COMPASSION - Mitgefühl ohne Selbstaufgabe | Führung, Verantwortung & Klarheit - Das 18. Türchen

In diesem deutschsprachigen Vlog‑Podcast erklärt Axel Kellerbauer das Konzept der Compassion aus buddhistischer und moderner Selbstentwicklungs‑Perspektive und grenzt es klar von verwandten Begriffen wie Mitleid, Empathie und der sogenannten „Idiot Compassion“ ab. Er beschreibt, wie echte Compassion ein "Way of Being" ist, das das eigene Bewusstsein von einem engen Ich‑Kreis zu einem unbeschränkten "All of Us" erweitert und dabei von einer klaren Weisheit (Bodhichitta) begleitet werden muss. Kellerbauer kritisiert gängige Fehltritte, bei denen Mitgefühl in selbst‑aufopfernde oder kontraproduktive Handlungen umschlägt, und verweist auf neuro‑wissenschaftliche Forschung von Matthieu Ricard, die die positiven Effekte von Compassion auf das Gehirn und das Wohlbefinden belegt. Abschließend überträgt er die Erkenntnisse auf den Führungsalltag: Führungskräfte sind dafür verantwortlich, Schaden zu verhindern, aber nicht für die emotionale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden verantwortlich zu sein. Sie sollen klare Grenzen setzen, Compassion als Haltung nutzen, aber nicht in die Rolle des emotionalen Therapeuten schlüpfen, um Manipulation und Ressourcen‑Ausbeutung zu vermeiden. Der Beitrag endet mit einem Aufruf, Compassion zu üben und bietet weiterführende Links zu Meditationen und Vorträgen.
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Bei dem Thema lohnt es sich nicht nur, sondern man muss da einen tiefen Atemzug nehmen. Ich werde versuchen, einen großen Bogen zu beschreiben und am Ende dieses Videos auf die Implikationen für den Führungsalltag einzugehen, die nicht unerheblich sind. Also sei gespannt drauf. Ich bin es ebenso, ob es mir gelingt, diesen Bogen zu machen. Compassion ist ein Begriff, der im Buddhismus ganz weit verbreitet ist und der sich in der Self Realization Szene, also in der Selbstentwicklungsszene, gut etabliert hat in den letzten Jahrzehnten. Was bedeutet das und was bedeutet das nicht? Compassion is a way of being, eine Art zu sein, in der du die Position wechselst, in der du nicht mehr mimimi denkst, sondern tatsächlich us, them und all of us. Also indem ein Bewusstsein eine Erweiterung erfährt von dem engeren Kreis in den immer größeren Kreis in ein, der letztendlich unbeschränkt ist. Das ist gut beschrieben in den Systemen wie Spiral Dynamics und Wilbur spricht viel drüber. Was bedeutet das in der Regel? Da gibt es ein paar ganz böse Fallstricke und auf die möchte ich eigentlich auch eingehen. Die Idee, die mit Compassion verknüpft ist, kriegst du am leichtesten, wenn du dich spontan mit jemandem mit freuen kannst, Wenn etwas auftaucht, wo du siehst, der andere freut sich oder da freut sich jemand und das ist super toll und aus dir kommt ungehindert ungefiltert. Also nicht dieser Zwangsapplaus, der dann irgendwie freundlich lächelt oder ja und Ding und so weiter, sondern wirklich diese Welle von Energie, die so von unten nach oben hoch schwappt und dir Lächeln auf die Lippen zaubert und ach mein Gott, ist das schön für die oder für sie, nicht für mich? Da bist du schon ganz gut auf dem Weg. Und wenn du es unterscheidest, wirst du merken, dass es eine Menge Situationen gibt, in denen das nicht der Fall ist oder in denen diese Energie irgendwie stuck ist oder nicht hochkommt oder nicht durchkommt. Und der Widerstand, der da auftaucht, ist ein Indikator dafür, wo du eigentlich bist in dem Moment, in der Regel in einem Zustand von Bedürftigkeit oder nicht komplett. Und das ist es, was uns im Wesentlichen daran hindert, diesen Weg von dem mimimi zu dem you, us and all of us zu gehen. Da ist etwas, was noch nicht erfüllt ist in der eigenen Persönlichkeit Solange das der Fall ist, brauchst du gar nicht so tun, als