Ansatz und Ursprung der Muskeln | Die Anatomie des Menschen [Teil 2] | B-Lizenz Prüfungsstoff

Deutsches Lehrvideo (B‑Lizenz Prüfungsstoff) über Ursprung, Ansatz und Funktion wichtiger Skelettmuskeln. Erklärte Muskelgruppen: Schultergürtelmuskulatur (Trapezius, Rautenmuskeln, Pectoralis minor, Serratus anterior), Arm-/Unterarmmuskulatur (Bizeps, Trizeps, Brachialis, Brachioradialis, Pronator teres, Handgelenksbeuger/-strecker), außerdem Überleitung zur Rückenmuskulatur (autochtone Rückenmuskulatur) und Core-/Bauchmuskulatur. Der Sprecher gibt praktische Trainingshinweise, Atmungs- und Haltungsrelevanz.
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Kommen wir als nächstes zum sogenannten Trapez oder auch Kapuzenmuskel. Der Musculus trapezius. Der hat seinen Namen von seiner Form, also es sieht aus wie ein Trapez oder wenn man den sich von hinten anschaut, dann eben wie so eine Kapuze. Auch er hat verschiedene Ursprünge, da er einen oberen Anteil, einen mittleren Anteil und einen unteren Anteil hat. Der obere Anteil entspringt am äußeren Hinterhauptkamm, am Nackenband und an den Dornfortsätzen des ersten und siebten Halswirbels. Der mittlere Anteil setzt dann an den Dornfortsätzen des siebten Halswirbels bis hin zum dritten Brustwirbel und der untere Anteil, der entspringt dann an den Dornfortsätzen des vierten bis zum zwölften Brustwirbel. Er setzt dementsprechend auch an drei verschiedenen Stellen an. Der obere Anteil am Schlüsselbein, der mittlere Anteil am Schulterdach und der untere Anteil an der Schulterblattgräte. Der obere Anteil hebt die Schultern bei beidseitiger Kontraktion an. Der mittlere Anteil zieht die Schulterblätter hinten zusammen und der untere Anteil senkt die Schulterblätter. Damit hat er eine sehr wichtige Funktion, denn er rotiert und hebt die Schulterblätter an, damit wir den arm überhaupt über 90 Grad heben können. Denn son würde der Oberarmkopf gegen die Schulterpfanne schlagen. Außerdem verhindert er das Absenken bei der Schulter, wenn wir schwere Lasten tragen, zum Beispiel schwere Einkaufstüten oder eben auch schwere Hanteln. Dementsprechend ist ein ausgeglichenes Training notwendig, sowohl vom oberen, mittleren als auch dem unteren Anteil. Das heißt, auch hier müssen wir den Muskel aus unterschiedlichen Winkeln trainieren. Entweder wir müssen den Arm sozusagen von oben runter senken, die Schulterblätter hinten zusammenziehen, von vorne nach hinten zusammenziehen oder eben von unten die Schultern anheben. Kommen wir als nächstes zu den Rautenmuskeln, den Musculi rhomboidei. Auch hier gibt es einen großen und einen kleinen, den Rhomboideus minor und den Rhomboideus major. Der kleine Rautenmuskel hat seine Ursprünge an den Dornfortsätzen des sechsten bis siebten Halswirbels und darunter liegend. Der große Rautenmuskel hat dann seinen Ursprung an den Dornfortsätzen des ersten bis vierten Brustwirbels. Seinen Ansatz hat der komplette Muskel am medialen Rand des Schulterblattes. Das bedeutet, dass er zum einen für die Elevation und Retraktion der Schulterblätter verantwortlich ist, das bedeutet für das Anheben und hinten Zusammenführen und außerdem rotiert er die Skapula, also das Schulterblatt, in Richtung Wirbelsäule und er fixiert und stabilisiert das Schulterblatt. Aufgrund dieser Aufgabe ist auch er verantwortlich für eine aufrechte Haltung und auch für eine harmonische Führung der Schulterblätter. Und zum Beispiel im Winter oder wenn jemand sehr arg verspannt ist, dann ist auch dieser Muskel sehr verspannt, hat wieder eine hohe Muskelspannung, einen hohen Muskeltonus und dementsprechend sollten wir auch