Lernen darf leicht sein: Im Gespräch mit Trixi Tumert

Podcast-Interview (deutsch) zwischen Gastgeberin Leonie Ries und Lern‑/Elterncoach Trixi Tumert über die Frage, wie Lernen in Familien leichter und freudvoller gestaltet werden kann. Kernthemen sind elterliche Haltung zur Schule, Noten‑Kritik, Vertrauen und Beziehung als Grundlage für Lernen, Loslassen in der Erziehung, verschiedene Motivationstypen von Kindern sowie der Einsatz von Tools (z. B. Human Design) zur besseren Einordnung von Stärken und Lernbedürfnissen.
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Also für mich sind Noten sowieso keine, haben keine Aussagekraft. Also Noten sind, sie wollen uns eine Vergleichbarkeit vorgaukeln, die es nicht gibt.
Hallo und herzlich willkommen zu Klare Eltern, starke Kinder, dein Podcast für ein bewusstes Familienleben mit Familiencoach Leonie Ries. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von meinem Podcast. Und heute habe ich wieder einen Gast bei mir und zwar ist die Trixi Tumat bei mir. Sie ist Lerncoach und Eltern Coach und hat den den schönen Spruch Lernen ist wie Eis essen oder Lernen ist leicht wie Eis essen. Genau. Und jetzt bin ich ganz gespannt, was es denn damit auf sich hat. Warum ist Lernen leicht wie Eis essen?
Weil es so leicht ist. Die kurze Antwort was verbindest du denn mit Eis essen?
Naja, Eis essen. Eis ist was, was total lecker ist, was Spaß macht, was Kinder gerne machen, was irgendwie jeder gerne isst.
Genau. Was ohne Diskussion passiert. Du musst dich nicht streiten, das wird nicht sein. Komm wir gehen jetzt ein Eis essen. Nee, ich will nicht. Doch, du musst jetzt ein Eis essen. Das wird ja nicht passieren. Und was die Kinder auch können, sie können sich aussuchen, welche Eissorte sie haben wollen oder welchen Eisbecher sie haben wollen. Und das akzeptieren wir eigentlich. Da sagen wir nicht, nee, nimm doch mal lieber das Erdbeereis, es schmeckt doch besser als das Schokolade. Und genauso darf das Lernen eben auch sein, dass das ist leicht ist. Es gehört zum Familienalltag dabei dazu. Das ist eben was Alltägliches und nicht etwas, was künstlich von außen rangeführt wird, sondern es gehört eigentlich zum Familienalltag dazu. Und das ist mein Ziel. Und ich würde es so schön finden, wenn wir die Zeit mit den Kindern nutzen, unsere Beziehung aufzubauen, ein schönes Familienleben haben, auch wenn die Kinder zur Schule gehen. Und das ist eigentlich das, was ich alles ausdrücke möchte mit diesem Lernen leicht wie Eis essen.
Ja und was ist es denn, was in so vielen Problemen oder in vielen Familien genau zu diesen Problemen führt? Weil ich würde mal sagen, ein Großteil der Eltern, die Schulkinder haben, denken also bei uns läuft es aber nicht wie Eis essen.
Nee, genau. Und es ist manchmal auch ein bisschen provokativ, habe ich mir auch schon mal sagen lassen. Eis essen, das ist bei uns ja so, ne, Lernen nicht. Ja, das Wichtigste ist überhaupt, dass wir Eltern, also ich habe zwei Tipps, wo ich sagen würde, das ist wichtig. Erstmal dass wir überhaupt unsere innere Einstellung zur Schule selber überdenken. Also wie stehe ich eigentlich zur Schule? Welche Schulzeit hatte ich eigentlich? Was sind das für innere Überzeugung, die ich habe? Finde ich Schule toll? Ist Schule leicht? Ist Schule was Besonderes? Und wenn ich das eigentlich mal hinterfrage, dann komme ich vielleicht auch auf manche Glaubenssätze, die vielleicht gar nicht mehr so stimmen oder die ich unbewusst meinem Kind übertrage. Also einmal diese innere Haltung zu haben und das Zweite ist, neugierig zu sein auf die Kinder, auf das eigene Kind, wie das eigentlich tickt. Wie ist mein Kind eigentlich? Also nicht, wie isst mein Kind das Eis, sondern wie ist mein Kind? Ja, welche Stärken hat es? Und ist es eigentlich anders als ich? Und das macht es ja manchmal so schwer, weil wir oft nur von unserer Wade, unserem Blickwinkel auf unser Kind gucken und denken, das ist einfach so. Und da fehlt uns manchmal ein anderer Blickwinkel und dabei der eigentlich das Kind uns zeigt, wie es wirklich ist. Ansonsten, ich vergleiche das oft, dass wir versuchen mit einem Steckspiel, so kennst du noch das, wo die Kinder, die Babys ihre Quadrate ins Quadratöffnung reinpacken und so weiter. Genau. Und das vergleiche ich oft, dass wir versuchen, unser Kind, was ein Quadrat ist, in eine Kreisöffnung zu packen, damit es in das Schulsystem reinpasst. Aber unser Kind ist eigentlich ein Quadrat und machen wir dann, anstatt dass wir eine andere Öffnung suchen, das mache ich jetzt nicht ein anderes Schulsystem, aber einen anderen Ansatz, versuchen wir diese Kanten abzuschmörkeln, damit es in diese Kreisöffnung reinpasst. Und damit kriegt das Kind das Gefühl, ich bin eigentlich gar nicht gut genug, ich pass gar nicht in diese Kreisöffnung rein, das ist ja doof. Und damit ich uns Eltern zu ermutigen, unser Kind zu sehen oder das Kind zu sehen, wie es wirklich ist. Und dazu dürfen wir einen anderen Blickwinkel bekommen.
JULIA ROTHERBL Ja, und jetzt ist es dann aber eher so, dann haben wir vielleicht einen anderen Blickwinkel und gleichzeitig haben wir auf der anderen Seite die Schule stehen und die Schule, die will dann aber vielleicht trotzdem, dass wir die Quadratöffnung beibehalten. Und was können wir denn Eltern tun? Weil ich habe auch die Erfahrung gemacht, gerade bei meinen Kindern, dass ich schon merke, dass dieser Gesamtblick aufs Kind nicht in allen Lehrkräften im gleichen Maß gesehen wird.
