Karrieremöglichkeiten durch OTL / Dr. Prof. Thomas Gronwald zu Gast im OTL Fitnesstrainer Podcast

Deutschsprachiges YouTube-Interview (OTL Fitnesstrainer Podcast) mit Prof. Dr. Thomas Gronwald (MSH Medical School, Hamburg). Er beschreibt seine Forschungsschwerpunkte: Belastungs-/Beanspruchungssteuerung, Risikofaktoren für Hamstring-Verletzungen, Ausdauerphysiologie, Monitoring und Trainingssteuerung sowie funktionelles Krafttraining. Praxisnahe Karriereempfehlungen für Fitnesstrainer: B.Sc. (Sportwissenschaft) und optional M.Sc. mit Spezialisierung in Leistungsdiagnostik/Trainingssteuerung, Trainerlizenzen als sinnvolle Ergänzung, Praktika (u.a. 20‑Wochen Pflichtpraktikum), nebenberufliche Studioarbeit, Fokus auf Variabilität im Training, ganzheitliche Leistungsdiagnostik, kontinuierliche Anwendung, Selbstreflexion und Empathie.
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Herzlich willkommen zum Fitnesstrainer Podcast von OTL. Lass dich von unglaublichen Erfolgsgeschichten motivieren und starte deine Karriere als Fitnesstrainer.
Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen zum OTL Fitnesstrainer Podcast. Ich bin Niklas von Online Trainer Lizenz und ich darf heute in Hamburg zu Gast sein, genauer gesagt bei der MSH Medical School. Hier ist nämlich Prof. Dr. Thomas Gronwald Dozent und er befasst sich hier unter anderem mit dem Thema Leistungsdiagnostik und er hat die Forschungsschwerpunkte zur Belastungs und Beanspruchungssteuerung im präventiven und rehabilitativen Training. Natürlich werden wir aber auch über Karrieremöglichkeiten sprechen, die er für euch zum Beispiel eben im Bereich Leistungsdiagnostik sieht und natürlich über allgemeine Karrieretipps im Sportbereich. Grüß dich Thomas.
Niklas, vielen Dank für die kurze Einführung und ich freue mich auch hier zu sein, bei dir zu besuchen Podcast.
Ich freue mich auch und ich hoffe, ich habe das gerade, wie gesagt, alles so ganz grob korrekt zusammengefasst. Thema Forschung damit lass uns gerne mal direkt einsteigen. Du befasst dich ja sehr, sehr viel mit diesem Thema Forschung im Allgemeinen. Woran forschst du aktuell besonders?
Ja, das Prinzip ist ja in der Wissenschaft, dass wir Freiheit in Lehre und Forschung haben und deswegen kann man immer sich so sein Steckenpferd suchen. Und mein Steckenpferd ist so die grobe Belastungsbeanspruchungssteuerung in ganz vielen Anwendungsfeldern des Sports. Also es kann Therapie sein, aber auch präventiv oder Gesundheitssport, aber auch eben Breiten Fitness und Leistungssport. Und da gibt es eben ganz viele Anwend. Ganz konkret habe ich ganz viel zu Risikofaktoren von Hamstring Verletzungen gemacht. Das heißt, dass die hintere Oberschenkelmuskulatur und die ist ganz oft von Verletzungen betroffen, auch ohne Gegnereinfluss im Fußball beispielsweise oder auch bei Sprintdisziplinen in der Leichtathletik. Und da habe ich ganz viel dazu gemacht, wie man da also präventiv entgegenwirken kann mit Trainingsprogrammen. Und ein zweites großes Steckenpferd ist der Ausdauersport. Da habe ich mich ganz viel mit der Beanspruchung und den akuten, ich sag mal so Umstellungsreaktionen während Belastung beschäftigt. Ich habe mich zum Beispiel ganz lange damit auseinandergesetzt, warum ein Sportler beispielsweise seine Leistung ermüdungsbedingt abbricht und habe da sozusagen die unterschiedlichen Systeme des Organismus gecheckt, sei es vom Herz Kreislauf System über das metabolische, also Stoffwechselsystem und über das Atmungssystem und ganz speziell auch mit dem zentralen Nervensystem, was ja als Regulierungsebene alle Subsysteme, sage ich mal, so zusammenfasst. Das war also ein ganz großes Feld, in dem ich mehrere Jahre gearbeitet habe und mehr in die Praxis hinein habe ich mich ganz viel mit dem Monitoring und der Trainingssteuerung im Ausdauer, aber auch im Krafttraining beschäftigt. Also wie können wir konkret Training steuern? Ganz wichtiges Feld, wo ich mich gerne tummle, ist eben das funktionelle Krafttraining und wie man da methodisch praktisch vorgehen, um eben adäquate Trainingspläne zu schreiben und auch um da eine ordentliche Trainingssteuerung durchführen zu können.