diesen Muskel dann in seinem vollen Bewegungsradius nutzen und in seinem vollen Bewegungs Radius auch trainieren. Kommen wir zum kleinen Brustmuskel, dem sogenannten Pectoralis minor. Er hat seinen Ursprung an der dritten bis fünften Rippe und seinen Ansatz am Rabenschnabelfortsatz. Seine Funktion ist das Senken und Drehen der Schulterblätter und das Heben der Rippen. Und das ist ganz wichtig, wenn wir fixierte Schultern haben und zum Beispiel so aufstützen nach zum Beispiel einem anstrengenden Lauf, dann hilft dieser kleine Brustmuskel bei der Atmung. Bei der intensiven Einatmung hebt er dann die Rippen an. Der vordere Sägemuskel, der Serratus anterior, verdankt seinen Namen natürlich seiner Form. Er sieht nämlich so aus wie Sägezähne. Der obere Anteil wird zwar größtenteils verdeckt vom großen Brustmuskel und dennoch sieht man ihn bei gut trainierten, definierten Sportlern relativ deutlich. Er hat seinen Ursprung an der ersten Rippe und seine Ansätze sowohl am medialen Rand des Schulterblattes als auch am oberen und unteren Schulterblattwinkel. Er fixiert das Schulterblatt am Rumpf und kann auch das Schulterblatt nach vorne und rund um den Brustkorb ziehen. Und wie beim Pectoralis minor kann auch er bei fixierten Schulterblättern nach wieder zum Beispiel einem anstrengenden Lauf der Atemmuskulatur helfen, indem er die Rippen hochzieht und wir dadurch tiefer Luft holen können. Kommen wir zu Muskeln, die sich primär auf das Ellbogengelenk auswirken und dort zuerst ist der zweiköpfige Armbeuger oder auch zweiköpfiger Armmuskel, der Musculus biceps brachi. Er hat zwei Ursprünge, da er, wie der Name schon sagt, zwei Köpfe den Caput longum und den Caput breve. Natürlich beugt er den Arm und ist für die Beugung verantwortlich, aber er ist ja auch ein zweigelenkiger Muskel. Das bedeutet, er hat auch eine Wirkung in der Schulter, was jedoch häufig vernachlässigt wird, dass er nicht nur den Arm beugt, sondern in gebeugter Position auch nach außen dreht, also Supination bewirkt. Also das heißt, wenn ihr so richtig Gewicht pumpen wollt, dann braucht ihr den Arm einfach nur anheben. Aber wenn ihr den Muskel so richtig vernünftig in seinem vollen Bewegungsradius nutzen wollt, dann nehmt ihr die Hantel und rotiert die Hantel nach außen. Der direkte Gegenspieler vom Bizeps brachii ist dementsprechend der Trizeps brachii, der dreiköpfige Armmuskel. Auch er hat drei verschiedene Ursprünge, da er ja drei verschiedene Köpfe hat. Der lange Kopf entspringt den Knochenhöckerchen, der Scapula. Der innere Kopf entspringt medial vom Oberarm und der seitliche Kopf, der entspringt lateral am Oberarmschaft. Dementsprechend ist er natürlich für die Streckung des Armes oder für die Streckung des Ellbogens verantwortlich, aber eben auch für das Heranziehen, also für die Adduktion des Armes. Das bedeutet, dass ihr zum Beispiel bei dem Trizepsdrücken nicht einfach nur von oben nach unten pusht, sondern wirklich auch von vorne runter und eventuell sogar ein Stückchen nach hinten. Dann könnt ihr alle drei Köpfe des Trizeps beanspruchen. Der nächste Oberarmmuskel ist der Musculus brachialis und dieser Muskel wird häufig unterschätzt. Er entspringt der distalen Vorderfläche des Oberarmes und setzt dann an der Aufrauung der Elle, der sogenannten Tuberositas ulnae an. Und er sitzt zwar unter dem Biceps brachii, das heißt, wir erkennen den nicht oder wir sehen ihn nicht so deutlich, er wird aber oftmals unterschätzt, denn er hat einen viel größeren Muskelquerschnitt als der Biceps brachii und er beugt auch nur an einem Gelenk. Das bedeutet, dass er rein schon von der Biomechanik