FREIHEIT - Wie wir uns innerlich binden und wie echte Freiheit entstehen kann. Das 3. Türchen ...

The speaker distinguishes between political freedom and inner freedom, arguing that we bind ourselves mentally through the 'in order to' pattern: acting to gain recognition or meet expectations. True inner freedom emerges through spontaneous action, intuition, and expressing your authentic self without ulterior motive, not through eliminating thoughts but accepting them.
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Freiheit. Boah, das ist ein Begriff, mit dem ich tatsächlich Probleme habe. Nicht im politischen Sinne. Da ist mir völlig klar, dass das so was wie Freiheit und Egalité und Fraternité und all diese Dinge, dass das wesentliche Schritte waren in der Entwicklung von Menschsein. Raus aus der Unfreiheit, der Leibeigenschaft, der Sklaverei. Also Freiheit im Sinne von weg von etwas unbenommen. Wenn der Zustand unfrei ist, dann gibt es diesen Weg in die Freiheit. Also raus von etwas, von dem, was mich unfrei macht. Im politischen Sinne, im systemischen, im sozialen Sinn, im praktischen Sinne sicherlich auch immer wieder, wenn es um den Bereich geht, der mich vorrangig interessiert, die Frage von Menschsein und Ähnlichem. Da habe ich große Probleme mit dem Begriff Freiheit. Und das resultiert ganz simpel daraus, dass ich glaube, dass wir nicht frei sein können, solange wir in diesem Körper sind. Ich meine, wie soll es gehen? Wir müssen atmen, wir müssen essen, wir müssen aufs Klo, wir brauchen Kontakte, wir brauchen Aufmerksamkeit, wir brauchen Beachtung. Wie willst du davon frei werden letztendlich? Also ist Freiheit eigentlich immer nur relativ sichtbar, im absoluten Sinne wahrscheinlich ganz schwierig. Und wenn du in einem System lebst, was wir alle tun, dann bist du sowieso gebunden und verpflichtet, ob uns das gefällt oder nicht. In dem Moment, wo du einen Standpunkt innerhalb eines Systems einnimmst, gehst du eine Verpflichtung ein. Du gehst eine Verpflichtung ein, einen Beitrag zu leisten. Du gehst eine Verpflichtung ein, die Erwartung anderer zu erfüllen, die sich daraus ergeben, wo du dich hinstellst, also wo du gerade bist. Und natürlich gehst du auch eine Verpflichtung dir selbst gegenüber ein, wenn du dir Ich werde in Zukunft das und das tun oder der und der sein und so weiter. Es gibt im Japanischen ganz netten Begriff der Ich bin heute frei von Verpflichtungen. Ich spreche es jetzt lieber nicht auf Japanisch aus, blamiere ich mich noch mehr. Und das stellt einen Zustand dar, in dem du mal nichts Dringendes tun musst, also nicht irgendwelchen Dingen nachgeben muss, die sich aus deinem Standpunkt in dem System ergeben. Und es scheint ein wundervoller Zustand zu sein, aber man muss auch feststellen, der ist de facto immer nur temporär. Es gibt eine Betrachtungsweise, die mir persönlich sehr am Herzen liegt, die aber eine ganz andere Perspektive mit ins Spiel bringt. Und zu diesem Perspektivenwechsel lade ich dich jetzt in den letzten zwei Minuten ein. Das ist nämlich die Frage, was tatsächlich Unfreiheit produziert. Und das ist etwas, was innerhalb von uns stattfindet. Das ist innerhalb von unserem Mind. Der wesentliche Punkt, woran du erkennen kannst, dass du gebunden bist, ist, wenn Dinge auftauchen mit dem um zu im Hintergrund, im Nachsatz. Also du machst etwas um zu. Du machst Dinge, um gut dazustehen, um erfolgreich zu sein, um anerkannt zu werden und und und. In dem Moment bist du gehandcufft. Dann hast du tatsächlich die Unfreiheit in den Dingen drin. In der Regel verhindert es um zu, nämlich dass du dem, was du tatsächlich bist, Gehör gibst oder Gehör verschaffst und Ausdruck verschaffst und in diesen gebunden sein mit dem um zu in der Regel, um gut dazustehen, um von anderen anerkannt zu werden und ähnliches, verlierst du deine Freiheit. Und das andere, woran wir die Freiheit verlieren, ist tatsächlich die ganzen Zustände, die wir mental produzieren, die uns immer wieder fesseln und gebunden halten. Wie wäre es, wenn wir mit ganz egal was da auftaucht, trotzdem frei sein können. Warum ganz egal, was da auftaucht? Simpel, weil du nicht verhindern kannst, dass diese Dinge auftauchen. Also selbst eine intensive Praxis von Meditation und Ähnlichem wird dich davon nicht frei machen. Diese Sachen werden immer wieder auftauchen. Das, was uns tatsächlich unfrei macht, läuft innerhalb von unseren Gedanken, von unserem Mind ab. Das ist das, was uns bindet, was uns daran hindert, uns vollständig auszudrücken, was uns auch daran hindert, dem Gehör zu geben oder das sichtbar zu machen, was wir tatsächlich sind in dem Moment. Spontane Handlungen, die im Augenblick entstehen und die du dann auch umsetzen kannst, sind ein gutes Zeichen dafür, dass du in Richtung Freiheit gehst, und zwar die Freiheit, dich auszudrücken. Gedanken, die heute neu auftauchen und die nicht gestern, vorgestern, die ganzen Wochen, Monate davor auch schon da waren, sind ein Zeichen dafür, dass etwas frei wird da oben, dass der Deckel aufgeht und und da eine Bewegung reinkommen kann, Intuition reinkommen kann, Spontanität reinkommen kann. Und ich glaube, wenn du Freiheit denken willst, freedom, dann macht es absolut Sinn, in der Richtung zu denken und nicht in dieser politisch absoluten Freiheit. Da sind und bleiben wir einfach gebunden. Damit wünsche ich dir viel Spaß heute und freue mich, dich morgen wiederzusehen.
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