Davina Potratz: Hate durch Fame? Selling Sunset, Netflix-Drama & Erfolgsgeheimnisse

In this German‑language interview, host SPEAKER A talks with Davina Potratz, a German‑born real‑estate broker and former model who moved to the United States at 17. Davina recounts her education (International School, Pepperdine University), early modeling career, and the winding path that led her into Los Angeles luxury real‑estate. She shares vivid behind‑the‑scenes stories: a chaotic gala travel mishap with lost luggage, a high‑price “sex‑room” property, and the pressure of delivering flawless performance despite personal fatigue. The conversation turns to her experience on the reality series Selling Sunset, where she describes extensive producer manipulation—scripted drama, selective editing, and music cues designed to portray her negatively. She reflects on gender bias in the male‑dominated LA market, noting that aggressive behavior is often labeled “masculine” when exhibited by women. Davina also discusses the broader reality‑TV ecosystem, the addictive nature of manufactured drama, and the difficulty of creating authentic, less‑sensational shows. Looking forward, she mentions working on two new TV projects and launching a cosmetics line that will be integrated into future shows. Finally, she offers advice to women considering entrepreneurship or media exposure: embrace risk, stay authentic, ignore online hate, and believe in oneself. The interview ends with a light‑hearted note about grabbing a bite together.
Chapters
In einem der krassesten, umkämpften Märkte auf der Welt, in LA, in der Männerdomäne, einfach solche Millionendeals abzuschließen, finde ich einfach richtig krass.
Da war so ein Paar, die waren beide mit anderen Leuten verheiratet, die wollten zusammen. Ich dachte, ich hab's auch nicht geschnallt, bis es dann so weit kam. Ich so, okay, aber ich bin nicht hier, um Fragen zu stellen. Aber die wollte dann natürlich Fotos oder Videos und ich dachte, ich habe nichts für. Aber ich hatte eins von so einem Sexroom. Das war völlig krass. Manchmal hat man nur eine Möglichkeit und Entweder machst du es jetzt oder nicht.
Herzlich willkommen.
Danke.
Wobei, ist ja deine Heimatstadt.
Genau. Willkommen an dich.
Wann bist du eigentlich gegangen in die USA?
1995.
Krass. Crazy.
Ja, ja, war ich 17,5. Ich habe gerade meinen Abschluss gemacht bei der Internationalen Schule und hatte ein Modeling Competition hier gemacht und war bei Arabella bei ProSieben und ich hatte da 3.
Platz.
Und ich dachte, ja, dann habe ich hier noch so ein paar Modelagenturen getroffen hier in Hamburg und ich dachte, soll ich jetzt bleiben? Soll man das machen oder lieber zur Uni? Ich dachte, nee, ich gehe lieber zur Uni, da bin ich schon angenommen. Das hört sich sicherer an. Und dann habe ich das gemacht.
Krass, was hast du studiert?
Advertising, also Werbekaufrau. Marketing, ja genau.
Nur nicht so sexy. International School.
International School, ja. St. Genesee.
Ich war an der Universität Duisburg-Essen.
Ich war in Amerika, Pepperdine University in Malibu, sehr klein. Krass, das klingt sexy. Das war super, ja, sehr klein. Klein, aber so ähnlich wie meine Schule. Und da habe ich mich wohl gefühlt, weil die Klassen waren so 10, 12 Leute. Da habe ich gedacht, ja super, da kümmert sich der Lehrer um mich. Weil bei USC und so, da sind, weiß ich nicht, 1000 Leute in der Klasse. Da habe ich gesagt, nee, da gehe ich alleine hin. Ich muss da eine Frage stellen können und so, sonst merke ich mir überhaupt nichts.
Bist du ganz alleine rüber gegangen?
Ganz alleine, ja.
Das ist auch mutig mit 17.
Ja, aber also die Schule war ziemlich klein, 3000 für Undergrad und Grad. Programm, also ziemlich wenig Leute für 2 Programme. Und da waren auch viele International Students und die waren auch in dieser Schule, aber in Abu Dhabi oder in Paris oder sonst wo. Ja, Südafrika oder irgendwas. Da kannst du direkt dich vernetzen. Genau, und da kennen die: Ah okay, du warst auf der gleichen Schule und die sind auch alleine dahin gezogen. Okay, dann haben wir uns alle getroffen und dann sind wir schnell befreundet. Ja, witzig.
Ja, und dann bist du im Immobilienbereich gelandet, ne?
Naja, das ging nicht so ganz schnell. Ich wollte ja erstmal Art Director oder irgendwie was mit Beauty machen und ich wusste nicht genau was. Und dann dachte ich, vielleicht werde ich Beauty Editor und arbeite bei einer Zeitung und tue dann zum Beispiel bei Allure oder so. Da kommen die ganzen Produkte und dann muss man die beraten, also Wertschätzung und erklären, wofür man die benutzt. Aber die verdienen nicht so viel und die sind alle in New York. Und dann dachte ich, na ja, ich guck mal. Und dann habe ich bei zwei Zeitungen gearbeitet, so Freelance Writer. Da war ich bei vielen Events und dann erzählt man, wie das Event gegangen ist und ich dachte, na ja, Okay, ist immer so auf Druck, weil die müssen ja immer das bis zum, weiß ich nicht, 20. die Sachen fertig haben, damit das gedruckt werden kann. Und ja, das war auch nicht so richtig. Ich dachte, ich mache jetzt Modeling, weil ich war im Sommer immer, als ich in Hamburg war, immer bei Mega Models und ich dachte, okay, ich mache das jetzt. Und dann habe ich damit angefangen, habe das 10 Jahre gemacht und dann bin ich zurück nach L.A. und dann habe ich angefangen mit Immobilien. Crazy.
Das ist auch ein Einstieg. Ich glaube, dass da so hinter den Kulissen voll viel passiert, was glaube ich Menschen so draußen gar nicht sehen. Wir haben uns ja gerade noch unterhalten, Als du angekommen bist. Wir hatten ja die Gala letzte Woche.
Ja, genau.
