Design-Gerüst, Handwerk & Haltung | Sven Lipke über Black Scaff, White Scaff & Verantwortung | #44

Interview with Sven (spoken as Sven Lipke / Sven Lübcke), a German scaffold master (48 years old) and entrepreneur. He describes his 1993 start in scaffolding, long career including 12 years self-employment and recent role (since 1 Aug) as Betriebsleiter at Wilhelm Wedeka/Baedeka, and work for the Bundesinnung as Landesbevollmächtigter Bremen. He founded Black Scaff (designer/unverzinktes schwarzes Modulgerüst) during the 2020 Corona period and is launching a complementary White Scaff (aluminium, weiß gepulvert) with a planned public launch in December; White Scaff trademark was registered 1 Sept. The episode covers company logistics (vehicle types, use of hired autokrane, container options), training (about four apprentices; new apprentice starts 10.10), company history (firm ~129 years), market views (local Bremen demand, concerns about wider construction downturn), personal life (boating, two small boats, long trip to Australia in 2001), and practical advice for founders (get Meisterbrief, have equity, choose modular scaffolding).
Questions this video answers
48 years
1993 (started apprenticeship)
About 12 years
Since 1 August (year given in conversation)
Around 2020 (during the COVID-19 lockdowns)
Chapters
Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch. Herzlich willkommen, lieber Sven Lipke. Du darfst ganz kurz dich vorstellen.
Ja, sehr gerne, Walter, Erstmal vielen lieben Dank für die Einladung zu diesem Podcast. Das ist das erste Mal, dass ich einen Podcast mache. Ich hoffe, ich rede mich hier nicht um Kopf und Kragen, aber ich denke, das wird schon uns zusammen gelingen, dass das ein schöner Podcast wird. Mein Name ist Sven Lübcke, 48 Jahre jung, ich bin Gerüstbaumeister und seit 12 Jahren selbstständig tätig. Jetzt neu seit 1. August wieder in meinem alten Betrieb Wilhelm Wedeka als Betriebsleiter tätig. Und was mache ich noch? Zudem bin ich auch schon über zehn Jahre für die Bundesinnung tätig, in Funktion des Landesbevollmächtigten für Bremen. Und ja, was mache ich noch? Achso, ja und dazu habe ich noch mittlerweile jetzt zwei Marken inne. Ich habe vor vier Jahren die Marke Blackscaff gegründet, womit ich so ein bisschen Designergerüst mache und jetzt ganz brandaktuell 1. September vom Patentamt eingetragen. White Scav, das pendent zu Black Scaf.
Wie bist du selbst zum Gerüstbau gekommen?
Ja, wie bin ich zum Gerüstbau gekommen, Walter? Damals, es war 1993, ich junger Mann, wollte eigentlich aus Bremen tatsächlich raus in die große weite Welt und habe gedacht, okay, dafür musste Geld verdienen. Und tatsächlich so meine Oma hat gesagt hier in der Zeitung, guck mal, Gerüstbauer, einer der bestbezahlten Ausbildungsberufe in Deutschland 1993 und nur zwei Jahre Ausbildungszeit und das dachte ich, gutes Geld verdienen, nur zwei Jahre Ausbildungszeit, ein bisschen raus aus Bremen bin ich dann ja auch gekommen wegen der Berufsschule und überbetrieblichen in Dortmund. Ja, und das passte alles für mich. Und das war der Startschuss.
Warst du jetzt in deiner Kindheit, hast du gern Lego gespielt?
Lego habe ich natürlich auch sehr gerne gespielt, klar. Und nachher muss ich sagen, habe ich auch durch Gerüstbaum meine Passion so gefunden. Ich bin damals als kleiner Bursche überall raufgeklettert. Jedes Gebäude in Bremen find war von mir nicht sicher. Wir sind überall raufgeklettert. Also viel geklettert schon und Lego gespielt, auch als Kind schon viel gezeichnet. Das sind dann alles so Sachen, die mir nachher im Job zugutekamen.
Jetzt bist du so ein Typ, bist du so ein Frühaufsteher oder sagst okay, ich arbeite lieber Nachts bis um 12 im Büro oder sagst du, okay, ich bin früh im Viertel im Büro?
