19 Jun 2025 · 30 min
Jessica, a psychological counselor and energetician, discusses birth trauma with host Anna-Carina Hausegger. About one-third of women report traumatic births, marked by persistent tears, avoidance, or feeling powerless. Treatment ranges from talk therapy to craniosacral work and body scans, though specialized therapists remain scarce.
Chapters
Du bist nur eine begrenzte Zeit auf dieser Welt. Du hast es verdient, ein Leben zu leben, von dem du dir wünschst, es wäre deines. Lass all den Ärger hinter dir und erschaffe dir ein Leben, das dich mehr als überwältigt. Hallo, mein Name ist Anna-Carina und in diesem Podcast dreht sich alles um deine Identität, die du seit Jahren gekonnt versteckst, damit du scheinbar glücklich bist. Jetzt ist die Zeit, aus deinem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen und dich mit all deinen Facetten zu verkörpern. Bist du bereit, diese Reise anzutreten? Dann freue ich mich, dich als neuen treuen Hörer begrüßen zu dürfen.
Ich begrüße dich recht herzlich zu einer neuen Episode von You deserve this. Heute habe ich zu Gast die liebe Jessica. Jessica hatte mir gerade erzählt, dass sie schon Journalistin war und diese Seite eigentlich schon kennt. Und ist jetzt psychologische Beraterin. Ich glaube, ich hoffe, ich habe mich nicht vertan. Erzähl mal was von dir, bitte.
Ja, bis dahin alles richtig wiedergegeben. Genau, ich arbeite jetzt als psychologische Beraterin und auch als Energetikerin. Also ich verbinde diese beiden Dinge, weil für mich gibt es einfach keine Trennung. Ja, das ist schon mal was, was mir sehr wichtig ist, dass einfach unser ganzes System Körper, Geist und Seele zusammengehört. Und all diese Ebenen möchte ich in meiner Arbeit eben unterstützen, vor allem die belastende Geburtserfahrungen erleben mussten, also eben nicht so schöne Geburt mit ihrem Kind erlebt haben. Das ist meine Hauptzielgruppe, weil ich einfach finde, dass die total vergessen werden in unserer Gesellschaft, und für die möchte ich gerne eine Anlaufstelle sein. Genau, das mache ich jetzt in eigener Praxis. In Oberösterreich. Und ja, da gibt es mich jetzt seit ca. einem Jahr in dieser Form.
Ich finde toll, dass du angesprochen hast, dass du das Körper, Geist und Seele sehr vereinst. Begründung auf meinem Tattoo, da steht nämlich das Gleiche. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass man nur, wenn man im Einklang ist, ein erfülltes Leben führen, leben kann. Aber wie kommt man dazu, dass man, wenn man Journalistin ist, sich auf Geburtserfahrungen spezialisiert.
Ja, das fühlt sich eigentlich fast an wie ein anderes Leben, altes Journalistinnenleben. Also tatsächlich habe ich 20 Jahre lang als Journalistin gearbeitet und bin dann zurückgekehrt zu meinem ursprünglichen Berufswunsch. Also bevor ich in diese Medienwelt eingestiegen bin mit 20, wollte ich eigentlich unbedingt Diplom-Psychologie studieren und habe in Deutschland die Zugangsbeschränkungen von den Noten her nicht geschafft. Und dann ging halt mein Leben eine andere Richtung. Bin ich total froh drum, hat ja alles seinen Sinn, so wie es kommt. Aber letztendlich hat mich dann ja halt die Geburt meines eigenen Sohnes ja wieder eigentlich auf diese Spur gebracht, dass ich immer dachte, hey, ich hätte Hilfe nötig gehabt und war auf der Suche und habe irgendwie niemanden gefunden, der mich da abgeholt hätte mit meinem Thema. Und dann kam irgendwie so dieses Zurück, hey, du wolltest eigentlich immer im psychologischen Bereich tätig werden. Jetzt, ja, ist der richtige Zeitpunkt, das zu machen, weil jetzt hast du auch einen Auftrag. Also so habe ich tatsächlich empfunden, so dieses, mach es jetzt, ja. Weil so mit 40 kann man ja durchaus noch mal komplett von vorn anfangen beruflich. Und mit einem klaren Auftrag war die Motivation gefühlt natürlich noch mal größer, so ein konkretes Ziel auch zu haben. Was will ich denn damit, ja? Also also genau machen in dieser Welt. Ja, so kam das.
