Anders ! - Im Interview mit Sylvia Leifheit

Sylvia Leifheit, entrepreneur, actress, author and spiritual medium, describes her spiritual awakening after a near-death experience in 2000. She teaches practical exercises like the "cosmic cross" and struggles with existing in both the business world and spiritual work simultaneously. She believes joy and energy are keys to expanding consciousness.
Chapters
So, jetzt sitz ich hier und frage mich: Neben wem sitz ich eigentlich? Du hast so viele verschiedene Farben in deinem Leben. Von der Schauspielerin, die viele kennen, von anderen Berufszweigen, die dich in die äußere Welt der Materie führen, und du schreibst Bücher, du schreibst sie nicht nur selbst, du schreibst sie mit Hilfe der feinstofflichen Welten. Wer bist du? Erzähl es uns.
Du machst es dir etwas einfach, weil das ist so eine große, komplexe Frage, dass man, glaube ich, ein ganzes Leben braucht, um da echt wirklich darauf zu antworten.
Dann werde ich die Frage blitzartig etwas verdeutlichen. Ich glaube, dass die meisten Menschen sich sehr schwer vorstellen können, wie man einerseits in der sogenannten Berufswelt, der materiellen Welt, der extrovertierten der materiellen Welt unterwegs sein kann und gleichzeitig in der seelischen Welt, in der Welt eines Mediums, eines Schreibmediums. Ich glaube, dass in sehr vielen Menschen die Vorstellung vorherrscht, dass man nur entweder oder sein kann. Wie empfindest du selbst diese Vielfalt in dir?
Also für mich ist es so normal wie das Luftholen für uns alle, in erster Linie. Deswegen empfinde ich das Vielfältige in mir überhaupt nicht als irgendetwas Außergewöhnliches oder Besonderes, aber die Reaktion der Menschen, das ist das, was außergewöhnlich und besonders ist.
Wie reagiert der Mensch, das Mensch auf dich?
Also ich habe immer wieder damit zu tun, dass es eigentlich niemanden wirklich gibt außer dir, der das, was ich bündle, versteht auch fassen kann. Entweder sind Menschen, die sich sehr in der Businesswelt bewegen, wo ich nicht einmal ansatzweise auf eine Art Verständnis treffe für energetisches Wissen, geschweige denn channeln oder so was. Das ist alles ein anderer Planet für die, eigentlich eine andere Sprache. Und umgedreht, wenn ich mich auf energetischen Messen oder irgendwie solchen Dingen bewege und dort Menschen treffe, dann können die wiederum überhaupt nicht verstehen, wie ich tatsächlich auch noch was anderes mache und Visionärin bin, Ideen habe und diese auf die Welt bringe. Geschäftsideen, das kriegen die dann auch nicht gebacken, oder sagen wir mal, miteinander. Ich verstehe, dass sie überfordert sein könnten, aber was ich so schade finde, ist, dass sich keiner wirklich Mühe gibt, es zu verstehen. Die meisten haben wirklich so eine Art Schubladendenken und kommen da nicht raus. Das ist eher so ein bisschen das, wo ich sage, schade eigentlich. Warum ist es so schwer, sich zu öffnen und diese Vielfalt als eine Normalität zu akzeptieren? Sie wollen dann immer mich ändern.
Wohin wollen sie dich ändern?
Entweder in das: Sei doch mehr wie ein Businessmensch, frage nicht solche komischen Fragen wie Sylvia Leifheit. Wir sind hier im Unternehmertum und da fragt man solche Fragen nicht, oder das sieht man auch diese Welt nicht so. Wenn ich zum Beispiel Empathie oder respektvolles Miteinander im Unternehmertum fordere, dann spreche ich mit Aliens, weil es so scheint, als würde das eine das andere ausschließen, was ich nicht verstehe. Es schließt in meiner Welt sich nicht aus. Und umgedreht, wenn ich eben mich in esoterischen Kreisen bewege, dann wird eher Also schadet es mir eher, weil ich missverstanden werde im Sinne des: Ja, also dann können ja die Inhalte von ihr nicht so tiefgehend sein, weil sie ist ja auch Businessfrau.
