Von den Besten lernen Ingolf Stuber mit Andreas Ginger von Ginger Vision #2

In this German‑language podcast episode Ingolf Stuber interviews Andreas Ginger, a former national karate coach, organizational‑design consultant and founder of a GmbH that he calls an "architect for organisational systems." The conversation opens with Ginger’s background – 25 years in professional karate, mental‑training for elite athletes, and a decade of consulting for companies across Europe, Russia and China. Ginger describes his daily 18‑year‑long, non‑negotiable morning routine (body activation, meditation, affirmations) that he credits with sustaining high energy and focus. He explains how he treats his work as a continuum rather than a split between hobby and profession, integrating physical activities (yoga, dancing, woodworking) and travel into his personal development. Ginger shares his vision to make Europe a leading global player – not as a colonial power but as a collaborative, innovative force – and outlines a practical approach to building organisations: clarify personal and corporate values, define a life‑mission, recruit only those who fit the cultural “circle,” and use neutral external mentors for succession or founding challenges. The dialogue moves to work‑life integration, discussing how he structures workshops, balances structured days with spontaneous “freedom slots,” and uses short meditations during long sessions. Both hosts reflect on gratitude, the role of praise, and the importance of honest self‑assessment. Ginger reveals personal challenges, including chronic knee pain and a “Memento Mori” project that led him to deliberately forego traditional retirement, pension, and long‑term security in favour of liquid reserves and a mindset of living fully in the present. He describes his emergency planning for his daughter and the company, emphasizing digital knowledge storage and a 25‑month liquidity buffer. Finally, Ginger offers concrete advice for founders and successors: engage a neutral mentor early, separate emotions from business decisions, and focus on resilience through crises. He recommends potential next interview partners from the construction and marketing sectors. The episode ends with mutual thanks and a promise to continue the conversation.
Chapters
Von den Besten lernen, der Podcast mit Ingolf Stuber. Jetzt abonnieren. Herzlich willkommen in meinem zweiten Podcast, Von den Besten lernen, mit Ingolf Stuber und Andreas Hinger. Das ist mein zweiter Podcast. Lieber Andreas, jetzt haben wir in den letzten Podcasts mit Walter Stuber und Dirk Eckart immer wieder vom Andreas Ginger gesprochen. So, und heute habe ich dich gefragt, ich möchte meinem Publikum den Andreas nicht vorenthalten, und ich habe dich gefragt, hättest du Interesse, mit mir mal den zweiten Podcast zu machen? Und jetzt komm mal bitte zu dir, Andreas, und stell dich mal vor. Sag mal, wer du bist, was du machst.
Ja, ich bin Andreas Ginger, bin 50 Jahre alt, wohnhaft in Neckarsulm, das ist so nördlich von Stuttgart, also wir sagen von uns aus Norditalien.
Ja.
Genau. Und was ich mittlerweile mache, habe früher ganz viel Unternehmensberatung, Coaching gemacht, aber auch sehr lange, 25 Jahre lang auch professionell Karate als Landestrainer und eine Zeit lang auch Kobudistrainer und Mentaltrainer vom Bundeskader. Und diese beiden Erfahrungen im Sport, fokussiert sein, Leistung erbringen, Mentaltraining, aber auch international. Ich war viel in ganz Europa, in Russland, in China. All diese internationale Business-Erfahrungen hat mich immer schon fasziniert, die zusammenzuführen. Und so seit knapp 7, 8 Jahren habe ich noch mal eine eigene GmbH gegründet und mache damit, ich nenne das mittlerweile, ich bin Architekt für Organisationssysteme. Das heißt, wir entwickeln Unternehmen, Persönlichkeiten, Unternehmen, Organisationsstrukturen, Technologien, Prozesse in die Zukunft, in die Innovation. Und das ist das, was ich auch in Golf mit dir mache oder mit anderen Unternehmern oder auch großen Konzernen. Im Grunde genommen die ganze Organisation auf allen Ebenen in die Zukunft zu entwickeln. Das ist mein Job.
Sehr gut. Genau, Andreas, du bist ja wirklich auch schon früh am Morgen sehr motiviert. Das habe ich ja festgestellt in den Workshops, die wir miteinander hatten. Wie gesagt, wir kennen uns jetzt seit fast 2 Jahren und du bist ja wirklich sehr motiviert. Und was macht dich denn früh so? Was ist für dich so dein Antrieb? Was macht dich aus? Warum gehst du raus und sagst so, Leute, jetzt Reisen wir heute, heute reisen wir die Welt um.
Ja, also ich war schon immer, hatte ich relativ viel Lebensenergie, sage ich mal so. Also ich war nie irgendwie viel müde oder so. Und trotzdem musst du diese Energie konzentrieren und irgendwie auch jeden Tag immer wieder erzeugen und fokussieren. Oder wenn du manchmal, das kennst du auch, Ingolf, du bist manchmal auch einfach gefrustet, weil die Mitarbeiter nicht so mitwollen, der Markt nicht, oder manchmal läuft es privat nicht oder die Gesundheit. Und was ich mache, und zwar wirklich jetzt seit 18 Jahren ohne Unterbrechung, jeden einzelnen Tag ohne Ausnahme, da gibt es kein Wochenende, kein Urlaub, gibt es jeden Tag erstmal eine Morgenroutine. Und selbst wenn ich irgendwie morgen schon sehr früh Termine habe und irgendwo extern in einem Hotel übernachte, dann gibt es die Morgenroutine dort auch, aber in etwas reduzierter Form. Das heißt, wenn ich aufstehe, habe ich mein fixes Programm. Was relativ flexibel mittlerweile über 18 Jahre geworden sind. Aber der wesentliche Punkt ist, ich beschäftige mich erstmal mit meinem Körper und schaue, was er braucht. Manchmal ist das Dehnen, manchmal Aktivieren, manchmal Kraftübungen, manchmal einfach mal paar Drehungen, einfach dass ich im Tag mit dem Körper ankomme. Und dann mache ich was für meinen Geist. Also manchmal lese ich, manchmal höre ich was, häufig meditiere ich. Und dann mache ich was für meine Seele. Und für die Seele mache ich zum Beispiel so Dinge wie Affirmationen oder auch Absichten setzen. Mit welchem Gefühl gehe ich heute in den Tag? Ich habe ungefähr so die Termine, es kann ein Workshop sein, das ist vielleicht herausfordernd oder Konfliktparteien, zwischen denen ich irgendwie vermitteln darf. Setze ich mir bewusst Absichten und erzeuge diese Energie in mir. Und was mich glaube ich, also A, diese, viele würden sagen Disziplin, ich würde sagen Ingolf, das ist gar nicht Disziplin. Ich weiß, wie ein Tag aussieht, wenn ich die Morgenroutine nicht mache. Und ich weiß, wie ein Tag aussieht, wenn ich eine richtig gute Morgenroutine mache. Das ist wie Höhle. Und Himmel wirklich und sofort wirklich. Deswegen habe ich gar keinen Zwang zu Disziplin. Ich habe gar keine Option, als im Himmel zu bleiben. Und das ist die Morgenroutine. Und was mich dann motiviert über den Tag ist eben, ich glaube, ich führe ein Leben, was ich führen möchte. Es gibt wenig Dinge, die mir nicht gefallen und ich gestalte es so, dass ich wenig negative Energie irgendwie aufziehe oder irgendwie zu viel Energie verbrauche.
Da sprichst du einen guten Punkt an, da sprichst du mir auch ein bisschen aus der Seele, weil ich bin auch einer, der versucht, die negative Energie von sich fernzuhalten. Klar kommt die mit dem Alltag ganz normal, mit den Mitarbeitern, Kollegen, Kunden etc. Versucht manchmal etwas durchzudringen, aber ich habe das auch ganz gut im Griff, wo ich sage, okay, jetzt kommt mein Punkt. Du weißt es ja, ich habe gern mal abends eine Pfeife und dann dann durch die negative Energie einfach mit einer Pfeife wieder davonblasen.
