🔴 Live-Panel: Die Zalando-Akquise von About You – Gamechanger für den Fashion-Markt?

In this spontaneous LinkedIn Live panel, moderator Dörte hosts Stefan Wenzel, Rupert, and Coralie to dissect Zalando’s recent acquisition of About You. Stefan opens with a high‑level financial sketch from the Otto group’s perspective, noting the roughly €300 million upfront investment and a €600 million cash payout, and questioning the true return on investment after accounting for opportunity costs. The discussion then moves to market effects: Rupert warns that the merger of the two strongest European fashion platforms could reduce competition, raise prices, and weaken brand bargaining power, while Coralie argues that the deal may be a necessary defensive move against fast‑growing Asian players like SHEIN and ASOS. The panel examines the overlapping product assortments (≈80‑90 % overlap) and the risk of brand cannibalisation, debating whether a two‑brand strategy can be maintained. Dörte steers the conversation toward post‑merger integration, highlighting potential synergies in supply‑chain logistics, carrier contracts, and ERP (SAP) consolidation, but also stressing the high cost, complexity, and a 3‑5‑year ROI horizon. Participants discuss the strategic importance of speed versus deep integration, the threat of Asian fast‑fashion models, possible EU antitrust scrutiny, and the need for a European‑scale platform to counter external competition. The panel concludes with a balanced outlook: success hinges on preserving brand differentiation, achieving operational efficiencies, and moving quickly, while acknowledging significant risks and uncertainties.
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So, dann sage ich mal herzlich willkommen zu diesem spontanen LinkedIn Live. 2 mit Schuss trifft MCDC. Hi Stefan, Rupert, Coralie. Schön, dass ihr da seid. Und auch super, dass das hier auf dem kurzen Dienstweg technisch alles geklappt hat. So, vorgestern war es, glaube ich, ne? Vorgestern erschütterte am Morgen eine Nachricht unsere Industrie. Zalando kauft About You. Der erste Staub hat sich gelegt. Wir haben uns alle wieder ein bisschen beruhigt. Und wir wagen heute mal so ein bisschen eine kleine Fazitanalyse, was wir davon halten und welche Potenziale und Risiken wir sehen. Wir haben uns hier für die Zuschauenden und Zuhörenden ein bisschen aufgeteilt nach verschiedenen Themenfeldern. Und ich will auch da gar nicht lange rumlabern, sondern gebe mal das erste Wort an Stefan zur, sage ich mal, übergeordneten Einordnung dieses Hammerdeals, was du dazu denkst und wo du Potenziale und Risiken siehst.
Ja, und magically habe ich jetzt gleich mal einen Slide hinten eingefügt. Machen wir meinen Kopf zur Seite.
Ja, das ist einer, der hier professionell vorbereitet ist.
Ich habe jetzt nicht super viel Zeit, deswegen gehe ich mal durch. Ich habe mir hier so ein paar Stichpunkte gemacht, ne. Also ich, also kurz mal aus der Otto-Perspektive, Zalando und mein Markt insgesamt, ne. Also Otto hat 300 Milliarden, um und bei, sind alles dicke, dicke Daumenzahlen. Da kann dann gerne im Nachgang noch mal der Faktencheck-Detailverliebte noch mal irgendwie ein bisschen Salz spendieren. Grundsätzlich grober Daumen 300 Millionen investiert in der Aufbauphase, jetzt ca. 600 Millionen wahrscheinlich über die, über die, den Verkauf der Anteile zurückbekommen. Das ist eine Verdopplung. Da sagen einige, ist jetzt nicht VC, finde ich aber als Kritik nicht gerechtfertigt, weil es ja auch keine VC-Investition in dem Sinne ist. Wo hat man mehr Rendite jetzt in anderen Retail-Modellen in der Zeit rausgeholt? Wahrscheinlich nicht so viele. Aber bei den 600 Millionen muss man natürlich eigentlich noch abziehen, was über 10 Jahre da an Opportunitätskosten auch angelaufen ist, ne, von Kundenteilen, über Sortimente, über Logistik, in Priorisierungen, in Projekten. Also da, die aus der Otto-Gruppe, die Leute wissen, wie sehr das auch immer gesafeguardet wurde. Und also von daher ist das, glaube ich, diese 600 Millionen nur ein Teil der Wahrheit. Interessant finde ich aus der Otto-Perspektive, dass man von einem Marktgestalter jetzt in eine Investorenrolle wahrscheinlich geht. Wahrscheinlich werden sie ja bei Zalando investiert bleiben, was ein spannendes Thema ist nach vorne raus. Aber grundsätzlich ziehen sie sich als Marktgestalter zurück. Zumindest in Teilen. Der ganze, ich sage mal, die Otto-Gruppe, wenn man About You mit reinnimmt, hat so circa 6,5 Milliarden Euro Mode-Fußabdruck im Markt. Und dann nehmen wir jetzt 30% circa raus. Das ist jetzt nicht insignifikant. Das ist so um und bei ein bisschen weniger als die Hälfte vom Otto-Kerngeschäft. Und Mode war eigentlich auch immer ein strategisches Thema neben Möbel und Sport, wo Otto eigentlich immer punkten wollte. Dann zieht man sich jetzt zumindest mal aus der aktiven Marktgestaltung zurück. Und About You war in der Tat natürlich so das Thema nach vorne, könnte das das neue Otto werden? Das ist erst mal aus der Otto-Perspektive, glaube ich, ein Thema. Und was spannend ist, ist, dass viele der Konzerntöchter ja über ein internes Kontrahierungsmodell auf die Scale-Plattform in den letzten Jahren motiviert wurden, aufgerufen wurden, das zu nutzen. Nach vorne würde das bedeuten, dass ein Teil der Otto-Gruppe die Onlineshops bei Zalando betreibt. Da fehlt mir die Fantasie, ob das wirklich so bleiben wird. Das ist die Otto-Perspektive. Dann haben wir die Zalando-Perspektive. Die kriegen jetzt 20% mehr Topline. Na, da sagen alle, ja, es war früher ein gutes Jahr oder ein durchschnittliches Jahr. Also das sind 20%, klar, nimmt man gern mit, aber ist jetzt auch nicht so, dass du sagst, die verdoppeln sich. Das ist eigentlich, ja, das ist ein Beitrag, aber auch nicht mehr. EBIT-verwässernd, kurzfristig sind diese 20% mehr Topline EBIT-dilutive. Das gehört zur Wahrheit dazu. Wie schnell die kolportierten 100 Millionen Effizienz- oder Synergieeffekte, wie schnell die dann realisiert werden, wird man sehen. Das ist schnell gerechnet deutlich schwerer in der Umsetzung. Da wirst du bestimmt noch was zu sagen, Dörte. Sie haben jetzt zwei Konzepte in den Kundenmarkt hinein. Sie haben mit Zalando was Erwachseneres, was Ruhigeres, was Werbetreibenderes, was Differenzierenderes. Und man könnte jetzt positiv sagen, mit About You haben sie so ein bisschen einen Köder für SHEIN, wo sie also eher so jung, günstig, emotional, Gamification, vielleicht eher