79: Wie eine falsche Diagnose dein Leben zerstören kann - Interview mit Leonie Winter
8 Apr 2025 · 22 min
In dieser Episode des You Deserved This Podcasts spricht Gastgeberin (SPEAKER A) mit Leonie Winter, Gründerin von Wildesign, einem Unternehmen für handgefertigte Epoxidharz‑Produkte. Leonie erklärt, dass sie neben einem BWL‑Studium seit etwa einem Jahr selbstständig ist und hauptsächlich nützliche Gegenstände wie Seifenspender, Schalen und Dekotabletts aus Epoxidharz herstellt. Der Kern des Gesprächs dreht sich jedoch um ihre persönliche Krankheitsgeschichte: Mit 17 diagnostizierte Endometriose, wiederholte Operationen, eine falsche medikamentöse Therapie, die bei ihr zu vorzeitiger Menopause, Haarausfall, Hautproblemen und schweren Depressionen führte. Sie schildert, wie die falsche Diagnose und Therapie ihr Leben fast zerstörten, aber gleichzeitig den Anstoß gaben, kreativ zu werden. Durch das Zeichnen und das Experimentieren mit Epoxidharz fand sie einen Ausweg aus der Depression, gründete Wildesign und sieht das Unternehmen als Rettung. Leonie betont die Bedeutung von Selbst‑advocacy im Gesundheitssystem, kritisiert blinde Medikamenten‑Abhängigkeit und ermutigt, auf die innere Stimme zu hören. Sie spricht über ihre Träume – ein erfülltes Leben ohne sozialen Druck, finanzielle Unabhängigkeit, das Zurückgeben an ihre Eltern und das langfristige Wachstum von Wildesign. Praktische Informationen zu Bestellmöglichkeiten (Onlineshop, Instagram, E‑Mail, WhatsApp) und zu Sonderaufträgen werden gegeben. Abschließend gibt sie Ratschläge: einfach handeln, nicht überdenken, nach einem Sturz wieder aufstehen. Der Podcast endet mit einem Dank an Leonie und einem Hinweis auf ihre Produkte.
Chapters
Ich begrüße dich einmal recht herzlich zum You Deserved This Podcast und erzähl mir mal genau, was du machst.
Ja, was mache ich? Also einerseits studiere ich BWL, das sollte eigentlich meine Hauptseite sein, und nebenbei bin ich seit jetzt fast genau einem Jahr selbstständig mit Wildesign.
Was genau machst du dabei?
Das ist also zum leicht Erklären, ist einfach eigentlich Handarbeit mit Epoxidharz. Sprich, das ist flüssig und wird dann im flüssigen Zustand gegossen in Formen und dann ausgehärtet, geschliffen und poliert.
Genau, sind das diese Anhänger mit diesen Blumen drinnen zum Beispiel?
Kann man, kann man so machen, aber das ist nicht mein, mein Fokus. Also ich mache eher so Seifenspender, Seifenschalen, Dekotabletts, und also eher auf nützlicher Basis. Um es so zu sagen, ja.
Naja, so ein schöner Ring ist auch etwas Nützliches.
Ja.
Also so betrachte ich das halt immer. Und wie bist du auf die Idee gekommen, dass du das machst?
Es ist eine ganz spannende Geschichte. Ich war nämlich nie so kreativ, überhaupt nicht, und schon gar nicht mit Handarbeit oder sonst was, war mir nie wichtig, bis ich dann vor mittlerweile eineinhalb Jahren in die Depressionen gekommen bin. Weil ich leider mit meinen Krankheiten falsch therapiert worden bin und dadurch mit 19 Jahren in die Wechseljahre gekommen bin und dadurch dann eben lange in den Depressionen. Und es war für mich überhaupt nicht vorstellbar, also wie das war. Ich konnte nicht aufstehen, ich konnte nicht duschen gehen. Das Einzige, was mich irgendwie wachgehalten hat, waren meine Katzen, weil die haben geschrien, wenn sie Hunger hatten. Also ich muss mich dann darum kümmern, aber ansonsten war ich wirklich wie gelähmt. Ich bin ein halbes Jahr davor ausgezogen. Für meine Mutter war das schrecklich, weil sie mich irgendwie nicht neben sich haben konnte. Und dann irgendwann habe ich gesagt, jetzt muss ich mal einen Stopp machen, und dann angefangen zu zeichnen und solche Sachen, was ich nie gemacht habe. Habe dabei meinen Spaß gefunden und bin dann irgendwie auf das Epoxidharz gestoßen, probiert, und auf einmal haben Leute gesagt, das kannst du irgendwie relativ gut. Und dann habe ich weitergemacht und dann habe ich gesagt, passt, mache ich eine Firma draus. Deswegen auch Wild Design, ist von meinem Namen Winter Leonie, also haben wir davon abgeleitet. Nur das Y ist, weil es cooler klingt als mit dem I.