Ja, ja. Was ich mir mittlerweile im Golf erlaube, ist tatsächlich, das nur nicht am Abend zu machen oder nicht nur im Urlaub oder Wochenende, sondern auch zwischendurch. Selbst beim Kunden gibt es manchmal, merke ich, okay, jetzt ist so mittags die Energie raus und ich habe jetzt noch mal 4 Stunden Workshop. Dann lege ich mich wirklich auf den Boden und meditiere kurz 15 Minuten, das ist so reinigend und entspannend, und dann bin ich wieder aufgetankt. Also diese Pfeife, die du nimmst, hat jeder von uns, aber ich nutze sie häufig auch über den Tag.
Ja gut, dann kommen wir mal zu deiner Vision. Vision, oder kann man schon sagen zu einer Mission?
Das ist immer Das ist, glaube ich, immer so zwischen Vision, das ist so etwas, das noch nicht Realität ist. Bei manchen Dingen bist du in der Mission und setzt du schon um und ein Teil ist Realität. Aber wenn du so von der wirklichen Vision sprichst, wo ich sage, da breche ich jetzt auf, das motiviert mich gerade, ja, vielleicht seit einem Jahr massiv, ist tatsächlich in Europa und zwar in ganz Europa, nicht nur im deutschsprachigen Raum, ein wesentlicher positiv wirkender Faktor zu werden in der Politik und in der Wirtschaft. Also Dinge, Europa wirklich, meine Vision ist, ich bin ein großer wesentlicher Part davon, Europa wirklich in der Welt wieder, aber nicht als Kolonialmacht, sondern als eine der globalen, der 3 oder 4 globalen Mitspieler zu machen. Wir sind momentan abgehängt und da habe ich Bock darauf, habe auch Systeme und Programme entwickelt, die Wirtschaft, das heißt die Unternehmer wie dich und Konzerne, aber auch die Politik nach vorne zu bringen, Nicht jemand, der selber vorne steht, sondern jemand, der sie unterstützt, motiviert, strukturiert, aber auch die richtigen Leute zusammenführt. Und das ist meine Vision, zu der ich jetzt auch mit einem Marketingkonzept aufbreche.
Die richtigen Leute zusammenführen. Das ist ja auch das, was wir bei uns im Unternehmen gemacht haben. Wir haben ja unser Team zusammengeführt und die Strategie dahinter, wie würdest du die denn beschreiben?
Die Strategie bei euch oder die Strategie allgemein?
So wie man die Unternehmen zusammen, wie funktioniert das, die richtigen Leute zusammenführen?
Also ich glaube, der erste Schritt, das ist zum Beispiel etwas, was ihr schon vor Jahren gemacht habt, ist erst mal sich selber sehr klar und bewusst zu werden, wer bin ich denn? Das kann ich zum Beispiel über Werte-Arbeit machen. Ich kann aber noch ein bisschen tiefer gehen und wirklich sich klar machen, Was ist denn eigentlich mein Lebensauftrag? Also wo stehe ich? Vor allem als Unternehmer, wenn du ein Unternehmen gründest, dann geht es noch mal. Wenn du Unternehmen gründest, damit du Kohle verdienst, kannst du machen. Aber das ist langfristig, wenn du das Leben lang machen willst, brauchst du eine größere Treibkraft. Und eine Treibkraft ist für mich, glaube ich, so, wer bin ich wirklich? Wie ticke ich? Wofür stehe ich? Was ist mir wichtig? Und wo stehe ich in 30, 40 Jahren? Und ich habe für mich einen sehr, sehr klaren Lebensplan. Also Plan ist vielleicht das Falsche. Ich habe für mich einen klaren Lebensauftrag, warum ich hier auf dieser Erde bin. Und ich weiß, wer ich bin, wer ich nicht bin. Und dann, das ist der erste Schritt, den wir machen müssen mit dem Unternehmen. Klarheit, wer sind wir, wofür stehen wir, wofür brechen wir auf. Der zweite Punkt ist, glaube ich, auch tatsächlich den anderen, die im Kreis sind und in den Kreis kommen, zum Beispiel im Recruiting, das auch über die Homepage, über Marketing, aber selber, wie man spricht, auch die Anzüge, die man trägt, klar zu kommunizieren, wer bin ich und wer kommt in meinen Kreis, wer nicht. So gerne wir alle sozial so tun in den letzten 20 Jahren. Es ist viel wichtiger, was du gesagt hast. Die Menschen sind nicht böse, aber nicht alle passen zu dir. Und deswegen ist das wichtig im Privaten und im Geschäftlichen noch mehr, die Fits und die Non-Fits zu trennen. Und zwar bei der ersten Begegnung rauszukriegen, du bist völlig in Ordnung und wir werden nicht zusammen glücklich, der Nächste bitte. So, das ist das in der völligen Höflichkeit, aber in der Klarheit. Ja, ich höre dein Thema, ich höre deine Energie, deinen Ärger und nicht meins. Und im Unternehmen dasselbe zu tun, immer wieder die, die passen, zu entwickeln, dass wir in der Kommunikation, in der Klarheit, in der Strategie mehr zusammenkommen und jeder seine Stärke, seinen Lebensauftrag in diesem Kreis wie bei euch ausleben kann. Und die, für die es nicht passt, weil sie andere Lebensziele haben, Du, ist alles gut. Wir wünschen dir alles Gute. Nur an unserem Abendtisch sitzt du nicht da.
Sehr gut formuliert, sehr gut formuliert. Aber da gehört auch schon eine Menge Energie dazu, das so dann durchzuziehen. Ich meine, wie gesagt, wir sind ja da auch. Ich bin da auch schon seit Längerem dabei, wirklich auch. Zu sortieren, auch bei uns im Unternehmen, von allem her, egal ob das Mitarbeiter, Kunden sind. Man muss halt wirklich ganz klar bestimmen, du passt zu mir und du passt nicht zu mir. Und dann auch wirklich ganz auch mit einem gewissen Respekt und höflich dann hingehen und sagen, okay, wie, wie können wir jetzt weitermachen? Oder wie stellst du das für dich vor? Wie möchtest du weitermachen? Genau. Über deinen Alltag haben wir ja schon gesprochen. Du startest mit deiner Morgenroutine. Ich habe ja da jetzt auch schon mal mit dran teilhaben dürfen, mit der Morgenroutine. Aber sonst so, dein Alltag ist wahrscheinlich genau wie bei allen anderen. Ich sage mal, du jetzt als Berater und wir als Unternehmer. Total durchstrukturiert, oder?
Ja und nein. Also es gibt ja Miene, zum Beispiel, wenn ich nur als Beispiel bei euch in einem Workshop bin. Natürlich ist alles vorbereitet, weil ich muss anreisen, Dinge vorbereiten, euch abholen, vorzeitig da sein, alle Dinge strukturieren. Und der Workshop, wenn er zum Beispiel ein Tagesworkshop ist, meistens haben wir hinterher noch irgendwie eine lange Besprechung und Strategie mit den Unternehmern. Das heißt, ich stehe da irgendwo um 5, um 6 auf und gehe dann irgendwann mal um 11 oder um 12 ins Bett und die meiste Zeit war irgendwie eine Arbeit. So, da ist er durchstrukturiert. Wenn ich hier vor Ort bin, sind manche, also bei mir in der Mentalwerkstatt, dann sind manche Tage auch durchstrukturiert, weil ich ganz viele Coachings zum Teil bis zu 6 Coachings am Tag habe. Das ist viel. Ja, aber ich nehme bewusst manchmal Freiheitsgrade und sage, okay, hier plane ich jetzt nichts, dann halte ich den Nachmittag frei oder Vormittag um andere Themen. Und ich merke, wenn ich Lücken habe, die ich mit meinem Bewusstsein plane, so wie gestern, Habe ich gemerkt, der Vormittag war so strategisch und vom Kopf so genial. Also zwei geile Termine, mega intelligent, super intelligente Partner mit der höchsten Komplexität im Unternehmen, die du haben kannst. Du kommst sicherlich irgendwann mal auf die Frage, was motiviert dich? Komplexität. Ich möchte alles wissen und verstehen. Alles. Vom Molekül über Gott bis zum Gerüstbau und alles. Und wenn ich da— da haben wir eine Gemeinsamkeit. Und wenn ich aber so einen Termin oder so einen Tag habe, wo ich dann merke, ich bin so tief eingetaucht, dann merke ich, werde ich müde, dann lege ich mich mittags hin und schlafe. Dann trainiere ich ein bisschen. Dann habe ich gestern zum Beispiel erst mal 3 Stunden Mittag gemacht, wo ich ein bisschen geschlafen habe, dann ein bisschen was gegessen, sonnig war es, dann habe ich mich gesonnt und dann habe ich noch 45 Minuten trainiert und dann ging es am Nachmittag weiter. Also ich halte es mir, wenn ich strukturiert bin, dann ist das eine bewusste Entscheidung, dann bin ich strukturiert und diszipliniert, aber ich halte es mir manchmal auch frei, damit ich meine Energien auftanken kann und auch wieder, wie soll ich sagen, mich selbst und mein Unternehmen und auch Antonia und andere Mitarbeiter nicht vergesse, sondern auch immer Freiheitsgrade habe, uns zu gestalten.