so auf Augenhöhe mit SHEIN versuchen, aber dennoch natürlich in einer schwächeren Proposition als SHEIN versuchen, aber so ein Stück weit sich da vielleicht Ruhe und Zeit zu kaufen. Das ist, glaube ich, spannend. Und mit Scale haben sie zumindest die Lücke an Shop-Technologien in ihrem Technologie- oder in ihrem Infrastruktur-Offering geschlossen. Das ist für Zalando aus der Infrastruktursicht rund um CaaS sicherlich eine nennenswerte Synergie. Letzter ganz schneller Satz zum Thema Markt. Erster Merksatz: Merke, Redundanz treibt Konsolidierung. Das ist ja unser Thema. Wer nicht differenziert, im Zweifel wird er konsolidiert. Das gehört zur Wahrheit an der Stelle dazu, und das sehen wir jetzt. Und jetzt entsteht europaweit eine wichtige Plattform, klar. Gerade Osteuropa ist jetzt noch mal für Zalando eine gute Erweiterung, ne. Die About-You-Märkte eher im Osten noch mal stärker. Was fehlt im Mix, ist natürlich noch mal England. Deswegen kommt das ASOS-Thema als Fantasie noch oben drauf. Man darf sich nichts vormachen, 50 Milliarden ist die Trajektorie, auf der Shein gerade fliegt. Und der eine oder andere sagt ja, die sind ja schon tot, weil die nur mit 20% nur noch halb so stark wachsen wie im Vorjahr. Da kann ich nur müde lachen, ne. Also wer wächst bei 50 Milliarden Topline 20%? Fällt mir jetzt keiner ein. Von daher würde ich die noch nicht abschreiben, bloß weil sie ein bisschen ruhiger geworden sind und auch ihre Werbeinvestments zurückfahren oder leicht anpassen. Spannend wird die Frage, ob Zalando als— ob Otto als Investor von Zalando jetzt wirklich auf Dauer vielleicht darin ein Spielbuch sieht und dann mit einer ASOS-Akquisition und so weiter ein indirekterer Teil einer europäischen Großmacht für Online-Fashion werden. Aber ich würde jetzt abgeben an Rupert und mal die Innovationslinse schärfen wollen. Danke.
Also danke, Stefan. Wahrscheinlich, oder ich habe schon das Gefühl, ich bin einer der wenigen, die das überhaupt nicht toll finden, was da gerade passiert. Wenn der Stärkste im Markt mit dem Zweitstärksten im Markt geht, dann ist das eine extrem schlechte Nachricht. Ich sehe bei dem Deal eigentlich vornehmlich eigentlich nur Verlierer. Erstmal die Konsumenten, das ist extrem schlecht, dass die 2 stärksten Player im Markt eben zusammengehen. Das wird bedeuten weniger Wettbewerb, weniger Preisgeheische, also tendenziell höchstwahrscheinlich wird es teurer, nehme ich mal an. Für die Marken ist es auch eine extrem schlechte Nachricht, weil heute hat man ja immer noch ein Zalando zumindest kitzeln können oder drohen können. Mehr oder stärker mit About You Dinge zu machen. Das ist jetzt ein und dieselbe Einkaufsleistung, die da jetzt stattfindet, ne. Also ich habe viel, viel weniger Verhandlungsmacht, es entsteht noch mehr Abhängigkeit, was gerade für kleinere und kreativere Marken glaube ich keine gute Nachricht ist. Ich denke auch, wir werden weniger Innovation sehen, weil ja ein About You gegenüber Macht von einem Zalando natürlich schon sich auch mehr hat was einfallen lassen kann. Wie können wir gegen so einen großen Player, der Faktor fünf größer ist als wir? Wie können wir denn da eigentlich bestehen? Wie können wir mit Mechaniken und weniger Cash trotzdem irgendwie Dinge machen, die anders wohltun, anders sind? Auch das ist jetzt hinfällig geworden. Man muss sich nicht mehr strecken, weil es ist ja die eigene Mutter. Man kann wahrscheinlich auch davon ausgehen, dass in 3 bis 4 Jahren die Marke Aberdew auch verschwindet, weil es einfach keine Daseinsberechtigung gibt für eine zweite Marke, die um die gleiche Zielgruppe kämpft. Ob da wirklich so viele Jüngere bei Aberdew drin sind, als es bei Zalando ist, weiß ich nicht. Würde mir die Statistik noch mal anschauen. Ich würde es eher bezweifeln, weil ich finde, die Sortimente, dadurch dass ja alle Otto-Töchter immer ihre kompletten Sortimente wie Heine, wie Wit und so weiter dort in den Marktplatzmodell von About You reingespielt hat, würde, wäre meine These tendenziell, dass da eher die älteren Zielgruppen sind, weil ich kenne kaum 20-Jährige, die Klamotten von Heine oder Wit kaufen würden. Und ich denke, da wird es auch irgendwie ein bisschen Kritisch, Otto, keine Ahnung, ne. Ich habe es einfach so wahrgenommen, Stefan, dass die eben nicht Anteile von Zalando kriegen, sondern die wollen sich Cash auszahlen lassen. Zumindest war das, wie ich die letzte Pressemitteilung irgendwie verstanden hatte. Heißt so viel wie, die kriegen roundabout 400 Millionen Cash. Für das, wenn man mal sieht, wo About You herkam, und für das, was jetzt rauskommt, muss man sagen, nur ein Bruchteil dessen, was eigentlich mal drin war. Wenn man rückblickend schaut, wo sie aber standen, deutlich mehr, als man aktuell kriegen würde. Und heißt aber auch, dass da die Fantasie raus ist. Wenn ich jetzt, sage ich mal, von einem Aktienkurs zu 25 € komme, jetzt bei 56 verkaufe, dann muss man einfach mal offen festhalten, allen fehlt die Fantasie, wie man in diese Kurse wieder hingehen könnte. Weil würde man eine Chance sehen, dann hätte man nicht verkauft, logischerweise. Also insofern, die einzigen— und Solana kauft sich 2 Milliarden defizitären Umsatz, und ob SKALE alleine 1 Milliarde wert ist, weiß ich nicht, würde ich offen lassen. Ich glaube, die einzigen wirklichen Gewinner in diesem ganzen Deal sind tatsächlich die Gründer von About You, weil die jetzt ihre Anteile versilbern, vergolden oder was auch immer, oder verbronsen, wie auch immer, lassen können, sind da jetzt mehr oder weniger fein raus. Ich denke, nach einer Haltefrist von 2 bis 3 Jahren gehen die da auch raus und werden dann mit ihrem Geld alles Mögliche machen. Meine These, wissen tue ich es nicht, aber insgesamt, ich bin gegen Monopole und ich finde, es ist grundsätzlich eine Debatte wert zu sagen, irgendwie im Webbereich akzeptieren wir Monopole oder ähnliches alles und ja, macht total Sinn, dass der Stärkste mit dem Zweitstärksten zusammengeht und am besten noch ASUS dazu, damit da ein gigantischer europäischer Bläschen, damit wir ein europäisches Monopol den amerikanischen Monopolen entgegenüberstehen. Ich bin grundsätzlich Freund der Marktwirtschaft, ich mag Wettbewerb, ich mag nicht Oligopole, ich mag nicht Monopole. Deswegen sehe ich so als Gesamtmarktsicht, ich finde, das ist keine gute Nachricht. Paar werden profitieren, ich glaube, in der Summe ist aber mehr verloren als gewonnen. So blicke ich drauf. Und ich gebe weiter an Coralie.
