Vision, Innovation & echte Führung im Gerüstbau | Frank Schimmer im Gespräch | Der Mutmacher #46

Podcast interview (German) of Walter Stuber with Frank Schimmer (Geschäftsführer, Gerüstner Schimmer GmbH). Schimmer (61) discusses his lifelong career in scaffolding, his vision to make his company the most innovative scaffolding firm, digital initiatives (warehouse/inventory app addressing material-return data), company values and recruitment/trainee strategies, involvement in industry associations and masterminds, daily rhythm and hobbies (music), and leadership advice for other scaffolding companies.
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Herzlich willkommen zu Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch. Herzlich willkommen zu dem Podcast Mutmacher im Gespräch. Und heute darf ich vorstellen Frank Schimmer von Gerüstner Schimmer GmbH. Lieber Frank, stell dich mal selber vor.
Ja Walter, erstmal von mir auch schönen guten Tag. Freue mich, dass wir uns nach der langen Zeit mal wiedersehen und nicht zuletzt, dass ich hier auch die Gelegenheit habe, in deinem Podcast aufzutauchen und dass wir uns ein bisschen austauschen dürfen. Vorstellen, das ist relativ schnell erledigt. Name Frank Schimmer, Alter 61 Jahre, Geschäftsführer der gleichnamigen Gerüstbau GmbH, von der Ausbildung her Bauingenieur, Wirtschaftsingenieur und im Grunde genommen ein Leben lang im Gerüstbau verbracht mit allen Höhen und mit allen Tiefen, die man so haben kann und mit Freud und Leid, was dazugehört. Also ja, im Grunde genommen ein echtes Gerüstbauerleben.
Hast du ja sicher in deiner Kindheit auch mit Lego gespielt oder hast du da schon angefangen mit Gerüstteilen zu spielen?
Also die Gerüstteile waren mit Sicherheit ein bisschen schwer, wobei ich allerdings auch relativ früh schon helfen musste auf der Baustelle. Das ging los so im Alter von 14 Jahren, dass mein Vater dann auf die Idee kam und gesagt so der ist jetzt alt genug, der kann mal da ein paar Tage in den Ferien mit. Das war ein ganz fürchterliches Erlebnis für mich, aus dem auch die Konsequenz erwachsen ist, dass ich irgendwo diese Meinung aufgebaut habe, ich werde nie irgendwas mit Gerüstbau tun. Da kann ich mich noch sehr gut dran erinnern. Das war so als Jugendlicher war mir das irgendwie schon ein Bewusstsein zu ne, also das, was dein Vater da macht, das willst du später mal definitiv nicht machen.
Es ist natürlich so, irgendwann hat dich ja was motiviert, dass du sagst okay, das war meine Laufbahn, ich bin da eingestiegen, erzähle mal darüber, wie das entstanden ist.
Ja, also in der Tat ist Motivation vielleicht das falsche Wort und so bisschen flapsig könnte man sagen. Ich bin nicht schnell genug weggekommen, weil es war ausgemacht mit der Familie, dass ich was ganz anderes mache. Ich wollte damals Biologie studieren und hatte da auch schon meine ganz festen Pläne und wie das Leben halt so spielt. Mein Vater ist sehr schnell plötzlich gestorben und auf einmal kam dann doch der Ruf, wenigstens Interimsmäßig in dem Unternehmen zu helfen. Naja und ich bin dann hängen geblieben, wie mittlerweile oder wie ihr wisst oder.
Wie du weißt, hast du ja fast jähriges Betriebsjugeleben schon gehabt oder mehr.
Ja das kommt immer darauf an, wie man es zählt. Also gemäß gemäß frühem Erbe war ich an und für sich schon seit Mitte der er selbstständig, obwohl ich da noch studiert habe und in der Ausbildung war tatsächlich fest in unserem Unternehmen, also in hundertprozentiger Anstellung dann seit 92 und na ja gut, jetzt kannst du hochrechnen, da kommt bisschen was zusammen.
Es ist natürlich so, man hat ja nicht immer Höhen, die ganze Zeit Höhen. Man hatte auch mal Tiefen und mal so richtig den Bock, wo man sagt okay jetzt verkaufe ich den ganzen Laden, jetzt habe ich so richtig die Nase voll. Hast du solche Phasen auch durch oder mehrfach solche Phasen durch?