Du hast die Geburt von deinem Sohn angesprochen und dass du keine tollen Erfahrungen hattest. Jetzt frage ich mich nur, was versteht man unter schlechten Geburtserfahrungen? Weil ich glaube, dass Geburt allgemein kein schönes Thema ist.
Und das ist genau das, dass eigentlich wir in der Gesellschaft so verzerrtes Bild davon haben und Weil, also auf deine erste Frage, was ist eine schlechte Geburt oder eine schwierige Geburtserfahrung, das definiert eigentlich jede Mutter für sich selbst. Weil von außen gesehen, ja, kann vielleicht eine Frau ganz normale Geburt erlebt haben, aber für sie war es total schrecklich, weil sie sich total ausgeliefert gefühlt hat oder mit den Schmerzen so nicht zurechtgekommen ist, weil sie sich nicht gut betreut gefühlt hat. Also die Definition Geburtstrauma ist natürlich so klinisch, aber eigentlich entscheidet das nur die Frau selber. Wie geht es mir damit? Leide ich darunter oder kann ich es gut nehmen, wie es gelaufen ist? Ja, was für mich vielleicht sogar an einigen Punkten total schön und so weiter. Also es wird da oft so drüber gefahren, dass es heißt, man vergisst doch alles, oder sei doch froh, dass das Kind gesund ist. Ja, alles voll wichtig und richtig, dass alle körperlich gesund sind, aber da hört es halt nicht auf bei der körperlichen Gesundheit, sondern man kann glücklich sein darüber, dass man alles körperlich gut überstanden hat und das Kind auch, und kann trotzdem gleichzeitig drunter leiden, wie es gelaufen ist. Und dass diese Gleichzeitigkeit der Gefühle meistens das Erste, was ich meinen Klientinnen versuche beizubringen, ja, dass sie alles da sein lassen. Was halt kommt zu diesem Thema.
Das heißt, egal wie die Geburt im Außen war, es geht immer darum, wie sie sich im Inneren angefühlt hat.
Genau, also wie die Frau das empfunden hat, weil es muss nicht unbedingt—
ich denke gerade meine 2 Schwangerschaften zurück.
Ja, okay. Also eben, es muss nicht bei einer Geburt sein, also es muss nicht um Leben und Tod gegangen sein, dass man sagt, ja, das berechtigt quasi die Frau dazu, einen Geburtstrauma zu haben, oder ein ungeplanter Kaiserschnitt ist ja auch oft so ein Thema, wo Frauen wirklich lang dran zu knabbern haben. Natürlich wurde dadurch womöglich eine gefährliche Situation entschärft, aber das heißt ja nicht, dass sie nicht völlig überfordert damit womöglich war in der Situation, weil alles so schnell ging oder so, und weil man nicht drauf vorbereitet war, weil man meistens halt auch noch dazu vielleicht in ganz alte Trigger reingeworfen wird. Also ganz alte Geschichten, ja, wo man einfach sowieso empfindlich ist, ja, wie die Leute mit einem umgehen. Und wenn du eh selber 2 Kinder auf die Welt gebracht hast, weißt du es. In dem Moment ist man so offen und empfindsam und sensibel wie wahrscheinlich nie sonst im Leben.
Ja, aber ist es nicht eigentlich die Aufgabe einer Hebamme, davor die Frau darauf vorzubereiten? So habe ich das damals halt empfunden.