Gibt es da irgendeine Kernaussage, die du so spontan aus diesen Forschungsergebnissen mit auf den Weg geben könntest?
Ja, also ganz konkret vielleicht aus dem Bereich der Trainingssteuerung in den Ausdauerdisziplinen, zumindest für den Hochleistungsathleten, aber auch in der Schnittstelle zum Breitensport kann man sagen, dass ein Training sehr variabel stattfinden sollte. Das heißt, sobald etwas monoton ist, führt es zu weniger, sage ich mal so Anpassungsmechanismen im Organismus. Dementsprechend sollte man das, was auch ein Trainingsprinzip darstellt, Variabilität im Training, das sollte man also auf jeden Fall umsetzen. Das heißt nicht, dass man in jeder Trainingseinheit etwas anders machen muss, aber man sollte zumindest zusehen, dass man immer wieder neue Reize setzt. Aber das bezieht sich nicht nur auf den Ausdauersport, sondern wir können dafür auch klare Indizien und Evidenz finden für das Krafttraining.
Okay, also eine wichtige Erkenntnis, die allgemein natürlich für das Thema Trainingslehre gilt, das ständige Setzen von Trainingsreizen, die dann nach und nach sozusagen erhöht oder abgeändert werden, damit der keine Monotonie beim Training an sich entsteht. Jetzt sind wir ja, was das Thema Trainingslehre, Trainingsgestaltung angeht, so wenn wir im Fitnessstudio sind, eher so auf der Kundenebene tätig, indem wir da beraten und Hilfestellung geben bei Ausführungen von Übungen und so weiter. Wie müsste ich mir denn jetzt, wenn ich in dem Bereich als Forschungsmitarbeiter tätig bin, wie müsste ich mir da so eine Forschungstätigkeit denn vorstellen.
Ja, das läuft im Prinzip so ab, wenn Studierende oder wenn auch Praktika zu uns kommen oder auch zu mir kommen und vielleicht eine Idee für ein Forschungsprojekt schon haben, dann läuft das so ab, dass man erstmal ein Brainstorming machen würde, entweder mit Experten oder eben aus der Literatur heraus recherchieren würde. Wie ist dazu der Forschungsstand? Gibt es da Lücken? Gibt es da eventuell schon gute Studien oder auch Zusammenfassungsbeiträge, sogenannte systematische Reviews oder auch Meta Analysen? Das sind also die Studien, die den höchsten Evidenzgrad haben, die größte Aussagekraft haben. Würde man also schauen, was es dazu schon gibt. Und wenn es zu einem bestimmten Feld wenig gibt oder gar nichts gibt oder noch viele Vorschläge, Forschungsfragen offen sind, dann kann man dazu eine Studie basteln, methodisches Vorgehen planen, gucken, wie man darin einschließt und dann eine eigene Untersuchung sozusagen durchführen, auswerten. Und dann der letzte Punkt ist immer die Publikation, dass man das also zugänglich macht für andere Interessierte, sowohl aus der Praxis als auch dann für die Wissenschaftler, die sich damit dann auch weiter beschäftigen mit der Thematik.
Das heißt, man könnte, wenn ich jetzt eine Idee hätte, woran ich forschen könnte, oder es hat noch nie jemand anders getan vor mir, dann könnte ich sozusagen meinen Beitrag dazu leisten, dass ich auch den Leuten, die sich später damit beschäftigen möchten, in Form von einem Forschungsthema dann sozusagen Wissen zu erkunden und hinterher mitzugeben.
