Familienbetrieb, Verantwortung & Teamgeist – Marc Prager über modernes Gerüstbau-Unternehmertum #37

German-language interview (Podcast #37) of Marc Prager (Gerüstbau Prager) by Walter Stuber. Marc, who has led his family scaffolding business (founded 1908) for nearly 17 years after training there, discusses company culture, recruitment (16 employees; 4 office staff; 4 apprentices), hands-on operational workflows (site measuring, CAD planning, offers, loading lists and logistics), equipment strategy (no owned crane—cranes are rented; largest vehicle: Abrollkipper), leadership choices, work–life balance (early riser, typically up at 05:00), and his preference for stable, quality growth rather than expansion. He emphasizes team cohesion, apprenticeship retention, and pragmatic modernization (CAD, social media, trade fairs).
Questions this video answers
16 Mitarbeiter (davon 4 im Büro)
4 Auszubildende
Seit 1908
Fast 17 Jahre
Um 5:00 Uhr morgens
Chapters
Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch. Herzlich willkommen zu unserem Samstag Podcast Mutmacher im Gespräch. Heute habe ich einen ganz besonderen Gast, den Marc Prager von Gerussbau Prager. Stell dich mal kurz vor.
Ja, genau, ich heiße Marc Prager, bin jetzt seit fast 17 Jahren im Betrieb. Tätig, habe den von meinem Vater damals übernommen. Wir kommen aus Solingen und ich bin leidenschaftlich eigentlich gerne im Gerüstbau und freue mich auf jeden Fall, dass ich die Einladung erhalten habe und bin gespannt, wie das jetzt so abläuft.
Genau. Die hast du in deinem elterlichen Betrieb den Beruf Gerüstbauer gelernt oder was hast du gemacht?
Genau, richtig. Also ich habe damals, ich wollte eigentlich tatsächlich war mein erster Gedanke, ich möchte Architekt werden, weil ich immer schon ein bisschen Bock hatte, so irgendwie, weiß ich nicht, so was zu planen, so Häuser zu planen und so. Das war immer schon irgendwie, dass ich das voll toll fand. Und dann war aber irgendwie in der Schule, das war alles so allgemein gehalten und hat mir irgendwann nicht mehr Spaß gemacht. Damals hatte ich auch irgendwann so ein Praktikum bei einem Architekten und der war extrem negativ und dann habe ich irgendwann okay, ne, ich glaube, das ist es doch nicht. Und habe dann ne, ich gehe doch zu meinem Vater in den Betrieb und hab dann die Ausbildung da gemacht und anschließend den Meister und den Ausbilderschein.
Gut, und wenn du jetzt so mal zurückdenkst, 17 Jahre, so in die Anfangszeiten, die waren doch so bei so alten Gerüstbauern doch relativ schwer, oder?
Kann man so sagen? Ja, also als ich damals angefangen habe, ich sag mal, allein schon das Klientel, das quasi bei meinem Vater noch im Betrieb war, da waren halt manche Leute bei, die waren halt einfach so, wie du sagst, so alteingesessen halt. Und da war das dann schwierig. Am Anfang war ich natürlich auch, also ich war noch relativ jung halt natürlich auch so okay, erst mal gucken, wo geht das überhaupt hier hin und so. Und ja, da waren damals auch noch nicht so, sag ich mal, diese Vorschriften, die extrem kontrolliert wurden und sowas halt. Und ja, das hat sich natürlich dann irgendwann auch peu à peu gewandelt, als ich dann die Leitung übernommen habe, weil ich mit vielen Leuten auch einfach nicht zusammengepasst habe und weiß nicht, zum Beispiel So was wie früher war Biertrinken halt auch irgendwie anscheinend in irgendwie mitten am Tag und das habe ich dann halt auch gesagt, das möchte ich einfach nicht. Und klar, da gibt es natürlich dann Reibungspunkte und allein das war natürlich schon, sag ich mal, eine Herausforderung. Aber als damals zum Beispiel auch mein Vater dann gegangen ist, da war halt auch, dass natürlich auch mit meinem Alter viele Kunden natürlich auch dann gesagt haben, kannst du mal Papi fragen und so. Und dann musste ich dann immer so ein bisschen leicht lächeln und hab okay, ich weiß nicht, ob die Kunden so gut für uns sind, wenn die halt so von oben herab und respektlos sind. Also solche Sachen natürlich auch. Aber klar natürlich auch viele andere Sachen, die dann peu à peu auch kamen, wo es so viele Neuerungen im Gerüstbau gab und geht ja jetzt auch immer rasanter weiter und so. Das ist natürlich immer dann eigentlich die ganze Zeit eine Herausforderung, sage ich mal.