Das ist echt eine super Frage. Genauso ist das auch, oder wir kriegen ja auch den Druck von außen, also A von den Lehrern und B auch von Freunden, teilweise auch aus der eigenen Familie, manchmal auch der Partner, na da muss das Kind durch, da musst du auch mal ein bisschen durchgreifen, damit das jetzt auch mal klappt oder dann kommt die Mutter. Also das hat es bei uns nicht gegeben, das hättest du jetzt nicht gedurft. Das sind ja auch Sachen, die noch mal den Druck auf uns erhöhen. Und da ist wirklich mein Rat, folge deinem Bauchgefühl, du weißt am besten, wer dein Kind ist und sei stark, dass das Kind dieses Selbstbewusstsein bekommt, weil was wollen wir eigentlich? Wir möchten ja unsere langfristige Vision, die wir ja haben, wir möchten gerne ein Kind, was ein glückliches Leben hat, was eigenständig ist, was eigene Entscheidung trifft. So, aber um diese eigene Entscheidung treffen zu können, darf es ja auch lernen, diese eigene Entscheidung überhaupt vorher erstmal zu treffen. Das ist ja meistens nicht so, dass das Kind ist fertig mit der Schule, so zack und jetzt trifft eine eigene Entscheidung. Woher soll das Kind das denn können, wenn es das vorher nie gelernt hat? Und insofern ist es ja super, wenn das Kind ist schafft oder diese eigenen Entscheidungen zusammen mit dir zu treffen, wobei ich den nicht meine, es soll deine Entscheidung sein, sondern dass du es begleitest. Und manchmal sind die eigenen Entscheidungen nicht deine. Und das ist zu schwer für uns zu verstehen und es zu ertragen, weil wir wissen aus unserer eigenen Lebenserfahrung, was das Beste ist. Aber manchmal ist es nicht das Beste für das Kind. Und ich sage immer, die Kinder sind unsere besten Coaches, weil sie zeigen genau, sie stecken den Finger genau in die Wunde, wo wir uns noch weiterentwickeln dürfen. Und wenn wir das gelernt haben, dann klappt das auch mit dem Lernen. Und wenn dann zurück zu deiner Frage, wenn dann die Lehrerin sagt, ja, aber das geht so nicht, also sie muss jetzt hier den Fünferturm, der muss noch mal dreimal auswendig gelernt werden, dann darfst du das Selbstbewusstsein haben und sagen, das ist super, dass sie das vorschlagen, mein Kind kann das schon und wir nehmen eine andere Übung oder ich möchte mein Kind nicht langweilen. Und damit wird das Lernen nämlich anstrengend, weil das ist nämlich der Punkt, der häufig passiert. Wir versuchen irgendetwas durchzupeitschen und dann bekommt das Kind den Eindruck, ah lernen, ich sitze jetzt am Schreibtisch und ich sitze jetzt hier und es ist anstrengend. Das heißt, das nächste Mal ist der Angang zum Lernen noch mal schwieriger, weil das Gehirn abgespeichert hat. Lernen ist anstrengend. Wir sitzen am Schreibtisch und dann dann sitzen wir da auf Teufel komm raus und das brauchen wir nicht. Und da sehe ich uns Eltern in der Verantwortung, dass wir unser Kind am besten kennen und das auch gegenüber Lehrkräften vertreten können.
Sehr sehr schön. Und ja, was, was ich auch gerade noch mal mir, wo du gesagt hast, wir wollen ja, dass das Kind glücklich ist in ihrem Leben später mal. Das finde ich aber auch ganz spannend, weil da müssen wir uns vielleicht erst mal fragen, was bedeutet es denn für uns Überh. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ganz viele Eltern da auch nicht diese diesen Unterschied schaffen zwischen was bedeutet denn für mich Glück im Leben und was bedeutet es vielleicht für mein Kind? Und da dann gehört vielleicht auch ein Stück weit Dinge loszulassen, Vorstellungen loszulassen. Zum Beispiel auch wenn wir sagen, Lernen ist leicht wie Eis essen. Schule kann Spaß machen, dass es aber im Umkehrschluss nicht zwangsläufig heißt, jeder kriegt eine 1 oder es müssen dann am Ende alle Einsen haben, nur dann war es dann erfolgreich. Wie ist denn da deine Erfahrung oder deine Meinung dazu?
Ja, also für mich sind Noten sowieso keine, haben keine Aussagekraft. Also Noten sind, sie wollen uns eine Vergleichbarkeit vorgaukeln, die es nicht gibt. Die gibt es nicht innerhalb einer Klasse, das wissen wir. Es gibt sie nicht in einer Klassenstufe und schon gar nicht bundesübergreifend. Also Hamburger Abitur wird ja immer noch nicht so großartig anerkannt, aber das bayerische Abitur, wie cool ist das denn? Mein Sohn, mein großer Sohn wurde in Bayern eingeschult und ich weiß, wie dieser Leistungsdruck da morgens schon anfängt. Also mein Kind war in der zweiten klasse, hat eine 3 in Sachunterricht mitgebracht und dann habe ich gedacht, es geht doch nicht, du kannst doch nicht in der Grundschule eine 3 bekommen und habe dann angefangen auch Druck aufzubauen. Wir sind dann Gott sei Dank weggezogen, sodass ich das nicht mehr haben. Also dadurch habe ich das verlernt, diesen Druck aufzubauen, Gott sei Dank. Aber es gibt eben, das ist, das ist der Alltag, weil wir immer noch diese Gleichung haben, gute Noten, guter Schulabschluss, gutes Leben. Und da hast du natürlich vollkommen recht. Was ist eigentlich ein gutes leben. Das ist für jeden anders. Was wir aber damit denken ist, wenn es einen guten Schulabschluss hat, dann hat es ja die Möglichkeiten, unter denen sich das Kind das aussuchen kann, was es machen möchte. Und das