Stimmt.
Und ja, jetzt habe ich die Firma seit einem Jahr und ich sag, die hat mich wirklich daraus komplett gerettet.
Was war, warum, warum bist du falsch therapiert worden? Wann hat das angefangen? Ich kenne sehr viele Menschen, die vielleicht gerade in der Situation sind, die einfach— vielleicht brauchen die diese Hilfe. Also soweit du es mir erzählen möchtest.
Sicher, ich bin da sehr, sehr offen, weil ich eben genau das sage. Man braucht sich nicht verstecken, auch Thema Depressionen, das kann man mittlerweile ansprechen und soll man auch. Und zwar habe ich Endometriose. Und ich habe die Diagnose schon mit 17 bekommen. Warum eigentlich nur, weil ich und meine Mutter so drangeblieben sind? War einerseits damals schon die Problematik, dass die Leute gesagt haben, du bist zu jung für diese Erkrankung. Und ich habe gesagt, ich habe Schmerzen, ich habe Probleme, und es ist real. Und es war wirklich schwer. Wir sind von Arzt zu Arzt, ob Wien, Graz, Klagenfurt, überall in Österreich. Eigentlich hat mich im ersten immer jemand abgewimmelt. Dann wurde ich das erste Mal 2021, nee, 2022 operiert. Problem war auch, dass meine Tante zeitgleich an Krebs erkrankt ist, und dann hat jeder immer gesagt, das ist die Psyche, du bist nicht krank. Ich habe immer gesagt, ja klar beschäftigt mich das, aber meine Schmerzen sind real, meine Probleme sind real. Ja, deswegen war das mit dem Ernstnehmen sehr schwer. Entschuldigung. Ja, im Endeffekt wurde ich operiert, war dann wieder besser, ich war dann weiter noch in der Schule. Ich habe ja 2023 maturiert und dann war es wieder so weit mit Endometriose, kann man so sagen. In etwa alle 2 Jahre geht man operieren. Dann ging es mir wieder deutlich schlechter nach der Matura und ich bin dann zu einem Arzt, der eigentlich in meiner Umgebung als die Koryphäe gilt, hin und habe gesagt, bitte, ich möchte wieder eine Operation. Und er hat gesagt, ja, du bist erst 19, das ist krass für deinen Körper. Und ich sage so, die letzte Operation hat mir so gut geholfen, ich möchte das wieder. Und er hat dann gesagt, nein, gib mal ein Medikament, das ist besser. Natürlich vertraut man dann darauf, habe ich dann. Und so genau hat es mir nicht erklärt, eigentlich auch, dass das von den Kassen nicht wirklich akzeptiert ist und so. Wir mussten das alles auch privat zahlen, war extrem teuer. Und dann hat es angefangen. Ich habe meine Haare verloren, ich habe eben Depressionen bekommen, meine Haut war katastrophal. Also mir ist es wirklich— ich habe dann auch meinen Job gekündigt und mein Studium war auch nicht so sonderlich gut in dem Moment. Und ich habe dann nach 3 Monaten gesagt, ich kann das nicht mehr, ich habe das dann abgebrochen. Und wurde dann 8 Monate später von einer besseren Ärztin wieder operiert. Und das war deutlich besser für mich. Im Endeffekt war das einfach eine blöde Situation, dass man einem Arzt geglaubt hat, obwohl ich selber wusste, dass die Operation das Einzige ist, was mir hilft.
Kann ich eine ähnliche Geschichte erzählen? Und zwar, meine Tochter ist ja auch erkrankt an Depressionen, und was sie genau hat, wir wissen es nicht. Jeder Arzt sagt etwas anderes, jeder Psychologe sagt etwas anderes, jeder Psychologe bekommt eine andere Meinung. Sie sagt sowieso, sie ist gar nicht krank. Und die Geschichte daran ist, sie hat innerhalb von einem Dreivierteljahr 4 verschiedene Medikamente bekommen.