Ganz ehrlich nein und ich habe mir auch schon im Vorfeld Gedanken dazu gemacht oder auch schon früher, warum das nicht der Fall war und ich glaube die Antwort ist das Leben als Selbstständiger, das war so schnell und es ist immer so viel passiert, sowohl im beruflichen, dann kommt irgendwann eine Zeit, wo privat man heiratet, es kommen Kinder, man überlegt sich vielleicht irgendwie ein Haus zu kaufen oder sonst irgendwas. Also es sind immer Themen Kinder, Schule, sonst irgendwas und beruflich ist immer irgendwas. Ich glaube tatsächlich, mir ist es so gegangen, dass ich nie wirklich richtig zum Nachdenken gekommen bin, um so ein Dauertief zu empfinden. Vielleicht ist das was, was irgendwann mal auf mich zukommt, wenn ich tatsächlich in der Situation bin, vor der du jetzt kurz oder bald stehst, einfach nicht mehr im Tagesgeschäft zu sein. Vielleicht setzt dann irgendwann das Überlegen ein. Aber bis jetzt muss ich ganz ehrlich sagen, hat mich dieser Frust noch nicht erwischt und ich glaube, dass das tägliche Fordern, was unser Job mit sich bringt, hierfür auch letztendlich der Grund ist, dass ich aber auch viele andere gar nicht über die eigene Situation letztendlich zu viel nachgedacht haben.
Wir haben ganz viele abgesagt, wo ich ihnen also zuerst haben sie mir zugesagt, die Gerüstbauunternehmer und Unternehmerinnen, wo ich ihnen dann das Blatt geschickt habe mit den Fragen und das Thema ist Visionsstrategie und wie bricht es darunter auf den Alltag haben viele gesagt, Darüber habe ich noch nie nachgedacht. So, und jetzt ist die Frage an Was ist denn deine Vision für die nächsten 10 Jahre, 20 Jahre? Wo möchtest du mit deinem Betrieb in 20 Jahren stehen?
Also vielleicht erst mal vor die Klammer. Ja, tatsächlich habe ich so was wie eine Vision, wo ich immer stehen wollte oder was ich machen wollte. Und ich glaube, dass diese Vision unheimlich wichtig ist, um eben auch die Kraft zu schöpfen oder sich von Rückschlägen nicht beeinflussen zu lassen oder vom Tagesgeschäft, um tatsächlich hier Kurs zu halten und immer wieder Energie auf die Maschine zu geben. Ich habe das auch an anderer Stelle schon gesagt, als man mich gefragt hat. Ich dante der Gerüstbaubranche immer auch so ein bisschen kritisch gegenüber und weil es ja einfach erst mal gar nicht meine Wunschbeschäftigung war und habe vielleicht eher auch ein offenes oh oder Auge für die negativen Dinge gehabt, die mit der Branche und mit der Tätigkeit einhergehen und habe seitdem auch den festen Wunsch und Willen, das ist auch Teil tatsächlich einer Vision, den Gerüstbau oder zumindest mein Unternehmen von diesen Fesseln zu befreien, die in unserer Branche tatsächlich an den einzelnen Unternehmen kleben. Und deswegen, wenn du mich tatsächlich nach der ausgesprochenen Vision fragst, dann ist es Ich würde gerne das innovativste Gerüstbauunternehmen der Branche formen. Das ist tatsächlich meine Vision.
Gut, jetzt haben wir mal Vision. Jetzt hast natürlich eine Strategie, wie du dahin kommst. Erzählst du mal, wo du jetzt momentan stehst. Wir haben ja zusammen die Lager App entwickelt. Du bist ein starker Vorreiter gewesen, um das ins Laufen zu bringen. Wie weit bist du jetzt daran mit der App im Einsatz?