Kann man das auch schon so ein bisschen Hobby nennen, dass man das so als Hobby macht? Also ich sag mal, ich so mein Hobby, wenn mich jemand fragt, was hast du für Hobbys? Hast du ja auch schon mal gefragt, was machst du so? Und dann habe ich zu dir gesagt, ja, Ich habe, ich habe eine Modelleisenbahn, die habe ich als Kind mal bekommen, Spur H0, und die habe ich heute auch noch. Die Platte wird immer mehr erweitert, wird erweitert. Aber, oder der Punkt ist, ich nehme mir für mein Hobby tatsächlich zu wenig Zeit. Ich habe zwar dieses Jahr, es kommt ja immer der Punkt so kurz vor Weihnachten, wo dann ein bisschen Ruhe einkehrt, wo du sagst, hey, das ist dann die Zeit, wo du auch so, wo du sagst, jetzt habe ich mal Lust, jetzt gehe ich mal ran an die Platte, die steht bei uns im Obergeschoss und da gehe ich dann ran und dann decke ich alles ab, weil übers ganze Jahr habe ich schön eine Plane drüber liegen, dass das ja nicht einstaubt alles. Dann denke ich, und so eine Platte wird ja auch nie fertig. Du machst ja immer wieder dran rum. Das ist so, ich sage mal, mein Hobby. Das andere Hobby ist ja von mir, das weißt du, das ist unser Garten. Ich habe nicht viel Garten, aber ich liebe die Natur. Ich liebe es, draußen zu sein. Ich sitze zum Beispiel jetzt ab dem Punkt, wo es jetzt ein bisschen wärmer wird, sitze ich abends draußen, auch wenn ich mir eine Jacke drüber mache. Mit meiner Frau zusammen, da machen wir oben ein kleines Feuerchen. Wenn die Kinder dann so um 8, 9 im Bett sind, dann setzen wir uns zumindest mal für eine halbe Stunde hin und genießen einfach so den Tag, den Abend, gucken auch mal in den Himmel. Was ist los? Was ist, was ist bei dir so? Hast du ein ganz spezielles Hobby, wo du sagst, das mache ich gern und da nehme ich mir auch die Zeit dafür? Oder war das jetzt schon bei deinem Alltag so teilweise mit dabei, wo du sagst, ich nehme mir dort meine Auszeit einfach, weil ich das brauche? Oder hast du noch andere Sachen?
Also ich glaube, ich habe das noch nie so gehabt und in den letzten 10 Jahren, je älter ich geworden bin, umso weniger. So diese Trennung zwischen privat, beruflich, Hobby oder geschäftlich, das habe ich gar nicht. Ich habe im Gegenteil festgestellt und jetzt mit 50 merke ich, Dinge, die ich vor 20 Jahren hobbymäßig gemacht habe, die haben einen Einfluss und sind irgendwie, wie soll ich sagen, eine Fähigkeit, die ich jetzt geschäftlich nutze und andersrum. Also für mich ist das Leben eher nicht eine Trennung zwischen Dingen, sondern wie so ein Kontinuum. Und was ich aber mache, vielleicht das passt als Antwort auf deine Frage vielleicht am besten, ich schaue sehr genau, was dem Andreas Giger, von dem ich Auftrag übernommen habe, für ihn zu sorgen, als ich auf die Welt kam, was fehlt ihm jetzt? Und zum Beispiel, ich arbeite ja sehr viel mit dem Kopf oder mit den Menschen, aber es ist alles nicht handwerklich. Der Mensch braucht trotzdem irgendwie Betätigung, der braucht auch Dinge, die er mal sieht. Also das Ergebnis von meiner Arbeit, ich sehe keine Ergebnisse, ich sehe Folien, ich sehe Workshops. Was ich mal gerne mache, ich gehe mit meiner Tochter hier bei uns in den Wald oder bei uns im Garten, hol mir dann irgendwie Holz und dann fange ich an, zum Beispiel Zauberstäbe zu schnitzen. In verschiedenster Form, die integrieren wir manchmal in Workshops, in vielen Themen. Ich gärtnere dann gerne auch. Im Sommer jetzt zum Beispiel, in der nächsten Woche werde ich wieder irgendwie Tomaten, Himbeeren und so weiter pflanzen. Mir geht es gar nicht um die Dinge, sondern dass ich eine Verpflichtung habe, handwerklich was zu tun. So, da bringe ich mich da rein und dann ist es häufig Körper. Früher habe ich ganz viel Kampfkunst gemacht. Mittlerweile mache ich relativ viel Yoga und Tanzen. Aber es ist immer irgendwas körperlich und ich schaue, ich habe einen anderen Blick drauf. Ich schaue, wie die Woche ist und was braucht mein Körper und mein Geist und meine Seele momentan und dem gehe ich nach. Aber dem gehe ich immer sehr intensiv nach. Also ich mache das fast nicht hobbymäßig, sagen wir mal so.
Okay, tanzen. Wenn ich zu meiner Frau sage, gehen wir tanzen, da schlägt die bloß die Hände über Kopf zusammen. Also das war bei uns ein Krampf, diesen Hochzeitstanz hinzubekommen, weil ich bei uns derjenige bin, am Anfang klappt das gut, da halte ich mich bitte. Und dann, wenn ich finde, die Musik wird jetzt peppiger, dann gehe ich auch ganz anders im Takt. Lass ich ganz gern rausbringen. Wie sieht es aus mit Reisen? Du weißt ja, wir waren letztes Jahr in Japan und ich weiß von dir, du warst nicht bloß einmal dort, du warst auch schon öfters da. Ist das auch, ich sag mal, so ein bisschen was erleben?
Also das ist vielleicht eine ganz gute Verbindung. Das ist vielleicht auch tatsächlich ein größeres Hobby. Also ich reise wirklich sehr gerne. Das kann ich mit meinem Job auch gut vereinbaren. Seitdem meine Tochter auf der Welt ist, habe ich mich bewusst entschieden, nicht mehr international die Dinge zu tun. Aber davor war ich zum Beispiel ein Jahr in China, also jede Woche hin, Woche zurück, Woche hin. Ich habe in vielen Ländern in Europa gearbeitet, in Russland, im asiatischen Raum. Das konnte man gut verbinden. Mittlerweile mache ich so, dass ich mindestens 3- bis 4-mal im Jahr irgendwohin ins Ausland reise. Manchmal mit der geschäftlichen Verbindung, aber häufig privat. Dann schnappe ich meine Tochter und dann machen wir Touren oder erleben verschiedene Dinge und ich versuche, so viele Länder wie möglich zu erleben. Also reisen tue ich gerne und auch wie gesagt regelmäßig. Also selbst in der Corona-Zeit war ich glaube ich dreimal im Jahr irgendwo im Ausland.