Die—
wir sind per se gegen Medikamente, absolut, weil ich der Meinung bin, dass jeder Körper sich zu 100% selbst heilen kann, wenn er es schafft und wenn der Verstand es zulässt. Was sie hat angefangen von Antidepressiva über Antipsychotika über Schlaftabletten alles durch, und im Endeffekt hilft angeblich gar nichts. Nur weil Menschen darauf vertrauen, dass der Arzt, der 300 Stunden in seinem Leben, keine Ahnung, studiert hat und einen weißen Mantel trägt, dass der Mensch das ist, was der alles weiß und alles kann. Und wo die Menschen gar nicht mehr auf sich selbst vertrauen, wenn sie etwas hören. So wie du, du hast ja auch gesagt, du brauchst du weißt, dass diese Operation dir hilft. Warum? Wie auch immer. Ich weiß nicht, was das Verfahren ist, warum man das macht. Ich weiß es nicht. Aber du hast auch auf deine innere Stimme gehört. Und darum geht es ja eigentlich bei jedem, dass du darauf hörst, was für dich gut ist, und dass du nur das machst, was dir gut tut.
Ich glaube, dass man genau durch so eine Geschichte genau deshalb ausfindet, weil ich war, seitdem ich eigentlich, seitdem ich krank bin, diese Erkrankungen habe und weiß, habe ich immer viel besser erklären können, was mit mir los ist. Und meine Eltern haben es immer bewundert, weil ich wirklich ganz genau, auch als Kind schon, wenn ich irgendwie vielleicht beim Sport wehgetan habe, ich habe das wirklich genau beschreiben können, wie sich etwas anfühlt. Und ich glaube, da hat man einfach ein viel besseres Gefühl, man weiß, wie man sich zu helfen weiß in der Situation. Und dann, wenn dann irgendeiner sagt, er gibt irgendwelche Tabletten, die du einfach nur nimmst und gar nicht weißt, was mit dir passiert. Und auf einmal passiert so vieles, weil mit 19 Jahren Wechseljahre, das ist krass für den Körper. Das ist, und dann noch dazu künstlich natürlich, das ist Wahnsinn.
Dann könntest nie mehr Kinder bekommen? Ist es wirklich komplett durch eingesetzt worden?
Nein, also es war eine künstliche Periode, die mich quasi in die Wechseljahre versetzt hat, und die kommen, bin dann wieder eben dort raus. Allerdings ist dadurch, dass ich die Endometriose habe und die Adenomyose auch, das ist die Endometriose in der Gebärmutter, ist es bei mir natürlich sehr, sehr erschwert, Kinder zu bekommen. Ja, also auf natürlichem Wege ohne Kinderwunschzentrum wird das wahrscheinlich nicht möglich sein.
Ja, okay. Aber du hast an sich, bist du trotzdem noch Frau? Ja, es ist wichtig, mit gerade mit 19, wenn man dann sagt, okay, man hat jetzt Das Gleiche, wenn man Gebärmutterhalskrebs hat und wenn man wieder eine dicke Gebärmutter hat. Es fehlt dann einfach etwas. Ja, ja, weil jetzt wirklich, ja, dann ist man genau das, was die Menschen heutzutage alle sagen, dann ist man nichts, weder die eine Seite noch die andere Seite. Wann war für dich der Punkt, dass du gesagt hast, dieses Leben, das du jetzt führst, willst du so gar nicht mehr haben, und Wie bist du auf die Idee gekommen, dass du das änderst?
Ich glaube, man kann nicht so einen richtigen Moment wirklich sagen. Also bei mir war das eigentlich ein langes Prozedere, auch durch die Schule, eben durch meine Erkrankungen. Dann war natürlich Corona. Ich habe dann leider auch, leider im Endeffekt Gott sei Dank, alle meine Freunde verloren. Bin bei meiner Maturantenverabschiedung ganz alleine dagestanden. Und danach dann eben dieses ganze Prozedere mit den Operationen, mit den Depressionen. Mit den Wechseljahren. Und dann irgendwann, das war eigentlich genau vor eineinhalb Jahren, wie ich tief in den Depressionen drinnen war und meine Mutter gesagt hat, was ist mit dir los? Ich hab gesagt, okay, so geht's nicht weiter, das kann so nicht sein. Und ja, und dann habe ich gesagt, ich mache was aus mir, das, was ich immer aus mir machen wollte, und habe eben mit diesen kreativen Sachen angefangen und eine Freude darin gefunden und mich da total rausgerettet habe. War, wo ich hingehöre, was ich machen möchte, was ich erreichen möchte, und bin ein ganz anderer Mensch. Ich bin trotzdem dankbar dafür, dass ich das erfahren habe, die Depressionen, die Wechseljahre, weil man aus jeder negativen Situation Positives schöpfen kann. Das weiß ich jetzt dadurch. Und ich finde, das hat mich verändert und meine Sicht auch aufs Leben.
