Ohne dein Herz funktioniert nichts | 160 OTL Fitness-Podcast

Transkript einer Podcastfolge (OTL Fitness-Podcast) über das menschliche Herz: Aufbau (Herzhälften, Vorhöfe, Kammern, Klappen), Gewebsschichten (Myokard, Epikard, Endokard), das autonome Erregungsbildungs‑ und -leitungssystem (Sinusknoten, AV‑Knoten, His‑Bündel, Purkinje‑Fasern) sowie physiologische Besonderheiten (Frank‑Starling‑Mechanismus, Refraktärphasen, 'Alles‑oder‑nichts' Prinzip). Es erläutert zudem das 'Sportherz' (Anpassungen bei Ausdauersportlern: Hypertrophie, erhöhtes Schlagvolumen, niedriger Ruhepuls) und schließt mit Hinweisen zur Einordnung und Rückbildung nach Beendigung intensiven Trainings.
Heute habe ich dir eine Sequenz aus dem Audiobook der B Lizenz mitgebracht. Und zwar thematisieren wir heute das Thema Herz. Wie ist es aufgebaut, wie funktioniert die Kontraktion und was ist überhaupt ein Sportherz? Vieles weitere klären wir gleich nach dem Intro. Herzlich willkommen zum Online Trainer Lizenz Podcast. Im Gespräch über Fitness und Ernährung. Lerne von Experten, wie du erfolgreich trainierst, dich richtig ernährst und typische Sportverletzungen vermeidest.
B Herz. Das Herz stellt einen Hohlmuskel dar. Es liegt unmittelbar hinter dem Brustbein, wobei die Herzspitze nach links unten zeigt. Das Herz besteht aus einer linken und einer rechten Hälfte, die durch eine Scheidewand voneinander getrennt sind. Jede der beiden Herzhälften verfügt über einen kleineren Vorhof und eine größere Kammer. Zwischen Vorhof und Kammer sowie am Ausgang der Kammern befinden sich je eine Herzklappe zur Steuerung des Blutflusses. Bei leichter Tätigkeit schlägt das Herz eines erwachsenen Menschen ca. 60 bis 80 Mal pro Minute. Der Herzmuskel oder Myokard, lateinisch Myokardium, nimmt den größten Teil der Herzwand ein. Die Herzmuskulatur ist außen vom Epikard, lateinisch Epikardium, und innen von der Herzinnenhaut, lateinisch Endokard, umgeben. Spezialisierte Herzmuskelzellen, die spontan selbst Aktionspotentiale auslösen können, steuern die Herzaktion. Sie werden als Erregungsbildungssystem bezeichnet. Die Weiterleitung des Impulses auf die eigentliche Arbeitsmuskulatur erfolgt über Gap Junctions, spezialisierte Herzmuskelfasern und nicht über Nervenfasern. Die Anpassung der Herzmuskeltätigkeit an kurzfristige Blutdruckschwankungen erfolgt über den Frank Starling Mechanismus in der Herzmuskulatur. Selbst. Diese Anpassung an wechselnde körperliche Aktivitäten wird über das Kreislaufzentrum im Stammhirn und das vegetative Nervensystem gesteuert. Das geschieht unabhängig vom Willen des Menschen. Das Erregungsleitungssystem des Herzens leitet die elektrischen Signale weiter, welche die Pumptätigkeit des Herzens regulieren. Der Grundrhythmus dieser Impulse entsteht durch das Erregungsbildungssystem. Erregungsbildungssystem wie Erregungsleitungssystem des Herzens bestehen nicht aus Nerven, sondern aus spezialisierten Herzmuskelzellen. Erregungsbildungssystem. Primärer Impulsgeber. Schrittmacher des Herzens ist der Sinusknoten. Der Sinusknoten erzeugt elektrische Impulse aufgrund seiner Lage im rechten Vorhof. Er erfolgt die elektrische Erregung und somit auch die Kontraktion der Muskelzellen vom rechten Vorhof aus. Pro Minute gehen vom Sinusknoten etwa 70 bis 80 Erregungen aus. Der zweite Schrittmacher des Herzens ist der atrioventrikularknoten oder kurz AV Knoten. Im Fall eines Ausfalls des Sinusknotens kann der AV Knoten als sekundärer Schrittmacher Impulse geben. Der AV Knoten selbst kann 40 bis 50 Erregungen pro Minute erzeugen. Erregungsleitungssystem. Erregungen werden vom AV Knoten weiter bis zum His Bündel nach Wilhelm His geleitet. Auch das His Bündel hat einen Eigenrhythmus und kann 20 bis 30 Erregungen pro Minute initialisieren. Somit kann das His Bündel als tertiärer Schrittmacher des Herzens eine Backup Funktion für den AV Knoten übernehmen. Der gemeinsame Stamm des His Bündels, lateinisch truncus fasciculi atrioventricularis, teilt sich in drei Äste auf, in zwei linke und einen rechten. Tavara Schenkel nach Suanotavara. Ist die Erregungsleitung in einem der Schenkel unterbrochen, heißt das Schenkelblock. An der Herzspitze teilen sich die Schenkel weiter in Purkinje Fasern nach Jan Evangelista Pukinje auf. Sie stellen die letzten Leitstrecken des Erregungsleitungssystems dar und stehen in Kontakt mit den Herzmuskelfasern der Arbeitsmuskulatur. Reiz und Erregung. Ein Reiz, zum Beispiel Wärme, Druck oder Schmerz, ist eine äußere Einwirkung, die zum Beispiel in der Haut durch Sinneszellen Rezeptoren aufgenommen wird. Ein Reiz bewirkt an den nachgeschalteten Nervenzellen elektrische Impulse, die als Erregungen bezeichnet werden. Eine