Ja. Ja, und trotzdem bist du dann nicht gefeit davor, dass dich dann in deine alten Themen reinwirft. Also wenn du in das, sage jetzt mal Beispiel, wenn du kein Thema damit hast, dass du gerne eigentlich die Kontrolle über dein Leben hast und so eine Frau Kontrolletti bist, ja, mit ganzen Kalender und alles ist durchgeplant und alles muss genauso laufen, wie du dir das vorstellst, Und dann läuft aber die Geburt komplett anders, ja, weil es gibt dann Komplikationen und es muss dann da eingegriffen werden. Und man, dann haut es dich wahrscheinlich da eher in ein Thema rein und fühlst dich da komplett orientierungslos, hilflos, machtlos. Und diese Machtlosigkeit, die kann ja echt ganz tief gehen, die kann ja echt ganz böse in einem wirken im Nachhinein. Als wenn vielleicht ein Mensch, der sowieso eher so lebt, ach, ich nehme alles, wie es kommt, also der da irgendwie relaxter ist, der kann dann vielleicht mit so einem veränderten Ablauf besser umgehen.
Und wie hilfst du den Menschen dann im Nachhinein?
Ja, dass man sich überhaupt mal anschaut, was ist der Punkt, wo hänge ich da, also was genau ist das Problem, warum muss ich in Tränen ausbrechen jedes Mal, wenn ich die Geschichte erzähle, zum Beispiel, warum kann ich nicht sagen, ja, es war halt nicht schön und abgehakt, ein Teil meiner Lebensgeschichte. Es geht ja offenbar so tief, dass ich da irgendwo festhänge. Hängen. Und das gilt es halt als Erstes mal rauszufinden, wo genau hänge ich eben, welches Thema ist da präsent. Ist es die Hilflosigkeit, oder ist es so ein Thema mit, dass man das Gefühl hat, man ist überhaupt nicht mehr in seiner Selbstwirksamkeit gewesen, ja, weil so die Ärzte über einen halt bestimmt haben, was jetzt abläuft. Oder ja, es sind ganz, ganz tiefe Themen, die man da dann entdecken darf. Und dann weiß man, wo man ansetzen kann, ja, wo man sagt, okay, wo landen wir denn da jetzt. Und ein ganz wichtiger Punkt ist, zu unterscheiden lernen, was ist jetzt und was ist vorbei. Weil in dem Moment, wo ich die Geschichte erzähle und fall da wieder in das Gefühl rein und muss dann eben weinen und fühle mich da total wieder zurückgebracht, Situation überschneiden sich ja Gegenwart und Vergangenheit irgendwie, weil jetzt in der Gegenwart ist ja die Geburt nicht mehr, die ist ja längst vorbei. Aber das Gefühl ist so präsent in dem Moment, bzw. ist womöglich noch verstärkt durch halt dieses dahinterliegende Thema, was sich da angetriggert fühlt. Und dadurch wird es so eine Riesengeschichte für einen, die man nicht allein händeln kann, weil man halt einfach nur in diesem Emotionsfeuer ist.
Und wie viele Frauen sind davon im, so im Durchschnitt betroffen?
Es gibt Studien, die gibt es da, Statistiken, da gibt es nicht viel, und vor allem keine österreichischen und deutschen interessanterweise. Also es gibt da schwedische und kroatische Umfragen, aber eben im Zuge meiner Diplomarbeit habe ich mich eben genau mit dem auch auseinandergesetzt, und da kommt eigentlich raus, dass es ziemlich viel sind. Ein Drittel aller Gebärenden gibt eigentlich in diesen Umfragen an, eben da in Situationen gekommen zu sein, die, die für sie traumatisch war. Jetzt muss man sagen, jetzt brauchen nicht unbedingt dieses Drittel dann Unterstützung im Nachhinein, um das aufzuarbeiten, ja, sondern du kannst dann ungefähr sagen, ein Drittel dieses Drittels schafft es schwierig allein, sondern braucht einfach gewisse Zeit lang dann Unterstützung. Und nur ein ganz geringer Prozentsatz, ich frage mich, dann tatsächlich hängt dann tatsächlich so tief drin, dass es halt Richtung Wochenbettdepression oder so geht. Also da muss man schon noch mal eine klare Unterscheidung treffen. Das betrifft ja tatsächlich nur, Gott sei Dank, ganz wenige über einen längeren Zeitraum.
Das heißt, du meinst, dass Menschen, die eine Wochenbettdepression haben, so ein Geburtstrauma erlitten haben?
