In this German‑language advent‑style monologue, the speaker argues that true leadership begins with the ability to create and communicate vivid internal images of a desired future. He contrasts this visionary “image‑creation” leadership with reactive management, which merely fixes and optimizes existing conditions. The talk explains how images, expressed through language, act like a magnet that can attract or repel people, and illustrates both the constructive potential of such imagery and its dark side, citing political figures who wield powerful but dangerous images. The speaker then links mental images to core emotions—jealousy, fear, anxiety—showing that these feelings arise only when a mental picture exists. He extends the argument to personal and professional relationships, describing how static, unexamined images of ourselves and others cause misunderstandings, cynicism, and stagnation. Drawing on artistic practice, he suggests that leaders should consciously work with mental images, regularly reset relational perceptions, and notice the stories they tell themselves each day. The talk ends with a practical invitation to observe one’s self‑image and the narratives about close people, wishing listeners a relaxed holiday season.
Chapters
Here we go. Imagination. Herzlich willkommen zum 21. Türchen. Bilder entstehen zu lassen ist eine der grundlegenden Fähigkeiten vom Mind und ein ganz wesentliches Asset von Leadership. Weil Leadership bedeutet, ein Bild von der Zukunft entstehen zu lassen, eine Vision, einen Ort zu schaffen, eine Idee so klar auftauchen zu lassen, dass das Bild, was da entsteht, andere Menschen in irgendeiner Form berührt und bestenfalls sogar bewegt. Wenn du das nicht tust, dann bist du vermutlich nicht in der Riege der Führungskräfte, sondern in der Riege der Manager. Managen heißt im Wesentlichen, reaktiv zu sein, also die gegebenen Umstände, die horizontal ablaufen, die Impulse, die kommen, zu nehmen, Dinge zu fixen, zu reparieren, zu optimieren, also immer in dieser Reizreaktionslandschaft zu sein. Leadership hat die Fähigkeit, Zukunft entstehen zu lassen. Das heißt, es braucht ein Bild und dieses Bild wiederum taucht in der Regel im Wort auf, also in der Sprache. Wenn die Bilder passen, also resonieren oder ähnliches, dann wirkt da eine Art Magnetismus. Das heißt, die haben die Fähigkeit, Menschen mitzuziehen oder anzuziehen. Ich weiß, das wird wieder Widerspruch geben, aber es ist eine Fähigkeit, die ich in in den westlichen Hemisphären tatsächlich vermisse. Selbst große Leader oder Politiker vermeiden es tatsächlich, Zukunft zu kreieren, indem sie Bilder entstehen lassen. Die meisten Dinge, die ich in der Politik erlebe, sind reaktiv. Wir reagieren auf Viren, wir reagieren auf Bedrohungen, wir reagieren auf das, was in der Ukraine passiert. Wir reagieren auf das, was die Amerikaner machen. Und ein eigenständiges Bild von dem, was sein könnte, zum Beispiel was Europa sein könnte, eine Vision, die wirklich Menschen mitzieht oder sowas, ist für meine Begriffe schon längst in bürokratischen Bergen untergegangen, die einfach reaktiv Zeug machen. Es tut mir leid. Gleichzeitig hat das Ganze eine große Gefahr, wenn man sich Lieder wie Trump anschaut, der tatsächlich nicht geizt an Bildern, da merkt man dann auch, wo die Downside, wo die Schattenseite sein kann, nämlich ganz klar, dass da Persönlichkeiten hochkommen, die einen ganz schweren Schatten mit sich rumtragen und dann auch wiederum von Leuten gewählt werden, deren Schatten korrelieren. Also eine fiese Nummer, die da eigentlich abgeht. Es gibt aber auch andere Bilder, nicht nur Bilder, die einen anziehen, sondern es gibt auch Bilder, die einen tatsächlich zum Rückzug oder zum Stillstand zwingen. Das sind interessante Sachen, wenn es in Bezug um psychische Krankheiten geht, wenn es um Beziehungen geht, wenn es um die eigene Karriere geht und wenn es auch um das Bild geht, was ich von mir selbst mache. Das ist ein großes Spielfeld, ich kann es nur streifen. Was mich vor Jahren schon sehr fasziniert hat, war der simple Umstand, dass ein Haufen Emotionen, mit denen wir umgehen, ohne Bilder nicht denkbar ist. Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel Eifersucht. Wenn du da nicht ein entsprechendes Bild hast, wie sie oder er gerade mit ihm oder ihr eine bestimmte Tätigkeit ausführt, taucht keine Eifersucht auf. Eifersucht braucht Bilder. Angst braucht Bilder. Angst hat eine Vorstellung von irgendetwas, was da auf einen zukommen könnte und was ich nicht managen kann. Und die Bilder entstehen in uns. Deswegen sprechen wir auch ganz oft von einer auftauchenden Wirklichkeit. Das ist nicht die wirkliche Wirklichkeit, so wie Watzlawick irgendwann mal meinte, Jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist, sondern Wirklichkeit ist tatsächlich etwas, was im Inneren entsteht. Die taucht in mir auf in irgendeiner Art und Weise. Und du kannst Gift drauf nehmen, dass die Art, wie sie auftaucht, immer partiell ist. Also da ist nie die komplette Wirklichkeit drin. Du hast immer nur einen Ausschnitt davon. Blöderweise leben wir auch so unsere Beziehung, primär die Beziehung mit mir selbst und dann noch die Beziehung mit den Menschen, die mir nahestehen, mit Kunden, mit Mitarbeitern. Es ist immer ein Ausschnitt der Person, mit der wir da arbeiten, vielleicht sogar ein Introjekt, also etwas, was sich in uns dann selbstständig macht in irgendeiner Art und Weise und sich immer mehr dann auch von der eigentlichen Wirklichkeit entfernen kann. Deswegen ist es extrem wichtig, sowas wie Beziehungsklärung zu machen, eine Form von Reset zu finden, Möglichkeiten zu finden, Menschen anders zu sehen, anders wahrzunehmen und, und und. Was wir in unserem Kulturkreis wenig wissen und womit wir nahezu gar nicht umgehen, ist, wir nehmen diese Bilder als gegeben hin. Diese Bilder sind aber nicht gegeben. Diese Bilder sind ein Teil unserer Fähigkeit, unseres Minds, kreativ zu sein, schöpferisch zu sein. Künstler wissen das. Die arbeiten bewusst mit solchen Prozessen. Im Normalfall sagen Es ist so, du bist so, die Welt ist so, der Urlaub war so. Und da hängt ein großes Potenzial für Missverständnisse, für Verwürfnisse und auch für Reibung, drin und ich vermute, dass viele Beziehungen daran scheitern, dass diese Bilder starr geworden sind im Lauf der Jahrzehnte. Wenn man sich alte Paare anschaut, merkt man das ganz oft. Da taucht dann Zynismus und Resignation und solche Dinge auf. Und mein Mann ist der alte Trottel, der immer die Klobrille offen lässt. Also da werden dann Menschen auf irgendwelche Bilder reduziert, die wenig brauchbar sind, weil sie letztendlich die eigene Größe nicht mehr beinhalten, sondern nur noch den Mangel oder auf etwas fokussieren, was mit Kritik und Negativität behaftet ist. Und wenn du einen Impuls für den Tag haben möchtest, versuchen, versuch mal darauf zu achten, welche Bilder du von dir selbst mitbringst und machst. Und du kannst darauf achten, wenn du Spaß haben willst heute, welche Geschichte du gerade über dich oder die Menschen erzählst, die dir nahestehen. That's it for today. Ich freue mich, wenn wir uns morgen wiedersehen. Weihnachten ist bald und ich wünsche dir eine mega entspannte und leichte Zeit in den letzten Tagen vor Weihnachten. Und wenn nicht, mach es dir leicht, lass dir gut gehen. Bis morgen.