#cnight 2017: Talk "Wirtschaft 4.0 – Deutschlands Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit stärken“

Angela Merkel discusses Germany's digital future with startup founders Maex Ament of Taulia and Rolf Schröder of Trivago. They debate how to close gaps in education, fund startups, and keep German companies competitive as AI reshapes every industry.
Chapters
Ja, vielen Dank für die nette Anmoderation. Herzlich willkommen, endlich mal wieder ein Digitalpodium in Berlin. Das hatten wir ganz lange nicht. Und dann noch eins ohne Sascha Lobo. Das ist wahrscheinlich eine Weltpremiere. Das hat es noch nie gegeben, meine Damen und Herren. Und tollen Service für die Twitterer. Alle, die da ihre Weisheiten zum Besten geben, werden da sofort auf dem Schirm abgebildet. So viele Views hatten viele noch nie. Ja, das ist ein großer Hammer. Das kann man dann auch noch fotografieren und wieder auf Instagram stellen. Damit macht man seine Reichweite ins Unendliche. So, wir wollen ein bisschen über die Zukunft der Digitalisierung reden. Frau Bundeskanzlerin, kommen Sie doch einfach zu mir. Sie sind die Stimme der Regierung. Schön, dass Sie da sind. So, und wir haben zwei Gäste, nämlich aus San Francisco. Markus heißt er bürgerlich, aber weil er aus San Francisco kommt, heißt er natürlich Maex Ament. Er ist Chief Strategy Officer und Gründer von Taulia. Herzlich willkommen, nehmen Sie Platz. Eine kurze Frage ins Publikum: Publikum, wer von Ihnen kennt Thalia? Okay, 2, 3 Streber, aber ansonsten eigentlich niemand. Gut, Rolf Schrömmgens, den weiten Weg aus Düsseldorf, kommen Sie bitte zu uns. Gründer und Geschäftsführer von— hoppala, natürlich formvollendet— von Trivago. Das kennt man schon eher, das ist ein Reiseportal, richtig? Eine Hotelsuche, eine Hotelsuche und hat 1100 Mitarbeiter, 1300, inzwischen 1300 vom Jahresende. Aber jetzt mal ganz kurz, ich dachte, Digitalisierung bedeutet, dass man Prozesse automatisiert. Was machen da jetzt 1300 Mitarbeiter?
Na ja, es geht schon darum, am Ende auch kreativ zu sein, zu organisieren, neue Prozesse zu schaffen. Und dann ist der Mensch auch noch unverzichtbar. Und das ist ja auch gut so.
Kommen wir nachher noch zu. Maex Ament, gerade aus San Francisco gekommen. Taulia, wie wir gerade gesehen haben, hat sich noch nicht ganz so rumgesprochen hier. Kurz, was ist das?
Klar, ja, wir sind noch relativ jung hier, erst seit 2 Jahren unterwegs. Ja, wir sind eine dieser B2B-Plattformen, die der Herr Gausemeyer eben erwähnte. Was wir machen, wir zahlen Mittelständler früher, anstatt dass Mittelständler eben— naja, besser so. Okay, sorry. Ja, wir zahlen Mittelständler früher. So, anstatt dass ein Mittelständler-Lieferant 60, 90 Tage auf das Geld warten muss, kann Lieferant über Thalia das Geld morgen, übermorgen bekommen. Und ja, das machen wir, das machen wir mit 120 Großunternehmen und mehr als einer Million Lieferanten.
Mal ganz kurz, wo ist da jetzt das Erlösmodell? Also ihr verschenkt ja jetzt kein Geld.
Natürlich nicht. Das Ganze passiert dadurch, dass Großkonzerne die reich an Kapital sind oder Zugang zu Kapital haben, eben diese Kapitalkosten an den Lieferanten übertragen und dadurch der Lieferant wesentlich günstiger an Liquidität kommt.
12 Jahre San Francisco jetzt. Hat man in San Francisco schon mal was von der digitalen Agenda der Bundesregierung gehört?
Muss ich zugeben, nein.
Oh, Frau Bundeskanzlerin, das trifft uns aber jetzt.
Ehrlich gesagt trifft mich das überhaupt nicht, weil unser, unser Zielpunkt ist die Bundesrepublik Deutschland und nicht San Francisco. Und unser Lebensraum ist das deutsche Regelwerk und das deutsche Rechtssystem. Und wenn dann noch das europäische. Aber wir haben sehr, sehr unterschiedliche Ausgangspunkte und insofern. Und im Übrigen haben wir das Interesse, dass mal einer von San Francisco wieder zu uns kommt, aber nicht, dass immer weiter Leute von Berlin nach San Francisco gehen. Also man muss von uns nichts wissen. Okay, Ruhe, sanft und ruhig.
Was müsste jetzt passieren, damit Sie mit Taulia nach Berlin, Düsseldorf, ins Sauerland zurück nach Deutschland kommen?
Wir sind ja in Düsseldorf, also wir haben in Düsseldorf Ganz nah bei Rolf, unser Office hier. Und ich persönlich zum Beispiel bin jetzt seit 12 Jahren USA. Ich werde jetzt auch mal wieder für ein Jahr zurückkommen oder zumindest für ein Jahr. Madrid gewählt. Meine Frau ist Spanierin, aber dennoch Europa. Also ja, wir kommen zurück.