Also eine Diskrepanz nimmst du wahr, wenn man dir begegnet. Es muss ein Entweder-oder herrschen. Dann gehen wir doch mal zum Oder, weil das Entweder können die meisten Menschen nachvollziehen. Man muss arbeiten, um sein Brot zu verdienen. Irgendwann mal die Rente sich leisten zu können, die private. Wann und wo und wie hat in deinem Leben zum ersten Mal der Blitz eingeschlagen, der aus den feinstofflichen Welten gekommen ist?
Also so richtig bewusst eigentlich erst mit meinem Nahtod. Darüber habe ich auch schon viel erzählt. Aber ich hatte schon davor eine sehr, sehr hohe Sensibilität. Diese Sensibilität ist auch damals, also schon als Kind, immer wieder auf Missverständnis gestoßen. Aber eigentlich war der große Startschuss, und ich denke, das ist das, worauf du hinaus willst, der Nahtod gewesen. Weil er mir echt, wie sagt man so, das Licht angemacht hat, da wo vorher dunkel war. Ich war vorher total happy, so in der Materie unterwegs, beschäftigt zu sein und da die Idee und da das machen, und das hat alles wahnsinnig viel Spaß gemacht. Und plötzlich nehme ich etwas wahr, das so real ist wie wir hier. Gespräche so real wie du und ich, aber es ist woanders. Und das Umfeld ist ganz anders gewesen. Das Gefühl, in dem ich war, ist so anders als das hier im Körper. Das kann ich alles wahrscheinlich mein Leben lang— werde ich es nie schaffen, das zu beschreiben. Das hat den Startschuss gegeben, dass ich verstanden habe: Moment, da gibt es noch etwas, was ich bis jetzt überhaupt nicht gesehen oder gefühlt habe, das aber die ganze Zeit da scheint, da zu sein scheint. Und dem wollte ich dann mehr Aufmerksamkeit geben, und da bin ich über meine Sensibilität relativ zügig auch reingekommen. Das wollte ich sagen.
Um die Frage noch einmal zu vertiefen: Wann und wo und wie genau war dieses erste Erlebnis? Damit man sich das vorstellen kann, wie so was in einem Menschenleben plötzlich auftritt.
Eigentlich möchte ich da jetzt gar nicht zu sehr ins Detail gehen, weil mir das echt so ein richtiger heiliger Moment ist. Okay. Ich kann nur sagen, es war im Jahr 2000 und ich war definitiv außerhalb von meinem Körper. Ja, und habe da eben unterschiedliche Dinge so wahrgenommen, dass ich wusste, das ist eine Realität. Und seitdem, ab da, habe ich mich auf eine Suche begeben, zu verstehen, was das war, warum das war und wieso das war. Und habe dann die Antworten versucht zu finden.
Ein außerkörperliches Erlebnis. Kannst du das wiederholen? Kann man das wiederholen? Kann man so etwas deiner Meinung nach lernen? Kann man sich dafür öffnen? War es ein Geschenk an dich? Warum glaubst du, ist dir das passiert?
Ich glaube, dass es ein Ruf war, weil das, was ich letzten Endes in dem Erlebnis erlebt habe, war definitiv ja auch eine Botschaft. Die Botschaft, die kam ganz klar in Worten formuliert, wie eine Art Aufgabe runter.
Und diese Worte waren das.
Ich sag's noch mal, das bleibt bei mir. Aber die Botschaft war eher in, also war eine: Geh zurück, denn du hast noch eine sehr wichtige Aufgabe zu erledigen. Und es war so ein bisschen eher wie: Jetzt wird's Zeit, dass du die Aufgabe erledigst, in Klammern, weil du hast sie bis jetzt nicht erledigt. Also das waren so die von mir jetzt leicht übersetzten, weil ich es wie gesagt wirklich beschützen möchte, Worte und dadurch auch der Anstoß.
Danke vielmals. Jetzt habe ich endlich die Antwort bekommen, sehr genau die ich wollte. Nämlich eine Aufforderung war es, ein Weckruf war es, ein sich vielleicht erinnern, was deine Seele früher schon einmal erleben durfte, war es. Gut, ich versuche das jetzt mal nachzuvollziehen. Man lebt ein sogenanntes normales Leben, man kümmert sich um den täglichen Einkauf und dass genügend Luft in den Autoreifen ist, und dann erfährt man plötzlich, es gibt eine andere Dimension, es gibt ein anderes Bewusstsein, es gibt ein Wirken durch und mit diesen Welten. Hat sich das dann auch in deiner alltäglichen Energie manifestiert? Hast du dich energetisch anders gefühlt?
