Gerüstbau zwischen Deutschland & Schweiz – Digitalisierung, Familie & Führung | Der Mutmacher #36

German-language podcast interview (Walter Stuber hosts) with Björn Lemm, owner/manager of Gerüstbau Stemmer in Rheinfelden near the Swiss border. Topics include company background and succession, daily routine and work–life balance, recruiting apprentices, networking (Innung, DIHZ), digitalization of scaffold planning (use of Polycam and a handheld scanner), challenges from Swiss cross-border labor, and emergency/succession planning. The tone is conversational and practical, focused on small-business challenges and personal insights.
Chapters
Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch. Herzlich willkommen zu unserem Samstag Podcast Mutmacher im Gespräch. Und wir haben einen ganz interessanten Gesprächspartner, der wohnt fast an der Schweizer Grenze. Wie weit wohnst du weg? Schweizer Grenze?
Kein Kilometer.
Kein Kilometer, Ja. Du kannst also zu Fuß über die Grenze gehen.
Ja, machen wir auch oft. Genau, ja.
Bist du ein Grenzgänger?
Privat ja, beruflich nein.
Okay, Lieber Björn, stell dich mal selber unserem Publikum vor.
Jawohl. Ich bin Björn Lem und wohne in Rheinfelden. Hier haben wir auch unsere Firma, die Gerüstbau Stemmer GmbH Co. KG. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, die fünf und acht Jahre alt sind. Ich habe meine Ausbildung 2002 begonnen und mache bis heute Gerüstbau und habe somit quasi alle Stufen im Gerüstbau durch. Habe ganz normal auch als Gerüstbauer mitgearbeitet und bin dann seit einigen Jahren jetzt im Büro und seit eineinhalb Jahren fast Geschäftsführer. Habe den Betrieb von meinem Stiefvater übernommen, der den Betrieb aufgebaut hat und genau, daher auch der andere Nachname übrigens, aber wie mein Vater. Genau.
Was begeistert dich in deinem Beruf so Björn.
Was begeistert mich? Also es ist super spannend, mit wie vielen verschiedenen Leuten man zu tun hat, würde ich sagen. Es ist Wahnsinn, was für viele verschiedene Projekte es gibt. Wenn man von Gerüst redet, ist ja bei vielen oft einfach ah ja, Gerüst, Gerüst. Ich glaube, wenn sich die Leute ein bisschen mehr damit beschäftigen würden, würden die mal sehen, was richtig Cooles geht. Und genau dort ist es ja, wenn man so kann meine Familie und jeder, der mich kennt, auch bestätigen, wenn man in Urlaub geht und die Sehenswürdigkeiten natürlich auch wichtig sind. Aber genauso die Gerüste, die überall rumstehen. Das ist einfach ein cooler Beruf, der was darstellt, der was hinstellen kann.
Bist du jetzt ein früher Aufsteher oder bist du ein Langschläfer?
Ich würde sagen eher ein Frühaufsteher, aber trotzdem. Also um es zu definieren, um etwa halb sieben stehe ich auf. Um sechs, Entschuldigung. Ja, um sechs, okay.
Und wann fängst du dann in der Firma an?
Genau, um halb sieben, das war OK.
Und bist du jeden Tag motiviert, energiegeladen und sagst, okay, jetzt reißen wir mal den Tag oder kannst du OK heute die Mitarbeiter lassen mich im Stich. Der Tag ist nicht so.
Ja gut, bei wem ist es nicht so? Klar, also logisch gehe ich nicht jeden Tag mit voller Motivation, voller Energie hin, aber mein meistens ergibt sich das ja rucki zucki. Man hat ja auch gar nicht die Wahl. Man wird ja da, als wenn man in so einen Fluss geworfen wird, dann schwimmt man dann eh mit, also hat man eh keine Wahl und läuft dann einfach.
Björn, du bist jetzt relativ jung und wenn du so jung hast, jung bist, hast du dir mal eine vision der nächsten 20 Jahre mal für dich niedergeschrieben, auf einen Zettel geschrieben und das ist meine Vision. Ich möchte den größten Gerüstbauer da unten in Baden-Württemberg sein oder was hast du dir für die nächsten Jahre ausgedacht?
