38 Jahre Gerüstbau & Ehrenamt – Holger Budroweit über Bundesinnung, Ausbildung & Verantwortung | #34

Interview (German) on the Mutmacher podcast with Holger Budroweit, a scaffolding professional with 38 years' experience. Topics covered include Holger’s recent handover of company leadership and gradual retirement, long-standing voluntary roles in the Bundesinnung/Bundesverband and Sozialkasse, the history and functions of the federal scaffolding association (founding 1948, recognition as Vollhandwerk/Meister 1998), vocational training (formal apprenticeship since 1991, ~850 apprentices currently), recruitment campaigns, safety and self-responsibility, and Holger’s sailing hobby. Final call to join the industry associations.
Chapters
Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher.
Im Gespräch, Herzlich willkommen zu unserem Mutmacher Podcast und heute habe ich mir einen ganz besonderen Gast geholt, den Holger Putroweit. Lieber Holger, das freut mich unwahrscheinlich, dass du bei mir jetzt noch mitmachst und stell dich mal bitte persönlich vor.
Schönen Dank Walter. Herzlichen Dank für die Einladung. Mein Name ist Holger Butroweit und ich bin seit mittlerweile 38 Jahren im Gerüstbau. Und habe erst vor kurzem, nämlich jetzt vor zwei Jahren, die Geschäftsführung bei der Firma Neti Gerüstbau abgegeben. Nach mittlerweile 32 Jahren dort als Geschäftsführer dort tätig gewesen, habe mich tatsächlich entschieden auch vorzeitig in den Vorruhestand zu gehen, weil ich glaube, dass am Ende des Tages doch ein bisschen Leben zum Lebensende tatsächlich auch wünschenswert ist. Bin jetzt auch in den letzten Zügen meiner Ehrenamtstätigkeit im Bundesverband Bundesinnung und der Sozialkasse und werde dann als jetzt noch Vizepräsident Technik oder Vizeinnungsmeister Technik mein Amt Ende Mai abgeben. Das heißt, ich werde auch nicht mehr zur Wahl stehen, sodass auch dann für mich das Ehrenamt, was dann mittlerweile auch nahezu 30 Jahre Werte, auch letztendlich beenden und somit dann das Büchlein Gerüstbau nicht zuklappen. Aber zumindest sage ich mal, was das Engagement angeht, auf alle Fälle etwas ruhiger angehen und bisschen gelassener, sage ich mal, dann von der Seitenlinie beobachten.
Gut, ich möchte, ich gehe ja auch am 31.12, verlasse ich das Unternehmen, aber ich möchte das Büchlein zuklappen. Das sind andere Hintergründe, warum Ich möchte meinem Sohn die freie Hand lassen und nicht im Hintergrund als der Papa stehen. Für mich ist wichtig, dass er jederzeit kommen kann und mich fragen kann, aber ansonsten soll die Herren Eckert und Ingolf das selber machen.