Und jetzt haben dich alle so im perfekten Saint Laurent, hast du getragen, Kleid gesehen auf der Bühne. Aber wir erzählen das jetzt einfach mal der Hintergrund.
Ja klar.
Dass du wahrscheinlich die Nacht durchgemacht hast und so, wie die Jasmin hat die Nacht durchgemacht, weil dein verdammter Koffer in London versteckte. Ja, geht dann einfach nichts.
Da hattest du ne Gala. Also mein Flug von L.A. nach London war super, aber dann hatte ich auch noch 4 Stunden Aufenthalt, da war ich in der Lounge. Ich dachte, okay, ich halte es jetzt aus. Und dann ist es endlich soweit gewesen, nach Köln zu fliegen. Und dann sagen die, ah ja, wir haben technisches Problem, Das hat sich dann auf 3 Stunden rausgezögert und am Ende haben die gesagt: Okay, wir müssen in ein anderes Flugzeug. Und dann fragt jemand neben mir: Was passiert mit unseren Koffern? Weil wir brauchen unsere Sachen. Don't worry, die kommen alle mit und so. Okay, dann gehen wir raus und die gingen von hinten raus und ich saß erste Reihe. Okay, dann gehen wir alle raus und ich denke: Sind Sie sicher, dass unsere Koffer mitkommen? Ja, ja, das wird schon. Okay, okay, okay. Und dann waren wir ganz schnell, wurden wir mit dem Bus zum anderen Flugzeug gefahren, sind da reingegangen und so. Ich dachte: Okay, der Koffer kommt mit. Kommen wir natürlich in Köln an und da war überhaupt nichts und alle haben sich beschwert und ich habe gesagt, okay, ich glaube, mein Kleid ist da drin, brauche meine ganzen anderen Sachen, aber egal, ich kann mir jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Aber morgen kommt er an, richtig? Weil ich muss nach Ibiza fahren und dann brauche ich meine Sachen. Ja, ja, das kommt morgen an. Okay, man kann da auch niemand anrufen, es ist alles über E-Mail.
Okay, KI.
Okay, dann bin ich ins Hotel und ich dachte, ich war so fertig und so müde, dann bin ich auch direkt eingeschlafen. Und Gott sei Dank hatte ich das Kleid dann und die Schuhe im Handgepäck, aber nicht die Jacke, den Pelz. Egal, das hat geklappt. Ja, und leider hatte ich dann meine Sachen nicht. Bin dann schnell zu Douglas im Bahnhof gegangen und habe da eben geholt. Die haben auch ganz wenig Shampoo. Ich weiß nicht warum, aber ich habe da irgendwas gefunden und ich dachte, okay, das wird jetzt. Und dann haben wir es hingekriegt. Und dann nach der Gala bin ich zum Flughafen und habe da gebetet und gebettelt beim Zoll. Und die waren schon zu und da war mein Koffer hinter so einem Käfig und Da habe ich jemand angerufen, ja krass, weil das aus Amerika kam. Und die sagten, ja, das muss alles untersucht werden. Da habe ich gesagt, ja, gucken Sie sich das alles an, da ist nichts. Also bedienen Sie sich, ich will den Koffer nur haben. Und dann haben die gesagt, nee, da ist jetzt zu. Und dann hat ein sehr netter Mitarbeiter, ich glaube, der hat einfach Mitleid mit mir gehabt, der hat da bei seinen Beamten angerufen, der ist gekommen und hat den Koffer rausgeholt und den Zolldirektor überredet, dass sie das noch mal— weil die sind ja da gewesen, die wollten nur nicht. Und die haben mich dann endlich gehen lassen. Das war intensiv, aber the show goes on.
Und genau darauf wollte ich hinaus, weil du stehst auf der Classy Confidence Gala, dann am nächsten Tag wahrscheinlich völlig übermüdet auf Ibiza, aber du lieferst einfach ab. Und ich glaube, im Business-Kontext sehen viele einfach gar nicht, was so hinter den Kulissen abgeht. Und ich glaube, diese Momente machen wirklich diese Professionalität aus. Ist man wirklich professionell oder nicht? Weil ich meine, du hättest auch ausrasten können, sagen können, Gott, ich blase alles ab, ich habe hier gar keinen Bock. Aber du hast halt einfach performt. Ich glaube, dass das voll die wichtige Fähigkeit ist und dass es diejenigen unterscheidet, die wirklich weiterkommen und die halt nicht.
Ja, seid ihr Pros oder nicht. Genau. Und das ist eben die Kunst. Und ich meine, an für sich kann ich mich nicht beschweren. An für sich bin ich in einer super Situation und ich muss, das passiert halt und dann muss man eben Performance machen. Wenn man sich von diesen kleinen Sachen runterkriegen lässt, dann wird es nichts. Also man muss einfach weitermachen. Also keine Ahnung, blieb mir nichts anderes übrig. Ich dachte, wir sind jetzt hier, wir machen das jetzt und hatte ich Glück, dass ich das Kleid noch da hatte und irgendwie hätten wir es dann auch sonst geschafft. Ja, ja, war super gut.
Die Gala war richtig gut. Also das hat glaube ich auch gut funktioniert.
War auch sehr gut. Ja, ja, genau.
So, jetzt sind wir schon bei hinter den Kulissen, was da alles so abgeht. Die Frage hast du sicherlich auch schon oft bekommen, aber als Frau in einem der krassesten, umkämpften Märkte auf der Welt, in LA, in der Männerdomäne, einfach solche Millionen Deals abzuschließen, finde ich einfach richtig krass. Magst du mal so eine Story teilen, die du vielleicht so noch nicht erzählt hast, oder wo du sagst, boah, das war eine krasse Situation im Hintergrund einfach?
Ja, also ich überlege da, und das ist ja, es ist ziemlich schwer, so wenn man wirklich hinterher aggressiv jetzt also nach vorne kommen will, empfinden das die Leute als sehr männlich und möglicherweise negativ. Und das ist dann nicht unbedingt weiblich. Und wenn man ehrlich ist oder direkt fragt, das ist dann auch so, ja, das ist aber nicht feminine und das ist nicht weiblich und das ist irgendwie ein Abturn. Und das ist ja, aber es ist okay, wenn ein Mann das macht, oder wie? Man muss schon Mut haben und irgendwie an sich glauben. Man kann ja auch weiblich sein und das trotzdem machen. Voll. Aber das ist, es ist eine langsame Kurve, wo Leute sich noch dran gewöhnen, glaube ich. Und die wissen nicht so, wie sie drauf reagieren manchmal. Und die sagen dann, ach, das ist, weil du deutsch bist.