Genau, das ist so das Prinzip der Wissenschaft, dass man immer einen kleinen Schritt vorankommt. Manchmal macht man auch zwei Schritte zurück und muss dann wieder eine andere Richtung forschen. Aber das ist so das Prinzip der Wissenschaft, dass man die Ergebnisse von Studien auch der Scientific Community und der praktischen Community zur Verfügung stellt. Weil was hilft es uns, wenn man sagt, immer wir forschen im Elfenbeinturm, aber was hilft es, wenn das in Akten versickert und in der Hochschule bleibt? Das muss natürlich irgendwann dann auch für praxisrelevante Schlussfolgerungen dienen und das eben konkret in den Trainingsprozess auch eingebaut werden können.
Davon profitieren natürlich Kunden, Trainer und alle anderen auch. Jetzt kommt man natürlich nicht so von Null auf hundert in die Forschung an der Hochschule. Wie ging denn bei dir überhaupt die berufliche Laufbahn im Sportbereich los?
Ja, im Prinzip auch aus der praktischen Tätigkeit, also dass man einfach selber sportlich aktiv war. Ich habe das lange Zeit Basketball getan, war da fast 25 Jahre aktiv und habe in den er Jahren auch den Fechtsport für mich entdeckt und das Gewichtheben. Und aus dieser Tätigkeit heraus habe ich auch Interesse gefunden für theoretische Sachen oder Modelle, die dahinter stehen. Wie steuere ich eigentlich mein eigenes Training beispielsweise oder wie plane ich eigentlich Training? Weil ich dann auch gemerkt habe, okay, wenn du selber als Übungsleiter arbeitest für Kinder und Jugendliche beispielsweise, dann musst du auch wissen, was du jetzt in jeder Trainingseinheit überhaupt machst und wie du es jetzt aneinander bastelst, sage ich mal so ganz grob. Und da ist es eben essenziell, dass man weiß, welche theoretischen Konstrukte dahinter stehen und wie man ein Training eben planen muss. Ganz konkret hat das dann bei mir gemündet, dass ich überlegt habe, auch Sportwissenschaft zu studieren mit einem bestimmten Schwerpunkt. Das war bei mir die Prävention, Rehabilitation und Therapie. Und das war damals noch ein Diplomstudium von 2004 bis 2008. Und da konnte ich also ganz viele Inhalte mitnehmen, die ich dann auch für meine praktische als auch für meine, sage ich mal, forschende Tätigkeit dann eingesetzt habe.
Und was ist jetzt so, wenn wir jetzt auf das alles gucken, was du so gemacht hast, was ist jetzt so der Aspekt, der dich so am Sport am meisten fasziniert?
Ja, am Sport und Schnittstelle Sportwissenschaft, so würde ich die Frage vielleicht mal ein bisschen erweitern, ist besonders interessant, dass die Sportwissenschaft eben so interdisziplinär ist und dass eben viele Expertenmeinungen, aber auch viele Disziplinen zusammenkommen. Wir haben ja sportmedizinische Erkenntnisse, die da reinspielen über den Organismus, über den Körper an sich. Wir haben pädagogische Aspekte, die mit involviert sind. Wie bringe ich also jemandem eine Technik beispielsweise bei oder wie vermittle ich etwas beispielsweise im Training oder der Trainer im Fitnessstudio? Wie vermittle ich denn so eine Geräteeinweisung beispielsweise oder eine neue Übung im funktionellen Training, wo eben mehr Freiheitsgrade da sind. Das sind also typische pädagogische, didaktische Fragestellungen, aber auch psychologische Sachen spielen da mit rein. Mentale Stärke, sowohl im Breiten als auch im Leistungssport. Trainingswissenschaftliche Erkenntnisse natürlich, das sind alles Ebenen, die da zusammenspielen. Und das ist eigentlich so das Interessante an der Sportwissenschaft, dass sie so interdisziplinär agiert und man sich dann auch seine Steckenpferde raussuchen kann, wo man besonderes Interesse hat und wo man dann eben auch vielleicht im Berufsfeld tätig sein möchte.
Genau, also bei einer Vielseitigkeit, die der Sport dann auch irgendwie mitbringt, ist das ja schon eine ganze Menge, die man da machen kann. Wie kam es dann so konkret zu deiner Entscheidung, diese Spezialisierung für dich vorzunehmen?