Ja, ich fühle mich seitdem ganz anders.
Darauf wollte ich hinaus.
Ich fühle mich seitdem tausendmal wacher. Ich denke anders, ich fühle anders, ich sehe die Welt mit anderen Augen. Es ist so.
Was hat sich verändert?
Also ich war wie gesagt immer schon sehr sensibel, aber die Sensibilität ist tatsächlich noch stärker geworden. Das hat meiner Meinung nach dann auch nach sich gezogen, dass ich dann überhaupt in dieses Schreiben, Medium-Arbeit gehen konnte. Aber ich bin auch deswegen empfindsamer geworden für die Grausamkeiten auf dieser Welt. Das heißt, ich habe Schmerz und auch Verletzungen intensiver, noch intensiver empfunden als eh vorher schon. Das ist ein bisschen der Schatten der ganzen Geschichte gewesen.
Wie schützt man sich vor so einer Sensibilität?
Eigentlich nur mit Abstand.
Also die Öffnung auf der einen Seite zieht die Notwendigkeit des Abstandes auf der anderen Seite nach sich.
Natürlich, weil wir in einer Welt leben, die leider auch sehr unbarmherzig ist. Bewusst ist. Und da, wo Unbewusstheit herrscht, dort ist es einfach so, dass nicht reflektiert wird und/oder empathisch gedacht wird. Und weil das so ist, ist man unter Beschuss von Worten oder auch Taten, die einfach verletzend sind. Und ich empfinde diese Verletzung einfach noch intensiver. Also das hat sich auf jeden Fall auch verändert. Ich will nicht jammern, bin auch kein Mensch der Traurigkeit, gar keine Frage, aber diese Die veränderte Perspektive oder der veränderte Blick auf das Sein ist definitiv keine leichte Aufgabe. Ich bin trotzdem dankbar dafür, keine Frage.
So, jetzt beginnt man, die Nebel lichten sich, man sieht plötzlich den Mount Everest vor sich zum ersten Mal und sagt, da will ich jetzt hinaufgehen. Das heißt, dieser Ruf, der an deine Seele gekommen ist, hat Energie bei dir freigesetzt, die bis heute ununterbrochen wirkt, hast du dann ein Bild von dir gehabt, auf welche Art und Weise du in dieser Menschenwelt wirken willst?
Kein Bild, aber gar keine andere Wahl, als einfach nur ich zu sein. Das heißt, ich habe nicht irgendwie beschlossen, ich will jetzt so und so sein, oder ich sollte dies oder jenes. Ach, sinnlos. Das war meiner Meinung nach, oder ist eher so der Weg, den man eben als unbewusster Mensch tut. Wenn man dann in den Prozess reinkommt, wo man nur noch man selbst ist und diese Endlichkeit, nein, diese Unendlichkeit gefühlt hat, und die Endlichkeit dieses Lebens kapiert hat, dann geht man einfach anders in diese Welt, dann geht man andere Schritte, trifft man andere Entscheidungen. Und ich möchte in dieser Welt diese Sensibilität, will ich mir nicht nehmen lassen. Das ist so ein bisschen die Conclusio.
Mozart geht über einen Platz in Wien und plötzlich fällt ihm eine Symphonie ein, geschenkt von oben. Goethe sitzt und es fällt ihm ein, ich schreibe jetzt den Faust. Du hast ein Erleuchtungserlebnis, ich möchte es mal so sagen, durch die Begegnung mit diesen feinstofflichen Welten. Und seitdem schreibst du Bücher. Ihr schreibt Bücher. Ich möchte dich ganz bewusst in diese Richtung befragen, weil ich noch nicht die letztendliche Antwort bekommen habe. Was hat es in dir ausgelöst? Du hättest auch sagen können, ich gehe nach Kenia und pflege dort Elefantenbabys. Ich kann nicht anders. Also der Trieb, der durch eine neue Energie in einem ist, führt einen ja in eine oder andere Richtung. Picasso musste malen, Mozart musste Symphonien schreiben, du musst offenbar seit gewisser Zeit Bücher schreiben. Wie ist es da zum ersten Mal dazu gekommen? Das interessiert mich.
