Quereinstieg, KI & Logistik: Johannes Rohde über modernen Gerüstbau | Der Mutmacher #35

Deutscher Podcast-Transcriptauszug (Interview) mit Johannes Rohde, Inhaber der Tarn GmbH in Remseck am Neckar. Rohde beschreibt seinen familiären Quereinstieg in den Gerüstbau vor etwa fünf Jahren, seine kaufmännische/Logistik-orientierte Perspektive, Teamgröße (ca. 15 Festangestellte) sowie operative Veränderungen (Fuhrparkmodernisierung) und seine Vision, tote Zeit durch bessere Organisation und Logistik zu reduzieren. Der Ton ist persönlich, erzählend und praxisorientiert.
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Herzlich willkommen zu Walter Stuber.
Der Mutmacher im Gespräch. Herzlich willkommen zu unserem Samstag Handwerker Podcast Mutmacher im Gespräch. Heute darf ich ganz herzlich begrüßen aus Remseck am Neckar den Johannes Rothe. Johannes, stell dich mal selber vor und erzähl mal, was du machst.
Hallo Walter, vielen Dank für deine Anfrage. Was mache ich? Klar, in einem Podcast für Gerüstbauer werde ich mich natürlich auch einreihen in die Branche der Gerüstbauer. Bin Eigentümer der Tarn GmbH in Remsek am Neckar, habe das Unternehmen vor fünf Jahren übernommen, familienintern, komme eigentlich gar nicht aus der Branche. Ich habe vor einigen Jahren BWL studiert, war dann bei einem schwäbischen Sportwagenhersteller und bin dann über einen Todesfall in der Familie hierher gekommen. Wollte mich eigentlich zu Beginn um die Abwicklung des Unternehmens kümmern, da ich ja noch voll beschäftigt war und muss gestehen, habe mich dann relativ schnell sehr wohl gefühlt und mich auch ein Stück weit sehr interessiert an der Materie. Und es ging so weit, dass ich dann nach kurzer Zeit für mich entschieden habe, ich kündige lieber meinen Job beim Sportwagenhersteller und behalte den Gerüstbau und für den Ford. Das war so in Kürze, wie ich denn überhaupt zum Gerüstbau gekommen bin.
Was hat dich dann so begeistert im Gerüstbau?
Ich muss gestehen, eigentlich hatte ich vorher keine Berührungspunkte zum Gerüstbau. Das ist ein Gewerk in der Baubranche, das ein Stück weit an mir vorbeiging. Ich wirklich sagen Als Kind habe ich aber sehr, sehr gern mit Lego gespielt und das hat mich ein Stück weit wieder zurückerinnert. Die extreme Möglichkeit und auch die Fähigkeit, die meine Mitarbeiter an den Tag legen, um die Gerüchte zu bauen. Das hat mich, muss ich gestehen, ein Stück weit fasziniert. Das Vielfältige und einfach auch der Hintergrund, dass ich die Branche wahrscheinlich im ersten Moment komplett unterschätzt habe. Das hat mich fasziniert.
Mal die Arbeitest du draußen auch aktiv mit an der Fassade oder sagst ne, das ist nicht meins, meins ist mehr Büro.
In der Tat ist meins ein Stück weit mehr Büro, einfach aus der Erfahrung raus, weil ich kaufmännische Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht habe, darauf dann, wie gesagt, mit dem Studium aufgebaut habe und eigentlich mein ganzes Leben lang im Büro verbracht habe. Nichtsdestotrotz bin ich ein bisschen autodidaktisch, das heißt, ich muss Sachen selber mal ausgeführt haben, um sie zu verstehen. Und so war es natürlich auch im Gerüstbau. Ich arbeite auch draußen, jetzt aber nicht aktiv bei mir im Unternehmen, sondern für mich alleine in kleinere Projekte, wo ich für mich so ein bisschen auch die Ruhe habe, um einfach Sachen auszuprobieren und das nicht im täglichen Zeitdruck und Stress mitmachen muss, weil soweit muss ich auch ehrlich sein, So schnell wie meine Jungs bin ich bei weitem nicht. Ja, und da würde ich denen nur im Weg stehen.
Also Ich habe vor 48 Jahren Bürokaufmann gelernt. Aufgrund meiner Gehbehinderung, die ich mit 6 Jahren bekommen habe, war ich auch nur ab und zu im Gerüst mit drin. Ich habe aber noch eine Hürde im Leben. Ich bin nicht höhentauglich.
Ja, ich kann es verstehen, aber das ist was, das kann ich vielleicht dann jetzt weitergeben. Das war ich auch nicht Und es wird immer besser, wird bei mir auch besser.
Ja. Darf ich dich fragen? Du bist verheiratet, viele Kinder, ich habe.