ist nicht meine Meinung. Meine Meinung ist, wie toll es wäre, wenn wir schon die Stärken der Kinder frühzeitig erkennen und die dann fördern, weil dann hat es doch genau das, was es haben möchte, wo drin es gut ist. Und wenn es in etwas gut ist, dann wird es sich auch automatisch Bock haben zu lernen. Dann gibt es keine Wissenslücken in dem Bereich, weil das ist ja auch unsere große Sorge. Der verliert den Anschluss. Wenn er das jetzt nicht kann, dann verliert er den Anschluss. Meine drei Kinder haben alle Spanisch abgewählt nach der zehnten Klasse, wo ich gedacht habe, nee, das kannst du nicht machen. Also und haben bis dahin gesagt, mir reicht eine 4, eine 5 ist nicht so schick, aber eine 4 reicht mir. Und da habe ich gedacht, ne, also du sitzt doch da, da kannst du dein Bestes jetzt geben, Aber warum? Das zählt überhaupt gar nicht. Und ich weiß, wenn sie irgendwann einen Grund haben, Spanisch zu lernen, seien sie haben eine Freundin, einen Freund, einen Job in Spanien, dann werden die sofort Spanisch lernen, weil dann sind sie von sich aus motiviert, das machen zu wo und das ist ja und sie haben das nötige Selbstbewusstsein, weil das habe ich ihnen ja mitgegeben oder das habe ich unterstützt, das auch machen zu können. Was nützt es, wenn sie tolle Spanisch Note haben, einen super Vokabeltest schreiben, aber Angst haben, das zu sprechen, weil sie das Selbstbewusstsein nicht haben, weil sie Angst haben, Fehler zu machen. Das nützt nichts. Das heißt, sobald die Kinder dieses Selbstbewusstsein haben und wissen, dass Fehler Helfer sind, was wir alle wissen, aber seltenst fühlen, in dem Moment trauen sie sich Sachen zu und sie werden immer mehr und mehr aus ihrer Komfortzone rauskommen. Sie wird immer größer und sie werden immer mehr lernen und immer mehr wachsen. Darum kurze Antwort. Nee, ich finde, Noten sagen nichts aus. Ich weiß, dass es die Noten gibt und ich bin dafür, dass die Noten, wenn wir sie haben müssen, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht erst in der weiterführenden, erst in der Oberstufe anfangen, damit wir dieses Entscheidungskriterium haben. Es gibt genügend, es gibt auch schon Universitäten, da brauchst du kein NC oder überhaupt gar keine Noten, um Studium haben zu müssen. Die Ausbildung heutzutage, da sind die auch froh, wenn sie Kinder bekommen, die persönliche Qualifikation haben, vom Wesen her gefestigt sind, die sich selber etwas zutrauen. Das heißt, unser Schulsystem ist darauf ausgebaut, auf irgendetwas, was in der Vergangenheit wichtig war. Und die Welt hat sich geändert, aber das Schulsystem nicht. Und darum dürfen wir unsere eigenen Spielregeln machen, wenn wir möchten, dass unser Kind selbstbewusst ist und eigene Entscheidungen treffen. Und darum arbeite ich bei mir auch mit den Eltern zusammen, damit sie dieses Selbstbewusstsein bekommen, damit sie Nee, Frau Meier, wissen Sie, finde ich super, dass Sie so dahinter her sind, dass mein Kind das macht. Ich habe entschieden, dass es nicht förderlich ist, weil mein Kind die Lust am Lernen verliert. Und wir wollen ja beide, dass die Kinder lernen und Bock haben zu lernen. Und das ist nicht. Und ich kann mich jetzt hier in Rage reden. Und das ist natürlich und das ist das, wo ich sage, lass uns unsere eigene Einstellung hinterfragen, unsere eigene Verhaltensmuster. Woher kommt das? Ja, ich bin auch aufgewachsen, ich gebe mein Bestes, ich mache alle Hausaufgaben, alles, was der Lehrer sagt, das mache ich, das war ganz normal. Und ist es aber heutzutage noch so zielführend? Das dürfen wir uns fragen.
Ja, absolut. Ja, und gleichzeitig gibt es natürlich auch wahnsinnig viele Lehrkräfte, die schon sehr viel auch in die Richtung anders denken und dann auch schon sehr viel in ihrem Möglichen schon tun. Und gleichzeitig haben wir noch ein sehr, sehr starres, sehr, sehr altes Konzept von Schule, was da, was da drüber liegt. Und gleichzeitig das, was du auch gesagt hast, finde ich so wichtig, dass wir dem Kind auch zeigen. Ja, was ist Stärken hat für Besonderheiten, die sich nicht abbilden lassen im Schulsystem, gerade in diesen Noten. Also wenn ein Kind zum Beispiel besonders in der Lage ist zu vermitteln zwischen anderen Gerechtigkeit eine große Rolle spielt oder sehr, sehr kreativ ist im Dingen neue Ideen finden und vielleicht bringt dieses Kind zu Hause die Ideen mit, okay, ich finde kreative Wege, um die Hausaufgaben hinauszuschieben und eben nicht zu sagen, okay, ich erledige sie, dann ist es ja trotzdem trotzdem eine Stärke. Aber ganz oft schaffen wir das dann nicht in der Situation dann diese, diesen Weitblick dann zu haben und sehen, oh Gott, und die Hausaufgaben sind immer noch nicht gemacht und es setzt mich unter Stress und ich gebe dann den Stress weiter. Und deswegen finde ich es auch so schön, wie du gesagt hast, wie stark auch einfach die Beziehung dann eine Rolle spielt. Ich sage auch gerne meinen Eltern in den Beratungen, dass die Beziehung zum Kind eben wichtiger ist als der, sag mal auch wirklich der Erfolg, also der Erfolg im Sinne von Leistungsbewertung, die in der Schule halt stattfindet und dass das Kind da auch was ganz anderes mit ins Leben nehmen kann.
