👉 Krise, KI & Strategie: Stefan Wenzel auf der K5 Konferenz 2025 | Live-Mitschnitt

In diesem Keynote‑Talk auf der K5‑Konferenz 2025 analysiert Stefan Wenzel die anhaltende Krise und das neue BANI‑Zeitalter (Brittle, Anxious, Non‑linear, Incomprehensible) als dauerhaften Kontext für Einzel‑ und Online‑Handel. Er präsentiert makroökonomische Kennzahlen – Lohn‑ vs. Preisentwicklung, Konsumausgaben, Sparquote – und zeigt, dass trotz steigender Ausgaben das Geld im Handel nicht ankommt, weil Konsumenten in einer „Konsumtriage“ zwischen Preis und Bedeutung entscheiden. Wenzel erklärt, dass Pricing Power nur durch Differenzierung erreicht werden kann und dass traditionelle Preis‑Wettbewerbe angesichts von Wettbewerbern wie Temu, Shein, Action und KI‑gesteuerten Low‑Price‑Modellen nicht mehr ausreichen. Er skizziert technologische Trends: massive KI‑Investitionen, KI‑Agenten, KI‑first Browser, Token‑Payments und den Wandel von klassischer zu KI‑basierter Suche, die den Traffic für Händler stark reduziert. Auf Basis dieser Analyse gibt er ein strategisches Rahmenwerk („Wo spiele ich? Wie gewinne ich?“) und konkrete operative Empfehlungen: Fokus auf Marken‑Conversion, Produkt‑Retention, Autorität, Differenzierung, Kosten‑vs‑Wirksamkeit, Build‑vs‑Rent‑Entscheidungen und die Bedeutung von Generation Z. Abschließend warnt er vor „Omnichannel“/„Unified Commerce“ als rein kanalbasierter Ansatz und plädiert für dynamischen, kunden‑zentrierten Handel, bei dem Differenzierung das beste Investment ist.
Chapters
Ja, schönen guten Morgen. Ist der perfekte Slot nach Rupert. Die Restluft wegatmen, die Scherben zusammenkehren. Es ist mir zum zweiten Mal in Folge eine Freude, hier den Ball aufzunehmen. Wir fahren es ein bisschen runter. Also das Slide-Design werdet ihr sehen, das ist so wie Yin und Yang. Ich bin jetzt young. Das Thema, was ich mitgebracht habe, ist aber eigentlich eine logische Fortsetzung oder vielleicht noch mal eine etwas grasnarbennähere Perspektive auf das, was Rupert schon deutlich angerissen hat. Das Thema ist Krise war morgen. Damit will ich andeuten, dass das, was wir gerade spüren, so schnell nicht vorbei sein wird. Und when everybody sings, sag. Ich bin jetzt immer gefragt, was es eigentlich heißen soll. Es ist im Endeffekt der Werbeblock für antizyklisches Handeln. Was ich mitgebracht habe, ist vor allen Dingen würdig, immer wieder mit Salz zu genießen. Ich habe es gestern auch schon gesagt, da sind natürlich Aussagen drin und Datenmodellierungen, da hat der Koch selber in der Küche gestanden. Immer Salz drauf kippen, wer weiß schon, was die Wahrheit ist. Man kann sich nur bemühen, These, Antithese, in der Synthese was zu finden. Also Salz nicht vergessen. Wir gucken kurz auf Kontext, wir gucken auf Markt, wir gucken auf Technologie, und dann gibt es ein paar knackige Denkanstöße, mit denen ihr hoffentlich hier noch mal aufgeladen rausgehen könnt. Die VUCA-Welt, da reden wir seit Jahren drüber, dass wir in einer Welt von hoher Volatilität unterwegs sind. Das ist durchgespielt, ne. Seit einigen Jahren sind wir eigentlich in der nächsten Ausbaustufe der VUCA-Welt, das ist die BANI-Welt. Und im Grunde ist das, was wir alle jeden Tag fühlen, wenn wir morgens irgendwie den Newsticker aufmachen, Nachrichtenlage, also Krise und Überforderung ist im Grunde das neue Normal. Und das ist deutlich mehr und fundamentaler als eine leichte Verunsicherung. Das ist tatsächlich Next Level und besorgniserregend für