Noch keine Kinder, Ich habe seit mehreren Jahrzehnten Partnerin, aber wir sind nicht verheiratet.
Okay, gut. Bist du jetzt ein Frühaufsteher oder sagst okay, das ist nichts meins, sondern ich arbeite lieber lange die Nacht?
Ich glaube, das kann ich mit beidem beantworten. Ich stehe sehr früh auf und arbeite aber auch gern bislang in die Nacht.
Wie viele Mitarbeiter hast du?
Ich habe festangestellte 15 Mitarbeiter und je nach Saison und Branche haben wir dann auch noch Unterstützung von einer Subunternehmerkolonne, die uns aber rein beim Gerüchtabbau hilft.
Wie organisierst du so dein Morgen, wenn du jetzt in der Früh ins Büro kommst, als erstes einen Kaffeeautomat oder bist du kein Kaffeetrinker?
Ja, spannende Frage. Wenn man so lange im Büro gearbeitet hat wie ich und wie ein Großunternehmer, dann gehört es ja quasi zum guten Tod, dass man sich einen Kaffee holt. Aber das mache ich in der Tat nicht. Ich bin kein Kaffeetrinker. Ich kann mich auch nicht in einer Raucherpause mit dazu gesellen. Rauchen tue ich leider auch nicht. In dem Fall Mein Tag besteht, mein Morgen besteht darin, dass ich aufstehe und mich dann nach meiner Morgen Kalte dusche, dann ins Auto setze und nach Remsk fahre. Ich habe leider sehr großer Anfahrtsweg, also ich fahre über eine Stunde ein Weg. Ich organisiere mich dann tatsächlich morgens mit Podcasts und versuche mich ein Stück weit noch weiterzubilden mit Hörbücher.
Interessant, mache ich auch schon seit vielen Jahren und habe da richtig gute Titel gefunden, die mich weiterbringen. Gerade in der Führung, Mitarbeitern und auch im BWL hat mich das echt Quantensprünge weitergebracht. Zurzeit höre ich aber auch ganz viel über KI an.
Sehr interessant.
Ja, echt interessiert. Was hast du jetzt für eine Vision für das Unternehmen, für dich selbst so für die nächsten Jahre, sagen wir mal drei, fünf, zehn Jahre.
Eigentlich eine tolle Überleitung mit deiner KI, meine Visionen. Ich gehe vielleicht einen Schritt zurück und sage auch, wo wir denn herkommen. Ludwig Than, der das Unternehmen 1998 war es, jawohl, 1998 gegründet hat, war zum Zeitpunkt seines Todes 61 das war überraschend, aber ich muss dazu sagen, sein Engagement in Investitionen war zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich auch schon etwas zurückgefahren. Er hat sich da wahrscheinlich schon seelisch und moralisch ein Stück weit auf die Rente dann vorbereitet. Das war meine Hauptaufgabe. Die letzten fünf Jahre musste ich da einiges nachholen, aufholen. Angefangen beim Fuhrpark, die Fahrzeuge waren alle verschlissen. Ich habe ein bisschen andere Einstellungen zu der LKW Größe, wie sie der Herr Than vielleicht hatte. Der ist mit 7,5 Tonner und einem Begleitsprinter gefahren. Meines Erachtens ist das nicht so zielführend, weil. Das Ladungsgewicht war dann doch tatsächlich regelmäßig überschritten. Somit haben wir den Fuhrpark auch ein Stück weit umgestellt. Wir haben jetzt 18 Tonner, fahren dann ohne Begleitfahrzeug, sondern mit den 18 Tonnen praktisch auf die Baustelle, haben uns dafür dann so Spezialgestelle machen lassen, dass wir auch unsere Geländer, unsere Bordbretter diagonal, dass wir das alles sauber fertig verladen können. Und eben das liegt vielleicht an meinem Hintergrund, weil ich da ein bisschen aus der BWL Logistik kom ist mein Hauptaugenmerk auch die letzten Jahre gewesen, dass wir das Logistische. Für mich ist leider, ich hoffe, ich tue jetzt den ganzen Gerüstbauern nichts Böses, aber für mich gehört zum Gerüstbau sind für mich 60 Prozent Logistik, Organisation und Logistik. Und das will ich natürlich auch angehen, weil es sehr viele tote Zeit gibt im Gerüstbau und die will ich natürlich ausmerzen. Ich habe es vorhin gesagt, Ich bin nicht aktiv in der Baustelle, also habe ich mich auch am Anfang schwer getan bzw. War für mich ein no Go zu gut, ihr müsst jetzt mal schneller werden. Der Tenor, und den hätte ich vertreten können. Was will der uns über Schnelligkeit sagen? Der kann es ja selber nicht schneller. Und daher war mein Augenmerk auf tote Zeit zu suchen.
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