Ja, welche Träume hast du?
Ist eine gute Frage. Welche Träume habe ich? Ich bin, glaube ich, da schon eine große Träumerin. Also ich durfte Gott sei Dank eine schöne Kindheit erleben mit meinen Eltern, und meine Eltern haben mir immer ein tolles Leben vorleben können. Und ich habe immer gesagt, ich erwarte von mir selbst, dass ich mir auch so ein Leben unter Anführungszeichen leisten kann bzw. bieten kann. Aber ich möchte auch ein Leben ohne unnötigen sozialen Druck, so wie ich das eben verspürt habe damals mit den Depressionen. Wenn es einmal einen Tag gibt, Wo es nicht geht, dann geht es nicht. Dann bleibt man einfach einen Tag liegen. Das ist völlig okay. Und das habe ich Gott sei Dank auch mit meiner Mutter gehabt in der Schulzeit. Ich habe sie angeschaut in der Früh und gesagt, Mama, ich möchte nicht in die Schule. Und sie hat nicht gesagt, du musst. Und sie hat gesagt, okay, dann bleibst du zu Hause. Und das ist für mich ganz wichtig, einfach mal sich auch mal Pausen zu nehmen. Mal sagen, wenn es nicht geht, dann fährst du in Urlaub. Wenn es finanziell natürlich geht. Aber prinzipiell bin ich totale Powerfrau, das weiß ich von mir. Von ich möchte mich weiterbringen, ich möchte Menschen weiterbringen, und besonders ich möchte den Menschen, die sich vielleicht nicht trauen oder nicht können, das Beste rausholen. Das war immer schon ein Wunsch von mir, einen Menschen verbessern, wenn er es zulässt, wenn er es möchte. Und genau, also auf jeden Fall auch was mit Menschen, aber auch mit mir selbst.
Jetzt hatte ich so eine schöne Frage. Gibt es einen Punkt auf dieser Welt, dass du unbedingt einmal erreichen möchtest? Und wenn ja, wie wirst du es erreichen?
Also ich glaube, das ist jetzt so spontan echt schwer zu sagen, aber ich würde sagen, ich würde gerne meinen Eltern das zurückgeben, was sie mir gegeben haben. Also ich würde ihnen gerne einfach mal einen großen Wunsch erfüllen, was auch immer es ist, ja, damit ich einfach Danke sagen kann für das, was sie mir geben konnten oder immer noch tun. Das ist mir am ehesten einfällt und am wichtigsten ist.
Und was möchtest du für dich einmal erreichen?
Das ist schwer, da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Also ich möchte einfach glücklich sein, ich möchte auch einfach finanziell Wenn ich etwas haben möchte, wenn ich etwas mir leisten möchte, wenn ich in Urlaub fliegen möchte, möchte ich jetzt nicht 5-mal darüber nachdenken müssen. Aber auch nur, was mein eigenes Geld ist, wenn ich selbst erarbeitet habe. Und ja, einfach nicht Sorgen haben müssen, egal ob gesundheitlich oder finanziell. Und auch wenn ich mir denke, okay, ich brauche vielleicht gesundheitlich irgendeine gewisse Therapie, dass das kein Thema noch finanziell ist. Ich möchte einfach einen fixen, weiß nicht, wie man das sagt, aber einfach da ganz sicher sein. Und ja, alles, was dazu kommt, ist einfach noch ein Bonus, aber Hauptsache gesund sein.
Und wenn wir mal noch in, rechnen wir 5 Jahre, heute in 5 Jahren, wie stellst du dir dein Leben vor? Egal, wie viel Geld du hast oder sonst irgendwas, einfach nur, wenn alles möglich ist, Wie stellst du dir in 5 Jahren dein Leben vor?
In 5 Jahren bin ich 26, dann sollte ich mit meinem Studium auf jeden Fall fertig sein. Ich hoffe dann natürlich, dass Wildesign größer ist, sich auch weiterentwickelt hat, weil ich finde, man muss sich immer im Leben weiterentwickeln. Wenn ich jetzt mit Epoxidharz die Produkte mache, dann muss es nicht sein, dass ich das in 5 Jahren immer noch mache. Das kann sich ja verändern, es kann größer werden oder in eine ganz andere Richtung gehen. Und dass ich mich da weiter, dass ich selber wachsen kann und eben auch bei Alessandra mitwachsen kann. Das auf jeden Fall. Und ja, ich hoffe, dass ich auf jeden Fall noch eine unfassbar gute Beziehung mit meinen Eltern habe. Und ja, das ist eigentlich, ich sage immer, ich habe nicht so extreme große Ansprüche darauf, sondern das, was kommt, das erfreut mich und das ist gut. Wenn es dann irgendwie negativer wäre, dann kann man nicht enttäuscht sein.