Ne, ich bin doch eher der Frühaufsteher. Das kam über Jahre lang irgendwo gewachsen, bin eigentlich immer sehr gern früh aufgestanden, weil ich morgens erst damals musste in der Ausbildung natürlich, da ging die Arbeit schon früh los und da gewöhnt man sich dann im Laufe der Zeit dran. Dann war es so, wenn ich lange Jahre im Traggerüstbau unterwegs gewesen, wo wir viel auf Montage gefahren sind, da war 5 Uhr Arbeitsbeginn, manchmal auch halb 5, ja, und das hat man dann irgendwann so im Körper drin und jetzt neu auch wieder 4 Uhr klingelt jetzt der Wecker bei mir, ich bin meistens schon feuerwach und ja, ich kann morgens besser, finde morgens erstmal die Ruhe am Tag gut, wenn alles noch so still draußen ist, die Sonne langsam rauskommt und ganz in Ruhe Käffchen trinken und vorm Berufsverkehr zur Arbeitsstelle und wie man so schön sagt, Morgenstund hat Gold im Mund.
Hast du ja zwei eigene Marken entwickelt. Erzähl mal über deine zwei Marken, was die machen?
Ja, was machen die genau? Ich sage mal so, Ich habe vor fünf Jahren tatsächlich schon, das war 2020, mitten in der Corona Zeit, mir überlegt, etwas anderes zu machen, was vielleicht viele andere tun. Also es war eben so, wir haben mit meiner Firma damals schon BDK Eventfirmen bedient mit ganz normalen Baugerüsten für Ausstellungen, Messen und so weiter, Veranstaltungen, ja, und man kennt ja das Baugerüst verzinkt mit Farbmarkierung, ja, eben wirklich Baustellenmaterial. Wir haben es dann manchmal auch ein bisschen lackiert und aufgehübscht und da habe ich mir einfach irgendwann gedacht, okay, das muss auch irgendwie schöner gehen. Und dann bin ich damals auf die Idee gekommen, unverzinktes Gerüstmaterial zum Einsatz zu bringen, Hab damals mehrere deutsche großen Hersteller angefragt und habe gefragt, ist das bei euch möglich, Modulgerüst zu beziehen, aus der Produktion rauszuziehen, bevor es zum Verzinken kommt? Ja, und dann hat das eine Firma möglich gemacht und dann war es eben so, es war jetzt die Zeit auch so ein bisschen Vintage und Retro und vor allem dieser Industry Look. Und damit habe ich so ein bisschen den Nerv der Zeit getroffen. Habe ich jedenfalls erstmal auch gehofft. Wie gesagt, das war Corona Zeit und Dann kam hier die erste Lieferung an. Ich fand es sah super aus, total schön schwarz, daher auch der Name. Man sagt ja der schwarze Stahl im Metallhandwerk. Es ist schwarz, es ist unverzinkt. Das war eben auch der Namensgeber für Black Scavenger. Und die allermeisten haben zu mir Sven, was soll das? Das rostet dir unterm Arsch weg sozusagen. Gut, ich habe es riskiert, ich habe es gemacht. Und dann lag es tatsächlich erstmal fast ein Jahr hier in der Halle wegen Lockdown, Corona ging gar nichts. Aber dann haben wir in der Zeit hier in Bremen mit Joke Event eine ganz große Halle aufgebaut. Einige Gerüstbauer kennen die auch von der Bundesfachtagung. Die haben wir Dort, ich glaube 22 war es, 22 haben wir die Bundesfachtagung in Bremen in der Alten Werft und auch die Unternehmertagung ausgeführt. Das ist eine riesengroße Halle, 2000 Quadratmeter groß. Da haben wir 50 Tonnen von diesem schwarzen Gerüst verbaut. Das war sozusagen das Leuchtturmprojekt und der Startschuss. Und seitdem ging das immer weiter. Gab eigentlich danach keine deutsche Autobahn, wo wir nicht unterwegs waren, weil es so besonders war und außergewöhnlich. Und da hatte ich irgendwie so ein bisschen die Büchse der Pandora mit geöffnet. Wie gesagt, es war eigentlich ein Hobby, ist aus dem Hobby herausgewachsen, aus einer Schnapsidee, sage ich jetzt mal so. Ich war erst ganz alleine damit unterwegs, hatte dann ein bisschen Helfer, ein paar Hands dabei. Dann habe ich irgendwann einen alten Ausbildungs mit eingestellt und haben wir zu zweit gemacht und viel viel gearbeitet wieder sehr viel auch körperlich. Große Marken damit bedient und nach wie vor läuft das eigentlich ganz gut. Und jetzt ist es eben so, seit 1.08 habe ich das so ein bisschen als Sparte bei Firma Baedeka mit implementiert und jetzt können wir ein bisschen das größer machen, weil es war nachher zu zweit von der Arbeit her und allen Anforderungen nicht mehr zu wuppen.