Du hast den Schutz. Du hast den Schutz.
Ich so, nee, das ist einfach, wer ich bin.
Ja, das stimmt. Es wird immer so ganz schnell immer noch abgestempelt, das ist männlich. Wenn Frauen das machen, dann sind sie aggressiv.
Es reicht jetzt.
Okay. Arrogant oder aggressiv, aber ich sehe das gar nicht so und ich finde das bei dir so schön. Ich habe das auch in der Anmoderation auf der Gala gesagt, weil ich finde, du verbindest das so toll, diese Klarheit, dieses nach vorne gehen, du holst dir, was du willst und das aber finde ich so in Weiblichkeit einfach und es ist gar nicht das Entweder-oder, sondern ich glaube, man braucht beide Anteile im Business.
Total und ich habe auch viel Manipulation erlebt.
Echt? Ja, also mehr als wir bei Selling Sunset sehen.
Ja, so was Selling Sunset, man sieht ja nicht, was hinter den Kulissen Ja, es ist echt, aber die Situation, also zum Beispiel jetzt will man nicht unbedingt erzählen von jemandes Scheidung oder von was gestern Abend passiert ist. Vielleicht wollen wir über was ganz anderes reden und das ist ja dann langweilig, weil das damit nichts zu tun hat. Und dann wird man mehr oder weniger gefragt, ja, könnt ihr jetzt darüber reden, was jetzt gerade passiert und eure Meinung dazu teilen? Und die Meinung wird dann etwas vertieft, intensiviert, die vielleicht nicht so krass in Person rüberkommt. Dann geschnitten. Und in Musik, ja, da kommt viel viel Emotionen dabei mit der Musik. Zum Beispiel hatte ich eine Szene, da bin ich gegangen von der Oppenheim Group und wollte zurückkommen und es war schon abgemacht und dann haben die gesagt, ja, du triffst dich jetzt mit Jason und Mary in einem Dinner und dann bespricht ihr das. Okay, dann habe ich mir ein Outfit organisiert zum Dinner. Dann ruft die Produktion mich an und sagt, ja, wir haben das jetzt geändert, jemand anders macht das Dinner in der Location, ihr geht jetzt in den Coffeeshop. Das ist natürlich dann wesentlich einfacher und ich hatte nur dieses Kleid, was ich mir für den Abend schon organisiert habe und ich hatte Gott sei Dank schon Haare und fertig. Und ich dachte: Oh ja, ich habe jetzt kein passendes Outfit. Ja, macht nichts, zieh das Kleid an, was du anziehen wolltest. Okay, ich ziehe es an. Ja, genau. Und dann gehe ich dahin und es ist Tag und ist natürlich in einem Kaffeeshop. Und ich war dann total gestylt. Das passt natürlich nicht. Und ich gehe dann so rein und sage: Okay, here I am, there is the selling sunset. Und die waren sehr einfach angezogen, sehr sportlich und gucken mich an: Was hast du denn an? Und es passt gar nicht und so. Und ich denke schon, das ist wie eine Falle. Ja, und ich gehe da rein und denke: „Okay, okay, jetzt sehe ich irgendwie komisch aus, wie ein Trottel oder so." Weil das wird ja nicht gesagt, dass mir das anders erzählt wurde.
Ja klar.
Als die Shodan rauskam, war so Zirkusmusik, Clownmusik im Hintergrund. Damit ich richtig blöd aussehe. Und das macht dann die Leute— und die hören dann die Musik und denken: „Oh, die ist so blöd. Was zieht die sich sowas an im Coffeeladen?" Und das meine ich damit. Also es ist wirklich sehr manipuliert. Und das wusste ich ja in dem Moment nicht. Und man weiß ja nicht, welche Musik die benutzen. Da passieren ganz viele solche Sachen. Und manchmal wissen die anderen das nicht, manchmal wissen die es. Und dann haben die die ihre Interviews, und dann haben sie Mary gefragt: Was hältst du von Davina, dass sie da im Kleid, Abendkleid auftaucht? Und da sagt sie: Ja, das war völlig übertrieben. Also ja, sie bittet und bettelt ja schon fast für die Position. Und ja, so, es ist sehr, sehr krass. Und wenn ich mich danach dann noch verteidigen will, oder ich kann nicht wirklich sagen, was dann passiert ist, weil naja, es war ja etwas manipuliert, und ich kann ja schlecht dann die Position irgendwie riskieren. Und wenn ich mich erkläre, dann sehe ich schuldig aus. Das lernt man dann auch, und dann sagt man, weißt du was, mir ist egal, denkt, was ihr wollt.
Das muss auch ein krasser Prozess sein, oder? Ja, das ist sehr krass. Ich stell mir vor, dass man dann nachts im Bett liegt. Bei mir ist es so ein Trigger, so Unfairness ist bei mir z.B. ein ganz großer Trigger. Und dann klar, willst du dich erklären, du willst es richtigstellen, aber da muss man halt auch einfach irgendwann sagen, go fuck yourself.