Ganz konkret, ich habe, wie gesagt, lange Jahre oder viele Jahre Spielsport betrieben, habe aber auch viel mit Ausdauerthleten gearbeitet und aus dieser, ich sag mal so praktischen Expertise heraus, habe ich mich dann auch für die Wissenschaft in dem Bereich interessiert. Und ich habe auch lange an einem Institut gearbeitet, welches sozusagen Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung für private Interessenten, sage ich mal so, angeboten hat, also dass der Sportler XY dahin kommt und eine Leistungsdiagnostik haben möchte und eben auch eine Trainingssteuerung für die Vorbereitung beispielsweise auf einen Halbmarathon oder ähnliches. Und aus dieser Tätigkeit heraus habe ich immer mehr Interesse erarbeitet, um da auch dann später im richtigen Berufsleben da weiterzuarbeiten. Ganz konkret für das funktionelle Training, da war ich auch immer praktisch aktiv, habe sozusagen viele Saisonvorbereitungen für Basketballspieler geplant und auch durchgeführt und da sind wir also ganz oft draußen gewesen, weil das ja klassisch im Sommer der Fall Da kann man also gut draußen was machen und da kann man also sehr schön variabel mit funktionellen Mitteln, sei es durch das Ausdauertraining oder Krafttraining, auch draußen in der freien Natur arbeiten, mit sehr viel Spaß an der Sache natürlich, was es auch sein soll, damit man eben so eine gute allgemeine Vorbereitungsphase für eine Saison legen kann.
Absolut. Stichwort Vorbereitungsphase, da kommt ja häufig so dieses Thema Leistungsdiagnostik vor. Ich kenne das häufig so vom Bereich des Fußballs. Im Basketball wird das ja sicherlich auch vorgenommen. Wir schneiden das Ganze ja im Rahmen der Trainerausbildung bei B A Lizenz, bei Online Trainerlizenz schon mal so ein bisschen an. Natürlich nicht ganz ausführlich, aber damit kennst du dich ja viel besser aus. Wie muss ich mir so eine Leistungsdiagnostik dann in der Praxis vollständig vorstellen?
Ja, das hängt ganz davon ab, in welchem Bereich diese stattfindet und welche Zielstellung der die Person hat, die eben zu mir kommt und eine Leistungsdiagnostik durchführen möchte und in welchem Umfeld das stattfindet. Das heißt also, man müsste erstmal so, und das wird ja auch in der Online Trainer Lizenz oder in den Lizenzangeboten so vermittelt, dass man erstmal das grobe Umfeld analysieren muss. Das heißt also, welches Anforderungsprofil stellt eventuell die Sportler eben in der der Sportler eben trainiert oder eben das konkrete Berufsfeld beispielsweise das konkrete Umfeld, also welche Anforderungen stellen denn zum Beispiel die sitzende Tätigkeit im Büro an den Organismus oder an Körper und wie kann ich durch Training eben dann darauf eingehen oder auch konkret in der Leistungsdiagnostik, um zu sehen, wo eben Defizite bestehen und wo eben vielleicht sogar Stärken bestehen und wo ich eben im Training darauf aufbauen kann. Das ist so ganz konkret die Vorgehensweise, die man empfehlen würde. Und was mir noch ganz wichtig ist, dass man auch so eine ganzheitliche Sicht hat. Das heißt, dass man nicht nur immer auf Leistungsparameter schaut, sondern auch auf den allgemeinen Gesundheitszustand und dass man da auch gewisse Parameter erhebt, um hier eine Aussage treffen zu können und wo man eben vielleicht die Zielstellung des Athleten, die häufig leistungsorientiert ist, auch mit einer gesundheitswissenschaftlichen oder gesundheitsorientierten Zielstellung verbindet.
Das heißt, ich würde jetzt mal daraus ableiten, angenommen ich bin jetzt 40 Stunden die Woche sitzend im Büro tätig, bewege mich relativ wenig, habe aber nun das ambitionierte Ziel, einen Marathon zu laufen. Da wäre es schon ganz vernünftig, vorher mal eine adäquate Leistungsdiagnostik in Anspruch zu nehmen, oder?
