Pilates bei Schmerzen, Beeinträchtigungen oder Krankheiten | Kontraindikationen und Besonderheiten

YouTube training module (German) by OTL - Online Trainer GmbH covering Pilates considerations, contraindications and special adaptations for participants with orthopedic issues, chronic diseases, pregnancy and other conditions. Emphasizes posture correction via Powerhouse strengthening, tailoring exercises per condition, consulting physicians when necessary, and practical guidance for conditions such as arthrosis, herniated discs, osteoporosis, cardiovascular issues, neuropathies, prostheses and pregnancy.
Herzlich willkommen auf dem Kanal der Online Trainerlizenz. Hier möchten wir dir heute einen kleinen Einblick in unseren kostenlosen Demobereich geben.
Wir befinden uns nun im Modul Kontraindikation und Besonderheiten. Dieses Modul ist für einen Pilatestrainer von großer Bedeutung, denn gerade in unserer heutigen Zeit leiden Menschen unter orthopädischen Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten. Nun ist es ganz davon abhängig, wo man die Pilatestunde unterrichtet. Unterrichtet man Pilates in einer Physiotherapie, muss man stark davon ausgehen, dass die Teilnehmer stark gesundheitlich beeinträchtigt sind. Entweder sie leiden chronisch unter einer Skoliose, hatten vor kurzem einen Bandscheibenvorfall oder leiden unter Hüft und Schulterproblemen. Darauf möchten wir nun gleich genauer eingehen. Aber aus meiner Erfahrung heraus ist es so, dass gerade auch in den Fitnessclubs der prozentuale Anteil an Krankheiten sich stetig erhöht. Zum einen liegt es daran, dass wir uns im demografischen Wandel befinden, also die Personen Teilnehmer werden älter und leiden dadurch auch öfter unter Alterserkrankungen wie zum Beispiel Osteoporose oder durch unsere starke eingeschränkte Haltung im Alltag führt es dazu, dass unsere Körperhaltung schlecht wird. Ich habe in meinem Fitnessclub beispielsweise junge Frauen erlebt zwischen 20 und 25 Jahren, die schon in diesem jungen Alter unter Bandscheibenvorfälle leiden. Und da hat das Pilates Training sehr, sehr geholfen. Wir sprachen bereits darüber, dass das Pilates Training durch die Kräftigung des Powerhouse, also deiner Körpermitte, dazu führt, dass wir in eine schöne aufrechte Körperhaltung gelangen. Wenn man sich draußen umschaut, sieht man oft Personen, die nicht in dieser aufrechten Körperhaltung sind, sondern eher entweder an einem Rundrücken leiden oder den Po ganz weit nach hinten schieben und sich dadurch durch diese Fehlhaltung weitere Krankheiten entwickeln, beispielsweise, dass man Probleme mit dem Kniegelenk bekommt oder mit der Hüfte. Aufgrund dieser Fehlstellung bei einer guten und gesunden Körperhaltung werden die Stützmuskeln und die Bänder wunderbar entlastet. Was ist nun die aufrechte Körperhaltung? Also wie sollte man aufrecht stehen? Wenn man aufrecht steht, soll zeigen die Fußspitzen ganz leicht nach außen. Die Knie sind auch leicht nach außen rotiert. Man sollte versuchen, dass die Knie nicht ganz durchgestreckt sind, damit die Kniegelenke leicht entlastet sind. Das Becken kippt immer ganz leicht nach vorne, sodass man eine leichte Bauchspannung und eine kleine leichte Rückenspannung spürt. Das Brustbein zieht nach oben ganz leicht diagonal zur Decke. Dein Kinn bleibt ganz leicht hinten, die Schultern drücken tief und der Kopf zieht in Verlängerung der Wirbelsäule. Das ist die typische aufrechte Körperhaltung. Unser Alltag zwingt uns leider in Verkrümmung. Gerade wenn wir oft am Rechner sitzen und die Schultern dadurch vorne haben, führt es dazu, dass entweder Schulter Nackenbereich verspannt wird oder unsere Wirbelsäule sich stark verkrümmt. Man spricht beispielsweise von einem Hohlrundrücken. Das ist die lordotische Haltung. Dabei schiebt das Becken ganz ganz weit nach vorne und man erhält dadurch eine Lendenwirbelsäulenkrümmung, was sich sehr negativ auf den Körper