Okay. Und was hast du so ein besonderes Ziel, wo du sagst, das will ich oder das will ich jetzt noch erleben, das will ich noch mal sehen, da will ich oder da will ich noch mal hin oder beziehungsweise da war ich noch nie da, das fasziniert mich jetzt. Also das nächste, zum Beispiel ganz kurz noch meine Tochter, die hat jetzt zum Beispiel, wie gesagt, wir waren in Japan und momentan hat sie so ein bisschen so ein Korea-Fable. So, und ich glaube, das haben aber die Kids gerade alle so um die 12 Jahre rum. Also sie hat da eine koreanische Musikband, die sie toll findet. Und dann braucht man noch ein bisschen so koreanisches Schminkzeug und diesen, das. Also momentan ist alles so ein bisschen im Korea, ja, ja, ja.
Also grundsätzlich, da wo ich noch nicht war, reizt mich und somit ist die ganze Welt offen. Momentan oder jetzt in diesem Jahr wollte ich viel mehr den arabischen Raum bereisen. Tatsächlich. Also hatte auch gutes Angebot für Jordanien und dann Dubai, Saudi-Arabien, hätte auch gerne Iran und so besucht. Geht jetzt nicht. Und tatsächlich die Buchung jetzt für Osterurlaub, da war ich schon im Reisebüro, habe Angebote bekommen, habe mich schon für eins entscheiden wollen. Und in dem Moment, wo ich auf die Seite von meinem Reiseladen gehe, taucht dann die Werbung im Browser auf und da steht irgendwas mit amerikanische Schiffe. Dann gehe ich rein und dann sehe ich, okay, das war jetzt vor 3 Wochen, 4 Wochen. Die Amerikaner ziehen die Schiffe da zusammen. Und dann habe ich mir gedacht, nee, ich weiß, was abgehen wird. Da fliege ich jetzt nicht in 6 Wochen mit meiner Tochter hin. Es sei denn, ich will pur Abenteuer buchen. Aber ansonsten, ich war in Australien, ich war viel in Asien, ich war in Indien, Sri Lanka, Malediven, Afrika. Mich reizt alles, wo ich nicht war. Ich mag es wirklich, in die Kultur zu gehen, Menschen zu erleben, wie sie sind. Und natürlich bisschen mit Wellness, Sport oder sonstige Dinge. Also ich gönne mir auch was im Urlaub. Also das mache ich mit Absicht, da geiz ich auch nicht. Ich will Dinge erleben. Aber ansonsten, also wie gesagt, wenn es wieder friedlicher ist, arabischer Raum, auch die Sprache würde mich reizen. Ich würde glaube ich wieder anfangen, Arabisch zu lernen. Dann kann ich das gut verbinden.
Tatsächlich, Dubai reizt mich auch schon seit langem. Ich wollte, als wir noch keine Kinder hatten, das ist jetzt schon 16, 17 Jahre her, da wollte ich tatsächlich auch nach Dubai. Da waren unsere Nachbarn, wo wir vorher in München gewohnt haben, die waren in Dubai und die haben gesagt, die haben uns den Tipp gegeben, wartet mal noch 2, 3 Jahre, die sind gerade noch am Aufbauen. So, so natürlich. Dann kamen die Kinder und jetzt war das mit dem Warten erst mal dann Vorbei. Jetzt warten wir halt immer noch. Ich denke mal, irgendwann wird es die Möglichkeit geben. Gerade auch, ich sage mal, die Architektur da unten, das ist so was, was mich wieder reizt, was die da für gigantische Sachen hinstellen, wo du sagst, ja, und bei uns tun sie sich mit einer kleinen Brücke hier über die Elbe schwer, so ungefähr. Und dort werden kilometerlange Brücken und Schlösser, hohe Türme gebaut. Also es ist Wahnsinn.
Eine ganz andere Dimension.
Denn dadurch, dass du so viel unterwegs warst und auch geschäftlich unterwegs warst, kann man ja gar nicht sagen, Mensch, dein längster Urlaub. Du hast uns gesagt, du warst ein Jahr in Spanien, in China, nicht in Spanien, in China. Da ist ja das, da kann man ja, kann man das auch Urlaub bezeichnen, teilweise mit, oder? Und du weißt ja, so bei uns Unternehmen ist es, man traut sich immer nicht rauszunehmen. Man hat so eine Woche, wo du sagst, ach, eine Woche kann ich gehen. Ich meine, bei uns ist es, ich weiß, wenn ich jetzt 2 oder 3 Wochen nicht da bin, es läuft alles weiter. Das war es bei uns schon. Das hat der Vater mit dem Dirk zusammen, das haben die damals schon alles so konzeptioniert, wie das, dass das auch läuft. Und bei uns weiß jeder Bescheid. Also wie gesagt, also bei uns ist meistens auch die beste Zeit immer im Unternehmen, wenn dann die Chefs nicht da sind.
Na, da läuft's.
Du bist ja, du bist ja selbst dein Chef. Wie ist das bei dir?
Also grundsätzlich habe ich immer auch meine Geschäftsreisen früher schon immer mit Ausflug oder Besichtigung, zum Beispiel in China habe ich immer verbunden, dass wir dann zum Beispiel zu der chinesischen Mauer sind oder woanders hin, dass man das immer verbindet. Und jetzt zunehmend immer mehr, wenn ich jetzt irgendwo selbst in Deutschland bin, nehme ich noch mal einen Tag im Anschluss, dass ich sage, okay, ich will noch was angucken, das Schloss oder so weiter. Und grundsätzlich am Stück, der längste Urlaub war glaube ich 5 Wochen, ich bin mir nicht sicher, entweder Sri Lanka oder Australien. Aber ich versuche das ganz viel zu verbinden, weil wenn ich schon dort bin, den Tag anzuhängen oder 2 Tage ist nicht schlimm. Und ich habe natürlich nicht so ein Business wie ihr, wo ihr täglich auch Entscheidungen treffen müsst, auch Personal zur Verfügung steht. Und ich kann ganz viele Dinge auch online machen. Das heißt, manchmal, so wie letztes Jahr, war ich glaube ich 2 Wochen in Marokko und habe dann mindestens 4, 5 Stunden am Tag auch gut gearbeitet, gut sortiert. Dann gehst du in so einen Pool, dann gehst du zum Pilates und dann gehst du wieder. Ich kann viel online machen und seit dem letzten Jahr haben wir aber wirklich beschlossen, wir machen wirklich Betriebsferien. Das heißt, wir sind auch für die Kunden, für niemanden erreichbar und machen auch intern nichts. Und das ist jetzt mein dritter Urlaub, wo wir Betriebsferien haben. Jetzt in zwei Wochen fliege ich nach Spanien. Da sind aber auch eine Woche komplett, gibt es nichts. Das heißt, ich kann auch völlig chillen. Die Zeit kann ich mir nehmen. Aber ich könnte auch ganz viel von außen organisieren. Das ist ja egal. Ich muss ja selten präsent sein vor Ort. Wenn ich mit eurer Mannschaft, Workshop macht in Golf, dann ja, aber wir arbeiten auch zu 98% der Zeit online. So, also ich bin da sehr flexibler und mittlerweile nehme ich mir bewusste Zeit und sage, naja, entweder bin ich jetzt mit meiner Tochter irgendwo unterwegs oder ich arbeite und eine Woche bis zwei Wochen sind immer drin. Ich verteile es mir übers Jahr eher, dass ich 3, 4 Mal irgendwo hingehe und nicht groß am Stück.