Auf jeden Fall. Also für mich ist auch die Beziehung ist das Fundament, wenn ich meine, es ist, es ist leicht ein Kind zu wertschätzen und toll zu finden, wenn alles läuft Und die Herausforderung liegt ja da drin, die Beziehung aufzubauen in dem Moment, wo es nicht so alles läuft und dass das Kind dann in dem Moment zu dir kommt und sagt Mensch, ich habe hier echt Mist gemacht, kannst du mir helfen? Und das geht nur, wenn die Beziehung stimmt und dann auch dann kannst du nur begleiten. Alles andere ist immer ein Druck, ein reinpumpen und nicht ein ein unterstützen. Und es wird ja oft gefordert, dass wir neue Schulsystem brauchen. Wir brauchen vielleicht keine Noten und das darf sich ändern. Ja, das wäre toll, wenn sich das ändert. Gleichzeitig brauchen wir nicht so lange zu warten, bis sich das ändert, weil unsere Kinder haben jetzt dann nichts mehr davon, falls sich das irgendetwas ändert. Ich war mit meinen oder meine Kinder sind auf eine internationale Schule gegangen, da hatten wir am Anfang keine keine Noten, aber es war sehr interessant, welche Nationalitäten Schwierigkeiten hatten loszulassen. Das waren, um jetzt mal eine Schublade aufzumachen, Engländer und die Deutschen, weil diejenigen brauchen Wir brauchen die Noten, um zu wissen, wie gut ist eigentlich mein Kind. Wir brauchen wir als Eltern brauchen die Noten, um zu wissen, wo steht denn das Kind? Hat es Wissenslücken, weiß es alles? Muss ich irgendw, muss ich da irgendwie noch weiter fördern? Das heißt, wir dürfen erstmal bei uns anfangen, um das noch mal zu sagen, unsere eigenen Glaubensmuster und Verhaltensmuster zu überdenken. Sind wir schon bereit, wir als Eltern in eine Schule, dass unsere Kinder in eine Schule gehen, wo es keine Noten gibt, wo wir nicht wissen, wo steht denn unser Kind im Vergleich müssen wir das wissen? Und darum ist das so toll, wenn es gesagt Ja, wir brauchen ein neues Schulsystem. Ja, brauchen wir. Und gleichzeitig dürfen wir uns auch ändern, weil wir so groß geworden sind. Ah, du bist eine 1, dann hast du es wohl verstanden. Das ist Blödsinn, Wenn er eins hat, heißt es nicht unbedingt verstanden, sondern der hat vielleicht nur gelernt, sich anzupassen. Und Wenn jemand eine 5 geschrieben hat und es aber 5 Minuten später weiß, steht die 5 trotzdem da mit der Aussage, du kannst es nicht, das ist Blödsinn. Fünf Minuten später konnte der das da hat das Wissen. Das heißt, diese 5 sagt nichts aus. Was sagt die 5 aus? Okay, du hast vielleicht noch Wissenslücken oder du konntest dich vielleicht in dem Moment, wo die Arbeit geschrieben wurde, nicht konnte konzentrieren oder vielleicht warst du auch krank, vielleicht warst du auch angespannt, weil es Adventskalenderzeit war und das war heute der erste Tag, wo du deine Tür aufmachen konntest und konnte ich gar nicht konzentrieren. Da spielen so viele Faktoren rein, wo wir uns überlegen dürfen, ja, welche Not, welche Noten geben wir den Noten.
Ja, absolut. Er ist ganz schön, wo du auch jetzt gerade gesagt hast, mit dem, dass das Kind sich angepasst hat. Also ich hatte mal festgestellt, rückblickend auf meine persönliche Schule, Laufbahn, also ich habe auch Abitur gemacht und rückblickend und tatsächlich auch in meinem Studium, also ich habe ja ursprünglich mal Informatik studiert, habe ich eine Fähigkeit entwickelt zu erkennen, was möchte dieser Dozent oder dieser Lehrer, diese Lehrerin, die da vor mir steht, vor mir sitzt, was möchte die denn haben, wenn ich eine Klausur oder eine Arbeit schreibe? Und das habe ich dann dem gegeben und nicht ich habe geguckt, dass ich den Stoff verstanden habe, sondern ich habe nur geguckt, was wird erwartet und das liefere ich nicht mehr und nicht weniger. Und dann auch gab es vielleicht, die haben mir nicht so Spaß gemacht, habe ich das Gefühl gehabt, oder ich hatte in dem Moment kein Interesse dran an dem Fach und dann habe ich automatisch auch mein Lernpensum oder meine Bereitschaft runtergeschraubt. Und auch ähnlich wie du es so sagtest, da war ich dann halt mit der und der Note zufrieden, habe ich gedacht, ach eine 4 reicht mir im Zeugnis oder 3 oder wie auch immer. Manchmal konnte man es auch ganz gut mündlich so ein bisschen ausgleichen. Ich wusste, okay, ich muss mich dreimal innerhalb der und dem Zeitraum melden, dann gibt ihr mir eine bessere Note. Und es ist ja auch eine super Fähigkeit eigentlich, so dieses Erkennen, was was wird hier gefordert. Dafür habe ich natürlich jetzt keine Note bekommen, aber es hilft mir tatsächlich vieles auch ganz anders zu sehen, wenn halt meine Kinder mit gewissen Dingen nach Hause kommen, weil ich weil ich versuche da wirklich dieses dieses Große Große und Ganze zu sehen.
Ja, genau so ist das. Also da dürfen wir eben eine andere Haltung nehmen und einnehmen. Und ich sage immer mit der inneren Haltung und einer anderen Perspektive brauchst du gar keine Lerntipps, weil du ja wieder lernst, auf dein Kind zu hören, auf dein Bauchgefühl zu hören, weil ich bin der Meinung, die Eltern sind die Experten für ihr Kind und dann müssen sie sich nicht von irgendjemand reinreden lassen vermeintlich, weil sie es besser wissen. Also ich weiß noch von Eltern, die mir gesagt haben, sobald sie Elternsprechtag haben und die Schule betreten, sind sie automatisch wieder das Schulkind. Und genau diese Schulkind sitzt auch neben deinem Kind, wenn es Hausaufgaben macht. Da bist du nicht als der Erwachsene da, sondern da bist du wieder als der Schulkind da mit all den Sachen, die du erfahren hast. Vielleicht die Bloßstellung beim Eckenrechnen, dass du da immer der Langsamste warst und darum bist du so hinterher, dass dein Kind jetzt vielleicht schnell das Einmaleins kann oder mit Pausen, dass die einfach furchtbar waren, weil du immer abseits standst. Dadurch ist es für dich vielleicht besonders wichtig, dass dein Kind eingeladen wird zu Geburtstagen, obwohl dein Kind völlig fein damit ist, nicht bei Peter eingeladen worden zu sein, weil er oh, ich verbringe auch gerne Zeit mit mir. Also das dürfen wir uns gerne bewusst machen, dass wir nicht als Erwachsener neben unserem Kind sitzen, wenn es um das Thema Schule geht, sondern dann sind wir praktisch wieder das Schulkind.
JULIA ROTHERBL Ja, und du hast ja auch gesagt, dass du mit beiden arbeitest. Das heißt, du arbeitest ja auch mit Kindern. Wie ist es denn, die Kinder, die zu dir kommen, schaffen die? Haben die da meistens einen anderen Blickwinkel als ihre Eltern oder wie genau können die da schon die Situation einschätzen, was jetzt gerade eigentlich das Thema ist?
