Gerüstbau-Nachfolge in Hamburg: Leonie Künne & Jan Schierwagen über ausbildung & sicherheit | #48

German-language interview on the YouTube podcast 'Der Mutmacher im Gespräch' (host Walter Stuber) with Leonie Künne (28) and Jan Schierwagen (29) of Alstergerüstbau, a third-generation scaffolding company in Hamburg. They discuss succession into the family business, day-to-day operations and planning, geographic service area (Hamburg, Schleswig-Holstein, Lower Saxony; occasional Bremen/Kiel), recruitment and apprenticeships (currently two trainees; outreach via fairs, schools, social media; trainees have been state winners), safety practices (external safety officer, ASA meetings, RUX/RS systems), logistics (recent new LKW; limited yard space; possible future autokrane), notable projects (Mundsburg Tower ~100 m, Wandsbek church ~75 m), vacation policy (30 days, preferred max two-week trips), and continuity/emergency planning (importance of reserves, insurance, trusted staff). The tone is pragmatic and encouraging toward successors and trainees.
Questions this video answers
28 Jahre
29 Jahre
Zwei Auszubildende
Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen (gelegentlich Bremen/Kiel)
Mundsburg Tower, knapp 100 Meter (höchster Kirchturm genannt: Wandsbek, 75 Meter)
Chapters
Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch. Guten Morgen, herzlich willkommen zu Mutmacher im Gespräch. Heute begrüße ich herzlich Leonie Kühne und Jan Schierwagen von der Firma Alstergerüstbau aus Hamburg. Und bitte stellt euch mal beide vor.
Erstmal danke für die Einladung. Ich bin Leonie Künne, 28 Jahre alt, gelernte Gerüstbauerin und Gerüstbauermeisterin und arbeite in der Firma Alstergerüstbauer in Hamburg. Das ist ein Familienunternehmen jetzt mit uns in der dritten Generation und ich assistiere meiner Mutter in der Geschäftsführung.
Wunderschönen guten Morgen. Mein Name ist Jan Schierwagen, ich bin 29 Jahre alt und bin ebenfalls gelernter Gerüstbau und Gerüstbaumeister. Und ja, wir freuen uns dabei zu sein.
Was begeistert dich jeden Tag in deinem Beruf?
Jeden Tag in meinem Beruf begeistert mich. Also als ich noch selber mit auf den Baustellen war, hat es mich sehr begeistert, dass du jeden Tag oder fast jeden Tag eine neue Baustelle hast. Du hast super schöne Aussichten, du bist teilweise an Orten, wo niemand hinkommt oder wo man sich nur vorstellen kann, mal stehen zu dürfen bzw. Mal zu sein und außerdem, dass man weiß, was man geschafft hat, dass man anderen Leuten quasi mit den Gerüsten hilft, ihre Arbeiten fertigzustellen, um Projekte zu verwirklichen, um Lebensraum zu schaffen und einfach Leute damit auch glücklich zu machen und gegebenenfalls natürlich auch oder immer auch für einen sicheren Arbeitsplatz zu sorgen, um Gefahren auszuschließen und damit alle Leute auch wieder abends zu ihren Familien zurück können und mit ihren Kindern oder mit ihren Frauen oder ihren Männern zu Abendessen können.
Leonie, dir ist ja das in die Kinderwiege gelegt worden. Hast du überhaupt eine Entscheidung treffen können, ob du das weiterführst, das Unternehmen oder ist dir klar gesagt worden, das erwarten wir von dir?
Ne, überhaupt nicht. Also es ist ja dann doch, glaube ich, in vielen Unternehmen so, dass den Kindern das so in die Wiege gelegt wird und die ganz viel mit in der Firma sind und mit draußen sind auf den Baustellen. Bei uns war das tatsächlich gar nicht der Fall. Also natürlich hat man das immer mitbekommen von Kind auf an, gerade auch wenn meine Großeltern da waren, dann ging es eigentlich immer nur um die Firma. Deswegen, also man hat es schon mitbekommen, aber Uns wurde nie so Das ist jetzt euer Weg und ihr müsst irgendwie in die Firma eintreten. Also wir haben immer die Möglichkeit gehabt, unseren eigenen Weg zu gehen und das war im Endeffekt auch der Fall. Also bei uns war das ja auch eher, dass wir so durch Umwege dahin gekommen sind. Aber jetzt bin ich super dankbar, dass ich den Weg eingeschlagen bin.