Ja, das auf jeden Fall. Und sowohl für die Spezifikation in der Ausdauerleistungsfähigkeit und wenn jemand 40 Stunden in der Woche sitzt, dann würde ich auf jeden Fall immer empfehlen, auch neben dem ausdauerleistungsorientierten Training auch ein Krafttraining mit zu involvieren im Beweglichkeitstraining, weil ganz oft in den Gelenken auch wenig Mobilität vorhanden ist, was natürlich auch ein Kriterium sein kann, warum dann eben Verletzungen auftreten dann im mittelfristigen Training hin zu diesem Marathon. Also da muss man die ganzheitliche Brille aufsetzen aus meiner Sicht und da auch das Berufsfeld und das Umfeld des Klienten auch analysieren.
Klingt auf jeden Fall nach einem guten Plan, wenn man das machen will. Ich meine, so ein Marathon, der läuft mir nicht mal ebenso weg. Was müsste ich denn jetzt Stichwort Leistungsdiagnostik, nochmal bei dir studieren, wenn ich mir beruflich halt vorstellen könnte, das wirklich zukünftig zum Beispiel eben in Sportvereinen anzubieten?
Ja, also studieren muss man nicht unbedingt, aber wenn man sich für ein Studium der Sportwissenschaft entscheidet, dann ist es gängig, dass man mit einem Bachelorformat einsteigt. Und bei uns an der Medical School in Hamburg bieten wir den Bachelor of Science Sportwissenschaft an und den haben wir so gebaut, dass er sehr breit aufgestellt ist, gerade mit der Perspektive, die ich eben aufgetan habe, dass wir eben in alle Felder mal reinschauen wollen, damit sich alle Studierenden dann auch Gedanken machen können, in welchem Berufsfeld sie denn eventuell mal arbeiten möchten. Das heißt, wir wollen ganz viele Settings betrachten, wo eben Sport und auch Sportwissenschaft stattfindet, aber auch mit welchen Klientel das stattfindet, also mit Kindern und Jugendlichen, mit Erwachsenen im mittleren Alter, aber auch mit Senioren, mit Kranken, mit Gesunden. Diese ganzen Perspektiven werden im Studium aufgeteilt und damit würde man beginnen. Und hier haben wir natürlich auch eine Spezialisierung im Bereich Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung. Das ist also grundständiger Inhalt von jedem sportwissenschaftlichen Studium. Und wir bieten an der Medical School noch darauf aufbauend einen Masterstudiengang mit der Spezialisierung Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung an, auch ein Master of Science. Und da könnte man sozusagen die Entscheidung hier das Bachelorstudium, das reicht mir noch nicht aus für den Bereich Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Ich möchte mich also weiter qualifizieren und hier nochmal speziell in diese Disziplinen der Sportwissenschaft hineinschauen für die berufliche Praxis.
Das klingt auf jeden Fall nach einem sehr großen Angebot, das einem auf dem Berufsmarkt dann hinterher zur Verfügung steht. Jetzt möchten aber ja schon während des Studiums viele Absolventen oder auch Studierende gerne Berufserfahrung sammeln und haben sich immer mal Ja, ich könnte mir das sehr gut vorstellen, jetzt schon mal im Fitnessstudio zu arbeiten. Inwiefern ist das denn dann sinnvoll, wenn ich dann neben dem Studium noch die Trainerlizenzen ablege?
Aus meiner Sicht ist es sehr sinnvoll, wenn es bewusst ausgewählt ist und wenn auch die Anbieter bewusst ausgewählt sind, so wie das bei der OTL Trainerlizenz oder bei diesen Angeboten der Fall ist, dass es also qualitätsgesichert ist. Von der Institution her muss man also genau hinschauen, welche Inhalte man braucht. Das sportwissenschaftliche Studium liefert also grundständiges Wissen in allen Bereichen. Aber wenn man dann wiederum in Sportart Spezifika beispielsweise reinschaut oder auch in spezielle Angebote im funktionellen Training oder auch im fitnessorientierten Training, dann macht es Sinn, aus meiner Sicht hier auch Trainerlizenzen zusätzlich zu einem Studium zu erwerben.
Und welche Möglichkeiten hätte ich dann so mal breit betrachtet dann ja noch, die sich da beruflich ergeben, also zum Beispiel jetzt ergänzend mit Fitnessstudio Arbeit und so weiter? Oder was könnte ich neben dem Studium dann noch so alles machen, inklusive der Lizenzen vielleicht?