viele. Und was natürlich dazu beiträgt, ist, dass wir so was haben. Das ist eine maßgebliche Triebfeder, nicht die alleinige, aber eine maßgebliche Triebfeder. Das ist übrigens, für die, die es nicht wissen, das echte Artwork von seinem Meme-Coin. Das muss man sich vorstellen. Also da kommt Thermik, und das wird sicherlich erstmal auch nicht aufhören. Wir haben auch gute Neuigkeiten. Man sieht hier mal die Entwicklung der KI-Investments. Da haben wir es in Europa zumindest mal geschafft, die Lücke in Richtung China zu schließen. USA ist noch ein bisschen voraus, aber immerhin positiv formuliert, wir haben die Lücke zu China geschlossen. Aber es kommt auch neuer Wettbewerb. Also wenn der CEO von AWS bei Bloomberg Technology sitzt und ankündigt, dass es die Europa-Cloud als Produkt geben wird, dann muss man auch das ernst nehmen. Da kommen also auch neue Wettbewerber in unser, in unseren kleinen gemütlichen Kosmos Europa. Dann ist es ja so in unserer Branche, wenn man in die PR-Abteilungen schaut, dann ist es ja meistens so, wenn die Performance in der Company super ist, war es immer die Strategie. Und wenn die Performance nicht so gut ist, war es in aller Regel irgendwas mit den Rahmenbedingungen. Das ist in der Regel ja so, wenn man mal drauf achtet. Könnte man sich abgewöhnen, weil es in der langen Reihe so ein bisschen unglaubwürdig wirkt. Aber ich habe mal mitgebracht 4 Datenpunkte, die ihr, wenn ihr mal drauf achtet, in fast jeder Pressemitteilung zu schlechter Performance irgendwie hören werdet. Lohnentwicklung und Verbraucherpreise. Oben links die Grafik. Ich habe es eingekreist. Ja, hatten wir in der Corona-Zeit, war alles durcheinander. Preis höher als Lohnentwicklung, Reallohnentwicklung. Das hat sich nicht nur normalisiert, sondern ist letztes Jahr in einem vernünftigen Verhältnis wieder gewesen. Oben rechts. Konsumausgaben, die Menschen geben nichts aus. Ich habe ja nominal und real abgetragen. Konsumausgaben sind gestiegen, und das ist nicht alles nur Energie. Unten links Sparquote. Ja, Deutschland ist im Westen das zweit- oder dritt-sparaffinste Land, das stimmt. Aber mit 11,1% Sparquote sind wir ein Ticken über der langen Reihe. Aber es ist jetzt wirklich nicht so, als hätten wir gerade eine Sparquote, die dazu führt, dass die Menschen schlichtweg nichts mehr ausgeben. Das stimmt nicht. Und die Konsumstimmung hat natürlich arg gelitten. Covid, Krieg Ukraine etc. Und es ist ja bisher, sind wir offensichtlich aus der Krise nicht mehr rausgekommen. Dennoch sind da durchaus positive Entwicklungen auf einem schlechten Niveau. Aber in Summe hat es nicht dazu geführt, dass es im Handel ankommt. Das ist die Handelsentwicklung. Und wir sind letztes Jahr im Grunde seitwärts marschiert nach rückläufigen Jahren davor. Das heißt, was auch immer da draußen ist, da ist Geld Die Stimmung ist nicht ideal, klar, aber da ist Geld. Das Geld wird ausgegeben, kommt aber in der Form im Handel nicht an. Und ein Phänomen dahinter ist, was ich nenne, die Konsumtriage. Das heißt, Konsumenten sind einfach viel aggressiver in der Entscheidung: Was kriege ich denn für meinen Euro? Ich will also den Belohnungsfaktor für meinen Euro maximieren. Und da gibt es zwei extreme Pole. Das eine ist Preis. Wenn ich einen Riesenrabatt erjage, dann führt das in aller Regel dazu, dass mein Dopaminzentrum was ausschüttet. Das finde ich super. Anthropologisch begründet, deswegen ist Preis, funktioniert immer. Aber das andere ist Bedeutung. Und