COURAGE – Warum Mut nichts mit Lautstärke zu tun hat - Das 17. Türchen in die Freiheit

Axel Kellerbauer argues courage has nothing to do with loudness, but with decisive action rooted in knowing your limits. He links courage to curiosity and authenticity, and explains how leaders shape how children and teams see the world. Maintaining both agility and courage matters as we age and risk awareness grows.
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Here we go, here we go, here we go. Courage, Mut. Das Wort hat ursprünglich etwas mit Herz zu tun, mit dem Herz eines Löwen. Mut hat immer etwas mit Handlung zu tun und nicht mit Gebrüll. Dann wird aus dem Löwenherz ganz schnell ein Papiertiger. Und da gibt es eine Trennlinie zwischen dem, was ich sage und denke oder für richtig halte, wofür ich einstehe und die Dinge, wo ich dann tatsächlich stehe und stehen bleibe oder vielleicht sogar eine imaginäre Grenze, eine Linie überschreite. Und Linienüberschreiter haben wir massenhaft. Da musst du nur mal die Bergwacht fragen, was sie in den letzten 10 Jahren so zu tun bekommen hat mit Leuten, die Grenzen überschreiten, die sie nicht kennen oder nicht genau genug kennen. Tatsächlich ein Phänomen, was ich glaube, pandemieartige Ausmaße angenommen hat in unserer Adrenalinjunkie oder Abenteuer oder wie auch immer. Selfie, ich hänge hier gerade im Klettersteig, holt mich bitte runter. Hilfe in dieser Gesellschaft, ich bin da irgendwie immer hin und hergerissen nochmal, wenn du Grenzen überschreiten willst, solltest du sie tunlichst kennen, ansonsten geht es schief. Mut hin oder her, Ich wollte eigentlich noch was anderes mit ins Spiel bringen, leider klappt es nicht. Was mir sofort einfällt, wenn ich Courage höre, ist Curiosity. Und es sind tatsächlich unterschiedliche Wortstämme. Es wäre schön gewesen, wenn es zusammengehört hätte. In meiner Welt gehört das zusammen. Und das hat was mit Leadership zu tun, dieses Thema. Meine Handlungen sind grundsätzlich davon abhängig, wie diese Welt für mich auftaucht. Und wenn wir mit Eltern zu tun haben oder wenn ich mit Eltern im Coaching sitze, dann versuche ich ihnen mal klarzumachen, dass es darum geht, in der Erziehung, wie du die Welt für deine Kinder auftauchen lassen kannst. Und das ist kein momentaner singulärer Prozess oder eine Tat, sondern es ist ein Prozess, der sich über 15, 20 Jahre erstreckt und sozusagen die Summe dessen abbildet, was während dieser Zeit gelaufen ist. Die Frage ist, wie kommen die Kinder raus? Sondern wie taucht die Welt für die Kinder auf, wenn sie dann das Haus verlassen? Warum ist es so relevant? Übrigens genauso für Teams und für Führungskräfte ist es absolut analog. Warum ist es so relevant? Naja, weil die Art, wie es auftaucht, tatsächlich meine Performance beeinflusst. Also simpel gesprochen, wenn die Welt, mein Lieblingsbeispiel wie ein Minenfeld auftaucht, Ich darf das nicht, ich darf das nicht und dann muss ich den Planeten noch retten und dann das Klima und dann darf ich da kein Footprint und Ding und hin und her. Also wenn du jeden Schritt nur tastend vorsichtig gehen kannst, dann wirst du einfach nicht fröhlich drauflos rennen oder unerhörte Dinge machen. Es wird alles abgewegt, vernünftig im Vorfeld unterschieden, bevor du deinen Fuß überhaupt hebst und irgendwo hinsetzt. Das ist in Sumpfgebieten und in Minenfeldern ist es vermutlich angebracht. Wenn die Welt da draußen eine unendliche Möglichkeit ist, die eigentlich darauf wartet, dass du dich entfaltest, dann ist es genau das Gegenteil dessen, was du brauchst oder was deine Kinder brauchen würden oder dein Team brauchen würde oder dein Unternehmen brauchen würde. Also schau, wie wir sagen immer, Leader have a say about the future. Also die Führungskräfte haben die Fähigkeit, Wirklichkeit und insbesondere Zukunft in ihrem Wort auftauchen zu lassen. Du sprichst sozusagen Wirklichkeit, du sprichst Zukunft. Schau, wie du sie auftauchen lässt und dann frag dich nochmal, warum die Performance von deinen Leuten so scheiße ist oder so zögerlich oder so tastend oder so unbeholfen oder was auch immer das sein mag. Courage und Curiosity kommen daher, weil die Welt auf eine