Genau, das ist auch so unsere Devise. Wenn wir unterwegs sind, wir versuchen das auch immer so, mal hier 4, 5 Tage, mal dort 4, 5 Tage. Und dann schon irgendwann mal auch so einen gesamten Urlaub zu machen. Wir haben ja bei uns, ich sage mal, wir schließen ja unseren Betrieb immer die dritte und vierte Ferienwoche bei uns in Sachsen. Da schließen wir ja komplett, da sind die ganzen Mitarbeiter alle im Urlaub. Aber der Ingolf ist da und die Janine. Wir halten hier den Laden am Laufen. Wir haben uns das ja gesagt, wir sind immer für unsere Kunden da. Wir machen eine Notfallbesetzung. Wir gehen dann die fünfte und sechste Woche, die machen wir Urlaub. Und da sind wir dann weg. Genau, weil du sagtest gerade, da kannst du dann chillen. Ich persönlich bin ja nicht so der Typ. Also wenn ich eins nicht mag, ist, wenn wir im Urlaub sind. Das war schon als junger Mann so und das ist auch jetzt noch so. Wenn ich dann mich irgendwo hinlege in die Sonne und soll mich dann dort bräunen und brutzeln lassen. Nee, ich bin, ich bin dann der, der irgendwo unterwegs ist. Gerade auch mit der Isabelle, mit unserer kleinen Tochter. Da bin ich dann unterwegs, da bin ich ja dann im Wasser, da gehen wir dann tauchen, schnorcheln, sonst was. Das ist so eher meins. Da bin ich dann wirklich unterwegs. Jetzt hast du ja, Andreas, mit uns zusammen die Nachfolge gemacht. Mit dem Walter und mit mir, hauptsächlich mit mir. Wir hatten ja, du warst ja mein, bist mein Mentor, nicht warst, sondern bist ja immer noch mein Mentor. Und wie hast du das wahrgenommen bzw. was hast du auch jetzt Daraus sage ich mal mitgenommen, wie das so lief. Was hast du für Tipps für Gründer oder für Nachfolger? Wie können wir etwas besser machen, was wir vielleicht nicht so gut gemacht haben? Nee, Quatsch, wir haben alles gut gemacht. Natürlich.
Nein, aber ergebnisgemäß haben wir wirklich alles gut gemacht.
Ja, tatsächlich. Ja, also am Ende ist alles gut. Wie gesagt, es war auch wirklich sehr gut. Du hast es ja auch begleitet und du hast es ja gecoacht, das Ganze mehr oder weniger. Und das war auch wirklich der richtige Weg, muss ich sagen. Und jetzt speziell, würdest du da jetzt irgendwo ein paar Punkte rausnehmen, wo du sagst, da müsst ihr wirklich drauf achten, wenn ihr jetzt Gründer oder Nachfolger seid von Unternehmen? Was, wie geht ihr daran?
Also grundsätzlich ist es, glaube ich, ganz gut, Wenn es, ich trenne das mal Nachfolge und Gründen, wenn du Nachfolge suchst oder gestaltest, ist es immer gut, dass du irgendwie eine neutrale Person hast. Das kann ein professioneller Mentor oder Coach sein, der vielleicht sogar irgendwie darauf sich spezialisiert hat, aber es kann aber auch ein guter Kollege und Partner sein, vielleicht ein befreundeter Unternehmer, der einfach, ich sage mal, in die Themen Einblick hat, aber da nicht emotional eingebunden ist, weil jemand wie zum Beispiel Walter Stuber, der die Firma aufgebaut hat, da hängt so viel Herzblut. Da sich rauszunehmen ist manchmal schwierig. Du brauchst eine dritte, neutrale Person, die auch wirklich gut spiegeln kann, auch schauen kann und sagen, naja, was sind die Themen, wo du stehst. Manchmal auch sehr mutig, gerade am Anfang oder mal zwischendurch habe ich dir auch manchmal sehr hart gespiegelt. Ja, ich erlebe dich, dass du das so siehst. Walter sieht das so und ich sehe das noch mal anders. Und wer hat recht? Keiner und alle drei. So, dass man so eine Perspektive bekommt und die ist manchmal hilfreich. Also das würde ich jedem empfehlen, der ein Unternehmen übergibt und frühzeitig, also nicht in den letzten 3 Monaten, wir müssen ein paar Dinge, da ist es schon zu spät. Bei uns hat das ja, Ingolf, anderthalb Jahre gedauert und das war gut so, weil man muss erstmal in diesen Prozess reinkommen, Vertrauen aufbauen und ganz wichtig an der Stelle Augenhöhe. Ich kann zwar den Titel für mich nehmen Mentor, aber es geht nicht darum, ich bin weiser, intelligenter und so, es geht nur darum, da ist ein Partner, Der eine klare Rolle hat, und zwar nicht deine Position zu machen, nicht besser zu wissen, sondern dich an manchen Stellen zu begleiten, mal eine Methode zu geben, mal zu spiegeln. Also das ist zusammengefasst für die Nachfolge wichtig. Eine neutrale Person, frühzeitig beginnen und damit aus dem Prozess Emotionalität rausnehmen, dass man einfach an Themen wie auch finanzielle Prozesse, Übergaben einfach sehr faktisch neutral und sehr wertschätzend miteinander arbeiten kann. Und das ist, glaube ich, Ingolf, gerade am Ende hat man das gesehen, wie viel wir auf die richtigen Konten eingezahlt haben. Und insbesondere ist mir das auch aufgefallen jetzt in diesem Jahr. Du bist ja seit dem 1. Januar auch offiziell Geschäftsführer und Gesellschafter. So, und da hat man gemerkt, wie du auf einmal relativ schnell auch wirklich in die Rolle reingesprungen bist, wie du angefangen hast, Strategien zu machen. Das ist alles das, was wir davor vorbereitet haben und jetzt sieht man die Erfolge und die Effekte, sodass auch Walter Stuber, was die Führung des Unternehmens betrifft, sich völlig entspannen kann, weil das ist in einer guten Hand. Zu den Gründern ist das ähnlich, auch da würde ich empfehlen, such dir entweder ein gutes Netzwerk oder guten Partner, auch das kann ein Profi machen oder vielleicht ein älterer Unternehmer, der zum Beispiel einen jüngeren Startup-Gründer begleitet und ihm Tipps gibt, Hinweise. Und die Tipps sind gar nicht so sehr fachlicher Natur. Die können auch helfen, definitiv. Aber viel wichtiger ist eher, weil gerade bei der Gründung und teilweise bei der Nachfolge und Übergabe ist diese persönliche Reifung. Wie spreche ich mit den Menschen? Vertraue ich ihm allem? Bin ich naiv? Bin ich zu emotional? Bin ich vielleicht zu blind? Also ich muss manchmal emotional sein, um Energie zu haben. Aber ich brauche genügend auch Analyse, um Dinge sortieren zu können. Und da braucht man am Anfang jemand, der da, wo es schwierig ist, wo Dinge zusammenbrechen, und das wird passieren, wenn du Unternehmen gründest, nochmal, egal wer du bist, erfolgreich sind nicht die, bei denen alles glatt gelaufen ist, nein, die alle Krisen überlebt haben. Es gibt kein Startup und Unternehmen, das glatt läuft, das sieht man nach außen immer, wenn man im Fernsehen ist, oh, der hat 200 Millionen, Top-Unternehmen und in 10 Jahren auch gewonnen. Du willst seinen Preis und seinen Invest, was der investiert hat, nicht lohnen. Weil das ist deftig. Meistens sind das geschiedene Leute, meistens sind es auch Leute, bei vielen, bei denen es auch mit Kindern und anderen Dingen nicht läuft. Muss nicht so sein, aber häufig ist es der Fall. Meistens ist es eine Gesundheit dahinter oder ich war mal auch tief verschuldet, war kurz vorm Kollaps und wenn du ganz offen, so wie ich rede, weil es ist ja mein Job, die Menschen öffnen sich, wenn ich mit denen arbeite und zwar ich weiß manchmal mehr als die Ehefrauen und danach fährst du ich Ich stand zweimal mit der Pistole im Mund und wollte mir das Leben nehmen, weil ich wusste nicht, wie es weitergeht. Auch das hast du. Nach außen, 10 Jahre später siehst du die 200 Millionen oder sonst was und denkst, wow. Nein, du willst den Weg nicht gehen. Und gleichzeitig ist das ein wunderbarer Weg, weil du da wirklich reifst. Da entsteht irgendwie so eine innere Lebensintelligenz. Und das ist etwas, was ich den jungen Menschen empfehle, wenn sie Oder Gründern, such dir jemanden, der dir in den Krisen unterstützt und eine Perspektive zeigt und im Höhenflug dich vielleicht mal runterzieht, sag mal, sei nicht naiv, sei nicht überheblich, schau mal, wie die Dinge sind, weil alle, die abheben, die fallen alle. Das ist vielleicht so kurz mal eine Empfehlung für Gründer und Nachfolger.