Leonie, was für ein Typ bist du? Kannst du in der Früh gut aufstehen? Bist der Erste in der Firma oder bist du so eine Nachteule, wo dann um 22 Uhr noch im Büro sitzt und überlegt, wie es am nächsten Tag weitergeht?
Ja, ich bin tatsächlich eher die Nachteule. Also bei uns ist es auch ein bisschen anders aufgeteilt. Wir starten um Uhr, da sind dann die Bauleiter vor Ort und eben die Gerüstbauer. Dann passiert die ganze Einteilung und das Backoffice, Das fängt ab 8 Uhr an. So hat die Bauleitung morgens ein bisschen ihre Ruhe, kann Dinge abarbeiten und wir dann eher in den Abendstunden, dass wir da eben nochmal einen Moment für uns haben und in Ruhe, ohne gestört zu werden, Dinge abarbeiten können.
Jan, wie kannst du dein Morgen?
Ja, ich stehe ganz normal auf, mache mich frisch, ziehe mich an, dann fahre ich ganz entspannt zur Arbeit, weil morgens um die Uhrzeit, wenn ich losfahre, ist noch nicht so viel auf den Straßen los zum Glück. Genau, dann kommen wir erstmal an, dann wird mit den Jungs noch mal ein Käffchen getrunken, bisschen geschnackt über das Wochenende oder der Abend oder dies und das, vielleicht mal über ein Fußballspiel gesprochen, was man abends geguckt hat. Und genau geht's dann los. Die Jungs werden, wenn sie es noch nicht, wenn sie es nicht überhaupt schon wissen, was sie machen, eingeteilt. Die LKWs werden geladen oder gegebenenfalls wurde am Vortag schon geladen. Genau, und dann geht es ab los und ganz, ganz entspannt, so wie ich.
Es sein soll, Sven Liebke empfohlen und der hat gesagt, ihr müsst unbedingt mit den zwei Frauen reden. Da schmeißen zwei Frauen einen Berufsbaubetrieb. Und das ist hochinteressant. Jetzt habt ihr sicher jetzt in der dritten Generation eine andere Vision wie der Gründer oder wie dein Vater. Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Also ich würde sagen, unsere Vision ist nicht, das Unternehmen irgendwie extrem zu vergrößern. Bei uns ist es eher so, dass wir versuchen, Strategien zu erweitern, Strategien zu digitalisieren. Dann haben wir einen großen Punkt mit unserem Lagerplatz. Die Vision ist auf jeden Fall da, wie die ganze Umsetzung aussehen soll. Das ist noch ein bisschen in die Sterne geschrieben. Wir sind ja auch noch nicht so lange dabei, aber wir haben einen relativ kleinen Lagerplatz für das Material und den Fuhrpark, den wir haben. Und da wollen wir auf jeden Fall, unsere Vision ist, dass wir einen ganz ordentlichen Lagerplatz haben und einfach Mitarbeiter ausbilden. Mitarbeiter weiterbilden.
Genau. Eventuell nochmal einen zweiten Platz suchen als kleines Extralager, um so ein paar Sachen umzulagern einfach.
Wie gehst du mit den aktuellen Herausforderungen, Baukrise um? Spürt die gar nicht? Spürt ihr die Baukrise gar nicht?
Doch, bei uns auch. Allerdings muss man sagen, dass wir auch nicht nur sozusagen für Neubauten arbeiten. Wir sind auch viel, viel bei unseren festen Stammkunden, sozusagen bei uns in Hamburg, wo wir auch öfters mal in einem Werk größe stellen oder für Elektriker in Innenräumen oder so. Also bei uns ist das natürlich auch ein bisschen ruhiger gewesen oder es ist gerade auch in der Zeit ein bisschen ruhiger, aber wir kommen trotzdem mit der Zeit ganz gut klar.