Das ist auch völlig richtig so. Ich glaube, man muss auch für sich selbst erkennen, dass auch letztendlich mal die Zeit dafür da ist, dass auch andere das heftig in die Hand nehmen können und ich hatte auch das große Glück, dass ich ein tolles Team um mich herum habe und auch dort die Nachfolge im Hause Gnith wirklich sehr gut gelungen ist. Also der Nachfolger mit seinem Team zusammen hat reibungslos letztendlich das Unternehmen übernommen und genauso wie du sagst, selbstverständlich steht man für Fragen zur Verfügung, wenn es denn welche gäbe Ich finde es auch gut letztendlich, wenn es noch Fragen gibt, die man auch offen und ehrlich beantworten kann. Aber schlussendlich ist es eben natürlich auch so, die jüngere, nächste, jüngere Generation macht eben da weiter, wo man aufhört und mit Sicherheit nicht so, wie man es selber getan hat, sondern eben anders, ohne eine Wertung, ob besser oder schlechter. Das ist eben sicherlich natürlich auch auf die Person zugeschnitten. Vor dem Hintergrund muss ich auch ganz klar Ich darf und habe das große Glück, dass ich da immer noch ab und zu mal reinschauen darf, weil ich im Hause Nithit dann aus diesen Positionen, die ich jetzt dort innehatte, als Beiratsvorsitzender noch weiterhin tätig bin. Und ich kann wirklich sehr zufrieden und stolz auch sagen, dass ich mit voller Stolz die Mannschaft anschauen kann von der Seitenlinie, aber vielleicht, ich nenne es jetzt mal bewusst Seitenlinie, was sie für einen tollen Job weiterhin machen. Und das macht mich ein Stück weit stolz und bin auch sehr froh, dass das so gut gelungen ist. Und das ist letztendlich auch ein Stück weit Arbeit in der Vergangenheit und das wirst du sicherlich auch für dich erkannt haben. Der Weg dorthin, die Selbsterkenntnis, wann macht man Schluss, wann ist der richtige Zeitpunkt, der ist ganz wichtig und ganz notwendig, auch klar zu kommunizieren gegenüber denen, die dann einen am Ende des Tages beerben werden, weil die Perspektive müssen auch diese jungen Menschen haben dürfen. Das dürfen sie auch ein Stück weit verlangen, finde ich jedenfalls. Und dann ist alles gut. Und wenn man als Senior irgendwann doch noch mal gefragt würde, es ist ein Stück weit sicherlich so, wo man auch sagen Toll, dass man noch gefragt wird, aber es ist jetzt keine Bedingung. Deswegen ist das Büchlein, was man zuklappt, nur bedingt zu, weil man ja dann doch vielleicht immer noch mal in der Beobachtung selber und man läuft ja wunderbarerweise immer wieder an Gerüsten vorbei, wo das Herz ein Stück weit mehr schlägt oder ins Schlagen kommt, denn man kann nicht über 30 Jahre Vollblut Gerüstbauer sein und ab morgen interessieren mich jetzt nur noch Gänseblümchen. Also das geht nicht.
Ja, ich habe überlegt, welche Fragen ich dir stelle und ich bin so ein Mensch, der gern mit der KI arbeitet und bin ganz einfach hergegangen und habe das Thema der KI übergeben, deinen Namen dazu geschrieben und habe dann gesagt, lese die Firmenzeile der Firma Nidid und die von der Gerüstbauerinnung. Und dann sind jetzt so 20 Fragen gekommen. Mal sehen, wie weit wir heute zusammenkommen.
Wie viele Stunden hast du Zeit?
Was sind so die Hauptaufgaben der Bundesinnung Gerüstbau und des Bundesverbandes und warum gibt es Bundesverband und warum gibt es Gerüstbauinum? Das kannst du uns sicher beantworten.