auswirkt. An diesem Syndrom leiden oft junge Frauen. Die schwachen Muskeln ist dann der Bauchmuskel und der Pomuskel, der dadurch abgeschwächt ist. Dies kann man im Pilates Training sehr, sehr gut ausgleichen. Die verkürzten Muskeln, also die verspannten Muskeln bei diesem Hohlrundrücken, sind die Rückenstrecker, speziell die unteren Rückenstrecker, der Hüftbeugemuskel und die Adduktoren, die Beininnenseite. Im Gegensatz dazu kann man oft Leute in der Pilatestunde sehen, die unter einem Rundrücken leiden, also einer sehr starken Verkrümmung in der BWS. Die Brustwirbelsäule ist dann übermäßig gekrümmt und nach vorne gebeugt. Das sieht man halt sehr oft stark daran, dass man wie ein Buckel im oberen Rücken hat. Aufgrund dieser schlechten Haltung schwächen wieder bestimmte Muskulaturgruppen ab. Dazu zählt der Kapuzenmuskel, der hintere Deltamuskel, der Rückenstrecker und die Aussenrotatoren im Schultergelenk. Die verkürzte Muskulatur wäre der Trapezius, der Brustmuskel und der Bauchmuskel. Bei einer verkürzten Muskulatur empfiehlt sich eher eine Dehnung, also gerade hier eine Öffnung. Wenn man hier oben verbuckelt ist, empfiehlt sich im Pilatestraining viele Übungen, wo die Arme seitlich geöffnet werden, der Muskel sich wieder schön strecken und entspannen kann. Viele Personen leiden auch unter einem sogenannten Flachrücken. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man auch von der Spechthaltung. Dabei ist BWS und die LWS, also die Brust und die Lendenwirbelsäule, leicht verkrümmt. Der Hals steht leicht nach vorne, deswegen spricht man von Spechthaltung und das Becken ist ganz stark nach hinten gekippt. Dabei wird der Druck auf die Bandscheiben sehr, sehr stark und gewisse Muskulaturen verkürzen und gewisse Muskulaturen schwächen wieder ab. Zu den abgeschwächten Muskulaturen gehören Rückenstrecker, Hüftbeuger und Halsbeuger. Zur verkürzten Muskulatur gehört beispielsweise der Bizeps und der gerade Bauchmuskel. Hier wieder eher Dehnen als kräftigen. Diesen drei sehr schlechten Fehlhaltungen kann man mit Pilates Training sehr gut entgegenwirken. Josef Pilates sagte nach zehn Pilatesstunden fühlst du dich besser, nach 20 Pilatesstunden Fühlst du den Unterschied und nach nur 30 Pilatestunden hast du einen neuen Körper. Es ist so, dass man Fehlhaltung mit Pilates sehr gut entgegenwirken kann. Chronische Erkrankungen kann man durch Pilates nicht heilen, aber mit speziellen Pilates Übungen kann man Schmerzen entgegenwirken und dadurch den Alltag einfach besser bewältigen. Kommen wir nun zum Pilates Training bei Erkrankungen und bei Verletzungen. Prinzipiell sollte immer, wenn ein Teilnehmer krank ist, also unter einem Infekt leidet, eine chronische Erkrankung hat oder verletzt ist, vorab mit seinem Arzt sprechen, ob das Pilates Training in Ordnung ist. Auch der Pilates Trainer sollte sich um den Teilnehmer ganz speziell kümmern. Fragt also vorab, ob es irgendwelche gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt und falls ja, muss man dringend auf den Teilnehmer ganz explizit während der Stunde eingehen. Also welche Übungen sollten vermieden werden und welche Übungen fördern den Heilungsprozess? Eine ganz typische Krankheit ist die Grippe. Viele Teilnehmer kommen auch in den Fitnessclub, wenn sie unter einer Grippe oder einem leichten grippalen Infekt leiden. Hier gilt folgende Sobald Fieber besteht, darf auf gar keinen Fall an der Pilatestunde teilgenommen werden. Wenn der Teilnehmer sich aber in der Lage fühlt, die Unterrichtsstunde zu absolvieren und nicht mehr an Fieber leidet, kann er oder sie selbstverständlich daran teilnehmen. Falls ein Teilnehmer an einer Entzündung leidet, beispielsweise Entzündungen im Schultergelenk, im Knie oder im Hüftgelenk, manchmal auch sehr oft in den Handgelenken, empfiehlt es sich am Ort der Entzündung, also dort, wo die Schwellung oder eventuell die Rötung sichtbar ist, kein Training auszuführen. Also