Einteilung und Funktion der Gewebearten | OTL Fitnesstrainer-B-Lizenz

German instructional lecture (OTL Fitnesstrainer-B-Lizenz) by Yannick Golz describing tissue classification and function for fitness trainers. Defines "Gewebe" and distinguishes four tissue types (support/connective, muscle, nervous, epithelial), notes special roles of adipose tissue (subcutaneous vs visceral), explains skeletal muscle structure (fibers → myofibrils → sarcomeres) and the sliding-filament theory, summarizes two main muscle fiber types (Type I slow, Type II fast), describes training adaptations and deconditioning, and outlines muscle injury grades (1–4) with first-aid recommendations and emphasis on warm-up and cooldown.
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Herzlich willkommen zur Online Vorlesung. Mein Name ist Yannick Golz, ich bin Sportwissenschaftler und wir werden uns in diesem Modul mit der Einteilung und der Funktion der Gewebearten auseinandersetzen. Nun, das ist ja so, dass sicherlich viele Muskel und Fettgewebe kennen und viele Kunden werden zu euch kommen und sagen, ich möchte Muskeln aufbauen, ich möchte Fett abbauen. Die Sache ist, es gibt noch ganz andere Gewebearten, die wir uns heute anschauen müssen, denn man kann niemals nur die Muskeln trainieren, man kann niemals nur das Fett abtrainieren, sondern es werden immer mehrere Gewebearten beansprucht. Und wir müssen ganz genau wissen, welche Gewebearten gibt es und wie verhalten sie sich bei sportlichen Training, bei Krafttraining, bei euch im Fitnessstudio. Dazu werden wir uns erstmal anschauen, wie sind Gewebearten definiert, welche Gewebearten gibt es, wie adaptieren sie. Dazu schauen wir uns Stütz und Bindegewebe an, das Fettgewebe und dann werden wir uns vor allem das Muskelgewebe anschauen, denn das interessiert ja nun mal in einem Fitnessstudio die meisten. Und dazu dann Aufbau und Funktion der Skelettmuskeln. Und wir werden uns auch anschauen, was hat es mit der Filament Gleittheorie auf sich vielleicht schon mal gehört und dann Energieversorgung, Muskelfasertypen, auch dazu werden wir was Interessantes noch besprechen und auch was gibt es für Muskelverletzungen und wie kann ich dagegen angehen, dass ich mich nicht verletze. Also wie wird Gewebe definiert? Nun, Gewebe ist ein Verband gleichartig gebauter Zellen und ihre Abkömmlinge hinsichtlich einer oder mehrerer gleichartiger Spezialfunktion. Das hört sich relativ kompliziert an, heißt aber letztendlich, dass Gewebe immer aus den gleichen Zellen gebaut ist und eigentlich auch immer eine ganz bestimmte Funktion hat. Denn die Muskeln haben ihre Funktion, die Bänder haben ihre Funktion, die Knochen haben ihre Funktion, der Knorpel hat seine Funktion. Also jedes Gewebe hat seine Funktion und besteht aus unterschiedlichen Zellen innerhalb des Gewebes, aber derselben Zelle. Das Organ dagegen ist die funktionelle Einheit, die aus mindestens immer zwei Gewebearten aufgebaut ist. Und die Gewebearten wollen wir uns noch mal genauer anschauen, welche gibt es. Man spricht von vier Gewebearten. Das Stütz und Bindegewebe, das Muskelgewebe, das Nervengewebe und das Epithelgewebe. Zum Stütz und BindegewEbe gehören Knochen, Knorpel, Bänder und Sehnen. Knochen, Bänder und Sehnen passen sich an sportliches Training eigentlich recht gut an. Das Problem ist der Knorpel nicht, denn auch da versucht heutzutage die Wissenschaft noch Knorpel irgendwie zu reparieren, zu flicken, selbst irgendwie zu transplantieren. Aber das gelingt leider sehr wenig und auch bei sportlichen Training passt sich der Knorpel eigentlich nur sehr wenig an. Er verschleißt sogar eher, als dass er irgendwie dicker wird. Ansonsten atrophiert oder hypertrophiert das Bindegewebe, das heißt, die Knochen werden dichter, die Sehnen werden reißfester, werden kräftiger und auch die Bänder können ihre Funktion besser ausführen. Wenn wir nicht trainieren, dann kommt es zum Flüssigkeitsverlust von diesen bindegewebigen Strukturen. Das heißt, wenn eure eure Kunden einige Wochen nicht mehr zum Training kommen werden, dann müssen sie sich leider damit auseinandersetzen, dass auch ihre Sehnen und auch ihre Bänder und auch die Knochen schon ein bisschen wieder zurückgegangen sind und von daher der sportliche Erfolg vielleicht nicht mehr so optimal ist, als es noch vielleicht vor acht Wochen, als sie mitten im Training waren. Also eine Sonderform des Gewebes ist das Fettgewebe. Davon sagen wahrscheinlich die