Radikale Präsenz | Der Weg, den Unternehmer kennen sollten

Axel Kellerbauer explains how our sense of time shifts from the present-focused awareness of childhood to the fragmented, past and future-obsessed thinking of adults. He argues that radical presence combined with bold self-expression helps entrepreneurs act authentically despite external uncertainty.
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Das erste Türchen gestern war Liebe. Und nach einem langen Exkurs über was Liebe ist und was Liebe nicht ist, springen wir in den zweiten Tag Time. Ich hatte gerade eine Sitzung mit einem Klienten in meinem Alter der Wurstshow. Damals als Kinder konnten wir nicht erwarten, dass das Christkind kommt und heute vergeht die Adventszeit wie im Flug. Das ist vermutlich das Phänomen Zeit. Wenn du älter wirst. Pink Floyd, ticking away the moments that make up a dull day. Und das ist das Phänomen, wenn du jung bist, wenn du Kind bist oder wenn du im freien Kind bist. Der Unterschied liegt vermutlich im Erleben. In dieser Idee von Kind ist das Erleben in jedem Moment, in jedem Augenblick unglaublich intensiv und der Mind, der Geist ist wenig in der Vergangenheit, wenig in der Zukunft, höchstens mal in der what is next? Was kann man jetzt noch machen? Oder was kommt jetzt als Abenteuer? Und all diese Dinge. Das ist schon das Stichwort. Das Leben taucht als Abenteuer auf. Und wenn es als Abenteuer auftaucht, dann ist sowas wie Flow ganz nah dran, nämlich ein Zustand, in dem du tatsächlich die Zeit vergisst oder die Zeit keine große Rolle spielt. Wir bremsen uns in diesem Prozess des Erwachsenwerdens immer weiter aus diesem freien Kind aus oder heraus, einfach weil wir anfangen vorsichtig zu werden, weil wir Erfahrungen gemacht haben, weil wir wissen schwimm nicht so weit raus, spring nicht so hoch und vor sich die Mauer könnte gefährlich sein. Also alles, was mit Abenteuer zu tun hat, bremsen wir aus Vorsicht oder aus Angst vor dem, was da auftauchen könnte, immer weiter ein. Freie Kinder haben aufgeschundene Knie und blaue Flecken. Und natürlich gehört Verletzung mit dazu, solange sie nicht gravierend ist für ein abenteuerliches Leben. Wenn das Ding noch weitergeht, fangen wir an, uns selbst zurückzuhalten. Also die Idee von Self Expression, von Selbstausdruck, immer mehr hinter oh mein Gott, hoffentlich benehme ich mich richtig, damit die anderen nicht irgendwie was ist denn mit dem los? Oder nicht sagen der gehört hier nicht mit rein, der gehört nicht dazu. Das heißt, wir fangen an, uns zu regulieren, anstatt dem, was da ist, komplett und vollständig nachzugeben. Und was dann auftaucht, ist, dass wir entweder in der Vergangenheit leben und da irgendwelche Regrets, also Bedauern haben, weil wir Dinge meinen nicht richtig gemacht zu haben oder falsch gemacht zu haben, oder dass wir mit unseren Gedanken in der Zukunft sind und da in der Regel Angst ist das falsche Wort, aber da stecken Befürchtungen drin, da steckt Unsicherheit mit drin, da steckt tatsächlich oh mein Gott, was kommt da auf uns zu? Und wenn es politisch dann unklar ist oder wie in den letzten vier, fünf Jahren immer wieder Verwerfungen auftauchen, die in dem System auch keine Sicherheit vermuten lassen, dann sind wir sofort in einem Zustand von Unsicherheit. Den Zustand kann man dann überbügeln oder überspielen, indem man tolle Pläne macht und Projekte hat und oh ja, das wird super und Ding und hin und her. Aber der ursprüngliche Kontext geht davon nicht weg. Der ist immer da. Da muss nur was schiefgehen. Und wir stecken schon wieder mit einem halben Fuß in so einer Downward Spiral drin. Wenn du in verschiedenen Altern bist, erfährst du es unterschiedlich. Und das wirklich Spannende ist, Wenn du die 60 mal überschreitest oder darauf zusteuerst, dass du nicht mehr so lebst, als ob das Leben unendlich wäre, sondern du weißt genau, da taucht irgendwo eine Mauer auf und die Bewegung geht darauf hinzu und die Mauer wird nicht weggehen. Die Zeit davor kann man tatsächlich irgendwie sehr, sehr beschwerdefrei, nicht aber sehr unbeschwert letztendlich darauf zu leben. In diesem Auftauchen von der Mauer steckt allerdings eine Riesenchance. Darüber möchte ich jetzt aber noch nicht sprechen oder jetzt nicht sprechen, was mir am Herzen liegt. Und das wäre tatsächlich der Take away von Time von der Idee, die heute aufgetaucht ist, ganz spontan ist zu Die einzige Art, wie du Time austricksen kannst, ist, möglichst präsent in diesem Moment zu sein oder das, was auch immer da auftaucht. Und das ist nicht einfach, das ist nicht ohne, weil es sind ein Haufen Sachen im Leben drin, die wir nicht haben wollen oder nicht gerne haben wollen. Aber das, was da immer auftaucht, wirklich komplett vollständig zu erleben, so wie es gerade ist, das nimmt der Zeit ein gutes Stück den Stachel. Die Zeit vergeht dann auch anders. Und wenn das noch passt mit einer Form von Selbstausdruck, die vielleicht nicht komplett reguliert ist, sondern etwas mutiger ist und etwas radikaler ist in ihrer Art wie das, was du bisher gemacht hast, dann hast du ein ganz gutes Package zusammen. Dann hast du auf der einen Seite die Idee, die Dinge komplett zu erfahren und die auf der anderen Seite die Idee, dich radikal selbst auszudrücken. Oder möglichst selbst auszudrücken, ohne dass den anderen der Hut hochgeht oder das Glas aus der Hand fällt. Und ich denke, das ist ein ganz guter Abschluss für das zweite Türchen. Spontan aus der Hüfte geschossen, so wie morgen auch mit dem dritten Türchen. Bis dahin viel Spaß und vielleicht sehen wir uns morgen wieder. Ich freue mich.
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