Auf alle Fälle. Tatsächlich ist es wirklich so und meine Empfehlung ist natürlich auch, Nehmt euch jemand extern, so wie den Andreas, wie wir das mit dem Andreas gemacht haben, weil der Andreas ist tatsächlich, er ist unabhängig, hat mit dem Gerüstbau nichts zu tun. Er kennt zwar inzwischen jetzt einige Gerüstbauer, gerade durch die DAZ-Gruppe noch, aber er hat mit dem Gerüstbau in dem Sinn nichts zu tun. Und wenn wir mit dem Andreas zusammen sind, dann geht es nicht um irgendwelche Stundenverrechnungssätze und sonst was und Kalkulation und welche Programme hier und welche Programme da. Nein, Es geht um den Menschen. Es geht, es geht um den Menschen. Und das ist wirklich wichtig. Und das ist auch das, was ich wirklich für mich auch immer wieder spüre. Es geht hier um mich als Mensch, um meine Familie, um mein Umfeld. Und das muss wirklich passen und das muss stimmen. Und wenn das stimmt, dann stimmt der Rest auch. Und das ist auch der Tipp, was ich immer zu meinen Bauleitern sage, zu den Projektleitern und auch zu allen Mitarbeitern. Ich sage: Seid einfach Ihr seid normal und belügt euch nicht selber. Das ist das Wichtigste. Geht einfach mit dem um. Und wenn ihr irgendwas nicht könnt, alles was man nicht kann, kann man erlernen. Oder man will es nicht erlernen.
Oder man kann sich kompensieren. Also ich kann die Dinge gut, du kannst die anderen gut, dann kann man sich die Bälle zuschießen. Aber diese Ehrlichkeit, die du sagst, die ist super notwendig, sich selber immer wieder zu verorten. Und ich kann mich entwickeln und an manchen Dingen vielleicht auch nicht. Ist nicht schlimm. Weil Werkzeuge, Prozesse, KI, Strukturen, die kann man ja aufsetzen, aber die müssen auch die Menschen eben abholen. Und das Vorderste und das Wichtigste auch für mich immer, der Mensch im Mittelpunkt und alles andere ist gestaltbar.
Genau, jetzt geben wir immer die ganze Zeit zu viel Gas, auch jetzt hier in unserem Termin, Andreas. In unserem Meeting, nicht Termin, Meeting. Wie sieht es denn bei dir aus mit Lob? Von wem bekommst denn du die Energie, den Lob, das Lob, was du so brauchst, dass du auch die Energie hast, ich sage mal, auch so Gas zu geben? Ich sage mal, bei mir ist es natürlich auch von meiner Familie, ganz klar. Das sind die ersten, die wirklich die Energie geben. Ich verstehe auch inzwischen langsam das, was Walter mal gesagt hat. Mensch, du, Man bekommt sogar kein Lob zurück. Man merkt das ja selber jetzt in den ersten 2 Monaten. Ja, da ist wirklich keiner mehr, der dich dann lobt, wenn du dann unternehmerisch bist. Vorher kam mal jemand und hat dir auf die Schulter geklopft. Das hast du gut gemacht. Inzwischen ist es wirklich nicht mehr so, wo die sagen: Hey, das hast du gut gemacht. Ja, und da bin ich froh, dass wirklich bei mir meine Familie da ist und die dann sagt: Hey, das machst du gut. Oder auch meine Tochter mit ihren 12, die will mir manchmal auch so einen Spiegel vorhalten und sagt: Papa, Das war jetzt vielleicht nicht so, aber das war top.
Also ich kenne das, Ingolf. Ich sage mal, ich kenne das vor allem von früher und stelle aber in den letzten, weiß nicht, vielleicht 7, 8, 10 Jahren fest, Lob oder Anerkennung von außen. Also das kommt immer wieder mal und es gibt bestimmte Situationen, wo es häufiger kommt oder regelmäßig kommt. Und ich merke, das ist mir gar nicht mehr wichtig. Also und zwar nicht vom Kopf, sondern es berührt mich. Ich merke, das ist also, ich spüre da so eine Dankbarkeit. Ich spüre irgendwie eher in dem Moment, wenn jemand ein positives Feedback gibt, zum Beispiel ein Kunde nach dem Workshop oder ich habe ja Kunden, mit den meisten arbeite ich über Jahre zusammen. Ganz wenige habe ich nur einzelne Momente, mit den meisten arbeite ich 6, 7, 8, 10 Jahre zusammen. Und dann kommt immer wieder, wenn wir ein geiles strategisches Projekt abgeschlossen haben, da kommt wirklich eine Dankbarkeit. Wie ein Kunde zum Beispiel jetzt im Dezember, wir hatten Abschluss gehabt und im Konzern und dann kam ein Abteilungsleiter und sagt, weißt du was, vor 2 Jahren oder vor 3 Jahren hast du uns das und das geraten, vor die Welle treten und selber die Dinge zu gestalten im Konzern als Standort. Und er hat gesagt, hättest du uns das nicht bepusht und die 2 Jahre unterstützt, uns hätte es nicht gegeben. Und ich bin so dankbar, dass du das damals mit uns gemacht hast. Natürlich berührt mich das, ich spüre aber in dem Moment eher eine Verbundenheit. Und ich merke diese Anerkennung von außen, das ist schön, dass ich merke, das ist eher demjenigen, der es sagt, wichtig. Für mich selber ist es gar nicht mehr so wichtig, auch nicht als Motivation. Ich schaue eher, bin ich mit dem Menschen, mit dem ich gerade arbeite, oder mit den Menschen verbunden? Und wenn ich das spüre, weil ich, du kennst mich ja manchmal, ich bin manchmal sehr provokativ und sehr direkt. Da kannst du die Leute vor den Kopf stoßen und die Idee dahinter ist, die Wahrheit und die Realität zu spüren. Voll ins Gesicht zu sagen und zwar so, dass du mich aber als Menschen, der das sagt, trotzdem annehmen kannst und dann das ja aushalten kannst und sagst, ja, das tut jetzt weh, die Tatsache, aber nicht du tust mir weh. Und das ist für mich hier die Motivation zu spüren, die Dinge aufzubrechen, an die Oberfläche zu bringen und trotzdem zu Menschen die Verbindung nicht zu verlieren. Also das ist eher meine Motivation, weil es mir gelungen ist, irgendwie knackig zu sein, direkt zu sein, wirklich tief eingetaucht zu sein, und ich merke, letztens am Montag hatte ich einen Gerüstbauer, da ging es um knallharte Themen, also wirklich knallhart. Geht es Richtung Insolvenz und Scheidung oder geht es Richtung Erfolg? Und ich konnte ihm anderthalb Stunden wirklich Themen durchdringen und aufzeigen und habe gedacht, also früher hätte ich gedacht, das war's, wir werden uns nie wieder sehen. Und er sagt nur, wann starten wir? Und das ist etwas, was mich dann motiviert im Sinne von Da geht jemand durch Krise, durchs Leiden, der wird viel verlieren und viel gewinnen. Und das ist keine Frage zu der Beziehung. Das ist etwas, was ich auch für meinen, insgesamt für meinen Job als Motivation spüre. Es sind nicht die Erfolge, das Finanzielle auch nicht. Ich werde immer reich sein, das ist gar nicht die Frage. Aber diese Verbindung zu den Menschen und in den Krieg zu ziehen und dort aber die Verbindung zu spüren, widerstehen und manchmal sogar recht haben zu wollen, kann ich finanziell. Aber wir hatten was vor 2 Jahren gedacht und nach 2 Jahren Ingold-Weißer, so wie mit euch, wir hatten was uns dabei gedacht und nach anderthalb Jahren sagen, wie geil sich Ingold entwickelt hat. Wir hatten recht. Das ist etwas, was mich motiviert.