Bedeutung sind all die Themen wie Marke, wie Luxus, ist aber auch Reisen, gut Essen. Das sind Sachen, die werden getan. Menschen gehen wieder ins echte Leben und wollen was erleben, wollen sich gut, gut irgendwie entertaint fühlen. Und nicht alle Luxusmarken, und da ist auch wieder Thermik drin, aber das Markenspiel ist ein Beispiel, was wir auch alle kennen. So, und was da passiert, ist unter anderem, dass über ein Phänomen namens Pricing Power es geschafft wird, die Vergleichbarkeit und damit diese Preisargumentation zu entkoppeln. Das heißt, der Warenwert, Cost of Goods, wird entkoppelt von dem wahrgenommenen Ausmaß an Belohnung oder Bedeutung in dem Fall. So, wenn man in dem Spiel spielen möchte, dann muss man über Differenzierung sprechen. Kantar hat es ausgerechnet, Korrelation zwischen Differenzierung und Pricing Power liegt bei 0,7, ist also hoch. Ja, das heißt, wer Pricing Power aufbauen möchte, muss über Differenzierung sprechen. Und das ist das andere Ende des Preisspektrums. Und ich kann keinem empfehlen, das Preisthema für sich als Strategie zu definieren. Das wird also mindestens anspruchsvoll, gegen Temu und Co. allen Ernstes da anstinken zu wollen. Kurzer Merksatz noch für alle, und das, ne, das ist auch Note to self: Nur weil es uns schwerfällt, hat das noch gar nichts mit Innovation zu tun. Wir stöhnen den ganzen Tag über, was Projekte und was alles so kompliziert. Das ist aber keine Innovation. Die wird es aber brauchen. Wir werden Innovation brauchen, weil wir mit same same but slightly different und Optimierung in der Rille werden wir hier nicht durchsegeln können. Das ist relativ klar. Denn ein Blick auf den Markt zeigt, dass das nicht alles so halb wolkig, halb sonnig ist, wie wir uns angefangen haben, wieder zu erzählen. Ihr erinnert euch, in den ersten Monaten des Jahres haben wir reflektiert und das 24er-Jahr, aber die Talsohle, wir kriegen wieder Wind in die Segel, ist alles nicht so schlimm. Viel Pfeifen im Wald. 3% Wachstum ist in der langen Reihe auch ein Desaster für den Onlinehandel, muss man ehrlicherweise sagen. Aber wir fanden es schon gut. Also wir haben gedacht, jetzt geht es wieder los. Problem ist, in den knapp 3 sind knapp 8% Amazon Deutschland. Das ist das Wachstum von Amazon Deutschland. Rechnest du das raus, war der Rest bei fast -5%. Das heißt, der Onlinehandel 2024 war bei -5% ohne Amazon Deutschland. Das kann man sich auch in Euro anschauen. Dann hat alles außer Amazon 2 Milliarden verloren und Amazon hat knapp 5 Milliarden zugewonnen auf einer hohen Basis. Das ist der Onlinehandel 2024. Wenn ich jetzt auf den Gesamtmarkt mal übertragen mir anschaue, das sind Zahlen vom IFH. Beziehungsweise vom HDE, dann sind wir mittlerweile bei 2 Drittel Amazon-Deutschland-Anteil am deutschen Onlinehandel. 2 Drittel oder knapp 65 Milliarden. Das heißt, unter 40 Milliarden um und bei ist der Restmarkt für alle anderen. Und natürlich ist das auf der einen Seite in der Diskussion um Scheinriesen, das habe ich Wie immer selbst in ChatGPT kreiert, dieses Wunderwerk. Gucken wir eigentlich auf einen Scheinriesen-Onlinehandel in Deutschland? Ja, in Teilen ja. Denn der Markt ohne Amazon Deutschland ist knapp 40 Milliarden, deutlich weniger als die 100x, von denen wir gerne breitbeinig an der Bar sprechen. Und das andere ist, dass die Nachverdichtung durch Wettbewerb in dieser Bubble der 40 Milliarden vor allen Dingen stattfindet. Das heißt, es ist eine rückläufige Bubble. Und die