Rolf Kromminges.
Und das ist indirekt eine Folge von unserer guten Arbeit.
Ganz genau.
Sie haben jetzt die Chance, der Bundeskanzlerin— das Wahlprogramm ist ja angeblich noch nicht ganz fertig— jetzt noch mal so 2, 3 Punkte Anregungen zu liefern. Was müsste da drinstehen im CDU-Programm zur Bundestagswahl, damit Sie sich hier als Investor, Arbeitgeber, Start-up noch wohler fühlen?
Ja, ich glaube, ich habe zum ersten Mal ein Thema, glaube ich, was mit Start-ups jetzt direkt so gar nicht so viel zu tun hat. Aber ich glaube, dass dass das Thema Bildung eigentlich auf den ersten Platz von jedem Wahlprogramm gehört. Und ich wundere mich jedes Mal wieder, dass das nicht der Fall ist. Und ich finde es schade, weil wenn man— ich habe letztens eine Statistik gesehen, da stand dann, okay, was sind die drängenden Probleme, die wir haben? Und da war Bildung so mit 3%, so glaube ich, ganz am Ende. Also eine Umfrage. Also die Bevölkerung scheint es auch nicht zu sehen. Aber ich glaube, umso mehr sollte eigentlich dann die Politik in der Pflicht sein, das der Bevölkerung zu erklären. Dass, wenn wir da nicht ganz dringend was verändern, dass wir dann vor die Wand laufen. Und ich glaube, das ist wirklich der Fall, weil ich glaube, dass unsere Bildungssysteme mit der Geschwindigkeit der Entwicklung gerade überhaupt nicht mehr zurechtkommen und in der Zukunft noch viel weniger zurechtkommen werden. Und auch wenn das jetzt kein direktes Wahlprogramm ist, Programm ist, glaube ich, wenn man über systemische Veränderungen und so spricht. Ich glaube, muss man sich halt überlegen, okay, wie kann man denn überhaupt unser Bildungssystem lernfähig machen? Also mir geht es viel weniger um die Politik, ja, also die einzelne Maßnahme, sondern wie kann man das Bildungssystem an sich so lernfähig machen, dass es überhaupt in der Lage ist, in der Zukunft auf Veränderungen zu reagieren, weil es verändert sich ja andauernd.
Die Bundeskanzlerin nickt eigentlich bei jedem Satz.
Na ja, ich glaube, dass in der Tat im Bereich der Bildung sich sehr viel abspielen muss und wir da vor verschiedene Herausforderungen gestellt sind. Die eine heißt: Wie kann ich die, die Bildung transportieren, also Lehrerinnen und Lehrer, Kindergärtnerinnen oder Erzieherinnen und Erzieher, Ausbilder an den Universitäten und Hochschulen, wo wieder Lehrer ausgebildet werden, wie kann ich die eigentlich in die Lage versetzen, das, was man in 5 und 10 und 15 Jahren braucht, heute zu vermitteln. Das heißt, dass die erste Aufgabe und vielleicht auch schwierigste Aufgabe ist ja gar nicht, den Kindern etwas beizubringen, sondern die schwierigste Aufgabe ist erstmal, diejenigen, die heute unterrichten und die heute Bildung weitergeben, in die Lage zu versetzen, zu verstehen, was da notwendig ist, und keine Angst zu haben, dass man auf Schüler trifft, die plötzlich alles schon können, was man sich selber erst gerade gestern beigebracht hat. Und das ist ja auch eine kulturelle Herausforderung, wenn plötzlich Ältere permanent etwas weniger wissen als Junge. Und deshalb versuchen wir bei aller Zuständigkeit für die Schulpolitik der Länder auch sozusagen das zu befördern, indem wir zum Beispiel moderne Kurse für Lehrerausbildung machen, auch Lehrerweiterbildung. Wir müssen die Berufsschulen zum Beispiel ausstatten in der entsprechenden Weise. Aber das Allerwichtigste ist, dass die Erwachsenen, die heute mit unseren Kindern agieren, in die Lage versetzt werden, die Zukunft zu projizieren und nicht die Vergangenheit. Deshalb habe ich genickt.
Aber die Realität, die Realität an deutschen Schulen, das kann ich als zweifacher Vater sagen, ist, der Overheadprojektor ist noch in relativ vielen Schulen Noch da, die Lehrer sind jetzt auch nicht so Nerds.
Das ist ja klar. Das bedeutet ja auch Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Und da gibt es auch viele, ich habe es ja schon gesagt, Ängste. Es gibt auch sehr viele gute Beispiele. Aber wenn wir zum Beispiel, also wir werden hier in diesem Bereich auch mit den Ländern sehr viel enger zusammenarbeiten müssen. Also wir haben jetzt zum Beispiel mal zwei Dinge, hat die Bundesbildungsministerin im Auge. Wir könnten zum Beispiel erst mal den Anschluss der Schulen an das digitale Breitbandnetz forcieren, weil wir ja auch in ländlichen Räumen den Ausbau von Breitband voranbringen. Zweitens können wir und sollten wir über die Cloud Lehrinhalte, die heute digital angeboten werden, zur Verfügung stellen. Dann können sich die Länder immer noch aussuchen, worauf greife ich zurück, aber dass das erst mal gebündelt da ist. Und wenn man dann mit den Ländern vernünftig zusammenarbeitet, dass dort die Computerausstattung gemacht wird, Und dann können wir auch helfen bei der Lehrerweiterbildung. Aber da ist noch viel zu tun. Ich habe nicht behauptet, dass es ideal ist. Heute ist da vieles auch Eigeninitiative. Ich habe zum Beispiel, gibt es sehr gute Sachen, dass Studentinnen und Studenten aus den Universitäten, die jetzt auf Lehramt dann später sich qualifizieren, dass die dann auch schon mal in die Schulen gehen und mit den Lehrern sprechen, weil sie nun schon wieder ein bisschen mehr wissen. Aber wir müssen da noch viel mehr Austausch in Gang bringen.
