HOPE - Vom Minenfeld zur Möglichkeit: Die Perspektive, die alles verändert - 5. Türchen zur Freiheit

In diesem kurzen, motivierenden Vortrag erklärt Axel Kellerbauer, warum Hoffnung das wichtigste Überlebens‑Asset ist – ein Konzept, das er aus US‑Marine‑Survival‑Handbüchern übernimmt. Er führt aus, dass die Wirklichkeit nicht objektiv existiert, sondern von jedem Menschen individuell „auftaucht“ und nur einen Teil der Gesamtrealität widerspiegelt (vgl. Václavik, Ken Wilber). Diese subjektive Wahrnehmung kann entweder in "Downward Spirals" – ein Muster aus Beschwerde, Hilflosigkeit und Pessimismus, das er besonders in der deutschen Gesellschaft beobachtet – oder in eine "World of Possibility" führen, ein mentaler Zustand, in dem das Leben als Feld von Chancen und Hoffnung erlebt wird. Kellerbauer betont, dass die Wahl zwischen diesen beiden Perspektiven nicht vom Alter, sondern von der inneren Haltung abhängt, und fordert die Zuschauer auf, bewusst die Hoffnung‑Spirale zu wählen, Fragen zu stellen und das fünfte Türchen der Freiheit aktiv zu nutzen.
Chapters
Hey, herzlich willkommen. Das fünfte Türchen in die Freiheit. Hoffnung. Wow. Was mir als erstes einfällt, ist Survival Handbücher. Ganz interessant. Wenn du da reinschaust, dann siehst du eine Menge Dinge, die man können muss, die man als Equipment haben muss und ähnliches. Und wenn du ein Survival Handbuch des US Marine Corps tatsächlich durchliest, wirst du irgendwann an den Punkt kommen, wo etwas sehr Merkwürdiges steht, nämlich dass das wichtigste Asset, das wichtigste, was du in Notfallsituationen brauchst, nicht Equipment ist, nicht Fähigkeiten sind, sondern tatsächlich Hoffnung. Das heißt das Vertrauen darauf, dass die Sache doch gut ausgehen wird. Und es ist super interessant, weil die Marines oder die Militärs menschliches Verhalten wirklich unter Extremsituationen erforschen und darin sind die richtig gut geworden. Und offensichtlich entscheidet diese Fähigkeit über einen guten Ausgang oder im Bewusstsein eines guten Ausgangs zu sein, ganz dramatisch über Überleben oder nicht überleben. Also offensichtlich generiert Hoffnung mehr Kräfte als die Verzweiflung, die ja auch Kräfte generieren oder hochholen kann in solchen Fällen ein bisschen arg martialisch für die Weihnachtszeit. Ich versuche es ein Stück weit auf meine Ebene zu bringen. Vielleicht ist es auch hilfreicher für Normalsituationen und eine Zivilgesellschaft, die hoffentlich lange noch nicht im Krieg sein wird. Für mich tauchen zwei Begriffe auf. Das eine ist die Art, wie die Welt, wie die Wirklichkeit für mich auftaucht, also wie ich sie entstehen lasse. Das hängt ganz klar damit zusammen, wie ich meine Wahrnehmung strukturiere, also was ich da reinlasse, was ich da ausblende, was ich nach oben hole und was ich nach unten fallen lasse. Erstmal zu der auftauchenden Wirklichkeit. Das ist ein Begriff, mit dem ich immer wieder arbeite. Ich ich denke, dass Wirklichkeit per se nicht existiert. Das wird mir jetzt einen Shitstorm einbringen, sondern dass Wirklichkeit immer kreiert ist. Das heißt, wir haben ein unglaublich großes System, in dem wir drinstecken und unsere Wahrnehmung nimmt wie in einer Torte tatsächlich immer nur einen Teil der Sachen wahr. Und wie Václavik war das, glaube ich mal sagte, jeder glaubt, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit wäre. Sprich, wir kollidieren immer mit den Wirklichkeiten der anderen, die alle im Grunde genommen gleich richtig sind, weil sie immer nur einen anderen ausschnitt bringen oder wie Ken Wilber das mal zu sagen pflegt, der It's true but partial. Es ist immer wahr. Es ist immer ein Stückchen Wahrheit mit drin, obwohl es gleichzeitig nur ein