Also so eine konkrete Vision habe ich, glaube ich nicht. Also was Vision betrifft bei uns jetzt im Betrieb würde ich sagen, dass wir auf jeden Fall noch digitaler werden, als wir sind, dass wir die ganzen Strukturen digital angehen oder umändern und aber wo wir in 20 Jahren sind, das habe ich mir nicht aufgeschrieben und ich hoffe einfach, dass es gut weiterläuft, wie es bisher lief und wir noch bessere Projekte kriegen, noch bessere Mitarbeiter. Also nicht so, dass wir mit uns nicht zufrieden wären, aber dass wir einfach gutes Wachstum hinlegen.
Was du mich begeistert hast, wir sind ja beide im DIHZ oder ich war früher im DIHZ mit dabei. Du hast uns mal gezeigt mit der Stange und mit dem Handy, wie du deine Gebäude aufmisst. Machst du das heute noch?
Ja, also tatsächlich täglich bzw. Meine Bauleitung macht es aber. Ja genau. Also wir machen das immer noch täglich. Wir sind gerade dran. Ich hab was Neues bestellt, einen Scanner, so einen Handscanner, mit dem wir die Baustellen in Zukunft abscannen wollen. Der ist noch nicht angekommen, der sollte vor Wochen ankommen, Ist er noch nicht. Aber das funktioniert bei uns super mit diesem Scan.
Erzähl mal, wie heißt die App?
Die App heißt Polycam. Dürfen wir hier Werbung machen? Die App heißt Polycam und ja, einfach, wir nutzen die. Das ist eine mobile App fürs iPhone und damit kann man einfach die Baustellen abscannen, kann die dann einfach implementieren in unsere Zeichnungen und daran bauen wir die Gerüste dann einmal digital, bevor wir sie in echt aufstellen, damit wir die Materialliste haben und unsere Mitarbeiter einfach auch sehen, was sie später auf der Baustelle zu tun haben oder was während sie auf der Baustelle sind, können sie in ihrem Tablet anschauen, was sie machen müssen und haben eben, wie gesagt, das perfekte Material schon dabei.
Jetzt hast du, wenn du sagst, okay, Vision hast du nicht niedergeschrieben, dann hast du vielleicht Ziele niedergeschrieben. Ziele, ja.
Kann ich dir wahrscheinlich die gleiche Antwort geben. Also Ziel, da muss ich vielleicht kurz überlegen, was ich jetzt antworte. Also wie gesagt, Ziel ist die Digitalisierung oder den Betrieb zu digitalisieren. Das würde ich auf jeden Fall als Ziel sehen. Ich würde auch als Ziel, vielleicht auch nicht dieses Jahr, aber nächstes Jahr dann mal ein Azubi angehen. Das haben wir bis jetzt ein bisschen vernachlässigt. Das wäre ein Ziel. Was willst du hören, lieber Björn?
Ich habe vor Kurzem bei ungefähr 50 Unternehmern die Frage gestellt, Zielvision und nur zwei Unternehmer haben gesagt, sie haben drei Jahre das Ziel aufgeschrieben, was sie in drei Jahren erreichen wollen. Einer hat gesagt, ich habe mein Ziel die nächsten 5, 25 Jahre aufgeschrieben, also Natappen. Und ich habe in einem sehr interessanten Buch von Napoleon Hill, habe ich gelesen, dass diejenigen, die Ziele aufgeschrieben haben, die auch erreichen. Also gebe ich dir den Tipp mit, schreib mal deine Vision auf dem Papier und deine ziele ein Jahr, drei Jahre, fünf, zehn, 25 Jahre auf und ich kann dir garantieren, wenn du das regelmäßig dir an den Bildschirm hängst und regelmäßig drauf schaust, dass du das auch erreichst. Den Tipp darf ich dir mal mitgeben.
Dankeschön. Ja, das mache ich.
Wenn du jetzt so richtig in Druck und Stress gerätst, wie wirkt sich das bei dir aus? Schreist du dann rum oder manche gehen unter die Bettdecke.