Ja, ja, ist mir scheißegal, sollen die denken, was sie wollen, es ist mir echt so egal. Es hat ein paar Staffeln gedauert, bis man dahin kommt, aber das ist das Geschenk, was man davon hat, dann ist es so scheißegal, weil die haben mich noch nie getroffen, die wissen nicht, was wirklich passiert ist, und ihr seid alle neidisch, okay, also was soll ich machen, und ich mache einfach weiter, egal. Ja, also wenn man diese ganzen verschiedenen Manipulationen mitgemacht hat, dann irgendwann wird man dann allergisch gegen so Artificial-Energie-Leute, und da habe ich gar keine Lust drauf, irgendwie. Ja, und das sieht man auch, glaube ich, bei mir, und dann, ich werde so voll getriggert mit so Fake, weil ich denke immer: Oh, schon wieder falsch! Das ist nicht, was wirklich passiert ist! Und ihr wisst es hier alle! Und ich glaube, das wurde ausgenutzt, weil die haben gesehen, dass ich reagiert habe darauf. Und das war so: Okay, sie reagiert darauf, und dann machen wir weiter so, weil dann ist es eben ja entertaining. Ja, ja. Und dann, was jetzt genau passiert ist, wissen die Zuschauer natürlich nicht. Und das können sie auch nicht wissen bei so vielen Leuten. Und manche Events waren ja 5, 6 Stunden, da können sie ja schlecht alles zeigen.
Klar, das sind halt immer so ein paar Ausschnitte. Ich habe jetzt auch bewusst nichts vorbereitet, keine Interviewfragen oder so, weil das hattest du mit Gala ja schon.
Ja, ja.
Wie war das eigentlich für dich?
War ganz gut. Die war sehr schön.
Kanntest du sie schon?
Ja, ich glaube, ich habe mit denen schon mal zweimal oder so, aber ich weiß nicht, ob sie das war. Ich glaube jemand anders. Aber die wollte dann natürlich Fotos oder Videos und ich dachte, ich habe nicht so viel, aber ich hatte eins von so einem Sexroom. Das war völlig krass. Das habe ich irgendwo her. Aber das war ja vom Open House, war das. Von so einer Immobilie. Ich habe ihr das Video geschickt. Vielleicht benutzen die es. Ich weiß nicht genau, aber—
Ein Sexhaus hast du verkauft?
Nee, das war nur ein Zimmer, aber das war total ausgestattet.
Ach, wie bei Fifty Shades of Grey.
Ja, genau. Das wollte sie unbedingt haben, weil ich habe jetzt, das habe ich gesehen. Da sagt sie: Kannst du es beweisen? Ja, kann ich. Und dann habe ich ihr das Video geschickt. Da sagt sie: Okay. Ich sage: I don't know. Das habe ich gesehen beim Open House. Weiß ich nicht.
Und das hast du den Klienten vorgestellt?
Nee, ich bin da selber hingegangen. Das war 38 Millionen. Die hatten da so ein Zimmer, das war innen ohne Fenster und die wussten nicht, was sie damit machen sollen. Sagten die, wir machen jetzt ein Sexroom damit. Okay, und das haben sie voll ausgestattet gehabt und da sind wir durchgegangen. So, okay, alles klar. Und ich habe das gezeigt. Ja, vielleicht benutzen sie es, weiß ich nicht. Ist ja gerade.
Hast du es verkauft am Ende?
Nee, ich nicht. 38 Millionen. Und das war auch, ich glaube, 3 Schlafzimmer, ein bisschen klein für 38 Millionen. Was? In L.A.? In L.A. Tolle Location, aber Bisschen klein.
Hast du bestimmt auch schon krasse Sachen gesehen in Brasilien, was die Menschen sich da alles reinbauen, oder?
Denen ist alles so egal.
Was war noch krass in so Sexrooms?
Weiß ich nicht. Also da war so ein Paar, die waren beide mit anderen Leuten verheiratet. Die wollten zusammen. Ich dachte, ich hab's auch nicht geschnallt, bis es dann so weit kam. Ich so, okay, aber ich bin nicht hier, um Fragen zu stellen. Also viele auch, die kamen mit ihren Freundinnen und dann Wenn es dann zum Vertrag kam, dann: Ah ja, Sie haben eine Frau, mit der Sie verheiratet sind. Ah ja, okay. Keine Ahnung, also ich muss dann noch irgendwie das unterschreiben, sonst müssen wir das in anderen Firmennamen oder irgendwie, keine Ahnung. Ja, ja, klar.
Wenn ich sowas höre, denke ich immer, ich lebe in meiner Blümchenwelt.
Genau, und deswegen, also meine Kritik ist ja dann nicht interessant, also ich will das verkaufen. Ja klar, klar.
Pokerface, ne?
Ja, es ist krass, krass. Die tollsten Geschichten. Da kam einer, der war sehr, sehr reich, aus Japan. Der hatte einen Dolmetscher dabei. Der hat aber verstanden Englisch, aber er hat so getan, als ob er nicht versteht. Und das war ein Mormone, der ist nach Japan gegangen, um da Englisch zu lernen, aber der hat Japanisch gelernt. Und der war dann sein Dolmetscher, aber der hat alles verstanden. Und dann kam er da mit verschiedenen Prostituierten an. Und ich so: "Ich verkaufe ihm das Haus." nichts zu tun. Und der war die ganze Zeit dabei, dieser Dolmetscher. Und ich dachte, das ist auch irgendwie merkwürdig. Ja, genau, man weiß es nie. Ich frage gar nichts mehr. Ich sage, alles klar, okay, macht, was ihr wollt. Wahnsinnige Geschichten, ja.
Crazy. Du bist ja in Hamburg aufgewachsen, ne? Ja. Was sagen deine Eltern dazu, wenn die solche Geschichten hören? Finden die das krass, also dass du in LA einfach so ein Business aufgebaut hast?
Ja, die finden das krass und die freuen sich natürlich. Die sagen immer, ja, du hast Sachen erlebt, da träumen Leute fahren und das stimmt auf jeden Fall. Aber die würden natürlich, dass ich gerne in Hamburg sein würde. Ja, das wollen Mama und Papa immer. Ja, natürlich. Aber ich habe auch keine Geschwister. Also das ist traurig für sie, aber ich versuche, so oft zu besuchen, wie ich kann. Und die sind auf jeden Fall sehr stolz und entertained von meinen ganzen Geschichten.
Ja, das glaube ich.
Jeden Tag, was ist da passiert?
Ja, richtig cool. Weihnachten bist du wieder hier, ne?
Weihnachten bin ich wieder hier. Genau. Und ich glaube, ich bleibe auch Silvester, weil ich meine, meinen Eltern nichts ist wichtiger. Ja, ist auch so. Ja, genau.