Am 1. September hast du jetzt gesagt, hast eine weitere Marke angemeldet. Was macht die Genau?
Das ist das Pendant, das ist White Scav. Also jetzt gehen wir auf. Kam so außer die Idee so ein bisschen Lebenskrise gehabt und dann hat mich ein Schlosser hier zu mir gesagt, der Schlosser Nico sagt zu mir Sven, nach Schwarz im Leben kommt weiß und dann vielleicht wieder. Und ich sag zu Nico, Mensch, zu mir passt aber schwarz besser wegen Blackscaff aber das ist bei mir im Kopf irgendwie so hängen geblieben. Und dann habe ich gedacht, das wäre doch cool, wenn du auch Widescaf irgendwie ins Leben rufen kannst und Widescaf eben das Gegenteil ist. Und das Gegenteil habe ich mir überlegt, wie kannst du zu diesem schweren Rohstahlgerüst im Gegenteil bilden. Da habe ich gedacht, erstmal altersgerecht leichter machen. Also es soll alles komplett nur noch aus Alu bestehen und soll vorzugsweise weiß gepulvert werden, soll absolutes metrisches System sein, von der Tiefe, auch von der Länge her und vor allen Dingen leicht und mit viel Glaselementen. Und da dürfen wir gespannt sein. Wir haben es jetzt gerade angeschoben und wir wollen eigentlich jetzt im Dezember bei unserer Weihnachtsfeier das White Scav launchen. Ich denke mal Black Scav war ziemlich erfolgreich und läuft weiterhin und White Scav sehe ich sogar noch mehr Potenzial drin. Und auch die Kombi schwarz und weiß zu kombinieren, glaube ich, wird spannend.
Und jetzt hast du nur den deutschen Markt auf Messen oder Events bedient oder bist du auch schon auf dem europäischen Markt unterwegs?
Ne, europäisch bin ich noch nicht unterwegs gewesen. Haben wir natürlich Lust zu. Der deutsche Markt, das hat erst mal gereicht für uns. Wie gesagt, wir waren zu zweit damit unterwegs und jetzt ist es aber auf jeden Fall möglich, jetzt mit Firma BDK und der Unternehmensgruppe im Hintergrund haben wir jetzt richtig große Ressourcen, sind jetzt seit, weiß ich nicht, vier, fünf Wochen auch erstmalig auf Instagram unterwegs. Social Media, das habe ich vorher alles gar nicht gemacht, weil das hätte man uns wahrscheinlich überrollt und wir hätten es nicht bedienen können. Und Social Media, ich bin da eher noch so oldschool gewesen und war nicht so mein Ding. Aber klar, im Business, irgendwann kommst du nicht drumherum und wie gesagt, wir pushen es jetzt auf Instagram und ich gehe mal davon aus, da passiert noch eine Menge mit.
Wie gehst du in deinem Leben mit Rückschlägen um? Du hast ja sicher auch ab und zu mal was gebaut und es hat vielleicht nicht ganz so funktioniert, wie du es vorgestellt hast bzw. Auch kein Geld gekommen.
Ja, toi toi toi, Walter, tatsächlich. Also einen Zahlungsausfall habe ich noch nie gehabt. Gott sei Dank hatte ich immer das Glück, dass ich mal länger warten musste. Aber klar, du Rückschläge im Leben, Business viel gekämpft für Aufträge doch nicht bekommen, dies, das. Ich mache das jetzt schon so lange, man gewöhnt sich daran aus Rückschlägen. Wie gesagt, ich bin jetzt seit, keine Ahnung, 93 dabei und ja, so seit über 22 Jahren Bauleitertätigkeit. Ich habe so viele Angebote geschrieben, aus denen nichts geworden ist oder Verhandlung geführt. Ja, aber meistens, wie man so schön sagt, im Nachhinein gut, dass es so nicht gekommen ist. Also oftmals sagt man so, Dinge passieren im Leben zu ihrer richtigen Zeit und von daher, dann ist man vielleicht einen Tag traurig und nach zwei Monaten sagt, gut, dass so gekommen ist, sonst hätte ich den Auftrag nicht machen können oder dies nicht. Und wie gesagt, Rückschläge, sporn einen fast eher nur an, weiterzumachen, weiter sich Mühe zu geben und ja, dann mache ich mich nicht mehr verrückt.