Tatsächlich bin ich leider oft wirklich sehr schnell oben, sehr weit oben und vielleicht auch hektisch, aber es legt sich dafür auch wirklich sehr schnell wieder. Und es ist dann auch, selbst wenn es Streitigkeiten sind, bei mir ist dann wirklich auch wieder alles gut. Also das merke ich, dass es bei vielen nicht so ist und sind dann erstaunt. Aber ich bin dann einfach auch für mich ist dann auch einfach mal wieder gut. Also das muss man halt einfach auch mal wieder gut sein lassen. Das ist vielleicht auch noch so ein bisschen von der Ausstellenzeit, wo ich war so die Sache, dass man da halt mal sich so durchbeißt und dann ist aber auch wieder gut. Wollen ja alle miteinander wieder.
Bist du sehr nachtragend?
Überhaupt nicht, gar nicht. Also Das ist genau das, was ich sage, vielleicht sogar oft zu wenig.
Björn war die. Nimmst du sehr viel Arbeit nach Hause im Kopf?
Ja, definitiv.
Kannst du abschalten dann zu Hause oder gelingt dir das gar nicht?
Schwierig, Ja, Also ich brauche ein, zwei Tage, dann kann ich abschalten oder eine andere Beschäftigung. Aber es ist tatsächlich so, dass ich dann schon Arbeit mit nach Hause nehme. Ist jetzt für mich auch nicht das Allerschlimmste, solange es jetzt nicht nur negativ ist, wenn ich. Ich habe jetzt auch kein Problem daheim noch ein bisschen was zu arbeiten, wenn ich die Zeit zu Hause habe. Je nachdem halt. Aber ich nehme definitiv Arbeit mit nach Hause.
Also du arbeitest jetzt von früh um halb sieben bis wie lange abends bis.
Um halb sechs am Abend, also fünf.
Uhr dann sieben Tage die Woche.
Nein, also fünf. Und ich versuche wirklich, dass Samstag, Sonntag bei der Familie, dass die Familienzeit ist, wo wir Ausflüge machen, was unternehmen. Und da muss ich auch sagen, würde ich sagen, da arbeite ich kaum. Also wenn es was zu tun gibt, mache ich es gar kein Problem. Aber das haben wir bei uns eigentlich gut geregelt, dass ich mich da voll auf die Familie konzentrieren kann.
Also hast du eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben?
Ja, an der Grenze, aber ja, ist noch gut.
Was ist so dein Hobby?
Ich singe in einer Band zum einen und zum anderen würde ich sagen, Hobby. Ich habe zwei Kinder. Also die Familie ist dann das Hobby, meine Freunde, also so die üblichen Sachen.
Und du bist dann in der Gerüstbauer Band oder mit dem Paul.
Ach stimmt, der macht ja auch Musik. Ja, der macht auch Musik. Ja, stimmt.
Die Gerüstbau Band.
Die Gerüstbau Band. Ja, Carsten kann Gitarre spielen. Ich will nicht von mir behaupten, dass ich singen kann. Ich mach's halt.
Die Firma Quadrex hat ja ein eigenes Lied aufgenommen. Vielleicht hauert ihr dieses Lied von der Firma Quadrex Gerüstbau aus Hammerbuch.
Okay, einen Firmensong haben wir auch, aber den haben wir nicht selber gesungen. Das war die KI.
Ich weiß nicht, ob sie selber gesungen haben.
Okay.
Über Auszubildende haben wir schon mal gesprochen. Wenn du jetzt sagst, okay, du hättest gerne einen Auszubildenden, wie würdest du dann von deiner Strategie her vorgehen, um diesen Auszubildenden zu bekommen? Bist du in Vereine, wo du sagen kannst, okay, ich kann jetzt auf die Jugendfeuerwehr zugreifen? Oder im Fußballverein, ich habe die gesponsert, die sehen mich oder wie machst du das?
Also was so Vereine betrifft, bin ich nicht großartig aktiv oder sagen wir mal wenig aktiv, nicht so viel. Wir hatten es letztes Jahr versucht auf einer Ausbildungsmesse und ich muss auch wirklich sagen, unser Stand kam richtig gut an, habe ich an den jungen Leuten gemerkt. Es kam richtig gut an, Es hat uns einen riesen Spaß gemacht, wirklich. Aber es kam nichts dabei rum und deswegen haben wir es auch dieses Jahr ausgesetzt. Aber ich war trotzdem auf der Messe und habe es mir angeschaut und habe es dann aber bereut, wieder nicht da gewesen zu sein. Also wir hätten im Nachhinein, hätte ich den Stand gerne wieder gehabt und hoffe und werde das auch nächstes Jahr wieder machen. Ansonsten, wie ich gesagt habe, wir sind nicht so stark auf der Suche konkret. Das hat auch aus der Vergangenheit ein bisschen. Ich habe früher nicht daran gedacht auszubilden für was, aber mittlerweile sehe ich den Sinn darin und würde das auf jeden Fall für nächstes Jahr definitiv angehen wollen.