Also keinen wirklichen großen Traum, wo du sagst, Das ist es, was ich wirklich erreichen, also einmal erleben möchte. Also ich kann dir erzählen, was ich gerne erleben möchte. Ich möchte einmal in einem Stadion stehen vor 100.000 Menschen, die mir alle zuhören, was ich zu sagen habe.
Okay, cool.
Das möchte ich erleben und daran arbeite ich. Das ist mein Ziel, auf das ich hinarbeite.
Das ist spannend, da müsste ich mir glaube ich noch mehr Gedanken machen, dass ich da wirklich genau weiß. Dafür bin ich vielleicht doch noch zu jung, dass ich da wirklich mir darüber mal Gedanken gemacht habe. Wo gehöre ich da wirklich? Was ist wirklich mein großes Ziel? Aber irgendwo ist auf jeden Fall mein Ziel, dass mich Menschen noch anschauen und sagen, die hat was erreicht, etwas aus sich gemacht, auch obwohl vielleicht manche Dinge schlechter waren in meinem Leben. Oder zum anderen Zeitpunkt. Ich sage, ich habe immer gesagt, jeder hat irgendwie immer jedes Jahr sein Päckchen mitzutragen, so eine kleine Schultasche, und entweder ist sie schwerer oder mal ist sie leichter. Und bei manchen ist vielleicht der Verlust eines Elternteils früher drinnen und bei manchen ist später. Dann, ich finde aber immer, dass es irgendwo im Leben kommt. Und bei mir war vielleicht halt einfach dieses Krankheitsthema im jungen Alter einfach mehr. Und ich einfach, dass Menschen auch sagen, okay, die hat das alles sich gebracht und hat trotzdem nicht aufgehört, also nicht aufgegeben, und auch trotzdem im Krankenhaus auch weitergearbeitet, so vom Gefühl her einfach, dass die Leute nicht nur vor mir, aber vor jedem einen Respekt haben vor seinem Lebensweg, weil du, nur weil du das Gesicht siehst, nicht weißt, was dahinter steckt.
Stimmt, ja, heißt ja nicht, dass man noch nichts erreicht hat. Also es ist ein ständiger Prozess, den wir haben, und ein ständiger Prozess, der unser Leben ja beschreitet. Und ich bin ehrlich, mit 21 wusste ich auch nicht, was ich wollte. Ich hatte 2 Kinder, kleine Babys, die mich nervten.
Dann habe ich 5 Katzen, also war ich auch weit davon entfernt.
Wie kann man mit dir in Verbindung treten, wenn man etwas über Acryl— Acryl, glaube ich, war es Epoxidharz— Epoxidharz— es funktioniert gleich. Also gar nicht tatsächlich witzig. Für mich ist das Wird auch hart, oder? Ich hoffe, wenn man mit Epoxidharz arbeiten möchte, würdest du auch Sonderaufträge annehmen?
Ich mache eigentlich hauptsächlich Sonderaufträge. Okay, also ich bin zu Weihnachten auf jeden Fall immer bei einem Weihnachtsmarkt, 32-tägig. Da habe ich natürlich die Produkte, die da sind, aber prinzipiell kommen meine Kunden zu mir, sagen, das ist meine Küche, das ist mein Badezimmer. Was für Farben machen wir da? Also ich kann alles anmischen, ich kann auch Farben bestellen, zusätzlich senden. Und mir ist es ganz wichtig, dass es alles individuell ist. Es ist nicht nur Handarbeit und jedes Produkt ist anders, sondern du kannst es genauso haben, wie du es möchtest. Also genau, ich versuche da einfach wirklich auf die Kundenwünsche einzugehen.
Und wie kann man das bestellen bei dir?
Es gibt einerseits einen Onlineshop, da gibt es einerseits Produkte, die bereits fertig sind zu erwerben, aber auch welche auf Bestellung. Und das sieht man auch, alle Farben, die ich habe, und kann man das ganz einfach über meinen Onlineshop machen. Man kann mich über Instagram, über E-Mail, über Business WhatsApp überall auch anschreiben, überhaupt kein Problem. Ich helfe auch gerne weiter, falls man sich da jetzt nicht so auskennt, oder einfach anrufen. Das ist eigentlich das Häufigste, was die Leute machen, und dann besprechen wir die Farben.