Das ist ein Prozess gewesen, es ist auf keinen Fall von einem Tag auf den anderen passiert. Ich habe auch überhaupt nie beschlossen, ach Mensch, ich will jetzt unbedingt Bücher schreiben. Auch das ist meiner Meinung nach ein Teil dieser so besagten Aufgabe, die mir übergeben oder erinnert wurde, das weiß ich nicht, aber Ich habe nach dem Erlebnis natürlich erst einmal gesucht, was ist denn da überhaupt los. Ich wollte das verstehen, habe viele Kurse besucht, habe energetisch gearbeitet in die unterschiedlichsten Richtungen, um all das irgendwie zu verstehen. Habe Bücher gelesen und bin irgendwann an den Punkt gekommen, wo ich gesagt habe, wisst ihr was, jetzt reicht's mir. Ich lese nichts mehr, ich besuche keine Kurse mehr, ich besuche keine Workshops mehr, ich frage keinen Menschen mehr. Ich frage nur noch mich selbst. Wichtig, weil Ab dem Punkt, ab dem Moment, ab dem ich dann nur noch die Aufmerksamkeit zu mir selbst gelenkt habe, ist dann, und ja, erst dann, der eigentliche Prozess entstanden für das, was meiner Meinung nach eben viele, viele Jahre vorher in dem Nahtod begonnen hat. Diese Suche war wie eine Ablenkung, fast. Die Essenz war dann: Schau in dich rein, schau dich an, schau tiefer. Wer bist du? Was Was will es von dir? Vor allem wohin will es, und was willst du vielleicht hinterlassen? Und das ist so ein bisschen diese Frage, die auch mit einhergeht. Wir sind, was wir sind, und mein Wesen will auf diesem Planeten etwas Gutes, etwas Lichtvolles, etwas Positives hinterlassen. Und diese Energie, oder besser gesagt, dieser Wunsch in mir, der immer schon da war, gepaart mit dieser Mit diesem Weg der Erkenntnis hat dann tatsächlich auch Momente erschaffen, in denen ich Richtung Channeln gekommen bin. Wo es in unterschiedlichen Schritten, die ich auch schon erklärt habe in anderen Videos, wo ich an den Punkt gekommen bin, wo ich rausbekommen habe: Moment, ganz langsam, es gibt eine Möglichkeit, tatsächlich mit dem Jenseits zu kommunizieren. Und das ist nichts, das nur wenigen vergönnt sein könnte, wenn sie dies oder jenes an Schritten tun. Es ist etwas Greifbares, etwas Reales. Für mich ist das so normal wie für dich und mich jetzt hier zu sitzen.
Ich habe ja die große Freude, jetzt schon längere Zeit die Ergebnisse des Schreibens mitverfolgen zu dürfen. Und ich habe jetzt vor ganz kurzer Zeit erst bemerkt und festgestellt, dass du aus deinem Empfinden und Wissen und Fühlen etwas geschrieben hast und dich in vielen Büchern davor zu einem vermittelnden Menschen bereit erklärt hast. Du warst Vermittler für Freunde Indianer, du warst Vermittler für König Salomon. Diese Wesenheiten, diese seelischen Botschaften sind durch dich als Medium transportiert worden. Wie viel Veränderung hat das in deinem Ego, in deinem Leben hinterlassen, mit diesen Informationen in Kontakt zu kommen?