diese Stelle sollte beim Training dringend herausgelassen werden. Als professioneller Pilatestrainer empfiehlt es sich dem Teilnehmer dafür eine Ausweichmöglichkeit zu geben, also man sollte ihm eine andere Übung zeigen oder speziell darauf bewegt dein Arm diesmal bei dieser Übung nicht Die Arthrose. Die Arthrose ist ebenso eine chronische Krankheit und zwar ist es der Gelenkverschleiß. Arthrose kann sich in verschiedenen Gelenken entwickeln. Arthrose findet man meistens im Daumengelenk oder im Ellenbogengelenk und gerade bei speziellen Pilates Übungen benutzen wir diese Gelenke sehr oft, weil wir viele Stützvariationen im Pilates haben. Deshalb ist es wichtig, dass man auch hier nochmal explizit auf den Teilnehmer eingeht. Beim Gelenkverschleiß ist es so, dass der Muskel eigentlich mit Gelenkknorpel umgeben ist und dieser Gelenkknorpel dient als Gleitfunktion. Leider ist bei der Arthrose das so, dass diese Gleitfunktion durch diese Krankheit nicht mehr gegeben werden kann. Dadurch entwickeln sich starke Schmerzen im Gelenk oder Bewegungseinschränkungen und auf diese Bewegungseinschränkungen sollte man im Training sehr explizit darauf eingehen, wenn die Schmerzgrenze erreicht ist, den Bewegungszyklus zu stoppen. Bei der Arthrose empfiehlt sich immer ein sehr moderates Tempo. Arbeite also nie mit Schwingungen, mit starken Schwingungen oder mit zu extremer Muskelkraft. Apropos Hier ist es wichtig, dass man an dem betroffenen Gelenk die Muskulatur stärkt, die das Gelenk auch stützt. Also wenn man beispielsweise eine Arthrose im Hüftgelenk hat, empfiehlt es sich mehr die Beinaussenseite, die Abduktoren und die Beininnenseite zu trainieren, denn das sind die Stabilisatoren für die Gelenke. Kommen wir nun zur klassischen dem Bandscheibenvorfall. In fast jeder Stunde erlebt man Teilnehmer, die entweder unter einer Protrusion, die Protrusion ist die Bandscheibenvorwölbung, unter einem Prolaps leiden. Das ist der Bandscheibenvorfall. Deshalb empfiehlt es sich als Pilatestrainer dringend zu fragen, wann die Protrusion oder der Prolaps war. Man sagt, dass man nach vier bis sechs Wochen auf jeden Fall wieder eine Pilatesstunde besuchen kann. Fand der Vorfall viel früher, auf gar keinen Fall in die Pilatestunde lassen. Nach dem Vorfall ist es wichtig, dass die Muskulatur um die Wirbelsäule dringend wieder gestärkt wird und um eine schöne Stabilisation, um eine schöne aufrechte Körperhaltung wieder zu gewährleisten. Die Ursachen der Bandscheibenprobleme sind recht weittragend. Der größte Grund dafür sind die Fehlhaltung und damit verbundenen muskulären Dysbilanzen. Jedoch ist es so, dass man auch oft zu falsch hebt und gerade in der Hebeposition passieren die Bandscheibenvorfälle. Übergewicht und Ernährungsprobleme sind ebenso Ursachen. Aber nicht nur nicht Sportler haben diese Probleme, sondern auch Sportler, denn durch starke sportliche Aktivitäten kommt es oft zu Bandscheibenvorfällen. Kommen wir nun zu einem angeborenen Defekt, dem Wirbelgleiten. Man spricht beim Wirbelgleiten vom Abrutschen des oberen Wirbels im Wirbelsegment. Dadurch findet eine gewisse Instabilität der Wirbelsäule statt. Deswegen muss man im Pilates Training dringend darauf achten, dass folgende Übungen auf gar keinen Fall durchgeführt Cobra, Diamant, Swimming, Roll Over und Roll Up. Denn gerade bei den Einrollbewegungen, also bei der Flexion der Wirbelsäule, wenn man sie bewegt, wird das Wirbelgleiten einfach nochmal verstärkt. Das ist eine Kontraindikation. Bauchlage empfiehlt sich ebenso nicht. Was wir hier empfehlen, sind Rotationsbewegungen oder Streckbewegungen, die wieder zu einer Stabilität der Wirbelsäule führen. Die Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, die zu Verminderung der Knochenmasse führt. Also ist die Gefahr für einen Knochenbruch relativ hoch. Gerade ältere Damen und Herren leiden oft unter dieser Krankheit und es ist oft so, wenn man unter