meisten, davon haben sie zu viel. Aber eigentlich ist das gut, dass wir Fettgewebe haben und nicht anderes Gewebe. Denn Fettgewebe ist tatsächlich als Energielieferant platzsparender als zum Beispiel Kohlenhydrate. Warum speichert der Körper überhaupt Fett? Das hat damit zu tun, wenn ich zu viel Nahrung aufnehme, dann sagt der Körper auf Vorrat, speichere ich diese überschüssige Nahrung schon mal, weil ich weiß ja nicht, was noch passiert. Vielleicht kommt irgendwann Hunger und dann habe ich kein Fett mehr, keine Energie. Also speichert er das Fett in Form von Fettgewebe subkutan, heißt unter der Haut. Das heißt, das ist das sichtbare Fett, was man vielleicht so als Polster irgendwo hat, Bauch oder Beine. Und das viszerale Fettgewebe ist das Fett, was man nicht sieht, aber gilt als das gefährlichere Fettgewebe von beidem. Warum gefährlich? Da gibt es noch so unterschiedliche Auffassungen, aber man denkt, dass in diesem viszeralen Fettgewebe sehr viel Ausscheidungsprodukte sozusagen gespeichert werden und ich kann dieses viszerale Fettgewebe auch nicht gut abbauen, im Gegensatz eben zum Subkutanfettgewebe, wo ich durch sportliches Training dieses Fett gut abbauen kann. Okay, der Muskel passt sich also an. Das bedeutet, wir können ihn gut trainieren. Es gibt aber drei verschiedene Muskelarten. Die Skelettmuskulatur ist die Muskulatur, die wir sehen, also wie Bizeps oder Oberschenkel. Die Herzmuskulatur sehen wir nicht, aber das ist die Muskulatur, die das Herz ausmacht und die glatte Muskulatur, das ist die Eingeweide Muskulatur. Wir finden sie zum Beispiel beim Verdauungskanal oder bei Harnwegen. Kommen wir zum Aufbau und zur Funktion der Skelettmuskulatur. Ein Muskel besteht aus verschiedenen Muskelfasern und diese Muskelfasern wiederum, die bestehen aus Myofibrillen und die Myofibrillen bestehen aus sogenannten Sarkomeren. Das bedeutet, dass sozusagen immer eine Schicht darunter, das ist immer weiter eingepackt. Der Muskel benötigt immer einen externen Stimulus. Das bedeutet, entweder kommt dieser Stimulus vom Gehirn und sendet Signale an den Muskel, wir können ihn aber auch extern reizen, zum Beispiel durch Elektromyostimulation. Wie funktioniert das überhaupt? Wie kann der Muskel kontrahieren? Vielleicht habt ihr schon mal den Begriff der Filament Gleittheorie gehört. Sie besagt eben, dass die Myosinköpfchen an das Actin greifen und dann zusammenziehen wie in einem Ruderboot. Wenn wir dort drin sitzen, dann greifen die Myosinköpfchen an diesem Ruder und ziehen sich entlang des Aktins. Und so kommt es zur Kontraktion innerhalb von einem Sarkomer. Die Sarkomere sind ja dann längst geschaltet, Das bedeutet, die Kontraktionen summieren sich und so kommt es zu einer Kontraktion im gesamten Muskel. Für uns ist eben wichtig, es gibt diese Theorie, es gibt Sarkomere, die sind in Serie geschaltet und so kommt es eben zu dieser Kontraktion. Kommen wir zu den Muskelfasertypen. Dort gibt es viele Muskelfasern. Wir konzentrieren uns aber auf die zwei bis drei wichtigsten. Typ 1 ist die rote, langsam zuckende Muskelfaser mit einer hohen Ermüdungsresistenz, einer hohen Kapillarisierung und mit einem hohen Myoglobingehalt. Das heißt für Ausdauerläufer, für Marathonläufer, für viele, die Ausdauersport machen, ist der Typ 1 sehr wichtig. Typ 2, das ist die weiße Muskelfaser, schnell zuckend. Sie hat eine geringe Ermüdungswiderstandsfähigkeit und wenig myoglobin. Das bedeutet schnell zuckend. Typ 2 ist vor allem für Sprinter, für welche, die sehr schnell kräftig sein müssen, sehr wichtig. Diese Muskelfaserzusammensetzung ist vor allem genetisch bedingt. Durch Training kann sich allerdings der Muskelfasertyp ändern, der Muskelfaserquerschnitt und auch die Muskelfaserlänge. Das heißt Sport oder Fitnesstraining führt zu einer besseren Kapillarisierung, zu einer Leistungssteigerung und auch zur Verbesserung zusammen mit dem Nervengewebe der inter und intramuskulären Koordination. Nun gibt es einen Ersatz, der lautet Zum Sprinter wird man geboren, zum Marathonläufer gemacht. An diesem Satz ist zwar was dran, aber pauschal kann man dem nicht so ganz zusagen, denn auch zum Marathonläufer kann ich geboren werden. Ich kann genetisch veranlagt sehr viele langsam zuckende Muskelfasern haben und auch zum Sprinter kann man gewisserweise trainieren. Und das ist auch wichtig, um ein guter Sprinter zu werden, erfolgreicher Sprinter zu werden, muss ich eben auch trainieren. Daher oder an diesem Satz kann