Wie ist das in San Francisco, Maex Ament? Sie haben, glaube ich, eine Tochter da?
Zwei Schüler, zwei.
Und wie haben die auch noch Overhead-Projektor?
Nee, nee, nee, also ist schon recht modern. Zum Beispiel, ja, also auch meine Nummer 1 wäre die Bildung gewesen. Aber ein Beispiel in San Francisco: Meine Tochter ist jetzt in der 4. Klasse, aber die fängt schon in der 3. Klasse an, mit Google Docs oder Google PowerPoint zu kollaborieren, zusammenzuarbeiten mit Mitschülern, Präsentationen vorzubereiten. Und ganz früh, 3., 4. Klasse, das bereitet eben vor. Und hier, wenn ich meine, ja, meine Neffen oder die Kinder von Freunden Es ist ein bisschen hinterher, dauert. Also es ist eher dringend, dass wir hier aufholen.
Öffentliche Schule?
Ja, gut.
Ja, hatte ich erwartet.
Ich meine, ich weiß, in San Francisco glaube ich das auch. Glauben Sie, dass es auch flächendeckend in den Vereinigten Staaten?
Glaube ich nicht. Ich glaube, San Francisco ist eine Ausnahme, oder die Küsten, wie wir wissen, sind eine Ausnahme. Aber es ist trotzdem eine öffentliche.
Aber das ist ja eine Chance.
Rolf Gröbege ist ja eine Chance.
Wir können noch besser sein.
Ja, natürlich. Also ich bin ja sehr offen und sehe auch, dass wir da Nachholbedarf haben, ist keine Frage.
Professor Gausemeyer hat gerade—
Ich will mich jetzt hier nicht auf Kompetenzstreitigkeiten ausruhen. Wir müssen auch als Bund da neue Wege gehen. Wir können nicht den ganzen Tag sagen, sind wir nicht zuständig, sondern wir müssen es mit den Ländern kooperativ machen. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig.
Hier in Berlin gäbe es da schon einige Punkte, wo man direkt loslegen könnte. Prof. Gausemeyer hat gesagt, kein Grund zur Aufregung, das mit Industrie 4.0, das ist zwar alles eine Herausforderung, aber kein Grund zur Aufregung. Das klang so im besten Sinne entschleunigt. Ist das eine richtige Haltung zur Digitalisierung?
Na ja gut, also ich bin jetzt auch kein Freund davon, in Panik zu verfallen, aber ich bin schon ein Freund davon, Entwicklung konsequent zu Ende zu denken. Und wenn man Entwicklung konsequent zu Ende denkt, dann glaube ich einfach, dass wir mit unseren derzeitigen Systemen nicht wirklich wahnsinnig gut aufgestellt sind. Warum ist das so? Ich glaube, dass sich einfach— was passiert durch Digitalisierung? Ein System hat mehr Informationen, Information fließt schneller, und weil Information schneller fließt, lernt es schneller, und die Geschwindigkeit der Veränderung nimmt zu. Da sind wir schon in der zweiten Ableitung, also die Geschwindigkeit der Veränderung nimmt zu, und weil die Geschwindigkeit der Veränderung zunimmt, muss man sich als Unternehmen immer schneller anpassen, und es gibt immer viel mehr disruptive Schocks für ein Unternehmen. Und was passiert durch disruptive Schocks? Und das sehen wir in den letzten 100 Jahren: Lebenszyklen von Unternehmen werden immer kürzer. So, und das ist eine konsequente Entwicklung und die beschleunigt sich. Das heißt, in Zukunft werden Unternehmenzyklen, also Zyklen, in denen Unternehmen erfolgreich sein können, immer kürzer werden. Und das ist auch wahnsinnig schwer zu kompensieren. Das kann man natürlich durch viele Maßnahmen versuchen zu kompensieren, ist aber schwierig. Das heißt letztendlich, ich glaube nicht wirklich an Transformation. Ich glaube nur an Disruption. Und wenn man nur an Disruption glaubt, dann heißt es, dass es, dass es noch viel wichtiger ist, junge Unternehmen zu fördern. Und da ist uns halt die USA noch voraus. Die haben auch die großen Unternehmen, aber die haben nicht so sehr diesen Schwerpunkt auf den großen Unternehmen, sondern die haben halt auch die jungen Unternehmen, die nachwachsen.
Also erst mal ganz kurz eine mathematische Geschichte: Weil Unternehmen immer kürzer leben, muss man immer schneller und mehr neue hinterher gründen. Wir hatten 1224 Start-ups 2016 in Deutschland, gut 1200 mit 14.000 Mitarbeitern. Das klingt nicht so, Max Ament, als ob man damit jetzt die deutsche Wirtschaft so richtig nach vorne bringt.