Wenn du jetzt mal so sagst, okay, ich will jetzt noch 20 Jahre arbeiten, wo willst du dann in 20 Jahren stehen?
In 20 Jahren möchte ich eigentlich eher liegen am Strand oder irgendwo auf meinem Boot oder wie auch immer. Ich habe erstmal so für mich, denke ich, meinen Traumjob gefunden und Gerüstbau ist ja nun mal eben auch sehr, sehr facettenreich und abwechslungsreich und ich bin in dem Job von Anfang an sehr aufgegangen und ja, ich muss auch nicht mit 63 oder 65 in Rente gehen. Wenn die Gesundheit mitmacht, würde ich bis zu meinem Lebensende hätte ich Bock immer noch irgendwie was zu tun und zu machen, weil es macht mir extrem Spaß, irgendwelche, wie jetzt auch aktuell, irgendwelche Messestände zu designen. Erstmal anfangen mit dem Bleistift und das ist ja das Geile an unserem Job. Man hat erst was im Kopf, dann fängt man an zu zeichnen und nachher bekommt man die visuelle Befriedigung, wenn das umgesetzt wird und abends steht das Tageswerk da und man sieht, was man geschaffen hat. Das finde ich, das ist ein Riesenvorteil an unserem Job, dass wir visuelles Feedback bekommen.
Was machst du in deiner Freizeit? Gerüste zeichnen oder Gerüste dann bauen oder?
Klar, Ja, wie gesagt, natürlich in meiner Freizeit kommen mir dann auch gute Ideen, das ist klar, vor allem was eben das Design, so was die Marken betrifft. Aber Freizeit ist eben auch wichtig und wenn ich Freizeit habe, bin ich gerne auf oder am Wasser unterwegs. Ich habe zwei kleine Boote und fahre ich gerne Boot, was auch in den letzten Jahren durch die viele Arbeit so ein bisschen zu kurz gekommen ist. Aber seit diesem Jahr ist alles wieder aktiv und in der Gänge oder einfach wie gesagt, ein Spaziergang am Meer. Also Wasser holt mich richtig runter, vor allen Dingen auf dem Wasser unterwegs zu sein, wenn man das Terrain wechselt. Also finde ich jetzt besser wie Motorrad auf der Autobahn, dann bist du immer noch auf der Autobahn, wo du auch im Alltag bist. Also auf dem Wasser weißt du jetzt gleich, jetzt ist Freizeit, das tut mir sehr gut. Und wenn ich am Wochenende am auf dem Wasser bin, dann bin ich Sonntagabend.
Bist du dann auf der Weser unterwegs, auf dem Wasser oder bist du auf dem Meer unterwegs?
Ja, also Weser, Unterweserbereich, hier Mittelweser, so nach Holland sind wir auch schon mal gefahren, so welche Bereiche. Ich habe jetzt so ein kleines Plattbodenschiff mit zugelegt, also da kann man auch ein bisschen weiter mit. Dann sind wir gerade noch ein bisschen am Restaurieren dran. Und das ist eigentlich vor allen Dingen dafür auch gedacht, dass man sich im Wattenmeer, wie man so schön sagt, trocken fallen lässt, die Stille genießt. Habe ich noch nie gemacht, auf jeden Fall nicht mit dem eigenen Schiff. Das ist sowas, was ich mir jetzt für die nächsten Jahre mal vorstelle, ins Wattenmeer zu fahren, trocken fallen zu lassen, Grill rauszustellen.
Es gibt Angeln. Gehst du auch mal angeln?
Angeln tue ich nicht. Ne, habe ich mal gemacht in meiner Jugend, aber das kickt mich nicht. Also ne.
Bei bdegger bildet ihr aus. Habt ihr Auszubildende?
Ja, wir haben hier Auszubildende. Wir waren auch damals hier auch ein Vorreiterbetrieb in Sachen Ausbildung und haben aktuell, ich glaube sogar vier Auszubildende. Jetzt aktuell fängt sogar ein neuer bei uns an, Amazon 10.10, der sogar etwas älter ist, der sich spät entschieden hat, eine Ausbildung noch zu machen, weil er das für sinnvoll erhalten hat. Vorher war er in einer Gerüstbaufirma unterwegs, wo er dann noch viel auf Montage war und das zu der Ausbildung in Dortmund. Und er braucht ein bisschen mehr, dass er öfters mal zu Hause ist. Und auch das haben wir jetzt möglich gemacht und freuen uns auch jetzt noch einen weiteren Auszubildenden mittendrin zuzugewinnen. Jetzt zum 10.10. Und Ausbildung ist sehr, sehr wichtig und machen wir.