Besonderheit liegt hierbei in dem Erregungsleitungssystem des Herzens. Dieses benötigt keinen externen Reiz, sondern funktioniert autark. Es bildet und erzeugt eigene Impulse, sodass es unabhängig vom restlichen Körper funktioniert. Deswegen gibt es auch das Phänomen, dass ein menschliches Herz in einer geeigneten Nährstofflösung sogar außerhalb des Körpers schlägt. Es handelt sich um eine Art Schutzmechanismus, sodass unser Herz Kreislauf System in keinerlei Abhängigkeit zu externen Impulsen steht, wie es bei anderen Funktionen des Organismus der Fall ist. Sportherz. Als Sportherz bezeichnet man das erweiterte, auch hypertrophierte gesunde Herz des trainierten Ausdauersportlers. Es besitzt eine vermehrte Kapillarisierung dank eines gestärkten Herzmuskels, eine Zunahme des Herzschlagvolumens in Ruhe und Belastung, Absinken des Ruhe und Belastungspuls, eine Senkung des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels in Ruhe, eine höhere Belastungsfähigkeit sowie eine geringere Anstrengung auf eine vorgegebene Belastungsstufe. Das Sportherz bietet leistungsstarke Voraussetzungen für Ausdauerbelastung in der Brust von Ausdauersportlern. Im Hochleistungsbereich schlägt Ein riesiger Muskel, 1,6 Liter sind die gemessenen Höchstwerte. Er ist doppelt so groß und treibt mit jedem Herzschlag doppelt so viel Blut in die Adern wie das Organ eines Untrainierten. Bei Läufern, Ruderern, Schwimmern, Triathleten und anderen Ausdauersportlern passt sich die Pumpmuskulatur der Belastung an. Herzfrequenz, Schlagvolumen und Herzminutenvolumen verändern sich. Dieses Herz arbeitet demzufolge ökonomischer und leistungsfähiger. Früher wurde dieser Anpassungsprozess aufgrund eines oft sehr niedrigen und unregelmäßigen Pulses in Extremfällen lediglich 30 bis 32 Schläge pro Minute als schädlich bezeichnet. Doch normalerweise ist ein Sportherz ungefährlich. Wenn sich der Athlet vom Hochleistungssport verabschiedet, bildet es sich gewöhnlich binnen weniger Jahre auf seine nahezu normale Größe zurück. 5. Myokard. Der Großteil des Herzmuskels besteht aus den mechanisch aktiven Zellen, dem Triebmyokard. Diese Zellen kontrahieren, lateinisch Systole und erschlaffen in regelmäßiger Folge. Ein kleiner Teil der Zellen ist auf die Bildung und Leitung von Aktionspotentialen das Erregungsbildungs und Erregungsleitungssystem. Es löst die Herzschläge aus und koordiniert die Aktion der Vorhöfe, lateinisch Atrien und Kammern. Das Myokard erregt sich rhythmisch selbst durch einen Schrittmacher Autonomie des Herzens. Die Myokardzelle bleibt nach der Depolarisation mehrere hundert Millisekunden auf einem Depolarisationsplateau. Während dieser Zeit ist die Myokard Zelle reizunempfindlich, refraktär, lateinisch refractarius. Aktionspotentiale breiten sich über die Gap Junctions zwischen den Myokard Zellen aus, sodass sie immer den ganzen Muskel erfassen und zur maximalen Kontraktion führen. Alles oder nichts Gesetz. 6. Herzgesetze. Unterschiede zum Skelettmuskel. Aktionspotential und Kontraktion. Herz. Die kurz nach Beginn des Aktionspotentials einsetzende Kontraktion Systole fällt in die Plateauphase des Aktionspotentials. Das Myokard ist deshalb während der gesamten Systole durch Reize nicht erregbar, absolut refraktär. In der Entschlaffungsphase, lateinisch Diastole, ist das Myokard nur durch sehr starke Reize erregbar, relativ refraktär und erst nach Abschluss der Repolarisation wieder vollständig erregbar. Beim Skelettmuskel ist das Aktionspotential eine Millisekunde längst abgeklungen, wenn die Kontraktion einsetzt. Während der Kontraktion ist der Skelettmuskel nicht mehr refraktär und kann wiederum zur weiteren Kontraktion angeregt werden. Kontraktionsimpulse. Das Herz gibt sich seine Kontraktionsimpulse. Aktionspotenziale. Selbst im Sinusknoten entstehen rhythmische Aktionspotenzial. Jedes Aktionspotenzial breitet sich über Vorhöfe, Erregungsleitungssystem und Kammern derart aus, dass sich zuerst die Vorhöfe kontrahieren, Vorhofsystole und noch zusätzlich Blut in die bereits gefüllten Kammern pumpen. Danach erfolgt mit ca. 100 ms Verzögerung die Kontraktion des Kammermyokards von der Herzspitze zur Herzbasis fortschreitend, sodass das Blut in den Kammern in der Gegenrichtung zum Einstrom durch Aorta und Lungenschlagader, lateinisch Arteria pulmonalis ausgetrieben wird. Der Sinusknoten löst durch rhythmisch generierte Aktionspotenziale die Herzschläge aus. Er ist der Schrittmacher des Herzens. Er wird auch als Nomotopes, griechisch nomos Gesetz, Toposort, Erregungsbildungszentrum bezeichnet, eine autonome Erregungsbildung an der physiologisch richtigen Stelle im Körper.
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