Nicht unbedingt.
Habe ich das richtig verstanden?
Ja, nein, nicht unbedingt. Da, also für mich ist das krass und so weiter mit, das ist eher im, in dem klinisch-psychiatrischen Bereich ja auch beheimatet. Und deswegen muss ich daher für mich ja die klare Unterscheidung treffen, ne? Wenn Eltern zu mir kommen, ist es jetzt der Fall für mich, die Oder darf ich die tatsächlich da weiterverweisen, weil es ja da auf einer anderen Ebene aufgefangen werden muss?
Und wie kann sich so eine Person, wenn sie jetzt zum Beispiel so ein Trauma hat— ich denke die ganze Zeit nur an meine erste Geburt von meiner älteren Tochter nach. Das war leider, ich war damals 19 Jahre, 2 Monate 19 Jahre alt, eine Trockengeburt. War nicht besonders schön, im Stehen schon fast, aber egal. Und denke mir nur gerade die ganze Zeit, ob mich das irgendwie beeinflusst hat im heutigen Leben. Das ist meine Frage, die ich die ganze Zeit habe: Können solche Geburten uns als Frau psychisch, mental und vor allem emotional unser restliches Leben beeinflussen?
Glaube ich schon. Zum Beispiel beschließen viele Frauen nach so einer Geburtserfahrung, ich kriege kein zweites Kind. Zum Beispiel, die— ich habe ein zweites Kind, okay, aber das ist zum Beispiel ja so eine Auswirkung, wo man sagt, okay, ich kann mich dem nicht ein zweites Mal aussetzen, ich habe nach der ersten Erfahrung so viel Angst davor. Ich wünsche mir zwar sehnlichst mehr Kinder als eins, aber ich schaffe das nicht, mich dem noch mal auszusetzen. Ist ja eine lebensverändernde Entscheidung, also zum Beispiel auf deine Frage hin, aber auch auch einfach auf der emotionalen Seite. Ich glaube, dass durchaus, ich meine, junge Mütter sind natürlich allein durch ihre neue Aufgabe und so ja schneller mal überfordert. Kennen wir wahrscheinlich alle diese Zustände. Aber wenn du dir jetzt vorstellst, du hast dahinterliegend noch unaufgearbeitete Themen, die dich, die eigentlich die ganze Zeit so im Unbewussten mitlaufen, die du verdrängst, weil du gar keine Zeit dir nimmst, dich dem zu widmen, dann kannst du dir ja vorstellen, wie schnell das Fass noch zusätzlich voll ist. Von einer jungen Mutter, wenn die eigentlich unbewusst eh schon so ein Thema hatte und so gestresst eigentlich von dem ist, dass sie das nie verarbeiten konnte. Naja klar, bleibt dann nicht mehr viel Kapazität für Familien und Kinderchaos.
Nein, ich verstehe das. Ich frage mich jetzt nur, wie kann man sich alleine helfen? Also wie kann— gibt es irgendwelche Möglichkeiten, alleine da rauszukommen? Oder welche Tipps hast du herauszufinden, ob ich überhaupt ein Thema habe mit Geburts- Trauma.