Ich kenne die Definition jetzt nicht, was für eine Größe und was ein Start-up ist, aber nee, die Zahl ist relativ gering.
Neugründungen. Aber teilen Sie die These von Herrn Schrömmges, wird immer alles schneller, deswegen braucht man jede Menge mehr Gründungen?
Ja, natürlich, natürlich wird alles schneller im Moment.
Aber Entschuldigung, der deutsche Abiturient zum Beispiel möchte eine Festanstellung bei einem DAX-30-Unternehmen. Es ist nicht so, dass ich möchte jetzt Startupper werden ganz oben als Berufswunsch auf der Liste.
Das ändert sich ja. Also was uns fehlt, sind vielleicht Erfolgsgeschichten, Erfolgsgeschichten in Deutschland von jungen Unternehmern, die eine Firma zum Erfolg geführt haben. Trivago ist ja ein prima Beispiel, wo das jetzt anfängt. Schon erfolgreich ist, wird schon Zalando und andere. Wir haben ja jetzt erste Beispiele davon. In den USA haben wir das seit 15 Jahren oder seit 20 Jahren und mit, mit, mit den Gründern, die erfolgreiche Firmen gemacht haben. Und dadurch sind dann eben Abiturienten oder auch Studenten motiviert, es auch zu versuchen. Es ist ein Mindset.
Aber diese Idole, die es im Silicon Valley oder in den USA gibt, nicht so richtig. Die Samwers vielleicht. Frau Merkel, gibt es Idole? Also bei jungen Leuten, die kennen Fußballer, die kennen Popstars, aber es gibt keine Firmengründer, wo man sagt, wow, so will ich auch mal werden?
Jetzt, ja, das ist geringer ausgeprägt, das stimmt. Also ich wollte noch mal, nein, leider, ja, ich meine, sagen wir mal, wir haben hier eine ganz klare, insbesondere bei dem Umgang mit dem Konsumenten, sagen wir mal, haben wir eine ganz klare klare Dominanz der Vereinigten Staaten von Amerika. Und dann kommen jetzt erste gute Beispiele. Ich wollte nur noch mal auf die, auf die Frage zurück, die hier dargelegt wurde, dass die Innovationsgeschwindigkeit zunimmt und dass deshalb die Zyklen immer kürzer werden. Das wurde dann sehr schnell mit der Unternehmens-, mit dem Unternehmensbestand verknüpft. Ich meine, wir haben ja auch sehr viele Startups, die dann ab einer bestimmten Größe aufgekauft werden von den großen Unternehmen. Das heißt, es gibt auch sozusagen, es ist ja wie so ein, also wir haben ja eher auch die Sorge, dass es bestimmte Monopole gibt. Die Monopole existieren dann vielleicht nicht so lange. Das ist aber dann eher wieder gut, damit es nicht eine vollkommene Erstickung aller neuen Impulse gibt. Ich glaube, wir müssen ein bisschen aufpassen, Wie wir die Sache definieren. Als wir von der Agrar- zur Industriegesellschaft gegangen sind, da gab es genau solche Prozesse. Da haben vorher waren 90% der Beschäftigten im ländlichen Raum beschäftigt. Plötzlich waren irgendwann 60% der Arbeitsplätze im industriellen Bereich. Und in dieser Phase ist unheimlich viel Disruption entstanden. Die Leute haben völlig neu, die mussten ihren Wohnort ändern, sie mussten ihre Arbeitsbedingungen ändern. Die hat die Familienstrukturen verändert und irgendwann ist daraus der klassische Industriearbeiter geworden. Und dann ist man sozusagen in eine etwas, in eine Sättigungsphase würde ich jetzt sagen, in eine etwas ruhigere Phase eingetreten und hat die Betriebe weiterentwickelt und sehr evolutionäre Fortschritte erzielt. Jetzt sind wir, und das ist eben die entscheidende Frage, sind wir jetzt eben in der neuen industriellen Revolution? Dann haben wir wieder so eine revolutionäre Phase. In der ganz vieles von dem Alten nicht mehr so sein wird, wie es war, und daraus aber viel Neues entstehen kann. Und wenn man das bejaht, dann ist das jetzt nicht verwunderlich. Dann muss es aber nicht bis ans Ende aller Tage so weitergehen, sondern dann kann hinterher auch wieder eine Sättigungsphase eintreten, wenn man das mal alles gemacht hat. Ich persönlich mache mir, wenn ich den Vortrag gehört habe— Sie haben ja, dass Sie sagen, keine Panik ist erst mal absolut richtig, weil Menschen, denen man sagt, passt mal auf, ihr habt alles verpasst, die hören ja gar nicht mehr zu und können sich überhaupt auf das Neue nicht einstellen. Und ich glaube auch, dass wir die Digitalisierung der Produktionsprozesse ganz gut hinkriegen. Wo ich mir nicht sicher bin, und das haben Sie ja auch gesagt, ist die Frage, welche Rolle spielt die Plattform? Und wie wird der Kunde— die, das, das gibt ja zwei Veränderungen. Es gibt die Veränderung des Produktionsprozesses und es gibt die Veränderung der Beziehung des Kunden zu dem, was er als Produkt haben will. Und dieses Denken, dass ein Kunde vielleicht eine Plattform hat und auf der Fahrkarten kauft, seine Wasserkocher erneuert, den Kühlschrank besetzt und den Kindern den Unterricht gibt oder die Nachhilfe oder das Spiel, Spiele nutzt, dass also eine Plattform etwas ist, was näher am Kunden ist vielleicht als am am Produkt, ob das schon sozusagen geschafft ist. Und jetzt muss man dann noch sich in die Fantasiewelt— das kann ich nicht, weil ich da keine Expertin so bin— aber dieses B2B, also von, von Firma zu Firma, muss ich mich hineinversetzen. So, und da, ob wir diese Stufe des Denkens hier schnell genug machen, oder ob nicht jeder vor sich hin das bestimmte Dinge macht, aber das dann Ob da eine Ebene fehlt, das weiß ich nicht. Vielleicht können die beiden Herren dazu was sagen, aber darüber mache ich mir die größten Gedanken.