Yes, vielen Dank, Rupert. Super spannend tatsächlich, weil ich glaube, du jetzt als Erster mal sehr klar ausgesprochen hast, dass nachdem der ganze Jubelschrei irgendwie kam, dass das vielleicht eine nicht ganz so gute Idee ist. Ich sehe es so ein bisschen zweigeteilt. Ich war ja selber mal bei About You, da geht natürlich so ein bisschen mein Herz einmal auf Tiefkurs, weil ich so denke, oh, der kleine David, der sie mal waren, das spielt ja auch in das, was Rupert gerade gesagt hat, verbrüdert sich jetzt eben doch mit dem, mit dem großen Goliath. Und doch glaube ich, dass wenn man es in dem globalen Marktkontext sieht, das letztendlich eine unabdingbare Möglichkeit war, die sie jetzt irgendwie einnehmen mussten, weil eben dieser krasse Druck aus Asien kommt. Und auch wenn es nur noch 20% Wachstum sind, die Stefan da gerade angesprochen hat, Es ist einfach eine absolut kranke Topline, die da rübergedrückt kommt. Und selbst wenn Kunden, und da kommen wir auf das ganze Thema Marke auch, wahrnehmen, so hey, irgendwie vielleicht ist SHEIN nicht die supertolle Marke, der ich vertraue, aber am Ende zählt halt leider aktuell auch sehr viel das Thema Preis. So, und jetzt haben wir da zwei Player, die ich würde sagen, tatsächlich austauschbar sind in der Marke. Das hört man vielleicht nicht so gerne, aber irgendwo sind sie dann doch relativ nah beieinander, wenn man sich das Sortiment anguckt, wenn man guckt, wen sie ansprechen. Ja, Zalando ist vielleicht ein bisschen mehr auf Premium fokussiert und About You ein bisschen mehr auf noch die jungen Wilden. Aber letztendlich sind die Hauptkunden, Kundinnen vor allem, zwischen wahrscheinlich 30 und 40. Und die einen haben ein bisschen mehr Geld und können sich ein bisschen mehr Premium leisten. Die anderen haben ein bisschen weniger Geld und gehen dann eben auf günstigere Marken. Ich glaube aber nichtsdestotrotz, dass die Marken, und sie haben es ja sehr klar auch positioniert, sie wollen eine Zwei-Marken-Strategie fahren, dass das funktionieren kann. Es wird deutlich herausfordernder wie bei der Akquisition von Zalando von Highsnobiety. Da war die Differenzierung ganz, ganz klar. Highsnobiety absolutes Premiumsegment oder Luxussegment eigentlich schon und sehr nischig. Gleichzeitig ist jetzt natürlich die Akquisition von About You auch deutlich mutiger, wenn man sich irgendwie den Kaufpreis anguckt und auch den Fakt, dass sie das aus dem Cash bezahlen. Ich sehe aus Markenperspektive da irgendwie die Möglichkeit für die beiden, sich wirklich als europäischer Player mit einem breiten Angebot zu positionieren, auch aus Performance-Marketing-Sicht irgendwie den Shelfspace zu erweitern. Das ist fairerweise, und auch da, Rupert, klar, für kleine Händler und auch Marketinganbieter vielleicht nicht so cool, aber auch in Verhandlungen mit den großen Playern, vor allem Google und Meta, ist das vielleicht nicht ganz so nachteilig für einen Zalando-About-You-Komplex. Plus, dass sie eben Und SEA ist nach wie vor ein sau wichtiger Kanal in dem ganzen Segment, dass sie da eben auch ihre Visibilität steigern können. Hat natürlich auch die Herausforderung, dass sie wahnsinnig aufpassen müssen, dass sie sich nicht kannibalisieren. Und da wird es wahrscheinlich dann so sein, dass sie über die nächsten Jahre das auch verstehen werden, besser verstehen werden, wie sehr kannibalisieren die sich eigentlich, wenn sie beide die Kleider von Tommy Hilfiger und Hugo Boss anbieten und auf die irgendwie bidden und auf Social Media bewerben. Genau, dann vielleicht noch aus Marketingperspektive sehe ich schon auch noch ein Potenzial da drin, dass die dann doch an der einen oder anderen Ecke voneinander lernen können. About You hat ja schon relativ großen Footprint im Influencer-Marketing, Branding wie auch Performance-seitig. Das hat Zalando auch, aber ich würde mir schon erlauben zu sagen, dass About You dann noch mal die Nase einen Tick weiter vorne hat, dass es da vielleicht auch noch mal die Möglichkeit gibt, die Best Practices zu teilen und auch auf die jeweiligen Sortimente dann anzuwenden. Ja, und letztendlich, ob die jetzt irgendwie dann das Talent und Wissen gebündelt kriegen, ist eine ganz große Frage auch der Post-Merger-Integration. Und damit würde ich einmal abgeben an Dörte.