ob du da wärst. Es macht tatsächlich keinen Sinn. Da geht es erstmal darum zu gucken, was du brauchst, um komplett zu werden, um aus dem Mangel rauszukommen, um da, wo du gerade stehst, gut zu stehen oder gut zu sitzen. So angenommen, wir sind da durch, durch dieses Spiel, dann kommt die nächste Fall oder die nächste Fußangel, die auftaucht und da wird es dann schon subtiler und schwieriger. Das ist das, was Trunkpaar und auch Pima Children, die seine Star Schülerin ist, Idiot Compassion genannt haben. So was ist es. Vielleicht kennst du es. Ich gehe noch mal einen Schritt zurück. Es gibt eine Vorstufe von Compassion und die ist tatsächlich Mitleid. Mitleid ist ein ganz komischer Zustand. Also besser als gar nichts, als irgendwie blind dran vorbeizulaufen, Aber es ist komischer Zustand, weil da ist irgendwie hier das arme Schwein und du bist hier. Und Mitleid ist das, was passiert, wenn du da runterschaust und deine 5 Euro in irgendeinen Korb reinschmeisst oder an Brot für die Welt irgendeinen Scheck ausstellst. Mitleid ist ganz oft nicht nur diese Ungleichheit, die da drin steckt, sondern auch dadurch getriggert, was übrigens alle Fundraiser super gut beherrschen, uns schlechtes Gewissen einzureden, also einen Zustand zu produzieren, eine Wirklichkeit auftauchen zu lassen, in der ich das Gefühl habe, mit mir stimmt etwas nicht, ich bin nicht in Ordnung, irgendwas drückt und um dieses Gefühl loszuwerden, tust du in diesem Moment etwas. Das heißt, es bringt dich zu einer Handlung in der Annahme, dann bin ich dieses Gefühl los. Ich würde es gerne ergänzen, du bist es dann mal los bis zum nächsten Mal, weil dieses Gefühl hast du nicht bearbeitet, Du bist da nicht reingegangen, sondern du hast es nur temporär mit irgendeinem Goodie weggemacht. Das geht Richtung Idiot Compassion. Ganz interessant. Compassion, also diese Idee von Mitempfinden, Mitleid, was auch immer das sein mag, ist ganz oft getriggert dadurch, dass wir einen Zustand nicht aushalten und die Handlungen, die daraus resultieren, sind oft Idiot. Das kann sein, dass du einem Alkoholiker Geld gibst, damit er sich die nächste Flasche kaufen kann. Es kann sein, dass du eine toxische Beziehung aufrechterhältst oder eine Suchtbeziehung aufrechterhältst, obwohl eigentlich die Trennung das wäre, was den anderen dazu bringen müsste oder bringen würde, sein Leben umzukrempeln. So kann er dann da drinnen bleiben. Nach außen wird es dann als Mitleid oder als Mitempfinden verkauft. Es hat ganz oft was mit Selbstaufopferung zu tun, die dann idiotisch ist vom Effekt her, also nicht das bewirkt, was hinkommt. Das heißt, du spürst wahrscheinlich schon durch, dass Mitleid alleine nicht ausreicht. Da muss noch was dazukommen. Du brauchst zwei Seiten. Diese Medaille hat zwei Seiten. Und die zweite Seite ist das, was meine tibetischen Freunde immer Wisdom nennen. Also es muss ein ganz klares Erkennen, eine unterscheidende Weisheit, eine Klarheit her sein, die Handlung dann bestimmt und die fehlt ganz oft. Ganz oft haben wir nicht die Fähigkeit, mit dem zu sein, was ist, das drückt und das, was drückt. Um das, was uns da belastet, wegzumachen, tun wir halt dann irgendetwas. Völlig egal, was für Konsequenzen das Ganze hat. Da kommen wir schon ein bisschen in Führungsalltag rein. Das heißt, es braucht eine ganz klare Einsicht in das, was ich in diesem Moment gerade bin, was mich bewegt. Und es braucht eine Art von Weisheit hintendran, um zu entscheiden, ob die Handlungen, zu denen ich da gerade tendiere, tatsächlich auch den Effekt haben, von dem ich glaube oder hoffe, dass sie ihn haben sollten. Meistens ist es nicht der Fall. Das führt uns zu einer anderen Form von Mitleid, zu dem, was wir als Empathie im Allgemeinen bezeichnen, nämlich eine Form, da ist etwas und dann kommen Spiegelneuronen ins Spiel und