Nachverdichtung durch Wettbewerb findet vor allen Dingen in dieser Bubble statt. Und Nachverdichtung sind solche Themen, die kennen wir alle. Und ich weiß es, es mag keiner mehr hören, und ich hab's ja, also wie oft ich angesprochen werde, jetzt hör doch mal auf mit diesem Asien, und es ist doch jetzt, ist doch durch. Ist nicht durch, ist nicht durch. Und das sind ja nicht nur Online-Player, ne? Wir kennen sie alle, die Temu-Geschichte und die SHEIN-Geschichte, aber es sind auch Offliner wie ein Action. Wer das nicht kennt, die Niederländer, lohnt sich mal anzuschauen. Reines Offline-Konzept, hoch datengetrieben, sehr auf Bestselling, 2 Drittel permanent rotierendes Sortiment. Also wer Offline liebt, darf auch da mal hinschauen. Ist aber ein Preisspiel. Und klar hat hier Kollege Mimcoin auch nicht geholfen, weil er jetzt da seine Zollspiele gemacht hat, iratisch.com. Und was passiert? Bei uns geht die Kurve noch mal hoch. Jetzt ist eben, das sind Mai-Konsumzahlen, ich habe sie gestern auch gezeigt, das sind Kreditkartenzahlungen. Money. Das ist Ausgabe, ist nicht Werbespend, es ist Umsatz. Da geht ein Shein noch mal 45% hoch und ein Temu 62% im Mai. Wow! Und was passiert, selbst wenn man das alles für Quatsch hält und sagt, ja, das ist irgendwie, das geht weg und Regulation wird das regeln? Sehe ich nicht. Ich sehe es sogar so, dass das in andere Qualitätsklassen noch reingehen wird, in andere Preislagen. Es wird sich auch auf andere Produktionsländer ausdehnen, auf unterschiedlichste Qualitäten. Das wird die Pyramide hochwandern. Warum sollte das nicht der Fall sein? Der, der eine Fabrik hat, warum sollte der nicht sich direkt mit Konsumenten über Plattformen andocken? Wird passieren. Aber selbst wenn man das alles denkt, dass es weggeht, etabliert natürlich, etablieren solche Modelle eine Erwartungshaltung bei den, bei euren, bei unseren Kunden und Kundinnen. Hinsicht Aktualität, KI-Intelligenz statt Vororder. Robert hat es gesagt, 9 Monate, 12 Monate vorkaufen, irgendwie Glaskugel irgendwie in den Wind halten, Touch and Feel, und was denkt der Einkäufer, und ich habe irgendwie— was ein Quatsch, ja. Guckt euch die Überhänge an, guckt euch die ganzen Fehleinkäufe an, wir saufen ab in Zeug. Und die machen es anders, und die Leute gewöhnen sich daran, dass das hochaktuell ist, schnelldrehend, hochfrequent, hochindividualisiert. Und die gewöhnen sich auch an Preisniveau, dass sie denken, naja klar kriege ich das auch zu einem Großhandelspreis. Die sind ja— ich habe ja Handel geschrieben, aber die haben ja als eigenen Benchmark, mindestens 30% unter Amazon zu verkaufen. Und Amazon ist ja schon relativ aggressiv gepreist, ist nicht der Billigste, aber ist natürlich schon auch ein aggressives Preismodell. So, da gibt es neue Nulllinien, die muss man einfach zur Kenntnis nehmen, und die haben, egal wie sehr man an diese Geschäftsmodelle nach vorne glaubt oder denkt, dass die weggehen, das verändert auch die Wahrnehmung unserer, eurer Kunden. Und ich habe ein aktuelles Beispiel dabei, SaaS kennt ihr wahrscheinlich, eine tolle, tolle Geschichte, zwei tolle Gründerinnen, ich glaube, die sind auch hier. Die waren letztes Jahr, war die Vivien auch mit hier auf der K5-Thesen-Bühne, ne. Coole, coole Produkte, unter anderem Strumpfhosen mit knackigen Sprüchen drauf. Super, super cool. Kleine Mannschaft mit Riesen-Impact, jetzt nach USA expandiert. Und was passiert? Vor 5 Tagen irgendwie springt Madonna unbezahlt mit dieser Strumpfhose auf ihrem Instagram-Account rum. 20 Millionen Follower, die flippen natürlich voll aus, ne. Was für eine, was für eine Werbung, ja, irre. Die Bild-Zeitung greift das auf und sagt, Mensch, guck mal hier, die beiden Mädels mit ihrer Company und Madonna, und featuret das jetzt. Wortwörtlich einen Tag später, 80% billiger bei Temu und volle Rotation auf Google. 