86: Fehler sind nicht das Problem – unsere Angst davor schon. Mit Anett Stimmeder
29 May 2025 · 38 min
Annett Stimmeder talks about how fear of mistakes damages us more than the mistakes themselves. She shares a story about a failed mailing that angered her boss, explains her "hat strategy" for managing perfectionism, and offers practical ways to build a culture where errors become learning instead of shame.
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Du bist nur eine begrenzte Zeit auf dieser Welt. Du hast es verdient, ein Leben zu leben, von dem du dir wünschst, es wäre deines. Lass all den Ärger hinter dir und erschaffe dir ein Leben, das dich mehr als überwältigt. Hallo, mein Name ist Anna-Carina und in diesem Podcast dreht sich alles um deine Identität, die du seit Jahren gekonnt versteckst, damit du scheinbar glücklich bist. Jetzt ist die Zeit, aus deinem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen und dich mit allen deinen Facetten zu verkörpern. Bist du bereit, diese Reise anzutreten? Dann freue ich mich, dich als neuen treuen Hörer begrüßen zu dürfen.
Ich begrüße dich recht herzlich zu einer neuen Episode von You Deserved This. Heute habe ich die Annett zu Gast. Sie liebt es, Fehlerkulturen zu zerstören. Liebe Nennen, hallo, dass du da bist, und erzähle mal ein bisschen was etwas über dich.
Hallo Anna, vielen Dank, dass ich bei dir im Podcast You Deserve This sein darf. Ja, ganz kurz zu mir, du hast schon angesprochen, ich liebe es, Fehlerkulturen zu zerstören, bzw. eigentlich liebe ich es eher viel mehr, eine offene Fehlerkultur zu etablieren, Und die Leute wieder bewusst zu machen, wie sie mit ihren eigenen Fehlern umgehen, beziehungsweise wie sie auch dann im nächsten Schritt mit Fehlern von anderen Menschen umgehen. Warum liebe ich das? Ganz einfach, weil ich in Unternehmen gearbeitet habe, wo ich gemerkt habe, das funktioniert so nicht. Ich habe ein ganz prägnantes Beispiel gehabt, da habe ich damals angefangen zu arbeiten in einem Unternehmen, Man könnte schon sagen, der Geschäftsführer war ein kleiner Narzisst, weil er hat dann so Sätze rausgehauen wie, also grundsätzlich immer nur zu den weiblichen Kollegen, muss man dazu sagen, wie, sie tragen ihren Kopf nur, um ihn zum Friseur zu bringen. Oder zu mir hat er mal gesagt, ihnen ist schon bewusst, dass sie auf dem Ast sitzen, an dem sie sägen. Basiert. Also die Aussage kam auf Grundlage eines Fehlers, den ich begangen habe am Abend vorher. Ich musste ein Mailing zusammenstellen, ad hoc, ganz schnell, habe das vorher noch nie gemacht, habe den Mailverteiler genommen, habe die Vorlage genommen vom letzten Mailing und habe alle Leute reingepackt, die irgendwie mit dem Projekt, was ich bearbeiten musste, getaggt waren. Dummerweise war der Steuerberater des Unternehmens mit dabei und der hat sich am nächsten Morgen, als das Mailing rausging, beim Geschäftsführer beschwert, warum er denn so eine bescheuerte E-Mail bekommen hat. Ist ja nicht für ihn, interessiert ihn doch nicht, ist doch nur Spam. Und der Geschäftsführer kam halt zu mir und mit besagtem Satz und ging wieder raus. Und ich dachte mir so, okay, ich hatte eh schon seit gestern Abend, als ich das Büro verlassen habe, ein schlechtes Gefühl. Habe die ganze Zeit schon durchgespielt, was könnte falsch gelaufen sein. Bin, habe schlecht geschlafen, bin früh unwohl aufgewacht, bin früher ins Büro gefahren als sonst. Habe dann die Nachricht bekommen von meinem Chef, Frau Sasser, nein, warte, wir suchen. Okay, ich habe also irgendeinen Fehler gemacht, aber was für einen? Und dann kam tatsächlich ein Kollege, hat mich aus meinem Gedankenkarussell rausgezogen. Man hat gesagt, so, jetzt drehen wir mal auf die Bremse und jetzt sagst du mir mal, was hast du gestern alles gemacht, und wir gehen mal Schritt für Schritt durch, was du gemacht hast und wo vielleicht dein Fehler sein könnte. Bis wir dann drauf gekommen sind, dass es halt besagter Steuerberater war. Und dann habe ich gesagt, das ist doch Schwachsinn, also wegen einer falschen Person, die sich jetzt durch eine E-Mail belästigt gefühlt hat, obwohl da nichts drin stand, was irgendwie datenschutzmäßig schlecht gewesen wäre oder so. Also das war eine Ankündigung für eine Veranstaltung, also wirklich total lapidar. Dann so eine Reaktion zu bekommen: Vielen Dank fürs Gespräch. Und bei dem Chef war es damals tatsächlich, oder bei der Firma war es tatsächlich so, dass eher eine Angstkultur als eine offene Fehlerkultur herrschte. Also jeder hat versucht, nach Möglichkeit keine Fehler zu machen. Und wenn Fehler gemacht wurden, hat