einer Handwerksfamilie, ich meine, so wie du auch, du weißt das. Das ist so ganz weit weg für die, aber die haben gesagt, ey, wir vertrauen unserem Kind, die geht ihren Weg. Und vielleicht waren da Zweifel da, ich weiß es nicht, aber sie haben mich immer supported. Dann kommt da so jemand und gießt da so Öl ins Feuer, weißt du, was ich meine? Ja, es war ganz furchtbar.
Aber sowas sagt ja auch sehr viel mehr über die Leute aus als über dich in dem Moment.
So, ja, voll.
Und Leute, die sich halt ein bisschen selbst reflektieren, die checken das auch in dem Moment. Und auf alle anderen Menschen kannst du gepflegt halt pfeifen, ne?
Das ist so. Und das Ding ist, um jetzt hier niemandem Angst zu machen, das war für mich das Worst-Case-Szenario, was hätte eintreten können. Ich habe so geweint, das Es war furchtbar. Aber jetzt erst wieder vor ein paar Wochen, also auf jeder Party, wo wir sind, kommt er und entschuldigt sich. Und das ist Jahre her. Ja, und das finde ich von ihm aber total toll und groß. Ja, ich war damals irgendwie so frustriert und es war scheiße von mir und es tut mir so leid. Und ich habe so krassen Respekt vor dem, weil ich finde es toll, dass er— ich denke mir immer, ey, du musst dich jetzt nicht zum— wir sind jetzt, das ist jetzt keine Ahnung, wie viele Jahre her, du Du musst dich jetzt nicht noch mal entschuldigen. Ja, aber da siehst du wieder, dass das aus einer Unzufriedenheit raus oft einfach entsteht.
Ja, Unzufriedenheit und auch, und also Missverständnis, Unverständnis.
Fragen zu stellen wird geschossen. Ja, ja, aber super primitiv. Aber damit will ich einfach sagen, es ist dann schlimm in dem Moment, aber es ist später halt total, es ist einfach egal. Oder ist jetzt cool, dass er jetzt immer wieder kommt oder auch einmal gekommen ist. Sich entschuldigt hat. Aber auch wenn nicht, es würde heute keinen Unterschied machen. Es wäre einfach egal. Und du meintest ja eben noch, und dann kommen die Leute an und fragen nach einem Job. Auch da von Freundinnen von uns, von ehemaligen, weißt du noch, die so geschossen haben, die so selbstbewusst waren und dann so in der Mädelsrunde meinten, boah, voll peinlich, was du machst, voll scheiße und voll komisch, und so geschossen haben. Und die einfach Jahre später gekommen sind, nach einem Job gefragt haben, oder ob ich in Kontakt vermitteln kann.
Ja, das ist wieder dein Innerer. Ich muss hier die Balance und ich brauche Frieden und Harmonie und blablabla.
Ich muss echt mal auf Harmonie scheißen, ne? Ja, ehrlich.
Ja, ich weiß, ich weiß.
Wie ist denn das bei dir eigentlich? Ich will jetzt gar nicht hier zu weit, weil das ist ja ein bisschen das Thema. Ich habe mich da jetzt letzte Woche mit beschäftigt, mit Freunden beim Abendessen mal geredet. Hast du streiten gelernt? Ich habe das nicht gelernt. Ich kann nicht streiten.
Boah, ich weiß gar nicht, ob ich so wie sagt man das, Konfliktmanagement von Kind auf. Das Ding ist, ich bin, was das angeht, der Meinung, dass du immer einem Elternteil ähnlicher bist als dem anderen.
Echt jetzt?
Safe! Ich glaube, man guckt sich da halt viel ab. Und was heißt Konfliktmanagement dann lernen? Das ist ja was anderes, wenn du dir als Kind anguckst, wie Paare streiten und wie Kinder und Eltern streiten. Aber ich weiß auch, was du meinst, von wegen, wenn halt Sachen einfach so totgeschwiegen werden, so von zu Hause aus, ne? Ja, ja, aber da, ich weiß gar nicht, wann habe ich das denn gelernt? Habe ich das überhaupt gelernt? Kann ich mich streiten?
Boah, vor deinem Papa habe ich richtig Angst.
Ja, weil du damals meine Barbieköpfe abgeschnitten hast.
Bis heute, ne? Ich habe Angst vor dem.
Warum eigentlich?