holen ein Gefühl hoch, was ich auch schon mal hatte. Das ist eine Form, die wir in der Gestalttherapie immer Konfluenz genannt haben. Das heißt, ich verschmelze, ich gebe meine Grenze auf in diesem Moment, projiziere meine eigenen Inhalte da rein. Die tauchen meistens unbewusst auf, wie gesagt, da gibt es so was wie Spiegelneuronen. Und dann sitze ich plötzlich mit dem anderen da und heule oder mit der anderen und geh sozusagen in dem Leid auf. Und, und das ist es sicherlich auch nicht, wie gesagt, da geht es dann auch wieder um deine Inhalte, um dein Leid, um deine Erfahrungen. Das ist nicht them, das ist nicht us, das ist nicht all of us. Da bist du sozusagen in deinem kleinen Ego Raum gefangen, der nochmal Impuls von außen bekommt und dann hängen da zwei missbrauchte Kinder oder verletzte Kinder da und bemitleiden sich gegenseitig. Das kann gut tun, ist aber nicht das, worum es eigentlich geht bei Compassion. Jetzt kommen wir langsam zu dem Kern der Sache, falls du mich nicht irgendwie schon lange weggeklickt hast. Compassion ist eine sehr, sehr erwachsene Haltung, wenn du reinschaust, eine way of being, von der es eine Menge Hinweise gibt, dass es es wert ist, sich die zu erarbeiten, da reinzugehen. Die ist nicht von Haus aus vorhanden. Das ist et, was du trainieren musst, wie viele andere Dinge auch. Mind ist etwas, was man trainieren muss, sonst funktioniert er nicht richtig. Compassion ist ein sehr gutes Beispiel. Der Punkt Wenn du es denn tust, ist der Return nahezu unermesslich. Da gibt es eine Menge Research drüber. Ich verlinke wahrscheinlich auch was dazu. Ricard Mathieu hat hervorragende Arbeit geleistet. Es gibt Forschungsprojekte dazu, es gibt Forschungsprojekte dazu, was mit den Hirnregionen passiert. Da bin ich der Falsche, sowas kann ich mir nicht merken. Aber da kommt etwas in Bewegung, was einen unglaublichen Return produziert, nämlich anscheinend ist es etwas, was jemanden glücklich machen kann, anscheinend deswegen, weil ich noch lange nicht da bin. Aber es gibt Evidenz von Leuten, denen ich sehr vertraue, von denen ich wirklich glaube, dass sie keinen Mist daherreden. Und gleichzeitig ist es etwas, was dieser Planet verdammt dringend braucht, um zu gesunden. Jetzt wirst du dich fragen, Diese Art von Mitempfinden, wodurch zeichnet sich das eigentlich aus, ist ganz Du bleibst bei dir sitzen und hast trotzdem ein extrem offenes Bewusstsein und den Wunsch dazu, dass alle Menschen glücklich sind, dass sie zufrieden sind, dass die Ursache von Glück, von Happiness, von Joy gelegt wird und dass hier ein leichtes und entspanntes Leben haben mögen. Das kollidiert sofort mit der Idee, alle Menschen, wie gehört da auch Putin und Trump und Sadat und wie sie alle heißen dazu? Ja, die gehören auch dazu. Denn diese Form von Bewusstsein kann nicht ausschließen. Es geht nicht. Entweder ist es all of us oder ist es ME. Und die, die ich für wert halte und für nicht für wert halte. Also dann bist du wieder in diesem Ego Raum drin. Ja, es ist all of us. Aber, und jetzt kommt es, es sind nicht die kranken Formen, die wir dadurch unterstützen wollen. Die Idee möge ein Diktator oder Kim Jong un oder ich weiß nicht, wie diese Lichtgestalten des Bösen alle heißen, glücklich sein, ein zufriedenes und so weiter Leben haben, heißt eigentlich, möge er gesunden von den Krankenteilen, in denen er gerade drin steckt und aus dieser Gesundheit heraus ein glückliches Leben führen. Und damit funktioniert das Ganze tatsächlich. Es geht darum, Compassion ist ein Teil von Bodhichitta. Bodhichitta, wenn du es nachlesen willst, musst du schauen, die Deva lesen oder die Kommentare dazu, beruht letztendlich auf einer Bewusstseinserfahrung, die weit in den transpersonalen Bereich reingeht und die von da aus die Verbindung aller Lebewesen, alle lebendigen, alles vom Geist