man natürlich versucht, sie zu kaschieren, dass es ja keinem auffällt. In dem Unternehmen ist es mir auch ganz massiv aufgefallen. Ich habe Anfang April angefangen, in dem Unternehmen zu arbeiten, und wir waren 10 Festangestellte und ein paar, die freiberuflich tätig waren, und hatten jeden Montag ein Gesamtunternehmensmeeting, wo halt die ganzen Projekte der Woche besprochen wurden. Und 6 Monate später, beim Montagsmorgen-Meeting, war ich die Einzige da, die vor 6 Monaten noch da war, von den Festangestellten. Also du hattest eine extrem hohe Fluktuation, was halt dadurch bedingt war, dass die Leute nicht so sehr mit der Angst umgehen wollten oder halt gemerkt haben, dass es für sie nicht so gesund war. Mir war es ja auch tatsächlich so, beim 6-Monats- Frühstück oder Meeting, Frühstück, tatsächlich war es bei mir auch so, dass ich innerlich schon gekündigt hatte, schon auf der Suche nach einem neuen Job war und eigentlich nur drauf gewartet habe, dass ich einen neuen Vertrag unterschreibe, bis ich dann wirklich kündige. Weil ich halt auch gesagt habe, also ich habe gemerkt, ich habe schlecht geschlafen, ich habe Überstunden ohne Ende gemacht, ich war unausgelastet. Obwohl ich ausgelastet war beruflich, aber ich war halt innerlich totales Wrack. Heutzutage würde man wahrscheinlich sagen, ich war nah am Burnout. Damals war das noch nicht so das Thema. Und ja, dann habe ich danach halt immer gesagt, wenn ich irgendwo anders angefangen habe, ich möchte Kritik bekommen, aber konstruktiv. Also ich möchte was draus lernen aus meinen Fehlern. Und irgendwann ist mir dann bewusst geworden, auch als ich als Führungskraft dann tätig war, dass wenn ich einen Fehler mache, können ja auch andere davon lernen. Und habe das dann bei mir in die Führungskultur mit eingebaut und habe dann aber wiederum festgestellt, also das war dann der nächste Aha-Moment, dass von oben nach unten zwar erwartet wird, dass man mit Kritik umgehen kann, aber wenn man von unten als Mitarbeiter irgendwie mal so einen Missstand nach oben berichtet und sagt, ich hätte da einen Verbesserungsvorschlag oder mir ist das und das aufgefallen, da müssten wir vielleicht mal als Firma dran arbeiten, dann verpufft das in sehr viel. Und habe dann auch in einem Unternehmen gearbeitet, amerikanisches Unternehmen, die haben eine sogenannte Open-Door-Policy gehabt. Also man konnte jederzeit bis hoch zum Geschäftsführer immer hingehen und sagen, hey, hier, und das und das ist mir aufgefallen. Aber auch da war es tatsächlich, also Entweder hat es extremst lange gedauert, bis irgendwelche Veränderungen spürbar waren unten, oder sie sind halt irgendwie verpufft. Ja, das ist halt so, und das sind halt unsere Prozesse, und, und, und, und. Vielen Dank fürs Gespräch. Und dann vor 2 Jahren habe ich mich selbstständig gemacht und habe gesagt, so, das ist jetzt mein Thema. Ich möchte, dass wir besseren Umgang mit Fehlern haben. Ich möchte Fehler wieder gesellschaftsfähig machen, also dass man sich traut, Fehler zu machen, dass man sich traut, auch zu seinen Fehlern zu stehen. Also ich bin jetzt letztens beispielsweise auch auf der Bühne gewesen, weißer Blazer und roter Lippenstift, und habe mich dann einmal umgedreht und hatte dann einen roten Lippenstiftabdruck auf meinem weißen Blazer.
Super doll, und war schon der erste Punkt, so macht man es nicht.
Ja, aber ich bin dann auch hingegangen, bin auf die Bühne gegangen, habe darauf aufmerksam gemacht, ich so, falls sich irgendjemand wundert, der rote Punkt, das ist Lippenstift. Ich hatte jetzt aber keine Zeit mehr, mich umzuziehen, und das ist mir auch wurscht.
Das hatte ich dazu. Dieses Problem hatte ich auch vor letztes Jahr im Oktober. Bin ich auch auf der Bühne gestanden vor über 100 Menschen und wir hatten davor so ein Meetup. War eigentlich ganz recht cool und dann fragte mich einer die Frage: Ja, was mache ich daraus? Und ich so Scheiße, es ist mein ganzer, meine ganz, das ganze Vortrag, den ich vorbereitet habe, beruht genau auf dieser Frage und ich habe sie nicht beantworten können. Die ganze Nacht, es hat in meinem Kopf, so wie du sagst, ein Zahnrad, es ist geredet, geredet, geredet und im Endeffekt bin ich auf diese Bühne gegangen und habe gesagt, ich habe etwas vorbereitet, das habe ich gestern am Abend verworfen. Und habe es aus dem Stegreif komplett schweißgebadet mit meinen Augenzwinkern, der Stimme einfach vorbereitet, also so quer durch die Bank einfach gesagt, ich mache das jetzt so, wie ich will und Ende, fertig, aus. Nein, sie fanden es toll. Ich persönlich hatte den schlimmsten Moment meines Lebens.