man gut erkennen, warum es wichtig ist zu wissen, es gibt schnell zuckende und es gibt langsam zuckende Muskelfasern. Also zusammengefasst, nicht nur der Muskel wird größer oder wird kleiner, sondern auch andere bindegewebige Strukturen, die werden sich anpassen und bei Ausbleiben des Trainings eben auch wieder zusammenschrumpfen und sich dementsprechend anpassen. Warum ist das so? Man denkt ja, das ist doch schlecht, dass der Körper weniger Muskeln hat. Aber der Körper denkt einfach nur ökonomisch, denn Muskeln verbrauchen Energie. Und wenn der Muskel nicht trainiert wird, dann sagt der Kö Na gut, dann brauche ich den Muskel nicht, also kann ich ihn auch wieder kleiner werden lassen und so wird weniger Energie verbraucht. Also das nächste Thema wäre dann Muskelverletzung. Das Gute ist, als Fitnesstrainer wirst du relativ wenig damit zu tun haben, denn in einem Fitnesstraining ist die Verletzungshäufigkeit und auch die Verletzungswahrscheinlichkeit wesentlich geringer als zum Beispiel bei Spielsportarten wie bei Fußball, Tennis oder Badminton. Der erste Grad ist dann tatsächlich der Muskelkater. Da könnt ihr dann eben dementsprechend empfehlen, dass ein lockeres Training zu absolvieren ist, dass dort die Durchblutung etwas gefördert wird, damit der Muskel sich besser regenerieren kann, allerdings nicht zu stark denselben Muskel wieder zu beanspruchen, um die Verletzungsanfälligkeit nicht zu erhöhen. Grad 2 wären Zerrungen oder Prellungen. Dort empfiehlt es sich dann, das sofort zu kühlen. Das kann durchaus mal passieren in einem Fitnessstudio, dass jemand sich jetzt irgendwas gezerrt hat, dann solltet ihr vielleicht direkt ein Kühlpack besorgen. Und beim Grad 3, da sollte man dann wirklich akut handeln auch schon und Druckverbände anlegen, beziehungsweise dann entsprechend vielleicht sogar schon einen Arzt kontaktieren. Und der Grad 4, das wäre dann kompletter Abriss vom Muskel. Kommt tatsächlich ab und zu mal vor in einem Fitnessstudio, dass jemand bei sehr intensivem Training, vielleicht manchmal auch bei falscher Übungsausführung, der Muskel komplett abreißt. Also es kann durchaus mal beim Bizeps passieren, dass der Bizeps dann von dem Anker gerissen wird und einfach sozusagen nur noch hier oben schwimmt oder auch, dass der große Brustmuskel abreißt. Also sieht immer relativ spannend aus, aber der Trainierende hat meistens nicht so starke Schmerzen wie zum Beispiel bei so einer Zerrung, weil bei der Zerrung entsprechend noch viele Sensoren da dranhängen und die sehr viel Signal geben, dass dort etwas passiert ist. Und beim Abriss ist es halt komplett ab. Da sieht man das häufig nur und der Schmerz ist zwar vorhanden, aber eben nicht so stark wie vielleicht bei einer Zerrung. Damit es gar nicht erst zu so einer Muskelverletzung kommt, sollte man eben sich vernünftig aufwärmen. Dazu zählt nicht nur, sich so auf eine Laufbahn zu stellen oder ein bisschen Fahrrad zu fahren für fünf bis zehn Minuten, sondern man sollte auf jeden Fall die Übung vorher mit sehr wenig Gewicht machen, mit vielen Ausführungen, aber auch häufig zum Beispiel beim Bankdrücken oder bei Bewegungen, die die Schulter sehr belasten, sollte man die Schulter gründlich warm machen mit vielen verschiedenen kleinen Übungen, damit auch wirklich die Muskulatur bereit für die bevorstehende Belastung ist. Also Versuch wirklich unbedingt euren Kunden, euren Trainierenden nahezulegen, dass sie sich gründlich aufwärmen sollen, damit wirklich die Verletzungsanfälligkeit nicht zu hoch ist, sondern dass ihr direkt beim ersten Training mit ihnen gründliches Aufwärmtraining macht, dass ihr auch ihnen zeigt, welche Übungen man machen kann, um sich gut aufzuwärmen. Weil das ist genau das Gegenteil von dem, was so in der Praxis passiert, wo viele direkt ans Gerät, direkt an die Hantel gehen und sich nicht aufwärmen und dementsprechend auch viel eher verletzen, als wenn ihr ein vernünftiges Aufwärmtraining macht. Was außerdem sehr oft vernachlässigt wird, ist eigentlich so ein Cooldown. Also nach dem Training noch mal runterkommen, nochmal vielleicht eine Runde auf dem Laufband oder vielleicht noch mal lockeres, eine ganz lockere Einheit irgendwie danach, damit die ganzen Abfallstoffe vom Körper vernünftig verarbeitet werden können. Und so habt ihr einen viel besseren Einfluss auf die Regeneration und so kann das nächste Training direkt mit voller Power gestartet werden.
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