In this German spoken‑word monologue, the poet addresses the German chancellor directly, denouncing his exclusionary vision of the nation that is reduced to a narrow, monochrome "Stadtbild" (cityscape). The speaker argues that the chancellor’s rhetoric about protection, "remigration" and cultural purity spreads fear, legitimises racism, and silences marginalized voices. The poem highlights the illegality of labeling people as illegal, condemns sexism, femicide, and the lack of listening to women’s experiences. It calls out the chancellor’s reliance on white‑male, nationalist stereotypes and urges a shift toward empathy, dignity, and an inclusive, multicolored Germany. Throughout, the poet repeats a calm yet resolute "Stopp!" as a refrain, demanding accountability, urging the building of bridges rather than walls, and refusing to be silenced.
Chapters
Ich hab gedacht, wir wären weiter, doch dein Stadtbild spricht von früher. Ein Land im Rückwärtsgang und du nennst das dann deutsche Kultur? Deine Worte scharf wie Rasierklingen. Du sagst, du willst nur ehrlich sein, doch ehrlich wär mal zuzuhören, wenn deine Worte so viel Gift enthalten. Man wird ja wohl noch sagen dürfen, das sagst du. Du sprichst von Schutz, doch streust nur Angst, versteckst dich hinter leeren Gründen. Dein Mikrofon klingt wie ein Pranger, du machst Meinung zu Gewalt. Ich hör dir zu und fühl mich fremd in diesem Land, das du verwaltest. Ich sag Stopp, nicht laut, doch klar, kein Wort mehr, der Spalt bleibt unkommentiert. Ich red von Würde und Menschen, du von Stadtbild und Remigration. Kein Mensch ist illegal, doch dein Denken inhuman. Du verschiebst die Grenzen, Mit deinen Worten, doch ich sag jetzt klar: Stopp! Du rollst mit den Augen, wenn Kritik kommt, so müde von der Wahrheit schon. Sagst, wir seien zu woke geworden, nein, wir übernehmen Verantwortung für unser Land. Du sprichst von Töchtern, die sich fürchten, doch hast du sie je gefragt? Hast du zugehört, wenn sie von Sexismus und Femiziden sprachen? Sie fürchten nicht Nationen, sie fürchten Männer ohne Reue. Und du, wovor hast du Angst, Herr Kanzler? Vor dem Ende deiner feuchten Machtträume? Ich schäm mich nicht für mein Land, ich schäm mich für das, was du draus machst. Für deine spaltenden Worte, wenn Geschichte sich offensichtlich wiederholt und kracht. Du sprichst von Stadtbild, als wären wir alle nur Dekoration. Beurteilst Menschen nach der Optik, doch sag, wer passt denn in dein Licht? Blond, blauäugig, schlank und groß, das kennen wir doch, das hatten wir schon. Dein Stadtbild blendet Farben aus, die längst zu diesem Land gehören. Ein Spiegel, den du malst aus Angst. Nicht aus Realität. Doch Deutschland hat mehr Töne als dein sinnloses alte weiße Männergedröhne. Oh, ich sag Stopp, nicht laut, doch klar, kein Wort mehr der Spalte bleibt unkommentiert. Ich red von Würde und Menschen, du von Stadtbild und Remigration. Kein Mensch ist illegal, doch dein Denken inhuman. Du verschiebst die Grenzen mit deinen Worten, doch ich sag jetzt klar: Stopp! Wir waren schon mal hier, wo Worte Brände legten. Ich kenn den Klang, wenn Sprache gibt und Herzen brennen. Ich weiß, wie toxisch Schweigen riecht nach Angst und Hass, also sprech ich ruhig doch unerschütterlich klar. Ich wünsch mir einen Kanzler, der zuhören kann, nicht nur dem blaubraunen Schreihilsen, der für einen Staat weiter spaltet und echte Lösungen für echte Probleme mit uns sucht. Einen, der Politiker*innen nicht über das Gesetz und das Volk stellt, denn ja, auch du, Herr Kanzler, arbeitest für uns und wir bezahlen euren Lohn. Yeah, eh, ich bleib laut für das, was zählt, seh Farben, wo du Schatten wirfst. Ich bau Brücken mit Worten, Gästen, du Du siehst Mauern aus Angst und Hass, denn dieses Land ist mehr als dein Stadtbild in Grau. Ich bin hier und ich geb es noch nicht auf. Und ich geb es noch nicht auf.