Wir sind relativ breit aufgestellt, würde ich sagen. Also natürlich hat man seine Stammkunden, aber wir bedienen wirklich von bis von der Privatperson über Bauunternehmen, über die verschiedenen Gewerke, sei es Maurer, Maler, wie auch immer, bis hin zur Stadt. Und ich glaube, dadurch, dass wir so breit aufgestellt sind, merken wir das vielleicht auch nicht so wie die Großen, die wirklich um die Aufträge kämpfen müssen. Man merkt es, es verschiebt sich ganz anders. Also es sind jetzt nicht unbedingt nur die Sommerphasen, die Peak Zeiten und die Winterphasen, da, wo man nicht mehr so viel zu tun hat. Es verlagert sich einfach gerade momentan. Deswegen, man merkt es auf jeden Fall.
Wie stellt denn ihr die Qualität, die Sicherheit, Leonie, eure Arbeit oder wie verkauft ihr das, eure Sicherheit an eure Kunden? Das ist vielleicht auch die Frage der Zuhörer.
Also in erster Linie zur Sicherheit. Wir haben auch eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit, mit der wir uns zusammenschließen, mit der wir Unterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen ausarbeiten, Betriebsanweisungen ausarbeiten, regelmäßige ASA Sitzungen haben, dass wir da einfach auch zukunftsorientiert sind, weil es eben immer mehr in die Richtung Sicherheit geht. Wie verkaufen wir das dem Kunden? Also uns ist einfach Kundenorientierung sehr wichtig und eine Zuverlässigkeit sehr wichtig. Und bei uns sind wir einfach viel nah am Kunden. Das heißt, wir kriegen eine Anfrage und rufen den Auftraggeber immer direkt an, versuchen da schon Schwierigkeiten direkt telefonisch abzusprechen, treffen uns vor Ort, um einfach alles möglichst gut im Vorhinein zu planen, dass es wenig Nachträge gibt und dass wir dem Kunden so einfach auch eine Sicherheit geben können. Wir haben uns jetzt, also wir arbeiten mit dem Hersteller RUX und haben uns jetzt vor einigen Jahren auch für das RS entschieden mit dem vorlaufenden Geländer. Genau, das ist auch nochmal ein Punkt für die Arbeitssicherheit, wo wir jetzt immer mehr Projekte auch mit dem RS umsetzen.
Man muss ja auch sagen, dass teilweise wir auch schon Anfragen hatten, öffentliche Anfragen, wo du wirklich mit so einem, also wo du so ein System anbieten musstest, wo du halt wirklich gar nicht, wo es ausgeschrieben war, vorhandenes System zu benutzen, wie zum Beispiel das Super RS, dass du dann direkt in die gesicherte Lage gehen kannst, hatten wir teilweise auch schon. Das ist auch eine Form, wie man dem Kunden zeigen kann. Man möchte natürlich, dass alles sich abläuft.
Ja, und dann natürlich auch das Personal schulen, also Personal selber ausbilden, Personal weiterbilden, sei es die Ungelernten, die dann einen Monteur machen, Montageleiter bis hin dann am Ende zum Kolonnenführer. Ja, das versuchen wir auch immer den Mitarbeitern mitzugeben und sie in die Richtung zu lenken.
Jan, wie planst du jetzt deine Baustellen und sind eure Baustellen jetzt nur auf den Raum Hamburg oder sagt ja, ihr macht auch mal eine Baustelle in Hannover oder in Bremen oder hochzu nach Kiel?
Also viel sind wir natürlich in Hamburg, klar, aber auch Niedersachsen, Schleswig Holstein Und wenn es sich lohnt und es jetzt vielleicht nicht ein Einfamilienhaus ist, dann würden wir auch Richtung Bremen fahren, oder? Es kam schon öfters vor. Auf jeden Fall, klar. Das ist unser Einzugsgebiet hauptsächlich. Also Hamburg, Schleswig Holstein, Niedersachsen.