Jetzt habe ich sie. Ja, also ich denke mal, wie kann man das herausfinden? Also ich glaube, jede Frau, die sich, die davon betroffen ist, weiß das jetzt. Ja, also wenn du die, wenn du fragst, hey, wie geht's damit, deiner Geburt? Ja, dann gibt's ja eigentlich nur 3 Reaktionen. Entweder ja, es war eh alles super schön, und alles gut, oder nee, passt schon, und weißt du, wo man so richtig merkt, die will eigentlich gar nicht drüber reden. Oder die dritte Reaktion: Es war total furchtbar für mich und ich will das nie wieder durchmachen. Und die letzten zwei, die haben eigentlich ein Thema, und es ist halt für viele Frauen total schwierig, das überhaupt sich selber einzugestehen. Das ist ja schon mal der erste Punkt, weil wir alle in unserer— so konditioniert sind mit diesen Sätzen. Man vergisst eh alles, und weißt, Geburt ist halt nicht schön, kann die denn überhaupt schön sein? Wir sind ja total so programmiert. Also mal zu sagen, hey, ich leide darunter, egal wie es eben verlaufen ist, aber mir geht's nicht gut dabei, wenn ich dran denke, das ist ja schon mal erster voll wichtiger Schritt. Ich selber gegenüber, da muss ich es noch gar nicht wem anderen gegenüber ausgesprochen haben, sich selber gegenüber einzugestehen, hey, ich habe dann Thema. Also das ist schon mal ganz wichtig. Und ob man sich dann Unterstützung holt oder ob es dann vielleicht sogar einfach reicht, mit guten Freundinnen drüber zu reden und sich da eigentlich gegenseitig dann zu therapieren. Weil das erlebe ich bei meinen Klientinnen voll oft, die kommen dann nach 2, 3 Sitzungen wieder zu mir und sagen, boah, ich hätte es nie gedacht, wie viel von meinen Freundinnen eigentlich auch so eine Geschichte zu erzählen haben. Wenn eine anfängt zu reden, fangen plötzlich die anderen an auch zu reden, und dann erzählt man sich die wahren Geschichten und nicht nur dieses, ja, ja, passt schon, und war halt nicht so toll. Und allein den Austausch, passiert voll viel, dieses darüber reden können, ohne ja ein Blatt vorm Mund nehmen zu müssen. Das hilft ja vielen schon total.
Also das meinte ich, einfach offen darüber zu reden. Ja, total, das würde viel Wahrheiten und nicht die Schönheiten.
Genau, das würde viel Druck rausnehmen aus dem Thema, weil man sich dann nicht verstecken muss.
Ich glaube auch ehrlich gesagt in allen Themen Ja, das stimmt, das ist bei ganz vielen. Wenn wir jetzt darüber gesprochen— wir haben darüber gesprochen, dass wir darüber sprechen sollen. Jetzt frage ich mich gerade, wenn ich aber eine so schüchterne Person bin, die eigentlich sich gar nicht traut, irgendetwas zu sagen, und auch nicht wirklich Freunde hat— es gibt ja Menschen, die haben nicht wirklich Freunde, sondern nur Bekannte. Wem kann ich mich dann noch anschließen?
In Wahrheit kann natürlich jeder Psychotherapeut oder jeder psychologische Berater oder Beraterin sich als Ansprechpartnerin dafür zur Verfügung stellen, ja. Was mich da nur gestört hat selber als Betroffene damals, als ich Hilfe gesucht hätte: Man ist ja mit eben in seinem Tunnel mit seinem Thema unterwegs, und dann fängt man an zu googeln und sucht zu dem Thema Ansprechpartner, und es gibt so viele Therapeuten, die sich auf Burnout-Prävention oder irgendwas spezialisiert haben. Das heißt, wenn ich das Gefühl habe, dann gehe ich natürlich zu jemandem, der auf seiner Homepage irgendwas zum Thema Burnout stehen hat, weil da fühle ich mich dort verstanden und gut aufgehoben. Aber eben mit diesem Geburtsthema findet man halt verdammt wenig. Also deswegen würde ich dann solche Menschen ermutigen, hey, eben, ihr könnt theoretisch zu jeder. Wahrscheinlich ist eine Frau als Ansprechpartnerin für die meisten dann irgendwie im ersten Zugang her sympathischer. Jeder Therapeut oder jede psychologische Beraterin oder auch Coach ist da ein guter Ansprechpartner, weil die dich dann halt einfach da abholt, wo du stehst, und es vielleicht für viele, wie du sagst, auch sogar leichter ist, mit jemandem total Unbeteiligten erstmal zu sprechen, als wie in seinem eigenen Umfeld da jemanden zu suchen.
Ja, und Hebammen, können Hebammen auch helfen?