Wenn du jetzt, du bist heute Innungsmitglied, oder? Ja, sag mir mal einen Grund dazu, warum du zu Innung gegangen bist, weil.
Mir viel davon berichtet wurde und immer gesagt wurde, warum bist du eigentlich nicht in Erinnerung? Und da habe ich mich halt mal darüber informiert und am Ende habe ich jetzt halt schon gemerkt, was soll ich sagen. Networking ist halt viel. Die Veranstaltungen an sich sind auf jeden Fall auch sehr interessant bisher gewesen, wo ich war, frag mich jetzt nicht nach Beispiel, aber ich weiß immer nicht, was war, aber es war auf jeden Fall immer sehr interessant. Informativ hat sich bisher auf jeden Fall gelohnt.
Und jetzt bist du auch ins DIHZ eingetreten, in diese Mastermind Gruppe mit Tom Köhler und mit dem Andreas Ginger. Was hat dich da am meisten begeistert?
Also mich begeistern vor allem die Treffen, wenn wir uns in Präsenz treffen. Es begeistert mich unglaublich. Ich sage auch meinen Kollegen in unserer Gruppe, wir sind ja mittlerweile 5, 6 Leute und ich sage es auch jedes Mal, dass es so unglaublich ist, wenn wir uns sehen, wie sich das auch wie eine Freundschaft anfühlt. Also wir haben, ich würde sagen, wenig bis kaum Geheimnisse. Auch betrieblich weiß jeder viel vom anderen, würde ich sagen. Und da macht auch keiner großartigen Hehl draus. Wir reden über super viel, was ich sonst, also auch nicht, vielleicht nicht in Erinnerung, dann unbedingt finden würde. So Leute, mit denen ich so sprechen kann, wie im DAZ mit meinen Leuten, was sogar auch über meine Gruppe hinausgeht, also auch in der Einzelgruppe, wo du drin warst. Das sind auch echt super Leute drin. Also es ist gar kein Vergleich zum Beispiel zur Erinnerung. Viel familiärer, viel inniger.
Genau. Wenn du meine Frage Bekommst du von deiner Familie, von deiner Frau genügend Lob für das, was du jeden Tag machst? Oder seid ihr sehr schwäbisch?
Wir sind wahrscheinlich schon schwäbisch, ich wahrscheinlich noch mehr als sie. Ich glaube, die wissen alle genau, was bei mir los ist. Es ist einfach oft viel los. Und ich glaube, Lob insofern ist, dass ich weiß, dass ich mich auf daheim verlassen kann, ohne dass ich mich großartig rechtfertigen muss. Also das ist dann doch dieses Schwäbische, was du meinst. Wir machen das gut als Familie.
Wenn du jetzt heute an deinen Stiefvater denkst, er hat die Firma aufgebaut, wann hat er sie aufgebaut?
Ich habe die Zahlen nicht im Kopf. Mein Vater hat das jetzt, glaube ich, 40 Jahre gemacht. Also den Gerüstbau, seit wann er dann genau den Betrieb übernommen hat, habe ich jetzt nicht im Kopf. Davor hat ja mein Opa das gemacht, der hat den Grundstein gelegt. Mein Vater hat es dann wieder weiter noch aufgebaut, aber eine Jahreszahl habe ich jetzt gar nicht.
Aber ihm bist du schon dankbar, dass du die Firma übernehmen konntest.
Absolut, ja, es hat lange gedauert, muss ich tatsächlich sagen. Aber natürlich bin ich super dankbar, das alles selber aufzubauen, wäre Wahnsinn. Also so bin ich super dankbar. Also was er auch davor geschafft hat, das hätte unglaublich viel Energie gekostet. Wenn ich das selber gemacht hätte, hätte ich auch wahrscheinlich gar nicht so geschafft früher. Ich bin dankbar für das, wo ich jetzt sein darf. Auf jeden Fall.