Okay. Kann ich euch eine Anekdote erzählen. Ja, früher hat es mal bei Google war die Möglichkeit, dass man selber Bilder hochlädt und bei den Bildern hochladen haben wir immer dazu geschrieben, dass wir die Firma Gemeinhardt sind und unsere Webseite und dann war der Holstein Turm in Kiel, war das auch so Und da hat uns der Architekt angeschrieben, weil er das gesehen hat und wir haben tatsächlich den Auftrag zu einem sehr guten Preis bekommen. Echt lustig, wollte man gar nicht haben. So ist es auch uns mal mit einer Submission gegangen. Ganz weit oben, fast an der Grenze zu Dänemark, haben wir mal einen Kirchturm erhalten. Den wollten wir gar nicht haben. Haben wir so teuer gemacht. Mir war der Einzige. So, Angebot war lustig.
Außergewöhnliche Wer.
Wie gehst du jetzt? Ihr habt so Hochphasen, wo die Arbeit relativ viel ist und ihr oft nicht mehr wisst, wo könnt ihr jetzt überhaupt die Gerüstbauer hernehmen, um das abzuarbeiten? Und wir kommen dann schon in so einen gewissen Stress. Und wie bekommst du das hin, diesen Stress nicht auf die ganze Mannschaft zu verteilen?
Also ich würde sagen, dass ich schon immer versuche, alles möglich zu machen, aber dass man sich auch einfach ab und zu darauf besinnen muss, dass man nicht an einem Tag die Welt retten kann und dass man auch mal Dinge auf den nächsten Tag verschieben muss und dass man immer versuchen muss, mit einer gewissen Ruhe daran zu gehen. Das Ganze soll ja auch langfristig halten und nicht für den Moment perfekt sein. Also es ist schwierig. Man versucht eben immer alles möglich zu machen, aber man muss sich dann auch ab und zu auf sich zurückbesinnen.
Ja, jetzt geht es dir ja nicht anders wie uns. Montagfrüh um sieben rufen drei Mitarbeiter an und sagen, sie sind krank und bei dir stehen alle Sicherungen auf rot. Wie gehst du damit mit dem Stress um?
Ja, das ist natürlich immer nicht so eine schöne Info, aber es ist nun mal so, die Jungs arbeiten hauptsächlich draußen. Man kann sich leicht mal verletzen oder leicht mal krank werden. Letztendlich muss man schauen, ob man eventuell irgendwas ummodeln kann. Vielleicht ist der Bausteineinsatz für den Kunden gar nicht so super dringend. Dann kann man eventuell schauen, dass man morgens anruft und Sorry, ich habe hier das und das Problem ging es auch morgens. Also ich steck die Truppe mit meinen Gedanken nicht an. So machen keinen verrückt. Aber mein Kollege und ich, der Mike, wir modeln das dann morgens um und das passiert immer mal. Es ist ja nicht immer so, dass immer drei Leute krank sind, aber kommt halt mal vor und darf man sich auch nicht verrückt machen lassen.
Leonie, was machst du gerne in deiner Freizeit?
Also ich würde sagen, in unserer Freizeit gleichen wir die Arbeit gerne mit Sport aus, gehen gerne manchmal zusammen ins Fitnessstudio Da ist Jan mehr drin, aber ich gehe gerne mal mit und dann tanze ich so semiprofessionell. Also ich bin die letzten zwei Jahre Deutscher Meister. Geworden, Da bin ich auch sehr stolz drauf. Es ist aber trotzdem einfach schwierig zu vereinen, auch mit der Arbeit, weil es dann doch sehr viel Zeit auch in Anspruch nimmt. Aber es gibt mir einen guten Ausgleich. Das ist schön, mal den Kopf freizukriegen und auch einfach mal was anderes in den Mittelpunkt zu stellen.