Also die Eltern kommen ja meistens zu mir und mein Kind weiß nicht, wie das Lernen geht. Zeig mal die Lernstrategien. Das ist eigentlich das, was sie sagen. Und wenn ich dann sage Mensch, ich arbeite aber mit Eltern und Kindern zusammen. Ja, aber ich will doch nicht Lernstrategien lernen. Ne, bloß nicht. Das ist überhaupt auch gar nicht mein Thema, weil ich bin der Meinung, dass die Kinder verantwortlich sind für das Lernen und wir begleiten sie nur und wir dürfen nicht zum Animateur werden, immer noch witzigere Lerntipps geben, immer noch witzigere Lernmethoden geben, sondern die Kinder, die sind kreativ genug, wenn wir sie lassen. Und da können wir auch manchmal ChatGPT nutzen, um zu sagen, er gibt mir eine Idee, was ich am besten machen kann, wenn ich das und das und das gerne mag. Ich mag gern Minecraft, ich mag gern Fortnite spielen, ich muss jetzt hier if Clauses lernen in Englisch, wie kann ich das miteinander verbinden? Das heißt, mit den Kindern arbeite ich schon an Lernstrategien, dass sie auch überhaupt wissen, was ihr Lernweg ist, wann lernen sie am besten, wie lernen sie eigentlich am besten, wo lernen sie am besten, dass sie merken, oh, ich habe echt Schwierigkeiten mit dem Lernen anzufangen, OK, wo fällt es dir leicht anzufangen und dass sie darauf das, was im Alltag passiert, auf die Lernsituation übertragen können, weil sie wissen selber, was sie am besten können und das können wir auf das Lernen übertragen. Und so bekommen sie ihren eigenen Lernweg, wie sie das am besten brauchen, wie sie am besten anfangen können, was sie am besten brauchen, um dranzubleiben. Für den Eltern arbeite ich damit genau an diesen Punkten, dass sie eben nicht mehr dieses kleine Schulkind sind, was neben ihren Kindern sitzt, sondern dass sie ihr Erwachsenen Ich praktisch sein dürfen. Aber was brauchen sie dafür, damit sie da sitzen? Und das ist sehr interessant, wenn die beiden, das sind ja zwei totale verschiedene Ansätze, und wenn das aufeinander trifft, dann und sie lernen loszulassen, die Eltern, dann flutscht es auf einmal auch mit dem Lernen, weil die Kinder verstehen, oh, meine Eltern vertrauen mir und das Vertrauen in das eigene Kind ist der stärkste Lernmotor, den man haben kann. Ich meine, wie groß ist das, wenn jemand zu dir sagt, ich vertraue dir, du triffst die richtige Entscheidung und ich weiß, dass du schaffst und wenn, wenn, wenn was daneben geht, ich bin da, Da sind wir wieder bei der Beziehung, die eben für dich auch so sehr wichtig ist. Und das Wichtigste ist nochmal, also für mich ist dieses Motivieren ist ein großer Punkt und es gibt verschiedene Motivationstypen. Nicht jeder wird durch die gleichen Sachen motiviert. Mein großer Sohn zum Beispiel, der hat sich immer an andere orientiert und ich dann Coaching mäßig. Ja, nee, nee, vergleich dich mal mit dir selber, weißt du ja, was konntest du gestern, was konntest du heute, was hast dazugelernt. Dann sagt er, nee, das motiviert mich. Wenn ich sehe, wo der Moritz ist, dann weiß ich, das ist möglich, dann kann ich das auch. Das heißt, er hat sich selber sein Vergleich gesucht. Darum bin ich eigentlich immer vorsichtig mit der Aussage auch vergleich dich nicht mit anderen. Doch, manche brauchen das und das zu erkennen, welcher Motivationstyp dein Kind ist, ist so sinnvoll. Andere Kinder werden motiviert durch eine stabile Beziehung, durch Harmonie. Das ist das, was sie brauchen, andere durch Spaß. Und der vierte ist durch Struktur, klare Vorgaben, klare Ziele. Das ist, und wenn du einer von, stell dir vor, du bist jemand, der Harmonie braucht und da wird, wärst du, wirst du motiviert. Aber dein Kind ist jemand, der braucht den Wettbewerb, der muss sich messen. Dann sagt er, wenn du sagst, ey komm, wir machen das mal schön in Ruhe zusammen, Nee, nee, das will der gar nicht und schon ist der Streit da. Das heißt, so bekommst du schon mal ganz anderen Blickwinkel auf dein Kind, um zu verstehen, dass ihr zwei unterschiedliche Menschen seid und trotzdem gut miteinander auskommen könnt.
Sehr schön. Genau. Und dann auch dieses, was du ja sagtest, dass die Schule ist Aufgabe von den Kindern. Ich sage auch immer ganz gerne, das ist etwas zwischen Schule und Kind und wenn wir da als Eltern irgendwie versuchen, da reinzukretschen, dann ist wie so eine Dreiecksdynamik und dann befinden wir uns in einem Konflikt, der überhaupt nichts mit den Hausaufgaben als solches zu tun hat.
Sowieso. Also das ist, wenn du dich darüber aufregst, dass dein Kind jetzt nicht Mathe macht, dann hat das nichts mit der Matheaufgabe zu tun, dann ist es meistens, was vorher ist. Absolut, ja. Und natürlich verstehe ich das. Also ich meine am Anfang auch, ich war auch hinterher, weil meine Mutter saß ja auch danach daneben mir, wenn ich Hausaufgaben gemacht habe. Also habe ich das auch gemacht und musste erst mal lernen, damit umzugehen, dass meine Kinder das nicht brauchen. Und ich hätte mich ja aufzwingen können, aber es hätte unsere Beziehung total belastet und das ist nicht das, was ich wollte. Darum die Pubertät ist ja häufig so ein Messpegel, wo die Kinder sich abgrenzen und wo sie dann ihre Macht zeigen. Ich mache das sowieso anders als du. Und wenn sie vorher gemerkt haben, dass die Schule das Ding war, wo sie am meisten sich abgrenzen können, dann wird das in der Pubertät noch mal stärker hervorkommen. Dann werden sie das noch mal, ne, ich lerne jetzt nicht, ich mache das nicht. Und du stehst denn da als Mutter und sagst, es geht doch nicht, das hat doch bislang funktioniert, wenn ich das gesagt habe, aber jetzt funktioniert das auf einmal nicht und erhöhen den Druck. Und das ist genau kontraproduktiv. Dann ist eigentlich genau, dass dein Kind zeigt dir das, ey, lass los. Und ja, es ist vielleicht am Anfang noch schwer und es ist lernbar.
Ja, genau. Loslassen ist ein ganz, ganz, ganz wichtiger Punkt. Und wir hatten jetzt im Vorfeld, haben wir auch noch mal kurz gesprochen und dann hattest du gemeint, dass du auch mit mit Human Design arbeitest. Sag doch gerne mal, was ist denn überhaupt Human Design? Weil ich weiß, dass ein paar, die jetzt hier zuhören oder zuschauen, dass sie das vielleicht noch gar nicht gehört haben. Und wie hilft dir das in deiner Arbeit mit den Kindern und den Eltern?