Jetzt bist du in der Nähe von der Schweiz. Schweiz hat natürlich den Anreiz, dort zu arbeiten, darüber zu gehen, dort vielleicht etwas mehr zu verdienen. Auf der anderen Seite hast du natürlich eine riesige Herausforderung, weil die Grenzgänger in der Schweiz wesentlich mehr Geld verdienen. Was ist deine größte Herausforderung, Die Arbeiter zu bekommen oder die Grenzgänger?
Die Frage nicht ganz verstanden. Für mich ist beides gleich.
Die Grenzgänger sind die Gerüstbauer, die in der Schweiz arbeiten gehen und nicht im deutschen Arbeitsmarkt oder grenznah zur Verfügung stehen. Oder sagst okay, das ist so. Daran kann ich jetzt gar nichts ändern, aber ich gehe auch ab und zu mal gerne in die Schweiz zum Arbeiten und verdiene halt auch ein paar Mark mehr.
Also wir gehen mit unserem Betrieb gar nicht in die Schweiz arbeiten. Das hat einfach die steuerlichen Hintergründe, das ist ein riesen Act und also vor allem auch wenn es gerade um Gerüstmaterial geht, das man hin und her verzollen müsste. Und was Mitarbeiter angeht, natürlich ist es ein, ist es sehr schwierig. Also wir haben auch letztes Jahr zum Beispiel zwei sehr gute Mitarbeiter an die Schweiz verloren, kann man ja genauso sagen, da hat man dann auch keine Chance. Viele sehen auch dann, um es abzukürzen, nicht alles was glänzt ist Gold und man hört oder weiß auch von vielen, die auch einfach wieder zurückkommen, so viel mehr ist am Ende dann doch nicht, wenn man dann alle Steuern bezahlt hat und wenn man möglicherweise sogar drüben wohnen muss, ist es gar nicht mehr so wie es ist. Und ich glaube, das wissen auch viele unserer Mitarbeiter, deswegen sind sie auch hier und es ist einfach nicht alles Gold, was glänzt. Anders kann man sich sagen.
Jetzt bist du schon ein älteres Unternehmen, aber du bist jung eingestiegen, eineinhalb Jahre. Hast du einen Notfallplan, wenn dir heute mal länger was passieren würde, was wir nicht hoffen, aber hast du da einen Notfallplan und hast du den auch schriftlich fixiert?
Wir haben ja im DHZ den Notfallkoffer, der uns bereitgestellt wird, den es dann zum Ausfüllen gilt und ich habe einen, ich sage jetzt mal, die wichtigsten Teile habe ich gemacht oder möglicherweise die wichtigsten Teile, ich glaube, das ist ein bisschen individuell, je nachdem was passiert, aber ich denke, ich habe den wichtigsten Teil ausgefüllt.
OK, am Ende geht es ja immer um den Schutz der Familie und um Schutz der Firma. Ich habe einen Bekannten, der hat einen schweren Unfall gehabt, war getrennt lebend, war sechs Monate nicht ansprechbar, bis er wieder rausgekommen ist, hat seine Ehefrau die Firma verkauft, sie hat die Verfügung dazu gehabt, er war noch verheiratet, sie hat die Verfügung gehabt und in der Not hat.
Sie dann die Firma verkauft aus der Not raus. Also nicht mal OK, oh man.
Und viele denken darüber nicht nach, das sollte nicht passieren.
Das habe ich tatsächlich bei mir auch noch mal, steht bei mir tatsächlich auch im Notfallplan drin.
Erzähle ich mal so drei Tipps so an junge Menschen, die ihren elterlichen Betrieb übernehmen.
Viel geduld Ja, das ist auf jeden Fall das Allerwichtigste. Geduld, würde ich sagen. Zu überlegen, ob man es wirklich will. Je nachdem, wie lange man das macht, ist vielleicht nicht ganz sicher, ob man es wirklich will. Und dann auf jeden Fall zur richtigen Zeit von Anfang an am besten direkt vernetzen. Also sich mit anderen Gerüstbauern vernetzen, mit anderen Unternehmern, mit freundeten Unternehmern würde ich sagen, sich zu unterhalten, das bringt einen enorm voran.
