In this reflective monologue, the speaker explores forgiveness as an innate human ability that is often underutilized. He links the concept to cultural and religious histories, noting how politics has erased the term while Christianity has shaped it for millennia. The talk distinguishes between asking for forgiveness and merely apologizing, emphasizing that true forgiveness requires humility and a request for pardon. Practical steps are outlined: first clean up the damage caused, then seek reconciliation. The speaker delves into why self‑forgiveness is especially hard, citing lingering guilt, shame, and an entrenched sense of justice or desire for revenge. Using Transactional Analysis, he notes that adult capacity to forgive is often underdeveloped. He then connects the Christian notion of a redeeming God—who forgives sins after repentance—to the human potential for forgiveness, framing it as a path toward personal growth and freedom. Finally, he encourages listeners to experiment with forgiveness, starting with themselves, and to extend the practice outward when ready.
Chapters
Forgiving. Forgiving ist eine Vergeben ist eine Fähigkeit, die wir alle haben. Mir fehlt sofort, mir fällt sofort die Politik ein, die das Wort, glaube ich, komplett gestrichen hat. Mir fällt sofort das Christentum ein, wo die Bitte um Vergebung, um Sünde, um Gnade vielleicht sogar zweitausend Jahre unsere Kultur geprägt hat. Und mir kommt der Teil in den Kopf, der mit meiner Arbeit viel verknüpft ist mit der Idee von Menschsein, von komplett sein, von vollständig sein. Und jetzt springen wir so Wir haben alle die Fähigkeit zu vergeben. In der Regel tun wir es nicht. Punkt. Das geht damit los, dass wir uns selbst nicht vergeben können wollen. I have no idea. Ich weiß es nicht. Aber da steckt irgendetwas drin, das wirklich sehr auffällig ist. Wieso kann ich mir nicht vergeben? Also vergeben setzt voraus, dass ich etwas als Fehler, als falsch, als was auch immer, Mir ist eine Vase aus der Hand gefallen und jetzt ist sie kaputt. Ich hab was kaputt gemacht, da ist was kaputt gegangen. Ich habe etwas, ich habe einen Fehler gemacht, ich habe jemanden anderen verletzt, ich habe mich selbst verletzt, ich hab Gott die falsche Entscheidung getroffen und mir fällt immer dazu ein in Klientengesprächen und so what und ja und ja, aber das ist doch falsch gewesen und ja, so what. Also ja und es ist Vergangenheit. Es war falsch. Es ist nicht mehr rückgängig zu machen. Und das machst du jetzt damit. Jetzt stehst du vorm Scherbenhaufen. Das erste, was du tust, clean up the mess. Räum den Scheiß weg, den du angerichtet hast. Mach wieder gut, wenn du etwas wiedergutmachen kannst, wo du etwas wieder gut machen kannst. Und dann kommt ein ganz wesentlicher Satz, der kämpfe ich einfach seit Jahren. Ja, du kannst um Entschuldigung bitten. Du kannst dich nicht entschuldigen. Stopp, falls du es überhört haben solltest. Man kann sich nicht entschuldigen. Punkt. Interessant. Wir leben in einer Gesellschaft, die Ich entschuldige mich. Nein, es geht nicht. Du kannst nur um Entschuldigung bitten. Also du senkst das Haupt und seist demütig. Ich bitte um Entschuldigung. Kannst du mir vergeben für das, was ich da getan habe? Der andere Punkt ist, sich selbst zu vergeben. Du hast jetzt zu Weihnachten irgendwo die ganze Zeit süßes Zeug gefressen, in einem unheimlichen Maße, Kohlehydrate nicht reingestopft und zucker und all diesen Kram. Und eigentlich wolltest du es ja nicht. Eigentlich warst du ja irgendwie auf