Das ist auch, das ist auch das, wo man sagt, das ist, wo man dankbar ist dafür im Leben. So, und da, wie gesagt, mit der Dankbarkeit, ich verbinde auch mit der Dankbarkeit, also ich bin schon, Ich bin manchmal früh oder nicht, manchmal öfters früh werde ich wach und denke, alles funktioniert an mir. Und das ist wirklich das, wo ich dankbar bin im Leben, dass es mir gut geht, dass bei mir alles funktioniert. Du weißt ja, ich habe meine große Tochter, da ist das nicht so, das komplette Gegenteil. Aber trotzdem, ich bin trotzdem sehr dankbar über das, was die Zeit, die, wo ich mit ihr jetzt in den letzten 15 Jahren auch schon erleben durfte. Es sind einfach schöne Momente, schöne Jahre und das schweißt auch einen als Familie zusammen. Und ich bin auch wirklich dankbar, dass wir, dass wir oder dass wir beide zusammen diesen Weg gegangen sind bis jetzt schon und auch weitergehen werden, dass wir uns überhaupt auch kennengelernt haben. Und über das Ganze muss man ja dazu sagen, dass wir uns kennengelernt haben. Und das ist wirklich was, wo ich sage, hey, Das ist was, das möchte ich gern haben. Das sind so Dankbarkeitsgefühle. Und das ist auch das, was du jetzt so beschrieben hast. Ich bin da dankbar dafür, dass ich das, das, was wir jetzt angegangen sind, dass das geklappt hat, dass das funktioniert und auch mit allen anderen immer wieder. Wir haben ja viele Projekte über die ganze Zeit, über den Laufe der Zeit schon gemacht, wie du gerade auch beschrieben hast, mit anderen Unternehmern, wo du sagst, hey, das hat funktioniert. Und der Erfolg. Und das ist ja das, wo man sagt, dafür bin ich dankbar.
Also ich spüre, das ist ein großer Antreiber, aber nicht nur für gelungene Dinge, sondern tatsächlich Dankbarkeit zu entwickeln auch für Dinge, die nicht geklappt haben, weil oder die scheinbar nicht so gut laufen, wie man sich so ausmalen würde. Auch da, weil an dieser Dankbarkeit wachsen wir am meisten. Und ich mache seit meine Tochter auf der Welt ist, sie ist jetzt 12. Seitdem ich sie halbwegs sprechen kann, mache ich mit ihr jeden Abend, bevor sie ins Bett geht und im Anschluss mit mir ein Dankbarkeitsritual. Und zwar gehen wir immer ins Bett mit der Frage: Wofür bist du heute dankbar? Und dann gibt es manchmal stressige Dinge und trotzdem findest du irgendwie manchmal große Dinge, manchmal Kleinigkeiten. Oh, der Himbeerkuchen, der war heute lecker. Und manchmal sind das tatsächlich so Dinge: Ich bewege mich noch, ich atme, ich kann die Welt noch aufnehmen, wie geil. So, alles andere ist gestaltbar, alles andere ist managebar. So, und das in den Alltag überführen, das mache ich morgens immer, und das mache ich abends noch mal bewusst, mindestens eine Sache. Und mein Mann, ich hatte die letzten 2 Jahre massive Probleme mit meinem Knie, also wirkliche Schmerzen. Und um dir das zu beschreiben, das Knie ist so kaputt, also durch gewisse Operationen und Unfälle, und die Schmerzen liegen von einer Skala von 0 bis 10 immer irgendwo zwischen 7 und 9. Normalerweise würdest du Morphine nehmen. Ich nehme gar nichts. Und ich bin dankbar manchmal am Abend, dass ich diesen Schmerz gehabt habe. Weil es mir so bewusst macht, wie wichtig gehen, laufen ist. Wie wichtig überhaupt Leben ist. Ja, dass durch diesen Schmerz und durch diese Einschränkung merke ich, wie kostbar alles ist, was ich machen kann. Und mit dem Knie und mit meinem Alter, was ich noch körperlich fit bin und wie die Elemente. Dafür bin ich auch mir selbst dankbar, dass ich sage, ich mache so viel. Damit ich diese Lebensqualität habe. Und das jeden Tag mittags, abends immer wieder sich bewusst zu machen. Gerade wenn die Dinge nicht so gut laufen. Wofür bin ich dankbar? Das ist wie so eine innere seelische Inventur. Okay, das ist scheiße, das ist nicht auf dem Lager. Aber die Dinge habe ich bei mir auf dem seelischen Lager und das stärkt enorm.
Das kann man ja schon sagen, das mit dem Kita, das hast du mir noch nie erzählt, Andreas. Ist das so ein Punkt, wo du sagst, das ist ein Punkt, das ist Was keiner von mir weiß. Weil du hast also jetzt. Also ich bin. Ich grüble gerade, ich grabe gerade und ich sage Mensch. Da haben wir noch nie drüber gesprochen.
Das stimmt.
Da haben wir noch nie drüber gesprochen. Über das. Mit diesem Dankbar ist auch wirklich, wo ich sage, ich sage auch zum Beispiel meiner Tochter wünsche ich jeden Früh. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag in der Schule. Weil sie ist frühs immer so, und sie ist so, nee, kann ich gar nicht. Und ich frage sie auch jeden Tag, und wie war dein Tag, mein Schatz? Das frage ich sie jeden Tag, und dann will ich auch hören. Und manchmal sagt sie bloß gut, manchmal fängt sie auch an zu erzählen, und dann rede ich so mit ihr und da frage ich so und sage, und wie könnte man das besser machen? Das ist auch so, was ich ihr auch immer sage, wenn sie frühs schon manchmal anfängt, boah, ich habe heute das und das. Ich sage: Gestalte dir den Tag so, wie du ihn möchtest. Der Tag wird genauso, wie du ihn möchtest. Und wenn du jetzt schon davon ausgehst, dass der Tag schlecht wird, dann wird er meistens nicht unbedingt viel besser. Und dann frage ich auch intensiver abends: Und wie war dein Tag heute?
Das hilft. Das hilft enorm.
Das hilft wirklich. Ja. Hast du sonst noch was, was keiner von dir weiß?
Nein, das mit dem Knie ist vielleicht, also es gibt ganz viele Dinge, die für mich keine Geheimnisse sind, aber die irgendwie im Alltag keinen großen Raum einnehmen. Also das auch mit dem Knie, da habe ich immer wieder mal Phasen, wo ich Schmerzen habe. Da habe ich ein paar andere Themen, aber das ist, wie soll ich sagen, ist kein Geheimnis. Wenn mich jemand fragen würde, kann ich alles erzählen, aber es ist etwas, dem ich nicht zu viel Raum gebe. Ich manage das, aber das ist kein Thema, dass ich sage, ich will, dass er im Alltag das irgendwie einnimmt, sondern fokussiere ich mich lieber auf die Dinge, die ich gestalten kann, die gut sind. Ansonsten Geheimnisse, weiß ich nicht. Dass ich vorgenommen habe, 150 Jahre alt zu werden und daran arbeite, ist kein Geheimnis, aber vielleicht für Menschen komisch. Und das ist jetzt nicht ein Wunsch, sondern eine pure Absicht mit einem Plan und daran arbeite ich auch, bin auch voll davon überzeugt, ich werde erst im nächsten Jahrhundert sterben.