1:1-Rip-off, 80% billiger, einen Tag später. Also wenn wir sagen, KI greift Signale auf, dann sieht man mal, wie das am lebenden Patienten Wie schnell das funktioniert. Da müssen wir nicht drüber reden, dass das die Kehrseite dieser Modelle ist. Das ist Black Hat, ugly. Aber das findet halt statt. Dann haben wir einen zweiten Vektor der Nachverdichtung, das ist alles rund um Creator und Social Commerce, habe ich gestern angerissen. Für die, die es vielleicht noch nicht mitbekommen haben, da hat es eine massive Umstellung gegeben. Früher sprach man von sozialen Netzwerken, weil die auf sozialen Graphen basiert haben. Du, dein Freund, dein Bruder, deine Mutter, und dann war das der soziale Graph, und darin hat euer Content dann im Grunde rotiert. Das hat sich schon lange geändert. TikTok war, glaube ich, der erste große, Insta hat nachgezogen. Eigentlich müsste man folgelogisch nicht von Social, sondern von Interest Media sprechen, weil es jetzt um Interessen geht. Und was du siehst, entspricht algorithmisch der Mutmaßung deiner Interessenlage. Und was das bedeutet, ist, dass du mit null Followern, weil der soziale Graph irrelevant ist weitestgehend, dass du im Grunde mit null Followern, aber mit dem richtigen Content auf maximale Rotation gehen kannst. Das ist eine Demokratisierung von Reichweite. Und dadurch, dass diese Plattformen jetzt vertikal Commerce-Funktionen integrieren, ist es zeitgleich auch im Grunde nochmal ein komplett neues Handelsmodell, aber worst case ohne Händler und ohne Marken. Und auf einmal kriegt jeder Content Creator, der hier Reichweite jetzt demokratisiert aufbauen kann, zeitgleich den Schlüssel zu einem vertikalen Fulfillment, Payment und alles, was dazugehört. Das muss man ernst nehmen. Und da hilft es übrigens auch nicht, dass die Ersten schon sagen, ich baue meine TikTok-Shop-Kamera wieder ab. Das, da muss man aufpassen, dass man nicht zu schnell das eine oder das andere im Extrem glaubt und irgendwo hinterherrennt. Ich würde das nach wie vor ernst nehmen. Wir gucken auf Technologie, ganz wichtig. KI, klar, dominierendes Thema. Ich glaube, man muss sich so ein paar Buckets mal anschauen, was passiert. Wir haben einmal ein, also insgesamt ist es ein komplett neuer Kampf um die Kundenschnittstelle. Wir sehen hier das persönliche Device, Mobiltelefon, Browser. Das sind die Dinge, wo jeder jetzt rein will. Die, die keinen Browser haben oder kein Mobiltelefon oder Ähnliches, die bauen jetzt Devices. Der eine kommt mit Brillen, der andere holt sich Johnny Ive und baut jetzt irgendwelche Pins, oder wir werden sehen, was es ist. Also jeder will jetzt an diesen in die Hosentasche, an diesen Körper. Plattformen bauen Agenten, die dann losmarschieren, um den Kunden bei sich zu halten. Und der Agent geht los und macht dann woanders was, was der Kunde dann woanders nicht machen muss. Und natürlich ist der nächste Halt der Browser, weil der Browser, wenn ich kein Device habe, natürlich auch eine sehr persönliche Schnittstelle ist. Und wer keinen Browser hat, neuer Browser hier, Deer, kann man sich schon mal downloaden und