Also in erster Linie ist das unglaublich schön. Also den Finger ins Jenseits zu stecken ist für mich Droge. Es ist unglaublich. Aber es ist nur schön, es ist positiv, es ist lichtvoll. Ich muss immer grinsen bis zum Gehtnichtmehr. Und wer das ein oder andere Buch vielleicht auch schon mal gelesen hat, der sieht dann auch wirklich, wenn ich eben schreibe, weil ich es auch diktierend festhalte, so nach dem Motto: Ich würde es am liebsten abfüllen und der Menschheit irgendwie zugänglich machen. Nur das darauf konzentrieren und es ist alles gut. Wie eine Droge. Also das hat gemacht, dass ich gelassener wurde, dass ich dieses freudige Lachen, das irgendwie auf der anderen Seite anscheinend normal ist, noch mehr inhaliert habe. Wobei ich dazu sagen muss, dass im Nahtod, oder ja doch, durch den Nahtod habe ich mich bis heute wie eine Zusatzprogrammierung bekommen. Ich formuliere es mal technisch, weil ich bin auch gerne physikalisch. Aber ich glaube, dass meine Zellen, auch wenn ich dabei seelisch war, aber ich war auch noch Körper. Und als ich zurück im Körper war, war meine Seele in so einer Frequenz, in einer definitiv anderen Frequenz als vorher, weil ich habe ein Meer aus Liebe, das ist dort so wie die Luft hier. Also die Liebeskraft, die ist dort ohne Frage einfach da. Und wenn einen die so durchdringt, vielleicht weil man auch keinen Körper mehr hat und man sie deswegen nur mehr spürt. Die Antwort habe ich noch nicht, aber egal. Wenn man das so inhaliert hat wie die Luft, die man in seinem Körper spürt, und diese Liebe ist dann so in einem drin, dann ist das eben da und geht nicht mehr weg. Also bei mir geht es nicht mehr weg, und diese Energie ist dann in meinem Körper drin gewesen. Ich habe eine Stunde nur geweint, aber nicht weil ich traurig war, sondern weil da so viel Liebe war, die irgendwie immer noch schwingte. Und diese, diese Liebe und auch diese, diese zusätzliche Sensitivität, die bewahre ich in mir. Und das ist das, wie ich jetzt bin. Also um auf deine Frage zu antworten, lange Rede kurzer Sinn: Wie bin ich jetzt? Ich bin, glaube ich, um ein Vielfaches bewusster, um ein Vielfaches empathischer und vielleicht auch dadurch natürlich barmherziger, weil ich Menschen nicht mehr verurteilen kann. Und wenn, dann wirklich nur, wenn sie mich verletzen. Na ja gut, dann erlaube ich mir tatsächlich ein Urteil von— also weißt du, das lassen wir dann jetzt mal.
Wir wollen ja nicht scheinheilig sein.
Nein, auf gar keinen Fall. Aber so von Grund auf begegne ich den Menschen jetzt noch mehr als je vorher, ganz naiv, so wie ich auch der geistigen Welt begegne. Auf der geistigen Welt sind sie netter. Das heißt, ja, die gehen dann freundlicher, oder sind einfach generell in einer ganz anderen Haltung. In der Menschenwelt ist das eine schwere Geschichte, das zu halten. Darüber will ich berichten. Also mir das zu behalten und das nicht kaputt zu machen und nicht in eine Depression oder in eine Verzweiflung zu fallen, sondern es ist genau das Gegenteil. Ich sehe umso bewusster, aha, okay, du bist eine Maus, ach ja gut, dann sei doch Maus, aber bitte sei richtig Maus. Und du bist ein Hund, ja, dann bitte sei doch Hund, oder Ich versuche mit irgendwelchen Bildern zu arbeiten. Jeder ist, wie er ist, gut so, wie er ist. Aber er soll bitte, in dem, wie er ist, erstens nicht anfangen, sich ständig zu verbiegen, sondern sich selbst zu finden und nicht anderen wehtun dabei. Also bewusster werden, bewusster werden, bitte, bitte, bitte.
Zum Thema Bewusstsein möchte ich ein großes Staunen meinerseits jetzt mal kurz zu Protokoll geben. Ich habe das Buch gelesen, ich habe alle Bücher gelesen, aber ich möchte jetzt darüber sprechen, über das Buch, das du gemeinsam mit Freund der Indianer geschrieben hast. Und ich liebe diesen Freund ganz besonders dafür, dass er praktische Hilfestellungen gibt, wie man mit sich selbst und als seelisches Wesen durch dieses Leben gehen kann. Es beginnt, und wir praktizieren es, die wir dieses Buch gelesen haben, mit dem kosmischen Kreuz, wo man die Energien in sich entfalten kann, wo man die Seele in die Bereitschaft bringt, das Leben auf einer höher schwingenden Ebene zu leben. Um es mal kurz zu fassen. Worüber ich staune, ist, dass ich in keinem Buch von keinem Philosophen, von keinem Religionsgründer auch nur einen einzigen Satz in dieser praktischen Hilfestellung gefunden habe. Hast du, frage ich ganz naiv, hast du eine Erklärung dafür, warum es in der Menschheitsgeschichte so lange gedauert hat, bis zum Beispiel dieser praktische Hinweis, wie man das Leben leben kann, um höher schwingend zu sein, warum hat es so lange gedauert?