Ja, ich glaube aber, wenn man weit weg wohnt, guck mal, die Zeit, die du jetzt hier bist, dann hast du eine ganz andere Quality Time. So sehe ich das immer, als wenn du dann vielleicht dauerhaft hier wärst. Dann ist es vielleicht Alltag und so verbringt man dann wirklich diese Momente zusammen ganz, ganz viel bewusster, ne?
Total, genau. Und ich glaube, ja, also ich habe auch mehr Möglichkeiten, aber ich weiß jetzt genau, was ich mache, und da sind sehr, sehr viele Möglichkeiten. Also wenn man weiß, was man will, dann kann man das auf jeden Fall in L.A. fortsetzen. Dann gibt es sehr viele Möglichkeiten. Es ist schwer, aber es geht, glaube ich.
Ja, ja, ich war selber schon in L.A. und ich dachte auch, das ist einfach so eine Stadt, die riecht so nach Lifestyle und Business, groß denken.
Ich finde, so ähnlich wie in Dubai hatte ich so ein ähnliches Gefühl in L.A. Ja, ja, doch ähnlich. Ja, kann mir vorstellen. Ich weiß jetzt nicht, ich war das letzte Mal glaube ich 2012 oder 2014 in Dubai. Das ist auch super.
Oh, das ist ja dann lange her.
Schon lange her. Ja, genau. Ich war dafür eine Immobilien-Property-Show, das eine der größten ist in Dubai. So eine Riesenmesse für Immobilien.
Ja, habe ich schon gehört.
Und ja, da war ich eben da. War aber auch auf jeden Fall super, aber ist alles mehr so neu.
Ja, ich bin nächste Woche wieder in Dubai.
Echt?
Viele Freunde von mir sind drüben. Das ist echt krass. Viele sind— das kriegst du wahrscheinlich gar nicht so mit, wenn du in LA bist— also in Deutschland gerade wirklich viele, viele wandern aus. Meine Freundinnen sagen immer zu mir: Last woman standing in Deutschland. Also viele machen echt die Wiege nach Bali, Dubai, sehr, sehr viele.
Ich weiß, da sind auch viele in Spanien. Die sind deutsch, aber die haben damit gar nichts mehr zu tun. Die wohnen jetzt für immer in Spanien und die vergessen auch die Worte. Mallorca, Ibiza und überhaupt Spanien. Ist es bei euch gerade auch so geil hier? I doubt it. Ja, wahnsinnig. Ich meine, das Wetter ist kalt, es ist eben so, aber es ist auch schön hier. Ich weiß nicht.
Hat alles Vor- und Nachteile. Aber wie ist es so für dich, wenn du als als Deutsche aus L.A. irgendwie so dir das Geschehen in Europa anguckst, auch mit deiner Business-Brille? Also was kommt da drüben so an oder erzählen deine Eltern dir was, irgendwie wie das hier wirtschaftlich läuft?
Ja, natürlich wirtschaftlich auf jeden Fall und es ist überall schwer. In L.A., in Kalifornien ist es auch sehr schwer mit den Steuern und Politik.
Krasser Steuersatz.
Ja, sehr, sehr steuerlich. Viele Leute sind nach Florida, Texas abgehauen, Nashville. Las Vegas, weniger Steuer zu bezahlen, mehr Möglichkeiten. Ich glaube, es ist auf der ganzen Welt gerade ein bisschen schwer. Ich merke, dass es hier auf jeden Fall so ist. Entertainment ist auch ein bisschen langsam. Ja, es ist ein bisschen langsam und veraltet. Es wird immer krasser. Ja, es ist komisch, weil auch im Fernsehen. Ich denke, okay, das ist schwer. Man kann ja nicht voll stark dann mit einer ganz neuen Geschichte kommen, weil das geht dann auch nicht, weil die müssen so eine Transition Zeit haben irgendwie. Aber das ist alles ein bisschen alt und nicht so modern. Also auf jeden Fall ist Amerika wesentlich fortgeschrittener.
Das glaube ich auch. Du sag mal, was sehen wir von dir so die nächsten Monate und Jahre? An welchem Business arbeitest du gerade? Was ist dein nächstes großes Projekt?
Ich arbeite gerade an zwei verschiedenen Shows, aber ich kann leider nicht so viel erzählen. Meine Leidenschaft ist immer noch Kosmetik. Ich werde ein eine Kosmetikfirma aufbauen und die in die Shows mit einbauen. Aber das ist wirklich meine Leidenschaft. Ja, die Shows werden ganz besonders. Ich freue mich. Also es ist auch sehr, sehr viel Arbeit und es ist unheimlich schwer. Und es war immer schon, aber es ist noch schwerer jetzt, weil es sind, weiß ich nicht, 100, 200 Projekte, die sich für einen Platz bewerben.
Ja, also so läuft das, man bewirbt sich dann.
Naja, also die, die verschiedene Leute bewerben sich bei verschiedenen Netzwerken. Und die kriegen am Tag, weiß ich nicht, 3 bis 5 Shows vorgestellt und die sagen, die nehmen vielleicht eine von 150, 200. Crazy! Und es ist wirklich sehr, sehr schwer. Man muss verschiedene Sachen bringen, auf jeden Fall Drama, aber sofort Drama, nicht eine halbe Stunde später. Die wollen direkt Drama haben. Das sind die exklusivsten, größten Shows und es ist nicht für alle eben. Es ist natürlich sehr stressig und kommt drauf an, welche Position man da hat. Aber nichts hat so eine Marketingmöglichkeit wie eine Fernsehshow, eine erfolgreiche. Das glaube ich.
Sag mal, stimmt da mein Gefühl? Ich denke so, dass sich das immer besser und besser vermarktet. Also Drama hat sich immer schon gut vermarktet, aber ich habe so das Gefühl, die Menschen suchten das regelrecht.
Leider.
Die wollen Drama und das wird einfach mit Produkten, mit Dienstleistungen verknüpft, mit Branding. Das verkauft sich dann viel besser. Siehst du das auch so?
Ich persönlich nicht, aber ja, es geht um die Masse. Es ist traurig, aber leider ist es so.
