LUCK - How lucky we are – warum Glück eine Frage der Wahrnehmung ist. Das 11.Türchen in die Freiheit

A man born in 1960 reflects on his father's WWII surgery work and mother's Polish refugee journey to explore how luck is mostly about what we notice. Buddhist teachings say human birth itself is miraculous and improbable. We name bad luck loudly but miss the fortune of simply being alive.
Chapters
Nummer 11. Luck. So are you lucky? Am I lucky? Are we lucky? Haben wir Glück in dem Leben? Da gibt es sicher die volksläufige Idee von Glück zu haben oder Glück gehabt zu haben, Schwein gehabt zu haben, all diesen Dingen. Ich möchte allerdings in eine andere Richtung gehen und dazu kurz eine ich bin Jahrgang 1960, mein Vater war als Chirurg in mehreren Fronten im Zweiten Weltkrieg. Das muss nicht schön gewesen sein. Meine Mutter hat den Flüchtlingstreck aus Polen mitgemacht. Ich bin im Kalten Krieg groß geworden, ich hab Sirenen, Probealarm und all diese Dinge miterlebt. Und als ich dann angefangen habe zu denken und mich mit Geschichte und all das es fühlt sich ungut an und mit Geschichte und ähnlichen Dingen beschäftigt habe, habe ich mich immer gefragt, ob ich in meiner Lebenszeit eine Periode ohne Krieg erleben werde. Rückblickend ins 20. Jahrhundert mit diesen zwei großen Weltkriegen, diesem unglaublichen Elend und Leid und Zerstörung war mir das völlig unwahrscheinlich. Ich habe immer ne, natürlich nicht. Das wird den dritten großen Krieg geben, den vierten. Das ist die einzige Art, wie man sich hier unter Völkern unterhalten kann. Und ich hätte es beinahe vergessen mit der Aufrüsterei und der Ukraine Krise und diesen unsäglichen Summen, die gerade in die Rüstung reingehen weltweit How lucky we are. Wie viel Glück wir gehabt haben in dieser Lebenszeit. Es gibt eine andere Art darüber nachzudenken und die finde ich sehr spannend. Glück ist ein bisschen wie Wunder oder Zufall, eine Sache, die dadurch existiert, dass ich sie benenne, dass ich sie in meinem Bewusstsein auftauchen lasse, dass ich sie wahrnehme und dass ich sie benennen kann. Und ich habe den Verdacht, dass das Einzige, was wir tun, Unglück benennen ist. Also du fragst dich, wenn irgendetwas passiert, wenn dir die Frau wegläuft, wenn du eine Krebsdiagnose bekommst, wenn du den Job verlierst, warum ich? Warum nur ich? Warum immer ich? Das heiß Unglück hat den Kontext in dem Moment. Da ist sofort eine Wahrnehmung dafür da. Da ist sofort eine Idee davon da, wie ich das in den Rahmen setzen kann. Bei Glück muss was außerordentliches passieren, desto keine Ahnung, schnell um die Kurve fährst und dir denkst ach, mache ich vielleicht lieber langsamer und dann ist direkt nach der Kurve ein Heutransporter oder ein Traktor auf der Straße und solche. Glück gehabt, Schwein gehabt, ist noch mal gut gegangen. In solchen Situationen haben wir es, aber in dem größeren Kontext müssen wir es uns bewusst reinholen. Und es macht absolut Sinn. Wir sind wahnsinnig glücklich. Meine buddhistischen Freunde, die ich neben meinem verstorbenen Freund und Lehrer Baudewein Vermollen gerne zitiere, Es gibt das Wunder, das Glück der menschlichen Geburt. Das hätte auch ganz anders kommen können. Da gibt es Daseinsbereiche, da willst du gar nicht reinschauen, da willst du nicht sein. Und ja, es ist ein großer Zufall, dass wir überhaupt hier auf die Welt gekommen sind, also als Menschen auf die Welt gekommen sind. Es ist ein großer Zufall, ein großes Glück, dass wir gerade hier auf die Welt gekommen sind. Es könnte auch ganz woanders passiert sein. Und ich denke in diesen Tagen viel an die armen Schweine, die in Krisengebieten stecken und an Menschen, die nicht genug zu essen haben und an Menschen, die unter Krankheiten leiden, die nicht behandelt werden, die mangelnde Hygiene haben, die in 10 Millionen Städten leben müssen und irgendeinen Mist essen müssen, der in irgendwelchen Supermärkten auftaucht, um diese Maße an Menschen überhaupt verpflegen zu können. Ich denke an die Art, wie wir im Grunde genommen hier alle in einem glücklichen Zustand sind. Wir haben wirklich Glück gehabt, hier zu sein. Nicht, weil Deutschland so besonders toll ist oder weil die Politik gerade so wahnsinnig tolle Sachen macht. Aber wenn du Tag für Tag reinschaust in das, was da gerade ist, how lucky you are, how lucky we are? Ich glaube, ich lasse dabei Das ist kurz und knackig. Die nächste Idee wäre, von Dankbarkeit zu reden. Das lasse ich Aber warum? Weil Dankbarkeit von alleine auftaucht. Die muss man nicht hochholen. Wenn du anfängst, diesen Rahmen zu setzen und zu you are lucky. Wir haben wirklich Glück hier. Und mit dem Gedanken entlasse ich dich in den heutigen Tag. Mach's gut und genieß dein Glück.
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