Ja, spannend, vielen Dank. Erste Frage ist, bin ich gut zu hören und gut zu sehen? Ich habe vielleicht ein bisschen Instabilität. Alle lachen. Ich bin hier sozusagen der Silberrücken diesbezüglich. Ja, ich habe mir mal überlegt, wie nähere ich mich dem Thema Post-Merger von zwei Konzernen? Also ich sehe das schon so, dass das zwei deutsche und in sich sehr wahrscheinlich auch bürokratische Konzerne sind. Und wenn die jetzt sozusagen die sexy Idee haben, in ihren Wertströmen Synergien zu heben, dann wird das auf alle Fälle ein Akt. Weil, wie gesagt, wenn zwei Konzerne da zusammentreffen, da sind ja auch immer viele Befindlichkeiten im Raum. Und ich habe mich mal ein bisschen konzentriert auf den Purchase-to-Pay-Wertstrom, also sozusagen diese ganze Sortimentsgestaltung über Supply Chain, Logistik, Finanzen. Was könnten da Potenziale Post-Merger sein und wo könnten da vielleicht kostenseitig Hebel entstehen, die dann attraktiv sind im EBIT? In, weiß ich nicht, 5 Jahren oder so. Keine Ahnung, der ROI von so einer Post-Merger-Integration, der wird ein paar Jahre dauern. Also fangen wir mal an beim Thema Sortiment. Ihr habt richtig schon alle gesagt, sortimentsseitig überschneiden die sich. Sie kolportieren beide, dass sie 2000, 3000 Marken auf der Plattform haben. Das dürfte eine Überlappung von gefühlten 110% sein im Sortiment. Ich habe auch mal so ein bisschen gestöbert. Den On Running Cloud Schuh, keine Ahnung, der kostet im Part von einem Partner auf Zalando 160€, auf About You 159€. Same, same. Sieht sogar optisch sehr, sehr gleich aus. Dennoch glaube ich, dass sie im Einkauf, in der Sortimentsstrategie da schon Synergien heben können, insbesondere teamseitig. Also da brauchst du jetzt nicht doppelt so viele Kreativeinkäufer. Das kannst du gefühlt dann mit der gleichen Mannschaft machen und dir dann überlegen, wie du es vorne gezielt ausspielst an die jeweilige Kundschaft. Aber da sehe ich jetzt keinen Bedarf, sozusagen doppelte Strukturen aufrechtzuerhalten. Das Einkaufsvolumen, da gebe ich Rupert recht, das kann man von einer oder von einer anderen Seite sehen. Aus Sicht der Konzerne ist das natürlich super, jetzt eine gesteigerte Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten zu haben. Ich weiß nicht, Stefan, da können wir gleich im Abschluss noch mal oder hinterher, wenn das sich ein bisschen öffnet, diskutieren. Man könnte natürlich hier Exklusivitäten natürlich denken, wenn wir davon ausgehen, dass der SHEIN strategisch ins Mittelpreissegment rein möchte und die Marken auch sexy Angebote macht für Plattformgeschäft, kann natürlich so eine Synergie zwischen diesen beiden Elefanten auch Exklusivitäten bei Lieferanten vielleicht fördern und sagen, nur bei uns, aber dafür gibt es halt besonders tolle Konditionen. Und ganz klar im operativen Einkauf, in dieser ganzen Dispo-Geschichte, Nachorder, Verfügbarkeiten und so weiter, das werden die hoffentlich dann automatisiert, KI-gestützt krass konsolidieren. Und da mal so ein bisschen die Überleitung dann ins hart Operative. Jetzt haben die dieses überschneidende Sortiment, aber unterschiedliche operative Strukturen. So Artikeldatenanlage, ich weiß nicht, ob sich die Zuhörenden dann langweilt, Aber das werden die unterschiedlich machen. Das zu mergen auf ein einheitliches Artikeldatenformat und einheitliche sozusagen Beschaffung der Artikeldaten, Aufbereitung der Artikeldaten, das wird sicherlich ein Thema sein, weil die da unterschiedliche Systeme benutzen. Da müssen die sich, wahrscheinlich wird Zalando da am längeren Hebel sitzen und sagen, so, wer zahlt, schafft an. So, die müssen halt migrieren auf die Zalando-Welt dann. Ja, und was ich dann noch interessant finde beim Sortiment, ist eine Pricing-Strategie, weil ich schon gesagt hatte gerade, ne, On-Running-Schuhe 160 da, 159 dort. Wenn ich dann diese überlappenden Sortimente und 2 Markenstrategien, das haben Sie jetzt gesagt, wollen Sie beibehalten, wie Sie dann eine Preisstrategie machen, ne. Das wird dann wirklich mit Rupert mitzulasten des Verbrauchers sein.
Warum sollte sich da Jetzt haben wir sie verloren.
Sehr gut.
Jetzt bin ich wieder da. Sorry, bis wo war ich gekommen? Warum sollten sie sich da selber irgendwie was schenken, wenn sie sich gegenseitig preislich kannibalisieren? Macht keinen Sinn, geht wahrscheinlich zulasten der Verbraucher. Supply-Chain-mäßig hat Zalando das größere Logistiknetzwerk in Europa. Es gibt geografisch nahe Standorte, zum Beispiel bei Mailand haben beide was. Da macht sicherlich eine Konsolidierung Sinn. Es wird wahrscheinlich zum Nachteil der Partner von About You sein. Also die machen quasi viel mit Partnerlogistik, weil Zalando macht sehr viel selber und wird das dann sozusagen zur Auslastung in die eigenen Strukturen holen. Was anderes macht aus meiner Sicht gar keinen Sinn. Carrierverträge. Riesenthema. Da werden sie dann auch geballt auftreten und werden dann 99 Cent für die Sendung bei der DHL bezahlen. Das begleitet meine Karriere seit 20 Jahren: Schaffen wir den Unter-1-Euro-Preis bei der DHL? Also die haben ja, ich glaube, das sind bis zu, also insgesamt, wenn man alle Caps und Speditionen und so weiter, die mit denen zusammenarbeiten, das ist ein Riesenpartnernetzwerk. Und wenn die da dann gebündelt auftreten, Da werden schon Kostensenkungen möglich sein. Finance finde ich total spannend. Ich habe mal recherchiert, About You hat 17 Tochtergesellschaften, Zalando hat 32 Tochtergesellschaften. Also zusammen haben die dann knappe 50 GmbHs und Co. KGs, Limiteds, hast du nicht gesehen. Und jetzt mal schauen, ganz kurz, das sind die ganzen Ländergesellschaften auch, glaube ich.
Ja, interessant.
Bin ich noch da? Ja, ja, klar. Das sind Länder, ja, das sind Ländergesellschaften, das sind Servicegesellschaften, Pipapo, ne. Also sagen wir mal so ein Konglomerat, also das zusammenzuzimmern unter einer Holding mit unterschiedlichen ERP-Systemen, die die sehr wahrscheinlich ja betreiben. Also ich weiß, Zalando betreibt SAP, macht mit SAP. Also das wird schon nochmal, das wird einen richtigen Akt, glaube ich. Und da wird auch wahrscheinlich Konsolidierung stattfinden.
Aber wird es da wirklich einen Zusammenschluss geben? Ich habe jetzt wirklich viele Akquisitionen und Aufkäufe erlebt und das Ergebnis war immer das Gleiche. Alles, was aufgekauft wird, wird abgeschaltet und die müssen dann auf das andere rüber emigrieren. ERP, aber du wirst abgeschaltet. Onlineshop, aber du wirst irgendwann mal abgeschaltet. Einkauf brauche ich nicht. Wenn 80% deckungsgleiches Sortiment sind, dann ziehen die sich einfach die Sortimentsdaten von einem Zalando rüber. Es macht ja keinen Sinn, das alles parallel betreiben zu können. Alle Akquisitionen, die ich erlebt habe, war eigentlich in der Regel immer das, was zugekauft werden muss, auf die bestehende Landschaft da drauf, der gekauft hat. Das war schon immer das Ergebnis. Das wird hier auch stattfinden. Es würde mich arg wundern, wenn sie es nicht machen würden. Weil wo sollen denn dann diese Synergien herkommen? Also ich glaube, man kann da sehr nüchtern drauf gucken und soll sie, darf man sich die Farbe nicht schön schöner machen, als sie ist. Ich glaube, dass halt Abodjo ein Markengehülse wird und das wahrscheinlich das, was technisch überlebt, nehme ich mal an, wird Scale sein. Das macht Sinn. Und das andere wird an wird durch Zalando wahrscheinlich API oder was weiß ich halt. Gespeist werden, nehme ich mal an.