Trashy, ne?
Ja, trashy, weil das Nervensystem wird total geschockt und das heißt Intermittent Reinforcement. Das geht so hoch und runter, Cortisol und dann Dopamin, Cortisol, Dopamin, und das ist sehr süchtig machend. Das ist so wie Gambling und das macht sehr süchtig und dann guckt man auch die ganze Staffel auf einmal und Und das ist natürlich, was die Sender wollen. Ich meine, ich verstehe es, weil es gibt so viel Konkurrenz, es gibt so viel Auswahl. Und ich habe wirklich versucht, eine Show zu machen, die nicht so stressig ist, die ist mehr so entspannt. Aber das war nicht populär bei denen. Okay, was soll ich machen? Ja, dann habe ich gelernt, so, dass die haben eine Formel und die wollen die Formel. Und wenn man das nicht bringt, dann hat man keine Chance.
Also ja, ich meine dann, das einfach so verkaufen, was die Menschen wollen, und dann machst du es auf deine Art.
Genau. Man kann sich in der Mitte ein bisschen treffen.
Das denke ich auch.
Aber man muss auf jeden Fall schon eine Entertainment und Drama bringen. Und ja, es ist schwer.
Ich finde aber ehrlich, du bist gar nicht der Typ, der auf sowas abfährt, ne? Nein, ehrlich gesagt gar kein Trash-TV oder so rein. Es gibt ja wirklich Menschen, die in Deutschland, die wissen alles, was bei der Show passiert, Dschungelcamp und keine Ahnung. Ich bin da so raus. Und ich bin auch ehrlich, bei Selling Sunset, ich habe super gerne gesehen, ja, aber diese Dramasequenzen, das macht es echt ungemütlich. Ich habe sie vorgespult, weil irgendwie wie, das zieht einen auch so runter. Ich meine, du beschäftigst dich ja auch mit Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität und Energien, und ich denke mir immer, oh Gott, löschen, löschen, irgendwo, die du aufsaugst. Ja, und ich habe dann immer vorgespult zu den Immobilien und dachte, was inspiriert mich?
Ich weiß, ich weiß, wir haben es, wir haben es so oft versucht, mit denen zu sprechen, aber die wollen das nicht haben, und die wollen, und es, ja, und es wird immer mehr, und irgendwann muss man verstehen, okay, das ist, was jetzt der Sender will, und das ist, was die Masse will. Und wenn man das nicht bringt, hat man keine Show. Entweder macht man mit oder nicht. Okay, dann müssen wir es irgendwie organisieren, dass wir das irgendwie so hinkriegen, wo es noch irgendwie zu verdauen ist, wo man sich ganz okay fühlt. Aber ich finde, bei Selling Sunset, also als ich dabei war, war immer, immer die gleiche Person, oder die gleichen Personen wurden immer negativ dargestellt.
Ja, finde ich auch.
Und ich finde, das ist jetzt nicht subjektiv auf mich, sondern, oder Christine, es ist ja nicht jeder perfekt und jeder schlecht zur gleichen Zeit. Es ist vielleicht jemand hat andere, jemand anders eng Scheiße gebaut in der nächsten Staffel, aber nein, die haben immer nur auf mich und Christine gehämmert. Und irgendwann haben wir gesagt, okay, also wenn wir nie Immobilien verkaufen angeblich, und wenn wir nie irgendwie nett zu Leuten sind oder freundlich oder irgendwie was Positives gemacht haben, irgendwann wird es auch langweilig, weil ich meine, die tun immer nur, immer wieder nur auf uns hammern, dann glaubt das auch keiner mehr. Die anderen sind nicht so perfekt, wie ihr die alle darstellt. Das haben wir live mitgekriegt.
Aber was ich wahrgenommen habe, ist am Anfang, also jetzt von außen einfach, dass vor allem Christine und du, ihr wurdet wirklich, finde ich, sehr, sehr negativ dargestellt. Ich habe auch immer schon gedacht, als ich das geguckt habe, also ich finde, wenn man so ein gewisses Bewusstsein hat, dann weiß man ja auch, dass das gescriptet ist und alles, ne? Aber ich, naja, es hat sich sehr entwickelt irgendwo, weil am Ende, ich finde auch, ihr seid dann am Ende diejenigen, was ich dann auch irgendwie online gelesen habe, boah, ihr seid die Ehrlichen, mega cool. Also ich glaube schon, dass ihr dann am Ende auch Fans hattet, ne?
Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Aber ich glaube, man hat auch langsam gemerkt, so bei der 4., 5. Staffel, okay, irgendwas stimmt ja nicht. Das fand ich jetzt nicht so gut von den anderen. Also da haben dann gemerkt, okay, die sagen schon die Wahrheit und die haben nicht unbedingt gezeigt, was meine Erfahrung war oder was ich gesehen habe. Und das war alles zusammengeschnitten. Und dann sagen die erst „Ja, die ist autistisch oder so." Und ich sage: „Nein, das Audio wurde total zusammengeschnitten, deswegen hört sich das so schlimm an." So krass? Ja, voll krass!
Da sind wir wieder bei Manipulation.
Ja, und da kann man nichts machen. Das ist die Show. Das ist schlimm. Aber wenn man auf der guten Seite ist, ist das super.
Also wenn man dann so reingeschnitten, so das du so gesprochen hast.
Ne, wenn man zum Beispiel in der dritten Staffel am Ende, wo ich Krysha Ja, Two Sides to Every Story, wo sie geschieden waren. Ich wusste genau, ich wusste, das war in der ersten Staffel.
Was?