Ja. Nur sind, war meine Erfahrung, dass die Hebammen eh schon es viel zu wenige gibt und so viel Arbeit haben mit dem Eigentlichen, nämlich Frauen für die Geburt vorzubereiten und im Wochenbett zu begleiten. Jetzt war bei mir es damals so rund um den ersten Geburtstag von meinem Kind, dass ich gemerkt habe, hey, ich hänge da echt noch voll fest, und habe dann Kontakt zu meiner Hebamme aufgenommen, weil ich auch nicht wusste, wo soll ich hin damit. Und dann fühlen die sich nicht so zuständig, ja, weil du bist nicht gerade akut wieder schwanger, wo sie dich betreuen, und du kurz nach der Geburt gehörst auch nicht mehr rein nach einem Jahr. Also wenn die Zeitkapazität hat, nimmt sie sich womöglich des Themas an, aber wir wissen ja, dass es im Hebammenbereich sehr knapp ist.
Das heißt, im Endeffekt wäre es intelligent, wenn wir so ein Netzwerk erschaffen würden, das wirklich rund die Geburt ist. Weil wie wäre es mit einem Kinderarzt oder Ärztin? Es ist ja, aber die gibt's ja auch wieder nicht so viele Frauenärztinnen.
Ja, also alle, die eigentlich so zu tun haben mit jungen Müttern, nicht nur bis zur Geburt oder kurz danach, sondern ich hatte eine Klientin vor paar Monaten da, der ihr Sohn ist 18. Und sie stellt sich jetzt dem Trauma, was sie damals erlitten hat. Also das hört ja nie auf, ja, man kann das ja wirklich lang verdrängen, weil man einfach meint, ach ja, und ich komme damit schon allein klar. Und dann geht's womöglich auch ein paar Jahre, aber dann kommt vielleicht noch mal eine ganz andere Situation, wo dieses Thema noch mal angetriggert wird, und dann spült es halt wieder hoch. Und ja, dann ist vielleicht das Kind schon 18, naja, da fühlt sich kein Kinderarzt mehr zuständig und keine Hebamme.
Ich suche nur gerade nach Anlaufstellen, wenn Du bist ja auch nur zeitlich begrenzt. Ja, ich würde jetzt, außer du hast einen Onlinekurs, den wir jetzt weiterempfehlen können, ich habe keine Ahnung, wo die Menschen dadurch laufen, aber ich gehe mal davon aus, dass du auch nur 24 Stunden am Tag hast. Deswegen suche ich gerade eine Möglichkeit, wo Menschen, die nicht in Österreich leben, Anlaufstellen bekommen, weil es ist wirklich ein Thema, das habe ich mir so noch gar nie wirklich bewusst gemacht, aus dem Grund Weil vielleicht habe ich es verdrängt, ich habe keine Ahnung. Aber ja, besonders schön.
Aber ja, aber vielleicht waren einfach auch deine eigenen Ressourcen groß genug, um das selber zu verarbeiten. Ja, also das heißt jetzt nicht, dass jeder, der dann eigentlich sagt, naja, schön war sie nicht, meine Geburt, aber habe jetzt da alles, mein Trauma verdrängt, muss nicht sein. Ja, dass du deswegen wegen ja in, in da irgendwo festhängst. Kann natürlich sein, dass du in einem Jahr drauf kommst, hey, okay, ja doch, jetzt kann ich da ganz anders drauf schauen oder so auf das Thema. Ich finde, solange man da ehrlich zu sich selber ist, wo stehe ich denn und wie geht's mir denn wirklich, ist echt so der erste Schritt. Weil dann kann ich mir eben, wie du sagst, entweder beim Arzt, ja, wenn ich, wenn du bei der Frauenärztin zum Beispiel das Thema bringst, wird die wahrscheinlich sagen, ja, hier Ich kenne da irgendwie eine Therapeutin oder so und würde dich da weiterempfehlen. Ob die jetzt spezialisiert ist auf so Fälle, spielt ja eigentlich gar keine Rolle. Im Grunde kann man ja, wie gesagt, zu jedem gehen. Abgeholt, da fühlt man sich halt, ja, wenn man einen Flyer in der Hand hat, wo man genau, oder im Internet auf eine Seite stößt, wo man zu dem Thema gleich schon mal was liest. Genau.