Du sprichst aus deiner Perspektive und mit deinem Bewusstsein und mit deinem Verständnis. Für andere Menschen gab es diese, gab es die Werkzeuge schon. Die sind eher mit diesen Werkzeugen dann überfordert. Die Frage ist also eher: Sind jetzt die Menschen so weit, dass sie diese Sprache verstehen?
Das ist eine schöne Antwort. Das Zweite ist, was mir auffällt, also jetzt auch in diesem Gespräch, dass du sehr viel von Energie Anreicherung von Freude, von Licht, von einem höher schwingenden, heiteren, glückseligen Zustand gesprochen hast. Und die Freunde auf der feinstofflichen Seite dieses Universums ermuntern uns ja auch immer wieder daran und erinnern uns immer wieder daran, wie wichtig es ist, das Leben voll Freude zu verbringen. Freude ist der Schlüssel für die Seele zur Erweiterung. Vielleicht stehen wir, während ich so mit dir rede, kommt mir gerade der Gedanke, vielleicht stehen wir wirklich an einer Möglichkeit einer Zeitenwende. Warum sage ich das? Weil wiederum fast alle Philosophien, Religionen und was man auch immer aufzählen mag, zur Freudeverweigerung aufgerufen haben. Askese, sich enthalten, nicht gut essen, nicht gut trinken, keinen guten Sex, am besten nicht lachen, keinen Spaß Das alles wurde verboten von sogenannten Religionsstiftern und Bringern von sogenannten Weisheiten. Da findet doch jetzt, zumindest in euren Werken, eine ganz große Wende statt. Hin von der— also weg von der Askese, weg von der Lebensfreudeverweigerung zu einem Aufblühen im Menschsein. Wie empfindest du in den Momenten, wo dir diese Botschaft gebracht wird, dein eigenes persönliches Leben, dein Dasein. Wie fühlst du dich dann?
Ich empfinde es als Aufforderung, wieder einmal mehr eine Aufforderung, die ich natürlich gerne teile und auch gerne weitergebe. Und eigentlich ist es so einfach, also aus meiner Perspektive, so, ja, wie Freude, ist es echt nur Freude, nur Freude. Das Ding ist halt, du kannst Dinge Du kannst sie hören und du kannst sie nicht hören. Das ist wie, du kannst Wasser trinken und du trinkst kein Wasser. Wenn du mal wirklich verstanden hast, also wenn du es wirklich bewusst inhalierst, was das bedeutet, dann bedeutet Freude nicht nur Freude, dann bedeutet Freude tatsächlich Energie. Und das ist ja die Essenz, die darin steckt. Leute, es ist so viel Energie um euch und Energie ist der Schlüssel zu allem. Kraftpotential. Holt sie euch über das Spaßhaben, weil das Leben ist dazu da und nicht nur oder nicht um zu leiden. Und ja, was macht das mit mir? Das macht mich, das habe ich schon gesagt, die Divergenz ist auf jeden Fall weiterhin da, auch wenn ich mich gerne freue, aber ich bin auch traurig, sehr traurig über die Umstände, über die schlafenden Lämmer.
Du nimmst mir meine nächste Frage vorweg. Gibt es denn in der Betrachtung, nach der Betrachtung der Welt, wie sie heute ist, noch so etwas wie Hoffnung in dir? Oder ist das egal, weil der Freudeschub, der Kraftschub, der Energieschub stärker ist als eine Resignation angesichts der Welt?