Wenn du so jetzt mal so, bist du so ein Frühaufsteher oder sagst, oh, ich drehe mich lieber noch mal um im Bett, ich schlafe noch eine Runde oder wie hast du das so?
Ja, also ich bin auf jeden Fall ein Frühaufsteher. Also selbst wenn ich zehn Minuten später, sage ich mal, sozusagen aufstehe, also ich stehe um 5 Uhr auf und dann ist meistens auch, wenn ich dann einmal komm irgendwie gerade noch mal 10 Minuten oder sowas, dann ist danach schon, denke ich direkt, ach, die zehn Minuten wäre es direkt besser aufgestanden so komplett. Aber auf jeden Fall Frühaufsteher, weil ich weiß nicht, wenn ich irgendwie spät aufstehe, habe ich immer das Gefühl, weiß ich bin unproduktiv und irgendwie, weiß nicht, so ein bisschen ohne Disziplin habe ich ja immer das Gefühl. Und deswegen finde ich das irgendwie toll morgens aufzustehen, weil irgendwie habe ich das Gefühl dann ja, jetzt kann ich richtig viel schaffen und so. Und genau daher kommt das glaube ich bei mir.
Ich erlebe dich immer so energiegeladen. Was macht dich so ein bisschen so trübe? Also ich habe oft so Situationen, wo langjährige Mitarbeiter auf einmal aufstehen und sagen, sie haben keinen Bock mehr, sie hören auf. Bewegt dich das auch solche Sachen dann.
Quasi bei mir jetzt? Oder meinst du jetzt bei Mitarbeitern bei dir? Ja, also dass ich keinen Bock drauf habe oder so, das habe ich eigentlich nicht. Also klar hat man mal einen schlechten Tag, also kann jeder glaube ich sagen, aber dass ich wirklich grundsätzlich keinen Bock mehr darauf habe, glaube ich nicht. Oder kann ich sagen, habe ich nicht. Aber das liegt natürlich auch viel, glaube ich, am Umfeld. Also wenn ich überlege, wie das früher war, das Umfeld, wenn ich das mit heute vergleiche, wie jetzt quasi die Mannschaft hier bei uns ist, das ist halt ein Riesenunterschied. Und ich glaube, das macht natürlich auch viel aus. Zum Beispiel mein Kollege hier im Büro, das wirkt sehr freundschaftlich und wir haben echt viel Spaß und so. Und ich glaube, wenn das nicht so wäre zum Beispiel, dann wäre das, glaube ich, auch deutlich schwieriger, weil wir haben immer irgendwelche Sachen, die halt schief laufen und so. Und ich finde, dann muss man trotzdem irgendwie intern einfach cool miteinander sein, Spaß miteinander haben und so. Und ich glaube, deswegen kann ich einfach sagen, da habe ich einfach wirklich keinen Gedanken dran und sehe das eher teilweise auch, weiß ich wie Freizeit oder so, weil manchmal ist es irgendwie auch cool, was zu gestalten, irgendwie zum Beispiel im CAD Programm oder so. Also deswegen habe ich das auf jeden Fall nicht.
Marc, erzähl mal, wie groß dein Betrieb ist, wie viele Mitarbeiter du Hast.
Wir haben 16 Mitarbeiter, davon sind vier im Büro und genau, dann haben wir vier Azubis und halt noch Lagerarbeiter. Genau.
Ist jetzt deine Vision, größer zu werden, den Betrieb noch in die nächsten Jahre auszubauen oder wo soll die Reise hingehen?