Zweite Frage dazu: Nach was sucht man, wenn man sich so solche Gedanken hat? Ich würde jetzt nämlich— ich wüsste gar nicht, nach was ich suchen müsste. Nach was sucht man, wenn man jetzt merkt, so, irgendwo habe ich da doch was, ich möchte einfach mal kurz darüber reden, vielleicht ist es ja doch etwas, was mich bedrückt? Wie sucht man da Traum?
Ja, das ist eine voll gute Frage, weil die habe ich mir natürlich auch gestellt, als ich meine Homepage gemacht habe, und es ist tatsächlich schwierig. Weil ob man tatsächlich das Wort Geburtstrauma sucht, weil da ist man ja dann eigentlich schon recht weit in der Selbstreflexion, ja, wenn ich, wenn ich mich da selber irgendwo einkategorisiere. Frauen, die mit dem Thema Kaiserschnitt konfrontiert sind, die würden wahrscheinlich sehr konkret Kaiserschnitt suchen oder ungeplanter Kaiserschnitt, ja. Schwierig, weil das Wort belastende Geburtserfahrungen, so wie jetzt meine Wortkreation ist, Es kommt nämlich daher, dass ich das Wort Trauma nicht so verwenden darf, zum Beispiel auf meiner Homepage, weil das den Psychologen vorbehalten ist. Das würde wahrscheinlich so auch keiner googeln. Ja, es ist total schwierig in dem Feld.
Oder schlechte Geburtserfahrung.
Ja, schlechte Geburtserfahrung.
Ich wüsste jetzt wirklich nicht, nach was ich suchen würde. Wenn ich jetzt belastet, was würde ich suchen? Es ist spannend, also muss ich ehrlich sagen, ich wüsste jetzt nicht, wie ich da noch weiterhelfen kann in diesem Thema, sagen wir so. Ich hoffe, die Menschen finden mich trotzdem, aber ich trotzdem, wir werden natürlich alles unten verlinken, um das geht's da jetzt gar nicht. Aber ich habe nur gerade gefragt, weil nach was sucht man dann? Also ich bin ja ein Mensch, wenn ich ein Problem habe, so wie du sagst, ich gehe mal auf Google und suche mal und informiere mich einmal. Und die ersten 3 Google-Sucheinträge werden aber durchforstet, deswegen. Aber nach was sucht man? Das ist halt dann immer die Frage. Wie findet man dann diese Menschen, die dafür ja da sind?
Ja, also wenn du zum Beispiel ganz konkret auf deine Situation an, wenn du jetzt Beispiel eine Frau bist, die ist jetzt mit dem zweiten Kind schwanger und denkt sich, oh Gott, meine erste Geburt war so schlimm, ich habe echt Angst, wie soll ich die zweite Geburt schaffen? Die sucht wahrscheinlich Angst vor der Geburt. Frauen mit dem Kaiserschnitt, und wie kann sie diesen Menschen den Kaiserschnitt mit im Wording haben? Und ja, es ist tatsächlich nicht leicht, diese Frauen abzuholen.
Also auf jeden Fall, jeder, der das jetzt hört, Ihr könnt euch gerne bei Jessica melden. Alles ums Thema die katastrophalste Geburt, die ich jemals im Leben gehabt habe, und wie ich sie aufarbeiten darf. Vielleicht stimmt das, vielleicht suchen die Menschen nach. Ich habe keine Ahnung, Google wird es schon wissen. Aber gibt es noch irgendwelche Tipps, die du hast, wie man sich selbst helfen kann, ohne dass man mit anderen darüber spricht? Gibt es da irgendwie auf der humanenergetischen Seite Möglichkeiten? Weil es gibt ja Menschen, die— also wenn ich jetzt so an meine Familie denke, da gibt es keinen, der wirklich offen über solche Themen spricht, außer ich. Aber so wirklich, die sind alle eher so verschlossen. Vielleicht gibt es Themen, die— also Dinge, die man tun kann, selbst einmal zu schauen, ob es da wirklich was ist. Blockiertes Chakra, Root-Chakra oder so, kann man das auf das zurückführen? Beckenboden.