Also es ist tatsächlich so, dass dass ich schon vor Jahren erkannt habe, dass eines unserer großen Probleme tatsächlich die fehlenden, du hast es schon mal in einem Vorgespräch zwischen uns angesprochen, die fehlende Datenlage im Gerüstbauunternehmen ist. Und diese Datenlage, die kann ich kurzfristig, zum Beispiel was das Material anbelangt, durch eine Inventur schließen. Aber wir wissen beide, wie fehleranfällig und wie aufwendig eine manuelle Inventur im Gerüstbau ist. Und wenn man sich unsere Prozesse anschaut, dann sind wir mit unserem Material logischerweise eine Kreislaufwirtschaft. Und der entscheidende Faktor oder das entscheidende Ding ist, dass wir keinen Einfluss oder dass wir nicht die Hoheit, die Datenhoheit erlangen bei der Rücklieferung des Materials und an diesem Punkt wollte ich immer ansetzen. Das heißt, hast du ein Gerüstbauunternehmen, das Material rausschickt, das haben viele noch im Griff. Ich erstelle eine Liste, egal wo die herkommt, die geht ins Lager, das Material wird bereitgestellt, ist relativ stabil noch abzubilden, aber dann, wenn das Material zurückkommt oder wenn es, was noch schlimmer ist, Quertransporte von Baustelle zu Baustelle gibt, dann verliere ich den Überblick darüber, was passiert mit meinem Material. Und eben die Kenntnis dieser Daten ist wahnsinnig wichtig. Also das heißt, ich habe 100 rausgeliefert, bekomme ich 99, 98 oder ausnahmsweise 100 zurück. Und wir wissen auch, wenn wir das eine Weile machen mit unserem Unternehmen und jedes Stück Material hat einmal diese funktionierende Rückzählschleuse durchschritten, dann habe ich eine Echtzeit Inventur. Und das sind solche Dinge, die haben mich immer angetrieben. Und ich hatte dann tatsächlich Glück, dass ich den Kontakt bekommen habe von einem jungen Unternehmen, die sich um die Verknüpfung von jungen Talenten und bestehenden Unternehmen mit ihren Notwendigkeiten kümmern. Und aus dieser Zusammenarbeit ist eben dieses Projekt entstanden, das heute, wie gesagt, am Markt tätig ist und auch immer mehr Kunden gewinnt und eben für einen dieser Punkte eine Abhilfe bringt, mit der wir Gerüstbauer besser wirtschaften und leben können als vorher. Und von diesen Sachen habe ich noch eins, zwei zu erledigen. Und wenn das alles abgearbeitet ist, dann könnte ich mir vorstellen, gibt es ein Gerüstbauunternehmen, das wirklich seine Prozesse beherrscht, diese Prozesse gut bespielen kann und aus den Prozessen raus die richtigen Informationen bekommt, eben zu einer Unternehmenssteuerung. Und auch das führt dazu, wenn ich mein Unternehmen steuern kann, fange ich an, übers Unternehmen nachzudenken. Und diese Dinge sind Sachen, die wir in unserer Branche unbedingt in der Breite umsetzen müssen. Nicht nur so ein paar Leuchtturmbetriebe, sondern wir brauchen das in der Breite, um in der Breite ein richtiges Gefühl für Angebote, Preise und für die Werte in unseren Unternehmen zu bekommen.
Du hast ein tolles Wort angesprochen, Werte. Hast du auch eine Wertetafel in deinem Büro hängen, wo das sind meine Werte, auf die lege ich Wert oder wissen deine Mitarbeiter, auf was du Wert legst?
Also wir haben tatsächlich in den letzten Jahren einige Sitzungen zum Thema Werte gehabt und Auch das ist eine Reise, die beginnt, wenn wir die Aufgabe haben, unsere zehn wichtigsten Werte aufzuschreiben, dann also du hast den Prozess mit Sicherheit auch schon hinter dir, dann merken wir, wie schwer das ist und wie viele Begriffe uns hier rein flutschen, die wir so einfach mal nennen, die aber letztendlich gar keine Werte sind. Und bei uns war es tatsächlich so, dass wir im Unternehmen nach vielen, vielen Diskussionen auf Kernwerte gekommen sind, die sich auch im anderen Zusammenhang tatsächlich in vielen Beschreibungen auch in der Geschichte finden lassen. Und und mit diesen Kernwerten, die mit Sicherheit auch das ist eine Wahrheit, stark geprägt sind von unserer christlichen Kultur, auf diese Kernwerte kann man viel reduzieren.
Jetzt hast du, wann kommst du in der Früh in die Arbeit? Bist du so mehr so eine Eule oder bist du so?