Jetzt haben wir ja draußen ungefähr dreieinhalbtausend Gerüstbaukollegen in ganz Deutschland. Welchen Tipp wirst du denen geben oder drei Tipps? Vielleicht hast du auch drei Tipps.
Ich würde auf jeden Fall auch wieder vernetzen. Also ich glaube, das passiert viel zu wenig, dass man sich miteinander vernetzt. Als nächstes seid freundlich. Miteinander liest man ja oft genug, dass sie gegeneinander sind statt miteinander die Gerüstbauer. Und. Was kann man noch als letztes Bleibt euch selbst treu.
Wenn du jetzt eineinhalb Jahre, ist jetzt schon eine gewisse Zeit. Warst du in den eineinhalb Jahren auch jetzt mal wieder im Urlaub? Wie lange warst du im Urlaub? Konntest du das leisten, in Urlaub zu gehen und die Firma einfach laufen lassen?
Ja, also ich war letztes Jahr mit meiner Familie 3 Wochen im Urlaub im Sommer, also tatsächlich in der Hauptsaison und ich fliege übermorgen für zweieinhalb Wochen noch in Urlaub. Also es funktioniert, es funktioniert.
Früher war das bei der älteren Generation Urlaub, Baustellen anschauen.
Ja, ich war dabei.
Genau. Was möchtest du so im Leben noch erleben? So Wünsche, wo man okay, das möchte ich noch mal machen.
Privat.
Du kannst privat oder geschäftlich?
Privat würde ich auf jeden Fall gern reisen. Also meine Leidenschaft ist reisen. Gerade Asien bin ich absolut fantastisch, deswegen auch jetzt wieder der Urlaub, davon kann ich gar nicht genug kriegen. Das würde ich jederzeit machen.
Geschäftlich.
Geschäftlich würde ich mir den Also das ist halt sehr individuell bei uns jetzt den Materialumstieg von einem Hersteller zum anderen endlich irgendwann mal über die Bühne bringen. Da hoffe ich, dass mal irgendwann irgendwas Gutes passiert, was man nie weiß, was an sich einfach sonst Ich würde sagen, finanzielle Hürde, die noch zu gehen ist, aber wer weiß, Das ist so das, was ich als nächstes angehen möchte.
Wen würdest du mir denn als nächsten Gesprächspartner vorschlagen?
Ich war vor zwei Wochen, als wir an der Bauma waren, noch bei Markus Zumkeller vom Zumkeller Gerüstbau in München und war sehr begeistert, muss ich sagen, von seinem Laden. Also habe ich gar nicht gewusst, habe ich gar nicht so erwartet. Wir kennen uns aus der Berufsschule von früher, haben uns immer mal wieder verabreden wollen, wenn ich in München bin, dass ich mal bei ihm vorbeigehe. Und da habe ich ihn auf der Bauma getroffen, hat er mich dazu gedrängt. Und was er jetzt davon hat, ist die Podcast Einladung hoffentlich.
Also ich habe ihn schon mal eingeladen, hat nicht reagiert, schon Jahr her. Aber du darfst da mal rangehen, selber mal probieren. Mache ich Dank Björn, dass du teilgenommen hast. Es hat Spaß gemacht mit dir.
Danke für die Einladung.
Bitteschön. Das war Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch.
More from Walter

Du willst mehr als nur Produkte verkaufen? Werde Vertriebsmitarbeiter bei GEMEINHARDT SERVICE GmbH

Du willst mehr als nur Produkte verkaufen? Werde Vertriebsmitarbeiter bei GEMEINHARDT SERVICE GmbH

Wie reißt man eine Brücke über einer ICE-Strecke ab, ohne den Bahnverkehr stillzulegen?

Wie saniert man eine Brücke über 8 Bahngleisen bei laufendem Bahnbetrieb? mit Schutzgerüsten!

Sanierungsarbeiten im Faulbehälter Lösung mit Hängegerüst durch eine 1 Meter Luke

Wartung außerhalb der Halle? So haben wir den Arbeitsbereich mit einer Gerüsteinhausung geschützt