Und du noch so, Lea, es ist Es ist nicht so schlimm, es ist nur Montag heute. Deswegen ist der böse, nicht wegen der Barbie.
Das ist auch krass, wenn du überlegst, wie alt war ich da und dann schon als kleines Kind so geredet bekommen habe. Jeder Mensch hasst Montag.
Das hat sich so eingebrannt. Bei euch vor dem Haus, wo der Teich war, voll krass, wie der ankam und einfach so Montag gehasst hat und mich dann angemacht hat mit Arsch.
Ja, jetzt wollen wir mal hier ne Dings haben, aber der ist sonst ein ganz netter Typ. Ey, hallo!
Ich weiß. Ich finde Ralf cool, aber ich habe Angst vor ihm.
Vielleicht wegen seines großen Huts oder so. Ja, der hat halt keinen roten Lippenstift auf, sondern einen großen Hut.
Seine Uniform ist rot.
Das ist auch so geil, ne? Ich finde so ganz viele, das finde ich so traurig, alle, guck mal, viele Berufe haben momentan so richtig fancy Namen, ne, wo du so den Namen liest und denkst so, boah geil, was ist das? Man darf das ja nicht herabstufen, aber trotzdem, das Hausmeister, meistens. Ja, so, oder weiß nicht, du liest den Namen und denkst dir so, boah, krass, was das denn? Letzten Endes ist dann irgendwie, weiß nicht, Korkensammler oder irgendwie sowas, weißt du, was ich meine? Ja, keine Ahnung, aber irgendwie haben diese ganzen Berufe an, ich will nicht sagen an Tradition verloren, aber irgendwie so ein Wiedererkennungswert. Und die versuchen sich das jetzt wieder zu schaffen durch irgendwelche fancy Namen und sowas alles, oder zum Beispiel nehmen City Manager, alles. Wenn du mal irgendwie, weiß nicht, so Steps down oder keine Ahnung was durchgehst, dann liest du da so Namen und denkst dir so, okay, heftig.
Ich weiß, was du meinst. Oder aber auch witzig, da muss ich mal dran denken, wenn du dich selbstständig machst, dann bist du halt CEO. Ja, so von niemandem.
Me myself and I. Ich bin CEO von allen Angestellten. Das ist echt so krass.
Ist, und ich glaube, das unterschätzen auch viele, wenn du dich selbstständig machst, ja, du bist Buchhalterin, Finanzmanagerin, Marketingmanagerin, Content Creatorin, Psychologin, Feuerwehrfrau, die Brände löschen muss, oder General Managerin oder Speakerin. Du bist einfach alles, ja, in einer Person. Und das vergessen viele. Und aus meiner Sicht scheitern viele, weil sie nicht bereit sind, die Tätigkeiten zu erlernen, die nicht ihrem Menschentypen entsprechen. Ja, du zum Beispiel bist eine Allrounder vom Typ her. Wenn du was nicht kannst, bist du bereit, das zu lernen.
Ja, ich auch, weil ich glaube, das ist gleichzeitig Fluch und Segen, weil mir schnell langweilig wird. Ja, weißt du, wenn ich jetzt— überhaupt nichts dagegen, man braucht das auch, aber wenn Fließbandarbeit— ich würde nach 3 Stunden, wo das Fließband läuft, abkotzen und würde irgendwie aus Langeweile irgendwie genau— ich bin ja auch Gegenteilsortierer. Ja, man sagt mir, das eine macht das andere, aber das ist halt so, weiß nicht, da würde ich glaube ich extra Scheiße bauen, um ein bisschen Spannung reinzubringen. Aber ne, oder? Ja, ich weiß jetzt gar nicht mehr, wo wir gerade waren.
Ja, alles gut. Das Ding ist, oder auch im Business, guck mal, scheiße, ich werde 31, ich werde nächstes Jahr 32.
Okay, lass uns mal kurz— Das ist nur eine Zahl.
Nein, hör auf, mein Gott, 20 und am Abi gemacht.
Ja, ich sag ja, das ist so ein Riesenvakuum dazwischen einfach.