Ne, ausbauen in dem Sinne jetzt nicht. Also klar kann natürlich sein, dass man vielleicht die eine oder andere Person, sag ich mal, findet, die super gut passt, aber ich hätte jetzt nicht das Bedürfnis jetzt noch, weiß ich nicht, zum Beispiel eine Kolonne mehr, weiß ich nicht, Quadratmeter mehr oder so. Also das habe ich auf jeden Fall nicht. Ich möchte eher, dass quasi die Mannschaft, so wie die ist, halt qualitativ und mit viel Zusammenhalt, dass die quasi bestehen bleibt. Und klar, logischerweise, manche Leute werden ja auch älter, die werden irgendwann vielleicht auch quasi sich verabschieden. Viele Sachen sind ja auch im Wandel, sag ich mal, betriebsintern. Da muss man natürlich auch gucken, dass da halt entsprechend auch Nachwuchs da ist und so. Von daher würde ich ein bisschen Wachstum, ja, damit da halt auch viele Möglichkeiten bei bleiben, aber jetzt sehr viel Wachstum, sag ich mal. Zum Beispiel Personal möchte ich auf jeden Fall nicht haben.
Es ist natürlich schon spannend. Du bist in der Region Solingen, es liegt im Ruhrgebiet, wenn ich das so richtig im Kopf habe.
Ja, Ruhrgebiet, wenn du mit Ursuligern sprechen würdest, die würden sagen Bergisches Land, aber.
Genauso Ruhr Rhein, vier Auszubildende, ist schon spannend. Wie hast du das geschafft, vier Auszubildender zu bekommen? Viele jammern da ja rum, sie kriegen keine.
Ja, das war tatsächlich, damals habe ich glücklicherweise den Dominik Aalburg eingestellt, was tatsächlich sehr zufällig war. Also der hat sich damals mit einem Kumpel hier beworben und mit dem zusammen ist das eigentlich in der Hinsicht sehr gewachsen. Der macht hier bei uns, bei uns der Ausbilder. Und ich glaube einfach in der Kombi, dass wir quasi immer moderner geworden sind und halt auch immer wieder versucht haben, irgendwo die Leute halt herzubekommen. Zum Beispiel gestern waren wir auf einer Azubi Messe in Solingen, Forum Beruf nennt sich das aber auch mittlerweile Social Media, haben wir halt auch geguckt, dass wir da halt immer wieder was posten und sowas und versuchen die Leute so irgendwie dran zu bekommen. Und dadurch, dass es peu à peu passiert ist, haben wir sehr, sehr junges Team. Und ich glaube, das ist natürlich auch noch mal für jemanden, der halt irgendwo neu anfängt, mit einem sehr jungen Alter natürlich schon von Vorteil, weil wir natürlich alle schon 50 sind oder so, oder älter, Dann ist natürlich schon Gesprächsthemen schwierig, die Aussprache, sag ich mal, man hat einfach eine andere Sprache, das ist natürlich alles dann schwieriger. Und ich glaube, das ist natürlich jetzt schon mittlerweile so, dass man sagen kann, okay, da sind schon viele Leute, die bei uns auch übernommen wurden und so. Und genau daher kommt das quasi, dass man wirklich aktiv dann auch versucht, die zu bekommen und das aber auch aufrechterhält.
Also wenn die gute Noten sind und gut in der Schule sind, dann haben sie bei dir so eine Garantie, dass du die übernimmst.
Ja, auf jeden Fall. Also wenn die wirklich ins Team passen, wie du sagst halt, also Noten, aber auch sowas wie Zuverlässigkeit und sowas. Wenn das alles gegeben ist, dann übernehmen wir die auf jeden Fall. Wir haben auf jeden Fall Bedarf und wir haben ja aktuell auch mehrere Leute, die bei uns die Ausbildung gemacht haben, die wir übernommen haben. Genau. Richtig. Und das wollen wir auch so weiterführen. Wir haben jetzt einen Azubi, der neu bei uns anfängt dieses Jahr und wir sind auf jeden Fall weiter auf der Suche.
Jetzt kannst du mal so einen Ablauf geben, wenn du okay, du kriegst jetzt einen Auftrag, wie läuft denn der so bei dir ab? Mal so in Stichpunkten durch.