Meine These, wissen tue ich es nicht, aber das ist offensichtlich, dass die Synergieeffekte da sind und Potenziale gehoben werden können, aber aus meiner operativen Erfahrung sage ich, dass das ein Gewaltakt ist und natürlich auf beiden Seiten Befindlichkeiten sind, wenn man jetzt in die Departments reingeht und eine Konsolidierung auch auf Finance-Seite ist auch, also eine Migration auf SAP machst du jetzt auch nicht im Alleingang. Das heißt, ein ROI Aus diesen Synergieeffekten kommt maximal erst in 3, 3,5 Jahren. Also maximal sehe ich das. Also sie werden erstmal investieren müssen in diese Merger-Projekte. Das kostet die operativ halt einfach auch noch mal Kohle, diese Synergien dann überhaupt herzustellen. Und technologisch, Rupert, gebe ich dir recht, technologisch ist es ja so, dass sie mit Scaly ein B2B-Produkt haben, mit Zeon hat Zalando ein B2B-Produkt, die haben mit Tradebyte ein B2B-Produkt, ne. Und beide— hört ihr mich noch? Ja. Und beide bieten interessanterweise auch Fulfillment ja für Drittpartner an. Und das kann natürlich interessanter Fulfillment-Player dann aus meiner Sicht auch im europäischen Markt dann werden, weil die auf ein sehr reifes Logistiknetzwerk im Zusammenschluss dann zurückgreifen können. Das kann schon sehr spannend sein. Und das wird insbesondere dann für Logistikdienstleister, die das auch anbieten, eher schwierig, glaube ich. So viel dazu. Ich eröffne noch mal die Diskussion, also hier im Plenum. Ja, noch mal kurz, was euch so durch den Kopf ging bei den Aussagen der anderen.
Ja, ich fange kurz an. Also Rupperts kritischer Blick auf diese Monopolisten-Thematik, Die finde ich total sympathisch. Am Ende vom Tag reden wir im Plattformkontext eigentlich über ein Winner takes most, wenn nicht all. Das heißt, es ist— ich bemühe jetzt mal die Phrase— die normative Kraft des Faktischen. Schönen Gruß nach Hamburg. Es ist die normative Kraft des Faktischen, dass am Ende je Vertical, je Kategoriekonstrukt im Grunde einer wahrscheinlich nur überbleibt, vielleicht zwei. Und dann ist es wiederum positiv, dass es jetzt mal hoffentlich ein europäisches Konstrukt ist, ein deutsches sogar. Also von daher, ja, gehe ich mit, aber positiv betrachtet, immerhin sind wir mal dabei und haben zwei deutsche Companies jetzt als mutmaßlich europäischen Mainstream-Fashion-Leader nicht ganz schlecht aufgestellt. Ob das gegen Asien hilft, das ist eine andere Diskussion, aber erst einmal wird sagen, der Burggraben um .de Fashion-Plattform, der wird auf jeden Fall mal ein Stück tiefer. Von daher gucke ich da mal ein bisschen konstruktiv drauf.
Weil der Gruß an mich geht, muss ich natürlich antworten. Grüße erwidert man, ne? Es entstehen ja nur Monopole, weil wir es erlauben. Ende, ne? Und wir tun immer so, ja, aber im Internet ist das halt so. Nee, ist es nicht. Monopolisten entstehen in jedem Markt, wenn man sie freilässt, ne? Wenn du heute in den Fleischmarkt der Fleischverarbeitung USA gehst, gibt's 3 Blading kompletten Fleischverarbeitung machen. Wenn du heute in Mobilfunk gehst, dann wird eigentlich der Markt auch von 3 Playern einfach irgendwo ein Stück weit bestimmt. Nein, weil man es halt akzeptiert so. Und in meinen Augen muss das halt einfach überarbeitet werden. Warum sollte man das tolerieren, nur weil wir jetzt sagen, mal jetzt haben wir mal endlich ein Monopol?
Aber das wäre Regulation. Aber betriebswirtschaftlich ist es so, dass mit jedem redundanten Konzept die Grenzkosten steigen, der Grenznutzen sinkt. Und das muss jemand finanzieren.
Aber kein Internetphänomen, ne? Kein Internetphänomen. Das gibt's in der Branche nur im Internet.
Nein, nein, nein, nein, das hat mit Internet nichts zu tun. Aber nichtsdestotrotz, ne, die Ineffizienz, die dadurch entsteht, dass redundante Konzepte multipliziert werden, diese Ineffizienz müsste jemand sich leisten wollen, ne?
Das unterschreibe ich, hast du völlig recht. Deswegen, wenn man sie lässt, führt's dahin. Ich würde es nicht lassen. Wir reden über Regulierung, so ist es. Ich glaube, das alte Monopolrecht Das muss aufgebrochen werden. Das sind nur meine zwei Cent, aber jetzt sind wir schon wieder im Politischen. Aber das, was ich spannend finde, diese verquerten Freund-Feind-Verhältnisse finde ich ganz spannend. About You läuft auf Fulfillment-Struktur Otto, Otto läuft auf jetzt Zalando-Shop-Struktur Zalando. Finde ich spannend, aber eigentlich gleichzeitig sind sie gegenseitig nicht beteiligt. Finde ich interessant, wie sie das auseinanderfieseln werden, weil Zalando natürlich keinen Bock hat, bei den gigantischen Laberkosten Kapazitäten, die sie haben, auf Otto-Fulfillment-Struktur laufen zu lassen. Gleichzeitig ist ja die Frage, weil About You ja der einzige wachsende, zunehmende Sortimentsdreher war, den ja Otto hatte, wie wollen sie diese meiner Meinung nach leergeräumten Lager, die bald in den Otto-Lägern entstehen, wie wollen sie die neu befüllen? Heißt das, sie werden vielleicht ihr Marktmarktsmodell auf Otto doch wieder offensiver machen, weil sie sie erst restriktiver gemacht haben? Also ich bin gespannt, wie mittel- und langfristig Otto darauf reagieren wird und wo sie dann noch irgendwo hier nach vorne heraus irgendwie Ambitionen zeigen wollen. Aber diese Gemengelage finde ich ganz spannend. Wie gesagt, gespannt, wie das auseinanderfieselt.
Ich meine, es gibt auch umgekehrt Potenziale in Europa. Das ist so, dass zum Beispiel About You in Norditalien mit Hermes einen Retourenstandort betreibt. Der bis zu 30 Millionen Artikel im Jahr retourenmäßig durchschleusen kann. Das ist ein Riesen-Asset, und das wäre natürlich eigentlich bescheuert, wenn Zalando so was nicht nutzen würde. Also dass das jetzt sozusagen einseitig alles in das Zalando-Netzwerk reingeht, das sehe ich jetzt nicht. Also da werden ja schon schlaue Leute drauf gucken und genau überlegen, welche Assets von den Strukturen machen hier Sinn. Grundsätzlich wird About You eher profitieren, wenn sie sich an dem Logistiknetzwerk von Zalando andocken, weil die dann schnell schneller in den Regionen sind. Zalando ist einfach in Europa, hat da den größeren Footprint und hat, was weiß ich, in Skandinavien Läger und so weiter. Dann bist du näher am skandinavischen Kunden halt dran. Ich meine auch, dass About You in Frankreich ein Lager machen wollte, und das ist aber nicht gekommen, ne. Und dann können die einfach, einfach in Anführungsstrichen, auf Zalando-Strukturen aufsetzen und dann sozusagen performance-seitig besser zum Kunden sein.