Also Human Design ist für mich ein Tool wie andere Tools auch. Ich habe NLP Practitioner, also ich bin NLP ausgebildet, ich habe Emotionscoaching, Stressbewältigung. Human Design ist auch ein Tool unter den anderen Tools, die ich da habe. Und Human Design ist eine relativ neue Wissenschaft und sie existiert. Sie vereint verschiedene alte Wissenschaften miteinander, die wirklich bewiesen sind, weil das Human Design basiert auf dem Geburtsdatum. Und das ist das, wo viele Leute sagen, lass mich in Ruhe, Astrologie, Horoskope ist nicht meins, kann ich so gut verstehen. Habe ich genauso gehabt. Diese Denke, wo ich eigentlich Wirtschaftsingenieur bin und Zahlen, Daten, Fakten super finde, habe ich mich aber darauf eingelassen, weil mein Motivationstyp ist, habe ich noch nie gemacht. Cool, dann kann es ja nur gut werden. Und das habe ich mir also angeguckt und dachte erst, ah, okay, da wird man also in verschiedene Raster reingedrückt. Es gibt Energietypen, es gibt Profile, ne, das ist mir alles viel zu viel Schubladendenken. Und je mehr ich mich damit beschäftigt habe und in meiner Ausbildung zum Human Design Coach lernte ich dann wirklich fest, dass das wirklich sehr individuell ist, dieses, dieses, das Human Design. Und es zeigt dir das Potenzial von dir und deinem Kind. Es zeigt dir, was du für Bedürfnisse hast. Es zeigt dir, welche Stärken du hast. Und es gibt dir einen ganz anderen Blickwinkel auf dein Kind. Ein Beispiel. Es gibt Kinder, die lernt nur durch Ausprobieren. Und nun stell dir vor, du bist aber jemand, der die Sachen in der Tiefe verstehen muss. So, und jetzt hast du aber ein Kind, was nur durch Ausprobieren lernt. Das interessiert gar nicht, was du sagst. Mach das doch mal so oder mach das doch mal so. Dieses Kind wird per se das schon mal anders machen, als was du sagst. Wenn du das nicht weißt, dann zweifel zuerst mal an dir. Habe ich das nicht richtig erklärt, Muss ich mir Druck ausüben? Oder am Kind kann er nicht zuhören, kann das Kind nicht einmal das machen, was ich sage. Aber da sind wir wieder Kinder, sind unsere besten Coaches. Das ist das, was du lernen darfst. Du darfst auch lernen, einfach mal auszuprobieren, ohne vielleicht das 3000 Buch dazu gelesen zu haben. Und sobald du das weißt, dass ihr beiden so tickt, ist das ein großes Verständnis auf beiden Seiten und du kannst es akzeptieren. Und dieses Akzeptieren ist der erste Schritt zum Ja, zum Loslassen, zum okay, ich vertraue dir mal und ich bin gespannt, welchen Weg du gehst. Das heißt, das Human Design nutze ich gerne am Anfang, um überhaupt den Eltern einen anderen Blickwinkel auf das Kind zu geben, damit sie sehen, ach so, das kann also das braucht diesen, dieses Scheitern, das braucht es. Und dann ist es umso wichtiger, mein Kind abzuholen, dass es von diesen Fehlern lernt und nicht einfach sagt, ich mache keine Fehler machen, weil dann bleibt es nämlich hängen in dieser Ich mache gar nichts, weil ich Angst habe, Fehler zu machen. Und mit diesem Bewusstsein, dass dein Kind anders tickt. Manche Kinder brauchen besonders Anerkennung, kein Lob, sondern Anerkennung für das, was sie tun. Und sie dürfen gefragt werden, wie sie Sachen machen wollen. Das ist das, was sie brauchen. Sobald du das weißt, dass dein Kind so tickt, das ist das, was meine Erfahrung war. Meine drei Kinder sind, ticken alle anders, sind alle anders, andere Energietypen. Und sobald ich das wusste, konnte ich meinen Sohn viel besser, wusste ich ihn viel besser zu nehmen, weil ich auch nicht diesen Blickwinkel hatte. Ich wusste das einfach nicht, dass er das braucht. Und in dem Zusammenhang, wo ich ihn mir gefragt habe, sag mal, wie würdest du denn jetzt diese Hausaufgaben machen und sag mal, wie würdest du denn das lernen? Was ist denn jetzt eigentlich deine Meinung? Auch Alltagsgeschehen. Wir müssen uns ja nicht nur die Beziehung wird ja nicht nur während der Schulzeit gebildet, sondern Alltagsgeschehen. Ich sag mal, wie findest du das jetzt, dass der Schiedsrichter beim HSV so reagiert hat oder wie auch immer. Das baut ja auch die Beziehung auf und das zahlt dann auch wieder aufs Lernen auf. Darum ist Lernen nicht einfach nur lernen, sondern das ist ganzheitlich familienalltags, familienübergreifend zuzusehen und das, was wir eben sonst machen, ist das Lernen funktioniert nicht. Okay, dann gebe ich sie zum Lerncode und dann sind die Eltern immer verwundert, dass ich eben die gesamte Familie mit einbeziehen.
Ja, sehr sehr, sehr spannend. Danke dir für den Einblick dann auch in das in das Human Design und wie es wie es zusammenspielt Und das finde ich auch gerade schön, was du zum Schluss gesagt hast, dass eben diese gesamte Familie und dass wir auch immer dieses Gesamtpaket nicht nur Schule und sondern dass da, dass da viel mehr dazugehört und die Basis oder der Kern von der Familie ist ja wirklich die die Beziehung, die wir zueinander haben, die wir miteinander. Ja, aber auch die wir, die wir dazu uns selbst haben.