Ja, es ist natürlich so, Der Bundesverband ist 1948 gegründet worden und seinerzeit war es natürlich so, dass der Gerüstbau gar kein Vollhandwerk war. Wir waren am Ende des Tages natürlich immer ein Teil des Bauhauptgewerbes und somit letztendlich auch geduldet und ertragen, wenn wir mal ganz zurückschlagen. Also auch zu Zeiten, wo wir noch sehr jung waren und davor war es eben tatsächlich immer ein Teilgewerk und man hat sich 48 1948 tatsächlich auch bei der Gründung des Verbandes natürlich zu eigen gemacht, damit auch mehr an Eigenständigkeit zu gewinnen. Mit diesem Bundesverband ist es natürlich auch einhergegangen, dass man über das Sozialkassenverfahren dort natürlich letztendlich Sparringspartner auch für die Gewerkschaft war, um hier Tarifverträge abzuschließen, sonstiges. Aber es war natürlich schon das erste Gründungsthema, dass man dort die Interessen der Gerüstbauer am Ende des Tages zusammenfassen wollte. Durch die Anerkennung der Meisterausbildung und der Meistersituation wurde Das Ganze natürlich 1998 zum Vollhandwerk. Und das wiederum zog nach, dass man natürlich dann auch eine Erinnerung gründen konnte. Das konnte man vorher ja nicht. Hatte natürlich auch noch am Anfang ein kleines bisschen das Thema, dass wir durch die Situation, dass wir in der Vergangenheit immer das Thema Westberlin noch hatten, gab es eben diese kleine Insellösung West Berlin, die auch über den Bundesverband erst abgedeckt wurde, sodass also der Begriff Bundesverband natürlich immer da an der Stelle suggerierte, wir haben alles, das ist aber letztendlich auch beglichen worden und wir haben es ausgeglichen. Und so kann man eigentlich sagen, gibt es das den Bundesverband und die Bundesinnung parallel. Du wirst auch keine Personen in der Geschäftsstelle finden, die nicht, sagen wir mal, unternehmensübergreifend, also sprich beides repräsentieren. Wir unterscheiden da tatsächlich rein persönlich gar nicht mehr, weil wir haben ein Gesamtinteresse, das gilt das volle Interesse sozusagen des Gerüstbaus für das Gerüstbauhandwerk da zu sein, um am Ende des Tages die Interessen nach links, rechts, oben, unten zu verteidigen, aber auch letztendlich für uns als Gewerke natürlich unsere Situation auch natürlich ein Sprachrohr zu verleihen. Und man darf auch sagen, mit Fug und Recht, das ist uns in den letzten vielen Jahren gelungen, dass der Gerüstbau tatsächlich auch als Vollhandwerk Anerkennung gefunden hat. Und so können wir das also auch wirklich attestieren, dass diese Arbeit sinnvoll, gut und richtig ist. Vor dem Hintergrund kann man mit dem Stolz auf der Brust Wenn du Gerüstbauer sein möchtest draußen in der Bundesrepublik Deutschland, dann tust du dir Gutes, indem du dich als Mitglied dort bewirbst und mit Sicherheit dann auch aufgenommen werden kannst, weil es geben ganz wenige grundsätzliche Hürden, die eine Mitgliedschaft verweigern würden. Aber es bietet natürlich ein unheimliches Spektrum, was der Bundesverband, die Bundesänderung liefern kann, die man im täglichen Gebrauch tatsächlich vielleicht nicht immer gebrauchen kann. Aber dann, wenn es kneift, dann ist der Bundesverband, die Bundesinnerung, die Geschäftsstelle dafür da, um zu helfen und sie ersetzt den Rechtsanwalt nicht in Gänze. Aber viele rechtliche Fragen können auch geklärt werden, betriebswirtschaftliche Dinge, alles was eigentlich einem Gerüstbauer auf die Füße fällt, kann dort geklärt werden. Das ist unser großes Ziel für den Gerüstbauer täglich da zu sein und das wird auch in der Geschäftsstelle fast 24 7 gelebt.
Erzähl mal, welche Vorteile oder was, so dass die Innung so alles anbietet. Also auf der einen Seite bietet sie Seminare an im technischen und im kaufmännischen Bereich, aber wo hast du persönliche Erfahrungen gemacht mit dem Unternehmen der Firma NID, wo euch mal so ein Fall, wo euch mal so geholfen worden ist, wo man sagt, okay, das hat richtig was gebracht.