Also das glaube ich schon aus Ottos Sicht, aus Gesichtspunkt sie bleiben als Marke erhalten.
Genau, ich wollte sagen, es fällt ja mal auf, die 2-Marken-Strategie.
Hat gesagt, austauschbar in der Marke. Warst du das, Coralie? Das fand ich interessant. Ich bin ja kein Marketier, ne? Ist das denn wirklich so? Bei mir postete das auch jemand drunter, die hat gesagt, ja, das ist doch alles das Gleiche.
Also ich glaube nicht, nicht 100%, aber allein aufgrund des Faktes, dass du eine sehr große Überschneidung im Sortiment hast. Ja, und dann natürlich, also ja, Zalando ist der ältere Player und Zalando hat irgendwie ein bisschen mehr Premium-Sortiment und dann eben auch Marken wie Lululemon und sowas mittlerweile drin, die About You gar nicht bekommt, weil sie, weil About You sich ja auch immer eher als Preis, also als Niedrigpreis- Player in dem Segment positioniert hat, auch gegenüber einem Zalando. Trotzdem hast du eine sehr große Überschneidung da. Und markenseitig in der Positionierung, da gibt es Feinheiten, aber letztendlich, wenn man sich den Kunden, die Kundin anschaut und vor allem im aktuellen Marktumfeld sich irgendwie überlegt, dass da eine immense Preissensitivität nach wie vor da ist, dass Da gucke ich mir halt an, kostet der, wenn wir bei dem On-Shoe sind, kostet der bei Zalando jetzt mehr oder bei About You? Und dann ist es mir auch egal, wo ich den kaufe. Das Einzige, wo About You natürlich einen wirklichen Vorteil sich aufgebaut hat, ist das ganze Thema Exclusive Assortment zusammen mit Künstlern. Wie profitabel das Geschäft jetzt ist, kann sich jeder irgendwie selber seine Gedanken zu machen. Das will ich jetzt nicht kommentieren. Ich glaube aber, aus Markenperspektive ist das schon ein wichtiger Aspekt, weil sie damit natürlich es hinbekommen, die Kund:innen, die diesen Künstlern, mit denen sie diese Marken machen, treu sind, dass sie die zu sich auf die Plattform holen. So was hat Zalando nicht. Das ist vielleicht noch so ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Aber abgesehen davon ist das natürlich nicht eins zu eins. Da würde mich jeder Branding Manager irgendwie köpfen. Aber da ist schon sehr viel, was ähnlich ist.
Ich würde mal einen Gedanken dazu kurz spendieren. Ich glaube, dass die beiden sich jetzt in den letzten Monaten deutlich in unterschiedliche Richtungen zu dem Thema entwickelt haben, was spannend ist.
Wieso?
Also About You aus meiner Sicht auf Konfrontationskurs mit Shein, kann man nicht gewinnen. Ja, also sozusagen sehr viel, sehr viel Copy with Pride, Gamification sehr laut, sehr sozusagen eng dran an dem, was da aus Asien auch ein bisschen vorgeturnt wird. Passt dann auch eher so ein bisschen in die, in die Rummelplatz-Ecke, in der ASOS zum Teil ja auch wütet. Also das ist young, cheap and cheerful. Und das halte ich für extrem schwierig, weil da kommt automatisch das Thema Preis, Aktualität, Geschwindigkeit, Frequenz. Da kann man, weiß ich nicht, wie man, auch wenn man jetzt 3, keine Ahnung, Portugal-Fabriken über Factory-to-Consumer-Piloten nächstes Jahr anbindet, da wird man nicht ernsthaft gegen anstinken können. Während Zalando genau in die positive Richtung abgrenzt, aus meiner Sicht. Händler als Marke, das alte Thema, mein Mantra, Händler als Marke. Positive Abgrenzung, erwachsener, ruhiger, wertiger, Kuration, eher im Preis nach oben, Marke als Thema. Ich glaube, da ist man eher auf einem deutlich belastbaren, aus meiner Sicht belastbaren, erfolgsversprechenderen Weg. Deswegen finde ich das spannend, wie lange hält man die About-You-Marke noch am Markt. Ich bin da bei Rupert, das wird man, ich glaube, das wird über Zeit verschwinden, außer man schafft jetzt wirklich dieses Frontend About You so kosteneffizient noch im Markt zu halten, dass man diese beiden Konzepte voneinander deutlich getrennter als heute, ja, cheap and cheerful versus, ich sag mal, upper market, dann kann ich mir das vorstellen. Dann muss aber bei den 2 Milliarden Topline, die ja stagniert, muss jetzt ein riesiger Effizienzhebel schnell kommen. Und dann sind wir genau bei Roberts Case: Bitte einmal alle einsteigen in den Zalando-Bus, denn sonst, und zwar zügig, weil sonst erhebst du da über 5 Jahre keine Synergien, wenn du jetzt nach Befindlichkeiten fragst.
Absolut, aber wie gesagt, es sind am Ende 2 deutsche Großkonzerne, die hier mergen, und selbst wenn sie es mit der harten Keule durchziehen und Hamburg absperren, jetzt übertrieben gesagt, Hamburg absperren, alles nach Berlin ziehen auf die Trasse und sagen: Schnauze halten, alles auf unsere SAP-Systeme, kann ich euch sagen, dass das kein Spaziergang ist. Das dauert und es kostet erstmal Geld. Das heißt, dieses Investment in den Merger, der ROI, der ist nicht vor 3 Jahren zu sehen. Da bin ich relativ sicher, dass du den nicht, dass du den in der Bilanz dann erst in, also in 3 Jahren wäre schon echt gut, ne, dass man das dann, aber in den 3 Jahren müssen sie sich eben auch überlegen, kriegen wir das hin, das was Stefan gerade angesprochen hat, kriegen wir wirklich diesen, diese ganz klare Trennung zwischen den Marken auch hin, ne, weil wenn das nicht funktioniert, dann endet es eben da drin, dass Ja, aber das ist ja dann aus meiner operativen Perspektive das kleinere Übel. Ist ja egal, ob es jetzt da eine Plattform oder 50 Plattformen ist. Ist ja scheißegal, ich muss den ganzen Schmodder auf SAP ziehen. Da habe ich richtig zu tun, also kann ich euch sagen, da habe ich richtig zu tun, um da wirklich Kohle zu sparen und Automatisierungsmechaniken überhaupt greifen zu lassen.