Wie stark beeinflusst dein Hobby dann die Arbeit?
Leonie Ja, das ist momentan ein schwieriges Thema. Es beeinflusst meine Arbeit schon und das sollte es, glaube ich, nicht, weil ich gerade auch sonntags abends lange Training habe und montags einfach noch merke, deswegen, ich bin da gerade noch so ein bisschen in der Findungsphase, wie das Ganze weitergehen soll. Aber wenn man dann doch so ein Hobby hat, was man über Jahre macht, ist es natürlich auch schwierig, sich davon zu trennen oder zu okay, ich mache es jetzt doch nicht mehr so professionell. Aber das ist gerade so ein Weg, den ich privat gehe und so ein bisschen mit mir vereinbaren muss.
Jetzt seid ihr Du bist Gerüstbaumeisterin, Meine Ihr bildet aus, habt Auszubildende. Wie viel habt ihr, wie viel Auszubildende?
Jetzt aktuell haben wir zwei Auszubildende. Wir konzentrieren uns stark auf die Ausbildungsgewinnung und eben auch auf eine gute Ausbildung. Das ist uns auch sehr wichtig. Wir gehen auf Ausbildungsmessen. Das haben meine Eltern früher schon gemacht. Wir nehmen das gerade wieder so ein bisschen auf. In den sozialen Medien sind wir aktiv. Wir haben unsere Internetseite gerade neu gemacht. Wir hatten jetzt vor kurzem einen Beitrag im Hamburg Journal mit unserem Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr. Der hat das ganz toll mitgemacht, um auch einfach ein bisschen Präsenz zu zeigen. Ansonsten arbeiten wir mit Schulen aus der Umgebung. Also wir hatten schon Lehrer vor Ort, denen wir den Beruf näher gebracht haben, mit denen wir auch Schulaufgaben zusammen ausgearbeitet haben, die dann quasi auf die Ausbildun hinauslaufen. Ja, genau. Und wenn diese Lehrer merken, dass die Schüler haben, wo das Interesse am Gerüstbau da ist, dann vernetzen wir uns. Dann machen die oft Langzeitpraktika, wenn sie eben noch schulpflichtig sind, über die Schule, um da einfach drauf vorbereitet zu werden. Und ja, ansonsten unsere letzten zwei Auszubildende waren Landessieger Da sind wir ganz stolz. Wir selbst sind auch in der Prüfungskommission in Dortmund für die Ausbildung, haben aktuell einen Asylanten als Azubi. Das war auch ein schwieriges Thema. Also nochmal ganz andere Dinge, auf die man da achten muss. Aber der hat sich auch super gemacht, hat jetzt seine Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzt, steht jetzt gerade kurz vor der Prüfung, hat nebenbei seinen Realschulabschluss gemacht, hat jetzt auch seinen Aufenthaltstitel. Da freuen wir uns auch total ganz stark. Ja, also wir versuchen da schon viel zu tun und das ist uns auch sehr wichtig. Und wir sind auch stolz darauf, was so die letzten Jahre mit unseren Auszubildenden passiert ist.
Ich höre von einigen Gerüstbauunternehmen immer wieder, dass sie gesagt wird, die haben Schule in Dortmund, das ist viel zu weit weg und das auch bei den Eltern ein Handicap ist zu Das möchten wir nicht, dass unsere Kinder so weit weg gehen in die Schule. Habt ihr damit auch Probleme?
Also dass die Eltern jetzt Also der eine Azubi, der ist halt, der ist dreiig, da haben die Eltern nicht das Problem, dass der nach Dortmund fährt. Bei unserem anderen Azubi, der ist 17 Jahre alt, also noch sehr jung und ich glaube, die Mutter ist damit auch einverstanden, dass der in Dortmund ist und die kommen damit bisher ganz gut klar. Es ist natürlich ein bisschen anstrengend immer dieses Hin und Her gependelt. Man ist in Dortmund aber super aufgehoben am Campus. Wir selber waren ja dort und die Lehrer, die Dozenten, die Meister, die in einer überbetrieblichen arbeiten, das sind alles feine Leute mit großem Wissen und man ist da super aufgehoben.