Welche Fähigkeiten oder Werte übermittelt ihr euren Auszubildenden?
Ja, Fähigkeiten und Werte. Also ja, ich sage jetzt mal, wichtig halte ich, dass man das Selbstbewusstsein stärkt, dass man erstmal auch in der Ausbildung durch den Job irgendwo auch eine Art Liebe zur Zunft entwickelt, dass man als Unternehmen auch identitätsstiftend ist und natürlich Werte wie Zuverlässigkeit, sorgfältig arbeiten, diese alten Tugenden und das eben noch mit dem neuen Input von den jungen Leuten, das gemischt. Wir lernen von unseren Auszubildenden genauso wie die von uns lernen und wir geben denen vielleicht ein bisschen mehr alte Werte auf den Weg und bekommen neue Inspiration durch die jungen Menschen zurück. Und ja, ist wichtig.
Wie ist bei euch im Betrieb die Logistik aufgebaut? Mit was transportiert ihr eure Gerüste auf die Baustelle in Bremen? Ist ja auch ziemlich eng. Die Innenstadt, wie macht ihr das?
Stimmt ja tatsächlich. Innenstädte ist ja immer so eine Sache. Sind wir früher auch viel? Also wir haben tatsächlich viele dreieinhalb Tonner im Einsatz und siebeneinhalb Tonner kommt auch daher. Vormals war Firma B sehr aluminiumstark, also wir hatten sehr viel Alurahmen, Alugerüst, Alubelege und da war man mit einem siebeneinhalb Tonner gut unterwegs und hat auch gut Material dabei. Jetzt haben wir eben ein bisschen mehr Stahl. Durch den Unternehmenswechsel im Einsatz merkt man dann schon deutlich, ob man Stahlgerüst hat oder wie gesagt früher sehr viel Aluminium. Der alte BDK damals, Wilhelm hat gesagt, hier ist kaum Haus in Bremen höher wie 24 Meter, können wir alles gut mit Alu beschicken und war keine Ahnung, der hat glaube ich in den ERN schon Alurahmen ohne Ende gekauft und ja, wir haben sehr Alustark und jetzt haben wir wieder ein bisschen mehr Stahl, ein bisschen mehr Stahl als Gemüse. Dreieinhalb Tonner, siebeneinhalb Tonner. Aber wir haben auch die Möglichkeit mit Container Absetzcontainern zu arbeiten bei größeren Bauvorhaben. Das ist auch alles im Portfolio.
Die viele Gerüstbauer haben einen Kran und der soll hoch und weit und so viel wie möglich heben. Habt ihr solche Sachen auch? Ist für euch wichtig.
Bei BD haben wir tatsächlich kein Kranauto. Wir hatten mal welche, die waren irgendwie immer anfällig oder in der Werkstatt oder teuer, kaputt. Wir haben oft immer dann, wenn wir es brauchen, auf Autokran gesetzt. Also tatsächlich Für die Einsätze haben wir Autokran uns dann gebucht und das machen wir jetzt eigentlich immer noch so. Haben aber wie gesagt Möglichkeiten auf Kran mit der Partnerfirma auf Kran LKWs umzusteigen oder mit zu integrieren. Ist aber selten, kommt vor, aber nicht so häufig.
Ist jetzt weniger 125 Jahre schon zeitlang sicher her. Wie lange ist jetzt, wie alt ist der Betrieb jetzt?
Ja, aktuell 129 Jahre nächstes Jahr 130 einer der ältesten oder ist die älteste Firma in Bremen tatsächlich und hat dann.
Noch viele Bilder, wo Leinengerüst gemacht worden ist oder Schlangengerüst. Gibt es noch so alte Bilder?