Ja genau. Voll wichtig, was du sagst, die, die wir zu uns selbst haben. Wir dürfen bei all dem uns selber sehen, unsere Bedürfnisse sehen, unsere Stärken sehen. Ich weiß noch aus meinen ganzen Bewerbungsgesprächen früher, was sind ihre Stärken? Ja, da hast du dann irgendwelche Sachen aufgezählt, aber wirklich gefühlt habe ich das nicht und aber ich wusste ja, dass das gute Stärken sind, habe mir da irgendwelche Geschichten aus den Fingern gesogen, wenn es dann darum geht, ja, wo haben sie die denn angewendet, wo haben sie die gezeigt? Ja, und wie toll ist das durch das Human Design, dass es dir eine Stärke vielleicht offenbart, die du vielleicht vorher als Schwäche gesehen hast, wo du sagst, das ärgert mich, das will ich nicht Und generell finde ich sowieso das, worüber du dich am meisten ärgerst, ist eigentlich deine größte Stärke. Das ist deine Besonderheit, die du hast. Und wenn wir lernen, das so zu sehen und anderen Blickwinkel bekommen, auch da wieder, dann stärken wir uns selber, dann verurteilen wir uns gar nicht und das hat auch wieder einen Einfluss auf die Beziehung was du gesagt hast zu den Kindern und damit auch auf das Lernen.
Ja, das ist gerade mit den Stärken, finde ich auch noch mal wirklich schön, sich klarzumachen, dass was wir vermeintlich immer als Schwäche sehen, dass es einfach alles irgendwelche Eigenschaften sind, die in manchen Situationen förderlich sind, in manchen vielleicht nicht so förderlich. Also wir hatten letztens zum Beispiel die Situation, da hat mein Sohn an den Hausaufgaben gesessen und hat dann irgendwie immer wieder wirklich aus querbeet irgendwelchen Themenbereichen irgendwelche Sachen erzählt, irgendwelche Fragen gestellt. Und ich habe dann nur zu ihm gesagt, dein Gehirn ist ja ganz schön schlau. Das versucht dir alles irgendwelche Sachen, die du spannend findest, vorzuwerfen, was du spannender als die Hausaufgaben findest. Es ist ja auch eine Form, was da halt alles rauskam in der in der Situation. Aber es hat ihm dann auch geholfen, okay, eigentlich will ich ja die Hausaufgaben erledigt haben, weil es dann gar nicht in diesem oh, jetzt fang doch mal endlich an, deine Hausaufgaben zu machen, sondern ich dann wirklich auch eine ganz anderen Zugang dann zu ihm hatte. Und ich glaube, umso wichtiger ist es dann auch, den Blick dann auch ganzheitlich zu sehen, dass es eben nicht nur diese, am besten Fall für manche ja nur die Schuhnoten sind, was zählt, wenn mein Kind lauter eins nach Hause bringt, dann habe ich einen guten Job als Mutter gemacht, sondern wirklich zu sehen, hey, wenn mein Kind vielleicht auch zufrieden ist mit dem Zeugnis, wo jetzt 3 auf meiner 4 draufsteht und sagt, ja, ne, passt für mich, ich habe gar nicht vor, XY zu machen und es ist halt auch gerade jetzt und wenn es dann später irgendwann und auch wenn es schon erwachsen ist, der Meinung bin, ich will jetzt vielleicht doch noch mal Astrophysik studieren, ja, dann, wie du vorhin auch sagtest, dann ist noch mal eine ganz andere Motivation dahinter und dann wird es wahrscheinlich auch schaffen.
Absolut, auf jeden Fall. Und da ist auch wieder diese innere Haltung, die du ja hast. Also ich hatte letztens ein Kind bei mir, oh nee, ich weiß gar nicht, was ich brauche zum Lernen, kann ich dir gar nicht sagen. Wenn ich jetzt diese innere Haltung habe von wegen mein Kind will ja gar nicht lernen, Also wenn das jetzt mein Kind wäre, dann würde ich denken, mein Kind will nicht lernen, aber diese innere Haltung von mein Kind will lernen, weil jedes Kind will lernen und jeder will lernen. Wenn ich diese innere Haltung habe, dann bin ich ja automatisch auch neugierig herauszufinden, was das Kind dann braucht zum Lernen. Also dann sind wir denn die ganzen Sachen durchgegangen, wozu es Bock hatte, was es gerne lernt, wo es schon was gelernt hat. Und dadurch merkt das Kind auch, dass das Lernen eben was Alltägliches ist und nicht nur auf die Schule begrenzt ist. Allein Computerspiele, die werden ja so verteufelt oder künstliche Intelligenz und ich finde, die gehören einfach dazu. Und in den Computerspielen Minecraft, Fortnite für die für die größeren Kinder, die haben ja auch so viel, was sie stärken, stärken können. Ein Junge hatte mir mal gesagt, als ich sagte, warum magst du die denn gern spielen? Ja, ich bin gern mit denen, mit meinen Freunden zusammen. Also wir spielen denn was zusammen oder ich habe schnelle Erfolge, wir machen was Kreatives und das sind alle Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt von morgen. Also Kollaboration ist wichtig, die Kreativität ist wichtig, die Kommunikation ist wichtig und auch das kritische Denken, dass die sich dann vielleicht sagen, okay, nee, wir hören jetzt doch vielleicht mal auf zum Spielen, weil wir auch noch mal andere Sachen machen wollen. Also all das schafft ein Computerspiel auch darum per se das zu verteufeln ist nicht die richtige, nicht der richtige Ansatz, weil es gehört einfach zum Alltag deines Kindes dazu, so wie manche Sachen, so wie vielleicht ein Netflix Serie bei dir dazu gehört und du dich auch abends immer ärgerst, dass aus dieser einen Folge, die du nur noch sehen wolltest, vielleicht doch fünf geworden sind.
Ja, das ist auch noch mal ein schöner Aspekt, den du da reingebracht hast. Auch im Endeffekt dann nicht in diese bewertende Haltung reinzugehen, weil ich jetzt zum Beispiel Computer spiele, weil ich da irgendwas Negatives drin sehe, sondern auch ins Gespräch zu gehen und zu fragen, was genau fasziniert dich denn daran? Was ist es denn? Das ist super wertvoll und es schafft auch ein Öffnen einfach, dass wir dann auch zueinander finden. Und daraus können wir können dann natürlich auch tolle Gespräche entstehen. Da kann dann auch so was entstehen wie, hast du schon mal gemerkt, wie du dich fühlst, wenn du eine halbe Stunde gespielt hast? Im Gegenzug, wenn du halt dann vier, fünf Stunden gespielt hast, Wie ging es dir denn danach, was hast du denn dann da gefühlt? Oder hast du dann vielleicht sogar das Zeitgefühl vergessen? Hast du gegessen während der Zeit? Hast du danach gemerkt, oh, ich habe total Hunger. Und das hat eine ganz andere Qualität, als wenn ich jetzt der Meinung bin, ich müsste jetzt eigentlich meinem Kind so zeigen, hier so geht's und so geht es nicht. Sondern durch die Erfahrung lernen die Kinder ja auch bei weitem mehr, als wenn wir uns hinstellen und denken, wir sagen nur das Richtige und dann wird das Kind das schon verstehen.