Also aufstehen tue ich tatsächlich relativ früh. Also wenn du jetzt mehr so die Beamten im Freundeskreis hast, sagen die, der ist insomnia, der schläft überhaupt nicht Und bei den Gerüstbauern wäre es vielleicht so im Mittelfeld. Also aufstehen tue ich tatsächlich so gegen halb sechs. Und dann glaube ich aber weicht mein Tagesprogramm schon ganz erheblich von dem vieler anderer Geschäftsführer ab, weil ich um diese Uhrzeit dann erstmal anfange, mindestens dreimal pro Woche mein Sportprogramm aus gesundheitlichen Gründen zu verfolgen. Das heißt, ich versuche zwei bis dreimal joggen zu gehen und ich mache noch mal ein kleines Krafttraining, alles auf gemäßigtem Niveau, sowohl das Joggen als auch das Krafttraining, einfach mit dem Ziel, langfristig einigermaßen, einigermaßen fit zu bleiben. Wenn das erledigt ist, dann bin ich meistens eine dreiviertel oder eine Stunde hier in meinem Büro zu Hause und dreht dann, wenn ich, je nachdem, was ich gerade zu erledigen habe, dreht dann die Fahrt ins Unternehmen an. Und dort ist aber auch, sagen wir mal, so eine Tätigkeit oft bis 18 Uhr und ab und zu dann halt im Zusammenhang eben mit diesen, mit diesen zusätzlichen Dingen, wie du hast angesprochen, wie Lager App oder aber auch, was mir sehr am Herzen liegt, ist die Arbeitsvorbereitung mit dem modellbasierten Konstruieren. Das ist ein Riesenthema für mich noch. Und die Sitzung und die Arbeit an diesen Themen findet dann halt oft zu späterer Stunde noch Intimsitzungen oder in Aufarbeitung statt. Also auch der Tag ist dann relativ lang.
Also bei mir ist es heute Nachmittag oder jetzt immer mehr, dass also ich und Dirk versuchen um 7 zu kommen und um 15, 15 Uhr 30 zu gehen. Also das machen wir schon seit ein paar Jahren ganz gut hin. Und jetzt merken wir, dass unsere Bauleiter jetzt auch so 15 Uhr 30, 16 Uhr, da sieht man keine mehr. Also ich bin heute Abend jetzt um 17 Uhr schon alleine, also habe ich die Tür zumachen müssen. Jetzt bin ich alleine und ich merke, der Umsatz hat sich nicht verändert. Also er ist nicht deswegen nach unten gegangen, er ist konstant geblieben und wir sind mit Zahlen sehr zufrieden.
Vielleicht an der Stelle eine Ergänzung oder eine Beobachtung, die wir während der Corona Epidemie gemacht haben. Wir haben dann auch wie so viele uns überlegt, was kann man denn tun? Und dann haben wir gesagt, passt auf, wir machen das. Die eine Hälfte ist morgens im Büro und da hat jeder dann sein eigenes Zimmer gehabt und die andere Hälfte ist mittags im Büro Und die, die mittags im Büro sind, hängen so vorne an diese Schicht ihre Baustellenbesuche dran und die anderen, wenn die das Büro verlassen, machen sie halt danach, um das so bisschen zu organisieren. Tatsächlich ist es aber so, dass alle weniger gearbeitet haben und die Produktivität darunter zunächst mal seltsamerweise nicht gelitten hat. Also ich glaube 50 Stunden müssen es nicht immer sein. 50 Stunden, wenn du strategische Arbeit machst, wenn du Arbeit machst, die dich erfüllt, die dir Spaß macht, das tut nicht weh. Aber 50 Stunden Bauleitung, Projektleitung, Aufmasse machen, Rechnungen schreiben, immer wiederkehrend, ist auch meiner Meinung nach tatsächlich zu viel.
Weiß ich auch, dass du ein Hobby hast, die Musik. Hast du noch andere Hobbys, wo du sagen kannst, okay, dazu habe ich noch Zeit oder.
Das ist dann machst du.
Jetzt noch eine zweite Karriere in der Musik?
Definitiv nicht. Da kann man auch guten Gewissens sagen, mangels wirklichem Talent, Aber die Musik hat mich tatsächlich mein Leben lang immer begleitet und auch mal in einem gewissen Alter, was auch schon lang, lang her ist, der Wunsch einfach das so bisschen professioneller zu machen. Und wenn man dann aber so ein bisschen in dem Bereich unterwegs ist, dann lernst du oder hast du ganz schnell eine Erkenntnis, dass die Musikbranche noch verrückter ist als die Gerüstbaubranche und irgendwo so Bissen Normalität manchmal auch nicht auch ganz gut ist. Nein, also irgendwann kommt der Punkt, da merkst du, es gibt Menschen, die sind wesentlich talentierter als du und die sollen dann auch bitte auf den Bühnen stehen und entsprechend Erfolg haben. Das ist die eine Erkenntnis. Die andere Erkenntnis es gibt nirgendwo so viele Dummschwätzer und Versprecher und Scheinheilige wie in der Musikbranche. Die haben alle immer irgendwas am Kochen und am Laufen, was super gut funktioniert und der Durchbruch steht kurz bevor. Also das ist auch nur schwer zu ertragen.