Also Perfekt. Ich denke gerade nach. Also ich für mich habe ja immer gesagt, okay, wenn ich mal so alt werde wie mein Opa, 87, dann bin ich schon stolz. Und da möchte ich, und ich möchte aber auch bis zum Schluss alles machen können und dass alles funktioniert und dass ich vielleicht ein bisschen langsamer in meinem Tempo Also ich sag mal, auch dann langsamer in dem älteren Tempo, aber trotzdem möchte ich, dass bis dahin alles funktioniert. Und auch so ein gewisser Spleen habe ich auch, wo ich sage, ich möchte eigentlich auch später niemanden, dass mich jemand pflegen muss oder so. Wenn, dann soll es irgendwann mal so sein, dass es mal schnell hoffentlich vorbeigeht. Aber bis es soweit ist, möchte ich alles genießen und dass es wirklich Alles funktioniert an mir bis dahin. Da hätte ich auch noch einen Punkt, wo ich eine Frage hätte an dich. Wie sieht denn bei dir so ein Notfallplan aus? Wir haben ja bei uns auch so Notfallpläne bei uns vom Unternehmen hinterlegt, also für uns selber und auch privat. Haben wir strukturiert schon alles notariell entschieden, wie läuft was wann. Hast du bei dir in deiner Branche, gibt es da auch so was oder hast du für dich privat so was?
Also ich habe für meine Tochter vorgesorgt, also dass, wenn ich nicht da bin, auch paar Dinge auf ihren Namen laufen, wenn sie dann erwachsen ist. Ihrer Mama geht es gut, also das heißt, die wird dann auch versorgt, aber ich habe finanziell einfach vorgesorgt, dass sie was hat, unabhängig davon, selbst wenn ich da bin, wird sie das ab 18 haben. So, das Zweite ist, ich passe immer wieder an, dass gewisse, ich sage mal, Testament, notariell diese Dinge geregelt sind, auch wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Ich habe ja im Gegensatz zu euch ja keinen Bestand, also es ist ja nur im Prinzip Wissen und ein bisschen Geräte, das ist ja nicht wirklich was wert, aber auch das ist relativ, genau so, das ist auch geregelt, ich sage mal, und das meiste Wissen, das meiste von meinem Vermögenswert ist irgendwie digital auf irgendwelchen Boards oder Clouds, aber was ich mache, ich bin da glaube ich als Mensch anders, Nach meiner Scheidung habe ich mich ein paar Dinge hinterfragt. Ich habe meinen Job verändert, bin dann aus dem Sport, Profisport ausgestiegen, habe mir aber auch im Leben insgesamt etwas anders aufgestellt, weil ich gewisse Grundsätze hinterfragt habe, wie zum Beispiel Rente, Absicherung, Sicherheit an sich, und habe festgestellt, diese Dinge gibt es nicht, und ich investiere mittlerweile gar keine Energie. Ich habe gar keine Rentenabsicherung, ich habe nichts an Besitz, ich habe alles weggeschafft. Also ich besitze wirklich nur die paar Dinge, die meine Tochter, ansonsten ich besitze nichts ganz bewusst und ich habe keine Absicherung. Das Einzige, was ich habe, meine liquide Mittel. Ich habe festgestellt, 6 Monate, wenn jetzt eine Krise einbricht und ich habe gar kein Geld, alles abgebrannt weg und alle Kunden wollen von mir nichts wissen, dann traue ich mir zu, in 6 Monaten spätestens wieder einen guten Job zu haben und davon gut zu leben. So, also brauche ich jetzt eine Absicherung, da habe ich alles digitalisiert, das sehe ich auch jeden Tag. Von 6 Monaten. Momentan ist meine Liquidität 25 Monate. Also ich könnte jetzt aufhören zu arbeiten und kann mich immer noch 25 Monate versorgen. Ich hatte ja letztes Jahr, du weißt es ja, ich hatte mein Memento Mori-Jahr. Das heißt, ich habe mir ein Ziel gesetzt, dass ich sterbe. Und wir haben uns auch den Termin gesetzt und darauf hingearbeitet, was wäre denn, wenn ich sterben würde und nicht so tun, als ob, sondern bewusst. Ich habe nur in den letzten Monaten gemerkt, das ist noch nicht der Zeitpunkt. Nicht weil er am Leben klar war, sondern gewisse Dinge sind nicht erledigt und die Lebenskraft ist immer noch da. Aber für mich ist der Punkt, ich muss für mich persönlich nichts regeln. Wenn ich jetzt umfalle, ist alles gut. Wenn ich 80 Jahre lebe, ist alles gut. Ich habe keine Zukunftsabsicherung, ich habe keine Perspektive und ich habe mir das komplette Netz von Sicherheit auch ganz bewusst weggenommen. Würde das deutsche Gesetz mir erlauben, auch die Krankenkasse abzuschaffen, würde ich es tun. Weil ich wirklich in jedem Moment leben möchte und das spüren möchte. Jetzt bewege ich mich und ich sorge für den nächsten Schritt. Und das ist am Anfang noch ein bisschen stressig gewesen. Was passiert, wenn? Und ich merke, diese Angst, was passiert, wenn, ist komplett weg. Ich habe mittlerweile vor dem Tod, von Unfällen oder auch vielleicht bin ich Pflegefall oder ich habe gar kein Geld und lebe unter der Brücke gar keine Angst und Sorge und ich beschäftige mich null damit. Und das ist eine große Befreiung für mich. Ich habe keine Zukunftsgedanken zu meiner Vision, zu meiner Gestaltung, aber nicht irgendwas, was Sicherheit betrifft. Null. Extrem befreiend.
Das würde ich ja fast als gutes Schlusswort nehmen. Extrem befreit. Extrem befreit. Ja, sehr schön. Ja, Andreas, da würde ich aber trotzdem sagen, meine letzte Frage an dich wäre, Wen würdest du denn mir empfehlen als meinen nächsten Gesprächspartner?
Hast du da einen? Also ich habe mir überlegt, einerseits vielleicht aus der Gerüstbaubranche wäre vielleicht ein interessanter Gesprächspartner Frank Schiemer oder Mirko Maag. Und ansonsten habe ich gedacht, weil ich über die Frage habe ich auch so überlegt und ich bin immer mit Mit Empfehlungen immer sehr vorsichtig, weil ich da einen sehr, sehr hohen Anspruch habe, auch wenn ich jemand was empfehle oder sage. Aus einer anderen Branche jemand, der eher im Marketing und so Visualisierungsagentur arbeitet. Wenn du viel wissen willst, dann wäre das die Anja Fässer aus Berlin. Du musst jetzt zwar ab und zu mal bremsen im Reden, also da bin ich schon Schwätzer, aber Die hat noch mehr auf der Zunge, aber sehr spannend. Ja, genau, aber sehr spannend und interessant. Die kann ich dir empfehlen. Eine andere Branche, falls du Interesse hast. Ansonsten sehr cleverer Mensch, viel Erfahrung, eine Unternehmerin und sehr viel Zugang zum Menschlichen.
Sehr schön. Dann vielen lieben Dank, Andreas. Dass du dir heute die Zeit genommen hast und mit mir meinen zweiten Podcast aufgenommen hast. Und ich bin dir wirklich sehr dankbar dafür. War wieder sehr unterhaltsam und ich habe auch wieder was Neues von dir gelernt. Und ich werde dann irgendwann mal, wenn du mal Krimis guckst, werde ich mal fragen, werde ich mal vielleicht so von der Seite knien. Genau. Und dann wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag, Abend. Und ich sage mal, wir haben sowieso unseren nächsten Termin, der sitzt schon.
Und ich danke dir, lieber Ingolf. Vielen herzlichen Dank dir für die Einladung. Und ich habe die Stunde jetzt mega genossen, in die Tiefe einzutauchen, in die Offenheit, Ehrlichkeit und zwischen den Themen zu springen. Vielen herzlichen Dank.
Dankeschön. Von den Besten lernen, der Podcast mit Ingolf Stuber. Jetzt abonnieren.
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