Also ich möchte vielleicht zuvorderst einmal die Tatsache, also dass es ja nicht nur Tarifverträge gibt. Natürlich für den einen wird sich das jetzt möglicherweise ein bisschen schlimm anhören, aber letztendlich die Tarifsituation ist natürlich das eine, was auch vieles Gutes hat. Aber darüber hinaus ist es eben ohne Bundesverband und Bundesinnerung gäbe es keine Ausbildung. Also faktisch gesehen schaffen wir schon mal die Grundlagen dafür, dass qualifiziertes Personal tatsächlich auf den Baustellen überhaupt ankommt, wenn es der Unternehmer wirklich auch will. Die rechtlichen Notwendigkeiten heute mit qualifiziertem Personal zu arbeiten, sind ja durchaus gegeben. Wir kennen alle die Situation draußen fort, wie sie auf den Baustellen ist. Wir haben alle das Problem am Ende des Tages für Fachkräfte sicherlich auf große Suche zu gehen, aber auch da ist es eben so, da kann nicht jeder alleine vielleicht etwas erreichen, aber die Gesamtheit schon. Und am Ende des Tages bietet die Bundesinnung dort vieles an Handwerkszeug an, was dort jeder einzelne Unternehmer abholen kann, wenn es darum geht, Personal zu suchen, letztendlich die Ausbildung und Fortbildung zu betreiben, Qualifizierungsmaßnahmen zu erreichen. Wir sehen uns als Aufgabe natürlich auch ganz stark das Thema, wo kommen die Interessenkonflikte mit anderen Gewerken zum Tragen, wo kommt es zum Tragen mit der Normung, wo letztendlich Einflüsse genommen werden, wo kommt es aus der nationalen Normung, der nationalen Arbeitsschutzvorschrift zu Konflikten, die den Gerüstbau betreffen könnten, als auch darüber hinaus natürlich international. Wir sind in der EU, wir sind letztendlich dort natürlich auch Interessenslegern anderer Länder, anderer Hersteller unterlegen und wir bilden natürlich auch das Forum dafür ab. Und das darf man auch nicht vergessen, in der Bundesinnerung sind natürlich auch alle deutschen Gerüstbaumaterialhersteller mit letztendlich vertreten und auch deren Interessen bündeln wir am Ende des Tages, stellen wir die Plattform dafür dar, dass auch deren Interessen am Ende des Tages mit wahrgenommen werden können, sodass das eine Synergie zwischen Gerüstmaterialhersteller und Hersteller ergibt. Aber zugunsten dessen, dass wir die Situation immer im Auge behalten, was kann uns wo, an welcher Stelle am Ende des Tages letztendlich tangieren, um den Gerüstbauer gegebenenfalls eher schwer zu machen. Wir helfen bei der Thematik sämtliche Formularwesen. Wir machen Seminare auch für Frauen im Gerüstbau. Du kennst die Situation, ganz viele kleinere Betriebe haben entweder die Ehefrau oder eine Frau im Büro sitzen, auch die muss geschult und letztendlich unterwiesen werden, aber auch informiert werden. Und ganz viele dieser Frauen sind oftmals auch die Seele eines Unternehmens und die sollen dann auch schon wissen, was ihre Jungs draußen vor Ort machen. Und dafür hilft auch letztendlich das Seminarangebot, was wir haben für die Frauen, für die Fachfrauen. Da sind wir auch immer ganz stolz, dass wir jedes Jahr zur Jahreshauptversammlung tatsächlich die Fachfrauen, die einen solchen Zyklus der Fortbildung abgeschlossen haben, auch zu ehren, weil wir sehr wohl wissen, dass diese Frauen auch oftmals dreh und Angelpunkt gerade in kleineren Unternehmen, aber auch durchaus in größeren sein können. Leider ist es ja nicht ganz so doll, dass wir auch Frauen im Gerüstbau selber aktiv letztendlich die Roller kennengelernt haben. Es gibt immer mal wieder tatsächlich Gerüstbaufrauen, die auch den Gerüstbauberuf lernen. Es freut mich umso mehr. Auch wir im Betrieb haben tatsächlich Frauen schon ausgebildet und das ist eine ganz tolle Erfahrung. Und ich bin auch davon überzeugt, dass auch Frauen im Gerüstbau selber in der Zukunft häufiger gesehen werden können, weil Frauen haben sehr große Stärken und man darf sich nicht davor zurückschrecken lassen, dass dort vielleicht ein rauer Ton herrscht oder weil auch das Gerüstbaum vielleicht selber etwas schwerer ist. Mittlerweile sind wir an der Situation dran, dass das Vereinfachen von Arbeitsprozessen so ist, dass auch Frauen das durchaus leisten können.