Schaut mal auf unsere Homepage. Ne, natürlich gibt es noch auch aus den Anfängen ganz alt Holzleitergerüst natürlich damals ohne Ende hatten wir sogar auch noch, also war auch sogar noch bei mir 1995 in einer Gesellenprüfung kam sogar noch Holzleitergerüst vor, obwohl ich selber noch nie in der Hand hatte oder aufgebaut habe. Jetzt hätte ich mal gerne wieder welches aus Nostalgiegründen gibt glaube ich nur eine Firma in Deutschland, die damit ein bisschen macht für Film und Kulisse Bau, aber ansonsten ist das Holz leider weg. Aber wenn ich die Geschichten höre von den, ja es müssen ja schon fast Übermenschen gewesen sein, die das damals gerüstet haben, er Bock da anschärfen oder diese Stories. Wahnsinn, ja würde ich gerne mal Zeitreisender sein und mir das anschauen oder mitmachen.
Es ist so, ich habe im Turm Niddit gesprochen, ich habe mit dem Matthias Fak gesprochen und der eine hat gesagt, ich habe so ein Schiff eingerüstet mit der Länge der niedrig. Matthias Faig hat gesagt, okay, ich habe lange Brücken gemacht. In Bremen gibt es doch sicher große Kirchtürme Welcher Kirchturm habt ihr bis jetzt eingerüstet oder höchste? Weißt du das?
Ja, in der Firmengeschichte war BDK schon überall dran. Also jetzt aktuell, ja sind hier noch nicht mal glaube ich die Kirchen so gewesen. Also ich glaube der höchste Kirchturm hier Bremer Dom, knapp 90 Meter hoch.
Bei.
Baedeka war vielleicht echt mehr der Schwerpunkt Stahlwerk, Hochofenrüsten, der ist glaube ich noch einen Tick höher der Hochofen und natürlich komplexer und umfangreicher. Also damit ist BDK den letzten, ich sage mal jetzt in den letzten 20 Jahren war es dann weniger mit dem Stahlwerk und sind wir irgendwann raus, aber Davor haben wir 40 Jahre das Stahlwerk hier gemacht und damit ist auch Baedeka richtig groß geworden und das war schon auch richtig anspruchsvoller Gerüstbau.
Es ist der Bundesinnung Gerüstbau, sagen wir mal so, die Vorteile, wenn man Innungsbetrieb ist. Und würdest du den Nicht Innungsmitglieder empfehlen, da mitzumachen?
Ja, würde ich auf jeden Fall empfehlen. Also man hat natürlich durch die Änderung eine große Community im Background, die viele Dinge organisiert, wo viele Schulungen, Tagungen und so weiter stattfinden. Man bekommt sehr viel Input dadurch, Man erfährt wahrscheinlich auch viele Dinge etwas früher als nicht in unserem Betrieb, das heißt irgendwelche neuen Normen, Gesetze und so weiter. Man hat eine Rechtsabteilung, auf die man zurückgreifen kann und vor allen Dingen eben sehr viel Veranstaltungen, die man buchen kann. Kann man natürlich auch als Nicht Innungsmitglied buchen, kostet einen Tick mehr, aber ja, ich sag mal, man bekommt eine Community dadurch, man lernt viele Menschen kennen, mit denen man auch zusammenarbeiten kann überregional und das Networking auch dann rund ums Seminar oftmals lässt irgendwie Freundschaften entstehen und Zusammenarbeit entstehen. Ja, das kann man durchaus empfehlen. Also kostet einen Beitrag wie jede Innung, aber hat einen absoluten Mehrwert, denke ich schon.
Was war jetzt deine längste Urlaubszeit nach der Ausbildung? Nichts vor der Ausbildung.
Schon lange her. Tatsächlich meine längste Urlaubszeit, das war 2001, da war ich für zwei Monate in Australien. Genau.
Das ist jetzt so auch dein Lebenswunsch, da noch mal hinzukommen.
Ja, du, ich finde Australien ist ein ziemlich cooles Land tatsächlich. Ja, wie gesagt, ich war vor 25 Jahren einmal da für zwei Monate, danach nie wieder. Ist ja auch ein ganz schöner Weg dahin Und ja, nee, aber kann ich mir sehr gut vorstellen, dann noch mal wieder hin. Es gibt da auch über Bekanntschaft, Familie, Hintergründe. Also damals auch haben wir viel im familiären Hintergrund übernachtet. Ich weiß in zwei Monaten, glaube ich, nur drei, vier Hotelübernachten, ansonsten privat untergekommen. Somit war das auch damals irgendwie überhaupt bezahlbar, sage ich mal so lange. Und Australien, finde ich, ist ein Top Land auf jeden Fall. Gibt auch viele andere schöne Länder, das ist gar keine Frage. Ja, aber Australien hätte ich schon mal Bock zu auf jeden Fall noch mal wieder dahin. Genau. Ansonsten USA war ich auch, keine Ahnung, bisher vier, fünf Mal, finde ich auch, ist zum Bereisen ein schönes Land, zum eher Wohnen da weiß ich nicht, aber Amerika hat mir eigentlich auch immer gut gefallen, viel Spaß gemacht, aber manchmal ist es auch in der Nähe einfach schön hier 20 km fahren, irgendwo an der Unterweser, finde ich dann auch manchmal gut.
