LEARNING - Lernen heißt, etwas nicht zu können (und genau das ist die Stärke). Das 8. Türchen ...

Learning starts by admitting what you can't do. The speaker argues schools teach us to prove competence instead of how to actually learn, and that a mind stuffed with information can't absorb anything new. Real mastery comes from testing, failing, and iterating, not from consuming more content.
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Das ist tatsächlich eines meiner absoluten Lieblingsthemen und das wird ziemlich provokant werden, schätze ich. Also tief durchatmen ein aus hilft immer. Wenn ich mit neuen Klienten zu tun habe, mit Coachees zu tun habe, dann sage ich am Anfang Versuch nicht, irgendetwas richtig zu machen. Du schaffst es eh nicht. Der Satz vergeht völlig ungehört. Die sagen Ja, ja, klar, ich verstehe super toll, das ist ja total entspannend und und und. Nach ein paar Sitzungen merken wir dann gemeinsam, dass etwas anderes durchschlägt, nämlich diese Ich muss beweisen, dass ich Das ist unserem Schulsystem geschuldet. Da steht der Lehrer, der ruft auf der Hast du es gelernt? Ja, nein. Wenn du es gelernt hast, gibt es Applaus. Und wenn du es nicht gelernt hast, dann Schamschuld oder ich weiß nicht was. Je nach Schulsystem. Wir sind sozusagen darauf geprimed, Dinge zu können und dieses Können zu reproduzieren. Ganz schrecklich übrigens nach wie vor in Unternehmen, wo Leute mit 20 Jahren Berufserfahrung immer noch gefragt Worin haben sie denn ihren Abschluss gemacht? Also dieser Beweis, dass ich etwas kann, zählt offensichtlich mehr als Und jetzt kommen drei Punkte, nämlich meine Fähigkeit, etwas lernen zu können. Ganz schlimm auch in Krisen. Wenn Krisen auftauchen im persönlichen Bereich, in Unternehmen oder vielleicht sogar auch im großen System und man in diese Krisenstäbe Leute reinsetzt, die nicht dazu in der Lage sind zu lernen, sondern nur das reproduzieren, was sie vor 20 Jahren mal gelernt haben, weil sie, keine Ahnung, in Virologie oder sowas promoviert haben, dann ist der Outcome von diesem Krisenmanagement in der Regel unterirdisch. Lernen heißt in dem Fall die Fähigkeit zu haben, das, was da an die Tür klopft, also was da auftauchen möchte, reinzuholen. Lernen heißt immer, etwas nicht zu können. Ich wiederhole es noch. Lernen heißt etwas nicht zu können. Wir sagen auf Neudeutsch embrace it. Also umfasse den Umstand, dass du etwas nicht kannst, dass es tatsächlich the ground, das ist der Fels, auf dem du stehst in diesem Moment. Und wenn nicht Können für dich etwas Schamvolles ist oder wie ein Makel oder wie ein Mangel auftaucht, dann wirst du auch nicht lernen. Dann wirst du faken, dass du etwas kannst, dann wirst du betrügen, dann wirst du alles versuchen, um die Fassade aufrechtzuerhalten. So, das ist der eine Teil, der ist schon tough genug. Der zweite Teil ist leider noch tougher. Ich demonstriere es jetzt nicht, weil es eine Sauerei gibt. Es gibt aus dem Zen Buddhismus, glaube ich, eine Geschichte, wo ein Schüler, ein Aspirant zu dem großen Meister kommt und Kannst du mich bitte als Schüler annehmen? Und, und, und. Der Meister okay, lass uns Tee trinken oder irgend sowas. Und fängt an, in die Schale des Schülers Tee einzugießen. Und der Schüler wird schon immer nervöser, weil die Schale immer voller wird und voller wird und voller. Schüler wird noch nervöser und der Meister hört nicht auf zu gießen. Der gießt, bis alles überfließt und überfließt und überfließt und der Schüler völlig entsetzt. Meister, wie kannst du nur? Pass auf und so weiter. Und dann sagt der Meister zum Schü Das, was du gerade gesehen hast, ist der Zustand, in dem du ankommst. Du bist eine volle Schale und möchtest, dass ich da noch etwas hineingieße und schau, was da passiert. Gar nichts. Also ich verschwende sozusagen das, was ich zu geben habe, weil da eh nichts. Nein passt. Wie man so sagt. Coaching. Dieses Prinzip, was wir gerade als Marke haben schützen lassen, beruht ganz klar darauf, dass es erstmal darum geht, eine Schale leer zu machen oder etwas