Da hat der Bundesverband was ganz Großes geschaffen. Manche okay, das braucht man nicht, aber ich finde das unwahrscheinlich wichtig. Man hat die Sozialkasse des Gerüstbauhandwerks geschaffen und damit hat man natürlich auch zum einen, dass das Urlaubsgeld verwaltet wird, dass die Arbeitnehmer regelmäßig ihr Urlaubsgeld bekommen und dass es gut verwaltet ist. Zum anderen hat man natürlich auch eine Zusatzversorgungskasse geschaffen, wo du natürlich noch ein bisschen was an Rente bekommst. Ich noch zwei Kasten Bier kaufen kann im Monat. Das ist ein schöner Obolus obendrauf, aber.
Schon teures Bier kaufen.
Ja. Aber zum anderen muss man natürlich noch dazu sagen, sie war auch maßgeblich daran beteiligt, dass die ganze Ausbildungsstätten finanziert werden können. Und erzähl mal uns, wie die Anfänge waren. Die Ausbildung hat ja 1991 begonnen. Damals habe ich meinen Ausbilder gemacht in München bei der Handwerkskammer. Erzähl mal darüber mal, was, wie das Ganze die Anfänge waren.
Ja, die Ausbildung war tatsächlich ja wie schon durch die Zeiten vorgenannt. Zu der Zeit gab es noch keine Bundesänderung, da waren wir noch nicht Meisterberuf. Aber unser Bestreben war auch im Bundesverband natürlich eine Qualifizierung, auch eine anerkennbare Finanzierung, nicht letztendlich Qualifizierung von Menschen zu erreichen. Davor muss man schlichtweg sagen, gab es Angebote, die die Bundesinnerung zwar angeboten hat oder der Bundesverband, da gab es den Kolonnenführer da gab es letztendlich auch den Obermonteur, aber insofern hat es natürlich da was mit zu tun gehabt. Aber eine klassische Ausbildung selber gab es erst ab 1991, damals noch zwei Jahre. Und das galt natürlich am Ende des Tages auch dafür, dass wir dort den Weg beschreiten wollten, aber auch letztendlich den Zwang vor uns daraus gesehen haben, dass wir die Qualifizierung und das Handwerk Gerüstbau integrieren wollen und müssen. Zu deiner Zeit, zu meiner Zeit, wie wir angefangen sind in den ERN, war es doch so, da gab es den Gerüstbau und Da wurde Learning by Doing das Ganze beigebracht. Es gab einen Obermonteurlehrgang, der war 14 Tage, aber ansonsten galt das Lerne von deinem Kollegen, schau ihm über die Schulter bzw. Sei Mitglied in der Kolonne und dann lernst du von ihm, das reicht dir bei weitem nicht aus. Und wir haben ja auch die Gründung des Güteschutzverbandes seinerzeit deswegen gehabt, weil es eben andere Ansprüche gab von einigen industriellen Kunden, die dann gesagt Mensch, das reicht mir nicht. Und so war natürlich der Kanal völlig vorgeebnet, dass man gesagt Du musst Qualifizierung in das Handwerk bekommen. Und deswegen ist die Ausbildung initiiert worden und waren ganz voller Stolz und haben auch die Ich war auch damals schon junger Geschäftsführer, einer der ersten, der Auszubildende eingestellt hat und war dankbar, dass letztlich die Schulung stattfinden konnte, weil es überhaupt auch Unterlagen dafür gab. Auch heute noch immer noch, wenn auch nicht mehr regelmäßig, aber doch unregelmäßig, immer mal wieder Kontakt zu meinem ersten Auszubildenden, der auch heute noch im Gerüst Beuys. Und diesbezüglich muss ich ganz klar sagen, war es der richtige Weg. Darauf aufbauend haben wir heute durchschnittlich 850 Auszubildende im Gerüstbau, die jährlich sozusagen dort letztendlich das Ausbildungsthema der drei Jahre durchlaufen. Und wir wollen und müssen an der Qualifizierung arbeiten, denn die Ansprüche, die heute an die Betriebe gestellt werden, insbesondere aber auch an die Mitarbeiter, sind natürlich auch in den letzten Jahren, letzten mehr als 20 Jahren deutlich gestiegen. Und ich sage es jetzt mal einfach tatsächlich mit dem Wissen ist Macht. Wenn heute ein Gerüstbauer draußen weiß, was er zu tun hat, dann ist das Macht. Dann ist es aber auch so, dass du dich darauf verlassen kannst und vor allem verlassen musst, dass er das, was da draußen tut, auch richtig tut. Und das war letztendlich der Anbeginn schon damals, der Grundgedanke. Und das haben wir natürlich über die vielen Jahre am Ende des Tages verfeinert.