Ja, also ich mache mir in dem Bezug eigentlich, und das fand ich eigentlich auch sehr gut dargestellt, ich glaube, ich mache mir weniger Gedanken um die technologische Innovation oder die technologische Innovationskraft oder alles, was aus der Wissenschaft kommt. Also da mache ich mir weniger Gedanken, sondern ich mache mir mehr Gedanken um alles das, was danach kommt. Das heißt, Dann die unternehmerische Umsetzung, die unternehmerische Verwertung von demjenigen, weil das, und das ist das Problem, glaube ich, für mich von Großunternehmen. Ich glaube halt, dass so älter ein Unternehmen wird, und ich glaube, das stärkt halt diese These, ich glaube, so älter ein Unternehmen wird, so kristalliner werden die Strukturen in Unternehmen. Das heißt also, wenn diese These stimmt, vielleicht stimmt sie ja nicht, aber wenn die These stimmt, dass die Veränderung zunimmt, Dann heißt es, dass diese Unternehmen letztendlich immer anfälliger werden, ja, und ich glaube, deswegen ist Information, also wenn Leute über Digitalisierung sprechen, dann sprechen sie ganz häufig über, also am Anfang haben die Leute immer über Internet als Kanal gesprochen und jetzt spricht man über Digitalisierung und dann geht es um Informationen, dann wird ein CTO eingestellt und so weiter. Das hat aber nur sehr bedingt was mit Information alleine zu tun, sondern es hat was mit dem System zu tun. Und das System hat eine Kultur. Das heißt also, wenn ich jetzt Informationen einfach auf ein System gebe, wo es keine Kultur gibt, diese Informationen auch auszuwerten und umzusetzen, dann falle ich immer zu kurz. Das heißt, dieser kulturelle Wandel ist wesentlich komplizierter als der technologische Wandel. Und das ist einfach, und das ist, glaube ich, unseren, glaube ich, das wird den großen Unternehmen noch nicht klar, dass eigentlich das Eigentliche, was sie verändern müssen, ist die Kultur im Unternehmen, viel mehr als die Technologie. Und wenn ich dann so ein junges Unternehmen habe, was dann aufgekauft wird, dann haben wir das leider auch noch viel zu häufig, dass große Unternehmen kaufen das kleine auf und dann übernimmt das kleine Unternehmen die Kultur des großen, wird langsamer, geht vom Markt, wird nicht erfolgreich und so weiter. Und jetzt haben wir in den USA das erste Mal, glaube ich, die Situation, wo diese Unternehmen nicht mehr aufgekauft werden müssen. Und das ist auch der Unterschied. Die werden halt nicht mehr aufgekauft, sondern die werden mit mehr Kapital ausgestattet. Das heißt, die können länger am Markt bleiben, können länger ihre Kultur behalten und werden disruptiver. Weil wenn die zu früh aufgekauft werden, bleiben die nicht disruptiv.
Genau. Also wir haben ja, wir haben zum Beispiel ja jetzt irgendwie Jahre damit verbracht, hat, eine steuerliche Frage zu klären, nämlich dass, wenn ein kleines, ein Startup wächst und dann seinen Eigentümer wechselt, was eben sehr häufig vorkommt, dass dann— oder auch mit einem anderen Startup sich zusammentut— dass dann, wenn beide mit Verlusten reingehen, die steuerliche Behandlung der Verluste nicht so ist, dass beide sozusagen sich die Verluste verdoppeln, sondern sich das abschreiben kann, auch in dem neuen Unternehmen, und damit das Unternehmen überhaupt eine Chance hat. Sonst wachsen die einfach nicht mehr. Und dann kommen eben, entweder werden sie dann von Amerika aufgekauft, so, und das war ein ewiges Theater, weil man nicht abgrenzen konnte, sozusagen klassische Großunternehmen von Start-ups. Also wir haben uns immer mit der Start-up-Definition rumgeplagt, und irgendwann haben wir es dann jetzt irgendwie hingekriegt. Ich weiß nicht, wie Sie das beurteilen, ob das was bewirkt. Gleichzeitig müssen wir uns natürlich mit der Venture-Capital-Frage und so, da sind wir auch ein bisschen besser geworden. Aber die Dauer unserer politischen Prozesse, um da irgendwas zu erreichen, die ist ja so, dass zum Schluss vielleicht ein ganz anderes Problem schon auf der Tagesordnung steht. Das heißt, Geschwindigkeit, da gebe ich Ihnen absolut recht, auch im politischen Handeln spielt eine viel größere Rolle, als das vielleicht noch vor 10 Jahren der Fall war.