Ja, da ist es tatsächlich ja auch so, dass sich das nicht unbedingt, ja, dann in dem Bereich niedersetzen muss. Ja, ich meine, natürlich vermutet man ja, dass man dann irgendwie Blockade im Becken hat, aber wenn ich dann zum Beispiel so— ich mache gerne so Trance-Reisen eben auch, um rauszufinden mit den Frauen, wo sitzt denn das Ganze, wo hat sich denn das niedergesetzt im Körper. Und da kann man durchaus ganz woanders landen, ja, oder stellt dann plötzlich fest, hey, der Bereich, wo ich eigentlich gedacht habe, das sei ich so verspannt, der, der ist gar nicht so negativ damit behaftet. Und das ist auch total heilsame Erfahrung. Aber eine Frage zu versuchen zu beantworten, wie finde ich das raus? Ich finde, der größte Indikator ist, wenn man eben wenn man an die Geburt denkt und an das, wie es abgelaufen ist, egal ob man es jetzt dann ausspricht und erzählt oder einfach nur dran denkt, wenn man einfach merkt, da entweder man wird tatsächlich emotional und es kommen Tränen und man kann das gar nicht anders erzählen, außer man, oder man schluckt die Tränen halt runter, aber man merkt so, es kommen Emotionen, die man am liebsten gleich wieder wegdrückt, das ist eigentlich der beste Indikator. Wenn ich die Geschichte nicht einfach nur wie eine, wie erzählen kann, ich sage jetzt mal, wie, wie deine Einschulung war, erzählst ja wahrscheinlich auch, ohne dass du da groß reinfällst.
Also du meinst, wenn man die Geschichte erzählt, also von der Geburt erzählt und sehr emotional dabei wird, dann hat man definitiv ein Trauma oder eine schlechte Erfahrung.
Trauma, genau, weil wir dürfen ja keine Traumen diagnostizieren. Genau, dann weiß ich, ich habe dann Thema. Oder wenn ich merke, ich will am liebsten gar nicht drüber reden, das ist so die Vermeidungsstrategie, natürlich am liebsten gar nicht drüber reden, weil dann muss ich mich ja den Emotionen gar nicht aussetzen.
Und wie bringst du das Ganze jetzt dann mit deiner Humanenergetik in Verbindung?
Naja, das ist eben dann dieser Zugang in der Aufarbeitung. Also mache ja auch Craniosakral- Behandlungen, wo man dann eben einfach mal gar nicht spricht, sondern einfach eben auf der energetischen Ebene das Ganze wirken lässt. Und da zieht es einen ja dann automatisch zu den Körperbereichen auch hin, ja, wo man merkt, okay, da braucht es einfach viel mehr Zuwendung, um auch die Energie überhaupt wieder fließen zu lassen. Und das muss, wie gesagt, nicht einmal unbedingt die Kaiserschnittnarbe sein. Ich meine, natürlich ist das Bereich, der da sehr—
okay, leider ist das Interview jetzt vorbei, denn Jessica hatte beim Aufnehmen wahnsinnig Probleme mit ihrer Internetverbindung und er hat auf einmal einfach abgehakt und es war standblind. Wir wussten nicht mehr weiter und ich habe gesagt, ich versuche es das Interview so gut wie möglich zu erhalten, ohne dass wir es neu aufnehmen müssen. Und das ist das Endresultat, also eine kürzere Folge mit einem sehr, sehr spannenden Thema über das, wovon niemand spricht, denn Erfahrungen zu machen als Frau, die uns eigentlich unser ganzes Leben lang belasten könnten, und ich bedanke mich trotzdem recht herzlich, dass du bis hierher zugehört hast, dass du dir die Zeit genommen hast, dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Und falls du hier wirklich auch Erfahrung damit hast und ein Problem damit hast, such dir die Hilfe dazu. Ich packe dir unten in der Infobox alle, alle, alle Links von Jessica rein, damit du dich bei ihr melden kannst. Und ansonsten versuche es aufzuarbeiten, denn es könnte dein Leben verändern, wenn du hier wirklich ein Problem hast und bis jetzt einfach nur noch mitbekommen hast, dass Und bis dahin wünsche ich dir das Beste, was es gibt, und wir sehen und hören uns bei der nächsten Episode. Bis dann!
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