bestimmte Art und Weise auftaucht und zwar nicht wie ein Minenfeld oder wie ein Sumpfgebiet, sondern wie ein Abenteuer. Diese Idee von Abenteuer, die wir als Kinder noch hatten und gleich der Nachgedanke erwachsen werden, wann ist es passiert und wie kann man es rückgängig machen? Also in dem Prozess von Erwachsenwerden kommt eine Risk Awareness, eine Risiko Wahrnehmung, die immer höher wird, die immer größer wird. Und je älter du wirst, desto risikoreicher sieht diese Welt aus. Es schränkt immer mehr ein in der Beweglichkeit. Beweglichkeit brauchst du. Aber nochmal zurück zum Anfang. Mut hat nicht mit einer großen Klappe zu tun, sondern mit dem, was du tust, zu tun. Also Beweglichkeit und Mut gehören zusammen. So, wenn die Welt immer größeres Risiko beinhaltet oder diese Risk Awareness immer größer wird, dann wird deine Beweglichkeit immer kleiner werden. Und das ist das, was im Erwachsenenwerden passiert. Die Frage Wie kann ich trotzdem losrennen, obwohl ich risk aware bin? Naja, ganz klar im persönlichen Bereich, in dem du deine Grenzen kennst, das hatten wir vorhin schon Im systemischen Bereich gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, du hast tatsächlich einen fetten Arsch in der Hose und tust es völlig gleich, was die anderen sagen und gehst das größte Risiko ein, was wir überhaupt eingehen können, nämlich dich öffentlich zu blamieren, dich zu schämen, zu oh ja, ich habe es versucht, aber es ist leider schiefgegangen. Jetzt muss ich meinen Posten räumen oder das Unternehmen ist pleite oder ich muss verkaufen oder sie schauen alle auf mich herab und was ist das für ein Typ? Das ist die alte Form, die viel kaputt gemacht hat, aber auch ganz, ganz viel in Bewegung gebracht hat. Warum? Weil du als Individuum, als Mensch, entgegen dessen, was wir gerade gelehrt bekommen, absolut dazu in der Lage bist, alleine vorzupreschen, einen Weg zu ebnen, irgendetwas zu gehen. Du brauchst nicht eine fette Spur, die schon hunderte vor dir gegangen sind. Du kannst alleine irgendwo einen Weg finden und den auch gehen. Wie gesagt, du brauchst das, was man Arsch in der Hose nennt, weil sonst geht es nicht. Die Alternative dazu Du hast ein Team von Leuten, die das gemeinsam irgendwo machen, die OK, wir sind bereit dazu mit dir zusammen und so weiter. Also so wie damals mit Kolumbus. Dann gehen wir auf dieses stinkende Schiff und werden Brackwasser saufen und Skorbut kriegen und all dieses Zeug. Aber da taucht irgendetwas auf in der Zukunft, was es wert erscheint. Und dieses Auftauchen lassen, was es wert erscheint, hatten wir vorhin auch gerade schon Leaders have I say about the future? Das ist es tatsächlich so. Was das jetzt im Speziellen ist, das ergibt sich tatsächlich aus deiner Vita heraus, aus dem heraus, der du gerade bist. Wenn du true to yourself bist, wenn du wahrhaftig zu dir selbst stehen kannst und nicht anfängst, irgendwelche Trends, irgendwelche Modeerscheinungen oder irgendwelche Wir müssen weil und so weiter mit reinzunehmen, dann wird das Ganze juicy. Dann kann es tatsächlich großartig werden. Courage ist ein Weg in die Großartigkeit. Da geht es um das Herz eines Löwen. Das ist nichts Kleines, das ist kein verdrucktes, verzagtes Spiel, was wir da spielen. Es ist ein großes Spiel. Also es braucht eine Menge dazu. Es braucht eine Menge entwickelte Persönlichkeit dazu. Es braucht eine Menge Menschsein dazu. Es braucht Herz für Courage und es braucht eine auftauchende Wirklichkeit, die mir sagt, es ist worth the effort. Es ist es wert, die Anstrengung zu gehen, nämlich die Anstrengung, eine Komfortzone zu überschreiten, eine rote Linie zu überschreiten, da rauszugehen. Und gleichzeitig ist es das, was dieser Planet fucking urgent braucht. Wir brauchen tatsächlich diese Energie wieder, die nicht verzagt ist, die nicht die Welt als ein Minenfeld erlebt, sondern die wirklich auch drauf losrannen kann, die sich blaue Flecken holen kann. Und ja, vielleicht geht es schief, vielleicht geht es aber auch gut. So, mit diesen mutigen Gedanken entlasse ich dich in den heutigen Tag. Mach das Beste draus. Und wenn du dich über mich aufregen solltest.
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