Aber da ist ja auch wieder das Geile, unsere Innenwirkung. Was denken wir, was die anderen Leute denken? Und wie kommt es eigentlich bei den Leuten draußen an? Also wir machen uns ja im Kopf viel zu viel Gedanken, meiner Meinung nach. Also ich bin ja dann nicht besser, also mein Gedankenkarussell läuft auch tagtäglich. Im Sportmodus, also richtig gut, und muss mir dann jedes Mal selber sagen, nein, Anna, es ist in Ordnung, wenn du das so machst. Und weil die Leute draußen, die wissen ja nicht, wie du dir das zu 100% perfekt vorgestellt hast. Und wenn du das jetzt so machst, dann wird das für die Leute da draußen, für die, die du ansprechen willst, wird es schon passen.
Genau, aber das war bei mir auch zum Beispiel so ein Moment, wo ich gesagt habe, So, und jetzt, oder so wie der Moment jetzt, wo ich einfach vergessen habe, dir den Link zu schicken. Genau, wenn ich nicht die E-Mail geöffnet hätte, hätte ich zwar nicht gesehen, aber es ist alles, hat alles so sein müssen. Das hätten wir jetzt kein Thema. Machst du Fehlerkultur nur für B2B oder auch für B2C?
Ich mache sehr gerne auch für B2C, weil ich der Meinung bin, dass jeder an sich selber arbeiten kann. Und es ist bei mir tatsächlich auch schon passiert, dass ich aus Unternehmen raus in B2C dann reingerutscht bin, in Anführungsstrichen. Also dass ich zunächst einen Vortrag gemacht habe, dann hat dieses Unternehmen gesagt, hey, das ist spannendes Thema, das wollen wir weiter vertiefen, lass uns mal einen Workshop machen mit, mit Führungskräften beispielsweise. Und dann hat eine Führungskraft zu mir gekommen, hat gesagt, Mensch, ich habe jetzt im Workshop festgestellt, dass ich ganz großes Problem habe mit, mit Also alleine meine eigenen Fehler wahrzunehmen und aus denen zu lernen, beziehungsweise dann im nächsten Schritt halt auch zu schauen, wie gehe ich mit den Fehlern um, die jetzt beispielsweise meine Mitarbeiter machen, und wie unterstütze ich die, beziehungsweise wie kann ich das etablieren, dass die Fehler von anderen aus dem Unternehmen— also wenn du jetzt beispielsweise einen Fehler machst, dass ich im gleichen Unternehmen aus deinem Fehler lernen kann. Und da ist dann tatsächlich bei mir der Gedanke gekommen, Mensch, ich mache das auch im B2C. Habe angefangen zunächst mit einem, mit einer 5-Tage-Challenge kostenfrei, wo ich gesagt habe, in 5 Tagen einfach mal lernen, besserer Umgang mit Fehlern. Und dann darauf aufbauend dann als Coaching anzubieten und zu sagen, hey, Wer sich da noch ein bisschen vertiefend mit beschäftigen möchte, kann sich gerne bei mir melden. Ein anderes Thema, was ich ja auch sehr gerne mache und was ich damit auch verbinde, gerade im Unternehmen, im Unternehmerkontext, ist die Hütestrategie. Normalerweise habe ich auch immer einen Hut auf. Schön, dass ich ihn heute beim Podcast nicht aufhabe. Fehler. Nein, aber tatsächlich, was mir auch aufgefallen ist selber, als ich angefangen habe, als Selbstständige tätig zu sein, mit wie vielen verschiedenen Rollen ich denn beginne zu jonglieren, also gerade am Anfang von der Selbstständigkeit, dann machst du das Marketing, dann bist du für den Vertrieb zuständig, dann musst du die Buchhaltung machen, dann musst du dich um technischen Krimskrams kümmern und, und, und. Dann musst du aber auch irgendwie schauen, okay, meine Motivation, wie halte ich die hoch, wo finde ich meinen Content und, und, also zigtausend Sachen. Und dann den klassischen Fehlergut, sich auch zu setzen und zu sagen, okay, was habe ich denn jetzt falsch gemacht und was kann ich daraus lernen fürs nächste Mal? Dass ich vielleicht nicht so lange warte, bis ich meinen Freebie raushaue, sondern dass ich das einfach schon mal ankündige und mal schaue, ob das überhaupt Interesse hat, bevor ich mich dahinsetze und das bastel und Zeit investiere. Oder ja, so diverse Themen und das halt auch mit der Hutstrategie und im Unternehmen dann halt ganz, ganz klar zu sagen, okay, jetzt haben wir die Mitarbeiter, die jetzt vielleicht neue Rollen übernehmen sollen. Wir haben Veränderungsprozesse, wo die Leute sagen, ach, früher war ja eh alles besser und es hat ja funktioniert und warum soll man es denn verändern?
Früher hat es ja keinen Sinn ergeben.
Und da dann halt beispielhaft an Hüten zu sagen, so, jetzt setz doch mal den Hut als Geschäftsführer auf und betrachte das mal aus dessen Perspektive. Was für eine Veränderung, was die Veränderung bewirken könnte. Und lieber Geschäftsführer, jetzt setzt du mal bitte den Hut deines Mitarbeiters auf und schaust mal, wie der sich fühlen kann. Und das macht auch unheimlich viel Spaß. Und in dem Bereich habe ich dann irgendwann entschlossen, letztes Jahr spontan ein Buch rauszubringen, zur, zum Thema, also mit dem Titel Hütechaos ade. Was ein 30-Tage-Ausfüllbuch ist und wo es halt wirklich darum geht, okay, welche Hüte trage ich beruflich wie privat, welche Hüte habe ich beispielsweise freiwillig aufgesetzt, weil sie mir Spaß machen, welche Hüte habe ich weniger freiwillig aufgesetzt, weil wenn ich es nicht mache, bleibt halt liegen, und welche Hüte werden mir von außen aufgesetzt, obwohl ich es gar nicht will. Und dann zu schauen über die 30 Tage, Wie setze ich meine Prioritäten? Also welchen Hut setze ich höher, welchen setze ich dann halt mal ab? Oder wie lange trage ich welchen Hut? Und in die Richtung.