Ja, dann ist relativ schnell auch, es hat noch ein paar Jahre gedauert, der Meister kommen, der Meister im Gerüstbauhandwerk. Man hat also hier nochmal einen großen weiten Schritt erreicht mit Eintritt in die Handwerksrolle. A. Wie war da die Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern?
Ja, ich sag mal so, bis zu diesem Zeitpunkt waren wir ja tatsächlich zwar ein Handwerk, was man kannte, aber in der Anerkennung dessen war es natürlich so. Das war auch schon vorher immer der enge Kontakt zu den Handwerkskammern war ja gegeben, alleine auch durch das Thema Ausbildung. Und wir hegen und pflegen am Ende des Tages zu allen Handwerkskammern, die in den entsprechenden Bundesländern sind, aber auch letztendlich in den zentralen natürlich doch möglichst sehr ausgezeichnete Kontakte. Durch die Handwerkskammern selber ist es natürlich auch so gewesen, dass wir uns über die Ansprüche, die auch in der Meisterausbildung sind, natürlich einen Konsens geschaffen haben mit den Handwerkskammern, die auch Meisterausbildung betrieben haben, damit wir dort natürlich ein gleichlautendes und nahezu identisches Bild bekommen, was auch in der Vermittlung dessen, was ein Meister zu lernen hat, natürlich auf einem gleichen Niveau unterwegs sind. Denn das ist auch klar, in jeder Handwerkskammer gibt es natürlich auch alleine schon geschuldet durch die Lehrkräfte und durch die Vermittlung des Themas natürlich auch Unterschiede. Aber es war uns auch ganz wichtig, das auch in den letzten Jahren nachzuschärfen, dass dort ein Gleichstand ist. Denn die Interpretation von möglichen Begrifflichkeiten, sagen wir mal so, sind natürlich auch durchaus immer im Hinblick auf denjenigen, welchen, der das referiert, natürlich auch schon mal ein bisschen an der einen oder anderen Stelle unscharf geworden. Und das haben wir nachjustiert, sodass wir aber heute sagen können, die Meisterausbildung ist auf einem hohen Level, es geht auch noch ein Stückchen weiter höher, Daran arbeiten wir auch, weil man muss es ja auch ganz klar sagen, an die Meister richtet sich natürlich, nachdem sie ihren Meister auch abgeschlossen haben, ein hohes Maß an Verantwortung für sich, für Mitarbeiter, aber auch für andere.
Wenn du jetzt mal so heute mal in die Zukunft schaust und du würdest mal die Glaskugel in die Hand nehmen, Und was würdest du denn für das Gewerk dir für die Zukunft wünschen?