sich anschauen, wie ein Browser, ein KI-first gedachter Browser, funktioniert. Ist jetzt schon Für Mac-User zumindest in der ersten Version verfügbar. Aber Perplexity und Co., die werden alle natürlich in den Browser reinkommen. Wenn Chrome mal verkauft werden müsste, wird es viele Interessenten geben. Warum? Weil das halt auch eine Kundenschnittstelle ist. Und dass jetzt die Mastercards und Paypals und wie sie alle heißen Tokenized Payments anbieten, dass ein Agent also auch mit dem Token einmal eine Transaktion autorisiert in eurem Namen machen kann, ist natürlich die logische Weiterentwicklung. Ich muss ein bisschen Gas geben. Dann habe ich gestern gezeigt, Traffic-Entwicklung, auch da Quintessenz, ne. Mensch baut ab am Anteil und Orange, KI-Agenten nehmen zu. Suche verändert sich, klassische Suche Gelb geht deutlich zurück, die KI-basierte Suche nimmt deutlich zu. Wenn man das mal einmal interpretiert, dann haben wir im Grunde auf der linken Seite 2 Netze, einmal eins für die Menschen, einmal eins für die, nicht Tiere, sondern für die KI-Agenten. Und die Frage ist halt, Was passiert in dem menschlichen Netz? Wie bekomme ich überhaupt noch Traffic in diesem menschlichen Netz? Und bei dem KI-Agentennetz, wenn man das so nennen darf, stellt sich natürlich die Frage, was muss ich eigentlich an Infrastruktur jetzt zur Verfügung stellen, damit diese KI-Agenten mich als Anbieter von Produkten oder anderen Dingen überhaupt wahrnehmen? Und rechts beim Thema Suche werden wir sehen, dass sich der klassische Traffic in den nächsten Jahren wahrscheinlich dramatisch reduzieren wird, vielleicht halbieren. Und die KI-Suche, die parallel jetzt aufkommt, natürlich bedient sein muss. Und gestern war schon mein Callout: Vorsicht, das muss man natürlich mit Augenmaß managen, weil oben in eurer alten Suche euer heutiger Umsatz noch klebt und unten in der neuen Suche erstmal wenig Return sein wird. Aber natürlich, dass die Zukunft ist, die nächsten Monate, Jahre werden da stattfinden. Und KI-Agenten gucken natürlich auch auf die KI-Suche und was da an Signalen vorhanden ist. Was auch passiert, wenn man das einmal reflektiert, was passiert ist, dass wir früher dachten, alle Wertschöpfungsebenen zu besitzen als Händler oder Plattform. Dann haben sogar Handelsplattformen angefangen, den Kundenzugang in Teilen zu verlieren, weil sie über zum Beispiel soziale Netzwerke jetzt auf einmal Kunden gewinnen müssen. Und was droht zu passieren, ist, dass sowohl Handel als auch Handelsplattformen, und das gab es bisher noch nicht, es droht natürlich hier noch mehr Ungemach, Weil Worst Case jetzt Überplattformen entstehen. Das heißt, oberhalb der heutigen Aggregationsebene Plattform entstehen jetzt noch mal Überplattformen durch die KI-Plattform. Und da muss man sich natürlich die Frage stellen, an welcher Stelle wird überhaupt noch Wert gestiftet und was bedeutet das auch für die Geschäftsmodelle? Keine einfache Situation. So, Denkanstöße wollen wir nicht. Wichtig, positiv, into the flow. Strategie wird oft mega kompliziert dargestellt. Ich will es nur einmal noch mal spendieren. Eigentlich simpel, 2 Fragen: Wo spiele ich und wie gewinne ich? Wo spiele ich, wie gewinne ich? Wo spiele ich heißt Kundensegment, Markt. Wie gewinne ich heißt, ich gucke mir die Besten auf diesem Spielplatz an, auf diesem Spielfeld und sage, okay, was können die nicht gut genug, wo kann ich besser spielen? Wo spiele ich, wie gewinne ich? Das ist der Onlinehandel. Austauschbarkeit, Robert hat es gezeigt, alles dasselbe, templatisiert. 