Bekommst du genügend Lob von deinen Mitarbeitern?
Von meinen Mitarbeitern? Ja doch, denke ich mal schon. Also Lob, Kritik, beides gehört dazu, aber durchaus, ja, wenn man sich reinhängt, wenn man fleißig ist, wenn man sich bemüht, bekommt man das auch wieder zurück. Das ist so im Leben, ob jetzt beruflich oder privat, wenn man sich immer Mühe gibt und auf die Menschen zugeht, empathisch ist, dann bekommt man natürlich auch mal ein Lob.
Was für drei Tipps würdest du? Es gibt relativ wenig Gründer zurzeit. Es gibt ja immer wieder noch Meister, die sagen, okay, ich möchte mich selbständig machen. Welche drei Tipps würdest du denn an Gründer geben, die heute okay, oder wir sagen mal vielleicht übernehmer den Betrieb übernehmen, vielleicht einfacher.
Also ein Gründer würde ich erstmal dazu raten, Meisterschule zu machen, den Meister zu machen. Das ist ja nach wie vor immer noch wieder ein Thema. Ich wundere mich nach wie vor aktuell, wir haben voll Handwerk eigentlich Meisterzwang in unserem Handwerk, was auch richtig ist, wie viele Ausnahmegenehmigungen es immer noch wieder gibt für Unternehmer, die dann auch relativ schnell wieder ihren Laden zumachen. Tatsächlich ist so. Also wenn man jetzt wirklich ein Unternehmen gründen möchte und mit einem Unternehmen langfristig am Markt, finde ich, sollte als erstes der Meisterbrief da sein. Das halte ich erstmal als Grundvoraussetzung und dann natürlich auch ein bisschen weit Eigenkapital, sonst kommt man auch nicht langeweit. Also ich weiß, wovon ich spreche und das ist schon wichtig. Und dann als Neugründer würde ich komplett nur auf Modulgerüst setzen tatsächlich. Ich würde nichts anderes mehr kaufen, also keinen Rahmen mehr oder so. Ich würde nur noch Modul, mit Modul kannst du alles bauen und das halte ich für zeitgemäß als Basis natürlich mit Anbau, mit vorhandenen Gelände oder wie auch immer. Aber also Meisterbrief, Geld und Modulgerüst, das passt erstmal schon so. Ja und ja und dann eben, ja, da muss man sich reinknien und ja, wo man aufpassen, aufpassen sollte man halt. Ich kenne es eben von vielen, die dann gegründet haben und dann in Schwung kamen, dass man zu schnell zu groß wird und die allermeisten, die ich kenne, die kaputt gegangen sind, die haben sich halt tot gekauft. Das einfach zu viel Material zu schnell und immer mehr, immer höher, immer weiter ist nicht gut.
Jetzt haben wir ja momentan eine sehr angespannte Baulage und der Bau wird ja in nächster Zeit stärker noch zurückgehen. Ich habe heute einen Bericht gelesen, dass der Tiefbau momentan minus 15 Prozent hat, der Gerüstbau hätte minus 7,5 Prozent und die rechnen damit, dass nächstes Jahr im Frühjahr die Talsohle kommt, dass es also noch schlechter wird. Was rätseln du momentan deine Berufskollegen?
Ja, also weiß ich nicht. Also die Talsohle, also wenn ich das, ich kann jetzt nur für Bremen und um zu sprechen sozusagen, der Neubau liegt hier nahezu seit zwei, drei Jahren wirklich brach irgendwo. Also es wird schon gebaut natürlich und aktuell habe ich so eher das Gefühl, dass das gerade alles wieder ein bisschen in Schwung kommt. Ja, ich sag mal natürlich jedes Jahr Anfang des Jahres, man kennt es ja, wird sich um die Aufträge geschlagen zu aller billigsten Preisen, was echt ein Wahnsinn ist. Aber im Moment ist es halt eben so. Doch, es ist hier wieder was auf dem Markt. So es haben auch, glaube ich, nahezu alle Bremer Unternehmen zurzeit gut zu tun und es hat sich ja auch sehr, sehr viel angestaut. So und ja, was soll ich dir sagen? Weiter, wir brauchen Frieden in Europa. Haben wir Frieden, Ist in Ukraine der Krieg aus, dann geht der Geldhahn auf, dann geht es richtig rund. Im Moment sieht es ja gerade nicht so aus, als ob das sehr nah ist, aber das können wir uns nur für alle wünschen, dass dieser scheiß Krieg endlich endet und wir Frieden wieder in Europa haben und dadurch uns alle auch wirtschaftlich besser geht. Das ist der Hauptpunkt.