Ja, natürlich nicht so extrem professionell und modern wie bei euch. Wir haben leider noch keine künstliche Intelligenz, die das alles so sehr hinbekommt. Also bei uns, klar, wir nehmen das halt auf, gucken, dass wir das halt entsprechend schnell bearbeiten können. Wir haben das halt so strukturiert, dass der Dominik, wenn der jetzt Zeit hat, dass wir das quasi so gucken, dass wir auf Tage dann Termine legen, sodass er halt quasi ausmessen fahren kann und dann entsprechend die Planung dann im Büro halt weitergeht, dass wir dann Aufträge, Angebote dazu schreiben und halt die Vorplanung dazu machen, dass wir halt wissen, okay, was ist wirklich der Aufwand dahinter und das dann nochmal final besprechen, je nachdem wer auf der Baustelle war und genau dann logischerweise an den Kunden weiterleiten. Und dann gucken wir halt immer, sage ich mal, welches Objekt auch, wo wir sagen, ja, das ist ein schöner Auftrag oder so. Da sind wir natürlich dann eher hinterher, dass wir versuchen, da nochmal irgendwie zum Beispiel nachzuhaken, wie das aussieht, aber auf jeden Fall nicht so intensiv, wie es bei dir halt im Betrieb ist. Genau, da ist auf jeden Fall noch Potenzial bei uns und ja sonst auch viele Stammkunden halt hier haben.
Du bist ja noch jünger wie ich, also ich muss ja da schon weiter sein.
Das stimmt, das stimmt. Wie gesagt, auf dem Seminar, also ich habe mir da auch Sachen noch zu aufgeschrieben gehabt dann im Nachgang. Es ist natürlich schon, was man da noch alles optimieren kann, ist wirklich Wahnsinn, muss ich wirklich sagen. Also wenn man das so bei euch sieht, das finde ich schon sehr inspirierend.
Jetzt machst du eine Zeichnung im CAD oder du hast ein CAD Programm, du machst eine Zeichnung, machst eine Ladeliste und dann wird es von den Lagermitarbeitern verladen. Deine Gerüstbauer dürfen da nach Zeichnung arbeiten. Das ist ja schon vorbildlich. Du bist ja schon bei den 95 Prozent dabei.
Ja, klar. Wir haben auch gemerkt, das macht schon einen Unterschied natürlich am Ende. Man kann das nicht perfekt zeichnen, ist meine Meinung. Aber das hat es ja auch eingespielt peu à peu und die Jungs wissen, wie ich quasi die Vorbereitung dafür mache. Und genau, ich weiß halt aber auch umgekehrt, okay, die Jungs gucken, dass sie dann halt noch entsprechend vielleicht das eine oder andere mal mitnehmen für irgendwelche Sondersachen und so. Genau, aber das macht auf jeden Fall viel aus, auch schon vom Verständnis her. Also früher war das ja, weiß ich, als ich angefangen habe, da gab es eine Karte und da stand hier, das ist ein Einfamilienhaus, da standen dann zwei Maße drauf, wo keiner wusste, wofür. Und dann ist man da halt hingefahren, LKW war voll, mal gucken, was passiert.
Jetzt frage ich mal ganz frech, du hast nichts über Familie erzählt, Bist du noch zu haben für eine Gerüstbaumeisterin oder bist du schon vergeben?
Ne, tatsächlich nicht. Ich bin vergeben. Meine Frau arbeitet auch tatsächlich hier bei uns im Betrieb. Die macht teilweise halt so kaufmännische Sachen, aber auch bei Social Media ist sie jetzt eingestiegen. Genau, also da bin ich komplett safe vergeben.
Was möchtest du so im Leben noch beruflich oder persönlich erleben?