Das größte Risiko, ganz kurz da reingegrätscht, das größte Risiko ist, dass jetzt beide anfangen in so einer Art, ich sag mal, Autoerotik Phase, sich den ganzen Tag mit sich selbst zu beschäftigen. Ja, das ist das Schlimmste, was passieren kann, weil parallel laufen nämlich draußen die Asiaten weiter um uns herum und machen Feed-based-Konzepte und sind voll an der Nachfrage dran und schnell und besser. Und die machen auch ihre Markenspielbücher und wandern nach oben im Preis und so weiter. Also müssen wir jetzt aufpassen, dass daraus nicht so eine Selbstbeschäftigungstherapie wird für 3 Jahre, damit wir diese SAP-Projekte stemmen. Interessiert keine Sau draußen im Markt. Der Markt braucht jetzt Konzepte und deswegen hoffentlich bleiben wir auf dem Gas und kommen eher sozusagen vorne, was die Proposition für die Konsumenten angeht, schneller irgendwie in Schwung, als jetzt nach hinten den ganzen Tag auf die Optimierung zu klotzen.
Die Idee ist ja meine.
Volkswagen und aber du hast ja keinen Moderator unterstützt.
Also Rupert, jetzt kommt was los.
Okay, gut. Also das heißt, Zalando ist Volkswagen und About You ist Seat. Das wollte ich loswerden. Hier Boris sagt, dass About You dreimal so viele Marken hat wie Zalando. Ist das so? Würde ich gar nicht so wahrnehmen. Ganz viele Marken, die mir persönlich wichtig sind, finde ich auch.
Boris, shoutout! Nee, das stimmt auch nicht. Also Sie sagen, die offiziellen Meldungen sind, dass Zalando ungefähr 2000 Marken hat. About You redet von auch von über 2000. Also dreimal so viel ist das nicht. Das ist relativ gleich, wenn man zumindest den offiziellen Meldungen folgt. Ich habe das auch recherchiert im Vorfeld.
Weißt du auch, wie die Überschneidungen der Marken sind, Dörte?
Genau, das wäre nämlich das Spannende. Und ich glaube, da relativ hoch. Also ohne es zu wissen, ich würde schätzen 80%.
Habe ich mir angeguckt.
Ja, die 20%-Regel funktioniert immer. Da macht man nie was falsch. Kann man immer.
Ja, aber es ist tatsächlich relativ Also wenn nicht sogar noch mehr. Also wenn man so auf den ersten Blick sich die Markenlisten anguckt, das ist sehr, sehr viel. Aber was mich noch mal interessieren würde an alle: Wir diskutieren diesen Merger im Zusammenhang, also wir haben ja zwei Perspektiven. Robert hat richtigerweise die Perspektive der Konsumenten reingebracht, dass es für die vielleicht nicht so nice wird, weil warum sollten die jetzt da Preis aufwerten? Aber wir haben nun mal diese chinesischen Player. Und meine These ist ja, dass der Shein halt nicht beim Billigheimer bleibt. Der Shein sagt, ja, da komme ich jetzt rein und mache hier mal einen Fußabdruck beim Billigheimer, und jetzt gehe ich mit Marktplatzmodell oder Sonstiges im Mittelpreissegment und vielleicht sogar darüber hinaus. Das heißt, das ist ja eine unmittelbare 1:1-Konkurrenz, absehbar, wenn der Post-Merger in 3 Jahren dann fertig ist, ne, mit dem Zalauju, oder wie wollen wir das Wortspiel da machen? Ist das dann nicht aus wirtschaftlicher und europäischer Perspektive eine gute Meldung, dass die einen Merger machen, um dem was entgegenzusetzen? Weil sonst rollen die Chinesen hier über uns rüber.
Darf ich anfangen? Ja, sehr gut. Diesmal frage ich und hau nicht einfach rein. Xi'in, völlig andere Baustelle. Wo oder wie sollte bitte aber Uber Thema Xi'in weiterhelfen? Die, die haben doch dasselbe Problem bei Abidju mit Shein wie Zalando. Und dann merchen zwei Firmen, die beide Probleme haben mit einem Shein. Also ich glaube, das muss man völlig trennen. Das hat einfach nichts mit Shein zu tun. Wenn du gegen Shein dich behaupten willst, dann kaufe ich nicht Abidju. Dann müsste ich eigentlich zusehen, irgendwie chinesische Fabriken zu kaufen oder sonst irgendwas oder im Ausland Merchand zu machen. Aber doch nicht einen deutschen Player zu kaufen. Also About You bringt in Konkurrenz und im Wettbewerb zu Shein Zalando nicht 1% weiter voran. Das Einzige, was man sagen muss, und das muss ich ja echt da zumindest mal der About-You-Führung einfach anrechnen, die sind deutlich opportunistischer und agiler gewesen, als es die Zalando-Führung war. Das muss man Tarek und Team echt lassen. Und Hannes und Sebastian, die waren immer schneller, auf Trends aufzuspringen, erste Dinge auszurollen. Ich glaube, die haben auch relativ schnell probiert, auch türkische Fabriken anzudocken und das dann zumindest auf europäischer Ebene zu kopieren. Da waren die super schnell. Ich frage mich, ob sie diese Geschwindigkeit halten werden können mit dem Zalando-Apparat. Weiß ich nicht, wäre ich skeptisch. Und aber Shein bringt diese Akquisition 0,0 weiter. Da muss ich ganz andere Dinge machen, meine Meinung.
Ja, wobei, wenn wir uns das aktuelle Preissegment von SHEIN angucken, absolut Haken dran, Robert, gar keine Frage, weil da kommen die beiden nicht dran. Das hilft denen nicht. Das hilft denen auch nicht, wenn die einen ASOS noch dazu kaufen, weil das einfach die bei SHEIN, die sind so viel schneller, die sind so viel günstiger im Preis und so viel, ich will nicht sagen mehr convenient, aber die haben einfach die besseren Kniffe, wie die die Kunden irgendwie bei sich halten oder zumindest zur Conversion bringen. Wenn du aber diesen Case angehst, den Dörte eben noch beschrieben hat, nämlich dass SHEIN von diesem Niedrigpreissegment in ein Mittelpreissegment sich hocharbeitet, Dann könnte das wieder relevant werden, jetzt schon da die Firepower sozusagen aufzubauen. Also unter dem Gesichtspunkt sehe ich es schon. Unter dem aktuellen Status heute absolut Haken dran. It doesn't move the needle.
Aber warum sollte das helfen? Nur weil ich sage, im Mittelpreissegment bin ich super unterwegs, hätte man auch bei S. Oliver, S. Brie sagen können, sind alle weg. Ich weiß nicht, warum eine starke Besetzung des Mittelpreissegments als eine Abwehrmaßnahme gegen Shein dienen soll, weil man die Marken unter Druck setzen kann und sagen, geht ihr auf Shein, dann fliegt ihr bei uns raus?