Aber trotzdem haben wir natürlich auch in den Bewerbungsgesprächen immer wieder das Thema, Dann haben wir Bewerber, die sehr interessiert an dem Beruf sind. Wenn wir dann loslegen mit der Berufsschule in Dortmund und das ist ja auch fast die Hälfte des Jahres, dass sie da vor Ort sind, dann werden wir schon oft mit großen Augen angeguckt. Also das ist schon eine Überwindung. Und wir wären Es wäre ganz toll, wenn es eben auch Hamburg in der Nähe Standort geben würde, dass die eben nicht so weit fahren müssen, weil das ist schon auch immer ein Ausschluss Kriterium für einige.
Was war jetzt, Leonie, euer längster Urlaub in der Zeit, wo du jetzt im Unternehmen bist?
Wir haben tatsächlich letztes Jahr, also wir machen auch immer über Weihnachten und Silvester zu, wie die meisten wahrscheinlich Und dann haben wir im Januar zwei Wochen dran gehängt, das heißt wir hatten vier Wochen Urlaub, konnten richtig abschalten. Es hat gut funktioniert. Wir haben aber daher auch immer noch das Backup mit meiner Mutter, dass die eben im Unternehmen ist. Ich glaube, wenn sie irgendwann nicht mehr da ist, können wir uns das auch nicht mehr leisten. Aber das war schon schön. Ansonsten ist es eigentlich immer so, dass wir im Jahr immer mal eine Woche.
Weg sind, also maximal zwei Wochen eigentlich im laufenden Jahr.
Also ihr habt so wie die Amerikaner, die Amerikaner haben ja nur Zweckslage. Urlaub ist, dann höre ich auch so im Arbeitsvertrag zwölf Tage.
Ich glaube, dann hätten wir nicht mehr so viele Mitarbeiter. Nein, wir haben 30 Tage Urlaub und jeder darf, also wir wollen eigentlich, dass das Maximum zwei Wochen ist, wie jemand im Urlaub ist. Natürlich jetzt, wenn jetzt jemand sagt, über den Jahreswechsel möchte gerne noch zwei Wochenenden dranhängen, dann ist das natürlich in Ordnung, gerade weil im Winter natürlich auch jetzt nicht immer so viel los ist wie im Sommer. Aber nochmal auf uns zurück, dieses Jahr wird das mit den vier Wochen auch nichts. Also wir machen ganz entspannt Weihnachten und neuer Urlaub.
Also Kevin Schwarz, mit dem habe ich auch einen Podcast gemacht, der geht von Weihnachten bis März, geht er jedes Jahr in Urlaub, macht seinen Betrieb zu, ich habe bis dahin mein Geld verdient und dann gehe ich einfach und hat auch mehrere Mitarbeiter, also ist kein großer Betrieb, aber so ein mittlerer Betrieb mit acht bis zehn Mitarbeiter Und er macht den Betrieb komplett zu und sagt, ich brauch da Erholung. Wenn ich das nicht kann, dann bin ich wirtschaftlich nicht gut.
Aber ist ja auch toll, wenn das.
Funktioniert, bin ich auch ganz interessant. Jetzt ist so, ihr seid ja ein alteingesessener Gerüstbaubetrieb in Hamburg und ihr habt sicher schon einen ganz tollen Kirchturm gemacht. Oder messt ihr die Schiffe, was ihr eingerüstet habt oder welches Messinstrument habt ihr? Also ich habe die Firma Feig Gerüstbau in Seewald, sagt, wir haben so eine lange Brücke gebaut, die sagen nicht, wir haben so hochgerüstet. Der Tom Nied hat mir gesagt, was für ein tolles Schiff er eingerüstet hat und was könnt ihr denn sagen, was ihr Tolles gemacht habt?