Jetzt ist es so, du bist sehr engagiert in dem Bundesverband unterwegs. Erzähl mal, was du die letzten Jahre so mitgemacht hast, was du alles so, wo du engagiert warst.
Gut, das ist jetzt also mit Sicherheit gibt es da andere, die da lang, lang vor mir zu nennen wären, die auch viel, viel mehr leisten im Verband und in der Erinnerung. Das möchte ich ausdrücklich noch mal sagen. Aber mein Einstieg war ungefähr vor vielleicht 20 Jahren oder 15 Jahren beim Güteschutzverband tatsächlich, weil mich diese Idee der Qualität der Arbeit begeistert hatte. Damals der Güteschutzverband war ein relativ kleines, schlankes Team voller auch angenehmer Kollegen, mit denen ich gern zusammengearbeitet habe und auch immer noch gern zusammenarbeite. Dazu kam gewisses Engagement im Arbeitskreis Technik, die Technik und die Statik, das liegt mir halt auch immer noch am Herzen und ist ein Thema, mit dem ich mich sehr gern beschäftige. Und dann irgendwann, nachdem eben dieses Thema Weiterbildungsseminare auch einen immer größeren Raum bekommen habe, noch die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Seminare beim Verband und damit auch die Vorbereitung und Durchführung von den Seminaren bis hin zur Moderation von Technikseminar und Grossseminar. Und ja, das war es dann auch im Großen und Ganzen Richtung Verwandlung.
Meine Kernfrage ist natürlich, Wir haben rund 3000 Betriebe im Gerüstbau in Deutschland, um die 900 sind in der Innung und Verband. Was würdest du Betriebe empfehlen? Sollen die auch mit im Verband dabei sein und sich mehr engagieren?
Also ich empfehle tatsächlich allen Betrieben, die ernsthaft Gerüstbau betreiben wollen, die ihr Unternehmen weiterentwickeln wollen, die am Puls der Zeit bleiben wollen, die sich mit Kollegen austauschen wollen. Diesen Unternehmen empfehle ich tatsächlich, sich mehr zu engagieren und auch in der Bundesinnung Gerüstbau, Bundesverband Gerüstbau ist natürlich das Thema, dass nie genug Ehrenamtliche zur Verfügung stehen und wer hier Spaß an so einer Tätigkeit hat und das kann ich auch wirklich, wirklich mit gutem Gewissen sagen. Diese Tätigkeit macht Spaß. Es macht Spaß, motivierte, offene, innovative Kollegen zu treffen und mit denen an Themen zu arbeiten, die entweder abgearbeitet werden müssen oder aber die tatsächlich Spaß machen in der Bearbeitung und sich hier zu engagieren und daran teilzunehmen, das macht richtig Spaß. Mir zumindestens hat es in der Vergangenheit und auch jetzt zurzeit immer viel Spaß gemacht.
So ist mir das auch gegangen. Ja, aber ich habe dann irgendwann den jüngeren Vortritt gegeben, Thema Auszubildende. Was machst du für Innovationen, dass du Auszubildende in deinen Betrieb bekommst?
Die größte Innovation war, dass ich irgendwann im Rahmen eines Jobwechsels meine Frau überreden konnte, bei uns in der Personalpolitik einzusteigen. Die hat sich tatsächlich auch um solche strategischen Dinge gekümmert, wie bauen wir eine Personalstrategie auf? Und ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, wir sind heute oder wir stehen heute auf dem Stand, dass zumindest was bei uns viele, viele mediale Aktivitäten, die Teilnahme an Ausbildungsmessen, der Besuch von Schulen und das sind ja Dinge, das kann man ganz gut messen dann in den Einstellungsgesprächen, woher die einzelnen Bewerber kommen, dass das unterm Strich nicht den Erfolg gehabt hat, den wir uns immer versprochen haben. Unser Credo zurzeit ist an und für sich, dass die einzige Werbung und die einzige, der einzig sinnvolle Kanal sind die eigenen Mitarbeiter. Wenn deine Mitarbeiter gut von deinem Unternehmen sprechen, dann kommen andere. Die müssen sogar nicht nur gut sprechen, die müssen begeistert von deinem Unternehmen sein. Und da wissen wir beide, dass das auch nicht immer einfach ist. Es ist nicht einfach, selbst begeistert zu sein und es ist, glaube ich, noch schwieriger, die Mitarbeiter dahin zu bringen, dass sie vom Unternehmen begeistert sind. Aber wenn das der Fall ist, dann ist, glaube ich, eine echte Wertegemeinschaft in einem Unternehmen entstanden und das trägt, das trägt. Da kommt tatsächlich ein eine, ja, ich will jetzt nicht esoterisch klingen, aber eine Energie bei rum, die andere Menschen dann dazu bewegt, tatsächlich zu Ja, da will ich Teil von sein. Und ich lasse mich nicht mal davon abschrecken, weil so ist es meiner Meinung nach richtig formuliert, jeden Tag vielleicht mehrere Tonnen mit meiner eigenen Körperkraft zu bewegen, sondern in diesem Team kann ich noch viel mehr bewegen als mehrere Tonnen. Und dann kommen tatsächlich auch die Mitarbeiter. Soweit die Theorie. Wir sind in der Umsetzung auch nicht bei 100 Prozent, aber ich befürworte diese Strategie. Ich lebe sie mittlerweile selbst und wir erzielen damit auch tatsächlich schon Erfolge. Aber auch wir haben da noch ein gutes Stück Weg vor uns.