Für was bist du in deinem Leben dankbar?
Tja, über viele Dinge. Also ein Stück weit bin ich vielleicht auch ein Glückskind. Meine Mama sagt immer, Sven, du bist ein Sonntagskind. Ich hatte viel Glück im Leben. Ich habe mir aber auch vieles erarbeitet und da bin ich eben dankbar eben auch so über mein Umfeld, über meinen Background, familiär, Freunde. Das hat mich alles mitgetragen und ich hatte irgendwie die Möglichkeit. Ich habe mir, wie gesagt, eigentlich alles selber erarbeitet, hart erarbeitet und hat aber auch dadurch die Chancen, Sachen auszuprobieren, Dinge zu machen und dabei wurde ich auch immer viel unterstützt und Mut zugesprochen und das hat mich alles dann auch so ein bisschen getragen und ja, dafür bin ich natürlich dankbar. Erstmal natürlich, dass man mit 48 Jahren, ich war ja selber 10 Jahre schwerstaktiv im Gerüstbau und über 5 Jahre im schweren Traggerüst, dass man noch alle Glieder hat und körperlich hatte ich nur mini kleine Unfälle und da ist man auch erstmal dankbar. Und heute baue ich ja selber auch noch aktiv Messestände und Eventkonstruktion mit auf, dass Man erstmal nach 33 Jahren Berufsleben im Gerüstbau noch soweit gesund ist. Dafür darf man auch sehr dankbar sein.
Welchen Gesprächspartner würdest du mir empfehlen, Sven? Den nächsten.
Ja, da gibt es natürlich ganz viele interessante Menschen. Ich weiß gar nicht wirklich ehrlich gesagt, wen du alle schon zu Gast hattest.
In Bremen in der Ecke. Nur den Tom Nid. Wie bitte In Bremen? Nur den Tom Nidit und den Holger Pudr.
Ich sage jetzt mal Bremen und um zu ist auf jeden Fall Robert Basenberg ein richtig interessanter Mensch, der auch von ganz ganz klein, ich weiß gar nicht wie lange es Passenberg jetzt mittlerweile gibt, über 25 30 Jahre, keine Ahnung, der wirklich mit dem Rollgerüst angefangen hat und innerhalb von 20 Jahren durch mega harte Arbeit zu den Top Ten hier in Deutschland aufgestiegen ist. Also ein ganz interessanter Selfmade Unternehmer und sehr interessante Persönlichkeit, finde ich. Ist ein interessanter Gesprächspartner hier aus dem Bremer Raum. Und ansonsten ist auch sehr interessant vielleicht Christopher Bosch aus Hamburg, den habe ich schon angefragt.
Der kommt noch dran.
Der kommt noch dran, den hast du ja schon auf dem Zettel. Ja, ne, den finde ich auch. Ist auch, muss man sagen, Arbeitsfreund von mir sozusagen auch über die Innung und führt auch sehr akkurat sein Unternehmen und ist innovativ und hat in Hamburg den Laden da ganz gut im Griff und die Hamburger Szene. Ja und die beiden.
Vielen Dank lieber Sven, dass du dabei warst.
Ja, absolut. Walter, ich darf mich auch bedanken und dann wünsche ich dir noch viel Erfolg mit deinen Social Media Auftritten. Und wenn ich das noch sagen darf, ich wollte eigentlich noch dir eine Überraschung präsentieren, habe nach ihn gesucht. Walter, du weißt es, du hast damals Pizzakartons gemacht, wo du für die Azubis geworben hast. So einen Karton habe ich noch irgendwo, aber ich habe ihn leider nicht gefunden. Ich wollte ihn eigentlich noch in die Kamera halten und dir auch alles Gute und Liebe wünschen und guten Erfolg weiter für dein Lebenswerk.
Das war Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch.
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