Also Schiffe sind tatsächlich auch mit dabei, aber da haben wir jetzt kein großes Schiff, wo wir sagen, okay, das ist jetzt irgendwie ein Paradebeispiel, unser höchster Kirchturm war in Wandsbek auf 75 Meter. Und ansonsten, worauf wir sehr stolz sind, weil das jetzt eben auch gar nicht lange her ist, ist der Mundsburg Tower, der knapp auf 100 Meter war. Da hat Jan auch selber mitgearbeitet.
Nicht als Bauleiter, aber ganz normal als Monteur. Das schon schön. Hat man eine super Aussicht über Hamburg. Auf jeden Fall.
Die meisten, ich sag das immer, ich werde da belächelt, so einen großen Kran zu Hause. Also die einen möchten großen Kran und den Porsche in der Garage. Manche haben beides in Gerüstbau. Also habt ihr euch damit auch schon beschäftigt, dass ihr sagt, okay, wir wollen jetzt einen Autokran haben, wo wir das Material einliefern können? Das wird sicher in Hamburg immer mehr durch die engen Straßen immer mehr kommen oder wie weit sei dann da?
Also wir haben keinen Porsche und auch kein Autokran. Wir haben jetzt gerade tatsächlich erst einen neuen LKW gekauft, deswegen ist das Thema auch erstmal abgehakt. Jetzt muss erstmal wieder bewirtschaftet werden. Nein, Autokran ist natürlich super. Eine Erleichterung für die Jungs dadurch, dass du mal eben easy Hieferahmen oder was über einen Zaun hieven kannst oder gegebenenfalls auf dem Dach auf eine Zwischendecke oder so. Aber das ist irgendwo ein Traum. Vielleicht kommt das irgendwann. Aber wie wir schon gesagt haben, wir haben ja auch noch unseren Recht Lüttenplatz. Ich glaube, da wäre jetzt erstmal kein Platz für einen LKW mit Ladekran. Aber es ist auf jeden Fall Traum.
Gedanken haben wir uns auch schon darum gemacht. Das ist natürlich auch immer ein logistisches Thema. Jetzt war es in dem Moment auch so, dass wir schnell einen neuen LKW brauchten, Aber für die Zukunft auf jeden Fall auch ein Punkt, über den wir nachdenken.
Meine Es sind immer noch viele Gerüstbau Meister unterwegs, die zum einen in die Nachfolge gehen und zum anderen zu sagen, sie möchten ihren neuen Betrieb gründen. Und was für Tipps hättet ihr jetzt zum Beispiel gerade? Leonie du müsstest am besten wissen für Nachfolger.
Ich glaube, Jan weiß das genauso gut, weil wir ja doch auch beide in die Nachfolge gehen. Ich weiß trotzdem nicht, ob wir unbedingt in der Position sind, Tipps an Neugründer zu geben, weil wir eben nicht neu gegründet haben, sondern eben noch in diesem Prozess der Nachfolge sind. Aber von dem Wissen, was wir bisher erlangt haben, würde ich auf jeden Fall sagen, sich ein Netzwerk aufbauen, auch ein eigenes Netzwerk, unabhängig von den Eltern. Da hatten wir eine tolle Möglichkeit durch unseren Meisterkurs. Das ist auch einfach sehr schön. Wir haben eine WhatsApp Gruppe und wenn mal jemand eine Frage hat, stellt man die in diese Gruppe und mindestens eine Person hat irgendwie eine Antwort darauf. Dann kann man telefonieren, kann sich darüber austauschen. Das ist natürlich schön auch, dass man da irgendwie sein eigenes Netzwerk hat. Also auch der Meisterkurs, den würden wir definitiv empfehlen. Für Frauen sicherlich auch die Fachfrau im Gerüstbau. Das hat meine Mutter damals in dem ersten Lehrgang gemacht und die sind auch bis heute gut vernetzt, der Innung beitreten und definitiv auch die Vorteile nutzen. Also nicht einfach nur ein stilles Mitglied sein, sondern eben auch die Vorteile nutzen, sei es die Rechtsabteilung, sei es die Seminare oder auch der regelmäßige Newsletter, wo man über alles informiert wird. Ja, und dann würde ich einfach mutig sein, dranbleiben, hart arbeiten.