Die Frage, ich hatte die ja vorher schon gelesen, ich finde die sehr schwierig zu beantworten. Es gibt natürlich viele Sachen, die unfassbar toll sind und so was, Aber meine Vorstellung davon ist, ich möchte Zeit mit den Menschen haben, die mir wichtig sind. Also am Ende kann man sich Ziele stecken ohne Ende, die kann man bestimmt auch erreichen. Und klar, es ändert sich immer irgendwas auf dem Weg, Aber was halt einfach sehr, sehr endlich ist, ist halt einfach Zeit, die man hat. Und in den letzten Jahren muss ich das auch selber erfahren, wie endlich sowas ist. Und deswegen, vorher habe ich da schon drauf geguckt, aber das hat mir noch mal mehr die Augen geöffnet. Ich habe jetzt nichts Spezielles, sondern wirklich diese Zeit mit den Menschen um mich rum, die mir wertvoll sind und das auch zu schätzen wissen. Genau.
Wenn du jetzt mal zurückschaust, die meisten, also mit vielen, wo ich jetzt in letzter Zeit Podcast gemacht habe, die haben erzählt, sie arbeiten so täglich 12 Stunden. So jemand auch, wo, okay, ich arbeite 12 Stunden. Oder kommst du aus dem Hamsterrad raus und sagst, okay, freitags ist mal früher Schluss, Wochenende arbeite ich auch nicht, da sieht mich keiner.
Jetzt haben wir Freitag um 15 Uhr oder später sogar. Also ich sag mal so, ich arbeite auch gerne viel und lange, aber mittlerweile haben wir das so gut eigentlich hier eingespielt, dass man viel auch flexibel machen kann. Ich kann theoretisch von zu Hause arbeiten. Logischerweise kann ich auch manche Sachen am Wochenende machen. Und genau, deswegen, ich versuche natürlich so, sage ich mal, die normalen Arbeitszeiten, die jetzt auch das Team quasi hat, dass ich die auch irgendwie habe. Aber zum Beispiel dadurch, dass ich halt um 5 Uhr aufstehe, also ich arbeite halt lieber gerne früh, aber zum Beispiel, wenn zwischendurch irgendwas ist oder so, was ich zum Beispiel privat erledigen wollen würde, dann wäre das auf jeden Fall kein Problem. Von daher ist es, glaube ich, so ein Mix daraus, dass das quasi so angepasst werden kann, wenn es auf jeden Fall notwendig ist. Aber manchmal habe ich auch so Tage, wo ich einfach merke, ich habe so viel Energie und dann arbeite ich einfach, bis ich merke, okay, die Energie ist weg, jetzt musst du mal nach Hause. Genau, aber dann kann ich auch wieder andere Tage mir zum Beispiel freischaufeln und dann zum Beispiel freinehmen.
Wie lange gibt es euer Unternehmen schon?
Seit 1908.
Ganz schön lange.
Ja, das stimmt.
Die dann arbeitet ihr heute aber noch mit Holzgerüst oder habt ihr noch ein paar Stangen rumliegen?
Also richtig arbeiten tun wir auf gar keinen Fall mehr damit, Aber wir haben noch so ein bisschen Restmaterial da. Ich glaube, das letzte Mal, dass wir was gemacht haben, war, ich würde jetzt auch sagen, so vor irgendwo zwischen 12 und 15 Jahre, da war irgendwo mal so ein kleiner Film, meine ich, wo wir irgendwie so ein Minigerüst hingestellt haben. Und ich weiß zum Beispiel, dass die Firma Rux bei sich unten im Schulungsraum, die haben damals noch alte Dielen von uns bekommen, da war auch die Prager Prägung drauf. Also da haben wir noch so ein bisschen Reste rumliegen, aber eher so aus nostalgischem Wert.
Es war ja früher mal ein großer Traum von mir, mit meinen Mitarbeitern zusammen ein Gerüstbaumuseum zu machen. Okay, da ist leider nichts daraus geworden. Wir haben ein bisschen gesammelt, wir haben heute noch ein paar Sachen, aber das war so eine Idee. Aber man braucht Ideen, man muss einmal anfangen, da muss man auch wieder sagen können, okay, es geht nicht, dann höre ich halt auf.
Ja, genau, richtig.
Die Frage wie lang ist dein längster Urlaub gewesen?
Die letzten 17 Jahre zwischen drei und.
Vier Wochen ungefähr schon eine Ausnahme. Eine Ausnahme.