1995 Amazon ist im Grunde heute noch der Onlinehandel. Alle schauen auf Templateisierung, Standardisierung, Effizienz. Das ist das Gegenteil von Differenzierung. Und das, was man da sieht, ist natürlich die große Frage: Für welchen Reifen entscheidet man sich, ne? Das ist so ein bisschen unser Thema. Und wenn du das jetzt in die KI-Welt überträgst, und ihr schaut euch mal an, wie eure Brands unten dann in ChatGPT zusammengefasst werden als Quelle, dann wünsche ich viel Glück. Das sind jetzt eure neuen Brand Spaces in ChatGPT. So, wenn ihr jetzt also überhaupt gar keine Assoziation bei den Leuten aufgebaut habt mit eurem, das nenne ich mal ein Thumbnail, das ist ja eigentlich der kleine Fußnagel, ich weiß gar nicht, wie der heißt, der Pinky. Also wenn ihr rechts über den Pinky irgendwie geklickt werden wollt, braucht ihr natürlich Signale, die man typischerweise Marke nennt. Deswegen ist mein Callout hier ganz klar: Marke ist in Zukunft mehr denn je Conversion. Wer da nicht konnotiert, wird im Zweifel auch nicht den Klick und damit die Conversion kriegen. Produkt ist Retention. Wer schlechte Produkte macht, der wird hier im Zweifel beim zweiten Mal nicht mehr stattfinden. Und wenn du Händler bist und glaubst, du bist keine Brand, das ist der erste Irrglaube. Händler müssen zur Marke werden, weil die das gleiche Problem rechts mit den Pinkies haben. Also auch Händler müssen Marke werden. Und wenn du keine eigenen Produkte hast, sind es im Zweifel deine Services. Die Retention treiben. Autorität ist Sichtbarkeit. Wer keine inhaltliche Autorität zu den Themen hat, der wird nicht sichtbar sein. Das ist so. KI setzt auf Qualität im Inhalt. Das kannten wir nicht, das sind wir nicht gewohnt, da fremdeln wir mit, weil wir aus SEO-Hacks kommen und aus Arbitrage auf endlos generiertem Zeug. Autorität ist das neue Schwarz. Und Differenzierung ist die Pricing Power. Das heißt, wer nicht differenziert, kann im Endeffekt diese Entkopplung vom Preiswettbewerb nicht schaffen. Das sind 4 wesentliche Callouts. Meine Zeit ist um, ich muss Gas geben. Ich komme noch zu ganz schnellen 5, ganz schnellen 5 Gegenläufern. Also Sieg versus Sarg. Ich mache es ganz schnell. Das ist unser neuer Digitalminister, den kennt ihr, den finden wir gut. Ja, Ende letzten Jahres war der im OMR-Podcast. Auf die Frage, was macht eigentlich Media Markt Saturn, was ist die Strategie, war das seine Antwort: Wir sind ein Omnichannel-Player, was heißt, wir feuern auf allen Kanälen. Ich will hier keinen unter den Bus werfen, aber das ist natürlich sinnbildlich, weil das ist das, wo wir herkommen. Als wäre das ein Kunden-Benefit. Wir knallen aus allen Rohren über alle Kanäle, das ist natürlich super. Jetzt nennen wir es nicht mehr Omnichannel, wir nennen es ja Unified Commerce. Das ist der neue Begriff, streiche Sätze, Unified Commerce. Setzt aus meiner Sicht auf dem Conway's Law auf. Wer nicht weiß, was das ist, nachher mal googeln. Das ist, wir machen, wie wir strukturiert sind. Wir haben Läden, also müssen wir Läden irgendwie den Lifecycle verlängern. Das ist das Gegenteil von Kundenzentrierung. Wir hängen am Format und nicht am Kunden-Need. Und das ist ein Problem. Rupert hat eben gesagt, wie die Gegenantwort dazu aussehen kann. Dynamic Commerce. Ich werde es nicht alles wiederholen, aber wer sich nicht die Frage stellt, was der Kunde wirklich will oder die Kundin und wie ich