32, okay gut, auf jeden Fall 11 Jahre im Business, über 10 Jahre kann ich sagen, genau, 10 Jahre im Business. Ich kann mittlerweile sagen, so in meiner Branche, ich kann mindestens in jedem Bereich die Basics. Du kannst mir nichts vormachen, du kannst mir keine Scheiße erzählen in Buchhaltung, Design, Copywriting, Marketing, Speaking, ich weiß nicht was. Und warum nicht? Weil ich ein Naturtalent bin. Sondern weil ich einfach bereit war, in alles reinzugehen. Ich habe scheiß Banner mit Windows Paint— kennst du das noch? Design. Ich wusste nicht, wie das geht, aber ich habe es halt einfach gemacht. Die sehen so scheiße aus, die Banner, die allerersten mit dem Tobi damals, weißt du noch?
Ich finde deinen Flyer so geil, den ersten. Können wir den auch irgendwo einblenden bitte? Da wo du— ich weiß nicht, ob es so ein Regen- oder so eine Windbreakerjacke ist oder so, und dann steht da irgendwie was in der abgefuckteste Schrift, die es so gibt, weißt du, so richtig Billo.
Aber auch das Ding, ich habe es halt einfach gemacht so, oder wir haben es halt einfach gemacht.
Ja, meine, ich sag mal so, die ersten Zeichnungen, die ich verkauft habe, habe ich mit Paint bearbeitet, ne. Das auch kein Erzähl.
Brauchst du noch weinen? Boah.
Ernsthaft? Das ist deine Dingsda? Oh mein Gott, ist das ekelhaft!
Ja, wieso denn? 90% Speichel!
Ja, kennst du Uwe?
Ja klar, ich bin der Uwe und ich bin auch dabei!
Uwe, ich bin der Uwe und ich bin auch dabei! Nee, Uwe, unten wird's eklig!
Ach so!
Weißt du, wegen Speichel!
Guck mal, das sieht auch nach Speichel da aus!
Warum kickt denn jetzt die Armut rein? Ich krieg nicht mehr Weine!
Nein, wir müssen morgen arbeiten! Du musst dich einstempeln um 7:35 Uhr! Unser neues CRM trackt sogar Zeit.
Laber, das sagst du mir jetzt erst?
Ja, musst du wissen. Du musst das doch wissen, ich weiß das gar nicht. Keine Ahnung.
Hä, aber Zeit, wo du aktiv drauf bist?
Ich glaube, wenn du anfängst zu arbeiten.
Das geht gar nicht.
Ich habe keine Ahnung.
Ich mache mein Dings ja nie aus. Überstunden, Gleitzeit. Hä, echt jetzt?
Ja.
Also fangt ihr jetzt auch mit Überwachung und so an? Sozialkreditsystem?
Ja, abhören.
Wie China. Ey, was ist eigentlich, wenn man— guck mal, wenn du in China bist und Scheiße baust, da bist du ja richtig am Arsch, ne? Wenn du hier über China lästerst, da passiert dir nichts, oder?
Findest du China gut?
Was? Inwiefern? Weiß ich nicht. Kennst du dieses Sozialkreditsystem, was die da haben?
Ja.
Das ist doch voll krank.
Aber eigentlich haben wir das ja auch mit Social Media.
Ja, aber du wirst nicht auf eine Liste gesetzt und kriegst keinen Kredit mehr, weil du einen Kaugummi auf die Straße gespuckt hast.
Aber findest du nicht, dass Social Media dem schon gleichkommt? Das ist krass, so ist es wie eine Währung. Wenn du Follower hast, kannst du umsonst im Hotel schlafen, in Veranstaltungen gehen, keine Ahnung.
Ja, krass ist das auf jeden Fall. Deswegen folgt mir alle, damit ich halt auf diesem coolen Hast du einen Instagram-Account? Ja, ich habe ganze 4 oder 5 Beiträge.
Wir blenden hier Laura ein, folgt ihr.
Ja, das ist mein Moment. Jetzt kann ich dieses—
Ja, ich pitch dich mal.
Machst du so oder nur einen Finger?
Warte, wir machen das beide.
So, 3.
Sehr gut.
Du kennst sie doch auch, diese Leute, oder nicht?
Nein, ich weiß nicht, wen du meinst.
Diese Leute, die sich so richtig einen auf ihren Job abgeilen. Aber so ein Job, der halt sie selber gar nicht glücklich macht, sage ich mal, aber wo sie einfach in einer Position sind, wo sie halt delegieren können, wo sie andere anschwärzen können, wo sie— weißt du, was ich meine?