Also ich kann sagen, wir, uns macht es der Markus Muschke kümmert sich um die Schulen und um Ausbildungsmessen und so weiter. Und der größte Erfolg ist, Auszubildende bringen Auszubildende mit. Das ist unser größter Erfolg. Wir merken das, umso mehr Auszubildende und so höherwertige Auszubildende. Wir haben also auch von den Schulnoten her, umso einfacher geht es, dass die ihre eigene Klassenkameraden oder drunter die Klassenkameraden dann kommt. Und da merken wir die größten Erfolge und dann natürlich aus unterschiedlichen Schulbereichen. Und wir merken jetzt auch ganz schnell, wir haben jetzt innerhalb kurzer Zeit zwei Jungmeister ausgebildet. Das merken wir jetzt auch, dass jetzt die nächste Generation kommt, die mit einer besseren Schulbildung einsteigt und ja, okay, und ich kann danach gleich die Meisterprüfung nachlegen. Ich bin da kein Befürworter dafür, weil die wenig Praxiserfahrung haben müssten zwei, drei Jahre warten oder fünf Jahre warten. Aber wir merken das jetzt deutlich, wenn dann gewisse Auszubildende da sind und die schauen schon, dass sie ihre eigenen Leute hierher bringen. Das merken wir ganz deutlich.
Das kann ich auch nur bestätigen.
So, jetzt ist natürlich so, ich habe mit ganz vielen gesprochen. Ich habe jetzt, du bist glaube ich 46 oder 70, 47 Podcast, 50 mache ich ab 50 Ingolf und ab da macht Ingolf weiter. Und ich habe dann ganz viele auch gefragt, wie viel Zeit verbringen sie im Urlaub? Und es war einer dabei, der hat gesagt, ich mache drei Monate im Winter eine Auszeit. Hast du das auch schon mal gemacht? Drei Monate Auszeit und drei Monate mit deiner Frau und mit deinen Kindern im Urlaub gewesen?
In der Tat nie.
Kannst du dich noch erinnern, was die längste Urlaubszeit war? Zusammenhängen?
Ja, das kann ich. Die längste Urlaubszeit hatte ich tatsächlich, bevor ich fest bei uns, also Vollzeit bei uns eingestiegen bin. Das war dann nach beiden Studiengängen und nach meiner Tätigkeit in einem Ingenieurbüro, wo ich netterweise noch mal anderthalb Jahre lernen durfte, bin ich dann sechs Wochen nach Costa Rica gefahren, hab, bisschen Spanisch gelernt, von dem aber heute nicht mehr so viel da ist und habe mir das Land angeguckt. Das war sechs Wochen Auszeit, war schon ein Erlebnis und es wirkt auch ein Stück bis heute noch nach.
Gut, jetzt ist die Frage, die meisten, kann ich so sagen, die haben den größten Wunsch, die Gerüstbauer einen großen Kirchturm zu machen. Jetzt hat der Matthias Falk gesagt, ich habe lange Brücken gebaut. Tom Niedit hat gesagt, ich baue die längste Schiffe rüstig ein. Was sagst du heute, was du Höhe oder länge oder breite Kubikmeter? Was für ein Projekt?