Und diese Geschwindigkeit ist es ja, das, was vielen Menschen Sorgen macht. Meine Mutter hat früher immer gesagt: Geh zur Bank oder zur Versicherung, da hast du es sicher für den Rest deines Lebens. Ich bin ihrem Rat ausnahmsweise nicht gefolgt und bin auch nicht so böse drüber. Sie würden ihren Töchtern wahrscheinlich nicht mehr empfehlen, noch zu einer klassischen Bank zu gehen. Dieses Tempo, was wir haben bei der Entwicklung, was bedeutet das für den normalen Arbeitnehmer, für den deutsch-normalen Arbeitnehmer?
Zu dem Punkt zu Ihrer Mutter: Meine war auch nicht glücklich, als ich die SAP verließ, um ein Startup zu gründen.
Also hat sie gerade SAP erklärt und dann sind sie dann wieder weg.
Für meine Töchter, was auch immer passiert, das wird schon okay. Aber ja, glaube ich daran, dass die, die, dass eine Bank immer noch eine sichere, ein sicherer Arbeitgeber ist, wenn die Banken weiter agieren, wie sie agieren? Nee, das wird schon, die werden gerade auseinandergenommen.
Aber was machen wir mit den ganzen Bankmitarbeitern in Deutschland? Die Feldarbeiter haben wir in die Fabrik geschickt.
Ja, jetzt mal, um das zusammenzufassen, wie wir schon diskutiert haben: Es kommen neue Jobs, es kommen neue Ideen, auch im Finanzumfeld. Derjenige, der sich weiterbildet in dieser Wissensgesellschaft, der wird weiterhin Erfolg haben. Man darf sich nicht ausruhen. Ich habe da wenig, ja, wenig Probleme mit, wenig Sorge.
Also erst mal ist es ja so, dass ich die Sorge auch nicht teile. Es wäre nur fatal, wenn wir sozusagen uns nicht— oder was wir parallel machen müssen, ist natürlich auch die Räume für die neuen Beschäftigungen erschließen. Also ich sag mal, wenn wir ein Datenschutzrecht in Europa haben, das es nicht möglich macht, viele Applikationen hier zu entwickeln, die aber vielleicht indirekt dann doch von anderen Ländern genutzt werden, dann gehen natürlich Arbeitsplätze verloren, aber es entstehen nicht die neuen, die mit der Intelligenz der Menschen, die hier leben, auch entstehen könnten. Das heißt also, die Rahmenbedingungen für die neuen Beschäftigten müssen auch wieder so ausgearbeitet sein. Und das Zweite ist, dass ich natürlich eine Situation habe, die uns jetzt ein bisschen hilft. Auch wir haben den demografischen Wandel. Wir werden 2030 6 Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter haben, als wir das heute haben. Das heißt, das Thema Fachkräftemangel wird ein riesiges Problem sein. Aber jetzt kommen wir wieder zu dem Bildungsthema. Studieren eigentlich unsere jungen Leute das Richtige? Ich höre haufenweise Mittelständler, die könnten Software-Ingenieure einstellen oder Software-Spezialisten, noch und noch Programmierer und Ähnliches. Aber haben wir genügend Ausbildungskapazität dafür? Haben wir die richtigen Berufsbilder dafür? Damit müssen wir uns jetzt auch beschäftigen. Und das ist eine klassische Sache, mit der sich auch der Bund beschäftigt. Gehen muss. Also ich halte von dieser Panikmache nichts, sondern ich glaube, viel schwieriger— aber da können die beiden Herren was sagen— ist das sozusagen das rechtliche Umfeld, in dem ich arbeiten muss.
Ich meine, mein Beruf ist die Panikmache, insofern würde ich doch gerne noch dabei bleiben.
Mein Beruf ist zu versuchen, die Realität zu beschreiben.
Und so finden wir dann auch immer wieder zusammen.
Auf der, auf der interessanten Journalismusdefinition.
Was soll ich lange drum rumreden? Auf der Google-Entwicklerkonferenz, die gerade lief, Riesenthema künstliche Intelligenz, Artificial Intelligence. Was kommt denn da jetzt noch auf uns zu? Also Einige. Wer hat Alexa zu Hause? Aha, schon einige. Nettes Spielzeug. Also so eine Säule, da haben Sie auch.
Ja, klar.
Ja, ja, ja, klar. Ja, ja, aber was ist das jetzt? Wovor müssen wir uns als Nächstes Sorgen machen? Was ist da noch mal eine große Disruption, die auf uns zukommt? Oder hypet Google da ein bisschen wieder?
Das passiert ganz klar. Und jetzt nicht nur mit Alexa und das Mikro. Ja, klar, mache ich. Nicht nur mit Alexa. Das passiert in jedem Bereich. Also künstliche Intelligenz, das passiert in jedem Bereich, ob das Medizin ist, wo Jobs schneller und präziser gemacht werden können mit einer künstlichen Intelligenz, ob das Handel ist, ob das Finanz ist. Überall wird Dinge beschleunigen, vereinfachen und günstiger machen.