dem Trip zu eher weniger Kohlehydrate, vielleicht sogar Keto oder Low Carb. Jetzt hast du die Mess, jetzt hast du die Sauerei, mit der du drinsteckst. Wir vergeben uns in der Regel nicht. Da resultiert irgendwo ein ganz komisches Verhältnis zu uns selbst. Daher. Es bleibt nämlich in irgendeiner Art und Weise immer wieder was zurück. Es bleibt immer was fragmentiert in irgendeinem, ich weiß nicht, ob du es klingen kannst, in irgendeinem komischen Sinne. Ja, es ist Vergangenheit. So what. Also jetzt hast du halt zwei Kilo mehr auf der Waage. Ja, und es war eine Dummheit. Ja, es war eine Dummheit. Und es gibt noch ganz andere Dummheiten und es gibt noch ganz anderes Zeug, was wirklich tough ist. Also wenn du einen anderen Menschen verletzt hast, wenn du einen anderen Menschen vielleicht so verletzt hast, dass du ihn gar nicht mehr um Vergebung bitten kannst, toughes Zeug, dann taucht Schuld auf und wir laufen dann mit dieser Schuld durch unser ganzes Leben durch. Das kann ungemein belastend sein. Das kann ein ganzes Leben bestimmen und in eine Richtung führen, die wenig hilfreich ist. Das kann in eine schwere Depression führen Und irgendwo ist eine große Hürde vorgebaut, sich selbst zu vergeben. So drehen wir es um. Wenn jemand zu dir kommen würde und Kannst du mir verzeihen? Ich bitte dich um Vergebung, kannst du mir verzeihen? Dann braucht es eine ganz bestimmte Position heraus, aus der das funktioniert. Wenn du dein Recht auf Rache, auf Gerechtigkeit, auf Ausgleich nicht aufgeben kannst, wird es nicht funktionieren. Und dieses Recht auf Gerechtigkeit haben, eine bestimmte Verortung innerhalb deiner Persönlichkeit, deines Seins, jemandem vergeben zu können, hat auch einen bestimmten Ort. Und diese Orte haben einen qualitativ ganz großen Unterschied. Ich weiß nicht, ob du es kriegst. Das eine ist irgendwie klein und kontrahiert. Dieses Ich will, dass jetzt Gerechtigkeit, der hat mich verletzt, ich will Rache. Das ist kontrahierend klein. Das ist powervoll. Da ist die Kraft aber irgendwie so eingeschränkt. Und es kann extrem explosiv sein, aber es ist kontrahiert. Es ist nicht frei, es ist nicht offen. Jemandem vergeben und verzeihen zu können, ist das krasse Gegenteil davon. Es hat was mit deiner Größe zu tun. Du kannst frei durchatmen, vielleicht hängt noch ein Stück was irgendwo im Solarplexus oder irgendwo in der Ecke, aber du kannst es aus dieser Position von Größe heraus ein Stück weit loslassen. Du kannst diese Kontraktionen loslassen. In dem TA Modell, was ich immer wieder mal bemüht habe, taucht es als eine Fähigkeit von Erwachsenen nicht auf, jemandem zu verzeihen. Es geht sogar noch einen Schritt weiter. Also wenn du in dem christlichen Kontext groß geworden bist, dann ist es eigentlich eine der Fähigkeiten, die dich mit Gott gleich macht oder ähnlich macht, weil der christliche Gott ist ein Erlösergott. Also du darfst sündigen und Dinge verkehrt machen und und und. Du musst es natürlich in irgendeiner Form bereuen. Und dann macht dieser Gott seinen Job, nämlich er erlöst dich, er verzeiht dir, verzeiht dir deine Sünden und all dieses Zeug. Das ist ziemlich große Sache, die da auftaucht oder da drin steckt. Lassen wir es so stehen. Ich wünsche dir viel Spaß mit dieser merkwürdigen Einlassung zum Thema Forgiving, vergebend, vergebend und schau einfach, ob du an dem Tag damit experimentieren kannst. Meine Empfehlung ist, mit dir selbst anzufangen und wenn es zu schwierig ist, dann nimm jemanden da draußen, hab einen guten Tag und vielleicht bis Mor.