Meine Lieblingsbaustellen sind die profitabelsten Baustellen und ob das die größte Kirche oder die kleinste oder die zweitgrößte ist, ist mir vollkommen egal. Will heißen, ich lasse diesen Erfolg oder diese Tatsache, die höchste Kirche eingerüstet zu haben, überlasse ich gern den Marktbegleitern, solange es uns gelingt, die profitabelste Kirche zu ergattern. Und ich glaube, mit diesem Gedanken kommt dann vielleicht schiebt sich der Wirtschaftsingenieur vor den Statiker und darauf kommt es an. Übrigens eine Lehre, die ich schon ganz früh auch mitbekommen habe von einem sehr sympathischen Vertreter eines großen Gerüstherstellers, der seinerzeit gesagt hat, als das Mindset in den Gerüstbaubetrieben noch viel Ego getriebener war, es ist jetzt wirklich schon lang, lang her. Und er hat Ich kann es nicht hören, wenn ich irgendwo hinkomme und den Spruch höre, in meine Stadt kommt mir kein Fremder rein. Also das klingt so bisschen nach Western und hier stelle nur ich gerüste, aber das war früher gang und gäbe, das kennen die Jüngeren vielleicht gar nicht mehr. Und der hat damals Guck, dass du was verdienst an deinem Gerüst und wenn du den ganzen Tag nur Standfelder auf und abbaust für einen Pauschalpreis, dann hast du das beste Leben als Gerüstbauer, das du überhaupt nur haben kannst. Profit ohne Risiko und ohne irgendwelche größeren Fremdeinflüsse höchstwahrscheinlich, die da zu erwarten sind oder Ereignisse. Was Besseres kann dir nicht passieren. Und dieser Rat, der ist mir heute noch präsent und ein Stück weit habe ich das auch beherzigt.
Jetzt ist es so, wir Gerüstbauer, wir bekommen ja teilweise wenig Lob von den eigenen Mitarbeitern nach unten. Wir sollen ja alle immer schön loben. Wie ist es mit dem Lob von deiner Familie? Du bist ja nicht im Schwäbischen.
Also ich würde mal sagen, wie man sich das so vorstellt. Also ich müsste tatsächlich noch mal nach Hause kommen und dann müssten die alle da stehen und müssten sagen Mensch, Vater, wie man das bei uns im Häschen so schön sagt. Wir wollten dir mal sagen, du machst es richtig gut. Das ist mit Sicherheit. Also ich weiß, dass diese Einschätzung, dass das da ist, aber das findet sehr, sehr selten, sagen wir mal, den Weg tatsächlich in die richtige Diskussion. Trotzdem weiß ich, dass meine Familie meine Arbeit auch wertschätzt. Aber das ist vielleicht auch ein Fehler, den man selbst zu oft macht. Gar nicht mal herzugehen und zu Mensch, ihr seid alle richtig super und in Richtung Mitarbeiter. Ich wüsste gar nicht, was ich ohne euch mache. Und in Richtung Familie, ihr braucht nicht meine Kritik oder sonst was, weil ihr seid einfach so gut, dass ich nur stolz auf euch sein kann.
Für was bist du so besonders dankbar, wenn du jetzt über die Jahre zurückschaust in deinem Berufsleben?
Ich bin dankbar darüber, dass ich es einfach machen durfte, dass ich die Chance hatte, den Weg zu gehen, den ich tatsächlich gegangen bin. Und weil viele, viele Menschen haben diese Chance nicht. Weder von der Ausbildung noch vom familiären Umfeld oder aber es gibt falsche Ratgeber, die dann eine Weiterentwicklung oft auch unmöglich machen. Nein, ich bin dankbar, dass ich genau den Weg gehen durfte, den ich gegangen bin.
Jetzt hätte ich noch mal so drei Tipps an unsere Gerüstbaukollegen oder Berufskollegen.
Drei Tipps. Also zunächst mal würde ich sehr, sehr gern festhalten, dass ich mich gar nicht berufen fühl, den Kollegen viele, viele Tipps zu geben, weil es gibt da draußen neben vielen Unternehmen mit viel Entwicklungsbedarf und Potenzial auch viele Unternehmen, die ihre Sache richtig gut machen. Und deswegen würde ich und diese Unternehmen, die kenne ich alle gar nicht. Deswegen würde ich mich ein bisschen scheuen, so Tipps pauschal rauszugeben und zu Mach das und dann klappt das, weil das ist immer abhängig von der Unternehmenssituation und von der speziellen Situation. Das ist so ein bisschen der Respekt vor der Arbeit der anderen. Also auch würde ich dreimal überlegen, bevor ich dir einen Tipp gebe. Natürlich würde ich dir gerne einen geben, wenn du mich fragst. Das ist selbstverständlich. Prinzipiell würde ich Versucht, euer Unternehmen von außen zu sehen. Also setzt euch in den Hubschrauber, fliegt nach oben und guckt mal von oben auf das Ding drauf. Schaut das Unternehmen an wie ein Banker, wie ein Finanzinvestor oder aber auch wie eine ganz fremde Person, vielleicht auch manchmal wie ein Aufsichtsbeamter, der auf die Qualität eurer Arbeit guckt. Versucht den Blickwinkel zu wechseln. Dieser Perspektivwechsel ist manchmal oder sehr, sehr oft einfach eine sehr erhellende Angelegenheit. Und das muss man auch üben, einfach aus dem Strudel jetzt rauszugehen und zu Ich ziehe mich mal einen kleinen Augenblick zurück und versuch mal mein Unternehmen aus der Sicht der Bank zu denken oder des Investors oder sonst was. Wo sind meine Werte? Wo sind meine wirklichen Unternehmenswerte und was kann ich tun, um die zu steigern? Ich glaube, das ist was, was Allgemeingültigkeit hat und der guten Betriebsführung und der guten Unternehmensführung von anderen auch nicht zu nahe tritt.