Und da geht's fast so wie mein Grundthema, und zwar Dekonditionierung sozialer Verhalten.
Ganz genau.
Wir müssen nicht das machen, was andere Menschen von uns erwarten, wir müssen das machen, was uns Spaß macht.
Genau, und ganz bewusst dann halt auch zu sagen, Stopp, das will ich nicht, das kannst du gedroht selber machen. Aber halt auch den Mut aufbringen zu sagen, hey, das ist meine Grenze, und ich gebe dir auch nicht irgendeine Aufgabe, die du nicht machen willst, sondern machst dann halt selber oder such mir jemanden, der halt irgendwie geeigneter dafür ist.
Mache ich ja, das ist genau mein Steckenpferd eigentlich, nur halt im Human-Bereich. Hier ist es Klassifizierung an sich, wie der Mensch arbeitet, lebt, geht da, geht es nicht darum. Da geht es wirklich darum, was du, also welche sozialen Verhalten du eigentlich hast, die du gar nicht willst und die dich eigentlich zurückhalten von dem, der du wirklich sein möchtest. Ist eigentlich ziemlich cool. Wo kann man denn das Buch kaufen?
Beim großen amerikanischen Versandhändler. Gut, der mit dem Lächeln.
So habe ich es auch noch nie gehört. Bei You Deserved This geht es ja darum, ein Leben zu erlangen, das wir wirklich wollen, aus tiefstem Herzen die Identität zu sein, die wir wirklich sind. Welche Wünsche hast du dir in deinem Leben schon erfüllt?
Ganz gut, welche Wünsche habe ich mir schon erfüllt? Ich hatte während des Studiums eine, eine Situation, die mich wieder mal wachgerüttelt hat. Also ich bin ins Auslandssemester gegangen, und wenn man so hört, oh, jemand geht ins Auslandssemester, denkt man sich, ja, Party, cool, man trifft 1000 neue Leute, tolle Connections, kann dann danach die Welt bereisen, weil man ja überall in der Welt Leute kennenlernt und dann Kontakte hat und Freundschaften schließt und allem Drum und Dran. War bei mir nicht der Fall. Also ich hatte auch die Vorstellung, bin ins Auslandssemester gegangen und die französischen Studenten waren der Meinung, sie müssen streiken. Und sie müssen streiken von, wir machen Montag eine Generalversammlung und entscheiden, wir streiken bis Mittwoch, und wir machen Mittwoch die nächste Versammlung und streiken bis, entscheiden, wir streiken bis Freitag und so weiter und so fort. Und so ging das über Wochen, so dass ich halt immer gesagt habe, Gibt es jetzt noch was oder gibt es jetzt nichts? Gehen jetzt wieder Vorlesungen los oder nicht? Ich bin halt geblieben, habe im Nachhinein extrem viel über die Streikkultur in Frankreich gelernt, was cool war. Hatte eine schöne Zeit, weil es war Frühjahr in Südfrankreich, also auch cool. Studienmäßig hat es mir nichts gebracht, kontaktmäßig hat es mir auch nichts gebracht, weil die ganzen Studenten waren weg und Das war für mich dann der Punkt, wo ich gesagt habe, so, das nächste Mal, wenn ich irgendein Projekt anfange, egal was, ich schaue nicht darauf, was andere machen, welche Erfahrungen andere gemacht haben, welche geilen Erlebnisse andere Leute gemacht haben, sondern für mich ist es immer ein weißes Blatt Papier und ich schreibe meine Geschichte selber. Sagt, getan. Ich, nach dem Studium bin ich nach Südafrika gegangen und alle Leute haben dann zu mir gesagt, ach, du musst hier Auswanderer-Serie XY schauen, und da sind so viele gerade, die in Südafrika sind, und wirklich, und dies und jenes. Und wiederum andere Teile: Du kannst nicht nach Südafrika gehen, so gefährliches Land, da wird alle Nase lang umgebracht, das ist viel zu gefährlich. Und ich habe gesagt, so Leute, lasst mich doch meine Erfahrung selber machen. Ich buche mir ein Ticket und ich habe eine Zusage von dem Unternehmen, dass ich da unten fix arbeiten kann, reise aber erstmal mit dem Touri-Visum ein. Das heißt, ich habe immer flexibles Rückflugticket, wenn es mir zu kritisch wird, kann ich das nach vorne verlegen. Wenn es eine geile Zeit wird, kann ich es nach hinten verschieben. Alles super. Im Endeffekt bin ich 2 Jahre unten geblieben, also ist das super gelaufen. Habe nicht einmal irgendwie einen Gewaltgegenstand gegen mich gerichtet gesehen, also da auch sehr viel Glück gehabt. Habe auch andere Situationen von Kollegen und Freunden gehört, aber mir, wie gesagt, überhaupt nichts passiert. Habe super Kontakte geknüpft, auch mit Leuten, mit denen ich heute noch Freundschaften habe und regelmäßig besuche. Also ganz das Gegenteil von dem, was beim Auslandssemester geplant war. Und habe das Land lieben gelernt, bin mit einem traurigen Auge dann zurückgegangen, weil ich gesagt habe, eigentlich würde ich gerne bleiben, aber es ist halt dann doch sehr weit von Europa entfernt. Und wenn man mal zu jemandem zum Geburtstag fahren möchte, muss man Jahresurlaub einplanen, und so viel Jahresurlaub habe ich nicht. Also von daher habe ich mir das tatsächlich, den Traum erfüllt, zu sagen, ich möchte ins englischsprachige Ausland und möchte da mal Fuß fassen und mit einer