eine größere Kraft hat als der Biceps brachii. Der Oberarmspeichenmuskel, der Musculus brachioradialis, hat seinen Ursprung am seitlichen Rand des Oberarmknochens und setzt am Griffelfortsatz der Speiche an. Dementsprechend ist er auch für die Beugung des Oberarmes zuständig, Aber wichtiger ist, dass er den Arm nach innen und nach außen rotiert und das hat dann mit der Unterarmstellung zu tun. Also je nachdem wie der Unterarm steht, proniert er den Arm oder supiniert er den Arm. Der runde Einwärtsdreher, der Musculus pronator teres, der hat zwei Ursprünge, einmal am medialen Gelenkknochen des Oberarmbeines und zum anderen auch an dem Knochenfortsatz der Elle. Und er setzt dann an dem mittleren Drittel der Speiche an. Und natürlich verraten sowohl Anatomie, Ansatzursprung als auch vor allem der Name seine Funktion. Er dreht nämlich den Unterarm ein. Pronation und Supination. Das kann man sich eigentlich ganz gut merken, nämlich die Supination, das ist ja das Auswärtsdrehen, das mache ich, wenn ich Suppe esse, also Sub Supination und das Einwärtsdrehen, das wäre dann die Pronation. Ein vielleicht für euch nicht ganz so wichtiger Muskel, aber auch immerhin zu nennen, ist der ulnare Handgelenksbeuger, der Musculus flexor carpi ulnaris. Er entspringt auch am medialen Gelenkknochen des Oberarmbeines und auch am Hakenfortsatz der Elle. Er setzt allerdings an der Basis des Mittelhandknochens an und dementsprechend ist er dann für die Flexion und auch für die Ulnarabduktion im Handgelenk verantwortlich. Auch den radialen Handgelenkbeuger brauchen wir zum Händeschütteln. Er nennt sich auch Musculus flexor carpi radialis. Er entspringt auch am medialen Gelenkknochen des Oberarmes und setzt dann an der Basis des zweiten Mittelhandknochens an und und er ist dann, wie der Name auch wiederum sagt, für die Beugung und auch für die Radialabduktion des Handgelenks verantwortlich. Ein weiterer Muskel, der eine direkte Wirkung auf das Handgelenk hat, ist der ulnare Handgelenksstrecker, der Musculus extensor carpi ulnaris. Auch er entspringt am Gelenkknorren des Oberarmes, nämlich an der lateralen Seite und und auch an der Hinterfläche der Elle. Er setzt auch an dem fünften Mittelhandknochen an und auch er ist dann für eine Extension und auch wiederum für eine Ulnarabduktion am Handgelenk verantwortlich. Es gibt natürlich noch weitaus mehr Muskeln, die am Handgelenk ansetzen und auch Muskeln, die sich so im Handgelenk befinden. Aber das soll erstmal reichen. Bezüglich der Muskeln, die eine Wirkung auf das Handgelenk haben, machen wir einen großen Sprung von den Handgelenksmuskeln hin zu Muskeln der Wirbelsäule. Die wichtigste Rückenmuskulatur ist die autochthone Muskulatur, auf Lateinisch Musculus erector spina. Dazu muss man allerdings sagen, dass das nicht ein Muskel ist, so wie wir das zum Beispiel bei dem Handgelenk hatten, sondern es ist immer eine ganze Struktur von vielen verschiedenen Muskeln. Der Longissimus und der Ilycostalus sind für eine relativ kräftige Lateralflexion in beide Seiten verantwortlich, auch für die Extension, also für die Rückwärtsneigung der Wirbelsäule. Das machen zwar auch die Multifidii, aber der Unterschied ist, dass die Multifidii immer von Wirbelkörper zu weiteren Wirbelkörpern ziehen. Also Ansatz und Ursprung sind anders als bei den beiden großen Rückenmuskeln. Wichtig ist allerdings einfach nur zu verstehen bei diesem Prinzip, bei diesen Rückenmuskeln, bei dem Rückenstrecker, dass es nicht darum geht, einen großen Muskel zu trainieren, wie zum Beispiel bei dem großen Brustmuskel, sondern es geht wirklich darum, verschiedene