Aber am Ende, ich glaube, also zumindest ist es hier so, ich versuche halt das aber auch jetzt so zu händeln, dass quasi Mitarbeiter von mir auch quasi ihr Privatleben so halt hinbekommen, dass es halt für die auch funktioniert. Also von daher muss ich wirklich sagen, ich habe zwei Mitarbeiter, die auch Prokura haben und in dieser Dreierkonstellation ist das wirklich sehr, sehr gut und dadurch funktioniert das halt auch. Aber ich habe zum Beispiel auch kein Problem zwischendurch E Mails zu checken oder so oder mal irgendwie einen Call kurz zu machen, wenn irgendwas ist oder so. Also sehr flexibel. Aber wie gesagt, ich sehe das auch nicht immer unbedingt als sehr stressige Arbeit, auch wenn das natürlich so sein kann. Aber deswegen ist das, glaube ich, auch so möglich.
Wenn ihr so ein alter Betrieb seid, dann hat er ja sicher das eine Prestige. Was ich immer frage, immer im Programm, ein Kirchturm. Wie hoch war der größte Kirchturm, der höchste Gebrichter?
Ich weiß jetzt nicht hundertprozentig, wie hoch der war. Ich weiß, Das war in Solingen Wald. Ich würde jetzt schätzen, dass da irgendwas zwischen 40 und 50 Meter hoch war mit Holzgerüst noch, Ne, das war schon Stahl. Das war tatsächlich die erste Kirche, nachdem mein Vater nicht mehr in Betrieb war. Mein Vater, wo du sagst Holzgerüst, der war immer so ein Freund davon, teilweise noch mit Holzgerüst zum Beispiel auf Dächern und so zu arbeiten. Und ich weiß noch, der kam irgendwann rein, hat er sich die angeguckt und dann sagt er, meinst du das hält? Das weiß ich noch.
Und das zweite, was die Gerüstbauer ja lieben, das ist ihr Spielzeugkran. Hast du den Kran im Büro stehen oder fährt er bei dir draußen rum?
Tatsächlich, wir selber haben keinen Kran, wir machen das immer, dass wir mieten. Unser größtes Spielzeug ist, glaube ich, der Abrollkipper. Der ist auf jeden Fall da. Wir sind jetzt gerade am überlegen, wie wir quasi unseren Fuhrpark noch weiter umstrukturieren. Da ist natürlich so ein Kran auch eine Überlegung auf jeden Fall. Und klar ist natürlich auf jeden Fall ein sehr schönes Spielzeug auf jeden Fall.
Jetzt die große Frage, bekommst du genug Lob für das, was du tust jeden Tag von deiner Familie?
Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also eigentlich schon fast immer, auch wenn natürlich jeder das auf seine eigene Art immer wiedergibt zum Beispiel mein Vater, der hat das nie so richtig 100 Prozent ausgesprochen, aber der war zum Beispiel auch immer sehr gerne, dass er zum Beispiel abends, wenn alle Leute weg waren oder so, dann ist er gerne auch mal ins Büro gekommen, hat einfach nur meine Nähe gesucht und so und dann auch gesagt, ich wollte einfach mal vorbeikommen, gucken wie es der geht und er hat auch zum Schluss auch das mal ein bisschen offener gesagt und so. Genau, aber auf jeden Fall kriege ich von meiner Familie definitiv genug und bin da auch sehr dankbar für, weil sowas braucht man auch am Ende. Auch wenn man Arbeitgeber ist, möchte man natürlich gerne mal hören, dass man auch gute Arbeit leistet.
Jetzt bist du Innungsmitglied. Erzähle mal, warum ihr Innungsmitglied seid, warum wir Innungsmitglied sind.
Ich glaube, also ich bin jetzt nicht sehr groß in Erinnerung verwickelt, sage ich mal, aber ich denke einfach, dass für den Gerüstbau selber so was wie eine Innung auf jeden Fall sinnig ist, damit man halt irgendwo auch am gleichen Strang ziehen kann. Was natürlich, weißt du wahrscheinlich selber auch mit anderen Gerüstbauern oft schwierig ist, aber ich möchte halt auch einfach, dass wir auch gesehen werden als ein Betrieb, der ordentlich arbeitet und sowas ist natürlich dann auch schon, wenn man in Erinnerung ist. Das ist schon so ein bisschen wie so ein Markenzeichen am Ende, aber da bin ich auf jeden Fall sehr inaktiv, muss ich ehrlicherweise zu gestehen.