Ja, genau. Also in der dritten hat ja Christine ihre Hochzeit gehabt. Ja, und ich war mit meinem Freund da und wir saßen alle da zusammen und sie war mit ihrem Ehemann da, haben Champagner getrunken und sie musste dann nicht dabei sein. Und die haben gesagt, okay, du und Christine und Maja, ihr habt über Chrishell gesprochen, dass sie jetzt durch eine Scheidung geht. "Und was meint ihr dazu?" Da habe ich gesagt, ich meine, ich habe keine Ahnung, ich weiß nicht, was passiert ist, das ist nicht meine Freundin, ich habe keine Infos. Also ich weiß wirklich nicht, was da passiert ist. Da kann alles Mögliche passiert sein. Vielleicht hat er was gemacht oder sie, ich weiß es nicht. Und dann war es eben nicht intensiv genug, mussten wir es noch mal machen. Das haben wir 5 Mal insgesamt gemacht. Ich war dann am Ende, hatte keinen Bock mehr, weil ich dann auch noch besoffen war. Und ich dachte, ich will hier jetzt weg, keine Lust, lass mich, ich will nicht. Weil ich so gezwungen, weißt du. Und meine Frustration auf die Producer sah dann so aus, als ob ich auf Chrishell— ja, es ist schlau, sehr, sehr schlau gemacht. Also das sah dann so aus, als ob ich auf sie schwer genervt wäre und ich so: Ey, nochmal machen, oh Mann! Und sie sagt: Es ist okay, weil sie wusste schon, dass ich schlecht aussehen werde. Und sie hat gesagt: Mach dir nichts draus. Und ich wusste auch schon in dem Moment, dass sie mit Jason zusammen war. Aber ich konnte nichts sagen, weil ich wollte die Leute, die mir das erzählt haben, das wollte ich nicht erzählen. Und ich sage okay, da sind zwei Seiten, ich weiß es nicht. Und ich meine, stimmt ja auch. Und ich dachte, na ja, sie sieht sowieso nachher die Szene, wo ich mit Christine und Maya darüber geredet habe. Wir wussten ja nicht wirklich, was passiert ist. Und das haben die natürlich völlig ausgenutzt. Na klar. Und da haben sie das Audio so geschnitten, das hört sich wirklich staccato an und man denkt dann, du kannst nicht richtig sprechen. Und Maja hat mich verteidigt und das haben sie blockiert, das Audio. Ja, ja, es ist krass, das ist so krass.
Das würde man niemals denken, wenn man das von außen sieht. Und wie ist das in deinem Privatleben? Weil du willst ja nach vorne, du willst wachsen, du baust deine Sachen erfolgreich auf, du hast ja wahrscheinlich auch schon mal mit toxischen Energiefressern zu tun gehabt. Also wie gehst du mit denen um, weil sie die Gibt es da die, die schlecht reden, die dich runterziehen?
Also das ist mehr online, auf jeden Fall. Also die, ja, auf Instagram war sehr viel Hate für lange Zeit. Und dann irgendwann hat sich das geändert, weil ich glaube, mir war das dann so scheißegal. Weil ich dachte, also soll ich mich jetzt umbringen für die? Nee, das geht überhaupt nicht. Und die wissen ja nicht, was passiert ist, und die kennen mich nicht. Und irgendwann sagt man dann auch, weißt du was, ich reagiere da gar nicht mehr drauf. Ihr seid so peinlich, dass ihr jetzt nicht eher euer eigenes Leben irgendwie verbessern wollt und auf mich Hate schicken wollt. Selbst wenn das so wäre, was habt ihr jetzt davon, mich zu haten? Also keine Ahnung. Ich habe dann gesagt, sollen die Tennis spielen gehen, ein Buch lesen, keine Ahnung, irgendwas machen, um selber nach vorne zu kommen, anstatt irgendwelchen Fernsehstars, die ihr nicht kennt, irgendwie Hate zu schicken. Das ist also echt peinlich. Ich glaube, Leute fanden mich nicht unbedingt furchtbar. Die haben nur nicht verstanden, warum ich so reagiert habe, und die haben das natürlich nicht meine Seite gesehen und die haben nur so eine starke Reaktion gesehen, so eine Trigger-Reaction. Und die dachten dann so, oh, die ist immer schlecht drauf oder negativ. Aber ich glaube nicht, dass sie mich wirklich so gehasst haben. Aber dann haben sie mehrere Interviews gesehen und mein Instagram und dann haben die gedacht, oh, die ist ja eigentlich ganz nett und ganz anders als dargestellt. Das war so ein krasser Unterschied und Kontrast. Und dann haben Leute irgendwie gedacht, die ist ja gar nicht so. Und dann habe ich mehrere Interviews gemacht und die ganzen Reporter sagen, Ey, du bist total nett, ich würde mit dir befreundet sein. Ich sage: I know. Und dann sagt sie: Ja, okay. Irgendwas habe ich gesagt. Jetzt verstehst du, es wird ziemlich verdreht hier. Und ich habe auch keinen Hass auf Selling Sunset. Ich bin dankbar für die Show. Aber das ist leider, was in so einer Reality-Show passiert. Ja, und das passiert auf anderen Shows auch. Und jetzt habe ich auf jeden Fall, wenn ich jetzt eine Show gucke, sehe ich das in total anderer Perspektive, weil ich denke, man weiß nicht wirklich, was da passiert. Ist. Und man sieht die Reaktion von den Leuten. Ich denke, wer weiß, was wirklich passiert ist. Ja, und manche tun mir auch echt so leid. Die machen nur eine Staffel, z.B. Love is Blind. Die kriegen ja voll Hate.
Oh ja, und ich habe nur mal eine Staffel reingezogen.
Ja, und ich finde das auch völlig krass, dass Leute dahingehen und also irgendwie den nie sehen und dann sollen die gleich heiraten. Das ist auch wahnsinnig. Aber die wollen ja jetzt alle, ja, die wollen jetzt alle Influencer werden, aber die kriegen viel Hate und die verstehen nicht, wie eben Reality-TV TV, also was da genau passiert. Und jetzt sehen sie das und sind einfach schockiert, und die sind einfach im Schock. Und die tun mir schon fast leid, weil ich denke, naja, er macht nur eine Staffel, ihr werdet keine Chance kriegen, so weit zu kommen wie ich. Wo ich denke, okay, es ist mir doch scheißegal. Ja, ja, 6 Staffeln gemacht, also ja, da sieht man schon, ja, 6. Und dann, ja, das dauert ja 9 Monate oder so, bis die Show dann auch rauskommt, und dann sieht man das noch mal, muss das noch mal erleben. Und dann sieht man, was die Leute, was die Zuschauer jetzt, was Stephen-Version sehen, von was wirklich passiert ist.