Übungen zu benutzen und sehr, sehr viel auch die Atmung mit einzubeziehen. Nur dann könnt ihr ein vernünftiges Core Training mit euren Kunden durchführen. Studien haben gezeigt, dass diese Methode weitaus effektiver ist, als einfach nur immer nur den Rückenstrecker zu trainieren oder einfach nur die ganze Zeit stupide Sit ups zu machen. Da wir schon mal beim Core Training sind. Sicherlich wünscht sich jeder eine definierte Bauchmuskulatur und das ist eben die gerade Bauchmuskulatur, nämlich der Musculus rectus abdominis. Er hat seine Ursprünge am fünften bis siebten Rippenknorpel und am Schwertfortsatz und setzt am Schambein an. Nun ist die Funktion die Flexion des Rumpfes als auch natürlich die Stabilisierung des Beckens. Das bedeutet, dass vor allem bei so Übungen wie Kreuzheben oder bei Kniebeuge, wo es darum einfach angeht, den Rumpf anzuspannen, wirklich komplett fest zu sein, da spielt er eine große Rolle, weil er Bestandteil der Bauchpresse ist. Dennoch wird er häufig falsch trainiert oder ist auch teilweise so ein bisschen überbewertet in seiner Funktion, denn so beim normalen Laufengehen oder beim normalen Joggen, da spielt er kaum noch eine Rolle. Da sind dann tiefer liegende Muskeln oder tiefer liegende Muskulatur ist dann wichtiger. Der nächste Bauchmuskel ist der äußere schräge Bauchmuskel, der Musculus obliquus externus abdominus. Das hört sich kompliziert an, ist aber gar nicht so schwierig. Das ist der Muskel, der hier seitlich liegt, den wir auch von außen schön sehen können. Er hat seinen Ursprung von der 5. Bis zur 12. Rippe. Die Ansätze am Darmbeinkamm, am Leistenband, an der weißen Linie, entlang des Bauchnabels und am Schanbeinhöcker. Je nachdem, ob er nur auf einer Seite kontrahiert, ist er für die Lateralflexion zuständig oder wenn er beidseitig kontrahiert wird, dann hilft er auch dabei, den Rumpf zu beugen. Auch er ist mitverantwortlich bei der Bauchpresse eine gewisse Spannung aufzubauen, um den Druck im Abdomen zu erhöhen. Dann gibt es auch noch einen inneren schrägen Bauchmuskel, nämlich den Musculus obliquus internus abdominis. Er hat seinen Ursprung sowohl am Darmbeinkamm als auch am Leistenband und auch an der thorakolumbalen Faszie. Der Ansatz ist an der 9. Bis zwölften Rippe. Und auch an der weißen Linie. Ähnlich wie der äußere schräge Bauchmuskel hat auch er die Funktion einmal der Flexion als auch der Lateralflexion, also der seitlichen Beugung. Und er stabilisiert ebenso das Becken. Zusätzlich hilft er, wenn er einseitig kontrahiert, die Wirbelsäule zu rotieren und und auch er ist Bestandteil der Bauchpresse. Also auch er, wenn er angespannt wird, erhöht den Druck im Abdomen. Und zu guter Letzt kommen wir noch zur querverlaufenden Bauchmuskulatur, dem Musculus transversus abdominis. Er hat seinen Ursprung an den Knorpeln der 7. Bis 12. Rippe, am Darmbeinkamm und auch an der thorakolumbalen Faszie. Sein Ansatz ist an der weißen Linie und dort eben vertikal entlang der Mitte der geraden Bauchmuskulatur. Und auch er ist dann für die Bauchpresse verantwortlich. Also auch er ist Bestandteil dieser Bauchpresse. Also wichtig ist insgesamt noch mal zu verstehen, dass es nicht beim Training darum geht, die Bauchmuskulatur zu trainieren oder dass es nur einen Bauchmuskel gibt, sondern um Core Training vernünftig an den Kunden zu bringen, benötigt ihr dieses Wissen, dass es unterschiedliche Muskeln gibt, die am Bauch ansetzen, die unterschiedliche Funktion haben und trotzdem alle miteinander zusammenarbeiten, um letztendlich eben eine stabile Wirbelsäule zu haben.
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