Teil, also ein Eckchen dieser Torte zeigt. Wenn meine auftauchende Wirklichkeit so ist, dass die Welt Anlass zur Hoffnung bringt, also dass da etwas drinsteckt, was diese Energie Hoffnung nach oben holen kann, dann habe ich gewonnen bei der ganzen Sache. Das Gegenteil davon ist das eigentlich Interessante der Sache. Das ist das, was wir Downward Spirals nennen, also die Spiralen, die nach unten gehen. Das ist ein bisschen assoziiert oder oft in Beschwerden zu hören. Das ist in der Art zu hören, wie wir uns in Situationen aufstellen. Oh my God, es wird immer schlimmer. Oh my God, das Klima, oh my God, die Pandemien, oh my God, die Rüstung, oh mein Gott, die vielen Atombomben auf dieser Welt, oh mein Gott, die bösen Despoten, oh mein Gott, wie soll es nur weitergehen? Diese Downward Spirals sind etwas, was typisch menschlich ist. Das hängt mit Beschwerde zusammen. Das hängt mit dem Gefühl zusammen, überfordert zu sein. Das hängt mit dem Gefühl von Unsicherheit zusammen. Das hängt aber auch mit dem Gefühl von Hilflosigkeit oder Machtlosigkeit zusammen. Das heißt, Downward Spirals sind ganz nah bei der Hand. Die sind sofort greifbar, wenn dieser Teil getriggert wird von uns. Leider habe ich das Gefühl, dass wir gerade in Deutschland sehr eng an diesen Downward Spirals sind, dass eine Gesellschaft voller Beschwerden zumindest entstanden ist. Ich weiß nicht, ob sich das gerade dreht. Da müssten wir tatsächlich in die jüngere Generation reinschauen. Vielleicht kriege ich ja ein paar Kommentare dazu. In meiner Generation sind Schlagzeilen immer negativ gewesen, sind Schlagzeilen immer oh my God gewesen, sind Schlagzeilen immer gewesen. Wir sind dem ausgeliefert, wir sind hilflos, wir müssen es ertragen und es wird immer schlimmer. Wenn du den Bereich für dich klar identifizieren kannst, taucht ein anderer Bereich auf, der den Kern meiner Arbeit darstellt. Und das ist das, was wir the World of Possibility nennen. Die Welt als Möglichkeit zu verstehen, als sparkling possibility. Wenn du in diesem Spiel von Downward Spirals drin bist, dann taucht die Welt eher wie ein Minenfeld auf. Also du musst extrem vorsichtig sein und ein falscher Schritt Und you are doomed. Du gehst hoch. In einer World of Possibility bist du tatsächlich in diesem funkelnden, wenn du so willst, Wunderland. Und diese Möglichkeiten selbst sind etwas, was mit unserem Menschsein absolut korrelieren. Das muss man nicht hochholen, das muss man nicht künstlich irgendwo lernen oder lehren, das muss man nicht in irgendeiner Art und Weise trainieren. Possibility kickt uns immer, es sei denn, du bist ein zynischer Alter geworden, das heißt, du hast resigniert und aufgegeben, was übrigens unabhängig vom Alter ist. Wenn es nicht stattfindet, dann ist Possibility immer das, was uns bewegt, was uns inspiriert, was uns in irgendeiner Art und Weise berührt und tatsächlich dann auch in Bewegung bringt. Warum? Weil da etwas auftaucht am Horizont, was noch lange nicht real ist, was uns zieht. Und dieses Auftauchen und Ziehen ist im Grunde genommen synonym für Hoffnung. Wow, bisschen kompliziert, aber im Zweifelsfall kannst du es dir nochmal anhören. Wenn du Fragen hast, schreib sie bitte in die Kommentare rein. Ich weiß, das war jetzt sehr komprimiert, aber ich wünsche dir tatsächlich ein fünftes Türchen und ein Tag mit dem fünften Türchen in einer Welt voller Möglichkeiten. Und wenn du es vermeiden kannst, diese Downward Spirals nach unten zu besteigen oder wie ich immer, lass den Zug ohne dich abfahren, dann hast du tatsächlich viel mitgenommen aus diesem kurzen Video. Ich wünsche dir einen fantastischen Tag. Bis morgen.
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