neuen Kultur fremde Menschen kennenlernen. Und da auch tatsächlich bin ich noch mal extrem bodenständig geworden, habe Sachen wertgeschätzt, die wir hier in Europa oder in Mitteleuropa für alltäglich halten, also so fließend warm Wasser, warmes Haus oder warme Wohnung im Winter ist da unten halt nicht so gang und gäbe gewesen. Das war also, das war einer der großen Träume, die ich mir erfüllt habe. Ansonsten bin ich jemand, der sehr gerne reist, und habe tatsächlich auch eines meiner persönlichen Big Five for Life, also einer meiner 5 Herzenswünsche, ist die Welt zu bereisen. Und habe mir da aber tatsächlich nicht gesagt, ich möchte eine Weltreise machen. Und wenn die mal passiert, auch schön. Aber für mich heißt, ich bereise die Welt tatsächlich auch, dass ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, mich auch freue, wenn ich in der direkten Umgebung mal neue Orte kennenlerne. Weil das Schöne ist, man denkt immer, ich bereise die Welt, ich muss irgendwie ins Ausland und keine Ahnung wohin, und man erkennt gar nicht die Schönheiten von, von den Ortschaften und Regionen, die in der Nähe sind. Also das integriere ich tatsächlich fix im Alltag, dass ich halt auch sage, ich nehme jetzt nicht immer die Autobahnstrecke, beispielsweise wenn ich irgendwo hinfahre, sondern ich entscheide mich bewusst auch mal stückchenweise auf der Bundesstraße zu fahren, um halt einfach mal andere Gegenden kennenzulernen. Ein Traum, den ich mir auch verwirklicht habe gemeinsam mit meinem Mann, ist ein Haus mit einem schönen Garten. Wo ein bisschen gewerkelt werden kann im Sommer und wo wir regelmäßig dann halt auch Sachen für den Eigenverbrauch haben, was extrem angenehm ist.
Klingt ja noch sehr, sehr viel, was du dir da schon erfüllt hast. Jetzt habe ich meine Frage vergessen.
Toll.
Du hast vorher erzählt, dass du die Erwartungen, die du hattest an dein Auslandssemester, gar nicht erfüllen konntest. Und die Erwartungen, die du gehabt hast, also keine Erwartungen, die du gehabt hast an dein Auslandsleben, ja, nennen wir es so, keine Ahnung, waren ganz anders, wie du es eigentlich erwartet hast. Glaubst du, dass das damit zu tun hat, weil du einfach keine, wie heißt das deutsche Wort dafür, keine Voraussetzungen erlebt hast, sondern einfach gesagt hast, du lässt einfach mal alles auf dich zukommen.
Da bin ich ganz fest davon überzeugt, dass es daraus, daher gekommen ist, weil ich halt nicht mit Hoffnungen und Erwartungen— also ja, Hoffnung ist gut, möchte nicht gegensprechen, aber ich bin halt nicht mit irgendwelchen Hoffnungen und Erwartungen hingegangen und habe gesagt, so, und das muss jetzt unbedingt so sein. Klar habe ich mir erhofft, dass der Aufenthalt in Südafrika toll wird und ich nicht mein Flugticket vorverlegen muss, um dann 14 Tage später nach Einreise gleich wieder rauszureisen und zu sagen, oh mein Gott, das ist ja ein grauenvolles Land und da kann ich nicht sein. Also die Hoffnung hatte ich schon, aber ich bin halt nicht mit der Erwartungshaltung hingegangen, dass es alles perfekt wird und dass es wie bei den Auswanderfamilien, die damals durch die TV-Serien getingelt sind, dass ich mir da die, die, die, das Haus, das Farmhaus mit dem großen Land und der Game Ranch und keine Ahnung was schaffe, sondern ich habe gesagt, ich lasse es halt einfach auf mich zukommen. Was passiert, passiert. Und wenn das Universum es gut mit mir meint, dann wird es eine geile Zeit. Und wenn das Universum sagt, nee, Annett, Südafrika ist nicht dein Land, verzieh dich wieder. Dann verziehe ich mich halt wieder. Aber ich bin ehrlich, ich gehe genauso durch die Welt, und sie ist so wunderschön, wenn man das so macht, weil eben die Erwartungen, die man halt wirklich immer wieder für mich selber gesagt, okay, egal was ich anfange, es ist meine Geschichte, die ich schreibe, und es ist immer ein weißes Blatt Papier, weil so wie ich es erlebe, kann auch nur ich das selber erleben. Also selbst wenn ich irgendwie mit irgendjemandem zusammen, also jetzt beispielsweise mit meinem Mann, das Hausprojekt, das war dann halt auch so, wir haben beide den Wunsch auf ein Haus gehabt, wir wollten beide ein bisschen Garten. Ich habe mich durchgesetzt, dass es ein größerer Garten wurde. Im Nachhinein ist mein Mann ganz happy darüber, weil mit so einem kleinen Vorgarten wäre er jetzt auch nicht mehr ganz so zufrieden im Nachhinein. Aber es ist halt tatsächlich, wir haben auch gesagt, so, und jetzt schauen wir mal, was kommt. Und wie weit es uns bringt und was wir am Haus vielleicht noch verändern müssen, was wir im Garten, wie wir den umgestalten und so weiter. Und lass es halt einfach auf uns zukommen und schauen, wohin uns der Weg treibt. Und wenn uns mal einen Sommer lang ganz fad ist, dann sagen wir, wir machen dann halt jetzt doch mal eine Woche Urlaub und die Nachbarn dürfen sich um den Garten kümmern. Ist auch schön.