Ja, also wir an der Medical School, wir haben es so gemacht, dass wir den Studierenden in der Woche jeweils einen Tag freistellen. Das heißt, da ist die Möglichkeit in einem Nebenjob, wenn möglich auch berufsfeldorientiert, also in irgendeinem sportwissenschaftlichen Kontext zu arbeiten, in einem Nebenjob, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Das kann dann eben oder ist in den meisten Fällen ein Fitness oder Gesundheitsstudio oder eine Institution, die in diesem Bereich tätig ist. Und wir haben im fünften Semester auch das Angebot oder das Angebot und auch die Pflicht, dass die Studierenden ein Praktikum ablegen über 20 Wochen. Da empfehlen wir immer, dass mehrere Praktikumsgeber auch ausgewählt werden, wo man eben verschiedene Berufsfelder kennenlernen kann, um da auch Expertise, erste Expertise zu sammeln und dann für sich zu Ja, das wäre was für mich oder auch das eine Berufsfeld, das wäre eben gar nichts für mich. Das ist eben das Outcome aus so einem Praktikum. Das ist ganz, ganz wichtig, dass man eben die Theorie und auch das methodisch praktische Wissen, was man im Studium oder auch in Trainerlizenzen erwirbt, dass man das dann auch praktisch hands on mit anwendet.
Das klingt so ein bisschen danach, als wäre dieses Thema Praxis auch mal wieder in diesem Kontext absolut unerlässlich.
Ja, auf jeden Fall. Also es geht nur durch die Anwendung. Das heißt also, was ich einmal oder zweimal im Studium oder auch in einer Trainerausbildung, in einer Fitnesstrainer Lizenz beispielsweise absolviert habe, das muss ich anwenden. Also schreiben von einem Trainingsplan beispielsweise. Das muss man immer wieder reflektieren. Ist das angekommen, was ich eben geplant habe? Was habe ich gut gemacht? Was habe ich vielleicht weniger gut gemacht? Habe ich meine Ziele erreicht mit meinen Klienten. Das sind ganz wichtige Fragen, die man in so einem selbstreflektorischen Prozess auch durchmachen muss. Und das muss man ständig machen und nur dadurch wird man besser, weil kein Meister ist vom Himmel gefallen. Auch in meinem Bereich. Ich hinterfrage mich stetig selbst, sei es in der Lehre oder auch in der Was habe ich gut gemacht, was habe ich weniger gut gemacht und wo kann ich eben mich noch weiterbilden, um da weiterzukommen? Das ist also ganz wichtig aus meiner Perspektive.
Was wäre denn jetzt, wenn ich jetzt gerade so ein bisschen im Dunkeln tappe und nicht so richtig weiß, wie ich loslegen kann? Was sollte ich da am besten tun oder wie sollte ich am besten starten aus deiner Sicht?
Ja, also du könntest dich erstmal entscheiden, in ein Berufsfeld hineinzuschauen, sei es durch Praktika oder durch die einfache Übungsleiter Tätigkeit in einem Fitnessstudio. Wenn das da möglich ist, ohne eine Lizenzierung, die du schon mitbringst, dann könntest du das so starten. Ich habe es wie gesagt gemacht, indem ich als Übungsleiter schon in einem Basketballbereich gearbeitet habe und im Bereich Gewichtheben. Da braucht ihr also auch noch keine Lizenz und habt darüber erfahren, was es heißt, Training zu leiten, also auch mit verschiedensten Personen zu arbeiten, Training zu planen und auch zu gucken, ob die Zielstellungen erreicht werden können oder auch nicht. Das wäre so der erste Step, den man machen könnte. Vielleicht wäre auch für den einen oder anderen schon der erste Step, so eine Lizenz erstmal abzulegen, um auch ein bisschen theoretisches, fundiertes Wissen zu bekommen, um daraufhin dann praktisch zu arbeiten. Oder eben eine dritte Möglichkeit wäre es, sich sofort zu entscheiden, ein Studium der Sportwissenschaft anzustreben und parallel praktisch zu arbeiten oder auch noch zusätzliche orientierte Trainerlizenzen zu erwerben.