Also spaßeshalber kann ich dir sogar sagen, ich habe mal von meinen Mitarbeitern ein Glaskugel bekommen, aber noch als Geschäftsführer der Firma Nitit. Es ist sicherlich natürlich schwer, das genau letztendlich festzulegen, aber ich glaube schon, der Gerüstbau selber wird auch weiterhin, und das habe ich auch schon immer gesagt, wird auch weiterhin eine eine tragende und wesentliche Rolle darstellen. Wir müssen natürlich nur darauf aufpassen, dass wir letztendlich dort dem Anspruch, der sich jetzt gerade auch durch den Wandel in der Gesellschaft, aber auch der Zulauf von weiteren Instrumenten, wie jetzt zum Beispiel KI, du hast es ja vorhin gesagt, ergeben wird, wird zwangsläufig das Anspruchsdenken verändern. Ich kann insofern nur dafür appellieren und das ist auch letztlich vollumfänglich in der Geschäftsstelle Köln angekommen bzw. Ist es auch deren Fokus und auch meinen Vorstandskollegen sehr wichtig, dass wir das alles im Auge behalten, weil was stellen wir denn dar? Wir stellen Gerüste für andere, die sicher arbeiten müssen und das Umfeld, was wir schaffen, muss ein sicherer Arbeitsplatz auch bedeuten können und auf dem Weg dahin darf auch nichts passieren. Das ist der wesentliche Bestandteil dessen, wo wir daran arbeiten müssen, dass den Menschen, ich sage es jetzt mal ganz bewusst und deutlich, die Selbstverantwortung ihres Handelns klar bleibt. Ich muss ein bisschen einräumen, dass es, ich glaube, unserer Gesellschaft ein Stück weit abhandengekommen ist, vielleicht auch ein bisschen durch verschiedene Handlungen der letzten Jahre damit unterstützt, dass man den Eindruck gewinnt, dass eine gewisse Selbstverantwortung immer weniger gewünscht bzw. Vielleicht auch abtrainiert wird. Aber gerade für den Gerüstbau kann und darf es nicht sein, weil unser Beruf ist so, dass wir im Zusammenhang mit dem Erstellen von Arbeitsplätzen für Dritte einfach auch eine Gefährdung uns immer wieder letztendlich selber stellen müssen. Und da muss jeder Mann, jede Frau, die das tut, auch wissen, was sie tut. Und das kann sie nur, wenn diese Selbstverantwortung für sich selbst immer ein Stück weit natürlich am Ende des Tages so hochgehalten wird, dass man es auch spürt. Wir kennen die Situation, ich glaube, jeder kennt sie von uns, wenn wir ins Ausland fahren, fahren ein Land, wo es eben keine Geländer gibt, wo man mal an einer Klippe oder an einem Abgrund stehen kann, wo es keine Leitplanken gibt, wo es kein gar nichts gibt, wie sich dann einer von uns fühlt, der Situation geschuldet, dass man hier stehst und hier kannst du runterfallen. Unser Bestreben ist ja hier in Deutschland auch, dass es gar nicht dazu kommen kann. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern sicherlich europaweit und es sollte eigentlich weltweit sein. Aber es ist natürlich auch von der Empfindsamkeit des Menschen natürlich sehr unterschiedlich. Nur wir haben einen sehr hohen Anspruch hier und damit kommst du natürlich nicht klar, wenn du Menschen hast, die keine Selbstverantwortung mehr haben. Die wissen ja am Ende des Tages, es kann nichts passieren. So ähnlich, du stehst am Zebrastreifen und gehst über die Straße, ohne links und rechts zu gucken, in der Erwartung, es müssen alle Autos anhalten, Ob es denn so passiert, soll so sein. Aber es geben auch Fälle, wo es nicht so ist.
Hat ja die Bundesinnung die letzten Jahre eine ganz tolle Kampagne hochgefahren, um Ausbildungsplätze oder auszubildende junge Menschen zum Gerüstbauer, dass die Gerüstbauer und Gerüstbauer werden. Wie erfolgreich war die ganze Kampagne?
Ich glaube schon sehr aus dem einfachen Grunde, weil jeder Betrieb kann sowas vielleicht gar nicht alleine von seiner Größenordnung, aber auch von der finanziellen Ausstattung alleine schaffen. Dafür haben wir letztendlich geworben und auch letztendlich gesorgt, dass jeder Betrieb auf Dinge zurückgreifen kann, die er individualisiert für seinen Betrieb ganz relativ einfach und simpel abpausen kann. Man kann sich also selbst sein Logo dort branden und nimmt aber letztendlich das von uns erstellte Bewerben von Bewerbern wahr. Natürlich geht das nicht nur darum, auch Auszubildende zu rekrutieren, auch zu gewinnen, weil wir kämpfen ja alle auf derselben Plattform mit anderen Anbietern, wo es darum geht, junge Leute für diesen Beruf zu gewinnen. Unser Ansatz ist sogar mittlerweile weitergehend, dass wir auch bereits Kampagnen unterstützen, wenn es darum geht, auch in der Schule selber schon den Gerüstbau begreiflich zu machen. Und da fangen wir nicht erst in der achten, neunten, zehnten Klasse an, sondern wir gehen auch weiter runter. Und wir versuchen natürlich am Ende des Tages durch das Informieren, das Spielerische letztendlich schon bereits im frühkindlichen Stadium letztendlich zu triggern, dass es einerseits den Gerüstburg gibt und dass es auch ein toller Beruf sein kann.