Boah, was für eine Achterbahn.
Ja, ist eine Achterbahn, genau. Aber irgendwann ist man irgendwie betäubt davon, das völlig egal ist, scheißegal.
Man kann sein Leben auch nicht danach richten.
Nee, total. Und das ist eine super Position, wenn einem das egal ist. Aber das dauert, bis man dahin kommt.
Jetzt haben wir ganz viel über das Thema Social Media, Meinungen anderer Sichtbarkeit und so gesprochen. Hier schauen ja auch gerade Frauen zu, die jetzt gerade überlegen, oh mein Gott, soll ich irgendwie das Handy in die Hand nehmen, eine Story machen, soll ich mein Business veröffentlichen? Was würdest du einer Frau mitgeben, die das jetzt hier gerade sieht und überlegt, sich selbstständig zu machen, ihr Business zu starten, auf Instagram aktiv zu sein und nicht in eine Reality-Show zu gehen?
Oder vielleicht doch? Ja, ja, wenn man es aushält, ist es eine unglaubliche Möglichkeit. Ich kann es nur empfehlen, aber man muss bereit sein, auch schlecht darzustellen oder vielleicht anders, als es wirklich passiert ist, und authentisch. Und wenn man nicht zu dem steht, was man gesagt hat, das ist ein großes Problem, weil die Fans, die finden einen, und es ist intensiv. Ja, also ich würde auf jeden Fall denken, irgendwann muss man an sich glauben und hinter sich selber stehen und sagen, ich glaube jetzt an mich, ich finde mich gut, und ich glaube an meinen Traum oder meine Möglichkeit, dass ich das machen kann. Und das ist ja das meiste, das sagen, oh, das schaffst du nicht, und weiß ich nicht, so schwer, zu schwer. Warum? Man muss es versuchen. Und keiner, der erfolgreich ist, hat es einfach gehabt. Die haben einfach nicht aufgegeben. Das hat man auch gehört bei der Classic Confidence. Birgit hat es auch erzählt, die hat einfach nicht aufgegeben. Die haben ihr gesagt, nee, wir wollen sie nicht als Moderatorin. Nee, nee, nee, nee, nee. Und sie trotzdem weiter, weiter, weiter, weiter, weiter.
Große Entscheidungen treffen, große Anrufe machen.
Den Mut haben, einfach das zu machen, einfach zu fragen. Ja, die meisten fragen gar nicht. Weil sie Angst haben. Genau, was ist das Schlimmste, was passiert, dass sie nein sagen? Okay, dann hat man wenigstens versucht. Manchmal hat man nur eine Möglichkeit und entweder machst du es jetzt oder nicht. Also ich habe mich schon öfters getraut und ein-, zweimal habe ich mich nicht getraut. Dann dachte ich, oh, hätte ich, scheiße, hätte ich das bloß gemacht.
Ja, man sagt immer ganz oft zu sich selbst nein, bevor andere das machen, ne?
Total.
Guck mal, bei uns zum Beispiel, das ist jetzt auch voll weiblich, ne? Weil ich dachte mir so, So, wir machen die Classy Confidence Gala. Das war immer schon mein Mädchentraum, so ein Red Carpet Event zu machen. Jetzt nach 7 Jahren Classy Confidence sind wir jetzt an dem Punkt, wo wir gesagt haben, wir wollen die Community jetzt mal zusammenbringen. Fragt mich nicht warum, weibliche Intuition. Ich wusste, dass du kommst. Ich wusste auch, dass du nicht nein sagst. Ich weiß gar nicht warum.
Ja, ich fand das total— ich dachte, stimmt das?
Aber dann dachte ich auch so, als ich dann davor saß, ich dachte, ich kann heute nicht einfach der Davina schreiben.
Wieso?
Ja, ja, aber das denkt man ja dann, ja, egal, das ist jetzt ja erstmal nur eine Idee irgendwo gewesen. Du musst, das kennst du ja von den Pitches, du musst ja irgendwo deinem Gegenüber weiß machen, was du da vorhast, in dieses Gefühl reinbringen, in die Vision. Komischerweise, ich hatte so ein Gefühl, ich wusste, dass du kommen wirst.
Ich glaube, die Leute spüren, wenn man es glaubt, auch wenn man das nicht wirklich weiß, wie man das erklären soll oder wie das passieren soll, aber irgendwie merken die Die, du glaubst wirklich daran oder du glaubst nicht wirklich daran. Ja, genau, die merken das. Und auch authentisch. Und wenn du es wirklich glaubst, auch wenn du nicht so richtig genau perfekt bist, aber die merken, dass du selber überzeugt bist und dann sind die überzeugt. Die spüren das. An die ist es mehr größer als die Worte, finde ich.
Ja, ich muss an diesen Spruch denken: Du musst es zuerst dir selbst verkaufen.
Ja, liebe ich den Spruch.
Weil sonst, wer soll es sonst glauben?
Ja klar. Und große Träume sind schwer an sich selber zu verkaufen. Ist nicht so schwer. Aber wenn man eben brainwashed ist, dass man denkt, man ist nicht gut genug, man hat nicht die gewissen Sachen, die man braucht dafür, denkt man, ich kann das nicht, oder ich habe nicht die Ausbildung, oder ich sehe nicht so richtig aus, oder was weiß ich. Nein, warum nicht? Aber es ist, wenn man es selber nicht glaubt, dann geht's nicht. Aber wenn man das glaubt, dann hat man die Möglichkeit. Weiß ich nicht, vielleicht ist jemand angestellt als Kassiererin und die will jetzt ihre eigene Firma haben und denkt, also wer bin ich denn jetzt als Kassiererin? Man kann das Man kann das schaffen, aber man muss auch glauben, dass man es wert ist und dass man das irgendwie kann. Und selbst wenn man nicht weiß, wie, irgendwie werde ich die Leute finden, die mir helfen können. So wie du.
Genau, sehr gut. Cool, wir gehen was essen?
Ja, cool, super.
Perfekt, ich danke dir für das Interview.
Gerne.
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