Ja, wir haben ein ähnliches Projekt, weil wir wohnen in Mietwohnungen aus Prinzip. Weil ich noch zwei kleine Kinder, also klein, 14 und 15 Jahre, Kinder habe und wir immer die Lebensumstände anpassen an ihre, also unsere Wohnung immer an ihre Lebensumstände anpassen, damit wir Erwachsenen, unter Anführungszeichen, also die Eltern, so wenig wie möglich Stress haben. Das heißt, wenn sie beide in die Großstadt in die Schule gehen, ziehen wir in die Großstadt, weil ich davon überzeugt bin, dass es weder ihnen noch mir was bringt, wenn sie eineinhalb Stunden pro Fahrt hin und her fahren, also 3 Stunden. Es bringt nichts, es hat keinen Sinn. Und somit, ich muss nicht, ich muss persönlich nicht dieses große Haus, ich hätte gerne dieses große Haus, aber das ist, wo, wo sie nicht mitziehen dürfen. Ja, das sollte im Süden sein, und zwar solange noch Schule ist. Und wir haben jetzt auch gerade das Problem eben wegen dieser Wohnung, und wir haben uns schon so viele Sachen angesehen, aber es passt einfach noch nichts. Und jetzt habe ich gesagt, ich warte jetzt einfach, bis ich den Impuls habe, dass ich diese App schaut, dann eine Wohnung aussucht und sagt, wenn die Wohnung das ist, dann ist sie das.
Punkt.
Und ich hoffe, dass es jetzt bald einmal soweit ist, weil es macht mich wahnsinnig, darauf zu warten. Ja, es ist, das ist so ein Ding, das schwebt bei uns in der Luft, und ich habe halt Dinge auch gern abgeschlossen.
Das war bei uns ähnlich beim Hauskauf damals. Wir haben auch, ich weiß nicht, ich glaube 30 Häuser oder so angeschaut. Wir hatten zwischendurch einen Makler, mit dem wir uns einige Häuser angeschaut haben. Der hat uns dann bei einem Haus gesagt, Wisst ihr was, also die Anforderungen, die ihr an ein Haus habt, ich glaube, ihr baut selber. Und im Endeffekt haben wir dann doch ein fertiges Haus gekauft, was schon eine Weile stand. Und es kam von der Seite, die rein, wir waren Vormerkkunden auf der Liste vom Makler, und der hat gesagt, hier, es kommt ein neues Objekt, und die auf dem, auf der Vormerkliste bekommen halt den Vorzug, bevor es online geht, und Eigentlich hat man an dem Tag in der Nachbarschaft ein anderes Objekt, was wir uns anschauen wollten, und haben dann halt gesagt, nee, das passt irgendwie von dem Ganzen, vom Exposé her, das passt irgendwie besser. Und haben dann den Makler angerufen, haben gesagt, ja, wie schaut's denn aus, kann man Termin machen? Ja, dann und dann. Und wir so, na, da haben wir einen anderen Termin. Ja, nee, es geht nur an dem Tag um die Zeit. Und wir so, okay, haben dem anderen abgesagt, wirklich auf gut Glück, und haben gesagt, so, wir setzen jetzt wirklich alles auf eine Karte, wir besichtigen das Haus. Wir sind reingekommen und gesagt, das ist unser. Und hatten dann auch Glück, dass die Vorbesitzer uns gut gesinnt waren. Ich habe gesehen, bei dir läuft im Hintergrund ein Hund. Unsere Vorbesitzer hatten auch einen Hund und der hat sich direkt zu uns gesellt und sich von uns streicheln lassen und allem Drum und Dran. Und das hat, glaube ich, die Vorbesitzerin positiv gestimmt, dass man mit uns gut Geschäfte machen kann. Und ja, 2 Wochen später war das fix, dass wir das rauskriegen, und fertig.
Es lässt nicht so viel Hoffnung übrig, ja, ja. Aber mittlerweile hat sie kapituliert, weil sie wollte raus, weil wir haben ja extrem viele Fensterfronten. Das ist meine Wohnzimmer-Balkon-Fenster-Tür, und da geht sie meistens, wenn ich arbeiten gehe, möchte sie da raus. Aber sie hat kapituliert und ist wieder auf die andere Seite schlafen gegangen. Wenn ich jetzt daran nachdenke, dass ich sage, Judith söpft ist. Du möchtest dein Leben so leben, wie es ist. Welche Träume hast du noch, die du unbedingt in deinem Leben erfüllen möchtest?