neue Technologie jetzt dafür wirklich nutzen kann, hochpersonalisiert, hochkontextualisiert, dynamisch generiert. Wenn ich mich damit nicht beschäftige, Sondern überlege, wie viele Läden ich jetzt aufmachen kann. Kleiner Fun Fact: Die dänische Bettenlager Just habt ihr vielleicht im Podcast von Alexander Graf und Caro gehört. Die haben 900 Läden aufbauen müssen, damit sie Erreichbarkeit innerhalb von 20 Minuten haben. Ist das die Strategie? Bei denen funktioniert das alles gut. Aber ist das eure Strategie? Unsere Strategie ist 900 Läden, damit man in 20 Minuten erreichbar ist. I don't think so. Generation Z, das ist ein kleiner Teaser. Alle reden von Generation Z, ich auch viel gegen Teaser Generation X und Boomer angucken. Hier 6 Datenpunkte. Das ist die größte Bevölkerungsgruppe, die hat die meiste Kohle, die ist relativ online, weil sie die größte Gruppe ist, sind es aber die meisten Shopper, die haben die größte Markentreue und die niedrigste Retourenquote. Also wenn man mal intern diskutiert, Generation Z versus X oder Boomer, da mal reingucken. Das heißt nicht, dass ihr alles aus dem Fenster werfen müsst, aber das kann sich lohnen. Und warum haben die chinesischen Apps mit einem Button eigentlich eine Seniorenversion? Na, weil die das auch verstanden haben. Das ist alles ein bisschen lauter, leiser, ein bisschen größer, ein bisschen lesbarer Kontrast. Also, man kann auch, ohne seinen Laden aus dem Fenster zu werfen, hier einfach kurzfristig Dinge tun. Kosten versus Wirksamkeit, reden wir zu selten drüber. Wir sparen den ganzen Tag, wir gucken nicht auf Wirksamkeit. Die Retourenquote zu reduzieren ist sinnvoller, als vorne Marketinggeld zu sparen. Die Conversion Rate zu optimieren ist besser, als mehr Traffic einzukaufen. Wirksamkeit viel schlauer als Kosten. Das passt so, das ist die kleine Schwester von Kosten ist viel. Wir machen super viel in den Firmen. Weniges ist richtig gut. Alle sind busy, Gutes zum Kunden passiert selten. Vierter Punkt: Build versus Rent. Wer den zweiten Shopify-Checkout selber nachbaut und irgendwie 100 Leute dafür auf der Payroll hat, der ist wahrscheinlich in einem Auslaufmodell. Die richtigen Dinge selber bauen, da wo Differenzierung ist. Das, was standardisiert ist, bitte standardisiert lassen. Modular, schnell austauschbar. Und dann last but not least, wir sind conversion-fixiert und sind trotzdem nur bei 2%. Ich habe es letztes Jahr bei den Thesen gezeigt. Ein Desaster. Wir haben uns wirklich nicht toll verbessert in der Branche. Und eigentlich ist die Mastermetrik Retention. Wer Retention drauf hat, macht alles richtig. Organisch kommen wieder, End-to-End, letzte Meile, Produktqualität, After Sales, Beschwerdemanagement, da ist alles drin. Wer organisch Leute bei der Stange hält, weil es einfach super ist, der kann eigentlich alle anderen Metriken zur Seite schieben. Und dadurch, dass wir in der Branche im Schnitt 30% Abschrift haben— letzter Satz: Differenzierung ist das beste Investment. Differenzierung sorgt für Pricing Power. Pricing Power nimmt euch aus dem Preiskampf. Lieber überlegen, wie kann ich mich über eine Differenzierung raus aus dem Preiswettbewerb bewegen, als weiter in Rabatte zu investieren. Deswegen wünsche ich viel Spaß beim Sagging. Ich drücke die Daumen. Ich bin mir sicher, wir schaffen das. Wir sehen uns allerspätestens Nachher beim Kaffee. In dem Sinne, vielen Dank und einen schönen Tag noch.
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