Jetzt habt ihr sicher noch drei gute Tipps an eure Berufskollegen. Ja, drei Tipps an die Berufskollegen, drei Tipps.
Ich glaube, Leo hat gerade schon ein paar gute gegeben, aber auf jeden Fall mutig sein, nicht aufgeben, ist jetzt kein Tipp, Aber natürlich, man kann nur durch harte Arbeit das erreichen, was man erreichen möchte, aber niemals aufgeben, hart arbeiten und auf jeden Fall auch Mut zur Lücke.
Leonie, bekommst du von deiner Mutter genügend Lob?
Ja, sehr Von meiner Mutter und auch von meinem Opa. Ich glaube, sie sind beide sehr, sehr stolz auf uns, auch auf uns als Paar, dass wir das so machen. Aber wir loben uns auch ganz gerne gegenseitig und sind auch stolz einfach auf uns zwei als Team.
Man kann ja auch Lob in dem Fall so messen, wenn man jetzt neue Bauformen hat und das Projekt einfach so gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hat, ist das für mich auch so ein bisschen so ein Lob, dass ich gesehen okay, es klappt alles. Das ist nicht nur mein Verdienst, sondern natürlich auch von unseren sehr, sehr guten Monteuren, die wir draußen haben. Und wenn das alles Hand in Hand geht, die Planung und als auch der Aufbau, Abbau, Umbau, je nachdem, kann man das so auch messen.
Man muss aber auch sagen, meine Mutter wirft uns schon oft auch ins kalte Wasser, Also lässt uns dann auch einfach machen vertraut auf unseren Entscheidungen und da sind wir, glaube ich, sehr, sehr dankbar für. Wir kriegen aber oft dann im Nachhinein auch ein Lob, wenn es gut gelaufen ist. Wenn es nicht so gut gelaufen ist, dann sagt sie aber auch, wir müssen das halt selber einfach unsere Art machen und wenn dann mal was nicht funktioniert, dann ist das auch OK. Und am Ende des Tages ist man sein eigener Chef und da kann man dann auch nicht von allen Seiten Lob erwarten. Aber solange das noch so ist, sind wir sehr dankbar, dass wir auch das Lob bekommen.
Leonie, habt ihr einen Notfallplan in eurer Schublade?
Ja, also ich glaube, erstmal ist das ein ganz wichtiges Thema und gerade wenn man jung ist, macht man sich da vielleicht noch nicht so viel Gedanken drüber. Nichtsdestotrotz hatten wir ja schon die Situation in dem Betrieb, dass mein Vater weggefallen ist, weil er erkrankt ist und im gleichen Zuge auch unsere Bauleitung, das heißt meine Mutter stand in dem Fall ganz alleine da, hat das super gemeistert. Deswegen ist, glaube ich, ganz wichtig, Rücklagen zu bilden, Vertrauen in seine Mitarbeiter zu stecken, auch Freunde zu haben, die einem irgendwo den Rücken stärken, sich gut abzusichern durch Versicherung. Das sind so Themen, die sollten auf jeden Fall vorhanden sein und das sollte man sich aufbauen.
Habt ihr jetzt beide noch ein Schlusswort?
Schlusswort? Erstmal vielen Dank, dass wir teilnehmen durften an deinem Podcast. Sehr, sehr, sehr, sehr cool, was du machst, finde ich sehr, sehr schön. Und Schlusswort.
Ja.
Gute Frage.
Wir sind auf jeden Fall sehr froh, dass wir dabei sein durften, dass wir auch neben so großen und tollen Gerüstbauern uns auch präsentieren durften, auch wenn wir noch keine Geschäftsführer sind und erst so in diesem Werdegang sind Gerüstmus cool und.
Wir sind froh, ein Teil davon sein zu dürfen.
Vielen Dank fürs Mitmachen, hat mich sehr gefreut.
Uns auch danke.
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