An einem Traum arbeite ich durch meine Selbstständigkeit tatsächlich schon dran, dass ich auf der einen Seite mit meiner Arbeit extrem viele Leute inspiriere, unterstütze, ihre eigenen Wünsche und Ziele zu erreichen. Beziehungsweise jetzt halt auch mit Fehlern besser umzugehen. Für mich selber ist es dann halt tatsächlich auch das, dass ich mich selber wirklich weiterentwickle, also durch die Arbeit mit meinen Kunden selber an mir arbeite und mit der Arbeit dann die Möglichkeit habe, selbstbestimmter zu sein im Zuge, was halt so mein ganzes Zeitmanagement betrifft. Ich habe eine kleine Tochter mit 3 Jahren und versuche das trotz Selbstständigkeit schon so, dass ich an einigen Tagen die Woche nur Teilzeit arbeite in der Selbstständigkeit. Also wirklich sage, so, jetzt nachmittags ist frei und ich verbringe die Zeit mit meiner Tochter, weil die kann mir keiner zurücknehmen. Kein Geld der Welt, kein Auftrag der Welt ist es wert, die Zeit mit meiner Tochter dagegen einzutauschen. Wer weiß, das mag vielleicht von manchen Leuten jetzt großkotzig klingen, aber ich habe gesagt, das ist es. Also so viel Geld kann man mir nicht anbieten, als dass es, dass ich das gegen meine, gegen die Zeit mit meiner Tochter eintausche. Also das ist so ein Wunsch, dass das noch ein bisschen verstärkter ist. Und ein anderer Wunsch, den ich insgeheim hege, mit, über den ich noch mit nicht vielen Leuten geredet habe, ist tatsächlich ein Landhaus in der Provence, also so richtig in Italien, in Frankreich. In Frankreich, richtig schön unten in der Nähe vom, also nicht unbedingt direkt am Mittelmeer, sondern eher so ein bisschen im Hinterland, aber so schönes Backsteinhaus und die Lavendelfelder drumherum und ja, Weinreben vielleicht.
Das kommt mir bekannt vor.
Ja, das kommt mir bekannt vor. Ja, nein, Frankreich ist nicht mein Land.
Wo zieht es dich hin? Bitte?
Wo zieht es dich hin?
Das weiß ich noch gar nicht, das lasse ich offen. Also ich habe eine klare Vorstellung, dass dieses Haus, das ich übrigens haben möchte, das existiert so gar nicht, und für das brauche ich noch sehr viel Geld. Und da reden wir von 2 bis 3 Millionen, weil ich hätte gerne 150 Quadratmeter, von 150 bis 200 Quadratmeter pro Ebene, und es sollen 3 Ebenen werden, okay, wo ich wirklich 2 bis 3 Gästehäuser neben habe, die man auch als Retreat verwenden kann, und wirklich komplett Selbstversorger, was Gemüse angeht. Weil für mich ist organisches Obst und Gemüse das Wichtigste, was es gibt. Somit möchte ich das selbst anbauen. Ich möchte einen eigenen Spa-Bereich da drinnen haben. Ich mache einen riesengroßen Wohn— ich möchte auch, dass meine Kinder dann dort vielleicht eine kleine Miniwohnung noch zusätzlich haben, dass jeder seine nach Hause kommen können oder auch vielleicht dort wohnen, man weiß es ja nicht. Also das bedarf schon viel Geld. Ja, und ein Kriterium ist, es ist ein Hang, es ist im Hang gebaut, und gleichzeitig möchte ich aber aufs Meer sehen können. Ich muss nicht unmittelbar im Meer, also Meernähe sein, also können schon ruhig 10 bis 15 km weg sein, aber ich möchte das Meer jeden Tag in der Früh bei meinem Kaffee sehen. Und wo das ist, das lassen wir mal offen.
Sehe ich genauso. Ich kann mir das Bild jetzt auch schon richtig schön vorstellen von deinem Haus. Wir müssen in Kontakt bleiben, weil ich würde mich dann in eins der Gästhäuser einmieten, wenn ich dann einen Retreat anbiete.
Ja, ich möchte auch zu 90% von zu Hause aus arbeiten. Ja, eigentlich so 60% von wirklich zu Hause, wo ich immer nur in meiner Umgebung bin, weil sie gibt mir Kraft. Und die anderen bin ich auf Bühnen. Ich liebe Bühnen. Ich weiß, ich bin, seitdem ich 4 Jahre alt bin, habe ich dieses Bedürfnis, meine Message in die Welt zu tragen. Und ich weiß, geht nicht mit 10, 20 Menschen, das müssen 10.000 bis 20.000 Menschen sein. Und das ist gerade meine Fehlerkultur, die ich erarbeiten darf, weil ich auch sehr konditioniert wurde von meiner Familie. Also, ich lerne aus meinen Fehlern. Gibt es einen Trick, wie man Fehler besser akzeptieren kann?