Osteoporose leidet, dass eine Fraktur Grad des Oberschenkelknochens nicht auszuschließen ist. Um dem entgegenzuwirken, sollte dringend die Stützmuskulatur wieder gekräftigt werden, also die Muskulatur, die um das Gelenk ist. Adduktoren und Abduktorentraining, aber auch schönes Bauch und Rückenmuskeltraining, Flexions und Lateralbewegungen sollten dringend ausgeschlossen werden. Also all das, wo man die Wirbelsäule stark einrollt oder stark zur Seite zieht und rollt, das ist eine zu große Last auf den Knochen und für die Wirbelsäule, also auszuschließen, sind Rolling like a ball oder Rollover. Da die Erkrankten oft an einer gewissen Instabilität leiden, empfiehlt es sich im Pilates Training schöne Balanceübungen durchzuführen, also Balanceübungen im Stand oder im Vierfüsslerstand. Nun zu den Herz Kreislauf Erkrankungen. Bluthochdruck ist ebenso ein großes Thema. Leidet ein Teilnehmer unter Bluthochdruck, ist es zu empfehlen, Übungen in der Rückenlage nicht zu lange durchzuführen. Ansonsten ist Pilates ein leichtes, moderates Herz Kreislauf Training, was ich jedem Teilnehmer mit Bluthochdruck empfehlen würde. Aber wie Rückenlagen vermeiden und auch alle Umkehrpositionen, also dort, wo der Kopf nach unten zeigt, nicht zu lange ausüben oder ins komplette Rollover, wo die Beine weit über dem Kopf sind, sind auch prinzipiell auszuschließen. Einige Teilnehmer können auch an Kompressionssyndrome leiden. Dazu zählt beispielsweise Karpaltunnelsyndrom. Das ist eine chronische Verengung des Nervs im Karpaltunnel des Handgelenks. Viele Teilnehmer werden sich dann beschweren, gerade wenn man im Unterarmstütz ist, dass sie hier unter Schmerzen leiden. In dem Fall empfiehlt es sich, dass sie dann in den Unterarmstütz gehen sollen und eine komplette Flexion des Handgelenks vermeiden sollten, also keine Streckung des Handgelenks, hier eher auf die Unterarme und oder mit den Fäusten in die Matte gehen. Im schwerwiegenden Fall, dass ein Teilnehmer eine Prothese hat, also eine Endprothese, entweder im Hüftgelenk oder im Kniegelenk, sollte man dringend einige Regeln beachten. Hat ein Teilnehmer ein Hüfttap, also eine Hüftprothese, sollte man auf gar keinen Fall die Beine nach innen rotieren oder adduktieren, das heißt anspreizen. Auch eine forcierte Flexion, also eine Komplette Streckung auf 90 Grad, sollte vermieden werden. Leidet der Teilnehmer unter einem Knie tap, also einer Knieprothese, ist auch hier die endgradige Streckung verboten. Die forcierte Flexion und die Unterschenkelrotation, also auf gar keinen Fall mit dem Unterschenkel das Kniegelenk stark rotieren. Ansonsten empfiehlt es sich, die Muskulatur um die Gelenke herum zu stärken, damit eine schöne Stabilisation stattfinden kann. Inwieweit jede Bewegung mitgemacht werden kann, muss mit dem Teilnehmer dann individuell besprochen werden. Bei chronischen Entzündungserkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Morbus Bechterew oder Morbus Scheuermann empfiehlt es sich auch hier während der Entzündung nicht stark zu trainieren. Bei diesen Krankheiten ist es so, dass man oft von Schüben spricht, also der Schub ist ein Schmerzlevel. Ist das Schmerzlevel sehr hoch und sehr stark, kein Training, geht der Schub etwas nach hinten raus, also verringert sich, kann man auch wieder alle Pilatesübungen, soweit es geht, mitmachen. Pilates in der Schwangerschaft. Wenn eine Frau schwanger ist, sollte sie trotzdem regelmäßig am Fitnessprogramm, speziell am Pilates, teilnehmen, denn Pilates fördert eine gesunde Schwangerschaft. Wenn man schwanger ist, ist man nicht krank, also von daher kann man sich auch weiter bewegen, insofern keine Risikoschwangerschaft vorliegt. Also empfiehlt es sich auch wieder hier vorab mit dem Arzt zu sprechen, ob Pilates unterrichtet werden darf oder auch nicht. In den ersten 3 Monaten dynamisch trainiert werden, also wirklich nur kleine leichte Bewegungen und auch die