Oder nee, weil ich glaube, dann, dann schon dieses ganze Thema Markenbindung, und das müssen sie dann halt tatsächlich irgendwie dann doch noch irgendwie gut machen. Ja, wenn du dann eine loyale Kundschaft hast, das ist die Frage, wie loyal sind die, wenn die Preise niedrig sind? Nobody knows. Ja, aber wenn du es über die Schiene spielst und da eben jetzt schon anfängst, dir diese Loyalität auch zu sichern, und deine Retention Rate, die, ich meine, im Fashionbereich irgendwie relativ niedrig, ja, weil du eben so eine hohe Wechselbereitschaft hast. Aber wenn du deine Retention Rate einigermaßen stabilisieren kannst, sehe ich da zumindest eine Chance, dass, wenn SHEIN so einen Move macht, dass die sich da stabilisieren können.
Vielleicht meine Gedanken dazu sind, also ich glaube an diese These, dass SHEIN nicht der Billigheimer bleiben wird und sich da signifikant hocharbeiten will. Theorie. Stefan wird gleich noch was dazu sagen, der ist am tiefsten in dem Thema drin. Ich glaube, dass Regulatorik kommen wird. Also Xi Jinping wird sich regulatorischen Maßnahmen ausgesetzt sehen. Also die europäische Region wird darauf reagieren. Es ist zwar sehr langsam, aber es wird passieren, da bin ich sehr, sehr sicher. Das heißt, ein gewisser Wettbewerbsvorteil, den Xi Jinping jetzt ungerechtfertigterweise noch hat, Zollgrenzen, wie auch immer, werden angefasst werden. Und dann haben wir, dann muss Shein sich ja was überlegen, und die sind ja, also dann ist halt so ein bisschen Glaskugel, was werden die sich überlegen, wenn ihnen dieser Wettbewerbsvorteil flöten geht? Schnelligkeit, Technologie, Kundenbindung über eigene Apps. Die Frage ist dann, wie können sie lokal performen, fulfillmentseitig? Und da sehe ich dann im Zusammenschluss dieser beiden Tanker in Deutschland schon auch ein Vorteil, dass die so einen guten Footprint operativ auch in Europa haben und sodann, wenn diese Gleichwertigkeit in Anführungsstrichen dieser Plattformen hergestellt ist mit den Asiaten, hoffentlich besser performen können, als das ein SHEIN dann performen kann, wenn ihnen ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile flöten gehen. Und das ist jetzt in der Vorbereitung, wenn sie dann auch noch ein ESOS vielleicht einsammeln, und in UK dann stärker sind, sicherlich für das Bestehen der nationalen Handelsindustrie ein guter strategischer Move. Ansonsten sehe ich da auch schon auch hohe Gefährdungen für lokale Player im europäischen Markt.
So, und nun Stefan.
Letzter Satz, nur ganz kurz. Nein, ganz kurz, nur mit Blick auf die Uhrzeit auch. Also das Thema Produktmarke, das wird man gegen die Factory-to-Consumer, Consumer-to-Manufacturer-Modelle wird man nicht gewinnen. Können. Deswegen ist alles, was, was wir hier Mittelsegment nennen, im Grunde verloren, weil das weder Value noch irgendwas anderes und auch keinen Preis hat. Das ist sozusagen Niemandsland. Also unten wird Produkt kommen und da geht es um Produktpreis und, und da wird man gegen diese Direktimportmodelle oder Direktversorgungsmodelle wird man nicht gewinnen können. Nur mal ein kleines Schmankerl, ich habe neulich mit Alexander Graf per WhatsApp darüber gesprochen, guckt euch mal die, die Kosmetikmarke SheGlam an. Das ist aus dem SHEIN-Hause. Eine Kosmetikmarke mit 4,5 Millionen Followern auf Instagram, kannte ich nicht. Das sind so Themen, die kommen aus dem absoluten Nichts, aus dem Produkt heraus, Social-Media-Influencer links, rechts, piff, paff, kennt kein Hund, und auf einmal ist das ein nennenswerter Marktteilnehmer in so einem saturierten Segment wie Kosmetik. Also da werden wir, glaube ich, uns schwer gegen aufstellen können. Es muss nach oben dann eine Abgrenzung sein, das heißt, das, was wir echte Marken nennen, also diese Rückenmarksmarken, Ob das mittelfristig überhaupt noch funktioniert, wird man sehen. Aber zunächst einmal ist das ja, muss das unsere Hoffnung sein. Da kann eine erwachsenere, wertorientiertere Proposition schon helfen. Aber ich wäre jetzt nicht euphorisch, was die Perspektive angeht, weil ob das Xi'in ist oder irgendein anderer, das Thema wird weitergehen und wir müssen Geschwindigkeit gewinnen. Deswegen hoffe ich, dass diese europäische Plattform vor allen Dingen Geschwindigkeit aufnimmt in der wertstiftenden Entwicklung von Kundenpropositionen. Und wenn uns das gelingt, dann freue ich mich und dann wird das auch gut laufen.
Robert, last famous words. Also ich moderiere das jetzt ab.
Robert? Bei so einem schönen Schluss fällt es mir schwer, noch was anzufügen. Ich glaube, das wird eher ausgebremst als gefördert. Wir werden sehen. Ich wünsche natürlich allen nur das Beste und dass da irgendwas Gutes und Tolles draus entsteht. Die Vergangenheit hat meines Erachtens immer anderes gelehrt. Ich bleibe trotzdem offen, werde es weiter verfolgen, auch wenn meine Thesen— bisher habe ich meine Haltung, meine Meinung nicht geändert. Mal gucken, aber vielleicht werde ich in den nächsten 3 Jahren eines Besseren belehrt. Ich werde gerne belehrt, also bitte macht es, ich bin offen.
Coralie, ganz kurz noch?
Also ich glaube auch, Geschwindigkeit ist die Essenz und sich nicht zu sehr nur auf das ganze Thema PMI, also postmörtale Integration, konzentrieren, sondern sicherstellen, dass das auch nach vorne geht. Egal ob mit einer Marke, mit 2 Marken, mit 15 Logistikzentren oder was auch immer. Aber die müssen jetzt die Gunst der Stunde nutzen und da eine solide Basis bauen, dass alles, was sie sich jetzt davon erhoffen, zumindest ein Teil davon irgendwie wahr werden kann. Und das funktioniert nur, wenn sie gleich mit einem klaren Zukunftsbild auch jetzt an der PMI arbeiten.
Ja, also ich gehe davon aus, dass das sehr gut bezahlte, schlaue Manager sind, die da sitzen und sie sich was gedacht haben bei der ganzen Chose.
Überschätzen Sie aber.
Deswegen unheimlich gut sein.
Grüße haben wir auch schon gelernt. Haben wir auch schon gelernt.
Ich persönlich sehe das aus einer wirtschaftlichen Perspektive in Europa positiv, weil ich glaube, wir müssen in groß denken. Um großen außereuropäischen Wettbewerb etwas entgegenzustellen. Deswegen blicke ich da positiv drauf und schließe hiermit diese LinkedIn-Session. Danke euch für die Spontanität. Danke auch an die Zuhörenden und Zuschauenden. Die Kommentare werden wir gleich sichten. Das konnten wir parallel nicht tun. Danke euch. Schönes Wochenende.
Robert hat ein bisschen gesichtet. Aber in diesem Sinne, schönes Wochenende.
Ciao, ciao.
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