beseelten Besetzten erfährt und aus dieser Verbindung heraus eine Philosophie, wenn du so willst, auf die Sprachebene bringt. Und da spielt Bodhichitta und Compassion eine ganz große Rolle, weil es einfach aus dieser Erkenntnis oder aus dieser Wirklichkeit von Verbundenheit herauskommt. Es funktioniert nicht, wenn ich selbst irgendwie glücklich und zufrieden bin, wenn der Laden da draußen in einem miserablen Zustand ist, wenn da draußen Gewalt herrscht, wenn da Krieg herrscht. Diese Idee von Krieg funktioniert nur, indem du den anderen irgendwie diminuierst, indem du ihn klein machst, indem du ihn fertig machst. Das heißt, alles an Compassion ist da rausgezogen, ist weg. Compassion ist die Kraft. Wenn die auftauchen würde in einem größeren Rahmen, dann würden wir keine Rüstung mehr betreiben, dann würden wir nicht mehr potenziell Dinge zur Verfügung stellen, die anderen Gewalt antun oder sie verletzen würden. Es wäre einfach ausgeschlossen und wir sind weit davon entfernt. Aber es gibt so ein Sahnehäubchen in dieser Menschheit, die da tatsächlich sind und das beruhigt oder das gibt Anlass zur Hoffnung, weil angeblich wird diese Schicht dann auch mehr. So, lange Rede wollte ich noch was sagen zum Thema Empathie, Konfluenz. Das habe ich gesagt. Nein, ich glaube, diese Diskussion Compassion lasse ich hier stehen. Da gibt es andere, die es weiter oder besser ausführen können. Ich verlinke da unten eine Meditation. Es gibt einen ganz guten Talk dazu von Ricard Mathieu bei Google Talks. Wenn du tiefer da rein möchtest, schau ihn dir einfach an. Ich möchte mein Versprechen zu Beginn dieses Podcast einlösen und über das Thema Leadership und Compassion sprechen und damit den Vlog auch beenden. Wenn du ein Team führst, ein Unternehmen führst, dann bist du nicht für deren Wohlbefinden verantwortlich. Punkt. Aber es ist deine Verantwortung, Schaden und Verletzungen von ihnen fernzuhalten, insoweit du es kannst, insoweit es innerhalb deiner Möglichkeiten ist. Wenn du anfangen solltest, dich für einen emotionalen Zustand deiner Mitarbeiter zuständig zu fühlen, jenseits von ich verhindere, dass Verletzungen stattfinden und all diese Sachen sozusagen in der positiven Seite, dann hast du in der Regel die Arschkarte. Ich drücke es mal so drastisch aus, weil ich in den letzten zehn Jahren mit immer mehr Führungskräften zu tun habe, die genau in diese Falle reintapsen. Für die emotionale Gesundheit bin ich selbst zuständig. Ich kann in dem Moment, wo ich als Führungskraft signalisiere, ihr Geprügelten und Geschlagenen dieser Welt und wenn es dir schlecht geht, bin ich immer für dich da und all diese Dinge, Dann fängst du an, ein System zu produzieren, in dem du hochgradig manipulierbar wirst. Das kann dich regelrecht überschwemmen und dir eine Menge Ressourcen ziehen, die du eigentlich für deinen Job brauchst oder besetzen. Und das darf nicht der Fall sein. Das heißt im Interesse daran, wie es deinen Mitarbeitern geht, auf jeden Fall Mitleid von oben nach unten. Nein, Compassion. Ja, das muss ja schrecklich für dich sein. Oh mein Gott, erzähl, wenn du möchtest. Ja, aber in Maßen. Und es ist nicht dein Job, diese Dinge zu fixen. Business is Business. Freunde sind Freunde, Familie sind Familie und Therapeuten sind Therapeuten. Wenn du Teams hast, die ständig irgendwo in Beschwerde stecken und und das ist dann nochmal ein anderes Thema, darüber möchte ich hier nicht reden, aber dann schick mir eine Nachricht, da kann ich dir eine Menge dazu sagen. Ich denke, wir belassen es für heute damit. Viel Erfolg mit dem Thema Compassion. Wenn es dich getriggert hat, meine Versuch diese Tür aufzumachen und einen schrittweit den Fuß da reinzusetzen. Es ist es auf jeden Fall wert. Habt einen guten Tag und vielleicht bis morgen.
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