Aber es ist auch so, dass die Programmierung inzwischen auch von künstlicher Intelligenz Also wenn wir jetzt gerade so weit sind, dass wir die Lehrer ausgebildet haben, dass sie unseren Kindern Programmieren beibringen, da sorgt die künstliche Intelligenz vielleicht schon alleine dafür.
Ja, genau. Deswegen ist es glaube ich auch noch wichtiger, dieses Themenlernen zu machen. Also wenn wir über das Bildungssystem sprechen, dann müssen wir es halt, also es muss halt liquide werden, es muss sich anpassen, weil es ist nämlich auch Fakt, jetzt schwören sich alle auf die MINT-Fächer ein, aber das hat ja eine lange Vorlaufzeit. Und wie gesagt, Programmierung wird auch wahrscheinlich mittelfristig auch immer mehr oder wird sich auf jeden Fall wandeln von dem Konzept, das wir heute haben, von Programmierung. Und deswegen glaube ich auch, dass zukünftig, wenn man sich jetzt über Schulen und so Gedanken macht, sollte man sich vielleicht auch mal ein bisschen drüber Gedanken machen, ob man nicht zukünftig vielleicht mehr Musiker ausbildet oder Künstler oder Literaten. Und das ist jetzt total vielleicht irgendwie gegen den aktuellen Trend, nur das sind die Jobs, die halt in 20 Jahren und in 25 Jahren Menschen noch machen wird.
Also ja, es gibt, es gibt Untersuchungen. Der Job, der am sichersten heutzutage ist, ist, glaube ich, Ballettregisseur. Also das können Sie mit künstlicher Intelligenz nicht so schnell. Aber wird es eines Tages eine Regierungssoftware geben, Frau Merkel? Also wo man so Kosten zum Beispiel und Zustimmung von außen, also mit Algorithmen, Entscheidungen, politische Entscheidungen herbeiführen kann?
Nein, das nicht. Aber es wird sicherlich Zuarbeiten geben. Ich meine, wir tappen ja oft im Dunkeln. Wenn wir jetzt auch Mechanismen hätten, was wir heute noch nicht so ausgiebig haben, wo wir große Datenmengen auch mit der Frage verbinden, was wünschen sich Menschen, was wollen Menschen, das wird für die Politik auch absolut eine Rolle spielen. Ich glaube, das Interessante und das, was Sie gesagt haben, Also das lernende System, das lernende Bildungssystem, das sozusagen automatisch aufnimmt, was sich verändert, was möglich ist, was ich kann, was vielleicht in Zukunft von der künstlichen Intelligenz wahrgenommen wird und wie sich dann natürlich adäquat auch die Lehreraufgabe verändert. Das ist eine große Herausforderung, über die bis jetzt noch viel zu wenig nachgedacht wurde, sage ich, glaube ich jedenfalls. Und da müssen sich auch die didaktischen Wissenschaften im Grunde damit befassen. Aber Politik wird sich ändern. Zum Beispiel machen wir Folgendes jetzt, das ist jetzt der umgekehrte Prozess. Wir haben jetzt ein Gesetz gemacht, dass wir alle Daten, die wir erheben, vom Wetterdienst bis Forschungsdaten und vielem anderen, was also staatlich erhoben wird, dass wir die in Dateien zur Verfügung stellen privaten Nutzern, damit die daraus wieder interessante neue Produkte machen können. Und umgekehrt wird die Politik natürlich auch solche Dinge aufnehmen müssen und sagen müssen, wie kann das uns helfen, unseren Betrieb zu organisieren.
Gut, meine Damen und Herren, die Kanzlerin ist ein bisschen unter Zeitdruck, habe ich gehört, wurde mir gesagt. Wollen Sie noch ein bisschen? Ah, super, prima, dann machen wir weiter.
Entschuldigung. Wir können bis 8 machen. Ich hatte Angst, dass es langweilig wird, aber den Eindruck habe ich jetzt nicht. Also insofern, ich weiß nicht.
Dann machen wir jetzt mal ein partizipatives Ding draus. Wer möchte, dass wir weitermachen? Sehen Sie mal, ist ja fast wie auf einem Parteitag.
Also ich würde gerne hier von Trivago noch wissen, wie ist Sind Sie schon, haben Sie den Break-Even schon erreicht, also verdienen Sie Geld mit Ihren 1300 Leuten? Das ist immer eine Frage, die mich interessiert.
Frau Bundeskanzlerin, vielen Dank, dass Sie diese Frage stellen. Nein, nein, wirklich.
Ist es jetzt unangenehm?
Nein, nein, ist mir nicht unangenehm, weil wir tatsächlich seit 2008 profitabel sind und wir das Geschäft mit ganz, ganz wenig Kapital, also knapp einer Million Euro, aufgebaut haben. Und dann, das war 2006, 2007, wo wir in der Verlustzone waren, und ab 2008 haben wir das nicht mehr gemacht und sind halt so schnell gewachsen, wie, sag ich mal, unser Cashflow das zugelassen hat.
War das Thema Kapital für Sie mal ein Sorgenpunkt in dieser Zwischenentwicklung oder hat sich das organisch, ich will es jetzt wirklich wissen, organisch entwickelt?
Nein, das war bei uns kein Sorgenpunkt, aber das liegt vielleicht auch an unserem Geschäftsmodell. Also es gibt viele Geschäftsmodelle, da funktioniert das nicht so. In unserem Geschäftsmodell, Gott sei Dank, haben wir uns eins ausgesucht, wo das auch ganz gut so funktioniert hat.