Bauchmuskulatur sollte gar nicht so extrem beansprucht werden. Später, so im zweiten bis dritten Trisemester, kann man wieder weiter in die Pilatesübung eingehen, aber die gerade Bauchmuskulatur sollte auf gar keinen Fall mehr trainiert werden, sondern ausschließlich die seitliche und schräge Muskulatur. Es empfiehlt sich in der Schwangerschaft auf jeden Fall den Beckenboden mit zu trainieren, denn durch das Training des Beckenbodens wird die Geburt der Schwangeren einfach leichter fallen. Auch zum Beginn der Schwangerschaft sollten keine Spreiz und Adduktionsbewegungen stattfinden, also die Beine nicht zu weit abspreizen und auch nicht zu weit heranführen. Und in der späteren Zeit, also ab dem zweiten, dritten Trisemester, empfiehlt es sich auch die Rückenlage nicht zu lange einzunehmen, da es ansonsten zum Vena cava Syndrom kommen kann. Das heißt, während der Schwangerschaft vergrößert sich die Gebärmutter und aufgrund der Vergrößerung der Gebärmutter drückt die Gebärmutter auf diese Vene und da kann es passieren, dass das Blut dann nur bis zum mittleren Drittel fließt und dann nicht mehr zurückfließen kann. Und das ist natürlich sehr gefährlich. Also Rückenlage in der fortgeschrittenen Schwangerschaft dringend vermeiden. Nun haben wir über verschiedene Krankheiten und Kontraindikationen, aber auch Pilates in der Schwangerschaft gesprochen. Wie man sieht, ist Pilates viel mehr als ein Fitnesstraining. Pilates ist auch ein Gesundheitstraining. Deshalb empfiehlt es sich jemand Erkranktes eher in eine Pilatestunde zu schicken als in eine klassische Bauchbeine Po Stunde. Pilates Training wird auch oft bei der Rückbildung empfohlen, also nach der Schwangerschaft, um wieder gut in Form zu kommen und den Beckenboden zu stärken, aber auch bei Inkontinenz. Die Beckenbodenmuskulatur spielt im Pilatestraining eine ganz gravierende Rolle. Bereits im Modul Anatomie hast du gesehen, wie der Beckenboden aufgebaut ist und wie er funktioniert. Der Beckenboden hat drei einmal die äußere, die mittlere und die tiefere Schicht. Durch verschiedene Übungen oder Körperwahrnehmungsübungen, was die Muskulatur des Beckenbodens betrifft, kann man in Pilates sehr, sehr gut arbeiten. Falls ein Teilnehmer in der Stunde ist und Probleme mit Inkontinenz hat, also mit dem Beckenboden, gib ihm Aufgaben für zu Hause oder nutze Wahrnehmungsübungen mit dem Beckenboden, bevor die Stunde beginnt. Die äußeren Muskeln der Beckenbodenschicht kann man sehr gut trainieren. Dies funktioniert folgendermass Stell dir vor, du hältst beim Urinieren den Harnstrahl an, dadurch wird die Muskulatur aktiviert oder zieh den Afterschließmuskel zusammen. Durch diese Kontraktion trainiert man wunderbar die äußere Schicht des Beckenbodenmuskels. Außerdem kann man die mittlere Schicht, die sogenannte Dammschicht, auch ganz gut ansteuern. Hier empfiehlt sich, man legt die Hände auf den Bauch und die Daumen positioniert man Richtung ISG Richtung iliosakralgelenke. Man steht aufrecht, drückt die Schultern wieder ganz tief in die Gesäßtasche, atmet ein durch die Nase und beim Ausatmen zieht man die Hände Richtung ISG zusammen. Dabei spürt man eine extreme Anspannung unter den Fingerkuppen und das ist die mittlere Schicht des Beckenbodens, die damit aktiviert wird. Die innere Beckenbodenschicht, also die tiefste Beckenbodenschicht, kann man folgendermaßen spüren. Der Zeigefinger setzt sich auf die Schambeinfuge, der Mittelfinger setzt sich ans Dammbein. Man atmet tief ein und beim Ausatmen stellt man sich vor, dass das Dammbein und das Schambein zueinander führen. Und diese Spannung, die man unter den Fingerspitzen spürt, das ist die innerste Beckenbodenschicht. Die kann man dadurch sehr gut aktivieren und ansteuern. Wenn man diese drei Übungen den Teilnehmern in der Stunde gut präsentiert, werden sie ein gutes Gefühl für die Beckenmuskulatur entwickeln.
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