Ich glaube, das sind alles Dinge, Positionen, die das Ego füttern.
Genau.
Jetzt werde ich jetzt gar nicht so krass philosophisch werden, aber ich glaube, wenn du anfängst, Dinge zu machen, die nicht dein Ego füttern, sondern wirklich dein Zielen, also was du möchtest im Leben, deiner Begeisterung, dann bist du auf dem richtigen Weg. Weißt du, was ich meine?
Mangelt's den Leuten denn dann an Zielen, oder mangelt's den Leuten einfach einzusehen, dass sie auch mal das machen können, was ihnen Spaß macht, oder haben diese Menschen einfach keinen Spaß in ihrem Leben?
Ich glaube, dass sie manchmal gar nicht wissen, was sie wollen, und das mangelnder Selbstwert ist. Das glaube ich, ja. Ich glaube, viele Menschen haben sich auch noch nie wirklich aktiv mit sich selbst beschäftigt.
Ja, weil das ja auch wehtun kann.
Das tut super weh, mir auch jeden Tag noch. Das ist auch oft so ein Trugschluss, heißt das so? Ja, den man irgendwo hat, wenn man so in seiner Bubble unterwegs ist. Wir denken, jeder hat das schon gehört, dies und das. Jemand in der Fitnessbranche denkt, boah, ich muss doch jetzt nicht zum zehnten Mal erklären, wie Bankdrücken geht. Ich wollte schon Bank heben.
Banküberfall.
Am Bankräuber musst du doch jetzt nicht zum zehnten Mal erklären, wie es geht, eine Bank zu überfallen. Keine Ahnung. Und das Ding ist aber, noch niemand hat das gehört. Das ist das Krasse, weil jetzt auch in dem Fall, die meisten Menschen beschäftigen sich nicht mit sich selbst. Die haben sich nie die Frage gestellt, was will ich eigentlich vom Leben, wo möchte ich hin, was ist mir wichtig. Die sind einfach ausführende Ameisen. Zombies, die durchs Leben laufen und denken, sie müssten irgendwas tun, um geliebt und anerkannt zu werden.
Ja, oder halt andere so weit unterdrücken, dass sie halt sich selbst mehr lieben.
Oder so. Andere niedermachen. Ja, das grenzt an Narzissmus. Ja, auch ein Thema für sich.
Aber letzten Endes ist es doch auch nicht immer schlimm, nicht direkt zu wissen, was man möchte.
Würdest du jetzt sagen, dass du ganz genau weißt, was du willst.
Nein, niemals. Deswegen sage ich das, um das jetzt gerade meine Lebenslage zu relativieren.
Ich überlege gerade, mit Classy Confidence haben Dani und ich schon Ziel, wir haben schon eine Richtung. Aber wenn du mich jetzt fragst, was willst du vom Leben, also ich jetzt privat, voll schwierig für mich. Ja, ne, super schwierig. Und damit struggle ich oft auch, weil ich bin da manchmal unzufrieden, aber ich weiß gar nicht, was ich eigentlich will. Oft schwierig. Abschließend dazu, ich finde Business-Aufbau, und da stehe ich 100%ig hinter, ist die höchste Form der Persönlichkeitsentwicklung, weil du jeden Tag so krass über deine Grenzen gehst, dich selbst reflektierst, und aber auch hast das größte fachliche Wachstum. Weil wir haben ja eben über diese verschiedenen Rollen geredet, du machst so viele verschiedene Sachen, und das ist so eine steile Lernkurve. Deswegen, ich bin so ein Fan von diesem Ganzen. Bau dein eigenes Ding auf, egal in welchem Bereich.
Ja, vor allem tu halt das, was du liebst.
Das war's jetzt, wir sind am Ende angekommen. Ja, danke, dass du hier warst.
Das hat sich übel ironisch angehört. So, danke, dass du hier warst.
Jeden Tag, schön.
Zeitverschwendung. Das ist auch sehr ungewohnt gewesen. Cool. Letztes Mal stand ich, glaube ich, mit 2 vor der Kamera. Ja, da hat meine Mutter mich zu Americas Next Dings angemeldet. Nein. Doch, doch, klar, weil sie ihren Traum nicht verwirklichen konnte. Und dann sind wir nach Amerika geflogen, hat sie ihren Traum mit mir gelebt. Das Traum war sozusagen auf die—
Okay, ciao.
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