Wie war das mit der—
Müssen Sie sich schon mal gegen Übernahmen erwehren?
Also wir haben—
Entschuldigung, ich höre jetzt auf zu fragen, es interessiert mich auch nicht mehr.
Wir haben uns nicht erwehrt, aber tatsächlich haben wir jetzt mal eine ganze Zeit lang über, haben wir eine amerikanische Firma in Mehrheit verkauft. Aber wir sind jetzt an die Börse gegangen, sind jetzt als Gründer immer noch mit gut einem Drittel an der Firma beteiligt. Also ja, wir haben, wir haben immer schon unsere Anteile relativ lange festgehalten.
Jetzt, und allerletzte Frage: Viele, habe ich den Eindruck, fangen ja wirklich an zu gründen, machen, und wenn die Firma ein bisschen wächst, machen sie einfach auch wieder das Nächste, die nächste Idee. Sie sind Sie sind ja da in der Hinsicht noch ein bisschen altmodisch, dass Sie offensichtlich an dem Gedanken Ihres Hardware-Geschäftsmodells durchaus auch hängen und das weiterentwickeln wollen. Das ist ja auch nicht in der Branche nur so, wenn ich das richtig sehe.
Nee, ist nicht so. Aber ich muss sagen, ich muss einfach mich selber hinterfragen. Also ich lerne selber gerne und ich muss halt immer hinterfragen, wo kann ich denn am meisten lernen? Und ich weiß halt, ich werde das Glück, eine Firma mit über 1000 Mitarbeitern zu führen, nicht mehr haben in meinem Leben. Also die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Und deswegen möchte ich jetzt einfach alle Lernmöglichkeiten mitnehmen. Und mir macht es auch wahnsinnig Spaß, einfach ein Unternehmen zu schaffen, was mit 1000, über 1000 Mitarbeitern noch so agil ist und so liquide. Und mir auch immer wieder neue Dinge auszudenken, wie man das agil und lernend und liquide halten kann.
Wie war das bei Thalia mit der Finanzierung?
Standen die Investoren Schlange und haben gesagt, ja, wir fanden schon am Anfang dann Investoren nach einem Jahr. Also wir hatten harte Durststrecke ganz am Anfang, aber dann fanden wir die ersten, den First Believer, den ersten Investor. Und dann, Investoren sind wie Herdentiere, folgen dann einfach. Ja, aber für uns war was wichtig, schnell zu wachsen. Organisches Wachstum in unserem Bereich Enterprise Software war keine Option. Das war auch meine zweite Firma. Die erste Firma hatten wir eher organisch und profitabel. Thalia bisschen anders, diesmal eben mit Wachstumskapital in mehreren Runden.
Und haben Sie schon die Idee für das nächste Startup? Also wenn Thalia dann an PayPal verkauft ist?
Ideen gibt es immer mehr, aber im Moment laserfokussiert auf Thalia. Das machen wir noch ein paar Jahre und wachsen weiter.
Das wird gut.
Frau Merkel, wenn Sie ein Startup gründen sollten, Naja, ich habe neulich eine Studie gelesen, die besten Gründer sind über 40, weil die schon eine gewisse Lebenserfahrung haben. Und die, ja, in welchem Bereich?
Ehrlich gesagt, da habe ich jetzt nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken. Aber mich könnte, also ich, wenn ich mir jetzt unsere Diskussion jetzt anschaue, dann würde ich vielleicht ein Startup im Bildungsbereich mitgründen oder mit da einsteigen. Es gibt ja ganz interessante Anbieter schon, und mit einem haben wir neulich auch mal gesprochen, und da mitzumachen, und weil ich glaube, da könnte ich ganz gut mein Oldtimer-Wissen noch mit einbringen von dem, was ich mir so unter Bildung vorstelle. Und ansonsten würde mich, wenn ich jetzt drüber nachdenke, künstliche Intelligenz sehr interessieren, also das Das finde ich schon sehr, sehr spannend. Und da müssen wir auch aufpassen, dass wir in Deutschland eine Basis behalten, dass uns das nicht alles weggekauft wird, weil künstliche Intelligenz zusammen mit der Hirnforschung, das ist wahnsinnig wichtig. Und dann noch Letztes wäre noch interessant, womit man sich unbedingt beschäftigen müsste aus meiner Sicht, ist Wenn man mit künstlicher Intelligenz ist, man heute sehr verknüpft immer mit der Kopffunktion. Aber es gibt Wissenschaftler, die sehr darauf hinweisen, dass das Unikat des Menschen darin besteht, dass Kopf und Körper quasi verbunden sind. Und diese Interaktion zwischen Hirn und den, den gesamten anderen Körperteilen, das ist auch sehr interessant. Also es gibt viele, viele spannende Sachen. Also wir leben in einer so interessanten und spannenden Zeit eigentlich. Das ist richtig aufregend eigentlich.
Ein wunderbares Schlusswort, meine Damen und Herren. Sie haben erlebt eine potenzielle Startup-Beraterin und zwei junge Männer, die sich mit Rentenfragen vermutlich nicht beschäftigen müssen. Vielen Dank für dieses Podium, und ich übergebe, glaube ich, an den Generalsekretär Peter Tauber. Thank you.