Ich komme immer mit so am Rande Du bist immer auf hoher See unterwegs. Erzähl mal ein bisschen was noch über dein Hobby. Da geht es ja auch um Sicherheit. Sicherheit auch großgeschrieben.
So ist es ja genau. Mein Hobby ist tatsächlich, neben an Landaktivitäten des Laufens und des Sporttreibens, bin ich dem Wasser sehr nahe. Und ich sag mal so, die Leidenschaft des Segelns ist für mich da und die liebe ich auch und die nutze ich auch. Und die Möglichkeiten, die mir geboten sind, ohne ein eigenes Boot zu besitzen, versuche ich jedes Jahr in irgendeiner Form umzusetzen. Hat ein Stück weit damit zu tun, dass in meinem ersten Berufsleben, bevor es den Gerüstbau gab, ich zur See gefahren bin und eigentlich auch durch meine Vaterseite und auch Grossvaterseite schon immer der See sehr nahe war. Diese Leidenschaft am Ende des Tages ist nie erloschen. Sie ist zwar sicherlich flach gefahren worden, weil ich im Zusammenhang dann auch mit dem Wechsel an Land, das hatte ja auch dann letztendlich familiäre Gründe, weshalb ich letztendlich dann den Landjob und somit bin ich ja auch zum Großbau gekommen, eingegangen bin, denn ich bin schon mit 15 zur See gefahren und das ist vielleicht auch nicht ganz gewöhnlich, aber für mich war es eben so, es gab damals gar keine Auswahl. Es war für mich klar, ich fahr zur See, weil es war für mich einfach das Tollste, das Schönste auf dem Wasser zu sein. Ich habe früh angefangen zu segeln. Nachdem dann aber doch die Familie größer wurde und mein erster Sohn geboren worden ist und ich dann tatsächlich nur sehr wenig zu Hause war, war dann klar, dass das so nicht weitergehen kann und wird. Und so bin ich dann letztendlich auch zum Gerüstbau gekommen, wie die Jungfrau zum Kind in diesem Fall. Aber um das nochmal zu reflektieren, klar, Segeln ist Sport. Segeln ist aber auch letztendlich mal eine Sache, die es auch genauso sicher ist, relevant wie auch im Gerüstbau. Auch da kann viel passieren. Auf hoher See ist man für sich alleine, das kommt noch dazu. Da ist man mit seiner Crew alleine unterwegs und da ist man auf sich selbst gestellt. Und da sind wir bei dem Thema Selbstverantwortung. Das muss funktionieren. Wenn du da Leute hast, die ausscheren, dann hast du Lebensgefahr und ich kann dir so viel das große, große Wasser, da brauchst du nur eine dicke Welle und dann bist du weg, wenn du nicht aufpasst.
Lieber Holger, sag mal ein Schlusswort.
Ja, liebe Zuhörer, ich kann Tatsächlich nur dafür, wenn ihr noch kein Mitglied in der Bundesinnung oder des Bundesverbandes seid. Werdet Mitglied. Ihr könnt euch davon überzeugen, dass euch dort nur Gutes widerfährt und die Mitgliedschaft sich auf alle Fälle vor euch lohnen wird. Denn dort werden eure Interessen, eure Nöte und Ängste bearbeitet und dort werdet ihr Hilfe erfahren. Also diesbezüglich versucht den Schritt zu machen. Lasst euch überzeugen. Es gibt alle Möglichkeiten. Ruft an, meldet euch.
Vielen Dank, lieber Holger, dir eine schöne Zeit.
Alles klar. Wunderbar, prima. Schönen Dank, Walter. Das war Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch.
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