Absolut. Und da fallen mir zwei Sachen dazu ein. Einmal das Reflektieren, was du sagst, das ist so sehr wicht, das fördert die Eigenverantwortung, die wir ja eigentlich haben wollen bei unseren Kindern. Insofern, wenn du da die Fragen stellst, dass dein Kind selber spürt, ah, okay, nee, das war jetzt vielleicht zu lang. So habe ich das mit meinen Kindern gemacht. Ich wollte ein Bewusstsein für sie schaffen, dass sie merken, wie lange sind die überhaupt daran? Weil wir wissen das ja auch, sobald wir einmal ein Handy in der Hand haben, vergeht aus den 10 Minuten auf einmal, ups, 30 Minuten, eine Stunde. Und dieses Bewusstsein durch das Reflektieren ist so wertvoll, dass man weiß, ja stimmt, ich war lange dabei, weil ich habe wir mit unseren Kindern das auch probiert, die Zeit zu beschränken. Klar wird uns ja auch von allen erzählt, dass das so gemacht werden muss. Was haben mein, was hat mein großer Sohn gemacht? Der hat gleich bei YouTube geguckt, wie man das aushebeln kann und dann hat er das ausgehebelt. Clever, muss ich sagen, sehr clever. Nun hätte ich ihn auch YouTube verbieten können, aber ich finde es viel sinnvoller, ihn mit den Gefahren auseinander, also zu sagen, okay, überleg, was für Gefahren das sind und mir darüber zu sprechen, weil Verbote in meiner Welt reichen nicht, sondern ich möchte, dass das Kind versteht, okay, ein Kleinkind, was auf die Straße läuft, nicht, habe ich keine Zeit zu verstehen, zu geben, dass das jetzt nicht die beste Idee ist. Da darf ich eingreifen. Und mit Computerspielen oder mit digitalen Medien, die gehören einfach dazu. So und ich hatte gesagt, das sind zwei Punkte. Und den zweiten Punkt habe ich vergessen, die wir sagen wollten. Also einmal war das das Reflektieren, das andere, wenn es wichtig ist, kommt es wieder hoch. Genau, dann kommt es wieder hoch, das weiß ich.
Genau, dann kommt es wieder hoch. Ja, aber schön fand ich jetzt auch wirklich, wirklich toll, wie wir auch so diese Brücke geschlossen haben, so zwischen wir haben eigentlich bei der Beziehung angefangen und irgendwie landen wir halt immer wieder am Ende auch wieder bei der Beziehung. Und ich finde es so, so wertvoll. Ja, ist sie wieder eingefallen.
Ich weiß, mein Punkt genau gesagt hast mit Zuhören und Interesse. Oft hören wir ja zu, um zu antworten und ich finde, wir dürfen eher zuhören, um zu verstehen. Und das ist das, was Kinder die erzählen uns was und schon sind wir mit Ratschlägen dabei, was wir machen würden. Und das ist manchmal gar nicht so sinnvoll. Manchmal dürfen wirklich zuhören, um zu verstehen und nicht um anzuantworten. Jetzt kannst du noch mal schlagen.
Ja, voll schön. Vor allem, was mir jetzt dazu nämlich einfällt, ist der Hintergrund, wenn wir denken, wir sind ja die Erwachsenen, wir zeigen den Kindern die Welt und wir sagen ihnen, was los ist, was sie daraus lernen können. Und gleichzeitig bin ich der Meinung, wir können im umgekehrten Fall so viel eigentlich von unseren Kindern lernen. Deswegen finde ich das so schön, dieses Bild mit dem Zuhören und Verstehen, weil wir dürfen unseren Kindern da auch sehr viel Kompetenz über sich selber auch zutrauen, dass sie die einfach haben und dann eher als ein Miteinander zu verstehen und dann auch, ja klar, wenn es dann mal Schwierigkeiten gibt, dann nicht zu fragen, nicht zu sagen, das muss jetzt aber gemacht werden, sondern warum schaffst du es denn nicht zu machen? Oder was brauchst du denn, damit etwas möglich ist?
Oder auch gern, habe ich doch gesagt.
Oh ja, der Klassiker. Ja, genau. Das ist natürlich der absolute Beziehungskiller, habe ich dir doch gesagt. Übrigens nicht nur bei Kindern, sondern in der Beziehung genauso.
Ja, ja, das ist wohl richtig.
Gefühlt könnten wir jetzt noch ewig weitersprechen, aber ich glaube, das war jetzt sehr, sehr schön. Die wichtigsten Punkte sind zusammengefasst. Wenn du noch mal ein Fazit oder einen abschließenden Tipp für die Eltern hast, wäre jetzt hier der Platz dafür.
Ja, also für mich ist ja das Wichtigste, dass die gemeinsame Zeit mit den Kindern zu kurz ist, um sie von Schule und Lernen bestimmen zu lassen. Weil oft ist es so, wir sind eng dran und wollen, dass das Kind jetzt lernt und dann ist es ein Druck und dann sagen wir, okay, Schule geht vorbei, aber dann sind die Kinder meistens auch schon ausgezogen. Und wie schade ist das, wenn dann diese gemeinsame Zeit von der Schule und dem Lernen bestimmt wird. Und das muss es nicht sein. Und das heißt nicht, dass das Kind dann automatisch schlecht ist in der Schule, nein, sondern das heißt, dass du die Zeit mit deinem Kind genießt und es die Möglichkeit hat, gut zu sein in der Schule, was auch immer gut bedeutet.
Sehr schön. Ich danke dir ganz, ganz herzlich, dass du hier bei mir zu Gast warst, dass du dein, ja, dein, deine ganze Energie, dein ganzen Wesen, dein ganzes Wissen, deine, deine ganze Art hier mit reingebracht hast und wünsch dir erstmal einen wundervollen Tag. Und ich werde natürlich verlinken in den Show Notes, wie die Menschen dich erreichen können.
Ich danke dir sehr für die Möglichkeit, dass das Lernen leicht wie Eis essen wird, dass das in die Familien reingetragen wird.
Dankeschön. Das war Klare Eltern, starke Kinder, dein Podcast für ein bewusstes Familienleben mit Familiencoach Leonie Ries. Hinterlass mir eine Bewertung und abonniere diesen Podcast, um keine Folge zu verpassen. Bis zum nächsten Mal.
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