Das klingt doch auf jeden Fall nach möglichen Ansatzpunkten oder sehr guten möglichen Ansatzpunkten, die man da machen kann, wenn man Fuß fassen will in der Fitnessbranche. Da gibt es ja aber sicherlich noch so ein paar mehr Punkte, wenn man hinterher ein bisschen weiter ist oder auch so einen etwas schärferen Plan hat, was man letztendlich mit seiner Karriere als Trainer, Angestellter im Bereich Leistungsdiagnostik machen möchte. Was hättest du noch für wichtige Karrieretipps darüber hinaus für Sportbegeisterte wie uns?
Ja, was jetzt hier in dem Gespräch schon rausgekommen ist. Also mir ist ganz wichtig, dass man in Bildung investiert, sei es zeitlich oder auch finanziell. Das heißt, häufig kosten Weiterbildungsangebote auch Geld. Das ist aus meiner Sicht kein verschenktes Geld, sondern man investiert in seine eigene Person und in die Zukunft, wenn man sich eben entschieden hat, einen bestimmten Weg einzuschlagen. Das ist mir ganz wichtig, das hier mitzugeben, dass man auf die eigenen Fähigkeiten sich berufen sollte. Man sollte überlegen, wo sind die eigenen Stärken, was kann man gut. Man sollte auf jeden Fall immer ein strukturiertes Vorgehen mitbringen. Das ist mir ganz wichtig. Das kann sein, dass es anderen Personen nicht so wichtig ist, aber wenn man Struktur mitbringt, ist es auch einfacher, dann im Nachhinein zu schauen, was ist falsch gelaufen, was ist gut gelaufen. Und ich kann eben gut dokumentiert auch Trainingspläne hinterfragen, wenn das eben auch protokolliert ist und gut strukturiert aufbereitet ist. Ansonsten, was ich ja auch in der letzten Frage schon mit durchblicken lassen Reflektiert euch regelmäßig selber eure Arbeit oder auch im Privatleben, wie ihr mit Menschen umgeht, weil sportwissenschaftliche Tätigkeit, die ist auch immer mit Menschen verbunden. Das heißt, ihr arbeitet mit Menschen zusammen, sowohl Kollegen als auch dann mit Klienten, denen ihr also eine Dienstleistung anbietet. Da ist es ganz wichtig, wie ihr auf Menschen zugeht, wie ihr mit denen umgeht und dass ihr euer empathisches Verhalten sozusagen aufbaut. Und jeder findet da so seinen eigenen Weg. Aber da muss man sich auch ständig hinterfragen, wie man also bestimmtes Verhalten an Kunden anbringt oder auch den Kollegen gegenüber.
Das klingt nach tollen Tipps zum Abschluss für jemanden, der gerade am Anfang seiner Sportler oder Karriere als Trainer. Steht. Und ich denke, damit kann man auf jeden Fall wirklich sehr, sehr gut starten, wenn man wirklich sagt, ich befriedige jetzt meinen Wissensdurst im Sport, hole mir das passende Wissen mit Studium und Lizenzen zusammen und fange dann nach und nach dieses Theoriewissen in die Praxis umzusetzen, dann damit auch den Umgang mit Kunden zu erlernen und so weiter und nach und nach das Wissen dann auch weiter zu schärfen. Das waren tolle Tipps heute von dir, Thomas. Hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht, das auch heute noch mal aus dieser Forschungsperspektive zu hören. Das war nämlich auch noch mal ein ganz neuer Einblick, nachdem ich bisher das Thema Leistungsdiagnostik etwas oberflächlicher behandelt habe, leider. Aber ich denke, das ist ein tolles Thema, wo ich mich jetzt auch mal genauer mit in meinem Alter befassen werde. Vielleicht können wir da ja auch in Zukunft noch mal weiter drüber sprechen. Vielen Dank auf jeden Fall für das tolle und informative Gespräch. Ich wünsche dir noch einen ganz, ganz tollen Tag und vielen Dank für deine Zeit.
Ja, vielen Dank, Niklas. Hat mir auch sehr viel Spaß gemacht und wir können uns mal wieder unterhalten über die Thematiken. Sehr gerne, unbedingt.
Ich freue mich. Bis dahin. Ciao.
Tschüss.
In der nächsten Ausgabe vom OTL Fitnesstrainer Podcast, da spreche ich mit Jenny Tröger über ihre Arbeit als Ernährungscoach und auch ihren Werdegang dorthin. Bis dahin, euch eine schöne Zeit und bleib sportlich.
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