Und das ist spannend, da muss ich dann später, heute Abend, dann mal reinschauen. Gerne. Also ich brauche sowieso Leute. Das passt mir. Aber das mit so Ringen und so, das ist dann Markt. Ich sag's so, gefällt mir zum Beispiel besser wie echte Steine, aber eine andere Geschichte.
Das verstehe ich. Aber ich glaube, ich muss mich auf eine Sache fokussieren, weil wenn ich so viele einzelne Wege ein— dann geht der Fokus weg. Genau, vielleicht kannst du mal probieren.
Ich habe auf Pinterest einmal zum Beispiel einen Ring gesehen, das ist genauso etwas, was ich mir jemals vorgestellt habe. Der war so leicht grün und durchsichtig, und da war so eine, wie heißt denn das, das ein Samen von einem Löwenzahn drinnen, und der war einfach nur auf einem ganz normalen Ring. Der war nicht allzu groß, der war nicht allzu klein. Und seitdem, es war vor 3 Jahren, und seitdem suche ich diesen Ring und ich finde nicht, wer diese herstellt. Ich finde es nicht.
Das ist ärgerlich.
Ja, ich hätte ihn so gerne, weil er gefällt. Also es ist etwas, das gefällt mir. Naja, bis ich selber mache. Aber so wie ich gesagt habe, ich bin in solchen Sachen sehr, sehr—
aber das muss man mal ausprobieren. Ich dachte mir auch, dass ich handwerklich wirklich gar nicht begabt bin, aber im Endeffekt kann ich Habe schon so viele Hobbys, glaub mir.
Okay, darf ich mit noch etwas anfangen?
Noch weniger.
Eine Frage habe ich noch an dich, und zwar: Wenn du etwas anders machen könntest, würdest du etwas verändern?
Ich glaube tatsächlich nicht. Also es waren viele schwere Momente, Aber es hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt gerade bin, der ich heute bin, den ich jeden Tag rausgehe. Und es ist, glaube ich, wichtig, ich sage auch die Depressionen, das war eine schlimme Zeit, aber wie gesagt, es ist was Positives daraus resultiert. Ich habe meine Freunde verloren in der Schulzeit, aber im Endeffekt war es nur positiv, weil es waren keine wahren Freunde, es waren nicht die, die ich mein Leben lang habe. Also es hat alles seinen Sinn im Leben, finde ich. Und es kommt alles sowieso. Und deswegen, nein, ich bin froh, so wie alles ist. Und ja, kann so weitergehen, hoffentlich.
Also wenn ich so zurückdenke, ich habe schon sehr viel Scheiße in meinem Leben überlebt, aber ich würde es glaube ich auch wieder so machen. Vielleicht nicht ganz, ich glaube, ein, zwei Punkte vielleicht weg, die haben sehr, sehr tiefe Fugen in meinem Leben veranstaltet, aber ansonsten Ich bedanke mich recht herzlich bei dir für dieses nette Gespräch. War wirklich, vielen Dank, wirklich, wirklich angenehm. Schon lange nicht mehr so angenehm und drucklos gesprochen, sagen wir so.
Ja, voll, total.
Ja, und ich wünsche natürlich allen, die jetzt zuhören, einen wunderschönen Tag, einen wunderschönen Abend. Egal was sie hören, ich wünsche euch nur das Beste. Und ihr wisst, es wird alle, alle Links werden in der Bio natürlich von der Leonie unten verlinkt. Schaut unbedingt ihre Seifenspende an. Also ich hoffe, du bekommst einen Großauftrag. Und ich wünsche euch allen und dir vor allem— möchtest du noch ein Schlusswort sagen?
Möchtest du irgendjemandem dankbar sein? Ja, möchtest du etwas noch mehr für alles jemanden mitgeben? Einfach das, was man im Gefühl hat, einfach mal machen. Nicht immer drüber nachdenken, was sich andere denken. Einfach tun. Und ja, wenn man mal stolpert, dann halt wieder aufstehen und weitermachen.
Hätte ich nicht besser sagen können. Ich wünsche euch jetzt noch einen schönen Tag, schönen Abend, wie auch immer. Und wir hören uns zur nächsten Folge. You deserve this. Und ihr wisst, you deserve the best.
Bis dann, tschüss!
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