Also da bin ich echt noch nicht ganz in einer finalen Antwort, aber ich erzähle dir den Weg, auf dem ich bin. Einerseits habe ich keine Hoffnung mehr, und zwar deswegen, weil ich auch losgelassen habe, dass es irgendeiner bestimmt. Also ich habe keine Erwartungshaltung mehr. Ich mache das, weil ich es gerne mache und weil mein Wunsch ja war und auch weiter ist, ich möchte diese Spuren des Lichtes hinterlassen. Ich habe überhaupt keine Erwartung daran, dass das jetzt ein Mensch liest oder Millionen. Das ist mir wirklich egal, weil ich habe es getan. Meine Arbeit ist das zu tun. Deswegen gibt es keine Erwartung, also auch keine Hoffnung, dass ich jetzt damit irgendetwas bewirke, weil Erwartungen und Hoffnungen gehen da sehr eng miteinander. Gleichzeitig habe ich natürlich den Wunsch, dass ich doch es schaffe, den ein oder anderen abzuholen, dort wo er Fragen hat, die ihm bis jetzt keiner beantworten konnte. Und das ist ja auch wirklich das, was ich oft höre, was mir Menschen zutragen, die dann sagen: Mensch, Sylvia, so wie du es da geschrieben hast, oder so wie es dort geschrieben wurde, habe ich noch nie gelesen. Oder auch: Jetzt habe ich endlich die Antwort, ich habe sie nie bekommen. Es bleibt trotzdem die Divergenz, oder besser gesagt, die Frage der Bewusstheit. Denn eins ist mir schon klar, dass die Bücher nicht 08/15 sind. Es ist keine leichte Kost.
Sagen wir mal, es ist also, da muss ich zum ersten Mal widersprechen. Ich finde, es ist eine extrem leichte Kost. Ja, weil ich jetzt, sage ich mal so, als naiver Leser, ich schlage dieses Buch auf und ich lese gleich auf den ersten Seiten, mal ganz einfach gesagt, wie ich meinen Tag beginnen kann. Wenn ich mich auf den Weg mache, eine empfindsame Seele sein zu können. Das heißt, auf meinem Entwicklungsweg werde ich an der Hand genommen und hindurchgeführt durch die Stationen des Alltags bis hin zu den Stationen, wie ich mich öffnen kann, wie ich beten kann, um dieses Wort einmal zu verwenden. Also, was ich so sehr liebe, ist das ganz pragmatische, praktische Hindurchführen. Warum sage ich das mit einer solchen Energie, weil ich in früheren Jahren auch manchmal in Gemeinschaften, in Gruppen— ich sag's mit einem gewissen Humor— in esoterischen Zirkeln an einem Wochenende am Land, wo dann Karottensaft getrunken wurde, gesessen bin und nichts tatsächlich Konkretes, Praktisches, ganz einfach Praktisches mit auf den Weg bekommen habe, außer dem Gefühl, Es ist alles gut, es wird alles immer besser. Die Wahrheit ist, es ist überhaupt nichts gut und es wird alles immer schlechter. Das ist die Wahrheit im Moment auf diesem Planeten. Und dieses sich selbst Betäuben ist mir auf eine ganz gewisse Art und Weise extrem auf die Nerven gegangen. Und in diesen Büchern, die du und ihr hinterlässt, um das Wort mal zu sagen, oder der Menschheit schenkt, ich möchte es ganz bewusst so pathetisch sagen, werde ich nicht ausgelassen, wenn du weißt, was ich meine.
Und das ist das, was ich mit nicht leichter Kost meine.
Ja, und das finde ich so leicht.
Du kommst nicht drum rum. Es geht wirklich ganz tief und es geht genau in diesen Kern und lässt nicht aus. Genau das. Es sind leichte Worte, es sind keine komplizierten Worte.
Was ich so leicht finde, das Ganze soll ja ein großartiges bewunderndes Lob sein, was ich so leicht finde, ist, dass er dass es mir leicht gemacht wird. Es mag sein, dass eine konkrete Aufforderung, sich so und so zu verhalten, für manche Menschen unmöglich nachzuvollziehen ist. Die wollen das Räucherstäbchen duften fühlen und damit ist auch schon wieder alles gut. Ohne ins Konkrete zu gehen. Aber wenn ihr mir konkret sagt, wie ein energetisches Kreuz in diesem meinem Körper mit welchen Gedanken provoziert werden kann, dann macht es mir das doch leicht, diese Energien, die du geschenkt bekommen hast, selber auch nachzuvollziehen. Kannst du diesem Gedanken etwas abgewinnen?
Ja.