Welche drei Tipps hättest du an Unternehmernachfolger?
An Unternehmernachfolger? Also ich persönlich finde auf jeden Fall, dass so was wie Menschlichkeit wichtig ist. Wir sind jetzt kein Riesenbetrieb, deswegen, wenn man die Leute halt so um sich hat, ich möchte einfach, dass alle sich irgendwo wohlfühlen. Klar gibt es immer Diskrepanzen, aber das finde ich auf jeden Fall wichtig, nicht aufzugeben, weil man hat immer, wie du vorhin auch gesagt hast, immer irgendwelche Träume, irgendwelche Ideen. Viele Sachen werden bestimmt auch nicht möglich sein oder halt eben nur anders. Ich habe oft gehabt, dass viele Sachen einfach durch viele andere Entscheidungen oder halt auch Einflüsse sich dann geändert haben und da einfach nicht aufzugeben, sondern sich sozusagen eine neue Lösung zu suchen, das auf jeden Fall finde ich auch sehr wichtig. Genau.
Jetzt mal eine ganz schwierige Was haben wir vergessen? Was möchtest du noch sagen?
Was ich noch sagen möchte. Ich habe jetzt nichts Spezielles im Kopf, was ich noch unbedingt loswerden wollen würde, außer dass ich mich auf jeden Fall gefreut habe, dass wir das auf jeden Fall gemacht haben, weil zum Beispiel damals, als ich angefangen habe, das ist halt wirklich auch schon Ewigkeiten her gewesen jetzt, also für mich mein erstes Seminar tatsächlich war damals bei dir und das hat mir damals sehr in der Kalkulation noch mal so ein bisschen die Augen geöffnet, weil das war halt hier, ich habe halt hier angefangen, da war halt alles sehr basic, wir hatten noch so ein DOS Programm und so. Und genau, also das hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Deswegen fand ich das unfassbar toll, jetzt nochmal bei dem Seminar bei dir zu sein und jetzt die Folge mit dir zu machen. Genau.
Dankeschön, dass du dabei warst.
Ja, danke.
Hat Spaß gemacht. Auch unser letztes Seminar zusammen hat uns mir auch sehr inspiriert und sehr weitergebracht. Ich sage immer, es ist wichtig, mal auf die Zahlen zu schauen und nicht nur draußen zu arbeiten, sondern mal zu schauen, was kann man vereinfachen im Betrieb. Es geht nicht immer darum, Prozesse zu sagen, das haben wir schon immer so gemacht, sondern wirklich jeden Tag den Prozess zu hinterfragen und zu schauen, wie kann ich es einfacher machen, leichter machen für mich selber im Büro und auch für die Mitarbeiter draußen, weil ich glaube, dass wir langfristig wirklich schauen müssen, dass wir gute Mitarbeiter haben und dass die gern zur Arbeit kommen und nicht Gott sei Dank ist jetzt Freitag, sondern Mensch, es ist echt blöd, dass jetzt Freitag ist, jetzt könnte die Woche weitergehen, wenn wir da ankommen. Dann haben wir alles richtig gemacht, dass du dabei warst.
Dankeschön.
Das war Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch.
More from Walter

Du willst mehr als nur Produkte verkaufen? Werde Vertriebsmitarbeiter bei GEMEINHARDT SERVICE GmbH

Du willst mehr als nur Produkte verkaufen? Werde Vertriebsmitarbeiter bei GEMEINHARDT SERVICE GmbH

Wie reißt man eine Brücke über einer ICE-Strecke ab, ohne den Bahnverkehr stillzulegen?

Wie saniert man eine Brücke über 8 Bahngleisen bei laufendem Bahnbetrieb? mit Schutzgerüsten!

Sanierungsarbeiten im Faulbehälter Lösung mit Hängegerüst durch eine 1 Meter Luke

Wartung außerhalb der Halle? So haben wir den Arbeitsbereich mit einer Gerüsteinhausung geschützt