Wir sind ja am Anfang, haben wir uns näher kennengelernt vor paar Jahren, gerade zu Corona Zeiten, weil wir beide zusammen beim DIHZ mit dem Tom Köhler zusammen die erste Mastermind Gruppe aufgebaut haben. Erzähl mal, was für dich persönlich diese Mastermind Gruppe gebracht hat.
Also da möchte ich tatsächlich an der Stelle auch noch mal Danke sagen zu dir, weil ich weiß, dass du auch mit Federführung mit dabei warst bei der Gründung dieser Gruppe. Und ich bin zu Beginn aus Neugier mit dazugekommen, habe sieben andere Gerüstbauer kennengelernt, die alle einen anderen Betrieb hatten, der anders aufgebaut war, anders geführt wurde. Du weißt ja, wir sind in der ersten Runde rum und haben uns gegenseitig unsere Betriebe angeguckt und haben uns Tipps gegeben und haben diskutiert über die Art und Weise, richtig einen Betrieb zu führen. Und ich habe in dieser Mastermind Gruppe tolle Menschen kennengelernt, die heute auch, möchte ich sie sogar als Freunde bezeichnen. Und die Gruppe war immer ein Quell des Austauschs, der Innovation und hat meine Tätigkeit unheimlich bereichert. Ich bin freier geworden dadurch, ich bin offener geworden für andere Dinge und manchmal braucht es eine Gemeinschaft, die auch irgendwas erklärt und sagt, das würde sich rentieren, mal zu versuchen, um dann auch selbst den Mut zu haben, Dinge zu versuchen.
Letzte Frage, Erzähl mal Weiß keiner über dich? Weiß.
Oh man, oh man, oh man. Jetzt kommen wir zu dem langweiligen Frank Schimmer. Ich was keiner wirklich weiß, Das ist echt, das ist echt schwer Ich mein, es müsste ja auch so bisschen interessant sein schon. Also rein nach dem Motto, naja, da hat er irgendwo auf dem Tisch getanzt und hat unschöne Parolen geschmettert oder sowas. Du, keine Ahnung. An der Stelle muss ich tatsächlich tatsächlich passen. Mir fällt hier keine Anekdote ein, die jetzt wirklich niemand weiß, die interessant ist. Ich habe im Grunde genommen tatsächlich nichts nur für mich behalten. Irgendeine Teilgruppe weiß immer irgendwas und von daher muss ich bei der Frage wirklich leider passen.
Walter Also ich hoffe, dass ihr alle kommt. Ihr habt gehört, ihr kommt ja noch mal mich besuchen. Ich hoffe, dass du das einräumen kannst zu kommen. Ich würde ganz gerne noch mal für euch den Bartfieber spielen.
Walter Das war ganz schön gemein. Weiß dein Publikum unter Umständen schon, was das mit dieser Anekdote auf sich hat?
Behalten wir für uns.
Das behalten wir für uns. Aber ich würde mir diesmal tatsächlich Vermeidungsstrategien überlegen, weil der folgende Tag hat, glaube ich, allen außer dir sehr, sehr weh getan. Aber war trotzdem ein wunderschöner Abend.
Vielen Dank, dass du mitgemacht hast, lieber Frank. War sehr angenehm das Gespräch.
Walter Ich danke dir. Das war wirklich eine schöne Dreiviertelstunde und ich hoffe, dass für dich und für die Zuhörer da auch ein bisschen was rausgekommen ist bei der Gelegenheit.
Das war Walter Stuber, der Mutmacher im Gespräch.
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