Mir da tatsächlich bei geholfen hat, mit meinen Fehlern besser umzugehen, ist der Perspektivwechsel. Also zu schauen, ist der Fehler, den ich jetzt gemacht habe, für die Außenstehenden tatsächlich so gravierend, wie ich ihn gerade empfinde, oder sind für Außenstehende so, naja, meine Güte, ist ja wurscht, hast halt einen Fehler gemacht, lernst du draus. Wie man immer so schön sagt, Prinzessin hingefallen, aufstehen, Krönchen richten, weitermachen. Und das hat mir halt tatsächlich extrem geholfen, gerade im Beruflichen, dass ich das mir traue, mehr Fehler zu machen und auch zu sagen, Mensch, Ich kann halt nicht alles immer zu 100% wissen. Also gerade wenn du anfängst, irgendwo zu arbeiten, bist halt neu, musst dich irgendwie in neue Situationen, neue Systeme, Arbeitsprozesse einfinden. Hast zwar ein Paket an Erfahrung vielleicht schon, was du mitbringst, und trotzdem ist irgendwas, was neu ist, und du denkst jetzt, ach ja, ich muss jetzt aber zeigen, ich habe ja 15 Jahre Erfahrung, ich bin ja wer. Und genau dann passiert dir halt ein Fehler und irgendwie ziemlich blöd. Und wenn du dann aber wirklich mal in dich gehst und sagst, nee, meine Güte, kann passieren, ist nicht weiter tragisch, nichts Großartiges passiert. Ja, ich meine, ja, bei manchen Fehlern passiert dann halt auch mal was Großartiges, dann muss es aber ein echt gravierender Fehler sein. Aber halt gerade so bei ganz klitzekleinen Sachen, die wir ja, haben wir ja anfangs schon darüber geredet, da denkst du die Welt bricht zusammen. Und wenn du dann mal mit jemandem außen redest, der sagt, ist mir auch schon passiert, oder meistens vielleicht gar nicht aufgefallen, oder es ist mir gar nicht aufgefallen, genau. Ach wie, das war ein Fehler?
Echt? Ich dachte, es ist mit Absicht so. Ja, ist mir schon passiert, also kann ich davon sprechen. Also das war ein Fehler, ich habe das nicht gedacht.
Nein, auch schön. Und das hat mir tatsächlich extrem geholfen, das hat mir unheimlichen Druck von Schultern genommen. Aber genauso ist es halt auch, ich hatte, wir hatten das letztes Jahr, da hatten wir Besuch von Arbeitskollegen von meinem Mann, die sind abends zum Essen gekommen, und da denkt man ja auch, es muss jetzt alles total perfekt und der geile Ablauf und es darf nichts schiefgehen. Und dann ist mir in der Küche irgendwie ein Teller runtergefallen und ich dachte, oh mein Gott, Himmel hilf, jetzt ist dir da was runtergefallen. Ich meine, es war ein Teller, da war noch nichts drauf, also Wirklich null Problem, ne? Und dann halt mich aber kurz zusammengerissen, habe gesagt, nee, die ist ein Teller runtergefallen. Wie vielen Leuten, die da jetzt draußen im Esszimmer sitzen und gehört haben, dass dir ein Teller runtergefallen ist, ist in ihrem Leben schon ein Teller runtergefallen? Wahrscheinlich jedem. Also zusammenfegen, Mistkübel, weitermachen.
Nach draußen, ich habe einen Teller wieder repariert.
Schaut mal, was nicht passiert ist, sie haben kein Glück.
So sehe ich das persönlich mittlerweile. Habe ich noch eine Frage an dich, die Zeit unserer Kunden und Zuhörer auch ein bisschen zu schonen, sonst haben wir ab sofort nur mehr Videopodcasts. Wie kann man sich bei dir melden, wenn man mehr über die Fehlerkultur erfahren möchte?
Das geht auf mehreren Wegen, zum einen über meine Webseite www.stimmedeanett.com, oder für diejenigen, die auf der phonetischen Seite eher sind, das ist die Stimme, also www.stimmedeanett.com, aber alles zusammengeschrieben. Für diejenigen, die auf den sozialen Kanälen unterwegs sind, ich habe ein LinkedIn-Profil, bin auf Facebook und Instagram aktiv, immer ganz normal mit meinem Namen, also kein irgendwie aufgeplusterter Wunschname. Ich bin ich und ich stehe zu meinen Fehlern. Von daher einfach Annett Stemmler suchen und dann werdet ihr dort fündig. Ja, und dann freue ich mich.
Werden natürlich auch alle unten verlinkt, ganz klar.
Oder was kann Versandhändler auch mit meinem Namen das Hütebuch, also Hütechaos, an dem?
Und einen Tipp, den du noch mitgeben kannst.
Nimm dich selbst nicht zu ernst.
Das ist ganz gut. Das ist übrigens auch mein Lebensmotto, weil ich eben so viele Erfahrungen schon machen durfte, dass das Leben nicht immer so ernst ist, wie wir alle glauben.
Und wenn man mit dem Lachen durchs Leben geht, geht das Leben normalerweise leichter von der Hand. Das stimmt, das spreche ich aus Erfahrung.
Liebe Annett, ich danke dir jetzt recht herzlich, dass du hier heute zu Gast warst, und Es war ein aufregendes Gespräch. Das hätte ich mir gar nicht gedacht, dass man über Fehlerkultur so viele Sachen erzählen kann und trotzdem dabei lachen kann. Ja, genau. Und ich freue mich, dass du hier warst, und danke dir noch einmal. Ich bin heute schon so komplex. Und ich wünsche dir jetzt einen wunderschönen Tag. Ich wünsche allen Zuhörern noch einen wunderschönen Tag und freue mich schon, wenn ihr das nächste Mal wieder einschaltet.
Und danke.
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