Das heißt, ihr, du, ihr gebt eine ganz praktische Hilfestellung, die weit darüber hinausgeht, und das macht es mir leicht, nur zu vermuten, dass irgendwie schon alles gut werden wird, wenn ich lange genug Glaube, dass alles gut wird. Ich glaube, dass das eine ganz große Gefahr ist für die Entwicklung der Seele. Immer nur zu vermuten, dass alles vielleicht gut wird, anstatt konkrete Hilfestellungen zu bekommen. Ich möchte zum Beispiel jetzt auch auf das Werk von König Salomon eingehen, der— und das ist ja auch erstaunlich— da gab es einen Menschen vor vielen tausend Jahren, der gilt als einer der weisesten unserer ganzen Menschheit, und wir können kein einziges Wort von ihm nachlesen. Was er tatsächlich, bis auf dieses eine Beispiel mit der Mutter und den zwei Müttern und dem Kind, mein Gott, der weise König Salomon. Aber was er ein Leben lang von sich gegeben hat, ist unauffindbar. Du, ihr, du hinterlasst aber zurzeit für die Menschen nachlesbare Hilfestellungen. Ist dir eigentlich bewusst, in welche Position du dich damit präsentierst, wie angreifbar du dich damit machst.
Ich bin nur der Vermittler.
Sehr schön. Das waren die letzten Worte, nach denen man denn die Hexen verbrannt hat im Mittelalter. Warum sage ich das so provokant? Weil diese Menschheit an und für sich ein sehr, sehr großes Beharrungsvermögen hat, eine Massenträgheit hat. Hat, bevor sie sich bewegt in eine Richtung, die man als hell, liebevoll, freudvoll bezeichnen kann. Ist dir bewusst, dass mit diesen Werken, die da jetzt gerade geschrieben werden, ein Samenkorn gesetzt wird, ein erstes Atom gespalten wird, das zu einem Atombrand werden kann, wenn man das nur verbreitet, wenn man es liest, wenn man es wahrnimmt, wenn man danach lebt?
Gibt.
Ist dir das bewusst?
Nein.
Deswegen stelle ich die Frage. Also dieses Nicht-Bewusstsein, was da eigentlich stattfindet, schützt dich ja auch. Weil der nächste Schritt könnte sein zu sagen, um Gottes Willen, das geht zu weit. Das kosmische Kreuz sollen sie jetzt alle beten, dann hebt sich ihre Energie an. Ja, dann bricht ja unsere Gesellschaft zusammen. Zumindest die Gesellschaft, die nur auf Lügen beruht. Was du in diesen Büchern niederlegst, ist ja die totale Absage an Süßstoff, an Chloroform, an jede Art von Betäubung mit dem Satz: Es wird schon alles gut werden. Es ist überhaupt nichts gut, sondern ein ganz radikaler Aufruf, der eigenen Seele zu begegnen.
Das ist schön zusammengefasst.
Darf ich dein Werk so zusammenfassen?
Sehr schön. Genau.
Wenn wir an dem Punkt angekommen sind, dann frage ich dich hier heute und jetzt am 14. April 2021: Was wünschst du dir für diese Menschheit?
Wie ich dir schon gesagt habe, eigentlich habe ich keine Erwartungen mehr, weil ich würde sonst wirklich immer nur traurig werden, wenn sie nicht erfüllt wird. Ich wünsche mir, dass sie endlich Frieden finden.
Weltfrieden.
Ich wünsche mir, dass sie ihren inneren Frieden finden, dass sie spielerischer das Leben spielen, dass sie bewusst sein, dass sie bewusster werden, dass sie das Leben spielerisch und bewusst leben.
Gibt es dafür ein Wort für dich, in das du das zusammenfassen kannst? Was wäre ihre Erlösung? Und dieses Wort mal in den Raum zu stellen.
Bereitschaft?
Für?
Alles mal anders zu sehen.
Darf ich mit einem Witz enden? Der alte Rabbi liegt im Sterben und seine Schüler stehen um sein Bett und sagen: Rabbi, Rabbi, du wirst gleich den Ewigen sehen. Sag uns jetzt die letzte Weisheit in deinem Leben. Und der alte Rabbi öffnet die Augen und sagt: Es ist alles ganz anders.
Bin ich jetzt dann beim Rabbi angekommen?
Schon wieder eine Provokation. Dabei sollten wir es belassen. Danke. Danke.
More from Sylvia

La Historia de Spine App — Una Búsqueda Personal que se Convirtió en Misión Global

Sylvia Leifheit & Thomas Schmelzer - free spirit talk: Was bedeutet Spiritualität heute? |MYSTICA.TV

Einweihung in den energetischen Jahreskreis - Vorschau ( nur als Buch erhältlich, kein Podcast)