loszulassen. Wenn du etwas Neues lernen willst, musst du oft was Altes loslassen. Ganz ähnlich wie Entscheidungswege. Auch eine Entscheidung beinhaltet oft, dass du etwas loslassen musst. Einer Zeit, in der Wissen so ein unglaubliches Primat hat wie heute, in dem nur 50 Millionen Blogs hast und Influencer hast, die ständig was in deine Schale reinschütten und dir sagen, das musst du noch ein Ding und Morgenroutine und Eisbäder und dann noch Supplemente und Gym und dann noch die Ausbildung und das musst du noch lernen und dann Prompts und Ki. Also diese Schalen, mit denen wir da ankommen, sind so fucking voll, wie sie noch nie in der Menschheitsgeschichte voll waren. Und ich sag dir, meine Coachees müssen sich immer wieder anhören, dass Wissen der Trostpreis im Leben ist. Es geht nicht darum, diese Schalen mit Wissen voll zu machen. Es geht tatsächlich darum, Dinge zu lernen und mit dem Gelernten etwas zu tun. Ein Kollege von mir, dessen Namen ich nicht unter 10 Jahren mal gesagt Die Leute, die gerade aus den Universitäten, aus den MBAs in die Unternehmen strömen, wissen alles und können nichts. Das ist die Krux, wenn du Politiker hast, die nie mit beiden Beinen im Leben gestanden sind, Die wissen alles, wir müssen, wir sollen und so weiter. Die Sätze hörst du ständig und können nichts. Warum? Weil die Erfahrung mit einem dynamischen, komplexen und nichtlinearen System, mit meinem Wissen zusammen, das zu korrelieren, die Erfahrung zu machen, was da passiert, die Erfahrung nicht da ist. Aber das ist das, worum es geht. Wenn du dich da rein wirfst, taucht etwas auf, nämlich der Gedanke von Meisterschaft. Und den haben wir auch geschrottet zu von ich weiß alles. Meisterschaft ist tatsächlich lange, lange Zeit immer wieder dein Wissen gegen das System zu testen, indem du etwas tust. Dieses Tun ist relevant bei all diesen Sachen. Das Wissen alleine ist der Trostpreis. So tun einfach deswegen, weil Systeme komplex sind und das, was wir da gelernt haben oder mein zu wissen noch lange nicht deswegen funktionieren muss, weil wir das Wissen dafür haben. Die Systeme haben eigentlich Spiele, die laufen anders. Da ist es einen Tag irgendwie bewölkt, dann regnet es, dann gibt es Minustemperaturen, dann schneit es, dann ist es mal wieder zu heiß. Und trotzdem geht es darum, in einem solchen komplexen System Dinge zu bewirken, etwas zu verursachen oder, wenn du so willst, erfolgreich zu sein. Und daran scheitert es. Und unter uns, der Anteil der Menschen, die sich da noch reintrauen, ist ausgesprochen gering geworden. Das sieht man an der Zahl der Startups. In einem Startup musst du testen, ob das, was du meinst zu wissen oder meinst zu können, tatsächlich funktioniert in dem System. Und du musst es immer und immer und immer wieder testen. Und du brauchst einen Prototyp und du schaust, dass du den Proof bekommst, Du schaust, dass du die ersten Kunden kriegst. Dann tust du den Prototypen wieder verändern, machen, tun, weil du rauskriegen willst, was es braucht, damit der Mist funktioniert, von dem ich glaube, dass er funktionieren wird. Also von dem ich meine zu wissen, dass er funktioniert. So lernen ist tatsächlich für meine Begriffe eine absolut zentrale Kiste und war es auch schon bevor Peter Senghi, Learning Organization Principal, wie es hieß, geschrieben hat und wird es auch immer sein. Die Art, wie du in komplexen Systemen lernst, ist relativ simpel. Du brauchst große Pannen, du brauchst große Fehler und du brauchst ein System hintendran. Das verrate ich dir jetzt auch noch, wie du es reflektieren kannst. Und allen voran wieder mal die Militärs. Ich glaube, nach jedem relevanten Einsatz gibt es ein sogenanntes Debriefing. Also man setzt sich zusammen und Rückschläge, Krisen und all dieses Zeug zu dem Dünger, zu dem Stoff, mit dem du diese Pflanze, Lernentwicklung, systemische Entwicklung wirklich boosten kannst. Jetzt höre ich auf, sonst rede ich zu viel für heute. Mach das Beste draus und hab einen fantastischen Tag.
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